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28. Juli 2010 - 10:43Hier können Sie schon jetzt Ihre Fragen stellen
Nach monatelangem Dauerzoff hat sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition auf einen Kompromiss in der Gesundheitspolitik verständigt: Angesichts eines zu erwartenden Defizits bei den Krankenkassen von elf Milliarden Euro im Jahr 2011 sollen die Krankenkassensätze auf 15,5 Prozent erhöht werden, die Kassen erhalten freie Hand bei der Erhebung von Zusatzbeiträgen. Für die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, sind die Pläne der Einstieg in eine langfristige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen mit „Sozialausgleich und einkommensunabhängigen Prämien“. Durch Steuerzuschüsse für Geringverdiener und die wiedergewonnene Finanzautonomie der Kassen durch die Zusatzbeiträge werde „eine Gerechtigkeitslücke der Zeit von Ulla Schmidt geschlossen“, so Flach.
Die Partei der ehemaligen Gesundheitsministerin wiederum forderte als Reaktion auf die Pläne von Union und FDP den Rücktritt von Amtsinhaber Rösler (FDP) und kritisierte den Kompromiss heftig. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb in einem Gastbeitrag im „Handelsblatt“: „Somit werden die mittleren Einkommen, die bei der Steuer entlastet werden sollten, mit steigenden Beitragssätzen und einer steigenden Zusatzprämie doppelt belastet.“
Hat die Bundesregierung den ersten Schritt für eine langfristige Finanzierung der Gesundheit geschafft? Oder kostet die gleiche Versorgung jetzt einfach mehr Geld? Diskutieren Sie mit Ulrike Flach und Karl Lauterbach.
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Zu den Personen:
Ulrike Flach, geboren 1951 in Oberhausen. Flach studierte Angewandte Sprachwissenschaften an der Universität Mainz und dem Ealing Technical College in London und schloss ihre Hochschulausbildung als Diplomübersetzerin ab. Zwischen 1974 und 2005 arbeitete sie als Übersetzerin bei Siemens PG/Mülheim. Flach trat 1975 in die FDP ein. 1998 zog sie in den Bundestag ein und wurde in den Bundesvorstand ihrer Partei gewählt. Von 2005 bis 2009 war sie Sprecherin für Technologiepolitik ihrer Fraktion und Obfrau der FDP im Haushaltsausschuss. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt und Mitglied des Gesundheits- sowie des Haushaltsausschusses. Im Oktober 2009 wurde Flach von ihrer Fraktion zur stellvertretenden Vorsitzenden und gesundheitspolitischen Sprecherin gewählt.
Karl Lauterbach, geboren 1963 in Düren. Lauterbach studierte Medizin in Aachen, Düsseldorf und Texas, USA. Außerdem studierte er Gesundheitsökonomie und Epidemiologie an der Harvard School of Public Health in Boston, USA, an der er seit 1996 auch als Gastdozent tätig ist. Von 1998 bis 2005 war Lauterbach Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität zu Köln. Seit 2005 ist Lauterbach Mitglied des Bundestages, wo er dem Ausschuss für Gesundheit und als stellvertretendes Mitglied dem Finanzausschuss angehört. In der SPD-Bundestagsfraktion ist er seit November 2009 Sprecher der Arbeitsgruppe Gesundheit.

Sebastian Gievert |
Sebastian Gievert (31) ist Diplom-Journalist und arbeitet seit Januar 2007 als Redaktionsleiter von politik-digital.de in Berlin.
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