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	<title>Alina Barenz &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Alina Barenz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>politik-digital.de von A&#8230; bis Z&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politik-digitalde-von-a-bis-z-3335/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de]]></category>
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					<description><![CDATA[Alina Barenz verstärkte während eines Urlaubssemesters von April bis August für vier Monate das politik-digital.de-Team. Ihre Erinnerungen an das Praktikum hat die 21-Jährige Diplom-Politikstudentin hier von A bis Z zusammengefasst.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alina Barenz verstärkte während eines Urlaubssemesters von April bis August für vier Monate das politik-digital.de-Team. Ihre Erinnerungen an das Praktikum hat die 21-Jährige Diplom-Politikstudentin hier von A bis Z zusammengefasst.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>A</b>rbeiten und Studieren – diese unterschiedlichen Lebensstile kann ich nun vergleichen und stelle überrascht fest: Ich sehne mich wieder nach dem trödeligen Uni-Alltag,<br />
nach übermäßiger Geistesarbeit und Eigenregie im Zeitmanagement. Gleichzeitig weiß ich, dass das Studium nun ein anderes sein wird: bewusster, zielgerichteter und intensiver.
</p>
<p>
<b>B</b>el vedere von der urigen Büro-Dachterrasse von politik-digital.de über dem Monbijoupark: Die Kuppeldächer auf der Museumsinsel vis-à-vis, der Fernsehturm im Osten<br />
und der gläserne Reichstag am Horizont. Vermutlich sind diese Quadratmeter die schönste Erholungsoase, die ein Büro in Berlin haben kann.
</p>
<p>
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/images/aussicht.jpg" alt="Die Aussicht vom Balkon" title="by Bas Bergervoet" height="280" width="380" />
</p>
<p>
<b>C</b>laudia, meine Vorgängerin und mein verlässlicher Rettungsanker für alle technischen Unfälle der ersten Wochen. Lektion Nummer eins: Praktikanten müssen sich verbünden.
</p>
<p>
<b>D</b>onnerstag – vor Mittag ist keine ruhige Minute zu erwarten. Die Morgengymnastik für Kopf und Finger heißt: Die wöchentlich neuen Artikel auf politik-digital.de<br />
mit Überschriften schmücken, einstellen, Design anpassen, hochladen, dann den Newsletter schreiben, ändern, zum Test versenden, nochmal ändern und endlich abschicken. Erstes Luftholen gegen 12.00 Uhr.
</p>
<p>
<b>E</b>ventmanagement für den Launch von e-participation.net,<br />
einer Homepage für Bürgerbeteiligungsprojekte in Großbritannien<br />
und Deutschland. Die Seite von politik-digital.de und dem British<br />
Council Germany ging am 21. Mai 2007 online und politik-digital.de<br />
feierte diesen Event mit einer smarten Party im lichtdurchfluteten<br />
Turm am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Hauptstadt so weit das<br />
Auge reicht &#8211; die Aussicht kann vom Fernsehturm kaum besser sein.
</p>
<p>
<b>F</b>ragen, fragen, fragen und ruhig auch mal auf<br />
Antworten drängeln; dies hat sich als beste Methode herausgestellt,<br />
um mir schnell mehr Wissen anzueignen. Das zweitschnellste, aber<br />
das geduldigste Medium dafür ist zweifellos das Internet. Ohne<br />
das geht bei politik-digital.de gar nichts.
</p>
<p>
<b>G</b>anz schön heiß wird es in den Sommermonaten<br />
im Büro – ein winziger Nachteil der exquisiten Lage.
</p>
<p>
<b>H</b>TML – diese Programmiersprache muss nach<br />
dem Relaunch von politik-digital.de zum Glück kein Prakti mehr<br />
verstehen.
</p>
<p>
<b>J</b>ournalisten und jene, die es werden wollen, lernen<br />
bei politik-digital.de den Online-Journalismus kennen. Im Medium<br />
Internet gelten andere Regeln als beim Tagesblatt. Schreiben im<br />
Akkord ist hier allerdings nicht nötig, denn viel Zeit geht<br />
dafür drauf, die Homepage mit aktuellen Inhalten zu füttern<br />
und anzupassen.
</p>
<p>
<b><a href="/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#berlininaugust" target="_blank" rel="noopener noreferrer">K</a></b><a href="/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml">onferenz<br />
zu e-Democracy in Berlin</a> – noch ein Event, in dessen Vorbereitungen<br />
ich mitten drin steckte. Start war am 13. August. Mehr über<br />
die Ideen, Leute und Ergebnisse gibt es auf politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>L</b>eider fällt mir für L nichts passendes<br />
ein&#8230;
</p>
<p>
<b>M</b>ittagspause! Darauf sollte kein Prakti verzichten,<br />
denn acht Stunden Arbeit am Stück rächen sich spätestens<br />
zu Hause: Da fällt man einfach nur noch ausgelaugt und unzufrieden<br />
ins Bett.
</p>
<p>
<b>N</b>ette Teamstimmung – bei gemeinsamen Pausen,<br />
Scherzen über kuriose Internetblüten und dem ein oder<br />
anderen Gläschen Sekt bei kleinen und großen Erfolgen.
</p>
<p>
<b>O</b>nline-Partizipation und e-Democracy sind der<br />
Lebenssaft, der politik-digital.de durch die Glasfasern fließt.<br />
Kein Prakti kommt also daran vorbei, sich mit den spannenden Entwicklungen<br />
in diesen Bereichen auseinanderzusetzen.
</p>
<p>
<b>P</b>rakti-Handbuch, die perfekte Einführung<br />
in die Arbeit der nächsten Wochen, Ansprechpartner und Abläufe<br />
für mich &#8211; das sollte ein Standard für alle Prakti-Stellen<br />
werden.
</p>
<p>
<b>Q</b>uark, Quatsch und Quälerei – all das<br />
ist ein Praktikum bei politik-digital.de nicht.
</p>
<p>
<b>R</b>elaunch – der neue Internetauftritt von<br />
politik-digital.de rückt immer näher. Politik-digital.de-Leser<br />
erwarten neben einem neuen Design auch eine Suchfunktion für<br />
sämtliche Artikel und Beiträge, die seit der Gründung<br />
von politik-digital.de 1998 erschienen sind.
</p>
<p>
<b>S</b>itzfleisch sollte man für die Arbeit bei<br />
politik-digital.de haben, denn acht Stunden vor dem Bildschirm hält<br />
sicher nicht jeder aus.
</p>
<p>
<b>T</b>rotzdem hatte ich auch meine Trainingseinheiten:<br />
Beim Transport der beiden Chat-Notebooks zum ARD-Hauptstadtstudio<br />
für den tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de<br />
sollte man sich nicht zu warm anziehen&#8230;
</p>
<p>
<b>U</b>lead Video Studio – Videos sollen auf politik-digital.de<br />
wieder öfter zu sehen sein &#8211; im Idealfall eigene Produktionen.
</p>
<p>
<b>V</b>erändert hat sich durch die vier Monate<br />
bei politik-digital.de auch mein Berufswunsch. Das hätte ich<br />
am allerwenigsten erwartet und ich bin erleichtert, dass ich diese<br />
Eingebung vor dem Ende meines Studiums hatte.
</p>
<p>
<b>W</b>eb2.0 – gehört zu den Schlagworten,<br />
die politik-digital.de in seinen Artikeln möglichst vermeidet<br />
weil noch immer nicht sicher ist, dass auch wirklich jeder etwas<br />
mit interaktiven Online-Angeboten anzufangen weiß&#8230; Statt<br />
die Leser mit Fremdworten zu erschlagen, will politik-digital.de<br />
ein Wegweiser für all jene sein, die Internet und Politik zusammen<br />
denken wollen.
</p>
<p>
<b>X</b> und <b>Y</b>psilon – auch da<br />
muss ich passen&#8230;
</p>
<p>
<b>Z</b>uletzt bleibt mir zu sagen: Mein Praktikum bei<br />
politik-digital.de war mit vier Monaten zwar ungewöhnlich lang,<br />
aber die für mich wirklich wichtigen Erkenntnisse habe ich<br />
erst in den letzten Wochen gehabt. Deshalb ist ein Urlaubssemester<br />
meiner Meinung nach die beste Zeit, sich als Prakti in die Arbeitswelt<br />
zu stürzen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chinesen lassen sich Kritik nicht diktieren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/chinesen-lassen-sich-kritik-nicht-diktieren-3319/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Peking]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Damm]]></category>
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					<description><![CDATA[Peking sammelt seine Kräfte für die Olympischen Sommerspiele im August 2008. Amnesty International und die Reporter ohne Grenzen verstärken derweil ihre Kritik an der chinesischen Internetpolitik. Im Interview erklärt der Sinologe Jens Damm, wie die Chinesen zur staatlichen Internetzensur stehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Peking sammelt seine Kräfte für die Olympischen Sommerspiele im August 2008. Amnesty International und die Reporter ohne Grenzen verstärken derweil ihre Kritik an der chinesischen Internetpolitik. Im Interview erklärt der Sinologe Jens Damm, wie die Chinesen zur staatlichen Internetzensur stehen.<!--break--></p>
<p>
<b>politik-digital.de: Im August 2008 werden die Olympischen<br />
Spiele zum ersten Mal in China ausgetragen. Welchen Eindruck möchte<br />
die Volksrepublik der Welt von sich geben, wenn sie zum internationalen<br />
Schauplatz wird? </b>
</p>
<p>
Jens Damm: China möchte sich als modernes, weltoffenes, Land<br />
präsentieren. Dabei kann es sich der Unterstützung der<br />
Bevölkerung für die Olympiade sicher sein, denn diese<br />
sieht die Spiele im eigenen Land grundsätzlich positiv.
</p>
<p>
<b>Welche Bedeutung haben die Spiele in Peking für die<br />
Chinesen? </b>
</p>
<p>
In China wird mit den chinesischen Spielen auch die nationalistische<br />
Komponente, dass China nun „zur Welt&quot; gehört, wahrgenommen.<br />
„Ru shi&quot; – in die Welt eintreten, ist ein Begriff,<br />
der immer wieder im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen zu<br />
vernehmen war. In einem größeren historischen Zusammenhang<br />
bedeutet dies, dass nach den Erniedrigungen Chinas in den Opiumkriegen,<br />
dem Bürgerkrieg und den Zeiten der Kulturrevolution, China<br />
heute wieder seinen „ihm eigentlich zugehörigen Platz&quot;<br />
in der Weltgemeinschaft eingenommen hat.
</p>
<p>
<b>Welche Maßnahmen hat China in Vorbereitung der Olympischen<br />
Spiele getroffen was den Zugang zum Internet angeht und die Inhalte,<br />
die dort publiziert werden?</b>
</p>
<p>
Der Zugang zum Internet soll prinzipiell ausgebaut werden. Hierzu<br />
gehören groß angelegte Infrastrukturprojekte wie die<br />
Verlegung von Glasfaserleitungen bis weit in den chinesischen Westen<br />
und Breitband (DSL) –Anschlüsse in neuen Siedlungen der<br />
Großstädte. Andererseits werden Internetcafés<br />
aktiv gegängelt und wechselnde, oft recht scharfe gesetzliche<br />
Vorgaben wie eine allgemeine Registrierung von Nutzern, setzt die<br />
Kommunistische Partei vehement durch. Wir müssen davon ausgehen,<br />
dass sie das chinesische Internet in den Wochen der Olympischen<br />
Spiele extrem strikt kontrolliert.
</p>
<div align="center">
<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/edemocracy/wissensgesellschaft/images/Beijing_Internetcafe_flickr388x.jpg" alt="chinesisches Internetcafe " align="middle" border="0" height="291" width="388" /></a><i></i>
</div>
<div align="center">
<i>Chinesisches<br />
Internetcafé in Beijing. (photo: Kai Hendry, CC-Lizenz)</i>
</div>
<p>
<b>Wie funktioniert die chinesische Kontrolle des Internets?</b>
</p>
<p>
Politische Inhalte werden durch eine spezielle chinesische „Internet-Polizei&quot;<br />
landesweit und auf Provinzebene, aber auch durch die Dienstanbieter<br />
selbst kontrolliert. Sie durchforsten unter anderem E-Mails und<br />
Blogs systematisch nach „Sperrwörtern&quot;. Direkte<br />
Kritik an der Kommunistischen Partei ist in keinem Medium erlaubt.<br />
Gegebenenfalls werden Webseiten landesweit gesperrt, wobei insbesondere<br />
taiwanesische Seiten betroffen sind.
</p>
<p>
<b>Welche Wege finden Chinesen, trotz der staatlichen Zensur<br />
Kritik an gesellschaftlichen Problemen im Internet zu äußern?<br />
</b>
</p>
<p>
Protestler nutzen häufig Chats und Foren, sowie insbesondere<br />
auch Handy-Nachrichten zur Mobilmachung der Bevölkerung. Kritik<br />
an gesellschaftlichen und politischen Missständen wie Umweltverschmutzung<br />
und Korruption wird in China inzwischen massiv geäußert<br />
&#8211; wenn auch nur fallweise. Ein Beispiel sind die Proteste gegen<br />
den Bau einer großen Chemieanlage in Xiamen vor einigen Wochen.<br />
Jedoch ist das Vertrauen der Bevölkerung in die derzeitige<br />
Regierung nach wie vor relativ hoch, sodass sich Kritik gegen einzelne<br />
Probleme und nicht generell gegen die Führung oder die allgemeine<br />
politische Linie des Landes richtet. Die chinesischen Internetnutzer<br />
kritisieren beispielsweise massiv die Einführung einer namentlichen<br />
Zwangsregistrierung für Chats und Foren, die Verhaftung so<br />
genannter Cyber-Dissidenten [Personen, die das Internet nutzen,<br />
um Kritik an der Kommunistischen Partei und der chinesischen Gesellschaftsordnung<br />
zu üben, Anm. d. Red.] und – fallweise – Korruption,<br />
Umweltverschmutzung, mangelndes Durchgreifen der Polizei gegen Straftäter<br />
und mangelhafte Sicherheit an Schulen.
</p>
<p>
<b>Gibt es Unterschiede zwischen inländischer und ausländischer<br />
Kritik? </b>
</p>
<p>
Die Wahrnehmung des chinesischen Internets im Westen und in der<br />
Volksrepublik China ist äußerst unterschiedlich. Der<br />
Westen stellt Zensurmaßnahmen in den Vordergrund, insbesondere<br />
das Blockieren von Webseiten und einzelnen Berichten über Verhaftungen<br />
von Cyber-Dissidenten. Westliche Kritik konzentriert sich dabei<br />
auf Webseiten, die pro-Falungong und pro taiwanesische Unabhängigkeit<br />
werben [Falungong ist eine chinesische, spirituell-religiöse<br />
Gruppe, die aufgrund ihrer kritischen Haltung zur Gesellschaftsordnung<br />
der VR China offiziell verboten ist. Sie hat Millionen Anhänger<br />
in allen Teilen der chinesischen Gesellschaft, Anm. d. Red.]. <br />
Der chinesische Diskurs hingegen betont die Möglichkeiten des<br />
Internets für den weiteren Fortschritt der bisher äußerst<br />
erfolgreichen Reform- und Öffnungspolitik. Das Internet bietet<br />
vor allem Chancen für Geschäfte (e-commerce), Bildung<br />
und Erziehung (e-learning) und für Good Governance (e-governance),<br />
zum Beispiel Korruptionsbekämpfung und den Aufbau eines Rechtsstaates.<br />
Außerdem könnte das Internet einen Beitrag zur Überwindung<br />
des ökonomischen Gefälles zwischen Stadt und Land, Küste<br />
und Binnenregionen leisten.
</p>
<p>
<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/edemocracy/wissensgesellschaft/images/Beijing2008_flickr200x.jpg" alt="Banner Beijing 2008" border="0" height="363" width="200" />
</div>
<p></a>
</p>
<div align="center">
<i>Banner der Olympischen Sommerspiele 2008</i>
</div>
<div align="center">
<i><br />
(photo: Stuck in Customs, CC-Lizenz)</i><br />
<i></i>
</div>
<p>
<i><br />
</i><br />
<b>Weshalb wird die Zensur auf chinesischen Blogs nicht gleichermaßen<br />
thematisiert?</b>
</p>
<p>
Zum einen, weil das Phänomen staatlicher Zensur ja allgemein<br />
bekannt und Kritik an der Kommunistischen Partei verboten ist. Zum<br />
anderen herrscht in Bezug auf die „westlichen Lieblingsthemen&quot;<br />
wie die Tibet- und die Taiwanfrage in China ein nationalistischer<br />
Konsens, der zumeist auch von so genannten Dissidenten geteilt wird:<br />
Tibet und Taiwan werden als untrennbarer Teil des chinesischen Mutterlandes<br />
verstanden.<br />
Die Meinung bekannter Blogger wie <a href="http://lydon.yculblog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wang<br />
Xiaofeng</a>, <a href="http://milkpig.yculblog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yuan<br />
Lei </a>oder <a href="http://home.wangjianshuo.com/cn" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wang<br />
Jianshuo</a> zur Zensurfrage ist zwiespältig: Zum einen teilen<br />
sie die Kritik an einer zu starken Einschränkung der Internetnutzung,<br />
sind aber von den westlichen Versuchen, das chinesische Internet<br />
zu „befreien&quot;, wenig begeistert und sehen hierin eine<br />
mehr oder weniger „koloniale&quot; Einstellung des Westens.<br />
Weiterhin kann man davon ausgehen, dass eine große Mehrheit<br />
der chinesischen Internetnutzer Zensur im Bereich von Pornographie,<br />
aber sicherlich auch Falungong, für richtig und notwendig erachtet,<br />
um die erreichte gesellschaftliche Stabilität und das wirtschaftliche<br />
Wachstum aufrecht zu erhalten. Stabilität und die Angst vor<br />
dem &quot;Chaos&quot;, in China kollektiv mit der Kulturrevolution<br />
verbunden [einer radikalen politischen Kampagne von Mao Zedong zur<br />
wirtschaftlichen und politischen Modernisierung Chinas, die bürgerkriegsähnliche<br />
Zustände auslöste (1966-1976), Anm.d. Red.], ist sicher<br />
eines der wesentlichen bindenden Elemente in der chinesischen Gesellschaft.
</p>
<p><b>Wie viele Internetnutzer gibt es in China?</b></p>
<p>
Im Januar 2007 waren es 137 Millionen, also rund 10 Prozent der<br />
Bevölkerung der Volksrepublik China. Im Juni 2007 stieg die<br />
Zahl auf 162 Millionen an. Die Zahl der chinesischen Internetnutzer<br />
hat innerhalb eines Jahrzehnts in einem unvorstellbaren Maße<br />
zugenommen. 1997 waren es bei der Umfrage von <a href="http://www.cnnic.cn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCNIC</a>,<br />
dem China Internet Network Information Center, gerade einmal einige<br />
wenige Hunderttausende, die sich mit einem einfachen Modem in den<br />
großen Städten einwählten. Heute haben zudem 300<br />
Millionen Chinesen ein Mobiltelefon, mit dem sie online gehen können.
</p>
<p>
<br />
<i>Jens Damm ist Sinologe und wissenschaftlicher Assistent am Ostasiatischen<br />
Seminar der Freien Universität Berlin.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Fußballer nicht allzu ernst nehmen&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/fussballer-nicht-allzu-ernst-nehmen-2371/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[11 Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Block 11]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Kirschneck]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 7. August 2007 war Jens Kirschneck vom Fußball-Magazin 11 Freunde und dem 11 Freunde-Blog „Block 11&#34; Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über mögliche Auf- und Absteiger in der neuen Bundesligasaison und die Chancen finanzschwacher Clubs.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. August 2007 war Jens Kirschneck vom Fußball-Magazin 11 Freunde und dem 11 Freunde-Blog „Block 11&quot; Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über mögliche Auf- und Absteiger in der neuen Bundesligasaison und die Chancen finanzschwacher Clubs.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator: </b> Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Herr Kirschneck, können wir anfangen?
</p>
<p>
<b><b>Jens Kirschneck:</b></b> Aber sicher. Hallo, liebe Fragesteller.
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/salon/photos/ABlogs/11freunde_jkirschneck.jpg" alt="Jens Kirschneck" border="0" height="120" width="85" /></a><br />
<i>Jens Kirschneck<br />
</i><span class="normal"><i>Redakteur beim Fußball-Magazin<br />
11 Freunde<br />
und Blogger beim 11 Freunde-Blog &quot;<a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Block<br />
11</a>&quot; </i></span> 
</p>
<p>
<b></b><b><b>Moderator: </b></b> Unsere Nutzer konnten<br />
bereits im Vorfeld Fragen stellen und bewerten. Die Fragen mit den<br />
meisten Stimmen eröffnen heute den Chat. Hier ist Nummer eins:
</p>
<p>
<b>fußballkönig: </b>Wie steht ihr eigentlich<br />
zu den anderen Fußball- und Sportblogs, <a href="http://fooligan.de/2006/06/08/das-andere-f-wort/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fooligans</a><br />
etwa oder <a href="http://allesaussersport.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">allesaußersport</a>?<br />
Konkurrenz oder nette Kollegen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Nein, als Konkurrenz sehen wir das ganz sicher<br />
nicht. Eher ist es für uns eine Quelle der Inspiration, weil<br />
die Blogger ja oft auch eine Sicht auf den Fußball haben,<br />
der vom Mainstream abweicht.
</p>
<p>
<b>Maik:</b> Wie würdest du eure Nische von „11<br />
Freunde“ und eurem Blog beschreiben? Also wie grenzt ihr euch<br />
von Institutionen wie Kicker oder Sport-Bild ab?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Bei 11 Freunde geht es nicht in erster Linie um<br />
Namen und Zahlen, sondern die Emotionen, die der Fußball hervorruft.<br />
Wichtig ist die Fanperspektive, ein weiterer zentraler Punkt ist<br />
Humor. Außerdem gönnen wir uns gerade im Heft Texte in<br />
einer Länge, die in anderen Publikationen absolut unüblich<br />
sind. Fotostrecken und Reportagen über zehn Seiten und mehr.
</p>
<p>
<b>Ralf: </b>Wie gelingt es, die Begeisterung für<br />
einen Sport ins Internet zu übertragen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das ist gar nicht so einfach. Wir versuchen es<br />
bei <a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">11freunde.de</a>. mit einem<br />
bunten Potpourri. Ein Mix aus aktuellen Meldungen, Fotogalerien,<br />
bizarren Listen (zum Beispiel „die zehn furchtbarsten Trainerentlassungen“).<br />
Hinzu kommen das Forum, Filmchen und natürlich der Blog. Insgesamt<br />
darf es um Himmels Willen nicht zu trocken sein.
</p>
<p>
<b>general: </b>Warum bloggt ihr überhaupt?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Wir sind seit einem Jahr dabei, 11freunde.de als<br />
Ergänzung zum Heft deutlich aufzuwerten. Es soll ein Fußballportal<br />
sein, das alle Formate abdeckt. Und dazu gehört auch der Blog,<br />
der bei uns ja sehr bildlastig ist.
</p>
<p>
<b>Eric: </b>Wie seid ihr denn auf die Idee zur Rubrik<br />
„Dicke Ex-Profis &quot; gekommen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich weiß leider nicht, wer von uns das verbrochen<br />
hat. Aber es ist ein gutes Beispiel für den 11-Freunde-Humor:<br />
Das Spiel ernst nehmen, aber nicht unbedingt und immer seine Protagonisten.
</p>
<p>
<b>eman resu:</b> Hat die 11 Freunde-Redaktion Favoriten<br />
unter den Clubs?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Oh ja, das hat sie. Vier aus<br />
dem engeren Zirkel sind Fans von <a href="http://www.arminia-bielefeld.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arminia<br />
Bielefeld</a>. Hängt unter anderem damit zusammen, dass die<br />
beiden Magazingründer ursprünglich aus Bielefeld kommen<br />
und dort ein Arminia-Fanzine herausgegeben haben. Man kann deshalb<br />
sagen: Arminia-Fan zu sein ist hier zwar nicht direkt Einstellungsvoraussetzung,<br />
aber es erleichtert die Sache ungemein.
</p>
<p>
<b>elfer: </b>Plauder doch mal aus dem Nähkästchen:<br />
Was sind so die skurrilsten Fangeschichten, die man im Redaktionsalltag<br />
mitbekommt?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Dazu reicht mir schon ein Blick ins Nachbarbüro.<br />
Unser Chefredakteur Philipp Köster hatte mal ein Gerichtsverfahren<br />
am Hals, weil er, mehr aus Ungeschick als Bosheit, mal einen Stadionzaun<br />
beim FSV Salmrohr niedergerissen hat (ist aber längst verjährt).<br />
Außerdem erzählt er immer wieder gerne die Geschichte<br />
vom Fanbus ohne Toilette, der in einen Autobahnstau geriet. Sämtliche<br />
Insassen suchten hektisch nach brauchbaren Behältnissen, um<br />
den Blasendruck abzulassen, worauf zwei 14-Jährige ängstlich<br />
die Tupper-Dosen umklammerten, in die Mutti die Wurststullen gepackt<br />
hatte.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Kommen wir mal zur neuen Bundesliga-Saison:
</p>
<p>
<b>Maik: </b>Nimm uns die Angst: Wird der FC Bayern ganz<br />
oben einsam seine Kreise ziehen, wie alle befürchten?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das glaube ich nicht. Zwar haben die Bayern den<br />
besten Kader, aber wer hätte in der letzten Saison gedacht,<br />
dass der VfB Stuttgart so einen Lauf haben würde. Diesmal würde<br />
ich sagen: Habt ein Auge auf Dortmund und Leverkusen, im Ernst.<br />
Haben sich beide ausgezeichnet verstärkt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Nochmal zum Thema Deutscher Meister:
</p>
<p>
<b>soccer: </b>Welche Strategie bringt den Titel? Bayerns<br />
Kaufrausch, Schalkes Eingespieltheit oder doch wieder Stuttgart?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich würde Bremen nicht vergessen, auch wenn<br />
sie derzeit ein bisschen die Seuche haben. Grundsätzlich verringert<br />
ein Kaufrausch wie der vom FC Bayern allerdings die Meisterschaftschancen<br />
nicht gerade. Da muss man nur mal nach England gucken, wo der Unterschied<br />
zwischen den reichen und weniger reichen Klubs so groß ist,<br />
dass die Tabelle seit Jahren zementiert ist. Auf den ersten vier<br />
Plätzen immer nur Chelsea, Manchester United, Liverpool und<br />
Arsenal.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Auf ein ähnliches Thema zielt auch die nächste<br />
Frage:
</p>
<p>
<b>fever:</b> Benachteiligen solche Einkauftouren der<br />
„großen&quot; Vereine nicht die kleineren? Hat nur noch<br />
der Chancen auf den Titel, der das meiste Geld hat?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Grundsätzlich ist das so. Aber weil es in<br />
Deutschland die Zentralvermarktung der TV-Gelder gibt, sind die<br />
Unterschiede nicht so krass wie in anderen Ländern und auch<br />
der VfB Stuttgart kann mit ein bisschen Glück Meister werden.
</p>
<p>
<b>Maik: </b> In England kaufen sich zunehmend milliardenschwere<br />
Unternehmer in Klubs ein und zerstören mit ihren schwindelerregenden<br />
Angeboten den Transfermarkt. Droht das auch der Bundesliga?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Vorerst nicht, weil die Vereine in Deutschland<br />
anders organisiert sind, die Deutsche Fußball Liga (DLF) die<br />
Zügel relativ straff in der Hand hält und einen Karl-Heinz<br />
Rummenigge zur Ordnung ruft, wenn er zu weit voran prescht. Aber<br />
grundsätzlich leben wir im Zeitalter der Globalisierung, deshalb<br />
würde ich mit langfristigen Prognosen sehr vorsichtig sein.
</p>
<p>
<b>runkel:</b> Welcher Verein sollte denn Ihrer Meinung<br />
nach dieses Jahr unbedingt aufsteigen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Also, ich habe vor einiger Zeit mal eine Reportage<br />
über die TuS Koblenz gemacht und finde die seitdem ziemlich<br />
putzig. Aber zäumen wir das Pferd mal andersherum auf: Köln<br />
muss aufsteigen (sonst kriegen sie, glaube ich, ein finanzielles<br />
Problem). Gladbach sollte aufsteigen (sonst kippt die Stimmung).<br />
Und die ehrgeizigen Hoffenheimer wollen unbedingt.
</p>
<p>
<b>Dieter:</b> Was hältst Du persönlich von<br />
den Plänen, dass künftig der DFB-Pokalsieger in der Champions-League<br />
spielen soll?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Halte ich nicht so viel von. Ich glaube, ein UEFA-Cup-Platz<br />
ist für sechs gewonnene Spiele Belohnung genug. Obwohl es vielleicht<br />
die einzige Chance für meinen Lieblingsklub Arminia Bielefeld<br />
wäre, jemals Champions League zu spielen.
</p>
<p>
<b>barcelona_fc:</b> Wie siehst du das Experiment mit<br />
Alleinherrscher Felix Magath in Wolfsburg?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ist das wirklich solch ein gewagtes Experiment?<br />
In England ist solch eine starke Figur bei den meisten Klubs gang<br />
und gäbe. Aber ich halte Felix Magath eh nicht für solch<br />
eine Lichtgestalt, dass er aus Wolfsburg plötzlich einen Titelkandidaten<br />
macht.
</p>
<p>
<b>Kutowski: </b>Wie siehst Du die Chancen für die<br />
Ost-Clubs in Liga eins und zwei diese Saison?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich fürchte, dass es Rostock und Cottbus<br />
in der 1. Liga sehr schwer haben werden, ebenso Hertha BSC, wenn<br />
ich die mal mit rein rechnen darf. Jena und Aue gehören in<br />
der 2. Liga nicht unbedingt zu den Aufstiegsfavoriten. Könnte<br />
sein, dass es nach Jahren der Konsolidierung diesmal wieder einen<br />
herben Rückschlag für die Ostvereine gibt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Eine Nachfrage zur Herta:
</p>
<p>
<b>Maik:</b> Die verschuldete Berliner Hertha hat ja<br />
die halbe Mannschaft verscherbelt und holt jetzt nur junge Talente.<br />
Kann das gut gehen oder kickt der Hauptstadtklub 2008 in Liga zwei?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das ist ein viel interessanteres Experiment als<br />
das mit Felix Magath in Wolfsburg, finde ich: ein Komplettumbau,<br />
weil die Teamchemie nicht stimmte. Trainer Favre hat nach einer<br />
bestimmten Anlaufzeit ja meist Erfolg gehabt. Aber wird man ihm<br />
die Zeit geben?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Gibt man Bundesligatrainern heute eigentlich generell<br />
recht wenig Zeit, um sich mit einer Mannschaft einzugrooven?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ja, das ist so. Binsenweisheit: Es hängt<br />
halt viel Geld dran. In der 2. Liga halbiert sich der Etat eines<br />
Profiklubs. Das Geschäft ist von der Angst vor dem Abstieg<br />
und anderen Katastrophen regiert.
</p>
<p>
<b>barcelona_fc: </b>Wie weit ist die Bundesliga weg<br />
von den Top-Ligen Europas?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Na ja, sagen wir mal, die UEFA-Fünfjahreswertung<br />
lügt nicht. In England oder Spanien wird viel schneller gespielt,<br />
teilweise auch in Frankreich. So kommt es, dass ein Ribéry<br />
hier manchen wie vom anderen Stern erscheint [gemeint ist der französische<br />
Fußballspieler Franck Ribéry, Anm. d. Red.]. Aber man<br />
darf auch nicht vergessen: Die Bundesliga an sich funktioniert.<br />
Toller Zuschauerzuspruch, meistens spannend. Die Frage ist doch:<br />
Will man zwei, drei Kandidaten auf die Champions-League-Krone und<br />
dafür in Kauf nehmen, dass der Rest nicht mehr konkurrenzfähig<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Noch mal zurück zum Weblog:
</p>
<p>
<b>nur10freunde:</b> Inwieweit gab es auf dem Block 11-Blog<br />
schon mal Hooligans?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Vielleicht nicht unbedingt beim Blog, aber gelegentlich<br />
in unserem Forum. Wir sind halt ein fanorientiertes Magazin. Grundsätzlich<br />
kümmert sich 11 Freunde aber wohl zu sehr um das Spiel an sich,<br />
um für Hooligans attraktiv zu sein.
</p>
<p>
<b>Torben: </b>Mal ganz subjektiv: Welcher Bundesligaverein<br />
hat denn das beste Weblog?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Karlsruher SC. Den macht nämlich unser Praktikant<br />
Christoph Ries. Ries selbst sagt: Borussia Dortmund (schwarz-gelb).
</p>
<p>
<b>barcelona_fc:</b> Welchen Stadionbesuch wirst du nie<br />
im Leben vergessen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> WM 1990, Mailand: Deutschland gegen Holland 2:1.<br />
Das Spuckspiel (Rijkard vs. Völler).
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Das waren 60 Minuten Blogsprechstunde mit Jens Kirschneck<br />
von den 11 Freunden. Danke an alle Nutzer für die Fragen und<br />
natürlich herzlichen Dank an Jens Kirschneck für die Antworten.<br />
Nächste Woche, am 14. August, 16.00 bis 17.00 Uhr, chatten<br />
wir mit Redakteuren der Radiosendung <a href="http://www.blogspiel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogspiel</a>.<br />
Das Protokoll dieses Chats gibt es in Kürze auf den Seiten<br />
von politik-digital.de und den Blogpiloten. Das letzte Wort für<br />
heute hat unser Gast. Bitte, Herr Kirschneck:
</p>
<p><b>Jens Kirschneck:</b> Vielen Dank für die interessanten Fragen,<br />
hat Spaß gemacht. Ich wünsche euch allen da draußen<br />
einen schönen Saisonstart, ist ja jetzt auch mal gut mit der<br />
Sommerpause.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Neu: Lieblnk.de für liebste Blog-Geschichten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/neu-lieblnkde-fuer-liebste-blog-geschichten-3206/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Aug 2007 16:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, am 3. August 2007, hat <a href="http://www.basicthinking.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Robert Basic</a> mit <a href="http://www.lieblnk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lieblnk.de</a> eine Website nur für Blogger gestartet. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am 3. August 2007, hat <a href="http://www.basicthinking.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Robert Basic</a> mit <a href="http://www.lieblnk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lieblnk.de</a> eine Website nur für Blogger gestartet. <!--break-->Auf dieser Seite können Blog-Schreiber ihre eigenen „Blog-Perlen“ platzieren. <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/03/blog-perlen-ii-system-ist-live/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Basic will</a> so vor allem kleine und unbekannte Blogs unterstützen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Berliner suchen Frieden, Chemnitzer Reichtum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2007 14:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[googeln]]></category>
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					<description><![CDATA[Berliner suchen mit der Suchmaschine „Google“ besonders häufig nach „Melancholie&#34;, „Frieden“ und Faulheit&#34;, während Bielefeld bei den Begriffen „Lachen“ und „Glück“ vorne liegt. Dies fand das <a href="http://www.zeit.de/leben/leben-magazin/index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit-Magazin „Leben“</a> mithilfe der Internetseite „<a href="http://www.google.com/trends" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Trends</a>“ heraus.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berliner suchen mit der Suchmaschine „Google“ besonders häufig nach „Melancholie&quot;, „Frieden“ und Faulheit&quot;, während Bielefeld bei den Begriffen „Lachen“ und „Glück“ vorne liegt. Dies fand das <a href="http://www.zeit.de/leben/leben-magazin/index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit-Magazin „Leben“</a> mithilfe der Internetseite „<a href="http://www.google.com/trends" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Trends</a>“ heraus.<br />
<!--break--></p>
<p>
In der Ausgabe vom 2. August 2007 zeigt es auf einer Deutschlandkarte, welche Werte, Einstellungen und Gefühle in deutschen Städten am häufigsten mit Google recherchiert werden. Das ist nett zu lesen aber provoziert auch die Frage: „Was sagt uns das?“ Der Betreuer der Rubrik, Matthias Stolz, erklärte gegenüber politik-digital.de: „Wir wollen mit den 64 ausgewählten Begriffen eine Art Werte-Landkarte Deutschlands zeichnen. Natürlich hat sie keine absolute Aussagekraft, weil man nichts darüber erfährt, warum die Leute zum Beispiel nach „Geld“ suchen.“ Tendenzen könne man aber dennoch ablesen, meint er. Sohabe es eine gewisse Logik, dass in ostdeutschen Städten häufiger nach „Arbeit“ gesucht werde und dass Münchener öfter als andere das Netz nach „Karriere“ durchforsten.
</p>
<p>
Verlässlich sind die Ergebnisse von „Google Trends“ jedoch nicht: Manche Ergebnisse der Werte-Landkarte lassen sich für den Untersuchungszeitraum Juli 2007 nicht mehr nachverfolgen. So tauchte Rostock beim Begriff „Arbeit“ nicht mehr unter den Top Ten auf, als politik-digital.de mit „Google Trends“ danach suchte.
</p>
<p>
Wir haben in einem eigenen Ranking am 2. August 2007 weitere „Google Trends“ enthüllt: „Internet“ googeln demnach die meisten Menschen in Lima (Peru), gefolgt von Mexico City (Mexiko). Bei „Web 2.0“ liegt Japan vorn (Chiyoda und Tokyo) und „Blog“ recherchieren am häufigsten die Onliner in Hanoi (Viet Nam) und Rennes (Frankreich).
</p>
<p>
Sagt uns das was?</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Mich hat Bloggen nie interessiert&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/mich-hat-bloggen-nie-interessiert-2349/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Annik Rubens]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaflos in München]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 31. Juli 2007 war die Podcasterin Annik Rubens von &#34;Schlaflos in München&#34; zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Im Chat sprach sie über ihre Liebe zum gesprochenen Wort, ihre Anfänge als Podcasterin und die Unterschiede zwischen Blogs, Radio und Podcasts.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 31. Juli 2007 war die Podcasterin Annik Rubens von &quot;Schlaflos in München&quot; zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Im Chat sprach sie über ihre Liebe zum gesprochenen Wort, ihre Anfänge als Podcasterin und die Unterschiede zwischen Blogs, Radio und Podcasts.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator: </b> Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Heute ist Annik Rubens, Podcasterin auf „<a href="http://www.podsitter.com/wordpress/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlaflos in München</a>&quot;, unser Gast. Hallo nach München zu Annik Rubens. Können wir loslegen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Hallo aus München!
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.podsitter.com/wordpress/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/salon/photos/ABlogs/arubens_250x.jpg" alt="Annik Rubens" border="0" height="349" width="250" /></a><br />
<i>Annik Rubens<br />
Podcasterin auf &quot;Schlaflos in München&quot;</i>
</p>
<p>
<b><b>Moderator: </b></b> Unsere Nutzer konnten<br />
im Vorfeld schon Fragen stellen und darüber abstimmen, welche<br />
heute zu Beginn des Chats gestellt werden sollen. Hier kommt die<br />
Frage, die die meisten Stimmen erhielt:
</p>
<p>
<b>marla: </b>Du bloggst beziehungsweise podcastest unter<br />
einem Pseudonym. Warum? Und bist du als Privatperson anders wie<br />
als „Annik&quot;?
</p>
<p>
<b><b>Annik Rubens: </b> </b>Ok, also: Ich<br />
habe 2005 in einer Nacht- und Nebelaktion angefangen, zu podcasten.<br />
Und da mein Name als Journalistin doch mit seriösen Dingen<br />
zu tun haben sollte, dachte ich, es wäre klüger, mein<br />
altes Pseudonym wieder hervor zu kramen. Im Internet hat schließlich<br />
jeder einen „Nick“, oder? Als Privatperson bin ich nicht<br />
anders, nur facettenreicher. Annik hört man ja nur eine Stunde<br />
pro Woche.
</p>
<p>
<b>DonPasquale:</b> In „<a href="http://www.podsitter.com/wordpress/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlaflos<br />
in München</a>“ lässt du persönliche Themen<br />
außen vor &#8211; wie schwer ist dir das vor allem beim täglichen<br />
Podcasten gefallen, zwischen Annik und Larissa zu trennen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das ist doch alles kein bewusster<br />
Schachzug! Das klingt so konstruiert! Ich bin ich. Und ich gehe<br />
ans Mikrofon und erzähle Dinge, die ich auch jemandem erzählen<br />
würde, der auf einer langen Bahnfahrt neben mir sitzt. Da muss<br />
ich nichts trennen. Ich tue das, was mir gefällt und erzähle<br />
nichts, was ich nicht erzählen möchte.
</p>
<p>
<b>Serendipidy:</b> Wie kompliziert ist es, sein eigenes<br />
Podcast auf die Beine zu stellen? Wie viel technische Erfahrung<br />
braucht man dafür?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Es ist mittlerweile gar nicht mehr<br />
kompliziert. Für den Anfang kann man sogar einfach mit dem<br />
Telefon podcasten. Das klingt halt nicht so toll. Ansonsten reicht<br />
ein Mikrofon oder Headset und der Computer. Und dann kann man die<br />
Datei hochladen bei Volldienstleistern wie <a href="http://www.podhost.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">podhost.de</a>.<br />
Die machen den ganzen Rest. Technische Erfahrung braucht man also<br />
nicht, aber ein wenig Geduld, wenn mal was nicht klappt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Mit einem Telefon podcasten? Wie funktioniert<br />
das denn?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Es gibt verschiedene Anbieter.<br />
Da ruft man eine bestimmte Nummer an und hat ein Kennwort, und schon<br />
können es andere als Podcast hören! Ich habe eine blinde<br />
Hörerin, die so ihren eigenen Podcast macht, weil das an ihrem<br />
alten Computer sonst nicht ginge.
</p>
<p>
<b>Playback:</b> Hat dir deine Radio-Erfahrung geholfen,<br />
als du mit dem Podcasten angefangen hast?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Nein. Mir hat meine Erfahrung als<br />
Print-Journalistin geholfen, weil mir die Themensuche daher nicht<br />
schwer fällt. Das Radio hat mir damals nur gezeigt: Nein, so<br />
will ich es nicht machen. Daher genieße ich Podcasting so:<br />
Da habe ich keine Zeitbeschränkung und muss kein Wetter vorlesen!
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Ähnlich nochmal zu Podcast und<br />
Radio:
</p>
<p>
<b>Djane: </b>Was ist deiner Meinung nach der größte<br />
Unterschied zwischen Podcasts und Radio?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Natürlich der Zeitfaktor.<br />
Podcasts können keine Nachrichten zur vollen Stunde bieten<br />
und keinen aktuellen Verkehrsbericht. Keine Falschfahrer und solche<br />
Dinge. Ansonsten ist Podcasting ja nur eine Technik – was<br />
man damit verbreitet, ist egal. Daher ist oft auch eine Radiosendung<br />
ein Podcast. Und der Vorteil ist, dass man das dann, wann und wo<br />
man will, hören kann.
</p>
<p>
<b>mrDJ:</b> Lässt sich das Format „Podcast&quot;<br />
eigentlich mit dem Radio verbinden? Funktioniert eine Radio-Sendung<br />
mit / über Podcasts?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich hoffe ich versteh die Frage<br />
richtig: Ja, klar lässt es sich verbinden. Jens-Uwe Krause,<br />
der bei mir in der Podvela regelmäßig auftaucht, ist<br />
Morgenmoderator bei „Bremen Vier“. Nach der Morgenshow<br />
setzen er und die Service-Fee sich in ein Nebenstudio und plaudern<br />
über die Morgenshow. Das ist eine sehr witzige Ergänzung!<br />
Toll finde ich persönlich auch, dass mein Lieblingspodcast<br />
„SWR1 Leute“ als Podcast eine halbe Stunde lang ist,<br />
während das Original zwei Stunden dahindümpelt mit Werbe-,<br />
Nachrichten- oder Wetterunterbrechungen. Im Podcast bekomme ich<br />
das Interview pur.
</p>
<p>
<b>filo: </b>Wieviel Zeit geht bei dir für eine<br />
SiM-Folge drauf? Nimmst du die Beiträge nachts auf, wie es<br />
der Name vermuten lässt?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Am Anfang habe ich wirklich zwischen<br />
Mitternacht und zwei Uhr nachts neue Folgen aufgenommen. Mittlerweile<br />
ist das ja anders: Die Folgen sind ca. 45 Minuten lang, da geht<br />
der ganze Montag drauf, meistens zwölf bis vierzehn Stunden.
</p>
<p>
<b>KRDigital: </b>Wann oder wo kommen dir eigentlich<br />
die besten Ideen für deine Sendung und könntest du dir<br />
vorstellen, dass Podcasts (vielleicht unter neuem Namen) in einigen<br />
Jahren auch außerhalb vom Internet abrufbar sind (so eine<br />
Art Onlinebibliothek), gegebenenfalls sogar gegen harte Euro?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Die besten Ideen kommen mir meistens<br />
entweder, wenn mein Zug extrem Verspätung hat und ich mich<br />
ärgere, oder wenn ich selber Podcasts höre. Ich gehe einfach<br />
mit offenen Augen durch München und schnappe viele Themen auf,<br />
die ich mir dann notiere. Podcasts sind schon jetzt auf Smartphones<br />
wie dem iPhone abrufbar ohne Computer. Und es gibt schon Podcaster,<br />
die alte Folgen auf CD oder DVD rausbringen – gegen Euro.<br />
Ich spiele ehrlich gesagt auch mit dem Gedanken, denn Podcasting<br />
kostet Geld, da muss man sich schon überlegen, wie man das<br />
finanziert.
</p>
<p>
<b>Julie:</b> Über dich und deinen Podcast wurde<br />
ja schon eine Menge geschrieben. Wie fühlst du sich dabei,<br />
zu einer regelrecht berühmten Podcaster-Persönlichkeit<br />
geworden zu sein?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Naja, die Podcasting-Szene ist<br />
winzig klein, daher ist das jetzt nicht wirklich „Ruhm“.<br />
Aber es verdutzt mich immer wieder, wenn beispielsweise Leute sich<br />
auf Veranstaltungen nicht trauen, mich anzusprechen, weil sie mich<br />
erkennen. Und sehr kurios ist natürlich, wenn mich auf der<br />
Straße jemand anquatscht – das ist mir zwei Mal passiert<br />
und ich stand dann einfach sprachlos stammelnd da. Kommt nicht oft<br />
vor. Ich muss aber sagen, dass es mir gut tut, hin und wieder Hörer<br />
zu treffen und mit ihnen zu reden, also nicht immer im stillen Kämmerlein<br />
meinen Kram zu machen.
</p>
<p>
<b>DonPasquale:</b> Eine Motivation zum Weitercasten<br />
sind sicher auch die Zuhörer-Reaktionen. Welche Themen riefen<br />
die stärksten Reaktionen, positive wie negative, hervor?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Stärkste Reaktionen gibt es<br />
immer beim Thema Mac gegen Microsoft. Ansonsten kamen sehr positive<br />
Reaktionen jüngst, als ich mit meinem lieben Sidekick Hartmut<br />
eine <a href="http://media.libsyn.com/media/schlaflos/sim421-4.mp3%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangobroschüre</a><br />
vorgelesen habe, deren Deutsch nicht so ganz astrein war. Generell<br />
muss ich aber sagen, dass jede Folge so ungefähr 20-30 Kommentare<br />
bekommt, und manche entspinnen dann neue Threads im Forum. Meine<br />
Hörer sind extrem aktiv und gerade das macht mir Spaß.<br />
Und nicht zuletzt auch hier erkenne ich einige bekannte Namen ;-).
</p>
<p>
<b>libelle:</b> Warum lässt du die Beiträge<br />
eigentlich im Forum kommentieren und nicht per Kommentarfunktion<br />
unter den Einträgen direkt?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Weil es sich gezeigt hat, dass<br />
das ein viel besserer Weg ist! Anonyme Kommentarfunktionen locken<br />
leider oft Trolle an und generell einfach Leute, denen langweilig<br />
ist und die ihre schlechte Laune ablassen möchten. Das schreckt<br />
die „netten“ Hörer irgendwann ab und nervt. Außerdem<br />
soll meine Seite den Inhalt von SiM wiedergeben. Meinen Inhalt.<br />
Im registrierten Forum ist der Austausch netter, man kennt sich,<br />
man freut sich, man bleibt kreativ bei der Sache. Wer SiM hören<br />
will, der geht auf meine Seite. Wer aktiv mitquatschen will, der<br />
geht ins Forum. Ich finde diese Trennung sehr gut.
</p>
<p>
<b>Podcast.killed.the.radio.star: </b>Was denkst du über<br />
Radiosendungen, die sich mit Blogs und Podcasts befassen? Hier in<br />
Berlin gibt es zum Beispiel Trackback, bundesweit das <a href="http://www.blogspiel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogspiel</a>.<br />
Eine sinnvolle Ergänzung?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das Blogspiel höre ich, Trackback<br />
höre ich nicht. Ich finde das schon in Ordnung, aber eher für<br />
den Zweck, dass andere mehr über Podcasts und Blogs erfahren.<br />
Für die Community ist es glaube ich nicht so wichtig. Die informiert<br />
sich anderweitig eh schon.
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Hast du eigentlich damit gerechnet,<br />
mit einer Art Internet-Radio-Show so viel Erfolg zu haben und so<br />
viele Fans zu finden?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> NIEMALS! Das war ja alles nur ein<br />
Test, ich wollte die Technik testen, sehen wie das alles funktioniert.<br />
Ich hab nie damit gerechnet, dass das überhaupt jemand hört!
</p>
<p>
<b>aabbcc:</b> Du produzierst ja auch Podcasts für<br />
Unternehmen. Wie gehst du mit kritischen Stimmen um, denen das zu<br />
kommerziell ist?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Jedem seine Meinung. Allerdings<br />
fällt mir oft auf, dass Nörgler diese Podcasts nie gehört<br />
haben. Ich habe bislang nie reine Werbung gemacht, sondern immer<br />
nur redaktionelle Podcasts, ohne dass mir jemand die Inhalte vorgeschrieben<br />
hat. Ich kann damit sehr gut leben. Nörgler gibt es immer.<br />
Auf die möchte ich lieber keine Energie verschwenden.
</p>
<p>
<b>Kater: </b>Welche Themen würdest du in deinem<br />
Podcast niemals besprechen? Welche kommerziellen Podcast-Angebote<br />
würdest du ablehnen / hast du abgelehnt?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich würde nichts besprechen,<br />
bei dem mir nicht wohl ist. Das sind derzeit beispielsweise meine<br />
Freunde oder Verwandten. Ich will nicht, dass die mir nichts mehr<br />
anvertrauen weil sie denken: Da macht Annik dann einen Gag für<br />
ihren Podcast draus. Oder: Adam Curry hat lang und breit vom Sterben<br />
seiner Mutter erzählt, ich glaube nicht, dass ich so etwas<br />
tun würde. Das ist Typsache. Welche kommerziellen Angebote<br />
ich ablehnen würde? Eigentlich alles, wo mir vorgeschrieben<br />
wird, was ich zu tun habe. Bislang habe ich nur kommerzielle Angebote<br />
angenommen, bei denen ich die redaktionelle Freiheit einer Journalistin<br />
hatte. Das war bei Ikea so und bei Warner Music. Das ist nach wie<br />
vor bei <a href="http://audibleannik.podspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Audible</a> so.<br />
Und so macht es mir dann auch Spaß und das überträgt<br />
sich auf die Hörer und ist ehrlich.
</p>
<p>
<b>Jule: </b>Wo besorgst du dir die Einspielmusik für<br />
deine Sendungen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das ist immer die gleiche &#8211; und<br />
ich kann sie nach 428 Folgen eigentlich nicht mehr hören, aber<br />
sie gehört dazu. Das ist eine amerikanische Band namens „The<br />
Rantings of EVA&quot;, denen ich damals gleich geschrieben hatte,<br />
ob ich ihr Stück „Infrared“ als Intro verwenden<br />
darf.
</p>
<p>
<b>frog: </b>Wie hat sich die Technik zum Podcasten weiterentwickelt?<br />
Kann heute praktisch jeder podcasten?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Jeder, der einen Computer mit Internetzugang<br />
und ein Mikrofon/Headset hat, ja. Die Software ist kostenlos im<br />
Internet erhältlich, es gibt mittlerweile Pakete, wo die ganze<br />
Technik extra für Podcaster geschnürt wurde.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Nochmal zur Qualität vom Podcasten<br />
über Telefon:
</p>
<p>
<b>Ascari: </b>Wie gut ist da die Qualität eigentlich?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Naja, es klingt halt wie über&#8217;s<br />
Telefon. Also man versteht den anderen schon sehr gut, aber es ist<br />
eher dumpf, feinere Nuancen der Stimme kommen da nicht rüber.<br />
Und der Nachteil: Mal eben was einspielen oder was reinschneiden<br />
später geht nicht. Mir war das Zuhören daher oft zu anstrengend.
</p>
<p>
<b>3xschwarzerkater: </b>Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit<br />
mit deinem Sidekick Hartmut zustande, oder die PodVela mit Jens-Uwe?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Also erstmal Hartmut: Das ist ein<br />
Freund von mir, den ich seit 15 Jahren kenne. Wir wollten damals<br />
einen gemeinsamen Podcast machen, da hat er dann aber nicht mitgemacht.<br />
Und jetzt muss er halt als Sidekick herhalten! Jens-Uwe hatte mich<br />
kontaktiert, wir hören gegenseitig unsere Podcasts und hatten<br />
uns gemailt. Er hatte dann die Idee zur PodVela, also zu einem hörbaren<br />
Briefwechsel, und das macht großen Spaß.
</p>
<p>
<b>teichtier: </b>Wer sind deine Vorbilder, was das Podcasten<br />
angeht? Hast du auch fürs „Radiomachen&quot; Vorbilder?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Beim Podcasten habe ich keine Vorbilder.<br />
Ich hab damals nur Adam Curry gehört und gleich täglich<br />
angefangen zu podcasten, das war also ein wenig Vorbild. Aber mein<br />
„Format&quot; waren damals drei bis fünf Minuten, nicht<br />
45 wie bei ihm. Im Radio und was Interviewtechnik angeht auf jeden<br />
Fall Wolfgang Heim und Stefan Siller vom SWR.
</p>
<p>
<b>Fafu: </b>Welches sind die größten Irrtümer<br />
über das Podcasten, denen du so in der Presse oder in den Kommentaren<br />
begegnet bist?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Tja, das übliche: Ein Journalist<br />
meinte mal entschuldigend vor einem Interview: „Tut mir leid,<br />
ich habe deinen Podcast noch nie gehört, weil ich keinen iPod<br />
habe&quot;. Und manche denken, dass man was bezahlen muss, weil<br />
es ja das Wort „abonnieren&quot; in der Podcastwelt gibt.
</p>
<p>
<b>horrit: </b>Sind in der „Podosphäre&quot;<br />
deinem Eindruck nach mehr Frauen erfolgreich als in der Blogosphäre?<br />
Wo könntest du dich denn in „Pod-Charts&quot; einordnen,<br />
wenn es nach Hörern ginge?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Beides schwer zu beantworten! Die<br />
Blogosphäre habe ich nicht im Blick, in der Podosphäre<br />
tummeln sich nach wie vor sehr viele Männer und höchstens<br />
so um die zehn Prozent Frauen, denke ich. In Hörerquoten-Charts<br />
will ich mich gar nicht einordnen, weil ich dieses Quotendenken<br />
aus der Fernseh- und Radiowelt nicht übertragen möchte<br />
auf die Podcastwelt. Ich habe rund 10.000 Hörer pro Folge und<br />
bin sehr zufrieden damit.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Zu der geringen „Frauenquote&quot;:
</p>
<p>
<b>Demian: </b>Woran könnte das liegen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das ist leider ganz normal, denn<br />
insgesamt zeigt sich in Studien immer wieder, dass im Internet generell<br />
viel mehr Männer unterwegs sind als Frauen. Sehr schade!
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Wie könnte man das ändern?<br />
Das Veröffentlichen im Netz für Frauen attraktiver machen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich glaube, das ändert sich<br />
schon langsam aber sicher. Ich merke, dass immer mehr Frauen meinen<br />
Podcast hören und mir schreiben. Die technischen Hürden<br />
werden immer geringer, daher werden Frauen sich öfter mal trauen.<br />
Ich denke eher, dass Frauen sich öfter für soziale Interaktion<br />
entscheiden (= beste Freundin) als für die Cyberwelt.
</p>
<p>
<b>wedekind:</b> Gibt es ein Thema, was du schon lange<br />
bearbeiten willst? Was wäre das?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich mache die Themen, die mich<br />
interessieren eigentlich immer gleich in der nächsten Episode.<br />
Klar würde ich gerne ausgefallenere oder längere Interviews<br />
machen, aber die Vorbereitung kann ich mir nicht „leisten&quot;,<br />
SiM schluckt eh schon zu viel Zeit und ist eine Sucht. Ich würde<br />
gerne über Schlaganfall-Patienten mehr erfahren, bin aber nicht<br />
sicher, ob ich das mit Halbwissen angehen kann.
</p>
<p>
<b>Ascari: </b>Wird es eine Neuauflage deines Podcasting-Buches<br />
geben?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Vom Verlag hab ich diesbezüglich<br />
noch nichts gehört. Aber ich plane selber was in der Richtung,<br />
natürlich was Hörbares. Mal sehen, wie das in meinen Terminkalender<br />
passt!
</p>
<p>
<b>rullermunk: </b>Welche Rolle spielt das iTunes-Portal<br />
deiner Meinung nach für die Podcast-Szene? Gehen kleine Anbieter<br />
da nicht unter?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Wer sind denn kleine Anbieter?<br />
Hmmm. Also bei mir kommen 95 Prozent der Hörer über iTunes.<br />
Also der Abonnenten, muss ich genauer sagen. Der Rest kommt über<br />
meine Seite. Ich finde das Portal wichtig und sehr leicht und intuitiv<br />
zu bedienen, es läuft auf Mac und PC, daher habe ich wenig<br />
auszusetzen. Noch was dazu: iTunes sorgt für eine große<br />
Öffentlichkeit für Podcasts, und das finde ich positiv.<br />
Schlecht finde ich, dass schwer erkennbar ist, welche nun Video-<br />
und welche Audiopodcasts sind. Da könnten sich kleine Anbieter<br />
eine Nische schaffen und eben nur Verzeichnisse für private<br />
oder Videocasts aufmachen.
</p>
<p>
<b>lol-o-rosso: </b>Wie trennst du Podcasten für<br />
Geld (Auftragsarbeiten) und Sachen, die du von alleine machst?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ganz einfach: Ich mache den Audible-Hörletter<br />
(für Geld) einmal im Monat und stelle da zehn Hörbücher<br />
vor, die ich bei Audible rauspicke. Ich mache SiM (ohne Geld) jeden<br />
Montag. Ich finde, da ist die Trennung nicht wirklich schwer.
</p>
<p>
<b>digitalvoice: </b>Welche Fehler sollte man unbedingt<br />
vermeiden, wenn man einen erfolgreichen Podcast machen möchte?<br />
Also, einen, der den Nutzern gefällt?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Man sollte ehrlich sein. Ganz wichtig.<br />
Authentisch. Gut wäre noch eine gewisse Regelmäßigkeit<br />
und eine erträgliche technische Qualität. Und man sollte<br />
was zu sagen haben und Freude am Reden.
</p>
<p>
<b>Bremer: </b>Mal provokanter: Ist podcasten nicht schon<br />
out, weil doch jetzt jeder videocastet? Wie würdest du podcasting<br />
(also nur fürs Ohr produzieren) verteidigen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ist Radio out, seit es Fernsehen<br />
gibt? Ich kann in der Schlange am Supermarkt, am Steuer meines Autos<br />
oder beim Fensterputzen keine Videocasts sehen. Ich kann diese Zeit<br />
aber sehr wohl nutzen, um Podcasts zu hören. Wenn die Augen<br />
beschäftigt sind, sind Podcasts da.
</p>
<p>
<b>DonPasquale:</b> Wann macht Othello/Tiger seinen eigenen<br />
Catcast?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Tiger fand das Mikrofon am Anfang<br />
sehr interessant, mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass<br />
ich im Schrank stehe und rede. Daher glaube ich, ist sein Interesse<br />
an einem eigenen Catcast ziemlich gering. Er beobachtet lieber die<br />
Amseln im Hinterhof. Wenn es einen Amselpodcast gäbe, könnte<br />
ich ihn eventuell wieder dafür begeistern.
</p>
<p>
<b>Natalie: </b>Unter den ganzen Sendungen von „Schlaflos<br />
in München&quot;, die du schon produziert hast &#8211; hast du eine<br />
Lieblings-Story?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Nein, eigentlich nicht. Ich erinnere<br />
mich gerne an die Folge der Anhalterfliegen, weil das einfach eine<br />
blöde Idee von mir war, die ich in SiM weitergesponnen habe.<br />
Von den neuen Folgen bleiben mir die Interviews am meisten in Erinnerung,<br />
beispielsweise mit meinem Hörer Marcus, der auf den Cayman-Inseln<br />
arbeitet.
</p>
<p>
<b>frau_meier:</b> Wie kam die Idee mit „SiM auf<br />
Weltreise&quot; eigentlich zustande?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das hat ein Hörer von mir<br />
angefangen und es ist zu einer Lawine geworden. Er hat mir ein Foto<br />
geschickt von seinem iPod, auf dessen Bildschirm SiM zu sehen war,<br />
und den hat er in die Landschaft gehalten. Ich habe es auf meinem<br />
Blog veröffentlicht, und mittlerweile sind hunderte derartiger<br />
Bilder eingetroffen. Viele Ideen kommen von den Hörern, beispielsweise<br />
auch die Intros zu jeder Folge.
</p>
<p>
<b>reporter: </b>Würdest du gerne mehr Interviews<br />
machen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ja, natürlich! Aber das funktioniert<br />
derzeit ganz gut, ich habe eigentlich jede Woche eine andere Stimme<br />
zu Gast.
</p>
<p>
<b>june: </b>Hat dich bloggen, also in Textform veröffentlichen,<br />
gar nicht gereizt? Was fasziniert dich am gesprochenen Wort?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Sehr gute Frage, das habe ich mich<br />
auch schon oft gefragt. Mich hat Bloggen nie interessiert, obwohl<br />
ich ja eigentlich Print-Journalistin bin. Ich kann es nicht erklären!<br />
Ich bin schon immer ein Audio-Mensch gewesen, habe als Teenager<br />
immer viel Radio gehört und liebe es einfach, weil da die Fantasie<br />
noch selber was zu tun hat.
</p>
<p>
<b>DonPasquale: </b>Als Annik bist du vor allem unterhaltend.<br />
Wo kann man die Journalistin Vassilian am politischsten erleben?<br />
Für welche tages- oder parteipolitischen Themen interessierst<br />
oder engagierst du dich?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich finde nicht, dass ich nur unterhaltend<br />
bin. Ich versuche durchaus, auch zu informieren. Aber das ist ja<br />
kein Widerspruch. Man kann ja auch unterhalten UND informieren.<br />
Ich mache regelmäßig Porträts von interessanten<br />
Menschen oder interviewe Leute. Ob das Blinde sind oder jetzt in<br />
der aktuellen Folge eine Frau, deren Kinder man damals in der DDR<br />
ohne ihr Einverständnis zur Adoption freigegeben hat. Ich glaube<br />
schon, dass man nach SiM mehr weiß als vor SiM. Deswegen mache<br />
ich es ja auch: Weil mich selber manche Dinge interessieren und<br />
ich mich darüber informiere. <br />
Als Journalistin habe ich gelernt, meine politische Meinung für<br />
mich zu behalten. Daher fällt es mir schwer, da aus der Rolle<br />
zu fallen. Gut, ich habe mich mal geäußert, dass ich<br />
Nichtwähler blöd finde. Aber in SiM möchte ich die<br />
Politik lieber nicht stattfinden lassen. Da fühle ich mich<br />
nicht wohl dabei, das sollen andere machen. Ich engagiere mich persönlich<br />
beispielsweise bei Amnesty International gegen die Todesstrafe und<br />
setze mich vor allem für verfolgte und bedrohte Journalisten<br />
ein.
</p>
<p>
<b>wedekind: </b>Wie siehst du die Zukunft der Podcasts<br />
und der jetzt neuen „Neuen Medien&quot;? Wie sieht die nächste<br />
Medienrevolution wohl aus? Wünschst du dir etwas Bestimmtes?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Wenn ich das wüsste, wäre<br />
ich reich. Ich habe keine Ahnung, ich lasse mich überraschen.<br />
Podcasts werden bleiben, das ist sicher. Videocasts auch. Als nächstes<br />
wird im Podcasting wohl der Computer wegfallen, da wird man die<br />
Folgen direkt aufs Handy geladen bekommen und somit immer neuen<br />
Hörstoff haben. Ich wünsche mir nur, dass das gesprochene<br />
Wort weiterhin wichtig bleibt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Noch ein Blick in die Zukunft:
</p>
<p>
<b>Christopher:</b> Kleiner Blick in die Zukunft: Bloggen<br />
oder Podcasten &#8211; was wird länger bleiben? Was hat mehr Potenzial,<br />
die Massen anzusprechen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Alles wird bleiben. Es gibt Zeitungen,<br />
Radio und TV. Es gibt Blogs, Podcasts und Videocasts. Die Menschen<br />
werden sich weiterhin ausdrücken wollen, mit Worten, geschrieben<br />
oder gesprochen, und Bildern.
</p>
<p>
<b>diebsl: </b>Beim Vergleich von Podcasts und Blogs:<br />
Meinst du, hinter den verschiedenen Formaten sitzen entsprechend<br />
unterschiedliche Typen oder ist es einfach Geschmackssache, welches<br />
Format man wählt? Was gefällt dir an Podcasts besser als<br />
an geschriebenen Blogs?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich finde, dass die Stimme eines<br />
Menschen viel über ihn aussagt. Ich höre gerne verschiedene<br />
Stimmen und mache mir so ein Bild des Menschen. Und Podcasts kann<br />
ich nun mal mitnehmen, wenn ich mich auf der Post mal wieder langweile<br />
beim Anstehen. Blogs sind doch noch relativ statisch, man liest<br />
am Bildschirm. Blogs sind natürlich aber auch weniger aufwändig,<br />
was die Technik angeht, da kann man schnell mal aus der Arbeit ein<br />
paar Zeilen schreiben. Daher ist es wohl wirklich Typsache, für<br />
was man sich entscheidet. Man muss seine eigene Stimme mögen<br />
&#8211; und das tun viele nicht! Schade eigentlich.
</p>
<p>
<b>comment:</b> Liest du denn Blogs, auch wenn dich das<br />
Bloggen selbst weniger interessiert? Welche magst du besonders?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich lese sehr wenige Blogs, eigentlich<br />
nur Buzzmachine.com [LINK] und ein paar Podcaster-Blogs aus USA.<br />
*schäm*
</p>
<p>
<b>rzt:</b> Hilft denn eine Sprecherausbildung oder wenigstens<br />
eine Schulung, wenn man Podcasten will?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Braucht man eine Sprechausbildung,<br />
um anderen Menschen auf den Anrufbeantworter zu sprechen? Nein,<br />
im Podcast darf man ruhig einen Dialekt haben oder mal nuscheln,<br />
das ist doch menschlich. Geschliffene gleichklingende Stimmen hören<br />
wir im Radio schon genug.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Hier hat jemand mal ganz genau hingesehen:
</p>
<p>
<b>wachinberlin: </b>Warum haben Sie zwei Apple-Kopfhörer<br />
auf Ihrem Bild im Ohr? 😉
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Äh &#8211; einer rechts, einer links?<br />
Macht man das nicht so?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> 🙂 Ich glaube, es war eher nach Apple<br />
gefragt.
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Hihi, ich glaube auch. Weil ich<br />
einen iPod habe, das ist nach wie vor der Marktführer.
</p>
<p>
<b>greenhorn: </b>Was hältst du von Politiker-Podcasts?<br />
Gibt es einen, den du gut findest oder hörst?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Puh. Angela Merkel tut es, und<br />
ich bin ihr dankbar dafür, weil Podcasting dadurch mal kurz<br />
durch die Presse ging. Mir bringt der Podcast aber nichts. Politiker<br />
müssten im Podcast auch etwas authentischer werden, dann würden<br />
sich das mehr Leute ansehen. Also wirklich mal volksnäher und<br />
nicht geschleckt vor einem Greenscreen mit Bundestag. Gähn.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Ganz ähnlich:
</p>
<p>
<b>littlecat: </b>Glaubst du, Politiker können über<br />
Podcasts persönlicher rüberkommen und so mehr Wähler<br />
gewinnen? Sollten sie sich mehr trauen?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das können sie ja nicht selbst<br />
entscheiden, da stecken noch sooo viele Leute im Hintergrund, die<br />
mitreden. Ich glaube, Politiker könnten das sehr gut nutzen,<br />
um sich direkt an die Wähler zu wenden, ohne „Umweg&quot;<br />
über die Presse. Ist natürlich auch gefährlich, sowas.<br />
Aber mal sehen, ob es im US-Wahlkampf dazu kommt, die Kandidaten<br />
scheinen sehr Internet-affin zu sein.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Gibt es außer den USA noch andere<br />
Vorbilder, an denen sich deutsche Politiker orientieren könnten?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> An normalen Menschen? 😉
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Eine Nachfrage dazu, dass du heute<br />
hier im Chat bist:
</p>
<p>
<b>katze:</b> Was erhoffst du dir von diesem Interview?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das, was ich mir von jedem Interview<br />
erhoffe: Ich mache diese Interviews in meiner Freizeit, um zu missionieren.<br />
Ich hoffe, dass dadurch mehr Leute auf das Podcasting aufmerksam<br />
werden und sich in dieser Szene mal umschauen. Denn bei 65.000 Podcasts<br />
weltweit ist sicher für jeden interessanter Hörstoff dabei.<br />
Ich finde Podcasts sind eine Bereicherung für das eigene Leben,<br />
und davon möchte ich gerne andere Leute (vor allem junge Menschen<br />
und vor allem weibliche Menschen!) überzeugen.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Zwei mal die Frage nach dem Lieblings-Podcast:
</p>
<p>
<b>FAN:</b> Welches sind eigentlich deine liebsten Podcasts?
</p>
<p>
<b>Alfred: </b>Hast du eine Lieblingsstimme unter den<br />
Podcastern (in Deutschland und international)?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Das ist immer sooo schwer zu beantworten!<br />
Ändert sich auch oft! Also: Ich habe rund 80 Podcasts abonniert,<br />
daher ist das schwer zu sagen. Ich liebe den Interviewpodcast „SWR1<br />
Leute“, ich höre sehr gerne die Kinokritiken von Mark<br />
Kermode von der BBC. Aber ich finde auch den MacManiacs-Podcast<br />
aus Österreich gut oder die Couchpotatoes hier aus München.<br />
Und ich sehe gerne den Jungs von „De-Lite Fun Cooking“<br />
beim Kochen zu. Ach, und mein aktueller Video-Liebling ist Ratatouille<br />
von Pixar. Meine Lieblingsstimme international war Scott Fletcher,<br />
aber der podcastet leider nicht mehr. Hier bei uns ist es wohl mein<br />
Nachbar Alex Wunschel, der brummelt wunderbar in seinem „Blick<br />
über den Tellerrand&quot;.
</p>
<p>
<b>sabine: </b>Welche Hörbuch-Stimmen kannst du<br />
denn empfehlen? Sowohl Frauen als auch Männer?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Ich selber mag so viele Stimmen,<br />
Heikko Deutschmann, Christian Brückner, Dietmar Bär, Charles<br />
Brauer. Bei den Frauen&#8230;hmmm, da gibt es ja blöderweise weniger<br />
Stimmen im Hörbuchmarkt. Ich höre sie fast alle gern,<br />
die Thalbachs beispielsweise oder Andrea Sawatzky.
</p>
<p>
<b>kira: </b>Hat dich dieser Chat zu einem neuen Beitrag<br />
inspiriert ;-)?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Kann gut sein, weil ich mich gerade<br />
wundere, wie viel man in einer Stunde tippen kann!
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Du hast ja schon mal eine Pause von<br />
SiM gemacht. Was glaubst du, wie lange bleibst du noch dabei?
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Solange es mir Spaß macht<br />
und mich noch jemand hört. Und solange es die Zeit zulässt.<br />
Wenn ich in nächster Zeit unerwartet Mutter von Fünflingen<br />
werde, muss ich wohl kürzer treten, was das Podcasting angeht.<br />
😉
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Aber darüber ließe sich<br />
bestimmt auch eine Sendung produzieren 🙂
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Selbstverständlich!
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> 60 Minuten Blogsprechstunde sind mal<br />
wieder rum. Danke an alle Mit-Chatter für die vielen Fragen<br />
und natürlich danke an Annik für die Antworten. Das Transkript<br />
dieses Chats finden Sie in Kürze auf den Seiten von politik-digital.de<br />
und den Blogpiloten. Das Schlusswort für heute hat unser Gast:
</p>
<p>
<b>Annik Rubens: </b> Bleibt schlaflos und hört<br />
mal rein in die Podcastwelt! Hat Spaß gemacht, vielen Dank!
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Nächste Woche, am 7. August,<br />
dreht sich hier alles um Fußball, schließlich sind es<br />
dann nur noch drei Tage bis zum Saisonstart der Bundesliga. Zu Gast<br />
haben wir daher einen Experten vom Blog des Fußball-Magazins<br />
„11 Freunde&quot;, Jens Kirschneck. Fragen können Sie<br />
bereits <a href="http://www.talksalon.de/index.php?cid=56&amp;id=poldi%20">hier</a><br />
stellen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/mich-hat-bloggen-nie-interessiert-2349/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Reaktionen auf das CNN-YouTube-Duell der US-Demokraten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/reaktionen-auf-das-cnn-youtube-duell-der-us-demokraten-2336/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/reaktionen-auf-das-cnn-youtube-duell-der-us-demokraten-2336/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jul 2007 10:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[CNN]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Webvideo]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/reaktionen-auf-das-cnn-youtube-duell-der-us-demokraten-2336/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Erstmals konnten Internetnutzer die US-Präsidentschaftskandidaten per Online-Video in einer Fernsehshow befragen.
Die Demokraten Hillary Clinton, John Edwards, Barak Obama und ihre fünf Kontrahenten stellten sich am 23. Juli 2007 auf dem US-Fernsehsender CNN vierzig Fragen aus dem Volk. Diese hatte die Redaktion des US-Senders CNN aus etwa 2000 Videoanfragen (Reuters) ausgewählt, die auf dem Online-Videoportal YouTube <a href="http://www.youtube.com/debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eingingen</a>.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Erstmals konnten Internetnutzer die US-Präsidentschaftskandidaten per Online-Video in einer Fernsehshow befragen.<br />
Die Demokraten Hillary Clinton, John Edwards, Barak Obama und ihre fünf Kontrahenten stellten sich am 23. Juli 2007 auf dem US-Fernsehsender CNN vierzig Fragen aus dem Volk. Diese hatte die Redaktion des US-Senders CNN aus etwa 2000 Videoanfragen (Reuters) ausgewählt, die auf dem Online-Videoportal YouTube <a href="http://www.youtube.com/debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eingingen</a>.<br />
<!--break-->
</p>
<p>
Die deutschen Medien reagierten unterschiedlich auf die Gemeinschaftsaktion von CNN und der Online-Plattform: <a href="http://www.welt.de/politik/article1050215/Ein_Duell_mit_annaehernd_gleichen_Waffen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Welt-Online </a>bezeichnete es als &quot;gute Idee&quot;, Wähler gegen Kandidaten nahezu auf Augenhöhe zu bringen. Jedoch ärgert sich der Autor über die CNN-Moderation, die jede aufkeimende Debatte unter den Kandidaten erstickt habe.
</p>
<p>
Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt4m3/ausland/artikel/960/124777/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche Zeitung</a> kritisiert hingegen weniger die Moderation als das Format: Es sei zwar &quot;etwas  Neues&quot; gewesen, die Fragen per Video blieben jedoch unverbindlich, bemängelt Bernd Oswald.<br />
<object height="350" width="425"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-0BPnnvI47Q"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-0BPnnvI47Q" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="350" width="425"></embed></object><br />
Gabor Steingart betont auf <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,496131,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a>, dass Fernsehduelle vor allem ein Werbeinstrument für die Kandidaten seien – in diesem Fall für Hillary Clinton und weniger &quot;für die sieben Zwerge&quot;.
</p>
<p>
Auf die Rolle des Mediums Internet geht er nicht ein.<br />
Kritisch beleuchtet <a href="http://futurezone.orf.at/it/stories/209691/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">futurezone.orf</a> den neuen Ansatz: Der Wiener Medienpsychologe Peter Vitouch sieht bei den Fragen per Webvideo die Gefahr, Politik &quot;ins Lächerliche&quot; zu ziehen. Einen Demokratisierungsschub erkenne er aufgrund der gezielten Auswahl der Fragen nicht, dafür aber eine &quot;Tendenz zur Freak-Show&quot;.
</p>
<p>
Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/International-US-Wahlkampf-You-Tube;art123,2345165" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesspiegel</a> zitiert nur Positionen zu der Sendung: Ein Wähler, der seine Frage per Webvideo gesendet hatte, befand: &quot;Es war im Großen und Ganzen schon unterhaltsam. Aber war es auch informativer?&quot;. CNN sprach dagegen von einer &quot;historischen&quot; Debatte und der frühere Präsidentenberater David Gergen sah in dem Format einen &quot;klaren Gewinner&quot;.
</p>
<p>
Auch in den deutschen Blogs gab es unterschiedliche Reaktionen: Der <a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/07/cnn-youtube-deb.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PR-Blogger</a> Klaus Eck sieht den Erfolg für das  Internet vor allem darin, &quot;dass die Präsidentschaftskandidaten sich auf die CNN-YouTube-Debatte eingelassen haben.&quot; Doch auch er räumt ein, dass bei der Aktion Entertainment vor Information stand. <a href="http://de.theinquirer.net/2007/07/24/youtube_und_cnn_versprechen_de.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Inquirer</a> beklagt, dass die Kandidaten auch in dem neuen Format &quot;mit ihren ausweichenden bis nichts sagenden Sprüchen durch[kamen] wie immer&quot;. <a href="/metablocker/archives/1428-Do-Your-Own-Debate.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Bieber</a> spricht auf seinem Blog <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2007/07/24/do-your-own-debate/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet und Politik</a> von einem Trend, den er Open Source Campaigning nennt: Kandidaten und (Massen-)Medien sind nicht mehr allein auf dem campaign trail&quot;, schreibt er.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bürger-Reporter in Taiwan berichten auf peopo.org</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 15:16:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[citizen journalism]]></category>
		<category><![CDATA[peopo.org]]></category>
		<category><![CDATA[Taiwan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Auf <a href="http://www.peopo.org/portal.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">peopo.org</a> können Taiwanesen seit April 2007 ihr selbst gedrehtes Filmmaterial veröffentlichen - ohne journalistische Ausbildung oder perfektes Mandarin, wie es das regionale Fernsehen fordert. Über 700 so genannte „citizen journalists“ (Bürgerjournalisten) haben dort bisher mehr als 2 200 <a href="http://www.peopo.org/portal.php?op=viewList&#38;tagId=441&#38;ob=n&#38;page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokumentationen</a> online gestellt, die neben Urlaubsaufnahmen auch sensible und vernachlässigte Themen in das Blickfeld rücken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Auf <a href="http://www.peopo.org/portal.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">peopo.org</a> können Taiwanesen seit April 2007 ihr selbst gedrehtes Filmmaterial veröffentlichen &#8211; ohne journalistische Ausbildung oder perfektes Mandarin, wie es das regionale Fernsehen fordert. Über 700 so genannte „citizen journalists“ (Bürgerjournalisten) haben dort bisher mehr als 2 200 <a href="http://www.peopo.org/portal.php?op=viewList&amp;tagId=441&amp;ob=n&amp;page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokumentationen</a> online gestellt, die neben Urlaubsaufnahmen auch sensible und vernachlässigte Themen in das Blickfeld rücken.<!--break--> Wie die <a href="http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2007/07/23/2003370870" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Taipei Times</a> berichtet, gibt es Beiträge zu Integrationsbemühungen ausländischer Frauen, Artenschutz und Ackerlandverschmutzung oder Kriegserzählungen von Zeitzeugen.<br />
Vor der Veröffentlichung ihrer Aufnahmen müssen die Bürgerjournalisten einen Antrag beim taiwanesischen Rundfunk stellen.
</p>
<p>
Der <a href="http://www.tbs.org.tw/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiator</a> des Online-Nachrichtenportals will so die Qualität der Beiträge sichern und peopo.org von ähnlichen Angeboten abheben. Vor dem Hintergrund, dass peopo.org vom taiwanesischen Radio und Fernsehen gestartet wurde, grenzt  folgender Kommentar eines Nutzers an Ironie: „The experience made me realize that Taiwan is not as bad as it seems on TV&quot;.<br />
Hier ein Beispielvideo:<br />
<object height="350" width="400"><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="quality" value="high"></param><param value="http://media.peopo.org/Player_PTV.swf?v=93a248e2" name="movie"></param><embed src="http://media.peopo.org/Player_PTV.swf?v=93a248e2" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" quality="high" height="350" width="400"></embed></object><br />
<a href="http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2007/07/23/2003370870" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
Via</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Die Türkei sollte in die Europäische Union&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-tuerkei-sollte-in-die-europaeische-union-2354/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-tuerkei-sollte-in-die-europaeische-union-2354/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 23. Juli 2007 war Ulrich Pick, ARD-Korrespondent in Istanbul, im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die künftige Außenpolitik der Türkei
unter dem wiedergewählten Premier Erdogan und darüber, dass eine demokratische Türkei die Brücke zwischen Orient und Okzident sein könne.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23. Juli 2007 war Ulrich Pick, ARD-Korrespondent in Istanbul, im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die künftige Außenpolitik der Türkei<br />
unter dem wiedergewählten Premier Erdogan und darüber, dass eine demokratische Türkei die Brücke zwischen Orient und Okzident sein könne.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Herzlich Willkommen im tagesschau-Chat! Einen Tag nach der Parlamentswahl in der Türkei ist unser Chat-Gast heute ARD-Korrespondent Ulrich Pick. Er chattet aus Istanbul, einen schönen guten Tag dorthin und herzlichen Dank, dass Sie heute zwischen der aktuellen Berichterstattung Zeit für den tagesschau-Chat eingeplant haben. Die erste Frage:
</p>
<p>
<b>Martin36: </b>Merhaba nach Istanbul! Herr Pick, man<br />
liest bei uns immer von der „islamisch ausgerichteten“<br />
AKP von Recep Erdogan. Was soll man sich darunter vorstellen? Wo<br />
liegen die Unterschiede zu den Parteien atatürkscher Prägung?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/salon/photos/upick230x.jpg" alt="Ulrich Pick" height="292" width="230" /><br />
<i>Ulrich Pick</i><br />
<i>ARD-Korrespondent in Istanbul</i>
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Unter islamisch ausgerichtet versteht<br />
man &#8211; quasi in Parallele zur christlichen Ausrichtung der C-Parteien<br />
in Deutschland &#8211; einen politischen Impuls aus der Religion. Wobei<br />
die AKP keine Sharia einführen möchte, sondern eher religiös-soziale<br />
Aspekte in den Vordergrund stellt. Zudem will sie das enge Korsett<br />
der atatürkschen Vorgaben ausweichen. Das heißt konkret:<br />
die Religion, die Atatürk quasi aus dem Alltag gestrichen hatte,<br />
ein wenig aufwerten. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass es gerade<br />
die islamisch-konservative AKP es ist, die die Rechte der nicht-christlichen<br />
Minderheiten stärken will.
</p>
<p>
<b>döner:</b> Ich denke, dass der Sieg der AKP im<br />
Wesentlichen auf dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung nach<br />
Stabilität, Kontinuität und Fortschritt resultiert. Die<br />
Konkurrenten sind sich einfach zu uneinig; sie sind in alten Kadern<br />
verflochten und stehen mit Filz und Korruption in Verbindung. Die<br />
AKP ist gegebenenfalls intellektuell unterbelichtet, aber jedenfalls<br />
pragmatisch und absolut am Ball.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Teilen Sie diese Einschätzung?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> In der Tat, die AKP scheint die einzige<br />
Partei zu sein, die wirklich gut aufgestellt ist, was für eine<br />
gut laufende Demokratie eigentlich bedauerlich ist. Und so muss<br />
man sagen, dass die Türkei eigentlich darunter leidet, dass<br />
sie keine Opposition hat. Was Filz und Korruption betrifft, so findet<br />
man sie in allen Parteien &#8211; also auch in der AKP &#8211; dort aber am<br />
wenigsten.
</p>
<p>
<b>cumali uyan:</b> Wir als Ausländer in Deutschland<br />
betrachten diesen Wahlsieg, auch wenn die AKP religiös-konservativ<br />
angesehen sein mag, als Sieg des Volkes gegenüber des ultra-nationalistisch<br />
geprägten Militärs. Sehen Sie das auch so?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Ich teile ihre Meinung, weil ich<br />
den Eindruck habe, dass zahlreiche Menschen, die eigentlich keine<br />
AKP-Stammwähler sind (also religiös orientiert) sich kräftig<br />
geärgert haben über die Putschandrohung der Militärs<br />
gegenüber der Kandidatur von Außenminister Gül als<br />
Staatspräsident. So gesehen war die Wahl meines Erachtens eine<br />
Gegen-Intervention des Volkes mit Blick auf die „Mitternachtserklärung“<br />
der Militärs am 27. April.
</p>
<p>
<b>Guenther:</b> Mich würde interessieren, wie Sie<br />
heute, einen Tag nach der Wahl, die Stimmung im Lande charakterisieren<br />
würden. Denken Sie die Lage hat sich nun mit dem eindeutigen<br />
Votum entspannt, oder sehen sie durchaus noch Gefahr im Sinne einer<br />
Einmischung des Militärs?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Ich denke, dass gerade die kemalistischen<br />
Kräfte (CHP, Militärs &#8230; also das alte Establishment)<br />
erst noch am Verdauen sind. Wir müssen aber abwarten, wie die<br />
jetzt anstehende Wahl zum neuen Staatspräsidenten (also die<br />
Wiederholung) ausgehen wird. Wenn Erdogan und seine Bewegung klug<br />
sind, wird man einen Kompromisskandidaten aufstellen. Damit kann<br />
man diese Klippe umschiffen, hält das Militär ruhig und<br />
hat dann freie Fahrt für den Rest der eigenen politischen Agenda.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal nachgefragt:
</p>
<p>
<b>rullermunk2:</b> Was meinen Sie, wie die Generäle<br />
bzw. das Militär reagieren, wenn Gül erneut als Präsidentschaftskandidat<br />
ins Rennen geschickt wird?
</p>
<p>
<b>Beni: </b>Ist eine erneute Kandidatur Außenminister<br />
Güls zu erwarten?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Ich denke, dass Gül nicht wieder<br />
antreten wird. Zwar hat Erdogan letzte Woche gesagt, dass er weiterhin<br />
DER Kandidat der AKP sein wird. Aber wie gesagt, er wäre klug<br />
beraten, einen Kompromisskandidaten zu finden, zumal die AKP ihn<br />
nicht alleine wählen kann. Die AKP hat 342 Sitze im Parlament.<br />
Der neue Kandidat braucht 367. Somit braucht Erdogan Unterstützung
</p>
<p>
<b>Leon-Ist: </b>Was hat das Militär eigentlich<br />
gegen einen Staatspräsidenten Gül?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Das ist mit guten Argumenten schwer<br />
zu erklären. Es ist als Erstes seine Vergangenheit. Gül<br />
war auch mal Islamist wie Erdogan. Und zum Zweiten trägt seine<br />
Gattin den &quot;Türban &quot;, also das eng gebundene Kopftuch.<br />
Und das ist ein (im Wortspiel!!!) rotes Tuch für die Generäle,<br />
weil sie darin den religiösen Verrat an der atatürkischen<br />
Kulturrevolution wittern. Allerdings liegen sie damit nicht auf<br />
der Welle des Volkes. Gül ist zurzeit der beliebteste Politiker<br />
im Land.
</p>
<p>
<b>Martin36:</b> Woher kommt eigentlich die starke Stellung<br />
des Militärs in der Türkei?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Beim Aufbau der Republik Türkei<br />
wurde das Militär von Atatürk als die stabilisierende<br />
Macht schlechthin installiert. Immerhin war Atatürk selbst<br />
ein Berufssoldat. Aber wir sollten nicht vergessen, dass das Militär<br />
viermal geputscht hat (1960, 71, 80, 97). Und die Türkei einen<br />
großen Schritt in Richtung Demokratie gemacht hat.
</p>
<p>
<b>der kleine prinz: </b>Sehen Sie die Gefahr eines Militärputsches?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Nein! Sollte jetzt das Militär<br />
&#8211; wie auch immer &#8211; einen Putschversuch vornehmen, wäre dies<br />
ein Putsch gegen das eigene Volk, das gestern sehr souverän<br />
abstimmt hat. Und somit der Anfang vom Ende seines Einflusses.
</p>
<p>
<b>Martin36:</b> War es in der türkischen Vergangenheit<br />
wirklich so, dass die Religion, der Islam, aus dem öffentliche<br />
Leben (zumindest dem „staatlich geordneten“) herausgehalten<br />
wurde? Wenn ja: Wird sich daran mittelfristig etwas ändern?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Immer wieder wird das Modell der<br />
Türkei laizistisch genannt, dem ist aber nicht so. Ein richtiger<br />
Laizismus ist eine Trennung von Religion und Staat wie in Frankreich.<br />
In der Türkei war die Religion stets dem Staat untergeordnet.<br />
Das erkennen sie daran, dass 95 Prozent aller islamischen Vorbeter<br />
staatliche Beamte sind. Unter Atatürk &#8211; und das betrifft nochmals<br />
ihre Frage &#8211; wurden zahlreiche Moscheen geschlossen, die religiösen<br />
Schulen (Medresen) auch und offiziell die Sufi-Bruderschaften verboten.<br />
Diese Sicht von Religion wirkt bei vielen Kemalisten noch nach bis<br />
heute, allerdings nicht bei der Mehrheit, wie das Wahlergebnis zeigt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zu den unabhängigen Kandidaten,<br />
die ins Parlament gewählt wurden:
</p>
<p>
<b>Guenther27: </b>Welchen Einfluss, Herr Pick, können<br />
Ihrer Meinung nach die der DTP angehörenden kurdischen Unabhängigen<br />
im neuen Parlament ausüben?
</p>
<p>
<b>gezer:</b> Was ist mit dem kurdischen Abgeordneten,<br />
werden sie wieder verhaftet, wie es in der Vergangenheit geschehen<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Hier müssen wir wirklich abwarten.<br />
Sollten sich die Kurden nicht provokativ zeigen (leider liegt die<br />
Schmerzgrenze hier oft sehr niedrig) könnten sie eine Bereicherung<br />
sein. Der bei den ersten Hochrechnungen angenommene Fall, sie könnten<br />
Zünglein an der Waage spielen, wenn es um die Zwei-Drittel-Mehrheit<br />
geht, ist nicht eingetreten.
</p>
<p>
<b>torres: </b>Welche Partei wurde denn von der jüngeren<br />
Generation, also den Erstwählern, am stärksten gewählt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Darüber gibt es noch keine genauen<br />
Analysen.
</p>
<p>
<b>neco: </b>Vor den Wahlen wurden in den türkischen<br />
Medien immer wieder unzufriedene Menschen gezeigt. Die Cumhuriyet-Versammlungen,<br />
das Wiedererstarken der Nationalisten, die hohe Arbeitslosigkeit<br />
vor allem bei der jungen Bevölkerung; das alles waren Anzeichen<br />
für eine Schwächung der AKP. Ist aus diesem Hintergrund<br />
die Wahl als paradox zu bezeichnen, oder wurde der Puls der Bevölkerung<br />
falsch dargestellt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Wenn sie die Massendemos in Ankara,<br />
Istanbul und anderswo meinen, muss man schon genau hingucken. Diese<br />
Demos waren beeindruckend groß, aber die Gruppen waren sehr,<br />
sehr unterschiedlich. Man konnte Gewerkschafter finden, engagierte<br />
Frauenverbände, aber auch EU-Gegner und Anti-USA-Demonstranten.<br />
So gesehen waren sich diese Mengen nur einig in dem, was sie NICHT<br />
wollten, nämlich die AKP &#8211; nicht aber in dem, was sie wollten.<br />
Mit anderen Worten: Hier war begründeter Protest, aber kein<br />
klarer, positiv geformter politischer Wille zu sehen, der das Land<br />
vorwärts bringt.
</p>
<p>
<b>mischa: </b>Inwieweit hat sich die AKP personell und<br />
inhaltlich verändert? Kann man sagen, dass es mehr moderate<br />
Kräfte dort gibt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Das ist selbst für einen Korrespondenten<br />
sehr schwierig zu sagen. Klar ist, dass Erdogan den so genannten<br />
„Milli-Görüs-Flügel“ der Islamisten gestutzt<br />
hat. Das hat die Partei in Richtung Mitte gebracht. Auch sind Gül<br />
und Erdogan durchaus als relativ liberal zu bezeichnen. Aber es<br />
gibt leider auch immer wieder Meldungen von der so genannten Basis,<br />
die doch sehr streng religiös klingen. Wahrscheinlich wird<br />
sich die Partei weiter wandeln. Hoffentlich hin zu mehr Liberalität.
</p>
<p>
<b>Martin36: </b>Auf die Frage von mischa: Kann man sagen,<br />
dass sich Erdogans politische Ausrichtung geändert hat oder<br />
ist sie nur Fassade?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Wir wissen alle, das Erdogan ein<br />
strenger Islamist war. Wir haben auch entsprechende Reden bei uns<br />
im ARD-Archiv. Aber wenn Erdogan wirklich einen Gottesstaat gewollt<br />
hätte, dann hätte er schon die Möglichkeit gehabt,<br />
an einigen Stellen strengere Regeln einzuführen. Meine Meinung<br />
ist: Ich nehme Erdogan seinen bekundeten Wandel ab (wir hatten in<br />
Deutschland auch einen Außenminister, der früher Polizisten<br />
verprügelt hat). Allerdings bin ich sehr sensibel bei der Beobachtung.<br />
Allerdings halte ich das Experiment eines demokratischen politischen<br />
Islams für hochinteressant.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu den Minderheiten:
</p>
<p>
<b>Beni: </b>Betreff der Stärkung der nicht-christlichen<br />
Minderheiten: Tatsache ist aber doch, dass sowohl die Minderheitenrechte<br />
von muslimischen Minoritäten als auch der nicht-muslimischen<br />
Minoritäten faktisch weiter diskriminiert werden, trotz der<br />
Reformen im Zuge des nationalen Programms zur Anpassung an den Acquis<br />
(der gemeinsame Rechtsrahmen der Europäische Union, Anm. der<br />
Redaktion), oder nicht?
</p>
<p>
<b>horst95:</b> Wie sieht es eigentlich mit der Positionierung<br />
der AKP zu den Attentaten an Dink und an den weiteren Christen aus?<br />
Waren das AKP-nahe Attentäter oder kamen sie wie auch häufig<br />
behauptet aus dem Lager der MHP?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Es stimmt, dass die Erdogan-Regierung<br />
bislang nicht eingelöst hat, dass sie die Rechte der Christen<br />
und Alleviten verbessern wollte. Somit ist es jetzt höchste<br />
Zeit dafür. Zum Mord an Hrant Dink hat sich leider keine Partei<br />
solidarisch geäußert. Was die Morde an Christen in Malatya<br />
betrifft, gab es nur einen Politiker, der sich bei der deutschen<br />
Botschaft entschuldigt hat: der Minderheitenbeauftragte (so etwas<br />
gibt es!) der AKP.
</p>
<p>
<b>tzalk:</b> Die Wahl wurde oft (auch bei tagesschau.de)<br />
islamisch-konservativ gegen säkular-laizistisch genannt. Könnte<br />
man zutreffender pro-europäisch und nationalistisch oder wirtschaftliberal<br />
und staatsdirigistisch sagen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Das kann man so sagen. Sie markieren<br />
damit die klaren Trennungslinien. Allerdings fahren wir in Europa<br />
ja so wahnsinnig auf das Stichwort „Islam“ ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Von den vielen Fragen zur EU mal drei:
</p>
<p>
<b>tatatata:</b> Was für einen Einfluss hat der<br />
Wahlausgang auf die Orientierung der Türkei in Richtung Europa?
</p>
<p>
<b>Caius:</b> Welchen Einfluss auf die Verbindung zu<br />
EU hat Erdogans Sieg?
</p>
<p>
<b>JuliNie: </b>Wird sich der aktuelle Wahlausgang auf<br />
das Verhältnis Türkei-EU einen Einfluss haben? Wird das<br />
Verhältnis nicht verkompliziert?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Das ist ein weites Feld. Meines Erachtens<br />
dürfte die Fahrt der Türkei in Richtung Brüssel jetzt<br />
wieder an Fahrt gewinnen. Der Wahlsieg dürfte hierbei Erdogan<br />
mehr Spielraum geben. Das ist hochinteressant bei der Zypernfrage,<br />
denn hier wäre Erdogan in der Vergangenheit gerne weiter gegangen<br />
als das Militär. Er hat aber aus „patriotischer Solidarität“<br />
den harten Vorstellungen der Militärs die Stange gehalten.<br />
Das könnte sich jetzt ändern, denn sein Spielraum ist<br />
ja durch seinen Sieg gewachsen. Was aber auch noch wichtig ist:<br />
Die Türken (die ja nicht europafeindlicher sind als vor 3 Jahren)<br />
wollten von der EU, dass sie die Republik am Bosporus nicht mit<br />
zweierlei Maß misst. Darunter leidet man hier sehr.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zu Erdogan und Zypern:
</p>
<p>
<b>SWISS: </b>Auch im Hinblick auf die Zypern-Problematik?<br />
Das Volk hat die AKP-Politik mit dieser Wahlentscheidung gestärkt,<br />
das heißt, keine Zugeständnisse, bevor nicht die EU die<br />
Isolation des Nordens der Insel aufhebt!
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Das ist die offizielle Version. Wie<br />
gesagt: Erdogan dürfte sich mit dem Wahlsieg flexibler zeigen.<br />
Aber auch die EU hat ihre Versprechen an Nordzypern noch nicht eingelöst.
</p>
<p>
<b>bahabln:</b> Zur Zypernfrage: Hat Erdogan, wie Sie<br />
schreiben aus „patriotischer Solidarität“ sich<br />
zurückgehalten, oder doch eher, weil auch er über die<br />
nicht eingehaltenen Zusagen der EU verärgert war; wie zum Beispiel<br />
kein alleiniger EU-Beitritt von Südzypern, wenn dem Annan-Plan<br />
nicht zugestimmt wird (Südzypern stimmte dem Plan nicht zu),<br />
oder die schrittweise Aufhebung der Isolierung von Nordzypern?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Ich denke, das war eine Mischung<br />
aus unterschiedlichen Gründen. So wie Sie schreiben. Generell<br />
aber gilt: Erdogan und Talat (Nordzypern) sind zu mehr bereit als<br />
die Kemalisten. Und die haben jetzt noch mehr an Einfluss verloren.
</p>
<p>
<b>astore1: </b>Wie groß ist in Ihren Augen die<br />
Chance, dass die jetzt im Parlament vertretenen Kurden mit ihrer<br />
Fraktion die Politik für den Südosten der Türkei<br />
beeinflussen können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Das ist zur Stunde noch nicht auszumachen.<br />
Sie sind in einer interessanten Position, dürften aber mit<br />
Argusaugen begutachtet werden. Also abwarten!
</p>
<p>
<b>Rotor: </b>Was bedeutet es, dass die Kurden im Parlament<br />
jetzt eine eigene Fraktion bilden können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Auch das ist noch nicht konkret zu<br />
sagen. Aber emotional dürfte dies wohltuend für zahlreiche<br />
Kurden sein. Sie haben sich zu oft ausgegrenzt gefühlt &#8211; bislang.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zwei Kommentare von:
</p>
<p>
<b>melex: </b>Stellen Sie sich einmal vor, die Türken<br />
würden in Deutschland eine Fraktion bilden können. Ich<br />
denke, dass bedeutet es!
</p>
<p>
<b>bahabln:</b> Man sollte betonen, dass auch früher<br />
schon immer Kurden als Abgeordnete im Parlament waren. Es wird der<br />
Eindruck erweckt, dass dies ein Phänomen neuerer Zeit wäre!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und eine Frage von:
</p>
<p>
<b>SWISS: </b>zu astore1: Gerade im Hinblick, dass die<br />
DTP als politischer Ableger der PKK betrachtet wird und sich bis<br />
dato nicht von der PKK distanziert hat? Schürt das nicht neue<br />
Konflikte?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Es stimmt, dass ethnische Kurden<br />
stets im Parlament waren, zumindest seitdem man öffentlich<br />
von Kurden reden darf (1991). Aber dezidiert prokurdische Abgeordnete<br />
gibt es als Parteienformation seit Anfang der 90er nicht mehr. Leider<br />
stimmt es, dass die DTP ein zwielichtiges Verhalten zeigt. Einerseits<br />
betont sie lange nötige Minderheitenrechte, andererseits fehlt<br />
die klare Distanzierung zur PKK.
</p>
<p>
<b>athena:</b> Das Aufeinandertreffen der Ultranationalen<br />
und der Kurden dürfte im Parlament Gegenstand einer hitzigen<br />
Debatte werden. Wird sich Erdogan als Vermittler der beiden sehen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Keine Ahnung. Ich bin mal gespannt.
</p>
<p>
<b>mischa:</b> Noch mal zur Kurdenfrage: Wird sich das<br />
Militär mit einem Einmarsch in den Nordirak durchsetzten? Was<br />
für Folgen hätte das für die Region?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick:</b> Die AKP-Mehrheitsfraktion hat ihre<br />
Zustimmung für dieses riskante Unterfangen in den letzten Wochen<br />
versagt. Und so dürfte und sollte es hoffentlich auch in Zukunft<br />
sein.
</p>
<p>
<b>Martin36:</b> In fast allen Meldungen der deutschen<br />
Medien (nicht nur in „populistischen“, auch z.B. bei<br />
ARD und ZDF) meint man immer einen skeptischen, kritischen Unterton<br />
gegenüber der AKP und Erdogan heraus zu hören? Woher kommt<br />
diese „Angst“? Können Sie als Insider sich die<br />
erklären?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Leider haben wir zu wenig Ahnung<br />
vom Islam. Daraus hat sich eine große und zum Teil unbegründete<br />
Islam-Skepsis entwickelt, teilweise sogar eine Islamophobie. Das<br />
finde ich sehr bedauerlich. Gerade die Erdogan-Regierung könnte<br />
zeigen (wenn sie ihren Worten treu bleibt), dass die Türkei<br />
eine Brücke zwischen Orient und Okzident sein kann. Nicht mit<br />
Angst, aus der Skepsis und Ablehnung wächst.
</p>
<p>
<b>klaus schmidt: </b>Ist überhaupt eine Integration<br />
einer islamisch ausgerichteten Türkei in ein christliches Europa<br />
denkbar, oder hat sich die Türkei mit der Wahl selbst diesen<br />
Eintritt auf absehbare Zeit unmöglich gemacht?
</p>
<p>
<b>Ulrich Pick: </b>Dafür sollte die EU endlich<br />
einmal sich selbst beantworten, was sie eigentlich ist. Eine Wirtschaftsgemeinschaft,<br />
ein rein geografisches Gebilde, ein Christenclub &#8211; das alles ist<br />
offen. Wenn sie meine Meinung wissen wollen: Ich halte es angesichts<br />
der prekären Weltlage und der Spannungen mit islamistischen<br />
Strömungen für Europa und die Integration von Muslimen<br />
für wichtig, dass &#8211; wenn das Experiment Erdogan klappt &#8211; die<br />
Türkei in die EU sollte. Das zeigte, dass nicht die Religion<br />
das Verbindende ist, sondern gemeinsame Menschenrechte und Demokratieverständnis.<br />
Allerdings hat die Türkei auf ihrem Weg in die (wie auch immer<br />
geartete EU) noch einen steinigen Weg vor sich. Erdogan wird, wenn<br />
er es ernst meint, keine Langeweile bekommen.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das war´s, unser tagesschau-Chat<br />
ist vorbei. Herzlichen Dank nach Istanbul an Herrn Pick, dass Sie<br />
sich Zeit genommen haben! Herzlichen Dank an alle User für<br />
Ihr Interesse! Das Protokoll gibt es wie gewohnt in Kürze auf<br />
den Seiten der Veranstalter www.tagesschau.de und www.politik-digital.de<br />
zu finden. Das tagesschau.de-team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Franzosen wollten im Wahlkampf mitreden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Plehwe]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Voigt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, den 23. Juli, beantworteten Kerstin Plehwe, Vorsitzende der Initiative ProDialog, und der Politikberater Mario Voigt von Blueberry Consulting im ProDialog-Chat Fragen der User zum Dialog mit den Wählern im Französischen Präsidentschaftswahlkampf.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, den 23. Juli, beantworteten Kerstin Plehwe, Vorsitzende der Initiative ProDialog, und der Politikberater Mario Voigt von Blueberry Consulting im ProDialog-Chat Fragen der User zum Dialog mit den Wählern im Französischen Präsidentschaftswahlkampf.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum ProDialog-Chat! Thema ist am heutigen Montag das politische Marketing am Beispiel des Frankreichwahlkampfes unter anderem mit Blogs, Communities und Co. Zu Gast im Chat sind die Kommunikationsexpertin Kerstin Plehwe, Vorsitzende der Initiative ProDialog, und der Politikberater Mario Voigt von Blueberry Consulting Frau Plehwe, Herr Voigt, sind Sie bereit?<img decoding="async" src="/salon/photos/kplehweuvoigttest.jpg" alt="Mario Voigt und Kerstin Plehwe" align="right" height="113" width="151" />
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Ja, mit Freude.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier die erste Frage:
</p>
<p>
<b>go_figure:</b> Warum immer wieder der Hype ums Internet? Sarkozy gewann wegen der besseren Strategie und klareren Botschaft, oder?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Technik und Botschaften gehen Hand in Hand. Richtig ist, dass Sarkozy erfolgreich über Themen wir Integration und Einwanderung emotionalisiert hat. Gleichzeitig hat er es geschickt verstanden, den modernen Internetwahlkampf in das enge Dach französischer Wahlkampfregulierung einzubinden: „Message over mechanics&quot;.
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Und um auf das Thema Hype zu kommen: Genau darum soll es eigentlich nicht gehen. Für Deutschland wird es darauf ankommen, jenseits des Hype die Chance des Internets für den politischen Dialog mit dem Wähler zu nutzen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/salon/photos/KplehweImChat390.jpg" alt="Kerstin Plehwe und Rik Spirka" height="251" width="372" /><br />
<i>Tipper Rik Spirka mit Kerstin Plehwe während des Live-Chats</i>
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>An den letzten Satz von Herrn Voigt fügt sich diese Frage an:
</p>
<p>
<b>Wahlkämpfer: </b>Lässt sich über Internet-Kampagnen tatsächlich die Wahlbeteiligung steigern? Sind die inhaltlichen Aussagen und Programme der Kandidaten/Parteien nicht relevanter als das Übermittlungsmedium?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Auch wenn aus Frankreich keine wissenschaftlichen Zahlen vorliegen, die beweisen, dass die Wahlbeteiligung dank des Interneteinsatzes gesteigert wurde, so wissen wir aus vorangegangenen Studien, dass sich Wählermobilisierungen über die Dialogmedien Brief, Internet und Telefon deutlich steigern lassen.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Wer heutzutage effektiv kommunizieren will, muss eine person-to-person-Kommunikation aufbauen. Nur so können Botschaften durch das Informationsdickicht gelangen. Dabei ist das Internet das effektivste und kostengünstigste Medium.
</p>
<p>
<b>daniel: </b>Haben Sie untersucht, inwieweit der Einsatz moderner Wahlkampfmittel inhaltliche Aussagen der Kandidaten ersetzen konnte?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Im Präsidentschaftswahlkampf 2007 vertrauten knapp 42 Prozent dem Fernsehen, 33 Prozent der nationalen Presse und 21 Prozent dem Internet. Gerade die höher qualifizierten Meinungsmacher nutzten das Internet und die nationale Presse.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/salon/photos/MvoigtImChat390x.jpg" alt="Mario Voigt" height="305" width="372" /><br />
<i>Mario Voigt verfolgt den Live-Chat am Computer</i>
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Eine Frage, die sich direkt mit der<a href="http://www.prodialog.org/content/dialogwissen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Studie</a> beschäftigt („Moderner Wahlkampf und politisches Marketing am Beispiel der Präsidentschaftswahlen in Frankreich<br />
2007&quot;):
</p>
<p>
<b>Audrey: </b>Wie sind Sie für Ihre Studie methodisch vorgegangen? Welche Quellen haben Sie genutzt?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Es wurden sowohl eine Medienrecherche als auch intensive Interviews mit den relevanten Wahlkämpfern geführt und erste wissenschaftliche Studien zum Beispiel zum Internetverhalten herangezogen. Die Studie ist übrigens für Interessierte kostenlos unter<a href="http://www.prodialog.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
www.prodialog.org</a> abrufbar.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Diese Studie leistet einen wichtigen Beitrag, moderne Wahlkampfmöglichkeiten, die sich auch für Deutschland ergeben können, vergleichend im französischen<br />
Präsidentschaftswahlkampf beobachten zu können.
</p>
<p>
<b>stift:</b> Glauben Sie, die Wahl der Medien war entscheidend für den Ausgang der Wahl?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Unterschiedliche soziale Gruppen haben ein unterschiedliches Medienverhalten. Dies gilt besonders in einem stark regulierten Medienmarkt wie in Frankreich. Für das Internet gesprochen, finden sich dort besonders hochqualifizierte und sozial aktive Menschen, die daher für die Wahlkampfplaner wichtige Kommunikatoren waren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Okay, wir haben zwei Sorten von Fragen verstärkt hier: Die einen fragen nach Übertragbarkeit der Studie auf andere Länder, die anderen Fragen wollen genaueres<br />
über den französischen Wahlkampf wissen. Wir fangen mal mit dem Frankreich-Wahlkampf an, um die Basis-Infos zu haben:
</p>
<p>
<b>SecretAgentMan:</b> Welche neuen Phänomene gibt es im französischen Internetwahlkampf?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt</b>: Es gibt eine sehr starke Konzentration auf web-basierte Video- und Fernsehangebote. Sarkozy schuf 17 eigene Kanäle unter einer Internetdomain, die sowohl ihn als Person, sein Programm als auch die Auseinandersetzung mit der Gegnerin beinhalteten. Quasi für jeden Geschmack ein Angebot. Damit umging Sarkozy den sehr stark normierten Fernsehwahlkampf und schuf einen eigenständigen TV-Kanal.
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Spannend ist auch, dass beide Kandidaten das Thema Partizipation intensiv in ihrem Wahlkampf eingebettet haben. Ségolène sprach sogar von der partizipativen Demokratie.
</p>
<p>
<b>Fiona.fr:</b> Setzt ein Wahlkampf, der auf Dialogkommunikation und Online-Partizipation basiert, nicht eine partizipative politische Kultur voraus (wie sie in Frankreich verfassungsrechtlich verankert, in Deutschland jedoch begrenzt ist)? Wie glaubwürdig wären daher partizipative Elemente in deutschen Wahlkämpfen?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Wir sehen parteienübergreifend auch in Deutschland den Trend zur Nutzung stärkerer partizipativer Elemente. Auch wenn die politische Kultur hierzulande sicher anders als in England oder Frankreich ist, so weiß doch die Politik, dass nur über eine Kommunikation, die Vertrauen schafft und Wähler stärker einbindet, erfolgreiche politische Kommunikation in der Zukunft gewährleistet werden kann.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Ein Beispiel: In Frankreich existierten rund 40.000 Blogs zum Thema „Präsidentschaftswahlkampf&quot;. In Frankreich existiert eine reichhaltige Kultur an politischer Teilhabe und Kommentierung. Die Bürger wollen mitreden und Dialog zu den politisch Handelnden aufbauen. Das Internet kann dazu eine mögliche Brücke sein.
</p>
<p>
<b>globblo:</b> Royal hat mehr auf Partizipation gesetzt als Sarkozy &#8211; es scheint ihr nichts genützt zu haben. Oder hat es ihr sogar geschadet?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Meiner Meinung nach lagen bei Frau Royal andere Ursachen vor, zum Beispiel der interne Rückhalt in der Partei, Schwächen im Bereich Außenpolitik et cetera. Nichtsdestotrotz haben ihre politischen Gegner versucht, ihr hohes Maß an partizipativen Elementen als eigene Einfallslosigkeit darzustellen. Dennoch sehen wir auch beim Gewinner eine so hohe Zuwendung zum Dialog mit den Bürgern über alle Kanäle, dass deutlich wird, dass Partizipation und Dialog heutzutage unumgänglich<br />
sind.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Royal hat es nicht verstanden, dem Wähler ein klares inhaltliches Profil anzubieten. Sarkozy hat zwar polarisiert, aber er hat auch mobilisiert &#8211; durchaus eine Lektion für Deutschland.
</p>
<p>
<b>uncle benz: </b>Hat Royal vielleicht einfach zu lange gewartet, bis sie ein ausgearbeitetes Programm präsentiert hat? Die Wähler mitentscheiden zu lassen ist ja ganz schön,<br />
aber gehörten zu den vertrauensbildenden Maßnahmen nicht auch eigene Standpunkte?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Guter Punkt und hier ist sicherlich einer der Kritikpunkte an der Strategie von Frau Royal.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Wer keinen eigenen Standpunkt hat, kann auch kein eigenes Angebot formulieren. Gerade als Sozialistin musste sie bestimmte soziale Themen ansprechen, die in ihrem Konzept von partizipativer Demokratie durchaus zu kurz kamen. Als Lektion kann man daher verstehen, eigene Angebote formulieren, aber trotzdem ein Höchstmaß an Beteiligung und Einbindung von Bürgern ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein großer Teil der Fragen, die jetzt hier eingehen, fragen nach der Übertragbarkeit des französischen Wahlkampfes auf die Situation in Deutschland. Zunächst Frau Plehwe: Ist es übertragbar?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Wie immer im Leben ist eine Eins-zu-Eins-Kopie nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Aber ein genaues Hinsehen auf die bereits angesprochenen spannenden Elemente der Dialogmedien-Nutzung lohnt schon. Man darf auch nicht vergessen, dass Frankreich eine Rekordwahlbeteiligung verzeichnen konnte, wir in Deutschland aber immer weitere Tiefpunkte in der Wahlbeteiligung zu verzeichnen haben. Deswegen kommen auch wir Deutschen um die Umsetzung der Grunderkenntnis, dass Dialog mobilisiert, nicht herum.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Herr Voigt, wollen Sie ergänzen?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Der französische Wahlkampf lehrt uns für die deutsche Perspektive vier Dinge: Erstens: Message over mechanics &#8211; Polarisierung und Emotionalisierung durch Themen und Person steigert das Interesse und die Wahlbeteiligung. Zweitens: Es kommt zu einer Konvergenz der Medien. Der kostengünstige Kommunikationskanal Internet bietet neue Möglichkeiten, alte Formate wie das Fernsehen zu erweitern. Drittens: Eine Vermittlung von Lebensstilen der Kandidaten trägt zur Personalisierung bei. Ob in zahlreichen selbst geschriebenen Büchern oder durch die Kamera ins Web übertragen: Die Kandidaten wählen geschlossene Kommunikationskanäle, um sich selbst vorzustellen. Viertens: Ein response-orientierter Dialogaufbau ermöglicht Hightech mit Hightouch, wo sich Online- und Offlinebereich gegenseitig ergänzen.
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> &#8230; und sogar gegenseitig verstärken. Darüber gibt es auch entsprechende Studien.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Nochmal Vergleich Deutschland-Frankreich:
</p>
<p>
<b>Knietschig:</b> Lassen sich die Voraussetzungen in Bezug auf Internetwahlkampf (Breitbandanschlüsse, Internetnutzung) vergleichen? Wer hatte die bessere Ausgangsposition für einen Internet-gestützten Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Übrigens zum gleichen Thema auch diese Frage:
</p>
<p>
june: Wie unterscheiden sich denn französische von deutschen Internetnutzern? Können Sie dazu was sagen?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Frankreich und Deutschland haben annähernd vergleichbare Voraussetzungen. Richtig ist, dass in Frankreich der Grad der Internetbeteiligung etwas höher liegt: Etwa 3,5 Millionen Franzosen betreiben regelmäßig ein Blog. Die Franzosen sind mit rund 150.000 regelmäßigen Nutzern in Second Life eine der größten drei Communities<br />
(zusammen mit den USA und Deutschland).
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Unterschiedlich sind auch die Parteien und die Nutzung ihrer Webseiten zu betrachten. In Deutschland, so zeigt eine aktuelle dimap-Studie, schneiden die Parteien leider schlecht bei denen ab, die politische Informationen im Internet suchen. Nur drei Prozent besuchen dafür die Webseiten der Parteien, das ist in Frankreich anders.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zwei Fragen zur Besonderheit des französischen Wahlkampfes und den auferlegten Sende-Restriktionen:
</p>
<p>
<b>sarko:</b> Laut Ihrer Studie sind in Frankreich die Möglichkeiten für einen Wahlkampf über Fernsehen und Print viel stärker reguliert als in Deutschland. Was könnte deutsche Politiker animieren, das Internet stärker für den Wahlkampf zu nutzen, wenn sie hier ihre Positionen übers TV verbreiten können und damit auch mehr potentielle Wähler erreichen?
</p>
<p>
<b>feunzt: </b>Das Internet ist in Frankreich auch deshalb so wichtig gewesen, weil es so restriktive Möglichkeiten gibt, für eine Partei zu werben. So ist die Zahl der Plakate und TV-Werbezeit streng reglementiert; im Internet ist das noch nicht der Fall. Ist das Internet deshalb so wichtig gewesen?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Vollkommen richtig, genau das zeigt auch das Ergebnis der Studie, die ProDialog in Zusammenarbeit mit Blueberry erstellt hat.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Deutsche Politiker werden nach eigenständigen Möglichkeiten suchen, an den konventionellen Medien vorbei direkte Kommunikation zu betreiben. Dabei ist das Internet die kostengünstigste Alternative, die zudem einen response-orientierten Dialogaufbau ermöglicht.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Ein Kapitel der Studie beschäftigt sich auch mit Massen-Mailversendungen:
</p>
<p>
<b>globblo:</b> Direct Mail geht in Frankreich nicht, schreiben Sie in ihrer Studie. Wie ist das in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>In Deutschland ist das anders. Auch deswegen gewinnen die Parteien zunehmend Vertrauen in die Dialogformen Brief, Telefon und Internet.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Ohne diese direkte Kommunikation werden Parteien in Zukunft nicht effektiv mit ihren Wählern kommunizieren können, da die Streuungsverluste im Fernsehmarkt<br />
zu groß und zu teuer geworden sind.
</p>
<p>
<b>globblo:</b> Nochmal zu Direct Mailings: Deutsche Parteien haben hier noch Berührungsängste. Warum? Haben Adresshändler dem Thema ein „unseriös &quot;-Image verschafft?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Die deutschen Parteien sehen Direct Mailings als sinnvolle Ergänzung des bisherigen Kommunikationsmixes an. Zudem nutzen sie es schon in der regelmäßigen Mitgliederkommunikation.
</p>
<p>
<b>feunzt: </b>Was ist besser für Parteien: Daten für Mailings selber sammeln oder im großen Stil kaufen?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Am sinnvollsten ist sicherlich eine Mischung. Innerhalb der Partei gibt es vielfältige Möglichkeiten der Datengenerierung. Aber auch außerhalb gibt es wertvolle Quellen zur Anreicherung und Erweiterung der Basis an Interessierten.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Deutsche Parteien kommen in vielfältigen Veranstaltungsformen mit dem Bürger in Dialog. Insofern wäre es nachlässig, nicht einen dauerhaften Kontakt mit einer Adressgewinnung aufzubauen. Zugleich können große Adressanbieter wie die Deutsche Post oder Schober Information Group spannende und wichtige Zusatzlieferanten sein.
</p>
<p>
<b>jockl-g:</b> Gibt es denn Parteien, die schon ein bisschen weiter sind in Deutschland als andere &#8211; in Sachen elektronischer Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Die Frage überlasse ich Frau Plehwe als „überparteiliche&quot; Chat-Diskutantin gern 😉
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Man sieht quer durch die Parteienlandschaft spannende und auch erste viel versprechende Ansätze .So haben zum Beispiel die Grünen bereits bei der letzten Bundestagswahl Partizipation im Hinblick auf die Parteiprogrammgestaltung ermöglicht, die FDP hat intensiv die verschiedensten Dialogmöglichkeiten zur Stärkung des Bürgerfonds genutzt, die CDU wiederum hat für die jungen Zielgruppen bei der letzten Wahl hoch innovative mobile Dialogangebote initiiert.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt:</b> Doch noch ein kurzer Einwurf: Die CDU hat bereits im Wahlkampf 2002 mit <a href="http://wahlfakten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> wahlfakten.de</a> eine internetbasierte Rapid-Response-Zentrale gehabt. Das haben sich sogar die amerikanischen Wahlkämpfer abgeschaut.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Schluss noch diese:
</p>
<p>
<b>melone: </b>Herr Voigt, was empfehlen Sie den deutschen Parteien für den nächsten Bundestagswahlkampf angesichts der Ergebnisse der Studie?
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Mut zur Emotionalisierung. Vertrauen in moderne Techniken. Und das Bewusstsein, dass der Bürger an der Politik teilhaben will.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo sehen Sie die Zukunft des Wahlkampfes, Frau Plehwe?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Ich kann die drei Punkte von Herrn Voigt nur bestätigen. Und aus der Kenntnis der Parteien heraus um den Punkt „Mut zum Inhalt&quot; ergänzen. Dialog braucht Inhalt und Kontinuität. In beiden Bereichen ist in Deutschland noch viel Luft nach oben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Nutzer! Wir kommen zum Ende dieses Chats. Die Stunde ist schon wieder vorbei. Herzlichen Dank für Ihre Fragen! Das Transkript wird auf der Seite <a href="http://www.prodialog.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.prodialog.org</a> sowie auf der Seite www.politik-digital.de veröffentlicht, so dass Sie weitere interessiere Personen darauf hinweisen können. Sehr geehrte Frau Plehwe, sehr geehrter Herr Voigt: Auch an Sie ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie eine Stunde lang Fragen beantworteten! Ein kurzes Schlusswort?
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe:</b> Vielen Dank an alle Chatbesucher und unseren Moderator. Wir bleiben jetzt zunächst im beginnenden amerikanischen Wahlkampf mit unserem Wahlkampfblog am Ball.
</p>
<p>
<b>Mario Voigt: </b>Herzlichen Dank für die interessanten Fragen und für die rege Beteiligung! Es hat sich gezeigt, dass es in Deutschland ein hohes Interesse an modernen Wahlkampfformen gibt. Ich würde mich freuen, weiter mit Ihnen im Dialog zu bleiben. Herzlichen Dank an das Team von politik-digital.de!
</p>
<p>
<b>Kerstin Plehwe: </b>Natürlich gerne auch bei einer der nächsten Live-Veranstaltungen der Initiative ProDialog!</p>
]]></content:encoded>
					
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