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	<title>ahoef &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>The show must go on&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahoef]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Unabhängig vom Ausgang der
Präsidentschaftswahlen gibt es keinen Zweifel, dass man den drei
Debatten zwischen den Kandidaten Al
Gore und George W. Bush entscheidende Bedeutung für den Ausgang
beimessen wird. Gewinnt Gore, lag es an seinem sicheren
Auftreten und der Kompetenz. Gewinnt Bush, werden die Analysten sagen,
genau das war nicht ausschlaggebend, sondern hat Gore eher
geschadet.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Unabhängig vom Ausgang der<br />
Präsidentschaftswahlen gibt es keinen Zweifel, dass man den drei<br />
Debatten zwischen den Kandidaten Al<br />
Gore und George W. Bush entscheidende Bedeutung für den Ausgang<br />
beimessen wird. Gewinnt Gore, lag es an seinem sicheren<br />
Auftreten und der Kompetenz. Gewinnt Bush, werden die Analysten sagen,<br />
genau das war nicht ausschlaggebend, sondern hat Gore eher<br />
geschadet.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das amerikanische Wahlvolk hat<br />
immer Sympathien für Außenseiter gezeigt. Oder galten etwa Bill<br />
Clinton, Ronald Reagan<br />
und Jimmy Carter bei Amtsantritt als große Außenpolitiker? Die drei<br />
Debatten haben inhaltlich keine wirklich neuen Erkenntnisse<br />
gebracht. Al Gores Aufholjagd in den Umfragen wurde gestoppt, denn bei<br />
George W. Bush kam es nicht zu dem möglichen oder gar<br />
erwarteten Einbruch in der Wählergunst. Don Hewitt, der Macher des<br />
bedeutenden TV-Magazins &quot;60 Minutes&quot; bringt seine Eindrücke der<br />
debates in der <a href="http://www.nytimes.com/2000/10/19/politics/19DEBA.html" target="_new" rel="noopener noreferrer"> New York Times</a><br />
auf den Punkt: &quot;Es gab keine herausragenden Momente in den debates. Wir<br />
wussten vorher, dass Bush nicht der intelligenteste ist.<br />
Wir wussten allerdings auch nicht, daß Al Gore wirklich so langweilig<br />
ist.&quot; </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Interessanter als die Debates<br />
selbst waren die Diskussion um den Ablauf und vor allem um die Frage,<br />
wer an den publikumswirksamen<br />
Veranstaltung teilnehmen darf. Vor allem die Kandidaten Ralph Nader von<br />
der <a href="http://www.votenader.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Green Party</a> und Pat Buchanan von der <a href="http://www.buchananreform.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Reform Party</a><br />
versuchten ihre Chance auf eine Teilnahme zu nutzen. Die gesamte<br />
Organisation der debates<br />
liegt jedoch in der Hand der beiden großen Parteien der Demokraten und<br />
der Republikaner und somit verwunderte es nicht, dass man lieber<br />
unter sich bleiben wollte. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonders Gore droht Gefahr von<br />
Nader, der große Sympathien bei Amerikas Intellektuellen genießt und<br />
der immer wieder darauf verweist,<br />
dass Al Gore besonders bei der Klimapolitik nicht das umgesetzt habe,<br />
was er jahrelang stets wieder gefordert hat. Jesse Jackson,<br />
sozusagen schwarzes Aushängeschild der Demokraten setzte sich ebenfalls<br />
vergeblich für Ralph Naders Teilnahme an den debates ein.<br />
Pat Buchanan von der Reform Party hingegen nimmt kaum jemand ernst.<br />
Fast vergessen sind die Erfolge von Ross Perot, dem<br />
Gründer der Reform Party. Perot konnte sich im Gegensatz zu Nader und<br />
Buchanan Medienpräsenz erkaufen und der entsprechende<br />
Erfolg stellte sich zumindest bei den Wahlen 1992 ein. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Republikaner und Demokraten<br />
wehren sich mit aller Macht gegen die sogenannten &quot;Third-Parties&quot;, denn<br />
spätestens seit dem<br />
TV-Duell zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon weiß man, wie<br />
entscheidend die debates sein können. In einer Zeit in der selbst<br />
der Farbe der Krawatte des Kandidaten entscheidende Bedeutung<br />
beigemessen wird und absolut nichts dem Zufall überlassen wird,<br />
fürchtet man die schwer zu kalkulierbaren Risiken, die von den beiden<br />
Außenseitern Nader und Buchanan ausgehen. Einen Fehltritt kann<br />
sich im Wettlauf um das Weiße Haus keiner leisten, alles will geplant<br />
sein. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">1960 soll die Kleinigkeit von<br />
Nixons schlechter Rasur den<br />
Ausschlag für Kennedy gegeben haben, doch Christopher Matthews<br />
beschreibt in seinem Buch &quot;Kennedy and Nixon &#8211; The rivalry that<br />
shaped postwar America&quot;, dass dies nur teilweise zutrifft. Kennedy und<br />
Nixon pflegten zu Beginn ihrer politischen Laufbahn im Kongress<br />
ein fast freundschaftliches Verhältnis. Was man sich im Hinblick auf<br />
Nixon späteres Verhalten im Zusammenhang mit Watergate kaum<br />
vorstellen kann ist, dass Nixon Kennedy vollkommen unvorbereitet und<br />
naiv gegenübertrat. Ausgerechnet Nixon und seine Berater<br />
übersahen nicht nur die schlechte Rasur, man schätzte die Situation<br />
falsch ein und agierte vollkommen defensiv auf Kennedys verbale<br />
Attacken. Kennedy nutzte seine Chance und gewann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Bundesrepublik weitgehend<br />
unbeachtet geblieben ist, dass die politischen Debatten zwischen<br />
Kandidaten in den USA eine sehr<br />
lange <a href="http://www.debates.org/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Tradition</a><br />
haben, die schon vor 1960 begann und das &#8211; aus heutiger Sicht &#8211;<br />
überraschenderweise ohne jegliche Präsenz von Kameras. Im<br />
Rennen um den Senatssitz von Illinois kam es 1858 zu jeweils sieben<br />
Debatten zwischen den beiden Kandidaten Stephen A. Douglas und<br />
Abraham Lincoln, die teilweise mehr als 15000 Zuschauer anlockten. Im<br />
ganzen Land verfolgte man die Auseinandersetzung der beiden.<br />
Die <a href="http://www.stjohnsprep.org/htdocs/sjp_tec/projects/internet/colin_u/main.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Lincoln-Douglas debates</a> gehören heute noch zum Grundstoff für Studenten amerikanischer Geschichte und sind Beispiel dafür, dass<br />
ein Wahlkampf durchaus Substanz haben kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vor zwei Jahren hat allerdings<br />
Jesse Ventura bewiesen, dass auch in den USA Wahlen gegen die beiden<br />
großen Parteien gewonnen<br />
werden können. Völlig überraschend gewann der ehemalige Ringkämpfer die<br />
Wahlen zum Governeur von Minnesota und seitdem gibt es<br />
immer wieder Spekulationen um seine mögliche<br />
Präsidentschaftskandidatur. Zunächst spotteten die Medien weitgehend<br />
über Ventura,<br />
doch heute kann ihn niemand mehr übergehen. Inzwischen ist er auch gern<br />
gesehener Gast in den so wichtigen politischen Talk-Shows. Ganz<br />
unpolitisch sehen übrigens die Einwohner Minnesotas ihren Governeur: so<br />
kamen sehr schnell<br />
Autoaufkleber in Umlauf, die schnell klarmachten, wer denn nun der<br />
stärkere ist: &quot;My Governeur can beat up your Governeur!&quot; Selbst die<br />
&quot;Zeit&quot; entdeckte Ventura, der bei uns bisher als eine bessere Witzfigur<br />
angesehen wurde. Die &quot;Zeit&quot; betitelte ihn als<br />
&quot; Pop Politiker Nr. 1&quot;(Zeit 42/200). </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Unbestritten ist, dass Ventura<br />
als ehemaliger Talkshowmoderator mit den Medien umgehen kann, doch das<br />
allein<br />
macht auch heute noch keinen erfolgreichen Politiker aus. Immerhin<br />
bescheinigt man ihm auch fast einhellig eine erfolgreiche Amtsführung.<br />
Sicher überraschend gab <a href="http://www.jesseventura.org/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Ventura</a> jetzt seine Unterstützung für Ralph Nader bekannt. und unterstrich damit erneut<br />
seine Unabhängigkeit. Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2004 hat also praktisch schon begonnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Warum soll Ventura<br />
eigentlich kein geeigneter Präsident sein können ? Hat man schon<br />
vergessen, das auch Joschka Fischer keine studierter<br />
Außenpolitiker ist? Wenn wir ehrlich sind, wird niemand ernsthaft<br />
behaupten, Außenminister Fischer betreibe eine unsachgemäße<br />
Amtsführung. Warum verweist man in den USA und in der Bundesrepublik<br />
immer wieder auf George W. Bush mangelnde außenpolitische<br />
Erfahrung? Condolezza Rice, ehemalige sicherheitspolitische Beraterin<br />
von Präsident Bush und heute im Wahlkampfteam von Bush junior<br />
wird von der &quot;Welt&quot; folgendermaßen zitiert: &quot;Für Spitzenpositionen, in<br />
der Regierung wie in der Privatwirtschaft, ist Urteilskraft wichtiger<br />
als<br />
Detailkenntnis.&quot; (Die Welt vom 20.10) </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gerade in der Außenpolitik kommt<br />
die Detailkenntnis meist sowieso von Beratern, für die Urteilskraft ist<br />
dann der Minister zuständig. Machen wir uns also nichts vor, beide<br />
Kandidaten brauchen ihre Berater, ob sie nun Bush oder Gore heißen. Es<br />
ist<br />
allein die Wahl des amerikanischen Volkes. Uns bleibt es vorbehalten,<br />
uns zu wundern oder uns zu ärgern.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bilder statt Worte: Interview mit Dr. habil. Werner Kremp</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahoef]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Al Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Amerikanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Liebermann]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Kremp]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<img src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/akademie.gif" heigth="73" aling="left" width="250" />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mit der Wahl des jüdischen Senators Joe Liebermanns als running mate hat Al Gore
klare Zeichen gesetzt. Wie dieser Schritt im Vorfeld der &#34;Krönungsmesse&#34; des Nominierungsparteitages
einzuschätzen ist, welche Rolle Bill Clinton weiterhin zukommt und wohin die Amerikanisierung
deutscher Wahlkämpfe führen wird, fand Alexander Höf in einem Interview mit dem Direktor der <a href="http://www.atlantische-akademie.de/">
Atlantischen Akademie</a>, Dr.habil. Werner Kremp heraus.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/akademie.gif" heigth="73" aling="left" width="250" /><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mit der Wahl des jüdischen Senators Joe Liebermanns als running mate hat Al Gore<br />
klare Zeichen gesetzt. Wie dieser Schritt im Vorfeld der &quot;Krönungsmesse&quot; des Nominierungsparteitages<br />
einzuschätzen ist, welche Rolle Bill Clinton weiterhin zukommt und wohin die Amerikanisierung<br />
deutscher Wahlkämpfe führen wird, fand Alexander Höf in einem Interview mit dem Direktor der <a href="http://www.atlantische-akademie.de/"><br />
Atlantischen Akademie</a>, Dr.habil. Werner Kremp heraus.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Dr. Kremp, beginnen wir zunächst mit der gerade getroffenen Entscheidung<br />
Al Gores mit Senator Joe Liebermann als &quot;running-mate&quot; in die heiße Phase<br />
des Präsidentschaftswahlkampfes zu gehen.<br />
Die neuesten Umfragen zeigen, Gore hat seinen Rückstand auf George W. Bush<br />
von 17 auf 2 Prozentpunkte. Teilen sie die Begeisterung für Gores Wahl?<br />
Werden die Karten nun neu gemischt oder ist das ganze eher ein Strohfeuer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Ich halte die Wahl von Lieberman schon für eine<br />
recht mutige und zugleich kluge  Entscheidung; sie gibt Gore einerseits die Chance,<br />
sich auf dezente Art von Clinton und seiner Skandalaura zu entfernen; zweitens hat er<br />
dem running mate Dick Cheney einen in außenpolitischen Fragen mindestens gleich<br />
kompetenten Mann entgegengesetzt; und drittens eröffnet er in dem unaufhörlichen<br />
Prozeß Amerikas, immer wieder neue ethnische Gruppen zu integrieren, eine neue Runde.<br />
Ob die positiven Umfragezahlen ein Strohfeuer sind? Ja, insofern es während des<br />
Wahlkampfs immer wieder Situationen gibt, wo bestimmte Events, wie die Parteitage,<br />
und bestimmte Aktionen der Kandidaten diesen beim Publikum kurzfristig eine mehr als<br />
durchschnittliche Aufmerksamkeit und Zustimmung sichern. Andererseits glaube ich,<br />
daß die Wahl Liebermanns doch so solide ist, daß eine hohe Zustimmungrate erhalten<br />
bleibt, wenn nicht herauskommt, daß der Moralist Liebermann in seiner Jugend oder<br />
sonstwie gesündigt hat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gerade an Amerikanischen Universitäten sind viele Mitglieder der Fakultäten<br />
jüdischen Glaubens und Liberale Intellektuelle gelten sicher nicht als<br />
Stammwähler der GOP. Wurde wie damals beim Katholiken Kennedy auch eine Art<br />
Tabu gebrochen oder wo sehen sie, wenn überhaupt, die Sensation der Wahl<br />
Liebermanns? Wäre die wirkliche Überraschung nicht beispielsweise eine<br />
schwarze Frau gewesen, wenn Amerikaner jüdischen Glaubens sowieso die<br />
Demokraten wählen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Bevor eine schwarze Frau zur running mate wird, muß erst eine weiße Frau<br />
running mate  werden und, anders als seinerzeit Geraldine Ferraro, auch gewinnen.<br />
Und vorher war eben vielleicht dieser Durchbruch, ein jüdischer running mate, fällig,<br />
der ja nicht nur ein &quot;jüdischer&quot; Durchbruch ist, sondern auch ein Signal für andere<br />
Minderheiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was erwarten sie von der bevorstehenden convention der Demokraten und welche<br />
Rolle wird Bill Clinton dort noch spielen? Kann Gore ohne Clinton gewinnen<br />
oder wird er ohne ihn verlieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Der Parteitag der Demokraten wird genauso eine &quot;Krönungsmesse&quot; werden wie der der<br />
Republikaner, vielleicht sogar noch pompöser (allein die Zahl der Delegierten ist<br />
doppelt so groß) mit noch mehr Zivilliturgie.<br />
Gore wird sich wahrscheinlich nicht ganz von Clinton trennen; er wird einen,<br />
vermute ich, sorgfältig orchestrierten Einsatz von Clinton vor bestimmten Wählergruppen<br />
(nicht alle sind ihm ja gram!) in bestimmten, weniger moralistisch orientierten Staaten<br />
versuchen; und dieser wiederum wird nicht nur und vielleicht nicht in erster Linie Gore<br />
unterstützen, sondern, was eben so wichtig ist, die demokratischen Kongreßkandidaten &#8211;<br />
so sie denn seine Hilfe wollen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zu George W. Bush müssen wir natürlich auch kommen. Ist er mehr als die<br />
personifizierte Rache der Familie Bush, die nun nach 8 Jahren wieder das<br />
Weiße Haus zurückerobern will. Immerhin hat er durchaus Erfolge vorzuweisen,<br />
die ihm keiner zugetraut hat. Wird er unterschätzt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Bush hat eigentlich kaum etwas aus eigener Kraft geschafft, und sein record als<br />
Gouverneur ist mehr hinsichtlich der Zahl der Hinrichtungen in Texas eindrucksvoll als<br />
was seine Gesellschaftspolitik anbelangt. Gleichwohl war und ist es immer ein Fehler,<br />
bestimmte Leute zu unterschätzen; denn mindestens so wichtig wie die Person der<br />
Präsidentschaftskandidaten und eventuellen Präsidenten sind die Berater, die er sich<br />
wählt &#8211; und da hat er zumindest was die Außenpolitik anbelangt eine durchaus beachtliche<br />
Riege, nicht zuletzt aus dem Erbe seines Vaters, um sich versammelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Atlantische-Akademie veranstaltete gerade eine summerschool mit<br />
zahlreichen USA-Experten unter den Referenten. Dort gab es doch sicher neue<br />
Erkenntnisse zum aktuellen Wahlkampf: wie wird er eingeschätzt, vielleicht auch im Vergleich mit vergangenen<br />
Kampagnen? Welche Rolle kommt dem Internet zu?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Was diesen Wahlkampf von vorhergehenden unterscheidet, ist zum einen, daß noch<br />
nie so viel Geld dafür ausgegeben wurde, insbesondere soft money, das der Umgehung der<br />
Spenden-Grenzen für Kandidaten dient. Zum anderen ist es der erste Internet-Wahlkampf.<br />
Alle übrigen Unterschiede wird man erst am 7. November genau kennen, denn der heiße<br />
Wahlkampf beginnt ja jetzt erst.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Amerikanisierung von Wahlkämpfen ist auch bei uns spätestens zu den<br />
Bundestagswahlen ein vielzitiertes Schlagwort. Wie amerikanisch sind denn<br />
die bundesdeutschen Wahlen inzwischen und sehen sie hier ein Problem oder<br />
gar eine Gefahr? Die SPD erwägt ja inzwischen sogar Vorwahlen nach<br />
amerkanischem Muster.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Also: die sogenannte &quot;Amerikanisierung&quot; ist, egal ob bei Wahlkämpfen, bei<br />
Eßgewohnheiten oder in der Kulturindustrie, nur für romantisch-nationalistische<br />
Links- und Rechtsintellektuelle eine Gefahr. Ansonsten ist sie ein Faktum, das zu<br />
einer modernen Massendemokratie dazu gehört wie Fernsehen, Fast Food und Film.<br />
&quot;Amerikanisierung&quot; bei Wahlkämpfen heißt: mehr Personen statt Parteien, mehr Bilder<br />
als Worte, mehr symbolische Handlungen, Events und Auftritte als Diskussion über<br />
Inhalte (aber ganz unwichtig sind diese trotzdem nicht), und Fernsehen statt<br />
Plakatwerbung.<br />
Ob sich das amerikanische Vorwahlsystem auf deutsche Parteien übertragen läßt?<br />
Probieren wir&#8217;s doch einfach, anstatt zu theoretisieren. Man kann&#8217;s dann immer noch<br />
auch wieder sein lassen, oder die Prozeduren modifizieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Alle 4 Jahre stellt sich die Frage, ob sich für die<br />
Deutsch-Amerkanischen Beziehungen etwas ändern wird. Ist es für uns denn überhaupt von<br />
großer Bedeutung, wer in Washington regiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Es ist ziemlich gleichgültig, ob ein Demokrat oder ein Republikaner für die<br />
amerikanisch-deutschen Beziehungen zuständig ist; denn diese beruhen auf einem Set<br />
von Traditionen, Werten, insbesondere auch politischen, ökonomischen und<br />
strategisch-sicherheitspolitischen Interessen, das über die Vierjahresperiode hinausgeht.<br />
Nicht unbedeutend ist sicher, unabhängig von der Parteizugehörigkeit des US-Präsidenten<br />
wie des deutschen Kanzlers, die Fähigkeit beider, einen persönlichen Draht zu einander<br />
zu finden.<br />
Und ganz besonders wichtig, leider aber in der deutschen Politik oftmals übersehen,<br />
ist die große Bedeutung, die der Kongreß, insbesondere der Senat, in der Außenpolitik<br />
der USA spielt. Da wäre es gut, wenn man nicht nur den Präsidenten als Akteur hofiert,<br />
sondern auch die Mitglieder des außenpolitischen Senatsausschusses!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung messen sie den im Oktober anstehenden &quot;debates&quot; zwischen<br />
den Kandidaten bei. Kann die offene Debatte zwischen Gore und Bush vor<br />
Millionen von Fernsehzuschauern den Ausschlag geben, wie beispielsweise 1960<br />
im Duell Kennedy vs Nixon?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dr. Kremp</b>: Das ist schwer vorherzusagen, da oft bestimmte Zufälle, Bild-Eindrücke, die Tagesform<br />
etc. eine Rolle spielen. Es könnte sein, daß beim Duell Gore-Bush Gore intellektuell,<br />
aber Bush emotional mehr Eindruck macht. Beim Duell Lieberman-Cheney sehe ich eher<br />
eine intellektuelle und emotionale Parität, vielleicht mit einem kleinen Vorsprung<br />
für den frischer wirkenden Lieberman.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Interview<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Alexander Höf</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Streber oder Klassenclown &#8211; Wer wird Amerikanischer Präsident?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/streber_oder_klassenclown_wer_wird_amerikanischer_praesident-828/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/streber_oder_klassenclown_wer_wird_amerikanischer_praesident-828/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[ahoef]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Echte Spannung will im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf bisher nicht aufkommen. Der Grund: die
beiden Kandidaten bieten wenig Überraschendes. Aus Mangel an handfesten Polit-Sensationen verlegen sich
die amerikanischen Medien nun auf Anekdoten aus der Jugendzeit.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Echte Spannung will im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf bisher nicht aufkommen. Der Grund: die<br />
beiden Kandidaten bieten wenig Überraschendes. Aus Mangel an handfesten Polit-Sensationen verlegen sich<br />
die amerikanischen Medien nun auf Anekdoten aus der Jugendzeit.</b></span><!--break-->
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Anfang November wird der Nachfolger Bill Clintons gewählt. Bisher war das Interesse der Medien und der<br />
Öffentlichkeit nicht sehr groß. Vizepräsident <a href="http://www.algore2000.com/">Al Gore</a> und der Texanische Governor <a href="http://www.georgewbush.com/">George W. Bush</a><br />
standen früh als Kandidaten fest. Richtige Spannung will nicht recht<br />
aufkommen. Im Vergleich zum legendären Duell zwischen George Bush und<br />
Bill Clinton im Jahr 1992 herrscht schon fast Desinteresse. Die Luft<br />
ist raus!<br />
Die conventions der Republikaner und Demokraten werden jetzt vermutlich<br />
noch einmal eine Trendwende einleiten und mit reichlich Konfetti,<br />
Ballons, Show, perfekter Inszenierung und viel Emotionen auch dem<br />
Letzten klarmachen, dass die Präsidentenwahl ansteht.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">George W. Bush wird von den meisten Intellektuellen und Liberalen abgelehnt. Er hat ähnlich wie Bill Clinton ein<br />
&quot;Teflon-Image.&quot;  Sein Glück ist, dass die immer wieder aufkommenden Vorwürfe im Zusammenhang mit der<br />
Todesstrafe an ihm abprallen. Er ist ein unbeschriebenes Blatt  und vor allem der Sohn des ehemaligen<br />
Präsidenten. Zweifel an seiner Eigenständigkeit bleiben.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bush ist alles andere als das Idealbild eines zukünftigen Präsidenten der USA. Bill Clinton und George Bush<br />
senior waren stets überall die Ersten und die Besten. Wie oft hat man das Bild des jungen Bill Clinton gesehen,<br />
der als Jugendlicher die Hand John F. Kennedys schüttelte? Diese Aufnahme war symbolisch für die Unzähligen,<br />
die nie Zweifel hatten, dass Clinton das Zeug zum Präsidenten hat. Bei George W. Bush hingegen hätte es<br />
niemand für möglich gehalten, dass er einmal Präsidentschaftskandidat werden könnte. Er besticht nicht durch<br />
intellektuelle Brillianz, sondern interessierte sich schon zu Collegezeiten mehr für Sport, vor allem Baseball.<br />
Immerhin lernte George W. Bush dort, was es heißt Leute für sich zu gewinnen und sie zu lenken.<br />
Hier bescheinigt man ihm außergewöhnliche Fähigkeiten.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Darin liegt auch einer der Hauptunterschiede zu Al Gore, dessen Handicap es gerade<br />
ist, dass er die Menschen nicht begeistert. Zwar gilt er schon seit Jahren als der<br />
geborene Präsident, doch sorgt das eher für Misstrauen. Traditionell hat die Mehrheit der Amerikaner Vorbehalte<br />
gegenüber dem Washingtoner Establishment. Und ein langjähriger Vizepräsident ist Teil des Establisments.<br />
Während sein Vater Senator in Washington war, wohnte Sohn Al in einem Hotelzimmer in der Stadt.<br />
Er verbrachte große Teile seine Kindheit hier. Bewusst verlegte man die Wahlkampfzentrale nach Tennessee,<br />
um von Washington abzulenken.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Al Gore versucht immer noch vergeblich gegen sein Langweiler-Image anzukämpfen. Er kann die Menschen nicht<br />
mitreißen, daran konnte auch das von den Imageberatern verordnete neue Outfit aus Chinos und offenem Hemd<br />
nichts ändern. Der Spott wurde nur noch größer. So empfahl ein amerikanischer Talkmaster besorgten Eltern<br />
unlängst eine Al Gore Puppe als Einschlafhilfe für ihre Sprösslinge. Zu allem Übel eignet sich der Name des<br />
demokratischen Präsidentschaftskandidaten auch noch zu naheliegenden Wortspielen (Bore=Langeweile),<br />
passende Webpages ließen auch nicht lange auf sich warten. Die Seite www.albore.com findet sich inzwischen<br />
allerdings nicht mehr im Internet.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Republikaner gingen hier professioneller vor. Rechtzeitig hatte man sich zahlreiche domains gesichert, damit<br />
ähnliche Webpages sich erst gar nicht ausbreiten konnten. Wer jetzt unter <a href="http://www.bushsucks.com/"><br />
www.bushsucks.com </a> glaubt eine Anlaufstelle für Bushgegner zu finden, wird sich wundern, landet er doch<br />
auf der offiziellen Seite des Kandidaten.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die amerikanischen Medien durchleuchten die Kandidaten und deren Vergangenheit &#8211; Bill Clinton sei Dank &#8211; nun<br />
besonders sorgfältig. Vor allem die <a href="http://www.nyt.com/">New York<br />
Times </a> widmet sich sorgfältig der Vita der beiden Präsidentschaftsanwärter. Selbst vor der frühesten Jugend<br />
machen sie nicht halt. Für die Journalisten ist es verständlicherweise bedauernswert, wenn  keine wirkliche<br />
Spannung im Duell Bush vs. Gore aufkommt  und man sehnt sich nach Auflagenzahlen aus vergangenen<br />
Lewinsky-Tagen zurück. Also helfen die Medien gerne etwas nach und konstruieren notfalls an den Haaren<br />
herbeigezogene Erklärungen für das heutige Charakterbild der Kandidaten. Wer sich schon immer gefragt hat,<br />
warum George W. Bush so massiv für Recht und Ordnung eintritt, erfährt dass die Antwort in seiner Kindheit<br />
liegt.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wer sich bei der <a href="http://www1.nytimes.com/auth/login?URI=http://www.nytimes.com/library/politics/camp/">New York Times </a> in<br />
einen speziellen Verteiler einträgt, der erfährt, dass der Viertklässler und Klassenclown George sich in seiner Freizeit<br />
damit amüsierte, Frösche unter Einsatz von<br />
Feuerwerkskörpern in die Luft zu jagen. Den Unterricht soll er gestört haben, in dem er sich mit seinem Füller<br />
einen Bart und Kotletten ins Gesicht gemalt hatte. Dafür bekam er im<br />
Zimmer des Direktors einige Schläge auf den Hintern. Das ganze erinnert zwar eher an Bart Simpson oder Max<br />
und Moritz, doch für Beobachter ist klar: Bush hat seine eigene Lektion in Sachen Bestrafung schon sehr früh<br />
gelernt.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die menschliche Note soll den Kandidaten beim Wahlvolk sympathisch erscheinen lassen. In der Rubrik<br />
&quot;Jugendsünden&quot; gibt es vom kleinen Al jedoch kaum etwas zu berichten. Mit Alter von 12 Jahren soll er zwar einen Truck mit<br />
Steinen beworfen haben, der Nachteil für Al war aber, dass dies ausgerechnet in einem Wahljahr passierte und er<br />
auf Geheis seines Vaters vorsorglich Entschuldigungsbriefe an diverse Trucking-Companies schreiben musste.<br />
Anstatt mit Lausbuben-Streichen zu glänzen, saß Al Gore lieber auf dem Schoß des damaligen Vizepräsidenten<br />
Richard Nixon oder hörte an der anderen Leitung zu, wenn sein Vater mit Präsident Kennedy telefonierte. Schon<br />
früh schnupperte er große Politik.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zweifellos ist Al Gore der absolute Politprofi. George W. Bush müsste demnach der Außenseiter sein.<br />
Dass dem nicht so ist, hängt vor allem mit Gores schlechtem Image zusammen. Je mehr er dagegen ankämpft,<br />
desto unglaubwürdiger wirken die Versuche, die jedermann durchschaut. George W. Bush ist kein Intellektueller,<br />
er versucht sich auch nicht als solcher zu präsentieren. Es hat ihm daher auch nicht geschadet, dass er in einem<br />
Interview einige Fragen zur Außenpolitk falsch beantwortete.<br />
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<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Reagan und Clinton hatten gemeinsam, dass sie beide von Liberalen bzw. Konservativen heftig kritisiert wurden.<br />
Beide waren vor allem sehr beliebt in der Bevölkerung und konnten deshalb politisch überleben. Die wenigsten<br />
Amerikaner wählen nach parteipolitischen Gesichtspunkten, die Person des Kandidaten und dessen Popularität<br />
entscheidet. Es ist also die Verpackung die zählt, nicht der Inhalt. Gore oder Bush &#8211; das ist die große Frage.<br />
Wen mögen die Amerikaner, wem schenken sie ihr Vertrauen: dem Klassenclown George W. Bush oder dem<br />
Streber Al Gore? Die Entscheidung wird aus dem Bauch heraus getroffen, nicht mit dem Kopf. More show than go:<br />
Ein Wahlkampf-Trend, der sich auch jenseits des Atlantiks immer mehr durchsetzt.</span></p>
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