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	<title>abackhaus &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>abackhaus &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Über 15.000 Menschen demonstrierten gegen Vorratsdatenspeicherung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ueber-15000-menschen-demonstrierten-gegen-vorratsdatenspeicherung-3523/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Foebud e.V.]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
&#160;
</p>
<p>
Am 22.9. gingen in Berlin <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/142/1/" title="Bericht der Veranstalter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 15.000 Bürger</a> auf die Straße, um unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“ gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung zu demonstrieren. Die Demo, zu der im Vorfeld insgesamt 55 Organisationen
aufgerufen hatten, war nach Aussage des Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, die größte ihrer Art zu den Themen Bürgerrechte und Datenschutz seit der Volkszählung im Jahre 1987. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
&nbsp;
</p>
<p>
Am 22.9. gingen in Berlin <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/142/1/" title="Bericht der Veranstalter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 15.000 Bürger</a> auf die Straße, um unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“ gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung zu demonstrieren. Die Demo, zu der im Vorfeld insgesamt 55 Organisationen<br />
aufgerufen hatten, war nach Aussage des Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, die größte ihrer Art zu den Themen Bürgerrechte und Datenschutz seit der Volkszählung im Jahre 1987. <!--break-->Die Teilnehmer stammten aus den unterschiedlichsten Richtungen der Gesellschaft: So waren sowohl politisch engagierte Junge Liberale und Linke, als auch Mitglieder des Chaos Computer Clubs und von Ärzteverbänden vertreten. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Linksradikalen und der Polizei. Die Veranstalter warfen beiden Gruppen Fehlverhalten vor und betonten den überwiegend friedlichen und toleranten Charakter der Demonstration.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wikipedia soll verlässlicher werden</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wikipedia-soll-verlaesslicher-werden-3526/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[Die deutschsprachige Community der Online-Enzyklopädie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Pressemitteilungen/Gesichtete_und_gepr%C3%BCfte_Versionen" title="Pressemitteilung von Wikipedia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia hat angekündigt</a>, ab November 2007 mit einem neuen System die Verlässlichkeit der Artikel erhöhen zu wollen. In Zukunft sollen Nutzer Artikel als „gesichtete Version“ oder als „geprüfte Version“ kennzeichnen können. Gesichtet ist ein Artikel, wenn er frei von so genannten „Schmierereien“ ist.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutschsprachige Community der Online-Enzyklopädie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Pressemitteilungen/Gesichtete_und_gepr%C3%BCfte_Versionen" title="Pressemitteilung von Wikipedia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia hat angekündigt</a>, ab November 2007 mit einem neuen System die Verlässlichkeit der Artikel erhöhen zu wollen. In Zukunft sollen Nutzer Artikel als „gesichtete Version“ oder als „geprüfte Version“ kennzeichnen können. Gesichtet ist ein Artikel, wenn er frei von so genannten „Schmierereien“ ist.<br />
<!--break--></p>
<p>
Diese Kennzeichnung können Benutzer vornehmen, die schon länger Mitglied der Wikipedia-Community sind und bereits an Überarbeitungen mitgearbeitet haben. Somit könnten Leser qualitativ minderwertige Beiträge schnell filtern. Geprüft ist ein Artikel erst, wenn er nach Meinung eines Prüfers weder falsche Aussagen noch verfälschende Lücken enthält.
</p>
<p>
Prüfer sollen nur Benutzer mit dem entsprechenden Fachwissen werden können. Es sollen aber weiterhin sämtliche in der Wikipedia zusammengetragenen Artikel zur Verfügung stehen. Auf diesem Wege soll der Balanceakt des Projekts zwischen Offenheit und Transparenz einerseits und verbesserter Qualität andererseits fortgesetzt werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Demo gegen zunehmende Überwachung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/demo_gegen_zunehmende_uberwachung-3529/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Durchsuchung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Unter dem Motto <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/125/116/lang,de/" title="Demo " target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#34;Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn!&#34;</a>  startet am kommenden Samstag, den 22.09., um 14.30. eine Demonstration am Brandenburger Tor gegen die zunehmende Überwachung der Bürger. Die Aktion wird unter anderem vom <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/" title="AK Vorratsdatenspeicherung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung</a>, dem <a href="http://www.foebud.org/" title="Foebud e.V." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Foebud e.V.</a> und dem <a href="http://www.nnm-ev.de/" title="Netzwerk Neue Medien e.V." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzwerk Neue Medien e.V.</a>  unterstützt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Unter dem Motto <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/125/116/lang,de/" title="Demo " target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Freiheit statt Angst &#8211; Stoppt den Überwachungswahn!&quot;</a>  startet am kommenden Samstag, den 22.09., um 14.30. eine Demonstration am Brandenburger Tor gegen die zunehmende Überwachung der Bürger. Die Aktion wird unter anderem vom <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/" title="AK Vorratsdatenspeicherung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung</a>, dem <a href="http://www.foebud.org/" title="Foebud e.V." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Foebud e.V.</a> und dem <a href="http://www.nnm-ev.de/" title="Netzwerk Neue Medien e.V." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzwerk Neue Medien e.V.</a>  unterstützt.<!--break--></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linkliste Kommunen und das Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/linkliste-kommunen-und-das-netz-3278/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunen und das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommune]]></category>
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					<description><![CDATA[Behördengänge online erledigen, Weblogs und Bürgermeistern lesen und mitentscheiden im Internet
- welche Möglichkeiten Websites von Kommunen ihren Bürgern bieten und welche Online-Initiativen es gibt, zeigt unsere Linkliste.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Behördengänge online erledigen, Weblogs und Bürgermeistern lesen und mitentscheiden im Internet<br />
&#8211; welche Möglichkeiten Websites von Kommunen ihren Bürgern bieten und welche Online-Initiativen es gibt, zeigt unsere Linkliste.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.service-bw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Service<br />
Baden-Württemberg</b></a><br />
Hier präsentiert sich die Verwaltung des Landes Baden-Württemberg<br />
im Netz. Sie stellt Informationen zu verschiedenen Lebenslagen sowie<br />
zahlreiche Verfahrensbeschreibungen bereit. Außerdem können<br />
die Bürger einen Wegweiser durch sämtliche Behörden<br />
des Landes abrufen.
</p>
<p>
<a href="http://www.vir-nordwest.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Virtuelle<br />
Region Nordwest</b></a><br />
Die Virtuelle Region Nordwest (ViRMw) ist ein interkommunaler Zusammenschluss<br />
in Niedersachsen und Bremen zur Entwicklung und Förderung von<br />
eGovernment-Kooperationen. Die Seite dient eher der Projektarbeit<br />
als der Informationsbereitstellung.
</p>
<p>
<a href="http://www.erlangen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Erlangen.de</b></a><br />
Die Stadt Erlangen hat für ihre Bürger ein eigenes eGovernment-Center<br />
eingerichtet, über das zahlreiche elektronische Dienste in<br />
Anspruch genommen werden können.
</p>
<p>
<a href="http://www.domap.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Virtuelles<br />
Rathaus Dortmund</b></a><br />
Das virtuelle Rathaus der Stadt Dortmund ermöglicht es den<br />
Bürgern, nach einer entsprechenden Registrierung rechtsverbindliche<br />
Vorgänge online in Form einer digitalen Arbeitsmappe gegenüber<br />
der Stadtverwaltung in Auftrag zu geben.
</p>
<p>
<a href="http://www.laichingen.de/tools/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Weblog<br />
Friedhelm Werner, Bürgermeister von Laichingen</b></a><br />
Das Online-Tagebuch des Laichinger Bürgermeisters Friedhelm<br />
Werner, welches leider nicht mehr aktualisiert wird.
</p>
<p>
<a href="http://www.deutschland-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Deutschland<br />
online</b></a><br />
Hier präsentieren Bund, Länder und Gemeinden noch recht<br />
unscheinbar ihre nationale E-Government-Strategie. Ziel ist ein<br />
integriertes E-Government aller Verwaltungsebenen.
</p>
<p>
<a href="http://www.mehr-demokratie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Mehr<br />
Demokratie e.V.</b></a><br />
Der gemeinnützige Verein Mehr Demokratie e. V. besteht bereits<br />
seit 1988 und hat derzeit mehr als 4500 Mitglieder. Sein Ziel ist<br />
es, das Recht auf Volksabstimmung in Gemeinden und Ländern,<br />
im Bund und in der Europäischen Union zu stärken und faire<br />
Abstimmungen durchzusetzen.
</p>
<p>
<a href="http://www.buerger-entscheiden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>buerger-entscheiden.de</b></a><br />
Die Internetpräsenz einer aktuellen Bürgerinitiative aus<br />
Berlin zur Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung.
</p>
<p>
<a href="http://www.ecin.de/state-of-the-art/egovernment/index-2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Ecin.de</b></a><br />
Ein Beitrag aus dem Jahr 2005 zum Stand des eGovernment in Deutschland,<br />
zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bank Research.
</p>
<p>
I<b><a href="http://www.infora.de/inc/set.php?subject=veranstaltungen_bericht22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NFORA.de</a><br />
</b>Eine Erhebung der INFORA Unternehmensberatung aus dem Jahr<br />
2007 unter deutschen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, die nach<br />
wie vor einen großen Nachholbedarf im europäischen Vergleich<br />
sieht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Politiker im Video-Podcast der Initiative ProDialog</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politiker_im_videopodcast_der_initiative_prodialog-3531/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog]]></category>
		<category><![CDATA[Videocast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Die überparteiliche Initiative <a href="http://www.prodialog.org/" title="ProDialog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ProDialog</a> hat ein neues Format in Form eines Video-Podcasts gestartet: <a href="http://www.prodialog.org/content/presse/pressestimmen/dialog?datei=koehler" title="Im Dialog mit..." target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Im Dialog mit...“</a> präsentiert einmal monatlich junge Politiker der Bundesparteien im persönlichen Gespräch mit der Vorsitzenden der Initiative Kerstin Plehwe. Ziel ist es, den engagierten politischen Nachwuchs einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und in den Gesprächen auch den Menschen, der hinter dem Beruf des Politikers steht, in den Vordergrund zu rücken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Die überparteiliche Initiative <a href="http://www.prodialog.org/" title="ProDialog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ProDialog</a> hat ein neues Format in Form eines Video-Podcasts gestartet: <a href="http://www.prodialog.org/content/presse/pressestimmen/dialog?datei=koehler" title="Im Dialog mit..." target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Im Dialog mit&#8230;“</a> präsentiert einmal monatlich junge Politiker der Bundesparteien im persönlichen Gespräch mit der Vorsitzenden der Initiative Kerstin Plehwe. Ziel ist es, den engagierten politischen Nachwuchs einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und in den Gesprächen auch den Menschen, der hinter dem Beruf des Politikers steht, in den Vordergrund zu rücken.<!--break--></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weltrettung per Mausklick</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/weltrettung_per_mausklick-3533/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de]]></category>
		<category><![CDATA[taz.de]]></category>
		<category><![CDATA[BerlinInAugust]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Die <a href="http://www.taz.de/index.php?id=start&#38;art=4867&#38;id=internet-artikel&#38;src=SZ&#38;cHash=6230b9cc9a" title="Weltrettung per Mausklick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz berichtet</a> über die kürzlich von politik-digital.de veranstaltete <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/mhenschke_berlininaugust_ueberblickartikel070816.shtml" title="Berlin in August" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz zum Thema eDemocracy</a>.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Die <a href="http://www.taz.de/index.php?id=start&amp;art=4867&amp;id=internet-artikel&amp;src=SZ&amp;cHash=6230b9cc9a" title="Weltrettung per Mausklick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz berichtet</a> über die kürzlich von politik-digital.de veranstaltete <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/mhenschke_berlininaugust_ueberblickartikel070816.shtml" title="Berlin in August" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz zum Thema eDemocracy</a>.<!--break--></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Bundestag für Kinder</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-bundestag-fuer-kinder-3534/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/der-bundestag-fuer-kinder-3534/</guid>

					<description><![CDATA[Unter <a href="http://www.kuppelkucker.de/" title="Kuppelkucker" target="blank" rel="noopener noreferrer">www.kuppelkucker.de</a> stellt der Deutsche Bundestag seit neustem ein Internetangebot für Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren bereit. Junge Politikinteressierte können sich durch die verschiedenen Einrichtungen des Bundestags klicken und lernen den Weg von einer Idee hin zu einem fertigen Gesetz kennen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter <a href="http://www.kuppelkucker.de/" title="Kuppelkucker" target="blank" rel="noopener noreferrer">www.kuppelkucker.de</a> stellt der Deutsche Bundestag seit neustem ein Internetangebot für Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren bereit. Junge Politikinteressierte können sich durch die verschiedenen Einrichtungen des Bundestags klicken und lernen den Weg von einer Idee hin zu einem fertigen Gesetz kennen.<br />
<!--break--></p>
<p>
Außerdem kann ein Lexikon mit den wichtigsten Begriffen rund um den Bundestag abgerufen werden. Für kurzweilige, wenn auch nicht sonderlich anspruchsvolle Unterhaltung sorgen mehrere Spiele. Die Webseite kommt zwar im chicen Flash-Design daher, verwendet jedoch eine Schriftgröße, die für manches Kind zu klein sein dürfte. Auch fehlt eine Navigation durch den kompletten Inhalt der Seite. Wie gut, dass deren Macher ihren Besuchern ein Kontaktformular für Kritik und Verbesserungsvorschläge anbieten.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://moresexappealinpolitics.files.wordpress.com/2007/09/bundestagfuerkinder.jpg" title="Screenshot kuppelkucker.de" alt="Screenshot kuppelkucker.de" height="292" width="332" />
</div>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Claudia Roth: Ja zu ISAF, Nein zu Tornados!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/claudia-roth-ja-zu-isaf-nein-zu-tornados-3615/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/claudia-roth-ja-zu-isaf-nein-zu-tornados-3615/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[tagessschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tornadoeinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Roth]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/claudia-roth-ja-zu-isaf-nein-zu-tornados-3615/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Mittwoch, 19. September, war die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zu Gast im tagesschau-Chat
in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Mittwoch, 19. September, war die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politikinteressierte, herzlich<br />
Willkommen im tagesschau-Chat! Im ARD-Hauptstadtstudio ist jetzt<br />
alles bereit für Ihre Fragen an die Grünen-Vorsitzende<br />
Claudia Roth. Vielen Dank, Frau Roth, dass Sie sich Zeit für<br />
den Chat genommen haben. Wir haben ja vorab bereits Fragen gesammelt<br />
und mit der top-bewerteten Frage starten wir auch:
</p>
<p>
<b>Frager:</b> Was geht einem durch den Kopf, wenn man<br />
mit seiner (richtigen?) Meinung bei der Basis nicht ankommt und<br />
sich der unbequemen Wahrheit stellen muss, dass sie anders stimmt,<br />
als man es für erforderlich hält? Sind Reinhard Bütikofer<br />
und mit ihm die ganze Führung von Bündnis90/Die Grünen<br />
desavouiert?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Also einen schönen Mittag erstmal.<br />
Da geht einem viel durch Kopf und Herz und natürlich ist es<br />
eine Niederlage, wenn ein Antrag, der von Bundesvorstand und Parteirat<br />
unterstützt wird, nicht Leitantrag auf einem Parteitag wird.<br />
Aber &#8211; und ich betone das aber &#8211; mit dem Beschluss, der jetzt eine<br />
große Zustimmung bekommen hat, bin ich sehr zufrieden, weil<br />
er die wichtigen Anliegen für die zukünftige Afghanistanpolitik<br />
sehr verantwortlich beschreibt. Er geht an manchen Punkten weiter<br />
als der Antrag des Bundesvorstandes, aber er besteht mit Recht auf<br />
der Notwendigkeit eines umfassenden Strategiewechsels: Was den zivilen<br />
Aufbau angeht, aber was auch und vor allem die militärische<br />
Strategie betrifft. Also: Niederlage für die Führungsebenen,<br />
Erfolg für eine Partei, die sich vor inhaltlichen Auseinandersetzungen<br />
nicht wegduckt und Verantwortung für Afghanistan übernehmen<br />
will.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/croth85x.jpg" alt="Claudia Roth" height="102" width="85" /><br />
<i>Claudia Roth</i><br />
<i>Bundesvorsitzende der Grünen</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wenn man die Bilder vom Parteitag sieht<br />
&#8211; die Mienen der Führung: Sie waren völlig überrascht,<br />
hat man den Eindruck.
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Ich war nicht überrascht, was<br />
das eindeutige Nein zu den Tornados angeht, was ja von Anfang an<br />
auch meine Position war. Ich war hoch erfreut, dass Positionen wie<br />
&quot;Raus aus Afghanistan&quot; oder &quot;Mehr Militär für<br />
Afghanistan&quot; nur eine klitzekleine Zustimmung bekommen haben.<br />
Ich war überrascht den deutlichen Vorsprung den der Basisantrag<br />
hatte, ja.</p>
<p><b>Moderator:</b> Die Top 2 aus den Vorab-Fragen passt<br />
dazu:
</p>
<p>
<b>chancelor:</b> Warum hat die Parteispitze nicht einen<br />
Punkteplan für einen konkreten Strategiewechsel in Afghanistan<br />
entwickelt und diesen auf der Sonder-Bundesdelegierten zur Abstimmung<br />
gestellt? Ein Versäumnis? Hätte dadurch nicht ein besserer<br />
Kompromiss gefunden werden können?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Sowohl im Antrag des Bundesvorstandes<br />
als auch im jetzt beschlossenen Antrag wird sehr ausführlich<br />
beschrieben, wie ein Strategiewechsel aussehen muss &#8211; kein Dissens.<br />
Er fängt an mit einer deutliche Prioritätensetzung für<br />
den zivilen Aufbau, der sich endlich auch in der Fläche in<br />
Afghanistan auswirken muss, fordert ,den Polizei- und Justizaufbau<br />
massiv zu verstärken, beschäftigt sich mit der Frage einer<br />
erfolgreichen Drogenpolitik und Korruptionsbekämpfung und mit<br />
der Unterstützung eines innerafghanischen Aussöhnungsprozesses.<br />
Wir wollten mit dem Bundesvorstandsantrag nicht nur darüber,<br />
sondern eben auch über die unterschiedlichen militärischen<br />
Komponenten abstimmen lassen. Also: Nein zu Operation Enduring Freedom<br />
(OEF), Abzug der deutschen Soldaten aus OEF, Ja zu einer militärischen<br />
Komponente von Isaf als Assistenz beim Wiederaufbau und &#8211; wie jetzt<br />
eindeutig beschlossen &#8211; Nein zum Tornado-Einsatz. Der Unterschied<br />
war, dass im Bundesvorstandsantrag eine Empfehlung an die Bundestagsfraktion,<br />
was den Umgang mit dem zusammengelegten Mandat angeht, weniger eindeutig<br />
war, als die jetzt vom Parteitag beschlossene Empfehlung der &quot;Nichtzustimmung&quot;.
</p>
<p>
<b>mrtschi:</b> Noch mal ein Hallo Frau Roth. Meine Frage:<br />
Wie schafft man es, von der Managerin der linkesten Band aller Linken<br />
zur grünen Realo-Politikerin zu werden? Wo sind da Ihre Ideale<br />
geblieben? Ist der Traum aus?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Ja, aber ich werde alles geben,<br />
dass er Wirklichkeit wird. Ich bin linke Grüne, das bleibe<br />
ich auch und auch deswegen versuche ich, die realen Verhältnisse,<br />
auch Gewaltsituationen, wie wir sie in Afghanistan finden, nicht<br />
auszublenden. Linke Politik heute kann nicht sagen: &quot;Der Abzug<br />
aus Afghanistan schützt Deutschlands Sicherheit.&quot; Das<br />
ist doppelt falsch. Erstens gibt es Verantwortung für die Menschen<br />
in Afghanistan und zweitens hat die Entwicklung in Afghanistan in<br />
einer globalen Welt unmittelbare Auswirkung auch auf unser Leben.<br />
Aber gut, dass Sie Scherbenfan sind. Das eint uns!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch mal zur Psychologie der PolitikerInnen:<br />
Cillian: Was halten Sie von der Theorie, dass mit fortgeschrittener<br />
Karriere in der Politik und der Gewöhnung an Machtpositionen<br />
auch ein Verlust von Idealen wie z.B. Pazifismus einhergeht?</p>
<p><b>Claudia Roth:</b> Die Gefahr ist groß, sich in<br />
der vermeintlichen Zitadelle der Macht einzuschließen. Dass<br />
das nicht gelingt, dafür sorgt und garantiert die grüne<br />
Partei, wie wir in Göttingen erlebt haben. Weil sie immer wieder<br />
in intensiven Auseinandersetzungen darauf besteht, sich auseinander<br />
zusetzen mit Situationen, in denen Ideale in Widerspruch geraten<br />
können. Wenn Menschenrechte und Pazifismus gegeneinander stehen,<br />
gibt es keine einfachen Antworten auf diese schwierige Frage und<br />
deswegen machen wir es uns nicht leicht und deswegen diskutieren<br />
wir stundenlang auf allen Ebenen der Partei &#8211; anders als jede andere<br />
Partei in diesem Land &#8211; über die einzig wichtige Frage: Was<br />
ist der richtige Weg für Afghanistan? Und wie kann deutsche<br />
und internationale Politik dazu beitragen, dass in einem geschundenen<br />
Land in einer höchst fragilen Region so etwas wie Perspektive<br />
auf Frieden und politische Lösungen überhaupt entstehen<br />
kann?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Nachfragen zu Isaf und OEF:
</p>
<p>
<b>steno:</b> Wie soll die Sicherheit von Isaf ohne OEF<br />
gewährleistet werden?</p>
<p><b>frager:</b> Isaf ist nicht ohne OEF möglich, wie<br />
kann man OEF ablehnen, aber dann immer noch für Isaf sein?<br />
Dann muss man doch beides zusammen beschließen, oder zusammen<br />
ablehnen!
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Tatsache ist, dass OEF Isaf gefährdet.<br />
OEF, sprich der „War on Terror&quot;, ist gescheitert, weil<br />
er als Krieg gegen die Zivilbevölkerung verstanden werden muss.<br />
Die so genannten &quot;Kollateralschäden&quot; haben Hass,<br />
Distanz, Vertrauensverlust und eine Eskalationsspirale der Gewalt<br />
erzeugt. OEF ist nicht Assistenz beim zivilen Aufbau in Afghanistan<br />
und gefährdet deswegen die Isaf-Mission. OEF hat auch dazu<br />
beigetragen, dass demokratische und rechtsstaatliche Kriterien diskreditiert<br />
wurden und werden, wenn Menschen wie Murat Kurnaz in rechtsfreien<br />
Räumen wie in Kandahar die Menschenwürde versagt wird.<br />
Aber solange es keine eigene afghanische Armee und keine eigene<br />
afghanische Polizei gibt, also eine eigene afghanische Sicherheitsstruktur,<br />
sind wir Grünen der Auffassung, dass eine militärische<br />
Komponente wie Isaf im Norden des Landes notwendig ist, um den zivilen<br />
Aufbau abzusichern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weniger OEF heißt, mehr Isaf.<br />
Wenn OEF im Süden Afghanistans nicht mehr agieren soll, müsste<br />
das Isaf tun &#8211; mit der Konsequenz, viel mehr Nato-Soldaten auch<br />
dort zu stationieren &#8211; auch Deutsche.
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Ich lehne die Ausweitung der Bundeswehr<br />
auf den Süden ab, auch um den Norden nicht zu destabilisieren.<br />
Noch einmal: Ich sage Ja zu einer militärischen Komponente<br />
Isaf, aber das Problem ist, dass es eine Prioritätensetzung<br />
auf das Militärische gibt und nicht auf den hinterherhinkenden<br />
zivilen Aufbau. Der Tornadoeinsatz kostet mit achtzig Millionen<br />
Euro genauso viel wie für sechs Jahre Polizeiaufbau verwandt<br />
wurde. Es gibt eine eklatante Unausgewogenheit und Asymmetrie zwischen<br />
zivilem und militärischem Engagement. Afghanistan wird nicht<br />
mit mehr Militär aufgebaut, sondern muss endlich international<br />
koordiniert den zivilen, den politischen Aufbau in den Vordergrund<br />
stellen. Man könnte beispielsweise die fünfhundert Soldaten,<br />
die für den Tornado-Einsatz zuständig sind, viel sinnvoller<br />
für die Ausbildung der afghanischen Armee einsetzen. Also nicht<br />
mehr Militär, sondern eine präzisere und klarere Aufgabenstellung.</p>
<p><b>Petzibaer:</b> Hallo Frau Roth. Würden Sie ihre<br />
Meinung ändern, wenn sich jetzt z.B. morgen ein Selbstmordattentäter<br />
aus Afghanistan am Marienplatz in die Luft sprengt?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Nein. Warum? Mit Tornados kann ich<br />
beim besten Willen einen Selbstmordattentäter am Münchner<br />
Marienplatz nicht aufhalten.</p>
<p><b>gruenes Vorstandsmitglied:</b> Frau Roth, was würden<br />
Sie mir als Vorstand in einem grünen Ortsverband, der dem realpolitischen<br />
Flügel angehört und dieses verheerende Abstimmungsergebnis<br />
als persönlichen Tiefschlag wertet, raten und wie sehen Sie<br />
die Zukunft des realpolitischen Lagers in unserer Partei?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Lieber grüner Freund, ich würde<br />
Dir und Euch raten, den tatsächlichen Beschluss und nicht seine<br />
Interpretation in den Vordergrund zu stellen und deutlich zu machen:<br />
Erstens: Wir sind die einzige Partei, die Kontroversen nicht scheut.<br />
Zweitens geht es bei uns nicht um das &quot;Ob&quot;, sondern um<br />
die Frage &quot;Wie sieht Verantwortung für Afghanistan aus?&quot;<br />
Drittens gibt es viele Ansatzpunkte im jetzigen Beschluss, auf dem<br />
aufgebaut werden kann mit einer übergroßen auch realpolitischen<br />
Zustimmung in der Partei. Und viertens gibt es viele Punkte wo sich<br />
der innerparteiliche Streit lohnt.
</p>
<p>
<b>Koeniginderhanse:</b> Liebe Frau Roth, wie beurteilen<br />
Sie vor dem Hintergrund der aktuellen BDK-Beschlüsse den Vorstoß<br />
eines führenden FDP-Politikers von letzter Woche, mittelfristig<br />
eine Fusion von Grünen und FDP, &quot;altem&quot; und &quot;neuem&quot;<br />
Bürgertum anzustreben?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Unabhängig von dem Beschluss<br />
der BDK ist der Vorschlag eines FDP-Politikers kompletter Schmarrn<br />
und bitte ersparen Sie mir, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen.<br />
Der Liberalismus ist schon lange bei uns angekommen. Aber was Bände<br />
spricht, ist die freche Reaktion des Parteivorsitzenden Westerwelle<br />
auf unseren Parteitagsbeschluss. Eine Partei, die gegen Unifil gestimmt<br />
hat .- warum auch immer -, die für Afghanistan stimmen wird<br />
&#8211; warum auch immer &#8211; zeichnet sich vor allem durch außenpolitische<br />
Beliebigkeit und Unglaubwürdigkeit aus, also keine seriöse<br />
Auseinandersetzung mit der Frage &quot;Was ist denn bitteschön<br />
gut für Afghanistan?&quot;</p>
<p><b>Marcus:</b> Liebe Claudia, was sagst Du dazu, dass<br />
die Presse den Antrag so falsch darstellt? Was ist Deine Meinung<br />
zu Cohn-Bendit, der sich meiner Meinung nit einem schwierigen Thema<br />
umzugehen, offensichtlich schwer zu vermitteln ist. Falsch ist:<br />
Die Grünen seien vor 99 zurückgefallen. Falscach in der<br />
Presse unmöglich gemacht hat?</p>
<p><b>Claudia Roth:</b> Ich bedaure sehr, dass in Teilen<br />
der Öffentlichkeit ein völlig falsches Bild von dem Beschluss<br />
gezeichnet wird und der Versuch, differenziert mit einem schwierigen<br />
Thema umzugehen, offensichtlich schwer zu vermitteln ist. Falsch<br />
ist: Die Grünen seien vor 99 zurückgefallen. Falsch ist:<br />
Die Grünen wollten das Militär abziehen. Richtig ist:<br />
Die Grünen sind nicht bereit, sich einem interessengeleiteten<br />
Manöver der Bundesregierung, das das Tornado- mit dem Isaf-Mandat<br />
zusammengelegt hat, vorauseilend zu unterwerfen. Danys Äußerungen<br />
sind scharf zu kritisieren, weil er dazu beiträgt, dass der<br />
Beschluss falsch interpretiert wird und der Fraktionsvorsitzende<br />
der Grünen im Europäischen Parlament sollte seine Partei<br />
nicht als Kindergarten bezeichnen, sondern stolz darauf sein, dass<br />
und wie bei uns um inhaltliche Positionen gerungen wird. Dass Daniel<br />
Cohn-Bendit mit seiner Position auf dem Parteitag nur knapp ein<br />
Viertel der Delegierten hinter sich bringen konnte, sollte dazu<br />
führen, dass er seine Position überdenkt und nicht die<br />
Partei beschimpft.</p>
<p><b>Moderator:</b> Aber immerhin ein Viertel &#8211; und mit<br />
Herzblut argumentiert er auch: Da ähneln sie sich doch ein<br />
bisschen?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth: </b>Ja und deswegen bin ich ja froh,<br />
dass diese Young Rebels auch im Älterwerden jung bleiben.</p>
<p><b>LennartAGoe:</b> Hallo Frau Roth. Wie erklären<br />
Sie sich das Ergebnis der Abstimmung? Eigentlich ist dieses Ergebnis<br />
&quot;realpolitisch&quot; überhaupt nicht tragbar (ohne hier<br />
in die anklagenden Worte der Parteigegner verfallen zu wollen).<br />
Kann es sein, dass das Ergebnis mehr als ein Aufruf der Basis, die<br />
mehr Mitsprache und Anhörung fordert, verstanden werden muss?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Ich glaube, dass das Ergebnis auch<br />
realpolitisch tragbar ist, weil es überhaupt nicht mit einer<br />
politischen Verantwortung für Afghanistan bricht. Richtig ist,<br />
dass ich in diesem Ergebnis die Gefahr einer Entfernung von Parteigremien<br />
an der Spitze der Partei zur Basis sehe. Das muss besser werden,<br />
da müssen wir uns deutlich anstrengen, denn das Gründungsadjektiv<br />
&quot;basisdemokratisch&quot; ist und bleibt ein hoher Wert in unserer<br />
Partei.</p>
<p><b>FlyingV:</b> In der grünen Basis waren wir uns<br />
bei einer Diskussion gestern einig, dass diejenigen in der Fraktion,<br />
die bei der Bundestagsabstimmung dem Einsatz entgegen des Beschlusses<br />
der BDK für den Einsatz stimmen, den Kontakt zur Basis verloren<br />
haben und diese nicht mehr vertreten. Sehen die &quot;Parteioberen&quot;<br />
nicht die Gefahr, bei den nächsten Wahlen abgesetzt oder in<br />
den nächsten Listen nicht mehr aufgestellt zu werden?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Ich bin nach der gestrigen Sitzung<br />
der Bundestagsfraktion davon überzeugt, dass der Beschluss<br />
des Parteitages sehr ernst genommen wird, dass er respektiert wird.<br />
Gleichwohl gibt es aus gutem Grund bei uns kein &quot;imperatives<br />
Mandat&quot;. Das heißt, dass Abgeordnete aufgrund einer schwierigen<br />
Gewissensentscheidung auch zu einem anderen Abstimmungsverhalten,<br />
als das vom Parteitag beschlossene kommen können. Das ist Ausdruck<br />
einer politischen Kultur, die selbstverständlich dann in entsprechenden<br />
Parteigremien zu begründen ist.</p>
<p><b>midaseal:</b> Ein Parteitag steht an, erwarten Sie<br />
nach den Sachfragen jetzt eine Personaldebatte, vielleicht sogar<br />
die Wiederbelebung des Rotationsprinzips?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Eine Personaldebatte steht in Nürnberg<br />
nicht auf der Tagesordnung, wohl aber schwierige, sehr interessante<br />
Sachauseinandersetzungen. Wir werden über die Zukunft des sozialen<br />
Rechtsstaats (Betonung auf sozial) diskutieren, wenn wir die Kontroverse<br />
über Grundeinkommen und Grundsicherung führen. Wir diskutieren<br />
über grüne Marktwirtschaft und über den Rechtsstaat<br />
(Betonung auf Recht, was unserem Innenminister abhanden gekommen<br />
zu sein scheint).
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch Top 3 unserer Vorabfragen:
</p>
<p>
<b>chancelor:</b> Widerspricht es sich nicht, wenn die<br />
Grünen auf der einen Seite in der Debatte um die Innere Sicherheit<br />
Online-Durchsuchungen ablehnen, bei der Sicherung ausländischer<br />
Einsätze jedoch Spionage-/Aufklärungsflüge für<br />
zulässig erklären? Sollte nicht erst einmal eine grundsätzliche<br />
Debatte geben, welche Maßnahmen zur Gewährleistung der<br />
Sicherheit die Grünen befürworten?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Sehr geehrter Herr Kanzler, selbstverständlich<br />
ist es richtig, die Debatte um Freiheit und Sicherheit genau in<br />
dieser Balance sowohl innen- als auch außenpolitisch zu führen.<br />
Der Tornado-Einsatz in Afghanistan wurde mit übergroßer<br />
Mehrheit abgelehnt. Gründe dafür: Priorität auf den<br />
militärischen Aspekt, aber auch die Unsicherheit, ob Aufklärungsmaterial<br />
nicht auch eingesetzt wird im Rahmen einer kontraproduktiven Kriegsführung<br />
in Afghanistan. Aufklärungsflüge haben, wenn sie eingebettet<br />
sind in eine militärische Strategie, die Assistenz beim Wiederaufbau<br />
ist, durchaus eine sinnvolle Funktion, nicht aber, wenn selbst der<br />
BND davor warnt, dass sie wahrgenommen werden als Teil eines US-geführten<br />
Luftkriegs. <br />
Zu den Online-Durchsuchungen: Ich würde mir sehr wünschen,<br />
dass alle TeilnehmerInnen dieses Chats mit dafür kämpfen,<br />
dass Bürgerrechte im Internet gewahrt bleiben und der große<br />
Netzangriff des Herrn Schäuble verhindert werden kann. Da dreht<br />
sich Orwell nämlich nicht nur im Grab um, sondern sagt, dass<br />
sein Roman kein Science-Fiction, sondern ein Historiendokument ist.</p>
<p><b>D.M. Schmid:</b> Guten Tag Frau Roth, wie sachlich<br />
kann man denn mit Mitgliedern anderer Parteien über Themen<br />
wie das Engagement in Afghanistan sprechen? Ist das jetzt schon<br />
Wahlkampf &#8211; auch weil die große Koalition langsam am Ende<br />
ist? Profitieren die Grünen davon oder macht es die Lage eher<br />
komplizierter?</p>
<p><b>Claudia Roth:</b> Die Reaktion von FDP, CDU/CSU und<br />
Linkspartei auf unseren Parteitagsbeschluss war nicht sachlich,<br />
sondern populistisch-wahlkämpferisch. Ich würde mir wünschen,<br />
dass wir es schaffen, verantwortlich Kontroversen auszutragen und<br />
nicht jedes wichtige Thema in Hinblick auf den Wahlkampf zu funktionalisieren.<br />
Aber wie soll ich mit einem Herrn Ramsauer seriös über<br />
Afghanistan diskutieren, dem zum Thema &quot;Genozid in Afrika&quot;<br />
nur einfällt: &quot;Was geht uns der schwarze Mann an?&quot;<br />
und Oskar Lafontaine, der verkündet, die Grünen seien<br />
beim Völkerrecht angekommen, der selbst aber Folter für<br />
legitim erachtet, hat den Boden des internationalen Rechts schon<br />
lange verlassen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Beim Thema andere Parteien: Wie finden<br />
die Abgeordneten der anderen Parteien die Kopplung des Isaf-Mandats<br />
mit dem Tornado-Mandat?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Das frage ich mich auch. Ich erlebe<br />
ein lautes Schweigen. Tatsache ist, im März wurde im Bundestag<br />
getrennt abgestimmt über Isaf und Tornados. Bis Ende August<br />
konnte davon ausgegangen werden, dass im Bundestag im Oktober getrennt<br />
über alle militärischen Komponenten abgestimmt werden<br />
kann, also OEF, Isaf und Tornados, was eine differenzierte Haltung<br />
möglich gemacht hätte. Im März haben 74 Abgeordnete<br />
der Koalitionsfraktionen gegen den Tornado-Einsatz gestimmt. Ganz<br />
offensichtlich wollte die Regierung eine Wiederholung verhindern<br />
und deswegen wird zusammengelegt, um Druck auf die Abgeordneten<br />
auszuüben und um behaupten zu können, eine Nichtzustimmung<br />
wäre ein Nein zu Isaf &#8211; was falsch ist! Ich betone: Ich möchte<br />
frei, Ja zu Isaf, und Nein zu den Tornados sagen können. Das<br />
verhindert die Bundesregierung mit ihrem Manöver. Auch deswegen<br />
ist für mich dieses Mandat nicht zustimmungsfähig.</p>
<p><b>Moderator:</b> Noch ein anderes Thema:
</p>
<p>
<b>Diablo:</b> Frau Roth, wie stehen Sie zu der Aussage<br />
vom Verteidigungsminister Jung, im Notfall entführte Passagierflugzeug<br />
abschießen zu lassen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Oder als moralisches Problem gefragt;<br />
was es ja auch ist:
</p>
<p>
<b>johwtal:</b> Frau Roth, stellen Sie sich vor, Sie<br />
wären Verteidigungsministerin. Ein von Terroristen gekapertes<br />
Flugzeug ist im Anflug auf ein Hochhaus in Frankfurt. Eine Evakuierung<br />
ist vollständig nicht mehr möglich. Abfangjäger begleiten<br />
die Passagiermaschine bereits. Welche Entscheidung würden Sie<br />
treffen? In dem Hochhaus arbeitet übrigens auf der 30. Etage<br />
Ihre Tochter/ Ihr Sohn?
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Die Aussagen von Jung zeigen, in<br />
welchem dramatischen Ausmaß die Union versucht, unseren Rechtsstaat<br />
in einen präventiven Überwachungsstaat zu verwandeln,<br />
in dem das Feindrecht gilt und in dem wir uns in einem permanenten<br />
Kriegszustand befinden. Dass ein amtierender Minister glaubt, sich<br />
&quot;einen Dreck scheren zu müssen, um das was das Bundesverfassungsgericht<br />
vorgegeben hat&quot;, ist ein bodenloser Skandal. Mir macht Angst,<br />
dass die Reaktion darauf so verhalten ist. Unser Rechtsstaat braucht<br />
auch und gerade in Zeiten terroristischer Bedrohung Hüter,<br />
die ihn schützen. Ja, es geht um Sicherheit, aber es geht um<br />
rechtsstaatliche Sicherheit. Ja, es geht um Sicherheit, aber es<br />
geht auch darum, die Freiheit zu sichern und auch in schwierigsten<br />
Situationen, wie der Entführung eines Kindes, heiligt der Zweck<br />
nicht die Mittel. Auch dann bleibt das Folterverbot bindend und<br />
auch in der Situation, die Sie beschrieben haben, muss das Grundgesetz<br />
Nummer Eins, die Menschenwürde, unser moralischer Imperativ<br />
sein, sonst haben wir den Kampf gegen den Terrorismus schon verloren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch ein Kommentar von:</p>
<p><b>mrtschi:</b> Ich wünsche Ihnen viel Glück<br />
und hoffe, dass es eines Tages zu diesem Traum kommt &#8211; auch wenn<br />
ich befürchte, dass die Menschen dieser Erde noch lange brauchen<br />
werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Und das war es leider schon wieder für<br />
heute. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer für Ihr Interesse<br />
und Ihre Fragen! Herzlichen Dank, Frau Roth, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind! Das tagesschau.de-Team wünscht noch einen schönen<br />
Tag!
</p>
<p>
<b>Claudia Roth:</b> Vielen herzlichen Dank auch von<br />
meiner Seite und nicht vergessen: Bürgerrechte auch im Internet!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Umweltschonender Fahrspaß ist das Ziel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/umweltschonender-fahrspass-ist-das-ziel-3614/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
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		<category><![CDATA[Thomas Weber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 18. September, war Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG und verantwortlich für die Konzernforschung und Entwicklung der Mercedes Car Group, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 18. September, war Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG und verantwortlich für die Konzernforschung und Entwicklung der Mercedes Car Group, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen im tagesschau-Chat!<br />
Unser Gast ist heute in Sindelfingen DaimlerChrysler-Vorstand Dr.<br />
Thomas Weber. Er ist zuständig für die Konzernforschung<br />
und die Entwicklung bei der Mercedes Car Group. Wie sieht die Zukunft<br />
des Autos aus? Reicht es, Fahrzeuge zu bauen, die weniger CO²<br />
produzieren? Welche Szenarios hat DaimlerChrysler für die Autowelt<br />
in 20 Jahren? Forschung und Entwicklung dürften in klimakritischen<br />
Zeiten für einen Autokonzern wichtiger sein als je zuvor &#8211;<br />
herzlichen Dank, Herr Weber, dass Sie Zeit für den tagesschau-Chat<br />
gefunden haben! Moderiert wird aus dem ARD-Hauptstadtstudio. Daher<br />
die Frage nach Sindelfingen: Herr Weber, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Jawohl, ich freue mich drauf und<br />
herzlich willkommen an alle Technikinteressierten. 
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tweber_85x.jpg" alt="Dr. Thomas Weber" height="120" width="85" /><br />
<i>Dr. Thomas Weber</i><br />
<i>DaimlerChrysler-Vorstand</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Beginnen wir damit:
</p>
<p>
<b>cphilips:</b> Wie stark ist das Bemühen der Entwicklungsabteilung,<br />
nachhaltige und langlebige Autos zu bauen? Das wäre zwar umweltfreundlich,<br />
würde aber die Absatzzahlen langfristig schwächen. Wie<br />
wird mit diesem Konflikt umgegangen? </p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie sprechen ein wichtiges Thema<br />
an: Wir haben in Frankfurt hierzu eine große Präsentation<br />
vorbereitet, die deutlich zeigt, dass wir uns mit der Frage der<br />
Zukunft der Mobilität beschäftigen. Mit 19 besonders umweltfreundlichen<br />
Fahrzeugen zeigen wir, wie wir uns die Zukunft der Mobilität<br />
vorstellen. Wir haben große Aktivität vor uns, das ist<br />
eine Kraftanstrengung. Wir glauben aber, dass wenn wir das gut machen<br />
und wir gute Ergebnisse abliefern, werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit<br />
auch auf den internationalen Märkten verbessern können.<br />
Nicht zuletzt durch die laufende Umweltdiskussion ist die Nachfrage<br />
nach umweltverträglichen Produkten stark angestiegen. Wir fühlen<br />
uns auf diesen neuen Trend, den wir insbesondere in Europa sehen,<br />
sehr gut vorbereitet.
</p>
<p>
<b>Gideon M.:</b> Was würde bzw. könnte geschehen,<br />
wenn es DaimlerChrysler nicht schafft, verbrauchsärmere Fahrzeuge<br />
herzustellen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> In der aktuellen Diskussion würden<br />
wir in einzelnen Regionen des Weltmarkts sicher damit unsere Wettbewerbsfähigkeit<br />
massiv gefährden. Ich denke hier insbesondere an Europa. Und<br />
deswegen ist es für uns auch gar keine Frage, auf eine solche<br />
Situation nicht entsprechend zu reagieren. Wir haben bereits vor<br />
einigen Jahren die Weichen ganz klar gestellt in Richtung zukunftsweisender<br />
Antriebe, mit denen wir in der Lage sind, die weltweit strengsten<br />
Verbrauchs- und Emissionsgesetze zu erfüllen. </p>
<p><b>Moderator: </b>Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass<br />
der Umweltschutz in anderen Region der Welt diese Bedeutung noch<br />
nicht hat. Wie schätzen Sie die Entwicklung dort ein?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie haben völlig Recht, die<br />
Diskussion zu Umweltfragen ist regional sehr unterschiedlich. Während<br />
wir in Saudi-Arabien keine Diskussion über den Verbrauch von<br />
Fahrzeugen haben, erkennen wir aber schon, dass selbst in Amerika<br />
in nur ganz wenigen Monaten sich die öffentliche Diskussion<br />
völlig verändert hat. Spritsparende Fahrzeuge werden deutlich<br />
mehr nachgefragt, der steigende Kraftstoffpreis und damit die wirtschaftliche<br />
Auswirkung auf den Kunden tut ein Übriges dazu, dass sich in<br />
wenigen Jahren die Diskussion völlig verändert hat. In<br />
Asien wird durch die extreme Zunahme des Verkehrs und durch die<br />
dadurch verursachte starke Luftverschmutzung in den großen<br />
Ballungszentren die Diskussion auch anders geführt. Das zeigt<br />
nicht zuletzt Peking mit den Vorbereitungen auf die Olympiade nächstes<br />
Jahr mit weitreichenden Maßnahmen bis hin zu Fahrverboten<br />
um saubere Luft zu garantieren. Europa ist sicher in der Diskussion<br />
an der Spitze, die anderen Länder werden aber schnell folgen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann hat sich diese Frage erledigt?</p>
<p><b>KaiJ:</b> Ist es überhaupt notwendig in die Entwicklung<br />
von verbrauchsärmeren und umweltfreundlichen Autos zu investieren,<br />
wenn in China, den USA und Mexiko weiterhin viele „Spritschlucker“<br />
fahren? Was tut DaimlerChrysler, um auch auf diesen Märkten<br />
das Umweltbewusstsein zu wecken? </p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Wir glauben, dass wir massiv in diese<br />
Technologie investieren müssen, nicht zuletzt weil die Energieressourcen<br />
begrenzt sind. Wir sind als Konzern in all diesen Ländern aktiv<br />
und beteiligen uns an der politischen Diskussion, rechtzeitig die<br />
Voraussetzungen zu schaffen, dass auch in diesen Ländern moderne<br />
Technologien eingesetzt werden können, die den Verbrauch reduzieren.</p>
<p><b>Alfred:</b> Wie kam es Ihrer Meinung nach dazu, dass<br />
gerade in einem Land wie der BRD, in dem Umweltschutz seit den 1980-er<br />
Jahren propagiert wurde, die Japaner in alternativen Antriebstechniken<br />
den deutschen Automobilbauern voran sind? Wie konnte es geschehen,<br />
die Weiterentwicklung der Hybridtechnologie so lange zu vernachlässigen?<br />
In einem Land, in dem die meisten Premium-Fahrzeuge der Welt hergestellt<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Interessante Fragestellung. Wir<br />
haben in unseren Forschungs- und Entwicklungslabors viele Hybridfahrzeuge<br />
gebaut und sie unter realen Bedingungen getestet und dabei immer<br />
wieder festgestellt, dass sie nur unter ganz spezifischen Bedingungen<br />
Vorteile gegenüber dem modernen Diesel bieten, z.B. dem Stop-and-go-Betrieb.<br />
Aufgrund der inzwischen eingetretenen technischen Entwicklung insbesondere<br />
auf der Batterieseite ist die Zeit heute reif, speziell für<br />
diese spezifischen Bedingungen unseren Kunden eine Produktpalette<br />
anzubieten, die eine Hybridoption als eine Wahlmöglichkeit<br />
vorsieht. Dieses Konzept haben wir in Frankfurt vorgestellt und<br />
sind damit gut aufgestellt im Wettbewerbsumfeld. Sicher besser als<br />
mit einem einzelnen, sehr spezifisch gestalteten Auto, wie es einzelne<br />
Wettbewerber schon früher vorgestellt haben, das sehr spezifisch<br />
Umweltbewusstsein adressiert und dabei andere Eigenschaften wie<br />
z.B. den Fahrspaß und Komfort vernachlässigt. </p>
<p><b>dsvere:</b> Die deutschen Hersteller sagen, dass e-Hybrid<br />
noch kein richtiges Thema ist, weil die Batterien noch nicht so<br />
weit sind &#8211; das Ausland sieht es offensichtlich anders. Wann gibt<br />
es deutsche taugliche Batterien?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Das Thema Batterien ist sicher DIE<br />
Schlüsseltechnologie für die sinnvolle Anwendung des Elektroantriebs<br />
in Form von Hybridkonzepten im Fahrzeug. Weltweit ist hier noch<br />
ein großer Nachholbedarf. Alle heutigen Hybridfahrzeuge, die<br />
bekannt sind, basieren auf der Nickel-Metall-Hydrid-Technologie,<br />
die bezogen auf viele technische Eigenschaften nicht wirklich optimal<br />
ist. Insbesondere kann nur bedingt wirklich elektrisch gefahren<br />
werden. Die Zukunft liegt in der Lithium-Ionen-Batterie-Technologie,<br />
die von MercedesBenz 2009 als erster serienmäßig in einem<br />
Hybridfahrzeug angeboten werden wird. Wir werden uns massiv darum<br />
kümmern, dass diese Zukunftstechnologie aus Deutschland heraus<br />
entwickelt wird.
</p>
<p>
<b>Gee:</b> Wie sieht es denn mit Solarautos aus? Solarzellen<br />
würden das Gewicht einer Batterie sparen.</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Wir haben dieses Thema immer wieder<br />
detailliert untersucht. Es gibt auch Anwendungen, z.B. Solarzellen<br />
auf dem Dach eines Autos, die genutzt werden können zur Stromerzeugung,<br />
beispielsweise zur Kühlung des Autos. In Summe ist eine breitere<br />
Anwendung bis heute gescheitert an den hohen spezifischen Kosten<br />
und den relativ geringen Wirkungsgraden solcher technologischen<br />
Anwendungen. Trotzdem werden wir die Entwicklung der Solartechnologie<br />
verfolgen als eine Möglichkeit, regenerativ Strom zu erzeugen,<br />
was für zukünftige Anwendungen auch in der Mobilität<br />
durchaus Sinn machen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage in Sachen Batterie: Sie haben<br />
gesagt, das ist eine Schlüsseltechnologie: Wer liegt da vorn?<br />
Wer kämpft (forscht) da gegen wen?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Ich denke, hier gibt es mehrere Lager.<br />
Ganz eindeutig forcieren die japanischen Automobilhersteller mit<br />
japanischen Zulieferern diese Technologie, stark auch getrieben<br />
von Erfolgen der Batterieentwicklung aus dem Sektor Handys/Laptops.<br />
Parallel dazu werden in den USA, aber auch in Europa im Moment Kräfte<br />
gebündelt derer, die von der Batterietechnologie heute etwas<br />
verstehen. Diese Bewegung steht aber noch ganz am Anfang. Wir rufen<br />
daher alle weltweit kompetenten Zulieferfirmen auf, sich an diesem<br />
Innovationswettbewerb zu beteiligen. Wir selbst werden unsere Forschungsergebnisse<br />
und Patente in solche Kooperationen gerne mit einbringen, um dieser<br />
Zukunftstechnologie zum Durchbruch zu verhelfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>Moonfruit:</b> Stichwort Wettbewerbsfähigkeit.<br />
Gehen die Forschungen und die Umsetzung bezüglich der die Umwelt<br />
schonenden Technologien zu Lasten des Geldbeutels ihrer Kunden?
</p>
<p>
<b>psn:</b> Wenn wir davon ausgehen, dass der Hybridmotor<br />
sich bei deutschen Autobauern durchsetzen wird, wie wird sich diese<br />
Technik auf den Fahrzeugpreis auswirken?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> All das, was wir derzeit an zusätzlicher<br />
Technik entwickeln und ins Auto bringen, um die Fahrzeuge noch verbrauchsärmer<br />
und umweltfreundlicher zu gestalten, kostet viel Geld. Unser Ziel<br />
ist es, durch Standardisierung und effiziente Prozesse dies so kostengünstig<br />
wie möglich zu machen. Parallel dazu versuchen wir, ein Gesamtpaket<br />
zu schnüren, so dass der Kunde außer Spritsparen und<br />
sauber fahren auch zukünftig das emotionale Fahrerlebnis hat.<br />
Dafür wird er auch bereit sein, etwas mehr zu bezahlen. Die<br />
Kunst wird sein, den Einstieg zu schaffen, wo wir sicher sehr viel<br />
mehr Kosten haben, als wir auf der Erlösseite zurückbekommen.<br />
Dies ist aber eine sinnvolle Investition in die Zukunft und wird<br />
sich langfristig für uns auszahlen.</p>
<p><b>der Siamese:</b> Wie sieht es mit der Zusammenarbeit<br />
mit BMW, VW und General Motors in Sachen Hybrid oder Dieselmotorenentwicklung<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Kooperationen auf allen Feldern<br />
der Zukunftstechnologie sind sinnvoll. Mit GM und BMW entwickeln<br />
wir gemeinsam in Troy (Michigan, USA) ein so genanntes 2Mode-Hybridsystem,<br />
das 2009 in der M-Klasse in Serie geht. Mit BMW entwickeln wir auch<br />
ein Hybridkonzept, das speziell für heckangetriebene Fahrzeuge<br />
insbesondere die Stop-and-go-Funktionalität und Rekuberationsmöglichkeiten<br />
bietet und damit hilft, Kraftstoff zu sparen. Mit Ford und Ballard<br />
in Kanada entwickeln wir den Brennstoffzellenantrieb, der uns emissionsfreies<br />
Fahren ermöglichen wird. In Summe wollen wir durch solche Entwicklungspartnerschaften<br />
Know-how bündeln, Ressourcen sparen und damit unseren Kunden<br />
eine Zukunftslösung schneller und kostengünstiger zur<br />
Verfügung stellen.
</p>
<p>
<b>RALF1979:</b> Warum setzen die Automobilhersteller<br />
nicht mehr auf den Einsatz von gasbetriebenen Fahrzeugen? Diese<br />
sind kostenseitig sehr attraktiv und stoßen zudem weniger<br />
CO2 aus.</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie haben Recht, diese Technologie<br />
hat Zukunftschancen. Mit das größte Problem war über<br />
viele Jahre die mangelnde Infrastruktur, das heißt, es waren<br />
schlicht zu wenig Tankstellen z.B. in Europa verfügbar, um<br />
sicher mit einem reinen Gasfahrzeug überall hinfahren zu können.<br />
Wir haben sowohl im Pkw-Bereich mit unserer E-Klasse ein so genanntes<br />
bivalentes Fahrzeug im Programm, das über mehrere hundert Kilometer<br />
rein mit Erdgas fahren kann und zusätzlich den normalen Verbrennungsmotor<br />
an Bord hat und damit kombiniert 1000 Kilometer fahren kann. Eine<br />
sehr wirtschaftliche und umweltschonende Zukunftstechnologie. Wir<br />
werden deswegen nächstes Jahr ein weiteres Gasfahrzeug in Serie<br />
bringen, den B107 NGT in der B-Klasse. Auch im Nutzfahrzeugbereich<br />
und hier insbesondere beim Sprinter gibt es vergleichbare Konzepte.</p>
<p><b>milchreis:</b> Wie stehen Sie zu dem Argument der Übermotorisierung?<br />
Ist diesbezüglich eine Veränderung geplant oder denken<br />
Sie, dass die Zielgruppe von DaimlerChrysler unnötig hohe PS-Zahlen<br />
sogar fordert?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Ich bin dankbar, dass ich hierzu<br />
Stellung nehmen kann. Was wir anstreben, ist eine möglichst<br />
hohe spezifische Leistung unserer Motoren. Wie in Frankfurt gezeigt,<br />
wird es damit möglich sein, schon durch leistungs- und drehmomentstarke<br />
4-Zylinder Fahrleistungen zu erreichen, die früher nur mit<br />
einem V8-Motor möglich waren und dabei gleichzeitig ein Verbrauchsniveau<br />
zu erzielen, das heute nur mit Kleinwagen möglich ist &#8211; beispielsweise<br />
5,4 Liter pro 100 km bei Autos im S-Klasse-Format. Das heißt,<br />
wir glauben, dass hier ein Umdenkungsprozess beginnt und Kunden<br />
verstärkt solche Fahrzeuge nachfragen werden, den Zielkonflikt<br />
Leistung und Verbrauch auflösen.
</p>
<p>
<b>mhaberl:</b> Wie stehen Sie zu der Forderung, die<br />
Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auf 130kmh zu senken?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In der Annahme, dass Sie kein Fan davon<br />
sind, erlaube ich mir mal die Erweiterung der Frage: Was bedeutet<br />
das Autobahn-Image für Mercedes?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Das Autobahn-Image ist kein Mercedes-spezifisches<br />
Merkmal, sondern ein Vorteil, den alle deutschen Hersteller insbesondere<br />
aus dem Premiumsegment gemein haben. Fahrzeuge, die für die<br />
spezifische Situation auf Autobahnen in Deutschland ausgelegt sind,<br />
haben nachweislich ganz andere, wesentlich härtere Sicherheitsstandards,<br />
z.B. durch besonders leistungsfähige Bremssysteme eingebaut.<br />
Dies honorieren unsere Kunden in aller Welt. Parallel dazu muss<br />
einfach gesagt werden, dass wir inzwischen nur noch ein bis zwei<br />
Prozent des gesamten Straßennetzes in Deutschland haben, in<br />
denen wir ohne Tempolimit unterwegs sein können. Damit ist<br />
das Potenzial, durch ein generelles Tempolimit Kraftstoff einzusparen,<br />
sehr gering. </p>
<p><b>Pega:</b> Autohersteller wie Daimler versuchen sich<br />
immer noch fast ausschließlich über ihre Produkte, also<br />
Pkw, zu profilieren. Müssten Sie nicht viel stärker intelligente<br />
Mobilitätskonzepte entwickeln und politisch vertreten, die<br />
etwa zwischen der Nutzung von Pkw auf dem Lande und in der Stadt<br />
oder in Industrie- und Entwicklungsländern unterscheiden? </p>
<p><b>Thomas Weber: </b>Gut, wir haben mit dem Konzept Smart<br />
sehr früh schon auch diese sehr viel weiter gefasste Mobilität<br />
der Zukunft diskutiert. Vielleicht waren wir damit unserer Zeit<br />
etwas voraus. Heute erleben wir zunehmen, dass dieses Thema wieder<br />
an Attraktivität gewinnt, in dem Kunden mit Flugzeug oder Bahn<br />
große Distanzen überwinden um dann final in den Ballungsräumen<br />
mit dem platzsparenden und umweltverträglichen Smart ans Ziel<br />
zu gelangen. Hier sind wir sicher noch nicht am Ende, zumal technologisch<br />
inzwischen Konzepte vorliegen, die für sehr unterschiedliche<br />
Situationen optimal passen. Zum Beispiel das sehr effiziente Antriebskonzept<br />
Blue-Tech, der sauberste Diesel der Welt, der insbesondere auf langen<br />
Strecken im Überlandverkehr bestens geeignet ist und auf der<br />
anderen Seite Hybridfahrzeuge oder den batteriegetrieben Smart für<br />
die Fahrt in der Stadt. Voraussetzung, dass solche Konzepte nun<br />
stärker in der Praxis auch angewendet werden ist, dass der<br />
Kunde bereit ist, zwischen solchen Konzepten zu wechseln und beispielsweise<br />
auf Pool-Fahrzeuge für spezifische Regionen zurückzugreifen.<br />
Auf diesem Feld treiben wir unsere Forschungsaktivitäten massiv<br />
voran.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zweimal zum Thema Brennstoffzelle:</p>
<p><b>Seth Gecko:</b> Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen,<br />
dass wir in naher Zukunft nun doch auf Wasserstoffantriebe umsteigen<br />
und was hemmt dies derzeit Ihrer Einschätzung nach?</p>
<p><b>MaxMosley:</b> Mercedes arbeitet doch schon Jahre an<br />
der Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen, wie z.B. dem Necar.<br />
Wo liegen hierbei die größten Probleme, um die Brennstoffzelle<br />
als saubere Alternative zum gehypten Hybrid in die Serienreife zu<br />
bringen?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Beim Thema Brennstoffzelle sind wir<br />
gut unterwegs. Viele technische Fragestellungen wie bspw. die Kaltstartfähigkeit<br />
bis -25°C sind inzwischen gelöst und auch Bauraum und Leistungsdichte<br />
werden immer besser. Die größte Herausforderung ist es<br />
jetzt, diese Technologie entsprechend kostengünstig den Kunden<br />
anbieten zu können. Wir werden deshalb 2010 mit dem nächsten<br />
Brennstoffzellenfahrzeug basierend auf unserer B-Klasse mit einer<br />
Kleinserie an den Start gehen, das heißt, wir sind von der<br />
Serienfähigkeit dieses Konzepts überzeugt. Parallel dazu<br />
muss sicher die Infrastruktur, das heißt, das Tankstellennetz<br />
weiter entwickelt werden. Aber auch hier sehen wir weltweit große<br />
Aktivitäten unterstützt von der Politik. Wasserstoff zum<br />
Betrieb dieser Fahrzeuge ist weltweit auch genügend vorhanden.<br />
Natürlich müssen jetzt die Weichen gestellt werden, dies<br />
auf die Basis regenerativ erzeugten Wasserstoffs zu stellen, aber<br />
auch hier laufen weltweit große Forschungs- und Entwicklungsprojekte,<br />
die wir unterstützen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auf die Frage habe ich gewartet 🙂</p>
<p><b>gaston:</b> Was fahren Sie eigentlich für einen<br />
Dienstwagen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Als Entwicklungschef wechsle ich<br />
die Dienstwagen regelmäßig und bin vom Smart über<br />
die C- und E- bis zur S-Klasse mit unserer gesamten Produktflotte<br />
unterwegs. </p>
<p><b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten tagesschau-Chat sind<br />
leider schon wieder vorbei. Herzlichen Dank nach Sindelfingen an<br />
DaimlerChrysler-Vorstand Dr. Thomas Weber! Herzlichen Dank an alle<br />
User für Ihr Interesse und die Bitte um Nachsicht, dass natürlich<br />
angesichts der Vielzahl von Fragen nicht alle drangekommen sind.<br />
Wie immer ist der tagesschau-Chat keine Veranstaltung nur für<br />
diese eine flüchtige Stunde. Das Protokoll des Chats findet<br />
sich ist in Kürze auf den Seiten der Veranstalter www.tagesschau.de<br />
und www.politik-digital.de zum Nachlesen. Noch ein Hinweis. Morgen,<br />
Mittwoch, chatten wir ab zwölf Uhr mit Grünen-Chefin Claudia<br />
Roth. Fragen an Frau Roth können Sie auch heute schon stellen<br />
&#8211; die Links finden Sie auf www.tagesschau.de und auf www.politik-digital.de<br />
Das tagesschau.de-Team bedankt sich und wünscht allen Beteiligten<br />
noch einen schönen Tag!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wo geht&#039;s bitte zur E-University?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wo-gehts-bitte-zur-e-university-3613/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[e-teaching.org]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Schmid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Freitag, 7. September, war Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im e-teaching.org Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über E-Learning an Hochschulen und beschrieb die Einsatzmöglichkeiten von Lernmanagementsystemen im universitären Betrieb.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Freitag, 7. September, war Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im e-teaching.org Expertenchat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über E-Learning an Hochschulen und beschrieb die Einsatzmöglichkeiten von Lernmanagementsystemen im universitären Betrieb.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Live-Chat<br />
mit Dr. Ulrich Schmid, Geschäftsführer des Multimedia<br />
Kontor Hamburg (MMKH). Unser Thema heute ist E-Learning an Hochschulen.<br />
Die ersten Fragen sind bereits eingelaufen, wir freuen uns auf Ihre<br />
Beiträge.<br />
Dr. Schmid chattet mit uns aus Berlin, wie sieht es aus, können<br />
wir loslegen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uschmid85x.jpg" alt="Dr. Ulrich Schmid" height="120" width="85" /><br />
<i>Dr. Ulrich Schmid</i><br />
<i>Geschäftsführer Multimedia Kontor Hamburg</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vorab konnten die Nutzer bereits Fragen<br />
stellen und bewerten. Starten wir mit den Fragen mit den meisten<br />
Stimmen.
</p>
<p>
<b>AD:</b> Haben Dozierende genügend Zeit, um wirkungsvolles<br />
E-Learning oder Blended Learning zu betreiben oder muss eine separate<br />
E-Learning-Institution unterstützend eingreifen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also: Wenn E-Learning auch heißen<br />
soll, ein Blog zu führen oder ein Wiki zu organisieren, dann<br />
würde ich sagen: &quot;Haben Sie die Zeit oder müssen<br />
Sie sich die Zeit nehmen?&quot; <br />
Anders sieht es aus, wenn es um die Entwicklung von multimedialen<br />
Lernmaterialien geht, das kann man nicht so ohne weiteres in die<br />
klassischen Lehre integrieren. <br />
Zur Institution: Ja, ich halte eine Institution, die Support anbietet,<br />
für wichtig. Vor allem auch im Blick auf Beratung und Qualifizierungsangebote.</p>
<p><b>Moderator:</b> Eine Nachfrage: Was ist denn Blended<br />
Learning?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ein Mix aus Onlineanteilen zum<br />
Selbststudium und traditionellen Lernsituationen im Seminar. Meistens<br />
überwiegt der Onlineanteil und es gibt bis zu drei Präsenzanteile<br />
am Anfang, in der Mitte und am Schluss.
</p>
<p>
<b>AD:</b> Welche deutsche bzw. internationale Hochschule<br />
hat bereits Erfolg mit E-Learning und wie?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde sagen, alle Hochschulen,<br />
die ihre E-Learning-Aktivitäten strategisch ausgerichtet haben,<br />
die also wissen, was sie mit E-Learning erreichen wollen, haben<br />
Erfolg damit. Wobei Erfolg Verschiedenes bedeuten kann: Geld sparen,<br />
Qualität erhöhen, das Involvement der Studierenden erhöhen,<br />
ein modernes Image aufbauen.<br />
Erfolglos sind, denke ich, die Hochschulen und Fakultäten,<br />
die sich im Bereich E-Learning allein auf sporadische und individuelle<br />
Aktivitäten verlassen, weil das meistens an einzelnen Personen<br />
hängt und sobald diese Personen nicht mehr da sind, bedeutet<br />
dies auch das Ende der Aktivitäten. Also Beispiele gibt es<br />
inzwischen, denke ich, an allen Hochschulen in Deutschland. Wir<br />
haben in einer Befragung zusammen mit der HIS (Hochschulinformationssystem<br />
GmbH) herausgefunden, dass fast 90 Prozent aller Hochschulen inzwischen<br />
ihren Studierenden Online-Angebote in Form von Material und Kursanteil<br />
bereitstellen. Das ist also ein ganz breiter Prozess und die Bereitstellung<br />
von technologiebasierten Lernumgebungen ist heute kein Sonderfall<br />
mehr, sondern etwas ganz alltägliches. Wenn man da jetzt ein<br />
besonders gelungenes Beispiel heraus greifen will, dann würde<br />
ich einerseits auf die Aktivitäten der &quot;Virtuellen Hochschule<br />
Bayern&quot; hinweisen, weil es dort gelingt, auf einer sehr wirtschaftlichen<br />
Basis qualitätsvolle Online-Angebote bereitzustellen, andererseits<br />
aber auch multimedial anspruchsvolle Projekte, beispielsweise in<br />
der Medizinerausbildung, die sehr fallorientiert und problemorientiert<br />
vorgehen und zeigen, dass E-Learning wirklich den Problem- und Praxisbezug<br />
deutlich erhöhen kann.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nun zur Frage, die unsere User auf Platz<br />
3 der beliebtesten Fragen gewählt haben:</p>
<p><b>b.hahn:</b> Lässt sich mit E-Learning für<br />
die Hochschulen Geld sparen oder kommen da noch höhere Kosten<br />
auf die Hochschulen zu?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ich würde sagen, man<br />
kann, wenn man will, Geld sparen &#8211; das setzt aber voraus, dass man<br />
sich genauer überlegt, was man will und dann möglichst<br />
professionell und wirtschaftlich diese Pläne realisiert. Beispielsweise<br />
indem man die Multimediaproduktionen an die einschlägigen Anbieter<br />
auslagert und nur für das Qualitätsmanagement sorgt. Man<br />
kann aber auch sehr viel Geld damit versenken, wenn man sich ganz<br />
auf das Handmade der hoch bezahlten Professoren und ihrer Mitarbeiter<br />
verlässt. Dann ist das sicherlich kein &quot;Business-Case&quot;.</p>
<p><b>Moderator:</b> Eine Nachfrage von:</p>
<p><b>knowledge:</b> 90% aller Hochschulen in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Brenda:</b> Stehen Qualität der Lehre und E-Learning<br />
nicht in einem gewissen Zielkonflikt zueinander?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde sagen, es gibt schlechte<br />
Lehre und schlechtes E-Learning. Gute E-Learning-Angebote werden<br />
eine unvorteilhafte Lernsituation nicht aufwiegen. Letztlich kommt<br />
es darauf an, dass das E-Learning-Produkt möglichst gut auf<br />
die Nutzerbedürfnisse, die Lernstile der Lernenden, aber auch<br />
auf die Didaktik in dem jeweiligen Fach und des jeweiligen Lehrers<br />
angepasst ist.
</p>
<p>
<b>studi:</b> Welche Vorteile bieten sich denn für<br />
Studenten, wenn eine Hochschule auf E-Learning setzt? Was ist machbar,<br />
was sich mit &quot;herkömmlichen&quot; Methoden nicht realisieren<br />
lässt?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ganz klar ein sehr viel höheres<br />
Maß an (neudeutsch) Convenience (Bequemlichkeit), der Zugang<br />
zu Lernunterlagen ist sehr viel einfacher, die Flexibilität<br />
ist viel höher. All das, was üblicherweise genannt wird,<br />
wenn es um Orts- und Zeitunabhängigkeit geht.<br />
Ich würde ganz gern an der Stelle auch ein bisschen auf das<br />
Thema Web 2.0 hinweisen, weil ich glaube, dass gerade ein Thema<br />
wie &quot;Podcasting&quot; &#8211; oder auch der Einsatz von Blogs &#8211; den<br />
Studierenden sehr einfache und dazu kostengünstige Tools bietet,<br />
die ein sehr viel höheres Maß an Interaktion, Involvement,<br />
Kommunikation, Feedback, Kooperation, kurz Beteiligung anbieten<br />
und das halte ich für sehr, sehr wertvoll in der Lehre.</p>
<p><b>urs:</b> Wie werden Studierende dauerhaft motiviert,<br />
in einem Fernstudium an Diskussionen teilzunehmen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube nicht, dass man das<br />
so allgemein beantworten kann. Es gibt den sicherlich richtigen<br />
Hinweis auf die Bedeutung von Anreizen und Moderationen, aber ich<br />
halte es daneben auch für ganz wichtig, dass das E-Learning-Angebot<br />
oder die Diskussionsthemen sehr genau an die Bedürfnisse und<br />
Interessen der Teilnehmenden angepasst werden. Aber wie gesagt,<br />
eine &quot;Goldene Regel&quot; dafür gibt es wahrscheinlich<br />
nicht.</p>
<p><b>Moderator:</b> Es gibt Zustimmung:</p>
<p><b>joker:</b> Anmerkung: Stimme voll zu, Convenience und<br />
überhaupt Rahmenbedingungen sind bessere Argumente für<br />
E-Learning als Qualitätsverbesserung. Schlechte Lehre wird<br />
durch digitale Medien nicht geadelt und auch nicht umgekehrt.
</p>
<p>
<b>MBW:</b> @Urs @Herrn Schmid &#8211; das hat ja eindeutig<br />
auch mit der Bereitschaft zur Kooperation zu tun.</p>
<p><b>jve:</b> Um E-Learning aber wirklich nachhaltig zu<br />
integrieren, sollte man dann Top-Down- oder Bottom-Up-Strategien<br />
verfolgen? Bezogen auf Motivation und Anreiz der Dozierenden, die<br />
das Ganze ja tragen müssen.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Aus meiner Sicht ist es unerlässlich,<br />
dass eine Hochschulleitung eine klare Position und eine nachhaltige<br />
Strategie zu dem Thema vorgibt. Also insofern Top-Down. Und ich<br />
muss dazu sagen, dass ich hier einen großen Handlungsbedarf<br />
sehe. Leider ist das Thema E-Learning für die meisten Hochschulleitungen<br />
nach wie vor ein klassisches Delegationsthema. Neben dem Top-Down<br />
braucht man aber auch die Bereitschaft Vieler und nicht nur der<br />
Lehrenden, sich in technologiebasierten Lernumgebungen bzw. sich<br />
für technologiebasierte Lernumgebungen zu engagieren. Das reicht<br />
von denjenigen, die die Infrastruktur bereitstellen, bis zu denen,<br />
die tatsächlich ein Lernmanagement-System (LMS) oder Ähnliches<br />
einsetzen sollen. Meines Erachtens nach ist es ganz wichtig, dass<br />
all diese Beteiligten mit guten Argumenten, aber auch der entsprechenden<br />
Unterstützung dafür gewonnen werden. <br />
In der HIS-Studie, die ich vorhin erwähnt habe, sagen im Übrigen<br />
die meisten Hochschulen, die wir gefragt haben, dass die wichtigste<br />
Maßnahme zur Steigerung der Nutzung von E-Learning durch die<br />
Lehrenden die Bereitstellung einfach zu bedienender Software ist.<br />
Ingesamt 94% und fast 90% der Befragten sagen nämlich, dass<br />
sie Beratungs- und Trainingsangebote für besonders wichtig<br />
halten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Viele User fragen zu weiteren Anreizen<br />
für Lehrende, E-Learning an Hochschulen zu betreiben. Stellvertretend<br />
zwei Fragen:</p>
<p><b>Brenda:</b> Was haben Hochschullehrer davon, E-Learning<br />
zu machen? Es ist aufwändig und sie bekommen ihr Gehalt doch<br />
sowieso.
</p>
<p>
<b>Hannes:</b> Wie könnten Anreizsysteme für<br />
Hochschullehrer aussehen? </p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ich dachte jetzt auch nicht in erster<br />
Linie an mehr Geld, sondern an befriedigendere Arbeits- und Lehrsituationen<br />
und an zufriedenere Studenten. Das Thema Anreizsystem halte ich<br />
für wichtig. In der Regel geht es dann um Reduktion des Lehrdeputats<br />
und ähnliches, aber ich glaube, dass all diese externen Anreize<br />
nicht ausreichen werden, aus einem internetkritischen Dozenten einen<br />
begeisterten Blogger zu machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Blogs:</p>
<p><b>joker:</b> Web 2.0 bedeutet letztlich Veränderung<br />
der Lehr-/Lernkultur. Wie kann eine Hochschule so etwas flächendeckend<br />
fördern, oder bleiben wir da wieder auf den Good Will von wenigen<br />
angewiesen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube dass die Net-Generation<br />
&#8211; ob die Hochschulen das wollen oder nicht &#8211; zu einer Veränderung<br />
der Lehr- und Lernkulturen führen wird. Dennoch ist es jetzt,<br />
sozusagen am Anfang dieser Innovationsdynamik, wichtig, dass die<br />
Hochschulen ihre Treiber in dem Bereich identifizieren und gezielt<br />
unterstützen. Das ist auch in Unternehmen so. Auch dort wird<br />
jetzt zunehmend auf Blogs und ähnliches gesetzt und auch dort<br />
spürt man, dass man mit einigen Wenigen vielleicht am Anfang<br />
größere Schritte machen kann, als mit Vielen einen kleinen<br />
Schritt.
</p>
<p>
<b>stenograph:</b> Halten Sie Bloggen für eine wünschenswerte<br />
Beschäftigung eines Dozenten?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Absolut.</p>
<p><b>Hannes:</b> Können Hochschulen mit E-Learning<br />
Geld verdienen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Ich habe ja schon gesagt, dass<br />
man, wenn man Geld verdienen will, eine entsprechende Geschäftsstrategie<br />
braucht und dazu gehört zunächst, sich klar zu werden,<br />
was man mit dem E-Learning-Produkt tatsächlich erreichen will<br />
und wie man ein solches Produkt möglichst wirtschaftlich herstellt<br />
und einsetzt. In den letzten Jahren allerdings ging es nach meiner<br />
Wahrnehmung ganz selten nur um ökonomische Gesichtspunkte beim<br />
E-Learning, sondern vorwiegend um die Steigerung der didaktischen<br />
Qualität, oder noch allgemeiner um die Imageverbesserung, weil<br />
man sich vom Thema E-Learning gewissermaßen einen Modernitätsvorteil<br />
verspricht. Auch das belegt übrigens unsere HIS-Befragung,<br />
in der der überwiegende Teil der Hochschulen ihr Engagement<br />
in Sachen E-Learning mit dem Hinweis auf eine bessere Außenwahrnehmung<br />
und Konkurrenzvorteile begründet. Außerdem glaubt man,<br />
dass man die Studierenden von heute nur noch erreicht, wenn man<br />
in Sachen E-Learning aktiv ist. Wenn es allerdings um wirtschaftliche<br />
Argumente geht, ist der überwiegende Teil der Hochschulen sehr<br />
skeptisch. Meines Erachtens nach unbegründeterweise.</p>
<p><b>Moderator:</b> Nachfrage zu bloggenden Dozenten:</p>
<p><b>stenograph:</b> Sollte sich ein Dozent nicht lieber<br />
um seine Lehrveranstaltungen und Sprechstunden kümmern?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Das eine Tun und das andere nicht<br />
Lassen, würde ich sagen. Außerdem sind Blogs meines Erachtens<br />
ein sehr wirkungsvolles Kommunikationsinstrument, das so manche<br />
Sprechstundenminute ersetzen könnte.</p>
<p><b>adyckhoff:</b> Viel E-Learning-Autorensoftware, die<br />
ich kenne, ist aufwändig zu bedienen, so dass die Erstellung<br />
von Inhalten Zeit kostet. Da muss sich noch einiges tun. Sollten<br />
Dozenten die Möglichkeit haben, E-Learning-Content-Entwicklung<br />
in Auftrag zu geben?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, ganz genau. Die bisherigen<br />
Erfahrungen zeigen, dass aufwändige Multimediaproduktionen<br />
nicht wirklich wirtschaftlich und effizient von den Lehrenden produziert<br />
werden können. Sie sollen das auch nicht tun. Ich bin der Meinung<br />
dass wir dringend eine Professionalisierung bei anspruchsvollen<br />
multimedialen Lernangeboten brauchen und zugleich den Lehrenden<br />
Unterstützung in der Nutzung aller einschlägigen &quot;Web<br />
2.0&quot;-Tools anbieten sollten.<br />
Moderator: Ein Einwurf zu bloggenden Dozenten und gleich darauf<br />
die nächste Frage:</p>
<p><b>MBW:</b> @Stenograph: Das ist doch eine Art Sprechstunde,<br />
die er von einem Kongress 1000km weit weg betreiben kann.
</p>
<p>
<b>jve:</b> Oft geht es aber leider darum, dass Hochschulleitungen<br />
mit dem Einsatz von E-Learning Geld einsparen wollen, da sie E-Learning<br />
als Ersatz für Lehre ansehen und damit mehr Studenten erreichen<br />
wollen. Qualität ist dabei sekundär, oder?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ich habe in meinem Studium durchaus<br />
Lehrerfahrungen gesammelt, die sich nicht durch hohe Qualität<br />
ausgezeichnet haben und damals stand das Thema E-Learning noch woanders.<br />
Aber ich gebe Ihnen Recht, dass die Kommerzialisierungsvorstellungen<br />
mancher Hochschulplaner kaum mit den tatsächlichen Möglichkeiten<br />
des E-Learnings vereinbar sind.</p>
<p><b>Carla:</b> Haben Sie selber eigentlich mal einen E-Learning-Kurs<br />
besucht?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Oh ja, viele. Der letzte Kurs war<br />
ein Weiterbildungsangebot unserer universitären Weiterbildungseinrichtung<br />
zum Thema &quot;Management&quot;.
</p>
<p>
<b>tomleu:</b> Ist E-Learning-Content für Hochschulen<br />
auch für Unternehmen interessant und nicht zu theoretisch?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Leider haben Sie Recht. Das liegt<br />
auch daran, dass unsere E-Learning-Projekte an Hochschulen in aller<br />
Regel ausschließlich die Zielgruppe der Studierenden im jeweiligen<br />
Seminarkontext vor Augen hatten und sich kaum oder nur mit großem<br />
Aufwand für andere Nutzerbedürfnisse adaptieren lassen.<br />
elo: Wie sinnvoll halten Sie aufwändige Multimediaelemente<br />
in einem E-Learning-Kurs?Ulrich Schmid: Wenn es um die Herstellung<br />
eines Problem- oder Praxisbezugs in den Naturwissenschaften, in<br />
den Technikfächern, oder der Medizin geht, halte ich solche<br />
Elemente für unverzichtbar. Außerdem machen sie, denke<br />
ich, großen Sinn, wenn wir Jugendliche oder Kinder addressieren.<br />
Aber ich denke, dass auch die sozial- und geisteswissenschaftlichen<br />
Studierenden erfreut wären, wenn sich ihr E-Learning-Angebot<br />
nicht wie ein Tabellenkalkulationssystem anfühlen würde.</p>
<p><b>Moderator:</b> Viele Fragen zur Kooperation von Hochschulen<br />
in Sachen E-Learning:</p>
<p><b>adyckhoff:</b> E-Learning kann auch eingesetzt werden,<br />
damit Studierende einer anderen Uni an einem Kurs teilnehmen können.<br />
Viele Studierende, die ich kenne, fänden solche Angebote wünschenswert.<br />
Wird es solch einen Austausch bzw. eine Zusammenarbeit zukünftig<br />
vermehrt geben?
</p>
<p>
<b>Timo:</b> Welche Chancen und Probleme sehen Sie in<br />
internationalen Kooperationen zwischen Universitäten beim E-Learning?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Was den Austausch zwischen Hochschulen<br />
in Deutschland angeht, sind wir in der Tat über einige wenige<br />
Pilotprojekte mit &quot;Videoconferencing&quot; oder &quot;Teleteaching&quot;<br />
oder auch virtuellen Klassenräumen nicht hinausgekommen. Da<br />
liegt der Teufel oft im Detail, die organisatorischen Probleme solcher<br />
gemeinsamen Angebote lassen einen manchmal verzweifeln.<br />
Die Zahnbürstengeschichte halte ich dagegen inzwischen für<br />
überholt. Die Bereitschaft, hochschulübergreifend zu kooperieren,<br />
ist deutlich gestiegen. Aber wie gesagt, die technisch-organisatorischen<br />
Probleme sind manchmal überwältigend. Was die internationale<br />
Kooperation angeht, sehe ich eine enorme Dynamik im Bereich der<br />
OpenCourse-Ware oder OpenEducational-Ressources (OER). Inzwischen<br />
haben über 200 der weltweit führenden Universitäten<br />
mehrere tausend zum Teil sehr hochwertige Online-Kurse für<br />
jeden frei verfügbar ins Internet gestellt, darunter zum Beispiel<br />
das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Stanford<br />
und die OpenUniversity in London. In diesem Zusammenhang können<br />
wir auch eine sehr hohe Bereitschaft zur Kooperation zwischen diesen<br />
Hochschulen feststellen. Außerdem haben sich inzwischen sogar<br />
Google und CreativeCommons darauf verständigt, eine professionelle<br />
Suchmaschine für OER-Content zu entwickeln. Die deutschen Hochschulen<br />
sollten wirklich versuchen, in dieser Bewegung mit zuspielen.
</p>
<p>
<b>Gneis:</b> Wie kann man Exzellenz in E-Learning erkennen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> An den leuchtenden Gesichtern der<br />
Lernenden.
</p>
<p>
<b>stenograph:</b> Wie soll man die Gesichter der Lernenden<br />
sehen, wenn es keine Präsenzveranstaltung mehr ist?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Webcam.
</p>
<p>
<b>Kämmerling:</b> Reusable Learning Objects sind<br />
sehr sinnvoll, doch ich kann das mit den technisch-organisatorischen<br />
Problemen nur unterstreichen! Finden Sie nicht, dass durch politische<br />
Förderung Anreizsysteme entwickelt werden können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Ich glaube, dass die derzeitige<br />
Situation in der Wissenschaftspolitik durch die Föderalismusdiskussion<br />
leider eher ungünstig ist, wenn es um die systematische hochschulübergreifende<br />
Bereitstellung von digitalen Lernmaterialien geht. Man kann nur<br />
hoffen, dass es den Hochschulen selbst auffällt und dann entsprechende<br />
Maßnahmen für eine bessere Koordination auch über<br />
Hochschul- und Landesgrenzen hinweg getroffen werden.</p>
<p><b>elo:</b> Wie viel Kostenaufwand und Arbeitszeitaufwand<br />
planen Sie für die Erstellung eines E-Kurses, der ansonsten<br />
zwei Wochen in Präsenz abgehalten wird?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Schwierige Frage. Es hängt<br />
davon ab, ob es sich dabei um einen virtuellen Klassenraum handelt,<br />
oder um ein Content-Rich-Lernmodul, ob es dabei um Lernergruppen<br />
oder Einzellerner geht, ob es eine synchrone oder eine asynchrone<br />
Lernsituation ist und so weiter und so fort&#8230; Kurz: Darauf gibt<br />
es keine einfache Antwort.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es trotzdem eine Faustregel?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Eine Faustregel gibt es nicht.<br />
Aber (Kosten-) Beispiele: Soweit ich informiert bin, kostet ein<br />
Onlineseminar-Angebot bei der &quot;Virtuellen Hochschule Bayern&quot;<br />
etwa 50.000 Euro.</p>
<p><b>Timo:</b> OER: Kann man da schon was zur nachhaltigen<br />
Pflege des Materials sagen &#8211; oftmals ja ein wichtiger Punkt.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja. Das Qualitätsproblem in<br />
diesem Bereich ist wahrscheinlich eines der größten.<br />
Für eine gewisse Qualität bürgen natürlich die<br />
dahinter stehenden Institutionen. In manchen Projekten wird dieses<br />
Thema natürlich auch explizit behandelt, beispielsweise OER-Projekte<br />
der &quot;OpenUniversity&quot; in London und auch das MIT hat ein<br />
Qualitätssicherungssystem implementiert. In vielen anderen<br />
Bereichen und gerade auch da, wo es nur um die Bereitstellung von<br />
Audio- oder Videoaufzeichnungen als Audio- oder Podcast geht, ist<br />
das Qualitätsthema leider total vernachlässigt.</p>
<p><b>Daniela Lücke:</b> Wie können bspw. externe<br />
Lehrbeauftragte stärker in den E-Learning-Alltag der Hochschule<br />
einbezogen werden? Stichwort: Nutzung der Lernplattform, d.h. wenn<br />
jemand bspw. an mehreren Hochschulen lehrt und verschiedene Lernmanagementsysteme<br />
(LMS) vorfindet?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Das Problem mit der Vielfalt von<br />
LMS betrifft leider nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studierenden.<br />
Immer öfter hört man Klagen über die unterschiedlichen<br />
zum Einsatz kommenden Tools und LMS, die jeweils eine verschiedene<br />
Usability haben und es außerdem erforderlich machen, sich<br />
andauernd neu an- und abzumelden. Leider sehe ich keine Alternative<br />
auf der Systemebene. Wir werden im Gegenteil mit einer noch größeren<br />
Zahl von LMS und ähnlichen Systemen rechnen müssen. In<br />
Hamburg versuchen wir durch ein zentrales Identitymanagement-System<br />
auf mittlerer Sicht auch Single-Sign-On (Maßnahmen für<br />
eine einmalige Anmeldung bei verschiedenen Plattformen, Anm. der<br />
Redaktion) zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein sehr informierter User &#8211; vielleicht<br />
müssten wir auch hier kurz klären, was gemeint ist:</p>
<p><b>Heinz Kriener:</b> Welche Rolle spielt die MOODLE Plattform<br />
in Hamburg und Deutschland, zusätzlich zu UKE Hamburg und Initiativen<br />
in Baden-Württemberg?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> MOODLE ist eine OpenSource-Lernplattform,<br />
die immer mehr Anhänger im Hochschulbereich findet. Ich kann<br />
leider nicht sagen, wie weit verbreitet dieses System inzwischen<br />
ist. Ich weiß aus Hamburg, dass es in verschiedenen Departments<br />
Einzug gehalten hat und habe auch schon gehört, dass MOODLE<br />
den großen Konkurrenten aus der kommerziellen Welt den Rang<br />
ablaufen soll.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Beitrag von:</p>
<p><b>Timo:</b> Single-Sign-On ist ja an mehreren Hochschulen<br />
ein Vorhaben, in Düsseldorf bspw. auch.
</p>
<p>
<b>duck:</b> E-Learning bereitet ja auch auf das Berufsleben<br />
vor. Internationale Sitzungen per Internetkonferenz sind nicht unüblich.<br />
Bereiten die Hochschulen darauf vor?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Das halte ich für einen ganz<br />
wichtigen Gesichtspunkt, den wir bisher noch gar nicht diskutiert<br />
haben. Ich glaube, es gehört inzwischen zu den grundlegenden<br />
Kompetenzen, die man in einem Studium erwerben muss, mit IT-basierten<br />
Wissensumgebungen umzugehen und diese erfahrenen und erlernten Techniken<br />
auch in die Berufswelt hinein zutragen. Das erwarten die Unternehmen,<br />
manche setzen es auch voraus. Diese E-Learning-Kompetenz gehört<br />
meines Erachtens ganz wesentlich zur Employability, die Hochschulen<br />
ihren Studierenden ja zunehmend versprechen.</p>
<p><b>Ben:</b> Ist es via E-Learning jetzt oder zukünftig<br />
möglich, eine Lehrveranstaltungen parallel für Teilnehmer<br />
verschiedener Sprachen anzubieten (indem die Materialien übersetzt<br />
werden)?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Sicher. Die Frage ist nur, was<br />
es kostet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Einige Einwürfe kurz vor Schluss:</p>
<p><b>Timo:</b> Schön wäre es ja schon, wenn gewisse<br />
Standards bspw. für Lernmodule (Stichwort SCORM) (Sharable<br />
Content Object Reference Model / Sammlung von Standards aus verschienden<br />
Quellen, die Widerverwendbarkeit ermöglichen sollen, Anm. der<br />
Redaktion) eingehalten würden.
</p>
<p>
<b>MBW:</b> Ich finde OpenSource ideal für Universitäten.<br />
Ich vermute, dass die mangelnde Bereitschaft zur Kooperation bei<br />
manchen auch damit zu tun hat, dass zumindest bei schriftlicher<br />
Teilnahme alles Gesagte dann für immer festgeschrieben ist.<br />
Inoffizielle Gespräche sind aber auch wichtig. Wie sehen Sie<br />
das?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Kann ich gut nachvollziehen. Jeder<br />
kennt die Erfahrung, im Internet vergangene Sünden wiederzufinden.<br />
Ich halte das aber für ein kulturelles Problem, das sich wahrscheinlich<br />
verändern wird, wenn die viel beschworene Google-Generation<br />
an die Hochschulen kommt.
</p>
<p>
<b>adyckhoff:</b> Gibt es Best Practice-Beispiele an<br />
deutschen Hochschulen, die Sie empfehlen können?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Also ich könnte aus dem Hamburger<br />
Bereich eine Vielzahl von Projekten nennen, beispielsweise wenn<br />
es um die Vermittlung von allgemeinen berufsqualifizierenden Fähigkeiten<br />
geht, aber auch aus der Geschichtswissenschaft und der Informatik<br />
usw. Ich finde es aber wichtig, nicht zu sehr auf die Endprodukte<br />
und deren multimedialen Glanz, sondern viel stärker auf die<br />
gelebte alltägliche Praxis im Umgang mit dem Internet an der<br />
Hochschule zu schauen und da halte ich zum Beispiel ein Projekt<br />
wie das &quot;Podcampus&quot; für beispielhaft, weil es zeigt,<br />
dass man mit relativ geringem Aufwand sehr viel erreichen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist um, aber es sind<br />
noch einige Fragen übrig: Wollen wir einige Minuten überziehen,<br />
Herr Schmid?</p>
<p><b>Ulrich Schmid:</b> Ja, sehr gerne.</p>
<p><b>tomleu:</b> Sollte ein LMS wirklich Verwaltungsfunktionen<br />
bieten oder nur Inhalte präsentieren?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich glaube, aus Lehrendensicht<br />
spricht vieles dafür, dass ein solches System auch die Organisation<br />
des Seminars erleichtert. Bis hin zur Prüfungssituation. Was<br />
dagegen spricht, ist die Tatsache, dass solche Funktionen natürlich<br />
die Komplexität erhöhen und die Usability erschweren.</p>
<p><b>elo:</b> Halten Sie es für sinnvoll, einen Kurs<br />
erstmal gut strukturiert, aber ohne viele Multimediaobjekte bereitzustellen<br />
und diese dann im Nachhinein aufzubauen, oder sollte gleich von<br />
Anfang an eine teure multimediale Komplettlösung her?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Gut strukturiert ist immer gut.<br />
Und am besten ist es, wenn man den Aufwand von Anfang an möglichst<br />
genau kalkuliert. Teure multimediale Komplettlösungen sind<br />
nicht per se das Mittel der Wahl.</p>
<p><b>MC:</b> Sehen Sie eine Gefahr, dass die schlechten<br />
Seiten des Bolognaprozesses, wie z.B. die starke Erhöhung der<br />
Prüfungsleitungen, den Einsatz von E-Learning in Richtung Rationalisierung<br />
verengt (z.B. Multiple Choice), statt stärker auf qualitative<br />
Aspekte wie bessere Lernbegleitung, Lernerzentrierung und alternativer<br />
Bewertungsansätze zu setzen?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ja, ich stimme Ihnen zu &#8211; leider<br />
geht die Diskussion um E-Learning vor dem Hintergrund von Bologna<br />
viel zu sehr in Richtung Effizienz. Allerdings bietet gerade der<br />
Bolognaprozess auch eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für<br />
einen sinnvollen Einsatz von E-Learning.Moderator: Letzte Frage<br />
für heute:</p>
<p><b>stenograph:</b> Wo bleibt beim E-Learning die &quot;Aura<br />
Academia&quot;?
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Was ist das?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist auch schon um.<br />
Das Schlusswort gebührt dem Gast.
</p>
<p>
<b>Ulrich Schmid:</b> Ich würde mir sehr wünschen,<br />
dass wir endlich mehr Begeisterung für dieses Thema in allen<br />
Bereichen der Hochschulen finden und wecken können. Ich sehe<br />
allerdings im Moment eher eine noch zurückhaltendere und skeptischere<br />
Grundhaltung im Hochschulmanagement und der Wissenschaftspolitik.</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren etwas über 60 Minuten<br />
e-teaching.org-Live-Chat mit Dr. Ulrich Schmid vom Multimedia Kontor<br />
Hamburg (MMKH). Vielen Dank an Herrn Schmid für die Zeit und<br />
die Antworten und vielen Dank an die User für die zahlreichen<br />
Fragen. Das Chatteam wünscht allen Teilnehmern einen schönen<br />
Tag.</p>
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