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	<title>awegscheider &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Abgerechnet wird zum Schluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrwertdienstleistung]]></category>
		<category><![CDATA[0900er-Nummer]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Fehlende Gesetze? Unmündige Konsumenten? Das Zukunftsgespräch des "Projekt Zukunft" zum Verbraucherschutz bei Telekommunikationsdienstleistungen zeigt, wie schwierig die Balance zwischen Schutz und Behinderung ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fehlende Gesetze? Unmündige Konsumenten? Das Zukunftsgespräch des &#8220;Projekt Zukunft&#8221; zum Verbraucherschutz bei Telekommunikationsdienstleistungen zeigt, wie schwierig die Balance zwischen Schutz und Behinderung ist.<!--break--></p>
<p>Seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1997 hat sich vieles verändert. So sanken die Telefonkosten, dafür wuchert der Tarifdschungel. Gleichzeitig entstand mit &#8220;Mehrwertdiensten&#8221; eine Dienstevielfalt für Telefon, Handys und Internet &#8211; im Internet werden bspw. Bilder und Klingeltöne, Grußbotschaften und Datingdienste fürs Mobiltelefon feilgeboten. Für Informationshungrige gibt es DPA- oder Sport-News als Ticker per SMS. Meist ganz harmlos und zu vernünftigen Preisen. Doch auch andere, teils dubiose Dienstleistungen werden über &#8220;frei tarifierbare Rufnummern&#8221;, besser bekannt als 0190- oder 0900-Nummern, abgerechnet. Oft genug gibt das am Monatsende eine böse Überraschung für den Konsumenten und einen weiteren Fall für den Konsumentenschutz.</p>
<p>
                  <strong>0190-Nummern als Bezahlverfahren</strong><br />
                  <br />Eigentlich sind 0190-Nummern besser als ihr Ruf. Sie sind nichts anderes als ein einfaches und praktisches Bezahlverfahren. Abgerechnet wird ohne Bargeld, Überweisung oder Angabe einer Kreditkartennummer über die Telefonrechnung. Für eine Dienstleistung, bspw. eine Auskunft oder die Zusendung eines Klingeltones wird von sogenannten &#8220;Mehrwertanbietern&#8221; zusätzlich zu den Kosten der Telefonverbindung ein weiterer Betrag abgerechnet, der dem Wert der Dienstleistung entspricht. Alles schön und gut, gäbe es keine schwarzen Schafe, die die freie Tarifierbarkeit dieser Nummern ausnutzen, in dem sie Preise veranschlagen, die dem Tatbestand des Wuchers entsprechen und diese nur ungenügend bekannt geben. Laut Bernd Ruschinzik von der<br />
                  <a href="http://www.verbraucherzentrale-berlin.de/scripte/home.php%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Verbraucherzentrale</a> stehen 0190-Nummern und Internet-Dailer ganz oben auf der Beschwerde-Hitliste in der Rechtsberatung der Verbraucherzentralen.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>Die Rolle des Konsumenten</strong><br />
                  <br />&#8220;Kriminelle Energie im Schatten moderner Technologie&#8221; nannte Alfred Eichhorn, Moderator des 22. Zukunftsgespräches von<br />
                  <a href="http://www.berlin.de/senwiarbfrau/projektzukunft/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Projekt Zukunft&#8221;</a> zum Thema &#8220;Verbraucherschutz und neue Dienstleistungen bei Telefon und Internet&#8221; das Phänomen, dass über frei tarifierbare Nummern teils horrende Beträge abkassiert würden.<br />
                  <br />Die Diskutanten, Vertreter von Wirtschaft, Verbänden und Verbraucherschutz waren sich denn auch einig, dass schwarzen Schafen das Handwerk gelegt werden müsse, weil sie, so die einen, den Konsumenten betrögen und sie, so die anderen, die gesamte Branche in ein schlechtes Licht rückten. Unterschiedlich waren die Schlüsse, die daraus gezogen wurden. So rief die Wirtschaft nach mehr Mündigkeit beim Konsumenten während der Konsumentenschutz schärfere gesetzliche Regelungen forderte. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Harald Geywitz vom Verband der Anbieter von Telekommunikation und Mehrwertdiensten (<br />
                  <a href="http://www.vatm.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VATM</a>) räumte ein, dass Konsumenten im Internet oft gar kein Bewusstsein dafür hätten, dass sie eine Kaufhandlung tätigen. Mit Surfen sei noch viel Spielerisches verbunden und User hätten eher das Gefühl, &#8220;mal kurz zu gucken&#8221; als tatsächlich schon zu kaufen. Hier muss Bewusstsein also noch wachsen oder geschaffen werden. Andererseits kann es mit der Mündigkeit von Konsumenten bei undeutlichen bzw. versteckten Preisangaben oder bei Dailern, die sich ohne das Wissen von Usern auf dem Rechner installieren nicht sehr weit bestellt sein. Mündigkeit und bewusste Kaufentscheidung setzen ein Wissen über Preis und Leistung voraus.</p>
<p>
                  <strong>Forderungen des Konsumentenschutzes</strong><br />
                  <br />Um die Rolle des Konsumenten zu stärken, forderte Herr Ruschinzik klare gesetzliche Regelungen. Den aktuell von Bundesrat und Bundestag diskutierten Gesetzesentwurf gegen den Missbrauch bei Mehrwertdienstnummern begrüßte er. Dieser senkt die Obergrenzen für die Minutenentgelte auf 3 Euro und den Höchstsatz pro Verbindungsblock auf 30 Euro. Eine öffentliche Datenbank soll im Internet die bisher anonymen Anbieter von 0190-Nummern, bzw. 0900-Nummern auffindbar machen. Die 0900 Nummern sollen im Zuge einer<br />
                  <a href="http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/data/jk-05.03.03-000/default.shtml&amp;words=Mehrwertdienste" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internationalen Anpassung</a> die 0190-Nummern ersetzen. Außerdem soll nach einer einstündigen Verbindung mit einem Mehrwertdienstanbieter automatisch eine Unterbrechung der Verbindung erfolgen, wobei der Kunde diesen Dienst ausschalten können muss. Anbieter müssen künftig die Verbindungskosten sowohl in der Werbung wie auch vor der Nutzung von 0190-Nummern deutlich auspreisen. Dailern soll nach dem Gesetzesentwurf überhaupt eine eigene Rufnummerngasse zugewiesen werden, die der Konsument automatisch unterbinden können soll.<br />
                  <br />Das müsse reichen, so Alexander Samwer, von Jamba!, einem Anbieter für Klingeltöne, Spiele und anderen Mehrwertdiensten fürs Handy. Ihm gingen diese Regelungen tendenziell schon zu weit. Mit dem Höchstsatz für Verbindungsblöcken würden einige Transaktionen schon jetzt verhindert &#8211; beispielsweise könne man damit keine Konzerttickets mehr via Telefon verkaufen und per SMS aufs Handy zustellen, schlichtweg weil diese mehr als 30 Euro kosten und damit für eine Abrechnung über Mehrwertdienste zu teuer seien.<br />
                  <br />Dem Bundesverband Verbraucherschutz reicht das Gesetz jedoch noch nicht, da es lediglich die 0190er und die 0900er Nummerngassen regelt. Mehrwertdienste werden aber auch über 0137 und 0118 angeboten. Diese blieben auch mit dem neuen Gesetz ungeregelt.</p>
<p>
                  <strong>Wirtschaftliche Bedeutung von Mehrwertdiensten</strong><br />
                  <br />Der schlechte Ruf von 0190-Nummern macht auch der Wirtschaft zu schaffen und treibt Mehrwertanbieter teilweise dazu, auf anderen Wegen abzurechnen. So hat beispielsweise Jamba! direkt Verträge mit Mobilfunkanbietern geschlossen, um bezogene Spiele, Bilder und Klingeltöne ohne den Umweg einer 0190-Nummer abrechnen zu können, schlichtweg weil der Ruf von 0190-Nummern zu schlecht sei.<br />
                  <br />Insgesamt bescheinigt Alexander Samwer von der Jamba! AG der Branche der Mehrwertdienste gute Wachstumschancen. Der Vergleich mit dem japanischen Markt zeige, dass Konsumenten künftig rund ein Drittel der aktuellen Telefonrechnungen noch zusätzlich für Mehrwertdienste ausgeben könnten. Ein immenser Wachstumsmarkt also, doch die Wirtschaft dürfe nicht von neuen Regelungen und Gesetzen beeinträchtig werden, so Alexander Samwer und Friederike Behrends von Bild.T-online AG und Leiterin des Arbeitskreises Medienpolitik des Deutschen Multimediaverbandes.<br />
                  <br />Doch wie sonst den schwarzen Schafen beikommen? Einige Akteure machen vor, wie es gehen könnte &#8211; so warnt bspw. Berlikomm seine Kunden, wenn diese länger als eine Stunde mit einer 0190-Nummer verbunden sind. Vielleicht ist eine Kombination von gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer Selbstverpflichtung der Wirtschaft tatsächlich der gangbarste Weg, damit Konsumenten nicht zu sehr bevormundet und die Wirtschaftstreibenden nicht allzu stark beschnitten werden. So kann vielleicht, wo es sinnvoll erscheint, auch mal ein größerer Betrag übers Telefon bezahlt werden.<br />
                  </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Dr. Friedrich Heinemann, Finanzexperte</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_dr_friedrich_heinemann_finanzexperte-260/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Heinemann]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: medium; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #ff9900"><b><br />
</b></span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/heinemann.shtml#ta">tacheles.02</a>: 
Chat am 18. Dezember 2002<br />
</b> <br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #ff9900"><b><br />
</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/heinemann.shtml#ta">tacheles.02</a>:<br />
Chat am 18. Dezember 2002<br />
</b> </p>
<p><b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fheinemann2.gif" alt="Dirk Niebel" align="left" height="110" width="85" /></b><br />
Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02 Live-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute ist der <b>Finanzexperte Dr. Friedrich<br />
Heinemann vom Zentrum für <a href="http://www.zew.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäische<br />
Wirtschaftsforschung in Mannheim</a></b> unser Gast. Vielen Dank,<br />
Herr Dr. Heinemann, dass Sie uns zur Verfügung stehen. Herr Dr. Heinemann,<br />
sind Sie soweit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ja, bin bereit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Deutschland als &quot;Schlusslicht Europas&quot; ist schon fast zum stehenden<br />
Begriff geworden. Ist das wirklich so oder wird hier polemisiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Leider ist das keine Polemik, sondern Realität.<br />
Das Problem ist dabei nicht eine schlechtere Wachstumsperformance über<br />
ein Jahr. Das Problem ist vielmehr, dass nun schon über zehn Jahre<br />
geringere Wachstumsraten erzielt werden als im Rest Europas.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wodurch wird sich das ändern können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Es gibt kein einfaches Rezept, bei dessen Anwendung<br />
innerhalb kurzer Zeit alle Probleme gelöst werden. Was notwendig<br />
ist, ist ein Reformpaket, das gleichzeitig auf vielen Gebieten ansetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wirtschaftsweiser:</b><br />
Mittlerweile laufen uns ja Portugal und Irland den Rang ab &#8211; Unternehmermentalität<br />
fehlt in Deutschland und das müsste gefördert werden! Wodurch<br />
könne man hier vernünftige Anreize schaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Unternehmermentalität fördert man durch<br />
Anreize. Investitionen und Risiken lohnen sich eben nur, wenn der Staat<br />
nicht mehr so hohe Anteile des Sozialprodukts beansprucht wie bisher.<br />
Das heißt, die Ausgabenseite des Budgets muss überprüft<br />
werden, um Spielraum für Steuersenkungen zu erhalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Müller:<br />
</b>CDU und die FDP fordern einen flexiblen Arbeitsmarkt zur Überwindung<br />
der Beschäftigungsmisere sowie tendenziell Lohnverzicht zur Rettung<br />
von Arbeitsplätzen. In Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit fast<br />
doppelt so hoch wie im Westen und das, obwohl der ostdeutsche Arbeitsmarkt<br />
extrem flexibel ist: nur ca. 25 Prozent der ostdeutschen Unternehmen sind<br />
in einem Flächentarifvertrag organisiert, die Löhne sind gegenüber<br />
dem Westen niedriger und die Wochenarbeitszeit ist länger, warum<br />
also dennoch die hohe Arbeitslosigkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Man kann den ostdeutschen Arbeitsmarkt sicher nicht<br />
als extrem flexibel bezeichnen. Die Fehler wurden hier in den frühen<br />
Jahren der Vereinigung gemacht. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Damals<br />
hat man sich auf ein schnelles Tempo zur Lohnangleichung verständigt,<br />
das war fatal. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Auch<br />
wenn die Folgen heute teilweise durch Austritt aus den Arbeitgeberverbänden<br />
abgemildert werden, gelten für viele Bereiche die unrealistisch hohen<br />
Tarife. Die schnelle Lohnangleichung war völlig abgekoppelt von der<br />
Produktivitätsentwicklung. Das vernichtet bis heute Arbeitsplätze<br />
in den neuen Ländern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>stylomat:</b><br />
Das heißt, es ist auch Schuld der CDU/CSU/FDP Regierung von damals?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> An den Problemen von heute tragen selbstverständlich<br />
mindestens die letzten beiden Regierungen Verantwortung. Vor allem muss<br />
man in Sachen neue Länder aber auch die Tarifparteien als Verantwortliche<br />
nennen. Arbeitgeber und Gewerkschaften sind hier ihrer Verantwortung für<br />
die Arbeitslosen nicht gerecht geworden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>stylomat:</b><br />
Wieso war den die Angleichung &quot;fatal&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die eiserne Regel für eine beschäftigungsorientierte<br />
Lohnpolitik lautet: Nur so viel Lohnerhöhung ist erlaubt, wie dies<br />
dem Produktivitätszuwachs entspricht. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Dies<br />
wurde in der ersten Hälfte der Neunziger völlig außer<br />
Acht gelassen. Das große Missverständnis der Lohnpolitik war,<br />
dass man meinte, über die Lohnangleichung Sozialpolitik betreiben<br />
zu können. Das funktioniert nicht, um Sozialpolitik muss sich der<br />
Staat kümmern, nicht die Tarifparteien, sonst schafft man Arbeitslosigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>paula: </b>Sind<br />
CDU und SPD in Wirtschaftsfragen wirklich so weit auseinander oder lässt<br />
sich das Verhalten der CDU durch die Wahlen in Niedersachen und Hessen<br />
erklären?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Politisches Verhalten wird immer maßgeblich<br />
durch Wahltermine erklärt, das war in Bezug auf den 22. September<br />
der Fall und gilt auch heute. Hier hat die Demokratie (die beste aller<br />
existierenden Regierungsformen) ein Problem: Es besteht eine Tendenz zur<br />
Kurzsichtigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was sagen Sie zu den aktuellen Forderungen des öffentlichen Dienstes<br />
nach mindestens 3 Prozent Lohnerhöhung. Sind die Arbeitnehmer unersättlich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ich selber werde nach BAT bezahlt und hätte von<br />
daher ja nichts gegen drei Prozent. Als Volkswirt muss ich aber sagen,<br />
das ist irreal. Bei einer Inflation von gerade einmal einem Prozent und<br />
einer akuten Verschärfung der Arbeitslosigkeit wäre das nicht<br />
zu verantworten. Wir brauchen für eine Reihe von Jahren Lohnabschlüsse,<br />
die nicht weit über die Inflationsrate hinausgehen. Im öffentlichen<br />
Dienst sind außerdem natürlich die Staatsfinanzen zu beachten,<br />
und da sieht es derzeit natürlich schlecht aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petra:</b><br />
Wie beurteilen Sie die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland? Die Union<br />
behauptet ja, die Regierung sei dem DGB hörig. Hindern sie das Land<br />
am wirtschaftlichen Aufschwung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die Gewerkschaften müssen in der Tat aufpassen.<br />
Bei vielen Beobachtern verfestigt sich der Eindruck, dass Sie vernünftigen<br />
Reformüberlegungen immer erst einmal abweisend und blockierend gegenüberstehen.<br />
Es ist natürlich schlecht, wenn eine Partei zu stark unter dem Einfluss<br />
einer solchen Interessengruppe steht. Denn diese Interessengruppe verfolgt<br />
ja nicht das Allgemeinwohl, sondern in erster Linie die Funktionärsinteressen.<br />
Ob die Regierung dem DGB hörig ist, weiß ich nicht. Aber sie<br />
hat ja Gelegenheit, die Öffentlichkeit vom Gegenteil zu überzeugen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritz:</b><br />
Wie würden Sie die Rolle von modernen Gewerkschaften definieren?<br />
Was müssten diese anders machen, um zeitgerecht zu sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Sie dürfen sich nicht mehr so einseitig auf die<br />
Interessen der Leute mit einem Job konzentrieren, sondern müssen<br />
vielmehr die berechtigten Interessen der Arbeitslosen berücksichtigen.<br />
Hier liegt das Problem altmodischer Gewerkschaften: Sie konzentrieren<br />
sich in den Beitrieben darauf, betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden.<br />
Das ist aber viel zu wenig, so löst man das Arbeitslosenproblem nicht,<br />
Lohnabschlüsse müssen darauf abzielen, Neueinstellungen zu ermöglichen.<br />
Außerdem müssen moderne Gewerkschaften vorne mit dabei sein,<br />
wenn es um die Modernisierung von Sozialversicherungssystemen geht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Inflation:</b><br />
Reichen denn Lohnabschlüsse, die nur den Inflationsausgleich schaffen?<br />
Andere Preise steigen schneller wie Mieten, Energie, Steuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die Ermittlung der Inflationsrate beruht auf einem<br />
weiten Warenkorb, in dem alle diese Posten enthalten sind. Sie ist daher<br />
schon eine gute Grundlage. In einer Zeit, in der aber der Fiskus und die<br />
Sozialversicherungssysteme immer mehr Ressourcen absorbieren, können<br />
die Arbeitnehmer diese Ressourcen nicht durch Lohnerhöhungen sich<br />
zurückholen. Das funktioniert nicht, das Sozialprodukt kann nur einmal<br />
verteilt werden. Spielraum für höhere Nettolöhne entsteht<br />
erst, wenn wir mehr Wachstum und weniger Staat realisieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Stichwort Sparpolitik Eichels: Sparen in Zeiten, in denen die Konjunktur<br />
angekurbelt werden muss. Herr Dr. Heinemann. Kann es die Bundesregierung<br />
einfach nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Sie haben schon Recht, das Sparen kommt konjunkturpolitisch<br />
zum falschen Zeitpunkt. Dennoch ist der Sparkurs unvermeidbar, es rächt<br />
sich aber jetzt die lasche Finanzpolitik in den fetten Jahren. Wenn Sie<br />
sich erinnern, wie großzügig das Geld im Jahr der UMTS-Lizenzen<br />
rausgereicht wurde: hier mehr Kindergeld, dort mehr BAFÖG usw. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die<br />
Politik hat Schwierigkeiten mit dem Sparen in guten Zeiten und muss daher<br />
in den schlechten noch die Konjunktur belasten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zippo:</b><br />
Welche Steuern halten Sie für sinnvoll? Und welche Maßnahmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann: </b>Priorität muss sein: Ausgaben senken, nicht Steuern<br />
oder Abgaben erhöhen. Es sind also durchgreifende Maßnahmen<br />
auf der Ausgabeseite angebracht. Dabei müssen investive Ausgaben<br />
verschont werden, die sind zu wichtig für das künftige Wachstum.<br />
Damit bleiben als Positionen: Sozialausgaben, Personalausgaben und Subventionen.<br />
Da ist viel zu holen. Wenn man ergänzend Steuern erhöht, dann<br />
sollte man die Steuern vermeiden, die für Investitionen in hohem<br />
Maße schädlich sind. Eine Vermögenssteuer wäre sicherlich<br />
eine der schlechtesten Lösungen aus ökonomischer Sicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eRita:</b><br />
Wird die Zinssteuer das erhoffte Geld einbringen? Oder wäre die Vermögenssteuer<br />
besser gewesen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ich halte die Zinsabschlagsteuer für einen echten<br />
Lichtblick in der ansonsten so traurigen steuerpolitischen Diskussion.<br />
Sie vereinfacht die Verwaltung und ist ein echter Beitrag zur privaten<br />
Vermögensbildung, endlich bleibt dem Sparer nach Steuern mehr als<br />
nur der Inflationsausgleich. Ob die Zinsabschlagsteuer aber kurzfristig<br />
viel Geld in die Kassen bringt, da bin ich sehr skeptisch. Denn zunächst<br />
einmal ist diese Steuer ja für steuerehrliche Anleger eine Steuersenkung.<br />
Und ob wirklich so viele Steuerflüchtlinge zurückkehren, das<br />
glaube ich nicht. Dazu ist unsere steuerpolitische Diskussion viel zu<br />
chaotisch und unberechenbar. Jeder Rückkehrer muss doch damit rechnen,<br />
dass in sechs Monaten schon wieder über neue Steuern geredet wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie stehen Sie in dieser Diskussion zur effektiven Aufhebung des Bankgeheimnisses<br />
durch die Kontrollmitteilung ans Finanzamt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ich habe nie verstanden, warum das Bankgeheimnis so<br />
schützenswert sein sollte. Es schützt doch eigentlich nur Steuerhinterzieher.<br />
Also halte ich eine Aufhebung für korrekt. Aber. man muss sich ich<br />
im Klaren sein, dass hier ein nationaler Alleingang nicht viel bringt,<br />
sondern zur Kapitalflucht anregt. Insofern hängt jetzt viel davon<br />
ab, ob man sich in Europa auf grenzüberschreitende Kontrollmitteilungen<br />
einigen kann. Momentan sieht es da ganz gut aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joe</b>:<br />
Kann ich mich gegen diese Art von Steuer wehren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Gegen welche Steuer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ich glaube die Zinssteuer!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Wenn Sie Zinseinkünfte unterhalb des Sparerfreibetrags<br />
haben, haben Sie kein Problem. Und darüber wird Sie die Abgeltungssteuer<br />
keinesfalls schlechter, sondern oftmals besser stellen. Das einzige Problem<br />
haben steuerunehrliche Anleger, die demnächst mit einer Kontrollmitteilung<br />
rechnen müssen. Aber auch denen bleibt ja der Ausweg über die<br />
geplante Steueramnestie. Summa summarum: Die neue Zinssteuer ist der einzige<br />
Lichtblick in der aktuellen Steuerdiskussion.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marlonx:</b><br />
Nach meiner Meinung ist der Satz von 25 % zu niedrig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ein Rechenbeispiel: Ein Anleger erhält vier Prozent<br />
Zinsen. Schon ein Normalverdiener muss davon seinen Grenzsteuersatz abführen,<br />
das sind oftmals zwei Prozent. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Wenn<br />
Sie jetzt noch die Inflation abziehen, kann der Sparer so gerade im heutigen<br />
System sein Kapital erhalten. Zinseinkünfte sind wegen der Inflationsproblematik<br />
eben anders zu beurteilen als andere Einkünfte. Und da ist ein niedrigerer<br />
Steuersatz auch unter Fairnessgesichtspunkten gut zu vertreten. Abgesehen<br />
davon tut der Sparer ja etwas, was nützlich ist. Er sorgt z.B. für<br />
sein Alter vor und bildet das Kapital, dass eine Volkswirtschaft zum Investieren<br />
benötigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Euroteuro:</b><br />
Politiker sagen, nur wenn die Lohnnebenkosten der Unternehmen endlich<br />
deutlich gedrückt werden, werden vor allem im lohn- und beschäftigungsintensiven<br />
Mittelstand wieder nachhaltig Stellen entstehen. Billiglohnland D? Dann<br />
geht der Konsum im Inland auch nicht hoch, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann: </b>Wenn Lohnnebenkosten gedrückt werden, dann hat<br />
das eigentlich nichts mit Billiglohnland zu tun. Das bedeutet ja nur,<br />
dass vom Brutto mehr Netto beim Arbeitnehmer ankommt. Das wäre definitiv<br />
gut für den Konsum und auch für die Beschäftigung. In den<br />
Tarifverhandlungen wäre der Druck nicht mehr so hoch auf beschäftigungsfeindliche<br />
Lohnabschlüsse. Die Politik der Lohnnebenkostensenkung ist daher<br />
empfehlenswert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rexki:</b><br />
Wirtschaftlich ist das ja schön erklärt. Aber laufen wir da<br />
nicht Gefahr &quot;Amerikanische Verhältnisse&quot; zu bekommen und<br />
zwei-drei Jobs zu verrichten, weil sonst das Geld nicht reicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Da sind wir weit davon entfernt, da sollte man doch<br />
wirklich die Kirche im Dorf lassen. Unser Riesenproblem ist, dass wir<br />
den Niedriglohnsektor weitgehend vernichtet haben. Die frühren Niedriglohnarbeitnehmer<br />
sind heute oft arbeitslos. Das ist keine soziale Strategie. Ich denke,<br />
es gibt Wege, unsere Vorstellungen von Sozialstaat mit der Förderung<br />
eines Niedriglohnsektors zu vereinbaren. Das Stichwort lautet z.B. &#8211; geringere<br />
Anrechnung der Löhne auf den Sozialhilfeanspruch. Zu Ihren amerikanischen<br />
Verhältnissen: Mich stört es sehr, dass wir bei erfolgreichen<br />
Beispielen international immer so schnell abblocken und nicht einmal ehrlich<br />
fragen, was wir davon lernen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Magerkost:</b><br />
Sind Einschnitte im Sozialbereich sinnvoll zur Senkung der Arbeitslosigkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ja. Solche Einschnitte würden es erlauben, Steuern<br />
und Abgaben zu senken. Dadurch könnte Lohndisziplin politisch realisierbar<br />
werden und dadurch würde auf Dauer mehr Beschäftigung entstehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Uns:</b><br />
Wie kommen wir denn von 4 Millionen Arbeitslosen runter? Der Politik trau<br />
ich das nicht zu. Was würden Sie als Kanzler machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Wir haben wesentlich mehr als 4 Millionen Arbeitslose,<br />
es kommen viele Millionen versteckte Arbeitslose und Menschen in der so<br />
genannten stillen Reserve dazu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Punkt 1: Arbeitsmärkte<br />
reformieren &#8211; Tarifverträge müssen flexibler werden und mehr<br />
den betrieblichen Bedingungen angepasst werden. Dies erzeugt mehr Beschäftigung<br />
und erleichtert Punkt 2. Punkt 2 wäre die schon diskutierte Senkung<br />
der Staatsausgaben, die eine nachhaltige Steuer- und Abgabensenkung erlaubt.<br />
Man käme so in eine positive Spirale, momentan sind wir aber leider<br />
in der umgekehrten Teufelsspirale.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritz</b>:<br />
Wie stehen Sie zum Hartz-Konzept und der geplanten Umsetzung desselben?<br />
Was sind Ihre persönlichen drei Highlights darin?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann: </b>Ich fange mit den größten beiden Defiziten<br />
an: Das Problem der Tarifmacht wird überhaupt nicht angegangen, geradezu<br />
grotesk angesichts der herrschenden Inflexibilitäten ist die Absicht,<br />
Leiharbeiter so wie reguläre Beschäftigte im Unternehmen zu<br />
entlohnen. Da wird eines der wenigen zarten Pflänzchen Flexibilität<br />
herausgerissen. Gut ist natürlich der Versuch, die Arbeitsämter<br />
zu besserer Vermittlung zu bewegen, ob das allerdings klappt? Positiv<br />
ist schließlich auch der gerade aktuell erzielte Kompromiss, die<br />
400-Euro-Jobs viel weiter zuzulassen, als ursprünglich geplant. Hier<br />
werden zentrale arbeitsmarktpolitische Fehler der letzten Legislaturperiode<br />
wenigstens endlich korrigiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marlonx:</b><br />
Sollten nicht gerade Leiharbeitnehmer, wie Z. B. in Frankreich auch, gerade<br />
für Ihre Flexibilität höher entlohnt werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Leiharbeit, ist eine Eintrittschance in ein dauerhaftes<br />
Beschäftigungsverhältnis, das lehrt alle empirische Erfahrung.<br />
In der Bewährungsphase muss aber ein früherer Langzeitarbeitsloser<br />
etwa die Chance haben, das Manko in seinem Lebenslauf durch geringere<br />
Lohnforderungen zu kompensieren. Dies ist auf Dauer vorteilhaft für<br />
ihn. Wem ist gedient, wenn man aus vermeintlichen Fairnessgründen<br />
Löhne verordnet, die für Menschen mit einer problematischen<br />
Erwerbsbiographie am Markt aber nicht gezahlt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Stichwort Europa, Herr Heinemann, auch dort sind Sie Experte. Unsere User<br />
haben dazu noch viele Fragen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moloko:</b><br />
Wird die EU sich mit der Aufnahme der Länder finanziell übernehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Der Beitritt der Osteuropäer ist unter Kosten-Nutzen-Aspekten<br />
aus deutscher Perspektive eine lohnende Sache. Die Kosten sind natürlich<br />
nicht zu vernachlässigen. Leider ist das EU-Budget ja durch sehr<br />
zweifelhafte Posten wie die Agrarpolitik und die Strukturpolitik dominiert<br />
und hier werden die Osteuropäer einige Mittel beanspruchen. Auf Deutschland<br />
kommen da aber &quot;nur&quot; wenige Milliarden im Jahr zu, fast nichts<br />
im Vergleich etwa zu den jährlichen Transfers in die neuen Länder.<br />
Im Gegenzug sichern wir uns dadurch aber wichtige Exportmärkte, die<br />
heute schon wichtiger sind als der Absatzmarkt USA. Insgesamt lohnt sich<br />
das ökonomisch, politisch ohnehin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tocotronix:</b><br />
Ist es nicht unfair, dass Polen in den Jahren 2005 und 2006 eine Milliarde<br />
Euro weniger an Strukturhilfen, dafür aber eine Mrd. Euro mehr an<br />
Budgethilfen bekommt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die Frage verstehe ich jetzt nicht ganz, aber aus<br />
polnischer Sicht ist eine Milliarde Euro mehr oder weniger sicher auch<br />
eine triviale Frage angesichts der großen Vorteile eines EU-Beitritts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moloko:</b><br />
Brauchen wir die Türkei auch für die gesamteuropäische<br />
Wirtschaft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die Türkei als Teil des europäischen Binnenmarktes<br />
wäre sicher eine Bereicherung. Fraglich ist aber, ob in absehbarer<br />
Zeit eine Vollmitgliedschaft zu verkraften ist, da bin ich mir nicht sicher,<br />
die EU muss sehen, ob sie die Osterweiterung verkraftet und danach noch<br />
handlungsfähig ist. Immerhin sind irgendwann in den nächsten<br />
Jahren auch noch die Beitritte Rumäniens und Bulgariens zu verkraften.<br />
Insgesamt bin ich in Sachen Vollmitgliedschaft Türkei also eher vorsichtig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rüdiger:</b><br />
Wieso sichern wir uns durch den Beitritt der Osteuropäer deren Absatzmärkte?<br />
Würden die sonst aus anderen Ländern ihre Güter importieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Beitritt zur EU bedeutet die Abschaffung aller Handelshemmnisse<br />
und die Erleichterung des Austausches von Gütern, Dienstleistungen<br />
und Kapital. Ein Beitritt wirkt daher selbstverständlich handelsausweitend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Charles:</b><br />
In welchen Bereichen ist Osteuropa als Absatzmarkt wichtiger als die USA?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Diese Aussage gilt schlichtweg in Bezug auf den Anteil<br />
an den deutschen Exporten insgesamt. Der ist für alle osteuropäischen<br />
Staaten zusammen schon höher als für die USA. Außerdem<br />
hat er sich in den letzten beiden Jahren auch dynamischer entwickelt als<br />
die USA-Exporte und war somit einer der wenigen konjunkturellen Lichtblicke.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Charles:</b><br />
Sollte man die Agrarsubventionen nicht einfach komplett abschaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Keine Einwände.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rambo: </b>Wird<br />
die EU unsteuerbar bei den vielen Köchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Die Gefahr einer geringeren Handlungsfähigkeit<br />
besteht. Allerdings hat der Vertrag von Nizza durch neue Abstimmungsregeln<br />
einige Garantien gebracht, dass die Entscheidungsfähigkeit bestehen<br />
bleibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Heinemann, wir kommen leider schon zum Ende unseres Chats. Viele<br />
Fragen sind leider unbeantwortet geblieben. Eine wichtige, eher persönliche,<br />
soll aber auf alle Fälle noch gestellt werden!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stan:</b><br />
Wie können Sie mich motivieren, weiter zu arbeiten &#8211; bei den ganzen<br />
Steuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedrich<br />
Heinemann:</b> Ich versuche es so, dass ich mir immer sage, dass<br />
meine Arbeit für die Allgemeinheit nützlich ist. Immerhin haben<br />
wir bald Weihnachten, da darf man solche altruistischen Motive doch erwähnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrter Herr Dr. Heinemann, liebe Chatterinnen und Chatter, eine<br />
Stunde ist vorbei. Ich danke Herrn Dr. Heinemann für die Antworten<br />
und den Chat-Interessierten für die Fragen. Das war unser letzter<br />
Chat vor Weihnachten, deshalb an alle, ein frohes Fest und bis zum nächsten<br />
Jahr.</span><br />
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span></b> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02</b><br />
ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a></span><br />
<!-- Content Ende -->
</p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			</center>
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Dirk Niebel (FDP)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/dniebel.shtml#ta">tacheles.02</a>: 
Chat am 4. Dezember 2002<br />
</b> <br />
<br />
<b><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dniebel2.jpg" alt="Dirk Niebel" align="left" height="107" width="78" /></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/dniebel.shtml#ta">tacheles.02</a>:<br />
Chat am 4. Dezember 2002<br />
</b> </p>
<p><b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dniebel2.jpg" alt="Dirk Niebel" align="left" height="107" width="78" /></b><br />
Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Heute ist Dirk Niebel,<br />
der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, unser<br />
Gast. Vielen Dank Herr Niebel, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen<br />
sind.<br />
Herr Niebel, Sind Sie soweit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ja, klar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Heute gab es die neuen Zahlen der BfA. Die Zahl der Arbeitslosen lag im<br />
November bei 4,026 Millionen. Es ist der höchste November-Wert seit<br />
fünf Jahren. Sie waren Arbeitsvermittler in Heidelberg bis Sie 1998<br />
Abgeordneter wurden; Sie kennen also die Arbeitsämter aus eigener<br />
Erfahrung. Die Reform der Bundesanstalt für Arbeit soll maßgeblich<br />
zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beitragen. Kann das funktionieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wenn eine wirkliche Reform der Strukturen der Bundesanstalt eingeleitet<br />
und umgesetzt wird, kann der Arbeitsmarktausgleich deutlich beschleunigt<br />
werden. Leider sind davon bisher nur rudimentäre Anfänge zu<br />
erkennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hartz: </b>Hätten<br />
Sie und Ihre Fraktion das Hartz-Konzept wortgetreuer umgesetzt? Was ist<br />
ihre Hauptkritik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Nein, wir hätten das Hartz-Konzept nicht wortgetreuer umgesetzt.<br />
Hauptkritikpunkte waren und sind: Ich-AG statt Abschaffung des Scheinselbständigengesetzes,<br />
Personal Service Agenturen als faktische Verstaatlichung der Zeitarbeit<br />
statt wirkliche Deregulierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes;<br />
500 Euro Haushaltsjobs statt eines wirkliche Niedriglohnbereiches.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ines</b>:<br />
Wie sinnvoll ist die Trennung der Arbeitslosenhilfe und die der Sozialhilfe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Trennung ist überhaupt nicht sinnvoll. Allein die Doppelverwaltung<br />
kostet uns 5 Milliarden Euro pro Jahr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Resi: </b>Sie<br />
wollen, dass der Arbeitslose die Beweislast für die Zumutbarkeit<br />
eines Arbeitsplatzes erhält. Wie wollen Sie das moralisch rechtfertigen?<br />
Ist der Arbeitslose nicht eh schon arm genug dran?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Solidarität ist keine Einbahnstraße. Wer eine zumutbare Beschäftigung<br />
ablehnt und weiterhin die Unterstützung der Solidargemeinschaft haben<br />
möchte, dem kann auch abverlangt werden nachzuweisen, dass er für<br />
diese Ablehnung einen wichtigen Grund hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>grafschaft:</b><br />
Kann man wirklich mit harten Konsequenzen im Sozialbereich die Arbeitslosigkeit<br />
drastisch drosseln?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Hier gilt das Prinzip: keine Leistung ohne grundsätzliche<br />
Bereitschaft zur Gegenleistung, oder auch: fördern und fordern genannt.<br />
Es muss auch jede Möglichkeit genutzt werden, in den Arbeitsprozess<br />
zurückzukehren, was manchmal durch falsche Anreizsetzung erschwert<br />
wird. Dies bedeutet nicht nur Einschnitte, sondern auch die Notwendigkeit,<br />
z.B. höhere Hinzuverdienstgrenzen in der Sozialhilfe zu ermöglichen.<br />
Zu deutsch: Wer arbeitet, muss mehr in der Tasche haben als wer nicht<br />
arbeitet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hartzer:</b><br />
Was ist denn zumutbar? Ist es zumutbar, dass ein Akademiker am Bau arbeitet,<br />
im Büro? Wo zieht man denn da die Grenzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Zumutbarkeitsregelungen im SGB III sind im Wesentlichen ausreichend.<br />
Sie müssen nur konsequenter angewendet werden.<br />
Moderator: SGB = Sozialgesetzbuch, das auch solche Dinge regelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Einkommen nach der ersten Zeit der<br />
Arbeitslosigkeit bis zur Höhe des Leistungssatzes zumutbar ist. Eine<br />
Regelung die auch von rot-grün nicht geändert worden ist. Oder<br />
aber, dass Pendelzeiten erwartet werden können, um einen Arbeitsplatz<br />
zu bekommen. Darüber hinaus bedeutet es auch, gegebenenfalls nach<br />
einer längeren Zeit der Arbeitslosigkeit eine Tätigkeit unterhalb<br />
der formalen Qualifikation anzunehmen. Dies ist jeweils im Einzelfall<br />
zu entscheiden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kleiner Kommentar zwischendurch von:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jobvermittler:</b><br />
Herr Niebel, mir ist zwar klar, dass das alles kompliziert ist, aber ihre<br />
Antworten sind sehr fachsprachlich. Geht’s auch deutlicher?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Klar geht’s auch deutlicher, aber auf Kosten der Genauigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ok, nächste Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sommer:</b><br />
Sind die Vorstandsgehälter großer Unternehmen nicht völlig<br />
unangemessen angesichts der derzeitigen Lage? Wo bleibt da die Solidarität<br />
mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Wenn ich mir die Abfindungen der Telekom-Manager angucke, empfinde<br />
ich die Größenordnung vor dem Hintergrund, dass die Kleinaktionäre<br />
keine Dividende bekommen, als unanständig. Grundsätzlich soll<br />
derjenige, der viel leistet, auch gut verdienen, wie manche Milliongehälter<br />
erwirtschaftet werden, ist mir dabei schwer erklärlich, aber irgendwie<br />
muss es sich ja wohl rechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>niebelungen:<br />
</b>Was ist mit Managementfehlern wie bei Babcock, Kirch oder Holzmann?<br />
Das kostet doch mehr Arbeitsplätze, als die wenigen Arbeitsunwilligen,<br />
auf denen alle rumhacken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Managementfehler wird es immer wieder geben. Es ist dann allerdings<br />
sinnvoll, wenn nicht der Bundeskanzler mit Kamerateams versucht, diese<br />
zu Lasten von solide wirtschaftenden Firmen wie bei Holzmann kurzzeitig<br />
zu kaschieren. Das ändert aber gar nichts daran, dass Politik dafür<br />
Sorge tragen muss, dass die sozialen Sicherungssysteme denjenigen Hilfe<br />
geben, die sich alleine nicht helfen können, und diese Schwachen<br />
vor den Faulen schützt, die die Systeme ausnutzen wollen, sonst reicht<br />
das Geld nicht für die wirklich Bedürftigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pogo: </b>Die<br />
FDP fordert einen flexiblen Arbeitsmarkt zur Überwindung der Beschäftigungsmisere<br />
sowie tendenziell Lohnverzicht zur Rettung von Arbeitsplätzen. In<br />
Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit fast doppelt so hoch wie im Westen<br />
und das, obwohl der ostdeutsche Arbeitsmarkt extrem flexibel ist: nur<br />
ca. 25 Prozent der ostdeutschen Unternehmen sind in einem Flächentarifvertrag<br />
organisiert, die Löhne sind gegenüber dem Westen niedriger und<br />
die Wochenarbeitszeit ist länger, warum also dennoch die hohe Arbeitslosigkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wären in Ostdeutschland nicht so flexible Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer<br />
und wären nicht so viele Betriebe aus den Arbeitgeberverbänden<br />
ausgetreten, wäre die Arbeitslosigkeit dort vermutlich doppelt so<br />
hoch. Auch rot-grün und die Gewerkschaften haben gegen diesen Umstand,<br />
dass kaum Tarifverträge angewendet werden, nichts unternommen, weil<br />
sie die Folgen kennen. In Ostdeutschland muss sich etwas wie eine mittelständische<br />
Wirtschaft immer noch entwickeln. Hier werden 80% der Ausbildungs- und<br />
70% der Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Das schafft man<br />
nicht, wenn der Staat fast alle Aufträge an Beschäftigungsgesellschaften<br />
gibt, wie es z.B. durch die im Jobaqtiv-Gesetz vorgesehenen sog. beschäftigungsfördernden<br />
Infrastrukturmaßnahmen fast notwendig ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mymelody:</b><br />
Naja: sich auf Vermutungen stützen wirkt aber nicht sehr sicher&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gast33:</b><br />
Na das macht den Ostdeutschen sicher Mut Herr Niebel &#8211; wie sehen sie denn<br />
blühende Landschaften entstehen, etwa in Sachsen-Anhalt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Zu gast33: Zum Beispiel wie in der vorigen Antwort angedeutet: 1. Gesetzgebung,<br />
die Privaten die Möglichkeit gibt, am Markt teilzunehmen. 2. eine<br />
Steuer- und Abgabenpolitik, die es den Bürgern ermöglicht, zu<br />
konsumieren und den Betrieben zu investieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>küstenniebel</b>:<br />
Ja aber angesiedelt und subventioniert werden doch von allen Parteien<br />
eher vorzeigbare Großprojekte wie BMW (glaube ich?) in Leipzig,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ansiedlung zu unterstützen ist etwas anderes als a) dauerhaft zu<br />
subventionieren oder b) durch rechtliche Rahmenvorgaben Wettbewerb zu<br />
verhindern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>küstenniebel:</b><br />
Sie sagen: Nur wenn die Lohnnebenkosten der Unternehmen endlich deutlich<br />
gedrückt werden, werden vor allem im lohn- und beschäftigungsintensiven<br />
Mittelstand wieder nachhaltig Stellen entstehen. Billiglohnland D? Dann<br />
geht der Konsum im Inland auch nicht hoch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das habe ich nie gesagt. Lohnnebenkosten belasten Unternehmen und Arbeitnehmer<br />
in gleicher Weise. Beide müssen entlastet werden, um Konsum und Investitionen<br />
anzukurbeln. Nur das schafft Arbeitsplätze, und nur wer Arbeit hat,<br />
kann auch Steuern und Abgaben zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petra:</b><br />
Regiert zurzeit der DGB Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jüsi:</b><br />
Wie beurteilen Sie die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland? Hindern<br />
sie das Land am wirtschaftlichen Aufschwung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ich anerkenne die Notwendigkeit von Gewerkschaften, weil ich nicht möchte,<br />
dass Arbeitnehmer ausgebeutet werden. Ich anerkenne nicht, wenn die Gewerkschaften<br />
versuchen, die Richtlinien der Politik zu bestimmen. Das müsste der<br />
Bundeskanzler machen. Leider hat er sich durch die Wahlkampfführung<br />
und die Tatsache, dass 74,1% der Mitglieder der SPD Fraktion und fast<br />
25% der Mitglieder der Grünen Fraktion Gewerkschaftsmitglieder sind,<br />
in eine erhebliche Abhängigkeit gebracht. Das führt dazu, dass<br />
der Einfluss der Gewerkschaften auf die Regierungspolitik ungesund groß<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pogo: </b>Bundeskanzler<br />
Gerhard Schröder (SPD) hat sich gegen die Pläne einiger SPD-Länder<br />
zur Wiedereinführung der Vermögensteuer gewandt. Ist das Thema<br />
damit vom Tisch oder nur ein Trick vor den Landtagswahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Nein. Der Bundeskanzler hat den entsprechenden SPD-Länder faktisch<br />
freie Hand gelassen. Das Thema ist noch nicht erledigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dicki</b>:<br />
Aber die Politik braucht eine freie Wirtschaft, die mitzieht und nicht<br />
ins Ausland abwandert bzw. damit droht. Wer zahlt denn keine Steuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Vermögenssteuer ist aus mehreren Gründen abzulehnen: 1.<br />
Sie ist verfassungswidrig, weil die Gesamtbelastung der Menschen und der<br />
Unternehmen in diesem Land zu hoch ist. 2. Sie besteuert aus bereits versteuertem<br />
Einkommen bestehendes Vermögen. 3. Der größte Teil der<br />
kleinen und mittleren Betriebe sind Personengesellschaften, bei denen<br />
Privat &#8211; und Betriebsvermögen nicht voneinander getrennt werden können.<br />
Hier wird die Substanz der Unternehmen besteuert und dadurch Arbeitsplätze<br />
vernichtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>homer:</b><br />
Befürworten Sie einen von der CDU/CSU initiierten Untersuchungsausschuss<br />
zum sogenannten Wahlbetrug der SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kazak: </b>Die<br />
Regierungsseite wird möglicherweise die Wahlversprechen der Regierung<br />
Kohl zum Thema machen. Droht damit nicht ein kleinteiliges gegenseitiges<br />
Aufrechnen von Fehlern, so dass sich am Ende die Öffentlichkeit angewidert<br />
abwendet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Ich denke, dass der Untersuchungsausschuss deshalb notwenig ist, weil<br />
ein großer Unterschied darin besteht, sich mit Einschätzungen<br />
vor der Wahl geirrt zu haben oder regierungsamtlich erworbene Kenntnisse<br />
wissentlich zurückgehalten zu haben. Ein kleinteiliges gegenseitiges<br />
Ausrechnen von Fehlern kann durch die konkrete Fragestellung des Untersuchungsausschusses<br />
verhindert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Einen &quot;Egomanen&quot;, von dem sich die Liberalen &quot;nicht<br />
immer wieder in Geiselhaft nehmen&quot; lassen dürften &#8211; so haben<br />
Sie Jürgen W. Möllemann vor kurzem genannt. Der hat noch immer<br />
sein Bundestagsmandat, wie werden Sie ihn begrüßen, wenn Sie<br />
sich demnächst im Bundestag begegnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das Bundestagsmandat kann er nur selbst niederlegen. Parteien und Fraktionen<br />
haben auf die Mandate richtigerweise keinen Zugriff. Die FDP-Bundestagsfraktion<br />
hat das Ausschlussverfahren gegen Herrn Möllemann eingeleitet, weil<br />
eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm nicht mehr möglich ist.<br />
Das gilt für mich ganz genau so. Wenn er die Möglichkeit des<br />
rechtlichen Gehörs wahrnimmt, werde ich ihn ganz normal begrüßen<br />
und für seinen Ausschluss aus der Fraktion stimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>supergirl:</b><br />
Hätte sich Westerwelle nicht eher von Möllemann distanzieren<br />
müssen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Guido Westerwelle weiß in der rückschauenden Betrachtung auch,<br />
dass er früher, klarer hätte agieren müssen. Dies war auch<br />
schon im Mai meine Meinung. Damals war er in der Situation, den Laden<br />
zusammenhalten zu wollen und möglichst intern den Konflikt zu lösen.<br />
Heute wissen wir, dass das nicht funktioniert hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russland:<br />
</b>War Westerwelle zu feige, sich von dem Mann zu trennen, der die<br />
FDP in Nordrhein Westfalen erst hoch gebracht hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Westerwelle war zu keinem Zeitpunkt gegenüber Möllemann feige.<br />
Er hat als Vorsitzender zunächst versucht, das Problem intern zu<br />
lösen. Er hat Beschlüsse aller Parteigremien herbeigeführt,<br />
die Möllemanns Verhalten missbilligt haben. Möllemann hat sich<br />
für sein Verhalten bei ihm entschuldigt und Besserung gelobt. Zumindest<br />
bei letzterem hat er es mit der Wahrheit nicht so genau genommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>homer: </b>Wie<br />
stehen Sie inhaltlich zum Wahlkampfblatt von J.W.Möllemann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen:<br />
</b>Distanzieren Sie sich auch von seinen Inhalten wie den Attacken<br />
auf jüdische Mitbürger und das Stimmenfangen am rechten Rand?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ich habe mich von Anfang an intern und öffentlich von den einseitigen<br />
anti-israelischen politischen Aussagen Möllemanns distanziert und<br />
werde das auch in Zukunft weiterhin laut und deutlich tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wellerückwärts:</b><br />
Befürchten Sie nicht hohe Stimmenverluste bei den Landtagswahlen<br />
durch die Möllemann-Posse?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Möllemann-Affäre überlagert leider unsere inhaltliche<br />
politische Arbeit. Dennoch rechne ich bei beiden Landtagswahlen mit einem<br />
guten Ergebnis für die FDP. In Hessen wird die gute Regierungsarbeit<br />
von Ruth Wagner zur Wiederwahl gestellt. Und in Niedersachsen geht es<br />
bei der Landtagswahl nicht mehr um die Frage, wer Kanzlerkandidat der<br />
SPD wird, wie beim letzten Mal, sondern um landesspezifische Fragen, aber<br />
auch um eine Beurteilung der Arbeit der Bundesregierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anton_wohlfahrt:<br />
</b>Ist Möllemann nicht auch ein Bauernopfer, weil die FDP sich<br />
so massiv verkalkuliert hat mit ihren 18%?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Nein. Möllemann ist Täter und nicht Opfer. Außerdem haben<br />
wir die Ziele, die das Projekt 18 beinhaltet, nicht aufgegeben. Wir werden<br />
weiterhin als eigenständige liberale Partei daran arbeiten, möglichst<br />
viele Menschen auf dem Weg zur Reform für unser Land zu überzeugen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wasserwoge:</b><br />
Die FDP beutelt es ja ziemlich durch. Wahldebakel, Möllemann. Ist<br />
jetzt der Spaß in der Spaßpartei vorbei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen</b>:<br />
Ist das Projekt 18% vorbei und auch die Zeiten des Guidomobils? Warum<br />
sind sie diesem Irrweg gefolgt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die FDP hat immer einen sachlichen Wahlkampf mit politisch notwendigen<br />
Forderungen geführt, die wir versucht haben, medial interessant den<br />
Menschen zu vermitteln. Die politischen Inhalte sind immer noch notwendig,<br />
um die Probleme Deutschlands in der Zukunft zu lösen. Das Guidomobil<br />
unterschied sich von Joseph Fischers Tour-Bus vor allem dadurch, dass<br />
es sieben Liter weniger auf 100 km verbrauchte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>floppy:</b><br />
Aber die 18 % sind demnach vom Tisch, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Die 18% waren für mich immer synonym für eine starke<br />
liberale Partei. Das Ziel ist das Gleiche und wer sich in Europa umsieht,<br />
wird feststellen, dass fast jedes unserer Nachbarländer eine oder<br />
zwei liberale Parteien hat, die ähnliche Wahlergebnisse schon erreicht<br />
haben. Wir arbeiten dran.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gulli:</b><br />
Arbeitet der umstrittene Berater Herr Goergen noch für die FDP? Er<br />
ist doch mitverantwortlich für den Kurs 18 und Fun-Faktor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Er arbeitet nicht mehr für die FDP und ist auch nicht Mitglied der<br />
FDP.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen:<br />
</b>Der Noch-Liberale Jürgen W. Möllemann hat seiner Partei<br />
für den Fall eines Ausschlusses unmissverständlich gedroht:<br />
Dann werde er eine eigene Partei gründen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>7%:</b><br />
Vom Überflieger zur Unperson, ein Haider in Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wenn Möllemann meint, eine Partei gründen zu wollen, soll er<br />
das tun. Er wird sich wundern, wie wenige ihm folgen. Eine derartige Partei<br />
könnte im besten Fall am äußerst rechten Wählerspektrum<br />
agieren. Ich halte dies für nicht sonderlich erfolgsversprechend.</p>
<p><b>libertine:</b> Droht, wenn Möllemann eine Partei gründet,<br />
eine populistische FDP ähnlich der FPÖ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Zu libertine: Eine populistische FDP wird es nicht geben. Der Reformdruck<br />
in der Mitte der Gesellschaft ist groß genug, um unsere Ziele durchzusetzen.<br />
Auch die Verhinderung einer Haiderisierung der FDP gebietet es, sich von<br />
Herrn Möllemann zu trennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sepp: </b>Wird<br />
die FDP in zukünftigen Wahlkämpfen wieder verstärkt auf<br />
Programm und weniger auf Show setzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Wir haben immer sehr stark auf unsere programmatischen Aussagen gesetzt.<br />
Manches muss man mediengerecht verpacken, um wahrgenommen zu werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sepp:</b><br />
Wird die FDP in Zukunft wieder Kanzlerkandidaten aufstellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Frage von Kanzlerkandidaturen stellt sich zur Zeit nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Sehr geehrter Herr Niebel, liebe Chatterinnen und Chatter, eine<br />
Stunde ist vorbei. Ich danke Herrn Niebel für&#8217;s Kommen und den Chat-Interessierten<br />
für die Fragen. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Es tut mir leid, dass ich nicht alle Fragen beantworten konnte, aber die<br />
Zeit vergeht wie im Fluge, wenn man sich mit Dingen beschäftigt,<br />
die Spaß machen.<br />
Vielen Dank und auf Wiedersehen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Dietrich Austermann (CDU)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Austermann]]></category>
		<category><![CDATA[Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/daustermann.shtml#ta">tacheles.02</a>: 
Chat am 2. Dezember 2002<br />
</b> <br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/daustermann.shtml#ta">tacheles.02</a>:<br />
Chat am 2. Dezember 2002<br />
</b> </p>
<p><b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dausterm.gif" alt="Dietrich Austermann" align="left" height="107" width="90" /></b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Für die nächste<br />
Stunde ist Dietrich Austermann, haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion<br />
im Bundestag, Chat-Gast hier im ARD-Hauptstadtstudio.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kann<br />
es losgehen, Herr Austermann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Austermann, Sie sind Haushaltsexperte der Unionsfraktion &#8211; was kostet<br />
den Steuerzahler der vor einer Stunde von der Union beschlossene Untersuchungsausschuss<br />
zu den angeblichen Wahlkampflügen von Rot-Grün?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Er kostet soviel wie jeder andere Ausschuss des Parlaments auch, d.h.<br />
er ist in den Kosten des Bundestages insgesamt enthalten. Für den<br />
Bürger dürfte er sich auszahlen, wenn dadurch künftig vermieden<br />
wird, dass eine Regierung so schamlos die Wähler betrügt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hergan:</b><br />
Wahlbetrug-Ausschuss: Haben Sie auch für den Ausschuss gestimmt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ja. Ich bin davon überzeugt, dass es aus Gründen der politischen<br />
Hygiene und zur Abschreckung für alle Politiker notwendig ist darauf<br />
hinzuweisen, dass Amtsautorität und Regierungsämter nicht missbraucht<br />
werden dürfen gegen Bürger, die Vertrauen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sparsocke33:</b><br />
Ist das Ergebnis der Arbeit nicht vorhersehbar? Geht es Ihnen auch darum,<br />
die Regierung bis zu den Landtagswahlen Anfang Februar in Hessen und Niedersachsen<br />
vorzuführen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Das Ergebnis des Untersuchungsausschusses wird vor der Wahl im Februar<br />
nicht bekannt sein. Der Ausschuss wird erst in der letzten Dezemberwoche<br />
seine Arbeit aufnehmen. Wenn ich wüsste, welches Ergebnis der Ausschuss<br />
hat, brauchten wir dieses Gremium nicht. Wir haben einen gezielten Verdacht,<br />
dass die Regierung Kenntnisse und Wissen nicht in dem Maße eingesetzt<br />
hat, wie es der Wahrheit am ehesten entsprechen würde. Wir haben<br />
Vermutungen zur wirtschaftlichen Entwicklung geäußert, die<br />
sich jetzt bestätigt haben. Die Regierung hat das Gegenteil behauptet,<br />
obwohl sie es hätte besser wissen müssen. Jeder Bürger<br />
muss dem Staat gegenüber bei Steuererklärungen und ähnlichem<br />
wahrhaftig sein und vollständige Auskunft geben. Da kann niemand<br />
Verständnis haben, wenn es umgekehrt für die Regierung ohne<br />
Konsequenzen bleibt, wenn sie die Bürger täuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fis.kus: </b>Politische<br />
Hygiene? Wäre es nicht auch hygienisch gewesen, wenn Ex-Bundeskanzler<br />
Kohl seine Spender verraten hätten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Der Unterschied liegt hier darin, dass in einem Fall Helmut Kohl als Parteivorsitzender<br />
gehandelt bzw. geschwiegen hat. Im vorliegenden Fall wird die Regierung<br />
auf dem Feld tätig, in dem nur die Regierung tätig werden kann.<br />
Nach Schwindeleien von Schröder als Parteivorsitzendem wird in dem<br />
Untersuchungsausschuss nicht gefragt.<br />
gerard: Mal ganz demokratietheoretisch: Muss nicht jede Partei im Wahlkampf<br />
so sehr verkürzen, dass der Unterschied zu einer Lüge oft kaum<br />
spürbar ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ich muss noch einmal wiederholen, dass es nicht um Aussagen von Politikern,<br />
von Wahlkämpfern oder Abgeordneten geht, die in dem Untersuchungsausschuss<br />
bewertet werden sollen. Wir wollen die Tätigkeit von Personen unter<br />
die Lupe nehmen, die für das, was sie getan haben, einen Eid geleistet<br />
haben. Zu ihrer eigentlichen Frage: Auch nach 20 Jahren im Bundestag bemühe<br />
ich mich, die Dinge so darzustellen, dass ich morgens und abends in den<br />
Spiegel sehen kann. Bei Herrn Eichel scheint der Spiegel heruntergefallen<br />
zu sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gerard:</b><br />
Das ist schon klar: Aber deswegen habe ich ja ganz allgemein nach der<br />
Demokratietheorie gefragt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Zur Demokratie gehört die Wahrhaftigkeit in der Politik genauso wie<br />
die Wahrhaftigkeit bei privaten Verträgen und persönlichen Beziehungen.<br />
Als Kandidat und Abgeordneter bewirbt man sich um das Vertrauen des Wählers,<br />
das bekommt man nur, wenn man auch nach der Wahl das tut, was man vor<br />
der Wahl versprochen hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fis.kus:</b><br />
Meiner Meinung nach hat sich das politische Klima in Deutschland extrem<br />
verschlechtert. Dass der Wind so rau geworden ist, daran hat auch die<br />
CDU/CSU Schuld. Dem Bürger dient das alles nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Ich weiß nicht, woraus sie das Verschulden der Union an der gegenwärtigen<br />
Situation ableiten. Wir haben eine klare rot-grüne Mehrheit seit<br />
Ende 1998, die lange auch eine Mehrheit im Bundesrat hatte. Wir haben<br />
seit einem Jahr auf die Gefahr einer sich abzeichnenden Rezession hingewiesen.<br />
Unsere schlimmsten Erwartungen sind übertroffen worden. Wir haben<br />
auch im Bundestag konkrete Vorschläge gemacht, die helfen sollten,<br />
die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Als wir 1998, also vor 4<br />
Jahren, abgewählt wurden, lag dies wohl auch daran, dass wir auf<br />
die Notwendigkeit von Strukturveränderungen hingewiesen haben, und<br />
diese auch durchsetzen konnten, bei Rente, Krankenversicherung und auf<br />
dem Arbeitsmarkt. Schröder ist es Mitte 1998 gelungen, die Bürger<br />
in die Irre zu führen, indem er behauptet hat, es ginge ohne die<br />
von uns vorgeschlagenen Einschränkungen. Die jetzige Rezession ist<br />
Schröders Rezession.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sorge22:</b><br />
CDU-Vize Christoph Böhr sagte dazu: &quot;Mir persönlich wäre<br />
es lieber, wenn unsere Bundestagsfraktion als Verfassungsorgan Klage beim<br />
Bundesverfassungsgericht einreichen dürfte. Dann könnten wir<br />
die Frage aus dem politischen Meinungsstreit heraushalten.&quot; Stimmen<br />
sie dem zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Jeder weiß, das Verfahren vor dem Verfassungsgericht einen<br />
erheblichen Zeitbedarf benötigen. Jetzt geht es darum, dafür<br />
zu sorgen, dass mit den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses die<br />
Strafe für die Regierung durch die Offenlegung ihres Verhaltens auf<br />
dem Fuße folgt. Trotzdem ist der Gedanke von Herrn Böhr in<br />
der Richtung sicher nicht falsch. Es geht in der Tat darum, dass ein Verfassungsorgan,<br />
also die Bundesregierung, ihre Stellung gegenüber dem Souverän,<br />
also dem Volk, missbraucht hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>gerard:</b> Wie ist dass denn mit Frau Merkel gewesen: Die<br />
Presse schrieb, dass sie von Koch geradezu genötigt worden wäre,<br />
sich für den Ausschuss stark zu machen. Ist da was dran?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ich war bei den internen Sitzungen nicht dabei, habe aber selbst vielleicht<br />
als erster in der Bundestagfraktion bereits in der vorletzten Sitzung<br />
des Bundestages öffentlich den Ausschuss ins Gespräch gebracht.<br />
Nach der Darstellung im Fraktionsvorstand heute bin ich davon überzeugt,<br />
dass Angela Merkel und Roland Koch von Anfang an einem Strang gezogen<br />
haben. Die Debatte in unserer Fraktion heute hat gezeigt, dass die Fraktion<br />
sich auch nicht fernsteuern lassen würde.<br />
Moderator: Wie war den die Debatte heute in der Fraktion? Wie haben ihre<br />
Fraktionskollegen argumentiert, die gegen den Ausschuss waren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Teilweise gab es die Sorge, dass die Bürger annehmen könnten,<br />
<br />
wir würden uns nur mit Vergangenheitsbewältigung, also mit dem<br />
letzten Wahlkampf befassen. Diese Sorge wurde schnell zerstreut, als auf<br />
die bevorstehende Debatte in dieser Woche und auf das heute vorgestellt<br />
10-Punkte Programm zur wirtschaftlichen Belebung verwiesen wurde. Wir<br />
wollen die Kontrolle der Regierung, aber natürlich auch unseren Beitrag<br />
leisten, damit es in Deutschland vorwärts und wieder aufwärts<br />
geht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen:</b><br />
Anderes Thema. Meines Erachtens viel wichtiger: Was würde die CDU<br />
besser machen ? Heide Simonis (SPD) fordert ja von ihrem Bundeskanzler<br />
eine &quot;Schweiß, Blut und Tränen-Rede&quot; ! Wäre<br />
das nicht ein Weg, den die CDU bestreiten könnte? Gerade vor den<br />
Wahlen im Februar könnte hier gezeigt werden, dass die CDU, im Gegensatz<br />
zu den Regierungsparteien, ehrlich an die Sache rangeht!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Das Problem liegt darin, dass rot-grün nach wie vor im Bundestag<br />
eine klare Mehrheit hat, und bisher nicht bereit ist zu Kompromissen in<br />
Fragen der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik. Zur Zeit wird<br />
die Bundesregierung aus der DGB Zentrale ferngesteuert. Unsere Vorschläge<br />
zur Verbesserung der Situation lauten: Ein ehrlicher Kassensturz, ein<br />
Finanzvorbehalt für alle neuen Ausgaben, die Entriegelung des Arbeitsmarktes<br />
(Minijobs, Scheinselbständigkeit, befristete Beschäftigung,<br />
Betriebsverfassung), die Erleichterung von Genehmigungen, wirkliches Sparen<br />
(zur Zeit haben wir die teuerste Regierung aller Zeiten), Subventionsabbau,<br />
Bekämpfung des Umsatzsteuerbetruges, Stärkung von Investition,<br />
Steuersenkung für Mittelstand und Bürger, und Strukturreformen<br />
bei den Sozialsystemen. Die Regierung tut leider das Gegenteil, indem<br />
sie die Steuern am 1. Januar um fast 15 Mrd. Euro erhöht, den Arbeitsmarkt<br />
verriegelt und Investitionen drosselt. Weil kein Vertrauen da ist in eine<br />
vernünftige Entwicklung, wird das vorhandene Geld von Bürgern<br />
und Betrieben nicht investiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Damit hat sich diese Frage von&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zapzarap:<br />
</b>&quot;Zehnpunkteprogramm für Wachstum und Arbeit&quot; ,<br />
was ist der Kern davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
wohl erledigt. Aber die Frage ist noch offen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zapzarap:</b><br />
DGB ferngesteuert und Sie vom BDI (Bund Deutscher Industrie) oder BDA<br />
(Arbeitgeberverbände)?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Dietrich Austermann:</b> Sozial ist, was Arbeit schafft.<br />
Ich fühle mich den Arbeitnehmern und den Unternehmen verpflichtet,<br />
und hier besonders den Mittelständlern, die den Löwenanteil<br />
aller Arbeits- und Ausbildungsplätze stellen. Wenn wir ihnen die<br />
Arbeit immer schwerer machen, nehmen wir ihnen die Lust am investieren.<br />
Das verhindert Einstellungen und Mehrbeschäftigung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen:</b><br />
Fakt ist doch, die Bürger im Lande sind nicht blöd. Jeder weiß,<br />
dass in Zukunft Opfer nötig sind. Warum geht die CDU nicht in die<br />
Offensive ?! Ein großer Teil der Bevölkerung ist bereit, Opfer<br />
zu bringen. Aber nur, wenn ein klares Konzept auf dem Tisch liegt und<br />
nicht weiter &quot;das Blaue vom Himmel&quot; erzählt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Ich habe darauf hingewiesen, dass wir bereits vor 1998 klar Opfer<br />
verlangt haben. Dies wurde auch in Gesetzen durchgedrückt,. zum Beispiel<br />
um Arbeit billiger zu machen, Veränderungen bei befristeter Beschäftigung,<br />
Lohnfortzahlung, Kündigungsschutz, Zuzahlung bei Krankenversicherung<br />
usw. Diese Ehrlichkeit wurde uns nicht gedankt. Trotzdem sagen wir, obwohl<br />
dies eigentlich Sache des Kanzlers wäre, es geht bei Rente und Krankenversicherung<br />
nicht ohne eine Beschränkung auf die Grundleistungen. SPD Generalsekretär<br />
Scholz hingegen behauptet, es ginge die nächsten 10 Jahre ohne Veränderung<br />
bei der Rente. Weshalb hat die Koalition dann eine Rentenkommission eingerichtet?<br />
Wir sind bereit, heute den Bürgern zu sagen, dass es ohne längere<br />
Arbeitszeit nicht geht, wenn nicht immer weniger Arbeitnehmer für<br />
immer mehr Rentner aufkommen sollen. Zur Zeit entlasten sich viele Betriebe<br />
über Vorruhestand und Altersteilzeit zu lasten des Arbeitsamtes,<br />
und erfahrene arbeitsfähige Frührentner laufen auf der Straße<br />
herum. Andererseits ist nicht einzusehen, dass wir alleine von Opfern<br />
reden, während sich Schröder und Eichel darauf beschränken,<br />
50 Steuern zu erhöhen, sich im Übrigen aber einen schlanken<br />
Fuß machen und die Zukunft verweigern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sorge22: </b>Zu<br />
Beginn des Jahres hatten alle Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert,<br />
&quot;dass wir in der zweiten Hälfte des Jahres todsicher mit Aufschwungstendenzen<br />
werden rechnen können&quot;. Wie waren denn vor Monaten ihre Prognosen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Am 16.11. 2001 habe ich während der Haushaltsdebatte für 2002<br />
darauf hingewiesen, dass der Haushalt an der Verfassungsgrenze laboriert.<br />
Ich habe Eichel vorgeworfen, dass er mit seiner Defizitmeldung gegenüber<br />
Brüssel bei einem Wachstum von 1,25 Prozent voll daneben liegen würde.<br />
Bereits seit Anfang 2001 ist zu erkennen, dass die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt<br />
ständig angestiegen ist. Die zunehmende Zahl der Pleiten war ein<br />
weiterer Beleg für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung. Dies<br />
gilt auch für das Wegbrechen der Steuereinnahmen. Wenn Eichel sich<br />
darauf beruft, dass angeblich alle Prognosen seine Position bestätigt<br />
hätten, dann frage ich mich, wofür wir überhaupt einen<br />
Minister brauchen und nicht an seine Stelle einen Schreibautomaten stellen.<br />
Wo ist sein gesunder Menschenverstand geblieben, der die Entwicklung in<br />
unserem Land mit Vernunft kritisch begleitet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hergan:</b><br />
Hartz-Konzept: Sind CDU und SPD wirklich so weit auseinander oder spielt<br />
die CDU nur eine Rolle im Bundesrat, wegen der Wahlen in Niedersachen<br />
und Hessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Teile des Hartz-Konzepts sind akzeptabel und werden von uns unterstützt.<br />
Dies betrifft insbesondere die Bereiche, die die Zumutbarkeit betreffen<br />
und eigene Verantwortung der Arbeitnehmer stärken sollen. Einzelne<br />
Teile entsprechen aber nicht einmal mehr dem Konzept von Herrn Hartz,<br />
weshalb dieser sich inzwischen weigert, für die Vorstellungen der<br />
Regierung zu werben. Es macht beispielsweise keinen Sinn, den Lohn für<br />
Leiharbeit von Anfang an an den Tarif zu koppeln, weil damit der Anreiz,<br />
Arbeitnehmer zusätzlich einzustellen, entfällt. Auch das Brückengeld,<br />
das praktisch den Vorruhestand ausweitet, ist angesichts der Rentenfinanzen<br />
ziemlich unsinnig. Wir sind jedoch insgesamt, wie auch in anderen Bereiche,<br />
kompromissbereit wenn es darum geht, für mehr Beschäftigung<br />
zu sorgen, soweit der Staat das überhaupt kann. Ein bisschen haben<br />
wir den Verdacht, dass &quot;Hartz&quot; für sich genommen keinen<br />
zusätzlichen Arbeitsplatz schafft, allenfalls eine bessere Verwaltung<br />
der Arbeitslosigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lügenbaron25:</b><br />
Wie wollen Sie/CDU weg von der unverhältnismäßigen Entlastung<br />
der Großkonzerne? Gerade in einer so wirtschaftfreundlichen Partei<br />
wie der CDU, wo viele höhere Mitglieder schon in einem Vorstand sitzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Dies ist für mich ein zentrales Thema. Die handwerkliche Unfähigkeit<br />
der Bundesregierung bei der Steuerreform 2000 und weitere Entscheidungen<br />
der rot-grünen Koalition haben dazu geführt, dass Kapitalgesellschaften<br />
als solche praktisch seit 2 Jahren keine Steuern mehr zahlen, während<br />
dies 2001 noch 44 Mrd. DM waren. Wir müssen Kapitalgesellschaften<br />
wieder gerechter besteuern und die zusätzlichen Steuern nehmen, um<br />
Mittelstand und Arbeitnehmer zu entlasten. Das steigert Investitionsbereitschaft<br />
und kostet unter dem Strich nichts, schafft aber zusätzliche Arbeitsplätze.<br />
Es war nachgerade unsozial, bei Kapitalgesellschaften die Veräußerung<br />
von Beteiligungen seit 2000 steuerfrei zu stellen, während Mittelständler<br />
und kleine Handwerksbetriebe in einer gleichen Situation hohe Steuern<br />
zahlen. Dies muss angeglichen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gerhard der<br />
Große:</b> Bei welchem Unternehmen sitzen Sie im Vorstand Herr<br />
Austermann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>In keinem einzigen. Ich bin selbständiger Anwalt. Allerdings<br />
bin ich wegen der zeitlichen Beanspruchung nur noch in geringem Maße<br />
als Anwalt tätig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hartzaberherzlich:</b><br />
Die Hartz-Kommission hat das Rad nicht neu erfunden. Job-Center, Personalservice-Agenturen,<br />
Fördern und Fordern: So neu diese Begriffe in deutschen Ohren klingen,<br />
so vertraut sind sie anderswo. Sollten wir nicht mehr ins Ausland schauen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Selbstverständlich ist der Blick über die Grenzen immer lehrreich.<br />
Ich kommen aus Schleswig-Holstein, der nördliche Nachbar Dänemark,<br />
über viel Jahre sozialdemokratisch regiert, hat es mit harten Konsequenzen<br />
im Sozialbereich geschafft, die Arbeitslosigkeit drastisch zu drosseln.<br />
Es geht vor allem darum, dass diejenigen, die nicht wollen, die Konsequenzen<br />
ihres Verhaltens spüren müssen. Das ist bei uns weder in der<br />
Sozialhilfe noch bei der Arbeitslosenhilfe im erforderlichen Maße<br />
der Fall. Ein junger Mensch, der eine Lehrstelle in Dänemark vorzeitig<br />
hinwirft, hat Problem beim Sozialamt. Dies ist deshalb richtig, weil gerade<br />
Ungelernte am ehesten arbeitslos sind. Vieles, was für Dänemark<br />
gilt, kann man auch in Holland bestätigt finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jobflooder:</b><br />
Sind kollektive Kürzungen für Arbeitslose ein sinnvolles Instrument?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, für die Beiträge<br />
gezahlt wurden. Kollektive Kürzungen verbieten sich hier genauso,<br />
wie bei jeder anderen Versicherung. Allerdings muss überprüft<br />
werden, ob alles, was das Arbeitsamt tut, dem Versicherungsgedanken entspricht.<br />
Nur die Hälfte der Ausgaben der Bundesanstalt für Arbeit betreffen<br />
das Arbeitslosengeld. Anders sieht die Sache allerdings bei der Arbeitslosenhilfe<br />
aus, die aus dem Bundeshaushalt oftmals unbefristet gezahlt wird. Hier<br />
muss dringend eine Überprüfung und eine Anpassung an die Sozialhilfe<br />
vorgenommen werden, die in der Regel nur dann gezahlt wird, wenn Bedürftigkeit<br />
vorliegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Viele Fragen und Meinungen zu Lüge, Wahrheit und Hartz.<br />
Zum Abschluss vielleicht noch eine kleine Hilfereichung für die Oppositionskolleginnen<br />
und Kollegen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DoroM.:</b><br />
Was raten Sie der FDP im Zuge der Möllemann-Spendenaffäre aus<br />
der Sicht der CDU, die so etwas ja auch schon durchgemacht hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Wir sollten es ähnlich machen wie bei der FDP damals, und<br />
uns mit Ratschlägen oder gar Schadenfreude heraushalten. Meine Sorge<br />
ist, dass eine lange öffentliche Auseinandersetzung wegen des Fehlverhaltens<br />
von im wesentlichen einer Person die Partei über Jahre hinweg in<br />
einer negativen Diskussion hält. Wo bekommen wir dann einen Koalitionspartner<br />
her, wenn dies nötig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Gäste, sehr geehrter Herr Austermann. Unsere Chatzeit<br />
ist leider vorbei. Vielen Dank für Ihre Fragen. Wir würden uns<br />
freuen, Sie bei unserem nächsten Chat wieder begrüßen<br />
zu dürfen. Übermorgen, am Mittwoch, den 4. Dezember 2002, ist<br />
Dirk Niebel (FDP) von 18.00 bis 19.00Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat.<br />
Am Dienstag, 10. Dezember 2002, stellt sich SPD-Generalsekretär Olaf<br />
Scholz von 17.00 bis 18.00 Uhr Ihren Fragen. Vielen Dank, Herr Austermann,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben, ins ARD-Hauptstadtstudio zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Herzliche Grüße an alle Chatterinnen und Chatter. Ich hoffe,<br />
ich habe Sie davon überzeugt, dass Politik trotz allem interessant<br />
ist und wir uns bemühen, die Interessen der Bürger nicht aus<br />
dem Auge zu verlieren.</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Weitere Informationen<br />
zu Dietrich Austermann:</b></span>
</p>
<ul>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.dietrich-austermann.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dietrich<br />
	Austermann </a></span></li>
</ul>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<a title="ta" name="ta"></a><b>tacheles.02</b> ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a></span></p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-mit-dietrich-austermann-cdu-274/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Was will der Bürger?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-studien-buerger-shtml-3096/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-studien-buerger-shtml-3096/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Accenture]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzererfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzererwartung]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzerwunsch]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Und die Unternehmen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und die Unternehmen?<!--break--><br />
                  <br />Unternehmer erwarten sich vor allem Vorteile in jenen Bereichen, in denen tägliche und kurzfristig Informationen zur Realisierung des Tagessgeschäftes benötigt werden, zum Beispiel bei Steuerangelegenheiten, Statusabfrage von Lizenz- und Genehmigungsverfahren, sowie dort, wo über den Online-Prozess Umsätze generiert werden können, etwa bei Online-Ausschreibungen. Online nutzen würden sie vor allem Abfragen aus dem Handels- und Melderegister, Anträge auf Wirtschaftsförderung und die Möglichkeit der virtuellen Steuererklärung.</p>
<p>
                  <strong>Mausklick oder Nummer ziehen?</strong><br />
                  <br />Obwohl sich neun von zehn Befragten durch die Bereitstellung von Angeboten über Internet und Call Center eine Verbesserung der Kommunikation mit den Behörden erwarten, ist kaum jemand bereit, dafür traditionelle Kommunikations- und Interaktionskanäle völlig aufzugeben. Der persönliche Kontakt ist den Befragten immer noch wichtig – der Schlüssel zur Verbesserung von behördlicher Kommunikation liegt demnach in einer Multi-Channel-Strategie. Dabei ist es zentral, die Schnittstellen optimal zu gestalten. Ein Bürger, der eine Anfrage per eMail gestellt hat, will, wenn er persönlich zum Amt geht, den Vorgang nicht noch mal neu starten.</p>
<p>
                  <strong>Was darf´s kosten?</strong><br />
                  <br />Zentral war Bürgern und Unternehmern, dass die Internetangebote zu gleichen oder sogar zu günstigeren Konditionen als im direkten behördlichen Kontakt stattfinden müssen. Kaum jemand ist bereit, online mehr zu bezahlen als offline. Für Behörden bedeute dies, dass sie ihre IT-Investitionen künftig über eine Effizienzsteigerung und nicht über die Gebührenordnung refinanzieren müssten, so Stefan Schneider von Accenture. Die Studie zeigt auch, dass behördenintern bereits ein wichtiger mentaler Richtungswechsel in Richtung eGovernment-Services stattgefunden hat. Die viel zitierte Skepsis von Verwaltungsangestellten gegenüber innovativen Technologien gehöre der Vergangenheit an. Verwaltungsmitarbeiter erkennen die Vorteile von Online-Services sehr genau – neben der Einsparung von Papier und Portokosten rechnen sie mit kürzeren Bearbeitungszeiten. Davon erwarten sie sich mehr Zufriedenheit seitens der Bürger. Eine Arbeitserleichterung sehen sie vor allem im Bereich der Routinetätigkeiten.</p>
<p></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.11.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Europe’s best in multimedia – WAHLTHEMEN.de</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/europrix-2002-fur-wahlthemen-de/netzkultureuprix-shtml-2643/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/europrix-2002-fur-wahlthemen-de/netzkultureuprix-shtml-2643/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europrix 2002 für wahlthemen.de]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlthemen.de]]></category>
		<category><![CDATA[Europrix]]></category>
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					<description><![CDATA[Sicher oder frei? Global oder Lokal? Mit Fragen dieser Art begleitete „WAHLTHEMEN“ den deutschen Bundestagswahlkampf jenseits von PR-Mechanismen und politischer Positionierung. Belohnt wurde der innovative Ansatz durch die Nominierung für den Europrix 2002.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher oder frei? Global oder Lokal? Mit Fragen dieser Art begleitete „WAHLTHEMEN“ den deutschen Bundestagswahlkampf jenseits von PR-Mechanismen und politischer Positionierung. Belohnt wurde der innovative Ansatz durch die Nominierung für den Europrix 2002.<!--break-->
                    </p>
<p>Das von politik-digital.de redaktionell betreute Projekt entstand gemeinsam mit dem<br />
                    <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/">Zentrum für Medien und Interaktivität</a> an der Universität Gießen und der<br />
                    <a href="http://www.bpb.de/">Bundeszentrale für politische Bildung</a>. Die technische Umsetzung lag beim<br />
                    <a href="http://www.wegewerk.de/">wegewerk Medienlabor</a>. Mit fundierten Hintergrundinformationen, Expertenstatements und virtuellen Podiumsdiskussionen, die von<br />
                    <a href="http://www.tagesschau.de">tagesschau.de</a> mitveranstaltet wurden, entstand eine Informationsplattform rund um die wichtigsten Themen im Wahlkampf, die auch weitreichende Interaktionsmöglichkeiten bot.</p>
<p>
                    <strong>Europrix 2002</strong><br />
                    <br />Durch die Nominierung für den<br />
                    <a href="http://www.europrix.org">Europrix 2002</a> rangiert<br />
                    <a href="http://www.wahlthemen.de">WAHLTHEMEN</a> unter Europas besten Projekten im New Media Bereich. Hinter dem Preis verbirgt sich ein pan-europäischer Wettbewerb, an dem sich Designer und Produzenten aus insgesamt 33 europäischen Staaten bzw. Staaten mit kulturellen Kooperationen mit der EU beteiligen. Der von der Europäischen Commission unterstützte Preis wird seit 1998 verliehen und geht auf eine österreichische Initiative zurück. Ziel ist es, exzellente Produkte im New Media Bereich auszuzeichnen und zu promoten. Neben Projekten im Bereich E-Democracy, E-Learning, Interactive Fiction werden auch innovative Ansätze im Bereich „mobile Multimedia“ und E-Business ausgezeichnet. Trotz der Krise in der Internet-Wirtschaft war das Interesse und die Beteiligung am Wettbewerb groß. Mit mehr als 600 Bewerbungen gab es dieses Jahr einen Beteiligungsrekord. Aus den Bewerbungen nominierte eine Jury<br />
                    <a href="http://www.europrix.org/europrix/winners/contest/Index.htm">30 Projekte</a> für den eigentlichen Wettbewerb. Mitbewerber von WAHLTHEMEN in der Kategorie „Citizens, Democracy and E-Government“ sind eine Informations-CD-Rom des Außenministeriums der Niederlande, ein tschechisches Stadtportal sowie die offizielle Website der slowenischen Drogenprävention.</p>
<p>
                    <strong>Innovative Interaktion, qualitative Information</strong><br />
                    <br />Besonders die Interaktionsmöglichkeiten auf und mit<br />
                    <a href="http://www.WAHLTHEMEN.de">WAHLTHEMEN</a> wurden von Europrix lobend erwähnt. Neben der neuartigen Chat-Form, zwei Kontrahenten dem Online-Publikum in einer Art virtuellen Podiumsdiskussion gegenüberzustellen, wurde für WAHLTHEMEN auch ein neuartiges Debatten-Tool entwickelt, das zu einer stärker an Argumentationssträngen orientierten Diskussion führen sollte. Ein weiteres neues tool ermöglichte es Usern einerseits Fragen zu stellen und andererseits die Fragen anderer zu bewerten. „Durch diese User Einbindung würde ein demokratische Prozess garantiert“, heißt es seitens Europrix.<br />
                    <br />Die Seite der slowenischen Drogenprävention www.uradzadroge.gov.si besteche laut Europrix vor allem durch ihre einfache Navigation und das klare Design, das die Aufmerksamkeit auf die Inhalte lenkt. Ein Diskussionsforum trägt zur Community-Bildung bei.<br />
                    <br />Auch das<br />
                    <a href="http://www.pozlowice.cz">Portal der Stadt Pozlovice</a> fördert die Communitiy-Bildung. Neben aktuellen Informationen für Bürger gibt es auch Informationen für Touristen. Die Seite sei ein Beispiel dafür, wie auch kleine Städte eine inhaltlich starke und äußerst effektive Webseite entwickeln können, begründet Europrix die Nominierung.<br />
                    <br />Die niederländische CD-Rom stellt auf unterhaltsame Art und Weise Geschichte, Kultur und Tradition der Niederlande dar. „Die leicht zu navigierende und überaus professionelle Produktion ist ein herausragendes Beispiel für unterhaltsame und hoch-qualitative Regierungsinformation“, lobt Europrix.</p>
<p>                    <strong>Preisverleihung im Dezember</strong><br />
                    <br />Der endgültige Juryentscheid über die Gewinner der einzelnen Kategorien fällt im Dezember.<br />
                    <br />Bis dahin heißt es Daumen drücken. Doch wie die Jury auch entschiedet: die Nominierung für den Preis ist in jedem Fall eine Anerkennung für das Projekt, das in diesen Tagen seinen Abschluss findet. Die Seite wird nun, da der Wahlkampf vorüber und die Regierung gebildet ist, nicht mehr<br />
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Lüster und Laptop: deutschland.de jetzt online</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland.de]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandportal]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Von B wie Bildung bis W wie Wissenschaft. D wie Deutschland hat seit kurzem eine eigene Internetpräsenz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von B wie Bildung bis W wie Wissenschaft. D wie Deutschland hat seit kurzem eine eigene Internetpräsenz.<!--break-->
          </p>
<p>Nach einem langwierigen Rechtsstreit und einer ersten Vorstellung auf der EXPO ging<br />
          <a href="http://www.deutschland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutschland.de</a>, letzten Dienstag mit etwas Verspätung online. Schon im Sommer hätte die „Visitenkarte Deutschlands“ im Netz abrufbar sein sollen. Doch das Projekt verzögerte sich. Nun gab Bundespräsident Rau die Seite im Schloss Bellevue per Tastendruck zum Surfen frei.<br />
          <br />Was braucht Deutschland um seine Visitenkarte online zu setzen? Einen feierlichen Raum im Schloss Bellevue mit kristallenem Lüster, einen Screen, der dem Lüster in Größe nicht nachsteht, einen leicht von der Technik verunsicherten Bundespräsidenten und einen lustigen Jingle, der andeutet, dass nun auch gesurft werden kann. Der Rahmen der Eröffnung scheint zugleich auch Programm zu sein – nicht nur auf der Pressekonferenz, sondern auch auf der Seite selbst treffen Antiquiertes und Modernes aufeinander.</p>
<p>
          <strong><br />
          <img decoding="async" height="164" alt="http://www.deutschland.de" src="../weitere/deutschland_de.jpg" width="250" align="right" border="1" /> Deutschland von B bis W<br />
          <br /></strong>Was wissen Sie wirklich über Deutschland?<br />
          <br />Das zur Seite gehörige Promotionsmaterial hat unterschiedliche Antworten auf die Frage, die es sich selbst stellt. „136 Rechtschreibregeln, 11.267 Redewendungen, 115.324 Worte und 1 Portal, das alles sagt“ oder aber „35 TV Sender, 78 Frauenzeitschriften, 475 Tageszeitungen und 1 Portal, das alle informiert“.<br />
          <br />Man könnte auch antworten „9 Kategorien von B wie Bildung bis W wie Wissenschaft und ein Portal, das sie verlinkt“. Momentan präsentiert sich deutschland.de nämlich als reine Linksammlung. Die Links werden von einer drei köpfigen Redaktion recherchiert und kommentiert. Mehr als 2000 Links soll das Metaportal insgesamt jedoch nicht bekommen, da die Aufnahme ins Portal als Kennzeichen höchster Qualität und als Auszeichnung angesehen werden soll, so das Betreiberkonsortium ARGE deutschland.de in seinem Informationsmaterial. Da freut sich beispielsweise der<br />
          <a href="http://www.wildgehege-verband.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Wildgeheverband</a>, der als einer von zwei Links in der Rubrik Freizeitparks zu finden ist. Oder auch der<br />
          <a href="http://www.bauernverband.de/fr_top.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bauernverband</a>, der dank der alphabetischen Reihenfolge als Nummer zwei In der Kategorie „Unterkunft“ aufscheint, auf seiner Homepage auf den ersten Blick aber keine Unterkünfte anbietet.</p>
<p>
          <strong>Ein Portal mit Außenwirkung?<br />
          <br /></strong>Kommentare in fünf Sprachen stellen sicher, dass die Seite auch einem internationalen Publikum zugänglich ist. Eine Textversion stellt sicher, dass die Seite auch für Sehbehinderte gut lesbar ist. Leider ist der Löwenanteil jener Links, auf die das Portal verweist dann doch wieder in deutsch gehalten, was den Nutzen für den Spanier, Engländer, Franzosen und Russen, der auf der Seite muttersprachlich begrüßt wird deutlich schmälert. Interessant auch, dass vorerst noch keine türkische Version der Seite existiert, wenn man bedenkt, dass die türkische Community die größte Minderheit Deutschlands stellt.</p>
<p>
          <strong>Und in Zukunft?<br />
          <br /></strong>Auf der Pressekonferenz betonte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, diese „virtuelle Visitenkarte“ fordere aktiv dazu auf, „Deutschland anzuschauen und zu erleben“. Sie sei die richtige Antwort auf „die weltweit wachsende Neugier“ an einem modernen und aufgeschlossenen Deutschland. Wie modern und aufgeschlossen sich Deutschland zeigen wird, wenn das Portal auf seine endgültigen 2000 Links angewachsen ist, bleibt noch abzuwarten. Über die Qualität der Seite und der Links soll ein 20 bis 30-köpfiger Beirat wachen, dem unter anderem auch der Sänger Blixa Bargeld und der ehemalige Regierungssprecher Peter Hausmann angehören. Momentan präsentiert sich vor allem die Tourismuskategorie eher angestaubt – deutsche Sommerfrische eben. Aber das Portal ist ja noch nicht fertig, und wie Deutschland verändert sich vielleicht auch<br />
          <a href="http://www.deutschland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutschland.de</a></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Digitale Spuren im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-spuren-shtml-2589/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Zuge der Terrorbekämpfung gibt es Einschnitte im Internet]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der Terrorbekämpfung gibt es Einschnitte im Internet<!--break-->
                    </p>
<p>Nach den Anschlägen des 11. September wurden auf nationaler und internationaler Ebene eine Vielzahl neuer Regelungen und Gesetze zur Terrorismusbekämpfung eingeführt. So wurden Sicherheitsbestimmungen auf Flughäfen erhöht, die internationale Zusammenarbeit von Ermittlungsbehörden verstärkt und in vielen Ländern der behördliche Zugriff auf Daten erleichtert. Davon ist das Internet in besonderer Weise betroffen. Nach Thilo Weichert, von der<br />
                    <a href="http://www.datenschutzverein.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschen Vereinigung für Datenschutz (DVD)</a> erlebte die neue Informationstechnologie in den 90er Jahren eine Demokratisierung. Die Informationstechnik hätte sich entgegen erster Befürchtungen nicht zu einem Entmündigungsinstrument entwickelt, sondern zur Mündigkeit von Bürgern beigetragen, so Weichert auf einer Tagung der Vereinigung Demokratischer JuristInnen, der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Juragruppe und der DVD. Die Überwachungsmaßnahmen, die nach dem 11. September eingeführt wurden, würden diese Kommunikationsfreiheit gefährden, führt er aus.</p>
<p>Auch „Reporter ohne Grenzen“ übt harsche Kritik an weltweiten Einschränkungen der Internetkommunikation. Die Organisation hat sich den Schutz der Meinungsfreiheit zum Ziel gesetzt, dazu gehört laut jüngst vorgelegten Bericht<br />
                    <a href="http://www.rsf.org/content.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„The Internet on Probation“</a> auch die Pressfreiheit und der freie Informationsfluss im Internet. &#8220;Die Situation ist besonders besorgniserregend, weil jetzt auch westliche Demokratien Schritte in eine Richtung unternehmen, die man von Staaten kennt, die bekanntermaßen Menschenrechte missachten&#8221;, fasst Robert Ménard, Generalsekretär der Organisation die Ergebnisse des Berichtes zusammen. Private Kommunikation sei in vielen Fällen nicht mehr geschützt.</p>
<p>
                    <strong>Welche Änderungen gibt es in Deutschland?</strong><br />
                    <br />In Deutschland sind die das Internet betreffende Regelungen vor allem im Sicherheitspaket II zu finden. Teledienstanbieter müssen künftig dem Bundesamt für Verfassungsschutz und den Sicherheitsdiensten Zugriff auf ihre Daten gewähren. Eigentlich dürfen Teledienstanbieter personenbezogene Daten nur sammeln, wenn sie zur Abrechnung gebraucht werden, bzw. wenn zuvor eine Zustimmung der betreffenden Personen eingeholt wurde. Allerdings wird derzeit laut Datenschützer eher mehr protokolliert, als eigentlich für die Rechnungsstellung nötig wäre. Es scheint zum Teil wenig Gespür für die Sensibilität von Daten zu geben. In diese Richtung deutet auch eine Erfahrung aus Nordrhein-Westfalen. „Eine staatliche Stelle in Nordrhein-Westfalen hat eine Empfehlung an Provider gegeben, den Versand und Empfang von Emails zu überwachen und Emails mit „unmoralischen“ Inhalten zu blockieren,“ so Nancy Isenson von Reporter ohne Grenzen in Berlin. Dieser einfachen Empfehlung, die keine gesetzliche Basis habe, seien mehrere Provider nachgekommen, erklärt sie weiter.</p>
<p>
                    <strong>Die Pressefreiheit in Gefahr?</strong><br />
                    <br />Durch die in den Sicherheitspaketen bestimmten Neuregelungen befürchtet Isenson eine Gefährdung des Quellen- und Informantenschutz in Deutschland. “Journalisten können nicht mehr richtig recherchieren, wenn sie befürchten müssen, dass ihre Emails gelesen werden,.“ so Isenson. Konkrete Fälle seien noch nicht bekannt, doch wenn der Informantenschutz gefährdet ist, sei auch die Pressefreiheit gefährdet, führt sie weiter aus.</p>
<p>
                    <strong>Die europäische Dimension: Eine Speicherverpflichtung</strong><br />
                    <br />Das Internet war zwar auch vor der Novellierung kein abhörfreier Raum, doch insgesamt erhalten die Behörden durch die Neuregelungen Zugriff auf Daten, die bislang für sie nicht erreichbar waren. Früher konnten Behörden zu Ermittlungszwecken lediglich auf die Telekommunikationsanbieter zukommen, die ihnen in der Folge ein Abhören ermöglichen mussten. Über das Abhören von dial-up Verbindungen können jedoch nur Daten erfasst werden, die zeitlich nach dem Abhörbeschluss zustande kommen. Durch den Zugriff auf Teledienstanbieter – Provider &#8211; werden auch Kommunikationsvorgänge aus der Vergangenheit nachverfolgbar.<br />
                    <br />In Deutschland sind Teledienstanbieter trotz gegenteiliger Bestrebungen des Bundesrates und im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wie England, Spanien oder Frankreich, derzeit nicht verpflichtet, ihre Daten für längere Zeit zu speichern. Auf europäischer Ebene gibt es jedoch Initiativen für eine „Vorratsspeicherung“. So legitimiert die im Mai verabschiedete Datenschutz-Direktive der EU, die Vorratsspeicherung von Daten auf Ebene der Mitgliedsstaaten und es bestehen laut<br />
                    <a href="http://www.statewatch.org/news/2002/aug/05datafd1.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">statewatch</a> Bestrebungen, die Mitgliedsstaaten zur Vorratsspeicherung von Kommunikationsdaten – Anrufe, Emails, Surfverhalten &#8211; zu verpflichten.<br />
                    <br />Wie dramatisch die Verschärfungen bzw. Vorhaben im Bereich der Überwachung der Internetkommunikation sind, unterstreicht Robert Ménard von Reporter ohne Grenzen: &#8220;Die bisherigen Maßnahmen kommen einer routinemäßigen Kontrolle der gesamten privaten Post gleich. Wir müssen daher wachsam bleiben&#8221;.</p>
<p>
                    <strong>Gefahr aus dem Internet?</strong><br />
                    <br />Bei der Drastik der gesetzten Maßnahmen drängt sich die Frage auf, welches Gefahrenpotential das Internet tatsächlich birgt. Fördert garantierte Anonymität kriminellen Missbrauch? Die Vermutung liegt nahe, dennoch zogen die Betreiber des Anonymisierungsdienstes AN.ON, die Technische Universität Dresden sowie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, nach 13 Monaten Projektlaufzeit eine positive Bilanz. Der Anonymisierungsdienst ermöglicht es Usern mittels einer speziell entwickelten Software anonym zu surfen. Als IP-Adresse scheint jeweils die des Anonymisierungsdienstes auf. Die Software wurde innerhalb der Projektzeit 1,2 Millionen mal verwendet. Insgesamt erhielt der Datenschutz in Schleswig-Holstein in dieser knapp 30 Anfragen von Privatpersonen und Strafverfolgungsbehörden.<br />
                    <br />Es sie unzutreffend, wenn in der Öffentlichkeit der Einruck erweckt wird, als sei das Internet generell ein kriminalitätsbelasteter Raum, fasst Helmut Bäumler, vom Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein die Ergebnisse zusammen. Der Dienst soll künftig systematisch ausgebaut werden.</p>
<p>Einen bedenkenswerten Vorschlag machte Armin Medosch auf der Konferenz „eDemocracy in der Zivilgesellschaft – Herausforderungen an Staat und Gemeinden, die am 28. August in Berlin stattfand und von der Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund veranstaltet wurde. Er forderte die Verabschiedung einer „Charta der Bürgerrechte für das Internet“, die vergleichbar sei mit der UN-Menschenrechtscharta. Ziel sei die Schaffung verbindlicher Standards in der Online-Welt zur Sicherung elementarer Bürgerrechte.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 12.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Guido Westerwelle &#8211; vielseitig im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/bundestagswahl-2002-fdp/guido-westerwelle-vielseitig-im-netz-2685/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundestagswahl 2002 - FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidat]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Internet zeigt sich der liberale Kanzlerkandidat im wahrsten Sinne des Wortes als &#34;vielseitig&#34;. Denn im Unterschied zu seinen Kontrahenten geht Guido Westerwelle nicht nur mit einer, sondern gleich mit drei persönlichen Websites in die heiße Wahlkampfphase. So viele haben zumindest wir gefunden, die Seite zur gudiomobil Tour nicht mitgerechnet. Etwas verwirrend ist das schon, doch wir kutschieren sie durch den Adressendschungel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet zeigt sich der liberale Kanzlerkandidat im wahrsten Sinne des Wortes als &quot;vielseitig&quot;. Denn im Unterschied zu seinen Kontrahenten geht Guido Westerwelle nicht nur mit einer, sondern gleich mit drei persönlichen Websites in die heiße Wahlkampfphase. So viele haben zumindest wir gefunden, die Seite zur gudiomobil Tour nicht mitgerechnet. Etwas verwirrend ist das schon, doch wir kutschieren sie durch den Adressendschungel.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Zuerst fällt das Adressenwirrwarr gar nicht ins Auge. Wer im Browser<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guido-westerwelle.de</a> eintippt, kommt auf eine Seite, die den Kandidaten als Kanzlerkandidaten präsentiert. „Der Kanzler für mehr Netto, mehr Bildung, mehr Arbeit“. Die Seite fügt sich gut in die übrigen FDP-Seiten ein und bietet die Informationen, die man von einer Kandidatenseite wohl erwarten darf. So gibt sie Überblick über zentrale politische Aussagen, nennt die Termine der nächsten Auftritte des Kandidaten und bietet einige interaktive Features. Schuldig bleibt sie allerdings Informationen zum Kandidaten selbst. Wer ist Guido Westerwelle? Wo und wie hat er seine politische Karriere gestartet?
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido2.jpg" alt="guido-westerwelle.de" align="right" border="0" height="215" width="268" /><br />
</a>Gestaltung</b><br />
<br />
Auf dunklem Blau als Hintergrund fällt dem Besucher der Seite erst mal der Reichstag ins Auge. Als Designelement prägt er das seriöse Bild der in blau und gelb gehaltenen Seite maßgeblich mit. Insgesamt wirkt die Seite schlicht. Der Bundestag am oberen Rad der Seite und die einfache Navigationsleiste links bilden den Rahmen für das Textfenster. Fotos werden relativ sparsam eingesetzt – ein Bild des Kanzlerkandidaten auf der Eingangsseite, nicht zu groß gehalten, und ab und an Bilder, die die Texte illustrieren. Anders als bei der Seite des Bundeskanzlers<br />
<a href="http://www.gerhard-schr%F6der.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.gerhard-schröder.de</a>, wo Bildsprache und Design dominieren, liegt hier der Schwerpunkt auf der textlichen Information.
</p>
<p>
<b>Was bietet die Seite an Information?</b><br />
<br />
Mehr Netto, mehr Bildung, mehr Arbeit! Umfangreiche Texte liefern Hintergrundinformation zu den Schlüsselworten der Kampagne. Zusätzlich steht Material zum Download bereit. Mit einem Steuerrechner kann sich jeder ausrechen, wie viel bzw. wie wenig Steuern er mit dem FDP-Modell zahlen würde. Umfangreiche Informationen zum Wahlkampf schließen das Angebot ab, ein letzter Punkt erklärt noch die Funktionsweise der Briefwahl. Ganz aktuell verweist die Seite auf das Spendenkonto der sächsischen FDP zugunsten der Hochwasseropfer.<br />
<br />
Was fehlt auf den ersten Blick? Presseerklärungen beispielsweise, doch das erklärt sich vielleicht durch das Online-Radio „Radio Westerwelle“, das rund um die Uhr aktuelles aus dem FDP Wahlkampf sendet. Textversionen der gesendeten Interviews sind auf der webradio Homepage nachzulesen.
</p>
<p>
<b>Und Interaktiv?</b><br />
<br />
Die FDP-Webseiten bieten meist recht vielfältige interaktive Elemente, das hat auch der<br />
<a href="/edemocracy/test/parteientest2002/fdp.shtml">Parteieintest von politik-digital.de</a> gezeigt. Auf guido-westerwelle können die Nutzer sowohl „die ecard der Woche“ verschicken als auch Bildschirmschoner herunterladen. Der User hat die Wahl zwischen einem gelb-blauen Fisch, der gegen den Strom schwimmt, einer Schnecke, dem Übersichtsplan der Guidomobiltour und &#8211; ganz offen gesagt meinem persönlichen Favoriten &#8211; einem suizidalen Sparschwein.<br />
<br />
Als aktuellstes Angebot wird die „liberale Auskunft“ beworben. Die 1 18 48 erteilt einerseits Auskünfte wie jede normale Telefonauskunft auch, beantwortet darüber hinaus aber auch Fragen rund um die Liberalen und zum Wahlkampf.<br />
<br />
Wer dagegen protestieren möchte, dass Guido Westerwelle nicht zum Kanzlerduell geladen wurde, kann an ARD und ZDF eine Postkarte verschicken &#8211; entweder per Telefon über die liberale Auskunft oder aber direkt über PMS. PMS ist ein neuer Service, der in Ahnlehnung an SMS online gesendete Nachrichten offline, genauer gesagt als Postkate verschickt. Die Postkarten werden von der FDP gesammelt und in transparenten Säcken an die Empfänger übergeben.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.guidowesterwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido1.jpg" alt="guidowesterwelle.de / guido-fuer-bonn.de" align="right" border="0" height="249" width="265" /><br />
</a>guidowesterwelle = guido-fuer-bonn.de</b><br />
<br />
So weit so gut, doch als ich die Seite ein weiteres Mal besuchte, unterlief mir ein Fehler und ich entdeckte völlig neue Seiten an, bzw. von Guido Westerwelle. Statt guido-westerwelle schrieb ich guidowesterwelle und landete prompt auf guido-fuer-bonn.de. Hier präsentiert sich Guido Westerwelle als Direktkandidat für Bonn. Die Seite zeigt sich ungleich bildintensiver als die vorherige. Kurze Artikel mit Foto informieren über aktuelle Termine des Kandidaten im Wahlkreis– Jazzfrühschoppen, Diskussion mit Jugendlichen oder die Eröffnung von Pützchens Markt. Ein Eventkalender macht auf kommende Termine aufmerksam. In einer Art Brief an die Bonner Mitbürgerinnen und Mitbürger bittet Guido Westerwelle um die Erst- und Zweitstimmen der Bonner und weist sie auf weitere Informationsmöglichkeiten unter<br />
<a href="http://www.fdp.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp.de</a> und<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a>. hin. Erfreut, eine Abkürzung zu meinem ursprünglichen Ziel gefunden zu haben, klicke ich und finde mich, wohl durch einen falsch gesetzten Link, auf<br />
<a href="http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php</a> wieder.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://mdb.liberale.de/westerwelle/home.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/guido3.jpg" alt="fdp.de -&gt; guido-westerwelle.de" align="right" border="0" height="245" width="251" /><br />
</a>Schon verwirrt?</b><br />
<br />
Hier angekommen finde ich, was ich auf<br />
<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a> und auf<br />
<a href="http://www.guidowesterwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guidowesterwelle.de</a> respektive<br />
<a href="http://www.guido-fuer-bonn.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guido-fuer-bonn.de</a> vermisst habe, nämlich aktuelle Pressemitteilungen und Informationen zur Person des Kanzlerkandidaten selbst. Unter „Darum geht’s“ werden die persönlichen Schwerpunkte und Arbeitsansätze von Guido Westerwelle vorgestellt. Für Lesefreudige gibt es den speziellen Service, sich via Amazon bzw. buchkatalog.de Bücher von Guido Westerwelle online zu bestellen.
</p>
<p>
<b>Noch eine Seite?</b><br />
<br />
Ich klicke mich zurück auf die guido-fuer-bonn Seite und versuche dort unter „Liberale Links“ zu guido-westerwelle zurückzufinden. Doch in diesem Linkverzeichnis finde ich lediglich guido2002.de. Ein Klick darauf bringt mich überraschender Weise zu guido-westerwelle zurück. Um sicher zu gehen, tippe ich guido2002.de nochmals händisch ein, doch es bleibt dabei &#8211; die Adresse führt zu guido-westerwelle.de.
</p>
<p>
<b>Drei Seiten &#8211; ein Kandidat</b><br />
<br />
Insgesamt bieten alle drei Seiten wichtige Informationen zum Wahlkampf der FDP und zur Person Guido Westerwelle. Durch das Verteilen der Informationen auf drei unterschiedliche Adressen leidet die Nutzfreundlichkeit. Die Trennung zwischen einer Direktkandidatenseite für den eigenen Wahlkreis und einer Seite, die deutschlandweit Wähler anspricht, ist sicherlich noch nachzuvollziehen, weil dadurch speziell für Wahlkreiskandidaten ein eigener Service ensteht. Warum es jedoch insgesamt drei Seiten geben muss, bleibt unklar. Leider verweisen die Seiten kaum bzw. nur sehr unklar aufeinander. Wer eine der drei Seiten ansurft, findet die anderen nicht zwangsläufig, wodurch Informationen verloren gehen. Wer durch Zufall auf alle drei stößt, bleibt leicht verwirrt zurück.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#ffcc33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 12.09.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<b>Weiterführende Links:</b><br />
</p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="/guidomobil.shtml">Das Guidomobil auch online unterwegs</a>
	</li>
<li>
	<a href="/evers.shtml">18 Gründe für einen Klick</a> &#8211; Interview mit Uwe Evers, Leiter der für die FDP-Seite verantwortlichen Online-Redaktion</li>
<li>
	<a href="/archiv/edemocracy/nrw/goergen.shtml">Interview mit Dr. Fritz Görgen</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/test/parteientest2002/fdp.shtml">FDP im Parteientest 2002</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#cdu2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; CDU</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#spd2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; SPD</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#fdp2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; FDP</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#pds2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; PDS</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#gruene2002">Bundestagswahl 2002 &#8211; B&#8217;90/Grüne</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml">Bundestagswahl 2002 &#8211; die kleinen Parteien</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#sk">Die Seiten der Spitzenkandidaten</a>
	</li>
<li>
	<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#idemo">Internet in der Mediendemokratie</a>
	</li>
</ul>
<p><b>Links im Internet</b>  </p>
<ul class="noindent">
<li>
	<a href="http://www.fdp.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.guido-westerwelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-westerwelle.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.guido-fuer-bonn.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.guido-fuer-bonn.de</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.18fdp.de/radio_westerwelle.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Westerwelle</a>
	</li>
<li>
	<a href="http://www.fdp.de/Das-Spiel-18" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Spiel 18</a><br />
	<br />
	<!-- Content Ende --></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>European E-City-Award</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-international-ecityaward-shtml-2641/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie "Unternehmen" hervor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie &#8220;Unternehmen&#8221; hervor.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Europäische Benchmark-Studie untersuchte die Portale europäischer Großstädte hinsichtlich ihres Informationswertes für die Kernzielgruppen Bürger, Unternehmen und Touristen. In den drei Einzelkategorien wurden am 5. September jeweils drei Sieger bekannt gegeben. Als Gesamtsieger über alle Kategorien wurde Kopenhagen ermittelt. Insgesamt zeigt sich, dass die dänischen Städte besonders erfolgreich im Internet vertreten sind. Alle drei in der Studie untersuchten dänischen Städte sind in einer oder in mehreren Kategorien in den Top 10 Listen vertreten. Auch Schweden und Finnland schnitten in der Vorbewertung gut ab. „Das gute Abschneiden der skandinavischen Städte spiegelt den hohen Internet-Durchdringungsgrad in diesen Ländern wieder“, so Stefan Eckart von der Initiative European E-City Award. In der Studie seien überraschend deutliche Qualitätsunterschiede unter den Haupt- und Großstädten Europas festgestellt worden, meint Eckart.</p>
<p>
                      <strong>Mit 7 Top-10 rankings ist Deutschland gut vertreten</strong>
                    </p>
<p>Auch die deutschen Städte schnitten gut ab. Deutschland ist insgesamt mit 7 von 20 untersuchten Städten in den Top 10-Listen der einzelnen Kategorien vertreten. Mit<br />
                    <a href="http://www.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.berlin.de</a> konnte die Hauptstadt den Wettbewerb in der Kernzielgruppe „Unternehmen“ für sich entscheiden. www.berlin.de setzte sich mit einem klar strukturierten und ausführlichen Informationsangebot für ansiedelungswillige Firmen und Investoren durch“, heißt es seitens der Initiative European eCity-award.</p>
<p>Berlin.de wird verantwortet von der Berlin.de new media GmbH &amp; Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der BerlinOnline Stadtportal GmbH &amp; Co. KG, einem Gemeinschaftsunternehmen von<br />
                    <a href="http://www.guj.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gruner + Jahr</a> , der<br />
                    <a href="http://www.bankgesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bankgesellschaft Berlin</a> und der<br />
                    <a href="http://www.berliner-volksbank.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Volksbank</a>. Besonderes Lob fanden das zentrale Firmenverzeichnis, die städtischen Wirtschaftsnachrichten und die Existenzgründungsberatung. Auch andere deutsche Städte wurde ausgezeichnet. Hamburg erreichte Platz 2 in der Kategorie „Touristen“, in der auf Platz 3 Berlin ein weiteres mal punkten konnte. Stuttgart war schon in der<br />
                    <a href="/egovernment/studien/etown1.shtml">e-Town Studie von politik-digital</a> und der Initiative D1 zur besten Stadt im Bereich eDemocracy gekürt worden. Nun konnte die Stadt auch im europäischen Vergleich mit Bürgerfreundlichkeit punkten und erreichte Platz 3 in der Kategorie „Bürger.“<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 11.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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