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	<title>Alinka Rother &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Alinka Rother &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Studie: Auf der Suche nach digitalen Mentalitäten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 14:30:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die digitale Spaltung, der “Riss durch die Gesellschaft” &#8211; die vermeintliche Lücke zwischen der sogenannten Netzelite und dem durchschnittlichen Surfer, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mind-the-Gap_lisainglasses.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134408" alt="lisainglasses (CC BY-NC-SA 2.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mind-the-Gap_lisainglasses.jpg" width="640" height="398" /></a>Die digitale Spaltung, der “Riss durch die Gesellschaft” &#8211; die vermeintliche Lücke zwischen der sogenannten Netzelite und dem durchschnittlichen Surfer, den “Nerds” und den “Anderen”, ist seit Jahren ein Dauerbrenner in der Selbstbespiegelung der Netzszene. Eine Studie hat sich nun wissenschaftlich damit befasst und gefragt, wie sich durchschnittliche deutsche Internetnutzer im Vergleich zu den besonders Aktiven im Netz verhalten. Ähneln sich die Einstellungen von Webaktiven und “Durchschnittsnutzern” oder unterscheiden sie sich fundamental voneinander? Wie bewerten beide Gruppen die Internetkompetenz von Parteien und wie netzpolitische Themen? Die Antwort: Es kommt darauf an.<br />
Netzgemeinde, Netz- oder Twitterelite, digitale Boheme &#8211; es gibt viele Versuche, die digitale Szene unter einen Begriff zu fassen. Und für diese Szene – wenn man sie denn so nennen will – hagelte es in letzter Zeit eine Menge Kritik. Die Bloggerin <a href="http://frau-dingens.de/?p=2684" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Dingens </a>schrieb kürzlich von “elitären Netzhipstern”, denen “eigentlich nur noch die Nerd-Pride-Goldkette um den Hals fehlt” und fragte sich, für wen die „Netzgemeinde“ da eigentlich spricht. Diese Frage stellte sich auch das Berliner Institut für Stategieentwicklung (<a href="http://www.ifse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFSE</a>). Im Rahmen der Studie “<a href="http://www.ifse.de/artikel-und-studien/einzelansicht/article/digitale-mentalitaet-ii-webaktive-und-internetnutzer-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Mentalität II</a>” hat das Institut evaluiert, wie sich die sogenannten “Webaktiven” im Vergleich zum “durchschnittlichen Internetnutzer der Bundesrepublik” im Netz und darüber hinaus verhalten. Dazu wurde eine repräsentative Stichprobe deutscher Internetnutzer mit eine Stichprobe von Webaktiven verglichen.<br />
Unter Webaktiven versteht das Institut dabei diejenigen Personen, die nach eigener Einschätzung besonders aktiv im Netz sind und gleichzeitig den netzpolitischen Diskurs prägen. Seit Ende Oktober sind einige Ergebnisse der Studie öffentlich: Unterscheiden sich die Einstellungen der beiden Gruppen zu Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Sicherheit im Internet fundamental? Und wie wird die netzpolitische Expertise der deutschen Politiker eingeschätzt?<br />
Die Internetkompetenz der Parteien wird von Webaktiven wie Internetnutzern gleichermaßen als gering eingeschätzt. Sowohl die Webaktiven wie die Internetnutzer schätzen lediglich die Internetkompetenz der Piratenpartei als sehr gut ein. Den etablierten Parteien wird in dieser Hinsicht nur wenig zugetraut. Einzig die Grünen können bei den Internetnutzern ein wenig punkten – immerhin die Hälfte aller befragten Internetnutzer nimmt sie als (eher) kompetente Partei in punkto Webnutzung wahr. SPD, CDU/CSU, FPD und Linke dagegen werden von beiden Gruppen für wenig kompetent in Sachen Internet gehalten. Insbesondere bei den Webaktiven fällt das Urteil verheerend aus. So schreiben beispielsweise nur fünf Prozent der Webaktiven der CDU eine (eher) hohe Internetkompetenz zu.</p>
<h3>Zu viel oder zu wenig Staat?</h3>
<p>Schlechte Noten für die Parteien also sowohl von den Netzaktiven als auch von den Internetnutzern. Sehr unterschiedlich hingegen bewerten die beiden jedoch konkrete Politikfelder und einzelne netzpolitisch relevante Aspekte. Besonders deutlich werden diese Differenzen bei den Themen Privatsphäre und Datenschutz: So sprechen sich 75 Prozent der Webaktiven ausdrücklich gegen die Vorratsdatenspeicherung zur Bekämpfung von Verbrechen aus. Die Hälfte aller befragten Internetnutzer dagegen befürwortet die Vorratsdatenspeicherung ebenso wie Online-Durchsuchungen durch den Staat als Instrument der Verbrechensbekämpfung. Letztere werden von den Webaktiven mit einer Mehrheit von 69 Prozent abgelehnt.<br />
Generell sehen Webaktive staatliche Eingriffe sehr skeptisch. Lediglich 32 Prozent der Aktiven verlangen mehr gesetzliche Anstrengungen zum Schutz der User vor kriminellen Handlungen im Internet. Ganz im Gegensatz zu den Internetnutzern, von denen sich 87 Prozent ein stärkeres Eingreifen des Staates wünschen. Ein Grund dafür ist sicher, dass immerhin 63 Prozent derselben fürchten, im Internet Opfer von Betrug oder Missbrauch ihrer Daten zu werden. Diese Sorge teilen hingegen nur 35 Prozent der Webaktiven.<br />
Diese Ergebnisse ebenso wie die stark ausgeprägte Forderung nach Transparenz bei Webaktiven lassen vermuten, dass sie nicht nur über mehr Erfahrung, sondern auch über ein größeres technisches Wissen verfügen als die Internetnutzer, und dementsprechend ein stärkeres Vertrauen gegenüber Online-Diensten und -Sicherheit entwickelt haben.<br />
Webaktive verbringen deutlich mehr Zeit mit Medienkonsum – im Schnitt beschäftigen sie sich täglich fast drei Stunden mit dem privaten Computer (173 Minuten), im Vergleich zu 96 Minuten bei Internetnutzern. Auffällig hieran ist, dass Webaktive mehrere Medienaktivitäten bzw. -funktionen über das Endgerät PC abwickeln, beispielsweise Radio hören, TV schauen oder online Nachrichten lesen. Diese Aktivitäten finden teilweise gleichzeitig statt (z.B. online Musik hören, E-Mails lesen und Zeit in sozialen Netzwerken verbringen). Hinsichtlich der Aktivitäten im Internet sehen wir, dass Webaktive und Internetnutzer am häufigsten E-Mail und Facebook nutzen. Darüber hinaus erstellen Webaktive viel eigenen Content, zum Beispiel in Form von Forumsbeiträgen (41 Prozent), eigenen Websites (26 Prozent) und Twitter (23 Prozent). Durch diese Eigenproduktion von digitalem Content entsteht u.a. die These, dass Webaktive Meinungsführer bei netzpolitischen Themen sind, Diskurse im Netz verfolgen, kommentieren und mitgestalten &#8211; und ihre Meinung deshalb von hoher politischer Relevanz ist. Aber sie stellen auch eine wirtschaftliche Größe dar: Generell geben Webaktive mehr für Medieninhalte (digital wie analog) aus (77 Euro monatlich) als durchschnittliche Internetnutzer (61 Euro monatlich).<br />
Die Studie hat die Ergebnisse einer Umfrage unter Webaktiven mit einer repräsentativen Umfrage unter allen deutschen Internetnutzern zwischen 14 und 69 Jahren verglichen. Und was zeichnet die beiden Gruppen aus? Webaktive sind im Schnitt überdurchschnittlich jung (20-39 Jahre), gebildet, urban – und männlich. Lediglich 16,9 Prozent der Webaktiven sind Frauen. Bei den Internetnutzern dagegen machen Frauen nahezu die Hälfte aus. Weitere <a href="http://www.ifse.de/artikel-und-studien/einzelansicht/article/digitale-mentalitaet-ii-webaktive-und-internetnutzer-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hintergrundinformationen</a> zur Studie finden sich auf der Homepage des IFSE. Dort werden außerdem weitere Aspekte der Studie präsentiert. Zusätzlich zu den hier vorgestellten Ergebnissen hat das IFSE unter anderem die Einstellungen der beiden Gruppen zu illegal kopierten Inhalten, zu Urheberrechtsverletzungen und zur Finanzierung digitaler Inhalte erfasst.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/66206547@N00/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lisainglasses</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
&nbsp;</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Social Media im neuen Bundestag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2013 08:29:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr Facebook, weniger Youtube und im Schnitt über 2000 Follower auf Twitter: Im Auftrag von UdL DIGITAL hat der Hamburger [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Social_Media.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133484" alt="Social_Media" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Social_Media.jpg" width="640" height="426" /></a>Mehr Facebook, weniger Youtube und im Schnitt über 2000 Follower auf Twitter: Im Auftrag von UdL DIGITAL hat der Hamburger Wahlbeobachter Martin Fuchs untersucht, wie Social Media im neuen Bundestag genutzt wird.<br />
Wie viele Abgeordnete sind in den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen aktiv? Welche Social Networks werden dabei hauptsächlich genutzt? Und welche Fraktionen sind im neuen Bundestag überdurchschnittlich häufig in den sozialen Medien vertreten? Das und mehr hat der Hamburger Wahlbeobachter <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Fuchs</a> für <a href="http://www.udldigital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UdL DIGITAL</a> <a href="http://www.udldigital.de/so-viel-social-media-steckt-im-neuen-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">untersucht</a>. Die Social-Media-Nutzung der Abgeordneten in Zahlen:<br />
Nahezu jeder Abgeordnete des neuen Bundestages hat mindestens ein Social-Media-Profil. Aktuell verfügen 95,1 Prozent aller Parlamentarier über ein solches Profil &#8211; ein Zuwachs um rund fünf Prozent im Vergleich zum Juli 2013.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/socialmedia1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133442 alignnone" alt="socialmedia" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/socialmedia1.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
Facebook ist unter den Abgeordneten das mit Abstand beliebteste aller Social Networks. So haben insgesamt 62 Prozent der Parlamentarier eine Facebook-Fanseite. Das sind rund 12 Prozent mehr als noch im alten Bundestag. Die Zahl der Twitter-User dagegen hat leicht abgenommen &#8211; nach wie vor aber tweetet immerhin die Hälfte aller Abgeordneten. Auf dritter Stelle liegt Youtube: 42,1 Prozent aller Parlamentarier haben einen Youtube-Profil oder einen Youtube-Chanel. Allerdings sind auch hier die Zahlen leicht rückläufig.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/facebook2.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133443 alignnone" alt="facebook" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/facebook2.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/twitter1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133444 alignnone" alt="twitter" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/twitter1.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/youtube1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133445 alignnone" alt="youtube" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/youtube1.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
Deutlich hinter den drei erst genannten Social Networks folgt Google+. Dort haben 173 der 630 Bundestagsabgeordneten und damit 27,5 Prozent aller Abgeordneten einen Account angelegt. Das sind insgesamt 4,1 Prozent mehr als noch im Juni 2013. Xing wird von insgesamt 164 Abgeordneten (26 Prozent) genutzt &#8211; hier ist ein minimaler Zuwachs zu verzeichnen. Nicht so dagegen bei der Anzahl derjenigen Abgeordneten mit einem flickr-Account. Nur 87 Parlamentarier (13,8 Prozent) sind dort vertreten, knapp acht Prozent weniger als noch im Vorjahr.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/googleplus.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133446 alignnone" alt="googleplus" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/googleplus.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/xing1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133447 alignnone" alt="xing" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/xing1.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/flickr.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133448 alignnone" alt="flickr" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/flickr.jpg" width="640" height="450" /></a><br />
Und wie sieht es in den Fraktionen aus? Grundsätzlich ist über alle Fraktionen hinweg ein Anstieg der Nutzung im Vergleich zum alten Bundestag zu erkennen. Mit 8,4 Prozent fällt dieser Anstieg bei der SPD besonders deutlich aus. Insgesamt aber sind die Grünen in den sozialen Netzwerken besonders aktiv: 62 ihrer 63 Bundestagsabgeordneten haben mindestens ein Social-Media-Profil &#8211; das sind 98,4 Prozent. Darauf folgt die SPD mit 97,4 Prozent und Die Linke mit 96,9 Prozent. Etwas abgeschlagen liegen CDU/CSU auf 91,2 Prozent. Insgesamt haben dort 286 der 311 Bundestagsabgeordneten mindestens ein Social-Media-Profil.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fraktionen.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-133449 alignnone" alt="fraktionen" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fraktionen.jpg" width="640" height="633" /></a><br />
Und zum Schluss ein Blick auf die Follower: Im Durchschnitt besitzt jeder Bundestagsabgeordnete mit einem Twitter-Account 2.308 Follower, und mit einer Facebook-Fanseite 2.781 Fans. Damit ist die Zahl der Twitter-Follower um 69 Personen und die Zahl der Facebook-Fans um 232 User gestiegen.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/follower.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133450" alt="follower" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/follower.jpg" width="640" height="633" /></a><br />
&nbsp;</p>
<div id="stcpDiv">
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/jasonahowie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jason Howie</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0) </a><br />
Grafiken: www.udldigital.de, Quelle: Martin Fuchs</p>
<div id="stcpDiv">
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<div id="col1_content">
<div id="post-132885">
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<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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		<title>Es gibt kein Gesetz gegen PRISM und Co. &#8211; Müssen wir uns selbst helfen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2013 15:36:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Die ersten Enthüllungen über die Bespitzelung der Bevölkerung durch die NSA und andere Geheimdienste liegen mehr als vier Monate zurück. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die ersten Enthüllungen über die Bespitzelung der Bevölkerung durch die NSA und andere Geheimdienste liegen mehr als vier Monate zurück. Bis heute hat die Politik wenig oder gar nichts getan, um die Vorgänge wirklich umfassend aufzuklären und den Schutz der Privatsphäre wiederherzustellen. Fehlender politischer Wille, grundlegende Werte- und Normenverschiebungen, mangelnde Einflussmöglichkeiten, Unwissen oder Inkompetenz – niemand weiß genau, welchen Grund die politische Untätigkeit in Deutschland hat.<br />
So oder so: Der Ton der Netzgemeinschaft wird zunehmend verzweifelter. Immer mehr Blogger, Aktivisten und Journalisten glauben nicht mehr an eine baldige staatliche Lösung. Zuletzt hat Journalist Stefan Plöchinger die Leser in der Süddeutschen Zeitung <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/nsa-affaere-einbruch-in-den-schutzraum-1.1763930">aufgefordert</a>, den Regierungen nicht mehr zu trauen, „solange diese totale Sicherheit über grundlegende Freiheiten stellen – womit ja auch Freiheit vor dem Staat gemeint ist.“ Es gelte, die Staatsspitzel vor digitale Hürden zu stellen, auch wenn das ein denkbar schwaches Mittel sei.<br />
Lässt sich die Überwachung durch die Geheimdienste überhaupt noch durch Gesetze eindämmen? Oder besteht nicht die Gefahr, dass sich diejenigen, die mit genug Macht ausgestattet sind, über jede Regelung hinwegsetzen, um Daten zu sammeln? Und wenn das so wäre, was hieße das für den mündigen Bürger?<br />
Geheimdienste halten sich nicht an Datenschutzgesetze, meint der Blogger und Netzaktivist Michael Seemann. Nur eines können die ausufernde Schnüffelei wirklich stoppen: die Abschaffung der Geheimdienste. Bis dahin müsse Transparenz geschaffen werden – zum Beispiel durch Leaking und notfalls auch gegen den Willen und die Funktionsfähigkeit der Geheimdienste. Katharina Nocun, Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, meint, im Maschinenraum der Gesetzgebung müssten nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden. In ihrem Beitrag für politik-digital.de schreibt sie, die exzessive Ausweitung der Überwachungsbefugnisse der Geheimdienste sei politisch gewollt und könne auch nur durch politischen Willen wieder gestoppt werden. Nocun verlangt, dass die politischen Vertreter unsere Daten und Grundrechte verteidigen &#8211; im Zweifel für die Bürgerrechte.<br />
&nbsp;<br />
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
               <div class="subcl">
                 <div class="entry-content-position">
                   </p>
<h2>Pro-Standpunkt von Michael Seemann</h2>
<p>Das Schicksal wollte es, dass die gerade stattgefundene Bundestagswahl mitten in die Aufregung um die Snowden-Enthüllungen fiel. Wir hatten gerade erfahren, dass all unsere Daten potentiell von der NSA, dem GCHQ und wahrscheinlich vielen anderen Geheimdiensten an vielen Stellen abgeschöpft, gespeichert und analysiert werden. Auch kann niemand behaupten, das Thema hätte nicht genügend mediale Aufmerksamkeit gehabt: Wir erleben seit Monaten ein Sperrfeuer der Berichterstattung in allen Medien und ständig neue Enthüllungen.<br />
Derweil sahen wir die Bundesregierung abwechselnd straucheln und ausweichen, lügen und sich lächerlich machen. Wer aber nach Spuren dieses Skandals im Endergebnis der Wahlauszählung sucht, wird nicht fündig. Das Thema spielte keine Rolle. Vor der Wahl versuchte Frau Merkel den größten Datenschutz-GAU der Weltgeschichte damit wegzulächeln, dass sie sich nun intensiver um den Abschluss der europäischen Datenschutzverordnung bemühen werde. Man war an das Titelbild des Magazins der Titanic aus den 1980ern erinnert: &#8220;Waldsterben verboten!&#8221;.<br />
Geheimdienste halten sich nicht an Datenschutzgesetze, jedenfalls nicht an die anderer Länder. Der Verweis auf den gesetzlichen Datenschutz ist also nichts als eine Nebelkerze. Aber was sollte Merkel auch anderes tun: ihre Machtlosigkeit eingestehen?<br />
Alles wird also so bleiben wie es ist, denn gegen Schnüffelei unter Ausnutzung der aktuell vorhandenen Technik ist kein gesetzliches Kraut gewachsen. Außer eines vielleicht: Geheimdienste abschaffen. Das kann nur jedes Land für sich tun, aber irgendwer muss ja mal den Anfang machen. Ansonsten müssen wir auf zwei, vier, viele Snowdens hoffen, die unbestelltes Licht ins Dunkle bringen, denn wie wir gelernt haben, sind Geheimdienstkontrollen &#8211; in den USA wie auch in Deutschland &#8211; nicht wirkungsvoll.<br />
Geheimdienste sind gefährliche Institutionen, die unbemerkt eine freie und offene Gesellschaft in ihr Gegenteil verkehren können. Der Glücksfall Snowden tut, was die Politik längst hätte tun müssen: Er macht die Geheimdienste transparent. Notfalls gegen ihren Willen, notfalls gegen ihre Funktionsfähigkeit.</p>
<h2>Contra-Standpunkt von Katharina Nocun</h2>
<p>Es ist nicht wahr, dass es keine Gesetze gegen Prism und Tempora gibt.<br />
Abgeordnete und Regierungsmitglieder schwören bei Amtsantritt seit jeher auf die Verfassung ihres jeweiligen Landes. Sowohl das Grundgesetz als auch die europäische Menschenrechtscharta als auch die amerikanische Verfassung wurden einst als Bollwerke gegen totalitäre Staatskonstrukte angelegt. Dieses Bollwerk niederzureißen und auszuhöhlen ist der eigentliche Akt des organisierten Terrors gegen die freie Gesellschaft.<br />
Bei den Überwachungsorgien der Geheimdienste handelt es sich um ein politisches Problem und kein technisches. Hier ist die Politik gefordert, im Maschinenraum der Gesetzgebung die richtigen Knöpfe zu drücken, um die Überwachungsprogramme zu beenden. Die exzessive Ausweitung der Überwachungsbefugnisse der Geheimdienste ist politisch gewollt und kann daher auch nur durch politischen Willen wieder gestoppt werden. Demokratien sind als Festungen gegen totalitäre Bestrebungen angelegt. Und egal, wie klug unser Grundgesetz ausgearbeitet wurde, kann das Projekt an der falschen Bemannung scheitern, die &#8211; statt die Festung zu verteidigen &#8211; Trojanische Pferde ehrfürchtig in Empfang nimmt. Das passiert, wenn Parteien Bürgerrechte zur Verhandlungsmasse deklarieren und auf der Viehauktion von Koalitionsverhandlungen und im Poker um Ministerialposten meistbietend verschachern.<br />
Ich verlange von unseren politischen Vertretern auf Bundes- und Europaebene, dass sie das Freihandelsabkommen mit den USA als Pfand benutzen, um unsere Daten und Grundrechte zu verteidigen und nicht in vorauseilendem Gehorsam die Waffen strecken. Wer diesen Weckruf nicht hört, wird in einer überwachten Gesellschaft aufwachen, die uns zu Feiglingen und Konformisten erzieht, statt zu selbstbestimmten Individuen. Die seit 2001 unter Rot-Grün, Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb auf den Weg gebrachten grundrechtswidrigen Terrorgesetze und Geheimdienstermächtigungen gehören restlos gestrichen. Die Demokratie darf sich nicht länger von Interessen der Außen- und Sicherheitspolitik mit Trojanischen Pferden wie dem Supergrundrecht auf Sicherheit hacken lassen. Stattdessen muss Sie unsere intellektuelle Privatsphäre verteidigen und die Machtbalance zwischen Bürgern und Staat wahren. Im Zweifel für die Bürgerrechte.<br />
Ein Verfassungsschutz, der die Verfassung nicht schützt, sondern sie systematisch bricht, gehört abgeschafft, und dasselbe gilt für BND und MAD. Politisch braucht es den Willen, Technologien zu fördern und den inländischen und ausländischen Geheimdiensten die Zähne zu zeigen, anstatt Hintertüren offen zu halten. Freie Software und quelloffene Verschlüsselungstechnik müssen der Standard für jegliche Behördenkommunikation werden, damit unsere Steuererklärung nicht in den USA, Großbritannien oder sonstwo landet. Um die unheilige Allianz zwischen den digitalen Monopolisten und Geheimdiensten aufzubrechen, brauchen wir auf europäischer Ebene ein wehrhaftes Kartellrecht und eine Wettbewerbspolitik, die klare Kante zeigt für offene Standards und gegen illegale Datenweitergabe und Marktmachtmissbrauch.<br />
Whistleblowerschutz und harte Strafen für Datenschutzverstöße und Missachtung der Grundrechte sind Dinge, die wir politisch auf den Weg bringen müssen. Ziel ist ein internationales Abkommen für den Frieden und die Freiheit im Internet. Das ist keine Utopie, ähnliche Abkommen hat die Staatengemeinschaft bei anderen Waffen bereits geschlossen.<br />
Überwachung ist die gefährlichste Waffe gegen die Freiheit in der digitalen Gesellschaft. Wenn wir die Demokratie im digitalen Zeitalter lebenswert erhalten wollen, haben wir keine andere Wahl als Überwachung abzuwählen.<br />
&nbsp;<br />

                 </div>
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             </div>
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		<title>Avantgarde? &#034;Expertokratie&#034;? Filterbubble? Wundertüte? – Die digitale Presseschau KW 40</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2013 11:54:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor einer Woche schien die Welt kurz vor dem Untergang zu stehen: Ein Abgesang auf die aktuellen Strategien der Netzgemeinde [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einer Woche schien die Welt kurz vor dem Untergang zu stehen: Ein Abgesang auf die aktuellen Strategien der Netzgemeinde jagte den nächsten. In dieser Woche kehrt etwas Ruhe ein: Es sei keine netzpolitische Ära, die ihr Ende gefunden habe, sondern lediglich eine frühe Entwicklungsphase, schreibt beispielsweise Wolfgang Michal. Und Alex Rühle, Autor bei der Süddeutschen Zeitung, stellt die These der „digitalen Filterbubble“ infrage. Währenddessen versuchen sich andere an einer Analyse der deutschen Gesellschaft: Unsere Ablehnung von Big Data sei ein „romantischer Verteidigungsreflex des in Bedrängnis geratenen abendländischen Denkens“, war diese Woche in der Zeit zu lesen. Das und mehr in der digitalen Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=PvH2al4BFDI" title="Jung &amp; Naiv - Folge 89: Wird jetzt alles gut in der Netzpolitik?" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/PvH2al4BFDI?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
&#8220;Wird jetzt alles gut in der Netzpolitik?&#8221; Darüber sprechen Thilo Jung und Markus Beckedahl von netzpolitik.org in einer weiteren Folge von &#8220;Jung &amp; Naiv&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/64986/netzpolitik-das-ende-der-kindheit/?utm_source=buffer&amp;utm_campaign=Buffer&amp;utm_content=bufferac370&amp;utm_medium=twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avantgarde.</a></h3>
<p>Wie Wahrnehmung des Internets hat sich zum Negativen verändert – und die Netzgemeinde ist mindestens desillusioniert, wenn nicht gar „zu Tode betrübt“: Vergangene Woche schrieb der Blogger Michael Seemann vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ [wir <a href="http://politik-digital.de/nach-der-wahl-die-rolle-rueckwaerts-die-digitale-presseschau-kw-39/">berichteten</a>]. Wolfgang Michal reagiert nun auf Seemanns Blogpost und warnt die Netzszene vor einer Überschätzung der eigenen Bedeutung. Nicht eine Ära sei es, die zu Ende gegangen sei, sondern lediglich eine frühe Entwicklungsphase. Der Carta-Mitherausgeber Michal zählt dazu einige Probleme der Netzgemeinde auf: Sie habe sich von den lammfrommen „Alt-Medien“ abhängig gemacht und damit die Chance verpasst, sich an andere Akteure, wie Gewerkschaften oder Kreative, zu wenden. Außerdem würden die meisten politischen Blogger der „Medien- und Talkshow-Abhängigkeit“ erliegen. Gleichzeitig hätte die Netzszene (bisher) die Chance vertan, eine verständliche und nicht-elitäre Sprache zu entwickeln. Die „expertografische Lobbyarbeit“ der Netzgemeinde sei die falsche Strategie für eine solch junge Bewegung. Und last but not least: Den Netzbewegten fehle das Zeug zum „political animal“ – sie seien eher Medienmenschen als Gestalter von Politik. All das aber sei kein Grund für Untergangsszenarien, meint Michael. „Alles was heute unter Netzpolitik läuft, ist (…) nur Vorläuferform, Frühform und Avantgarde, (…) ein Vorprogramm für größere politische Organisationen“. Erst wenn die digitale Revolution die Gesellschaft wirklich durchdrungen hätte, könne der Einfluss der Netzgemeinde steigen. Immerhin: „Im Vorteil ist, wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt.“</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/twitter-lob-kleines-fenster-zur-grossen-welt-1.1784167-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wundertüte.</a></h3>
<p>„Lassen wir (…) die Piraten in ihrem Elend vorerst alleine und gucken tatsächlich mal bei Twitter rein“. Auch Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung setzt sich mit der trauernden Netzgemeinde auseinander. Und stellt fest: Eigentlich sei Twitter gar nicht die digitale „Filterbubble“, als die es heute wahrgenommen wird. Vielmehr sei jeder Tweet ein kleines Fenster zur großen Welt. Jeder dritte Tweet in Deutschland enthalte einen Link zu einem Online-Angebot redaktioneller Medien, führe also „als Wegweiser in andere Texte hinein“. Twitter sei eine Art Wundertüte, in der man Aufsätze, Diskurse, Dinge und Autoren finden können, von denen man noch nie gehört habe. Höchst spannend, spaßig und relevant also. Und trotzdem: Die Eignung von Twitter für den Wahlkampf stellt auch Rühle in Frage.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-09/bigdata-dataismus-optimismus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Romantischer Verteidungsreflex</a></h3>
<p>„Schwache Gesellschaften schrecken vor starken Technologien zurück“. Genauer: „Datenabwehr ist ein romantischer Verteidigungsreflex des in Bedrängnis geratenen abendländischen Denkens, das sich lieber in Obskurantismus flüchtet, als sich dem Maschinengehirn anzuvertrauen.“  Alexander Pschera holt auf Zeit Online mit der ganz großen Keule aus: Das Sammeln von Daten sei keine Erfindung von Geheimdiensten, sondern „das Prinzip der modernen Naturwissenschaften und damit die Logik des humanitären Fortschritts“. Big Data würde Leben verlängern – man denke an big pharmaceutical data – Katastrophen verhindern und Arbeitsplätze schaffen. Für die allgemein vorherrschende Skepsis in Deutschland gegenüber der Sammlung und Auswertung von Daten gebe es zwei Gründe: Zum einen stehe die deutsche Gesellschaft nach wie vor unter dem Schock der nationalsozialistischen „Technokratie“. Datenabwehr gelte in Deutschland noch immer als Faschismusabwehr. Zum anderen würde das maschinelle Sammeln von Daten unserem „Verständnis von Erkennen und Verstehen“ widersprechen. Die Gesellschaft wolle die  „subjektive Kontrolle über den Erkenntnisprozess“ behalten. Allerdings sei die Welt mittlerweile zu komplex, um diesem „idealistischen, maschinenfreien Erkenntniskonzept“ weiterhin anzuhängen. Der Mensch müsse wieder zum Fragensteller werden. Denn auf gute Fragen würden die Daten auch gute Antworten liefern.</p>
<h3><a href="https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/169183/im-internet-herrscht-das-mittelalter-und-wir-sind-die-knechte-" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsere Lehnsherren</a></h3>
<p>Nicht  Besonnenheit, sondern Aufbegehren, fordert dagegen Bruce Schneier, einer der bekanntesten US-amerikanischen Experten für Computersicherheit und Kryptographie, auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Internet herrsche das Mittelalter. Skype, Apple, LinkedIn, Twitter: All das seien keine bloßen Unternehmen im traditionellen Sinn, sondern unsere Lehnsherren – und wir ihre Knechte. Die Machtlage in der IT habe sich zugunsten von Cloud-Diensten und in sich geschlossenen Online-Plattformen verschoben. Das würde vor allem die Sicherheit im Internet gefährden. Das „neue“ Sicherheitsmodell bestehe darin, dass die User ihre Sicherheit an andere delegieren, im Vertrauen darauf, dass sie uns vor Missbrauch schützen. „Und dieser Jemand sagt uns nichts über die Details“. Wir Bürger müssten „alle Macht, die wir als Individuum noch haben, nutzen, um mit unseren Lehnsherren zu verhandeln“. Auf lange Sicht aber sei ein Eingreifen der Regierungen nicht zu vermeiden, um die mit vielen Rechten ausgestatteten „Lehnsherren“ zu mehr Verantwortung zu zwingen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Kurswechsel im Iran? Ein Tweet in Richtung Freiheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kurswechsel-im-iran-ein-tweet-in-richtung-freiheit-133173/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2013 15:49:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
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		<category><![CDATA[Hassan Rohani]]></category>
		<category><![CDATA[Jack Dorsey]]></category>
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					<description><![CDATA[Freiheit in sozialen Netzwerken im Iran?  Ein Tweet des iranischen Präsidenten Hassan Rohani lässt hoffen. In einer Antwort auf den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter-Freiheit_6401.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133179" alt="Twitter-Freiheit_640" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter-Freiheit_6401.jpg" width="640" height="476" /></a>Freiheit in sozialen Netzwerken im Iran?  Ein Tweet des iranischen Präsidenten Hassan Rohani lässt hoffen. In einer Antwort auf den Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey verspricht Rohani seinen Bürgern „bequemen Zugang zu allen Informationen weltweit“.<br />
&#8220;Guten Abend @Jack. Wie ich @Campanour bereits gesagt habe, richten sich meine Anstrengungen darauf, sicherzustellen, dass mein Volk bequemen Zugang zu allen Informationen weltweit bekommt, wie das sein #Recht ist.&#8221; Diesen Satz twitterte Irans neuer Präsident Hassan Rohani gestern Vormittag und stellt damit ein Ende der Facebook- und Twitter-Blockade im Iran in Aussicht. Mit seinem Tweet antwortet Rohani auf eine <a href="https://twitter.com/jack/status/385056531269427201">Nachricht des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey</a>. Wie <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/irans-praesident-hassan-rohani-spricht-mit-jack-dorsey-auf-twitter-a-925698.html">Spiegel Online berichtet</a>, hatte Dorsey dem Präsidenten via Twitter ganz direkt die Frage gestellt, ob denn die iranischen Bürger die Tweets ihres schon länger twitternden Präsidenten lesen können.<br />
Die Ankündigung Rohanis könnte für die 25 Millionen Internetnutzer im Iran eine einschneidende Veränderung bedeuten – vorausgesetzt, Rohani hält, was er verspricht. Denn bislang ist die digitale Informationsfreiheit im Iran massiv eingeschränkt.  So bezeichnet die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen den Staat als einen der fünf <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/informationsfreiheit-im-internet/">„Feinde des Internets“</a> . Aktuell haben die iranischen Bürger weder Zugang zu Twitter noch zu Facebook – ein Großteil der sozialen Netzwerke wird dort vom Staat blockiert.<br />
Nun scheint sich eine Wende anzudeuten: Rohani, der seit August 2013 im Amt ist, betonte bereits in einem CNN-Interview mit der Fernsehjournalistin Christine Amanpour (<a href="„Die Menschen haben nun mal Fragen und Zweifel, und man sollte ihnen die Möglichkeit geben, sie auch frei äußern zu dürfen.“ Konservative Kleriker sollten nicht länger &quot;engstirnig&quot; mit der Gesellschaft umgehen, da die ganze Welt jetzt über Internet oder Satellitenfernsehen miteinander verbunden sei." target="_blank" rel="noopener noreferrer">@camanpour</a>) die Bedeutung von Informationsfreiheit im Internet. Er wolle sich dafür einsetzen, „dass das iranische Volk Zugang zu allen Informationen weltweit bekommt und sie nutzen kann&#8221;. Und weiter: &#8220;Es gibt heute weltweite soziale Netzwerke und ich glaube, dass alle menschlichen Wesen und alle Nationen das Recht haben, sie zu nutzen“, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/irans-praesident-hassan-rohani-spricht-mit-jack-dorsey-auf-twitter-a-925698.html">zitiert Spiegel Online den Präsidenten.</a> Die Sicherstellung eines freien Zugangs zu Informationen im Internet werde allerdings noch mindestens mehrere Monate dauern.<br />
Trotzdem lassen diese Sätze hoffen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Rohani auf das Thema Meinungs- und Informationsfreiheit zu sprechen kommt. Wie die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/irans-praesident-rohani-tweet-zum-juedischen-neujahrsfest-sorgt-fuer-verwirrung-1.1762944">Süddeutsche Zeitung</a> schreibt, hat der Präsident bereits früher vergleichsweise liberale Töne von sich gegeben: „Die Menschen haben nun mal Fragen und Zweifel, und man sollte ihnen die Möglichkeit geben, sie auch frei äußern zu dürfen“. Konservative Kleriker sollten nicht länger &#8220;engstirnig&#8221; mit der Gesellschaft umgehen, da die ganze Welt jetzt über Internet oder Satellitenfernsehen miteinander verbunden sei. Und bisher scheint zumindest das von Konservativen dominierte iranische Parlament Rohanis Bemühungnen um mehr Offenheit zu <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/twitter-dialog-mit-gruender-jack-dorsey-rohani-verspricht-iranern-zugang-zu-twitter-1.1785571" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unterstützen</a>. Behält der Präsident seinen Kurs bei, könnten dem Land auf lange Sicht einige Veränderungen bevorstehen.<br />
&nbsp;</p>
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Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/mkhmarketing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mkhmarketing</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
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<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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		<title>Nach der Wahl die Rolle rückwärts – die digitale Presseschau KW 39</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 11:17:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse tobt. „Vermutlich hatte der Deutsche Ruderverein einen größeren Impact auf diese Wahl als die Netzgemeinde“, schreibt beispielsweise Michael Seemann in seinem Blog. Wir versuchen, einen Überblick über den medialen Sturm der Entrüstung zu bieten.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=OvY3k3ir9gM&amp;feature=share&amp;list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" title="Verabschiedungsfilm: SPD-Abgeordnete erinnern sich" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Mit der FDP muss aktuell eine ganze Partei ihre Plätze im Bundestag räumen. Es scheiden aber auch 40 Mitglieder der SPD-Fraktion aus dem Parlament aus. Einige dieser nun ehemaligen Abgeordneten erinnern sich in unserem Video der Woche an besondere Momente aus ihrer Zeit im Bundestag.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://mspr0.de/?p=3775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haben wir versagt?</a></h3>
<p>„Willkommen beim Rollback, bitte anschnallen.“ Mit diesem Satz beschließt der Blogger Michael Seemann seinen Blogeintrag zum Ende einer netzpolitischen Ära: Bis vor kurzem schienen die politischen Einflussmöglichkeiten der Netzgemeinde anzuwachsen. Der Erfolg der Piratenpartei bei einigen Landtagswahlen, das Ende der Vorratsdatenspeicherung, die Einberufung einer Enquetekommission und der europaweite Protest gegen „Acta“ – all das habe die digitale Szene damals von einer neuen, von „ihrer“ Politik träumen lassen. Die Ereignisse dieses Jahres aber, hätten diese Hoffnungen zum Einsturz gebracht: So wurde beispielsweise das Leistungsschutzrecht umgesetzt – ein Gesetz, das von den Netzaktivistenmassiv bekämpft wurde. Allerdings hätte weder dieses Gesetz, noch der „digitale Überwachungsgau“ irgendeine Auswirkung auf das Wahlergebnis gehabt. Nun müssten wir uns auf Netzsperren, mehr Überwachung und ein Trojanergesetz gefasst machen – ein Rollback eben. Die Netzpolitik in der aktuellen Konzeption, also Politik „aus dem Netz (…) als reine Selbstbespiegelung der Interessen der Netzgemeinde“ sei tot, folgert Seemann. Nun gelte es vor allem herauszufinden, woran das liegt: „Ist Post-Privacy bereits so eine Gesellschaftsnormalität, dass die Prism-Debatte nicht verfängt? Haben wir versagt: organisatorisch, ideologisch, personell?“ Fragen, für deren Beantwortung die digitale Szene wohl einiges an Zeit brauchen wird.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/imho-eine-niederlage-fuer-die-netzpolitik-1309-101736.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Düstere Aussichten</a></h3>
<p>Michael Seemann ist nicht der einzige, dem die Zukunft der Netzpolitik in vorerst düsterem Licht erscheint. Auch Friedhelm Greis schreibt auf golem.de von wenig erfreulichen Aussichten: Mit der CDU habe „diejenige Partei am stärksten zugelegt, deren Wahlprogramm die diffusesten Aussagen zur Netzpolitik enthält“. Die Union fordere die Vorratsdatenspeicherung und bekenne sich nur sehr eingeschränkt zur Netzneutralität. Zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur findet sich im Wahlprogramm kein einziger neuer Ansatz – „dafür aber das Bekenntnis zu wirtschaftlichen Verwertung von Nutzerdaten“. Wer taugt als Korrektiv? Die SPD eher nicht, meint Greis. Zum einen befürwortet auch die SPD die Vorratsdatenspeicherung und hat die Bestanddatenauskunft schon damals nicht im Bundesrat gestoppt. Zum anderen wird sie  &#8211; so vermutet Greis – für einige gute Vorschläge wie die Abschaffung des Leistungsschutzrechts in einer Koalition wohl keine Zustimmung finden. Was bleibt? Die Piraten liegen bei 2,2 Prozent und Grüne, Linke und FDP, also die Parteien mit „deutlichen Bekenntnissen zu Datenschutz, Netzneutralität, Breitbandversorgung und Open Government, haben zusammen 15 Prozentpunkte im Vergleich zu 2009 verloren“. Da bleibt erst mal nicht viel, findet Greis. Netzpolitiker werden es in den nächsten Jahren noch schwerer haben, ihre Forderungen durchzusetzen.</p>
<h3><a href="https://digitalegesellschaft.de/2013/09/forderungen-btw2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jetzt erst recht</a></h3>
<p>Allen Untergangsszenarien zum Trotz: Die Netzgemeinde bleibt am Ball. Die „Digitale Gesellschaft“ hat einen ausführlichen 10-Punkte-Katalog online gestellt, und fordert die Politik auf „Zielvorgaben zu den zentralen netzpolitischen Vorgaben im Koalitionsvertrag zu verankern“. Dazu zählen: Die Wahrung grundlegender Datenschutzprinzipien auf EU-Ebene, die Verhinderung grundloser Überwachung, die Eindämmung des Exports von Überwachungstechnologien sowie die Abschaffung der Funkzellenabfrage als Ermittlungsinstrument. Außerdem fordert die „Digitale Gesellschaft“ die Abschaffung der Störerhaftung. Denn bisher haften Betreiber von nicht gewerblichen Wlans für Rechtsverletzungen, die Dritte über ein von ihnen betriebenes offenes Funknetz verüben. Weitere Vorschläge der Digitalen Gesellschaft: ein „Recht auf Remix“, eine transparentere Gestaltung der öffentlichen Verwaltung, die Schaffung eines offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und natürlich die konsequente Durchsetzung der Netzneutralität.</p>
<h3><a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl-fuenf-lektionen-aus-dem-social-media-wahlkampf-seite-all/8825116-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fünf Lektionen</a></h3>
<p>In diesem Bundestagswahlkampf wurden von den Parteien so viel getwittert und gepostet wie nie zuvor. Oliver Voß zieht in der Wirtschaftswoche fünf Lektionen aus dem Social-Media-Wahlkampf. Erste und zweite Lektion: Twitter werde über-, Facebook dagegen unterschätzt. Denn nur sieben Prozent der Bevölkerung sind deutschen Bevölkerung sind gelegentlich auf Twitter unterwegs. Zum Vergleich: 25 Millionen Deutsche loggen sich mindestens einmal im Monat auf Facebook ein. Außerdem – Lektion drei – würden die neuen Plattformen nur in Kombination funktionieren. Ein Beispiel: Die wahre Innovation dieses Social-Media-Wahlkampfes waren die tumblr-Blogs, man denke an die „Stinkefinger-Blogs“ zu Peer Steinbrück. Und die meisten Besucher dieser Blogs kommen über Facebook und andere soziale Medien. Lektion vier: In den Social Media sind es die großen und die sehr kleinen Parteien, die dominieren. So wurden die meisten Kommentaren und Tweets über die CDU und die SPD verfasst. Direkt darauf aber folgt schon die Piratenpartei undnd die AfD holt schnell auf. Eine weitere Beobachtung von Voß: Die sozialen Medien würden Trends verstärken oder verzerren. Twitter wirke als Echokammer, und habe nur sehr begrenzten Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bevölkerung.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2013/09/wahlen-2013-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuland ist abgebrannt</a></h3>
<p>Bekommt Twitter von Seiten der Wahlkämpfer also viel zu viel Aufmerksamkeit? Ist das Social Web, eine Filterblase? Das fragt sich auch Richard Gutjahr in seinem Blog. Und zieht ein ernüchterndes Fazit. Der Wahlsieg der CDU zeige, dass es sich offenbar lohne, auf „öde Spots, Plakate und Strategien“ zu setzen. (…) Kreative Web-Wahlkämpfe hingegen verliefen oft im Nirvana.“ Allerdings habe das Netz alleine noch nie eine Wahl entschieden. Es komme auf das Zusammenspiel von On- und Offline an, das würden auch Experten bestätigen. Oft gelten online ohnehin die gleichen Regeln wie z.B. im TV: Insbesondere die Personifizierung sei bei abstrakten Themen von großer Bedeutung. Dennoch könnten digitale Analysen durchaus zu neuen Erkenntnissen führen. So würde die Analyse von Google-Suchabfragen „selektive Stimmungen und Trends im Wahlvolk besser abbilden, als das durch Wählerbefragungen geschehen ist.“ Ein Trend sei darüber hinaus auch ohne große Untersuchungen deutlich erkennbar:„Die „Zwischendrin“-Generationen 50- und 60-plus“ würden das Neuland beherrschen und hätten kein Interesse an Experimenten. Gutjahrs Resümee: „Mit abstrakten Netzthemen lassen sich keine Quoten machen, erst recht keine Wahlen gewinnen.“<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Die Digitalkämpfer &#8211; Ein Rückblick auf den digitalen Bundestagswahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2013 16:57:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Hashtags, tumblrs und Facebooks-Posts: Wenig wurde in diesem Wahlkampf so heiß und oft  diskutiert wie die Online-Wahlkampfstrategien der Parteien. Welchen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelInterviewKlingenbeil.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-129329" alt="ArtikelInterviewKlingenbeil" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelInterviewKlingenbeil.jpg" width="640" height="427" /></a>Hashtags, tumblrs und Facebooks-Posts: Wenig wurde in diesem Wahlkampf so heiß und oft  diskutiert wie die Online-Wahlkampfstrategien der Parteien. Welchen Einfluss hatten die unterschiedlichen Online-Kampagnen auf den Ausgang der Wahl, die Parteien und die Politik? Und ist diese Form des Wahlkampfes überhaupt von Bedeutung? Heute Mittag debattierten die Netzstrategen von SPD, CDU, Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Base_Camp Berlin über den Online-Wahlkampf 2013. Und zogen eine positive Bilanz.<br />
In den Monaten vor der Wahl wurde so viel und so ausführlich wie noch nie über die verschiedenen Onlinekampagnen der Parteien geschrieben – teils lobend, teils über die Maßen kritisch. Nun ist die Wahl gelaufen, und es wird Zeit für ein erstes Fazit: Welche Online-Strategie war erfolgreich? Wie wahlentscheidend war das Netz überhaupt? Darüber diskutierten die Digital-Experten von vier Parteien auf Einladung von Ketchum Pleon und Udl Digital heute im BASE_Camp Berlin. Zu Gast waren Tobias Nehren, Koordinator der Onlinekampagne von Peer Steinbrück; Uwe Göpel, Teamleiter Online der CDU; Mark Seibert, Internetbeauftragter der Linken, und Carsten Lißmann, Digital-Berater von Bündnis 90/Die Grünen. Ein Online-Campaigner der FDP war übrigens nicht mit dabei – die Veranstalter hatten ihn nach dem verpassten Wiedereinzug in den Bundestag ausgeladen.<br />
Gleich vorneweg: Wie zu erwarten war keiner der Experten dazu bereit, die Onlinekampagne der eigenen Partei wirklich kritisch unter die Lupe zu nehmen  – das hätte ja auch öffentliche Selbstkritik bedeutet, und die wollte heute niemand so richtig üben. Außerdem war es den Parteien nur vier Tage nach der Wahl nur schwerlich möglich, ein abschließendes Fazit über Erfolg und Misserfolg bestimmter Kampagnen zu ziehen, auch deshalb, weil viele ihre Strategien noch nicht umfassend ausgewertet haben. Generell aber hätten die Parteien verstanden, wie man Online-Wahlkampf betreibe, hielt Moderator Martin Fuchs, der <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/">Hamburger Wahlbeobachter</a>, zu Beginn der Diskussion fest. Die weit verbreitete Meinung, die Parteien würden keine innovativen und kreativen Online-Konzepte entwickeln, sei schlicht „Bullshit“: Google Hangouts, Mobilisierungsplattformen und vieles mehr hätten gezeigt, dass die Parteien durchaus in der Lage seien, das Internet für den Wahlkampf zu nutzen.<br />
Die Wahlstrategen zeigten sich mit ihrem Onlinewahlkampf dann auch unisono zufrieden. Die „Pflicht“, also eine „solide“ Bespielung der unterschiedlichen Social Media-Kanäle durch die Parteien, sei durchaus gelungen, hielten die vier Wahlkämpfer fest. In dieser Hinsicht würden sich die Strategien der Parteien ohnehin nicht sehr stark voneinander unterscheiden, resümierte Mark Seibert von der Linken. Carsten Lißmann von der Agentur Ressourcenmangel, die die Grünen berät, ergänzte, dass „kleine Spielereien“ von den Online-Strategen eigentlich nicht erwünscht seien. Vielmehr strebe man Aktionen mir großer Reichweite und einen Zusammenspiel aus On- und Offline-Aktivitäten an, also das, was Tobias Nehren von der SPD einen „integrierten und konsistenten Wahlkampf“ nennt.</p>
<h3>Innovation?</h3>
<p>Wo also liegt der digitale Innovationssprung bei der Bundestagswahl 2013? Gibt es den überhaupt? Für Lißmann liegt die Innovation insbesondere in der Vereinfachung der internen Kommunikation. So könnten Ideen über neue Kommunikationswege und interne Plattformen ohne den Einsatz großer finanzieller Mittel und mit kurzen Freigabewegen schnell und unkompliziert in die Tat umgesetzt werden.  Bereits vorhandene Tools wie tumblr würden außerdem dazu beitragen, dass einzelnen Aktionen deutlich schneller als früher realisiert werden könnten. Solche Möglichkeiten seien 2013 zum ersten Mal großflächig zum Einsatz gekommen und hätten den Wahlkampf der Parteien massiv erleichtert, meint Nehren. Überhaupt sei tumblr in diesem Wahlkampf eine große Bedeutung zugekommen, hielt Moderator Martin Fuchs fest, man denke beispielsweise an den Abwählkalender der Grünen.<br />
Hierarchiefreie Kommunikation zwischen Parteimitgliedern, Wahlkämpfern und Verwaltungen, das sei die eigentliche Innovation, findet auch Göpel von der CDU. Damit hängt ein weiterer entscheidender Faktor eng zusammen: Die Binnenmobilisierung, also die Mobilisierung der eigenen Leute für Wahlkampfaktionen. Der Haustür-Wahlkampf der SPD beispielsweise sei ohne digitale Unterstützung und die Plattform <a href="https://mitmachen.spd.de/">mitmachen.spd.de</a> in dem Ausmaß nicht möglich gewesen, so Tobias Nehren. Zwar könne man den Stellenwert des Internets für die Mobilisierung der eigenen Leute nur schwer quantitativ fassen – einen positiven Effekt aber habe es insbesondere in der heißen Phase des Wahlkampfs mit Sicherheit gehabt, da sind sich die Experten einig.<br />
Überhaupt sind die Experten hinsichtlich der Einschätzung von Einfluss und Potential des Online-Wahlkampfs ziemlich oft einer Meinung. Die Unterschiede bestehen eher im Professionalisierungsgrad der einzelnen Parteien. Hier sind die beiden großen Parteien CDU und SPD zwangsläufig besser aufgestellt als beispielsweise Die Linke.<br />
Alle Wahlkämpfer berichten übrigens auch von innerparteilichen Anfangsschwierigkeiten. Die Akzeptanz des Online-Wahlkampfes und die Medienkompetenz der Politiker sei zwar deutlich gestiegen &#8211; damit aber wüchsen auch die Erwartungen. Teilweise seien regelrechte „Abwehrkämpfe“ gegen wenig erfolgversprechende Ideen einzelner Parteimitglieder geführt worden, so Mark Seibert. Ohnehin sei ein sogenannter „Lucky Punch“ strategisch kaum zu planen, meint Lißmann von den Grünen. Der Hashtag #Veggieday, oder die tumblrs zu Steinbrücks Mittelfinger – solche Phänomene entwickelten sich eigenständig im Netz. Mit großen Folgen. „Der Finger steckte wie ein Koloss in der Kampagne“, berichtete Nehren. Den Campaignern bleibt dann oft nichts anderes übrig als zu reagieren, und diese Aktionen so gut wie möglich für die eigenen Zwecke zu nutzen. Gerade in solchen Situationen haben die digitalen Wahlkämpfer an Bedeutung gewonnen – denn sie haben die schnellste Rückkopplung, können sofort reagieren und direktes Feedback nach außen und innen geben. Aber tun unbeabsichtigte Selbstläufer der Partei nun gut oder weh? Da sind sich die Campaigner auch nicht sicher. Zwar sei das Internet bei weitem kein Neuland mehr, alle Folgen von digitalen Aktionen ließen sich dennoch nicht abschätzen. So oder so: In den Köpfen der Netz-Strategen scheinen noch viele Ideen zu schlummern. Lißmann spricht sogar von einem ganzen „Friedhof an Ideen“, also Vorhaben, die an innerparteilichen Widerständen gescheitert sind. Vielleicht werden einige dieser Leichen bei den nächsten Wahlen, seien es Landtags- oder Europawahlen, wieder ausgegraben. Wir dürfen also gespannt sein.<br />
&nbsp;</p>
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Bild: Sebastian Drescher</p>
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<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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		<title>&#034;Guido Westerwelle ist jetzt Draußenminister&#034; &#8211; Die #btw13 im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 12:51:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Schadenfreude bis hin zu maßlosem Entsetzen – die Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 haben die Netzgemeinschaft zumindest stark beeindruckt. Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Guido_Westerwelle.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132993" alt="Guido_Westerwelle" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Guido_Westerwelle.jpg" width="640" height="427" /></a>Von Schadenfreude bis hin zu maßlosem Entsetzen – die Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 haben die Netzgemeinschaft zumindest stark beeindruckt. Die interessantesten Posts des Wahlabends haben wir auf <a href="http://storify.com/politikdigital/die-btw13-im-netz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Storify</a> zusammengestellt.<br />
Zwischen Fassungslosigkeit, Triumphgeschrei und Galgenhumor:  Die FDP ist raus, die CDU nah an der absoluten Mehrheit und die eurokritische AFD erhält aus dem Stand fast fünf Prozent – seit gestern um 18 Uhr ist die Netzgemeinschaft wie erwartet in Aufruhr. Laut Twitter wurden mehr als 250.000 Tweets zur Bundestagswahl 2013 versendet. Wir haben den digitalen Wahlabend auf Storify <a href="http://storify.com/politikdigital/die-btw13-im-netz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zusammengefasst</a> und die markantesten, betroffensten und lustigsten Tweets und Posts gesammelt. Hier schon mal ein erster Eindruck der Reaktionen im Netz.<br />
Im Wesentlichen lassen sich zwei Reaktionsformen ausmachen: Große Schadenfreude auf der einen und riesengroße Bestürzung auf der anderen Seite. Die FDP wird mit Spott nur so überschüttet:<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP_Roesler.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132960" alt="FDP_Roesler" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP_Roesler.jpg" width="400" height="108" /></a><br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP_Motorrad.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132962 alignnone" alt="FDP_Motorrad" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP_Motorrad.jpg" width="400" height="198" /></a><br />
Die vielen Stimmen für die AFD dagegen haben an allen Fronten vor allem Fassungslosigkeit hervorgerufen. Hier überwiegt weniger der Spott, als vielmehr das Entsetzen über das vergleichsweise gute Abschneiden einer eurokritischen, in Teilen rechtspopulistischen Partei.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/AFD_nichtlustig.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132963 alignnone" alt="AFD_nichtlustig" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/AFD_nichtlustig.jpg" width="400" height="175" /></a><br />
Und wie fallen die Reaktionen auf den großen Gewinner des Abends aus? Zwischendurch schienen CDU/CSU sogar die absolute Mehrheit erreicht zu haben. Das sorgte bei den vielen Twitterern für wenig Begeisterung:<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesverwaltungsgericht.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132953 alignnone" alt="Bundesverwaltungsgericht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesverwaltungsgericht.jpg" width="400" height="177" /></a><br />
Eine weitere Auffälligkeit sind die vielen Kommentare zur zukünftigen Netzpolitik. Die digitale Szene befürchtet Schlimmstes.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzpolitik.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132965 alignnone" alt="Netzpolitik" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzpolitik.jpg" width="400" height="148" /></a><br />
Und die Piraten? Sie sind – den Erwartungen entsprechend – nicht in den Bundestag eingezogen. Bei der angeschlagenen Partei überwiegt Selbstkritik und Selbsterkenntnis:<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lauer.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132966 alignnone" alt="Lauer" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lauer.jpg" width="400" height="168" /></a><br />
Im Netz scheint letztlich die Ratlosigkeit zu dominieren.  Vier Stunden nach den ersten Hochrechnungen fasst ein Twitter-User die Situation wie folgt zusammen:<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-132968 alignnone" alt="Twitter" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter.jpg" width="400" height="150" /></a><br />
Lesen Sie mehr auf <a href="http://storify.com/politikdigital/die-btw13-im-netz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">storify</a>.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/farbfilmvergesser/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Thurm</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a></p>
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		<title>In der Ruhe&#8230; &#8211; Digitale Presseschau KW 38</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2013 13:46:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Open Government]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Nocun]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
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					<description><![CDATA[Goldene Käfige und Digitaldebakel – die Autoren dieser Woche mögen große Worte. Während die Piraten-Geschäftsführerin Katharina Nocun den führenden Online-Unternehmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Goldene Käfige und Digitaldebakel – die Autoren dieser Woche mögen große Worte. Während die Piraten-Geschäftsführerin Katharina Nocun den führenden Online-Unternehmen vorwirft, ihre Nutzer in Geiselhaft zu nehmen, nimmt sich Sascha Lobo die deutsche Bundesregierung vor: Die bisherige Netzpolitik sei eine einzige Verkettung an Fehlentscheidungen und Versäumnissen. Nur einer mahnt zu mehr Gelassenheit: Michael Weigert, Redakteur bei netzwertig.com, fordert die vielen Kritiker auf, leiser zu treten – und glaubt an die „Kraft einer konstruktiven Grundatmosphäre“.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=clgAZPhykek" title="Warum soll man wählen, Herr Bundespräsident?" width="840" height="630" src="https://www.youtube.com/embed/clgAZPhykek?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Demokratie passiert nicht einfach so, meint Bundespräsident Joachim Gauck und fordert die Bürger auf, die Politik nicht der Beliebigkeit oder gar dem Verdruss zu überlassen – und wählen zu gehen.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-09/nocun-netzpolitik-facebook-google/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">An die Kette</a></h3>
<p>Sprengt die goldenen Käfige! Das fordert Katharina Nocun, Geschäftsführerin der Piratenpartei in einem Gastbeitrag für Zeit Online. Das Netz sei nicht primär Markt, „sondern zu allererst kritische Infrastruktur der digital vernetzten Demokratie“. Facebook und Co. aber würden ihre Gewinne über umfassende Datensammlungen generieren und hätten kein Interesse daran, „ihre Nutzer aus der Geiselhaft zu entlassen“. Außerdem könnten die Datenbestände dieser Monopolisten leicht und schnell von Geheimdienste angezapft werden. Es sei Aufgabe der Politik die „Mauern der Monopolisten“ endlich einzureißen. Offene Standards, offene Quellcodes, Datenportabilität und durchlässige Systeme müssten gesetzlich verankert und politisch aktiv unterstützt werden, schreibt Nocun. Sie schlägt unter anderem vor, Netzneutralität ohne Hintertüren via Gesetz vorzuschreiben, freie Software politisch zu fördern und für ein Kartellrecht zu sorgen, dass neuen Marktstrukturen gerecht wird und die Monopolisten „an die Kette“ nimmt.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/identitaetsmanagement-das-neoliberale-selbst-12574151.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich und ich und ich</a></h3>
<p>Weitaus grundsätzlicher setzt Philip Mirowski in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an und beschreibt das zersplitterte, zur Flexibilität angehaltene,„neoliberale Selbst“: Ein jeder sei „das Geschäft, der Rohstoff, das Produkt und der Kunde des eigenen Lebens“ geworden. Längst sei der Mensch gezwungen, „Körper und Seele entsprechend den Anforderungen des Marktes zu gestalten.“ Die eigene Identität werde insbesondere online und auf den vielen unterschiedlichen Plattformen laufend an die aktuellen Anforderungen angepasst – auch weil der Einzelne durchgehend dazu aufgefordert wird. Ein Paradebeispiel sei Facebook, ein Unternehmen, das die Daten seiner Nutzer verkauft. Facebook bringe den User durch Algorithmen und Handlungsaufforderungen regelrecht bei, sich selbst in eine „anpassungsfähige unternehmerische Identität“ zu verwandeln. Die User würden ohne Unterlass an ihren multiplen Webidentitäten basteln, sie managen und „optimieren“. Denn ihre Profile wirken in das reale Leben zurück:  Potenzielle Arbeitgeber, Freunde und Familie überprüfen die Seiten des Nutzers. Tritt ein Problem auf, so sei es innerhalb dieser Logik die naheliegenste Lösung, das eigene virtuelle Profil noch stärker zu überarbeiten.  All das  sei „ein verkleinertes Modell des neoliberalen Selbst, und &#8211; höchst aufschlussreich- es sorgt für Profit.“</p>
<h3><a href="http://www.freitag.de/autoren/timostukenberg/kein-wille-zur-transparenz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Merkel will nicht</a></h3>
<p>Transparenz? Nein, danke. Deutschland hänge in punkto Open Government weit hinter anderen westlichen Staaten zurück, schreibt Timo Stukenberg in „Der Freitag“. Und das, obwohl offenes Regierungshandeln auch ökonomische Vorteile mit sich brächte: Open Government würde zu Effizienz zwingen – schließlich könnten die Daten von Behörden dann öffentlich eingesehen und kontrolliert werden. Außerdem würde sich auf diese Weise das „Verhältnis von Verwaltung und Bürger vom Kopf auf die Füße“ stellen. Durch die Offenlegung ihrer Daten seien die Behörden dazu gezwungen, sich als Dienstleister an der Bevölkerung zu betrachten.<br />
Doch die Open-Government-Strategie der Bundesregierung ist gescheitert, meint Stukenberg. Auf dem Onlineportal der Bundesregierung „govdata.de“würden hauptsächlich unwichtige und uninteressante Informationen veröffentlicht. Außerdem habe es die Regierung versäumt, Behörden und Verwaltungen von dem Vorhaben zu überzeugen. Deutschland verschlafe einen großen Schritt in Richtung Demokratisierung, den andere Staaten durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung längst gegangen seien.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-die-digitaldebakel-der-bundesregierung-a-922679.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Eisenharte Fehlinformation&#8221;</a></h3>
<p>Kurz vor der Wahl lohnt sich ein abschließender Blick auf die bisherige Netzpolitik der Bundesregierung. Sascha Lobo zieht ein vernichtendes Fazit und zählt die „Digitaldebakel“ von Merkel und Co. in seiner Spiegel-Kolumne akribisch auf: Die „dramatisch vernachlässigte Infrastruktur“ und die versäumte gesetzliche Verankerung der Netzneutralität seien nur ein kleiner Teil einer ganzen Reihe an netzpolitischen Fehlschlägen. So habe die schwarz-gelbe Koalition beispielsweise das „Leistungsschutzrecht“ für Presseverlage auf den Weg gebracht – ein Gesetz, das letztlich keinen Zweck erfülle. Neben weiteren Fehlschlägen verweist Lobo insbesondere auf „das realitätsferne Narrenspiel zur NSA-Spähaffaire“: Die Bundesregierung würde auf die Vorwürfe mit  „eisenharter Fehlinformation“ und der Verbreitung von „gezielter Unwahrheit“ reagieren. Letztendlich seien die vielen Versäumnisse und Fehlvorhaben Folge einer massiven politischen Gleichgültigkeit gegenüber der digitalen Szene. Lobos ernüchterndes Schluss-Resümee: Die digitale Welt sei noch lange nicht in den Köpfen der Politik angekommen.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/09/19/versagen-der-politik-die-empoerungs-abwaertsspirale-der-deutschen-netzverteidiger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausnahmsweise leise treten</a></h3>
<p>Die digitale Szene reagierte schnell auf Lobos Beitrag: Martin Weigert schreibt auf netzwertig.com von einer „Empörungsabwärtsspirale der deutschen Netzverteidiger“. Grundsätzlich seien der deutschen Politik zwar tatsächlich immense Versäumnisse auf netzpolitischer Ebene vorzuwerfen. Dennoch hätte sich die Netzgemeinde in einer Spirale aus Kritik und Vorwürfen an die Politik verfangen, die dazu beitrage, den Frust aller Beteiligten – inklusive der digitalen Szene selbst – zu verstärken.  Außerdem habe diese Strategie bisher nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt. Weigert glaubt an die „Kraft einer konstruktiven Grundatmosphäre“und wünscht sich deshalb Blogger, die beizeiten auch auf positive Entwicklungen hinweisen. Er plädiert für ein Experiment, bei dem alle sonst lautstarken Kritiker zumindest für einige Zeit pausieren. Und hofft darauf, dass die Politik von einer „Sogwirkung des allgemeinen Optimismus“ mitgezogen wird.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Klingelputzen in Neukölln: Mit SPD und Grünen von Tür zu Tür</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2013 13:21:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Neukölln]]></category>
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		<category><![CDATA[Haustürwahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Tür zu Tür-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Wochen ziehen Wahlkämpfer von SPD und Grünen an Türen klingelnd durch die Stadtviertel. In diesem Bundestagswahlkampf ist der Haustürwahlkampf, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Klingelschilder1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132813" alt="Klingelschilder" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Klingelschilder1.jpg" width="640" height="512" /></a>Seit Wochen ziehen Wahlkämpfer von SPD und Grünen an Türen klingelnd durch die Stadtviertel. In diesem Bundestagswahlkampf ist der Haustürwahlkampf, das sogenannte Canvassing, besonders angesagt. Wie präsentieren sich die Parteien an den Türen? Gehen sie dabei unterschiedlich vor? Und wie reagieren die Bewohner? Wir haben Wahlkämpfer beider Parteien bei Haustür-Aktionen in Berlin-Neukölln und -Schöneberg begleitet.<br />
Mehr als zwei Drittel aller Haustüren bleiben den Wahlkämpfern verschlossen. Und die Gesichter an den Türen, die sich doch öffnen, sehen oft nur mäßig begeistert aus. Von „Naja, wenn’s schnell geht“ über „Danke, aber wir denken selbst“ bis hin zu „Ach Scheiße, was soll das denn?“ fallen die Reaktionen der Hausbewohner im Schnitt doch ziemlich reserviert aus. Die Haustürwahlkämpfer der Parteien haben es nicht leicht. Das ist eine der ersten Erkenntnisse, wenn man ein solches Team einen Abend lang begleitet. Wir haben das getan, und uns in der vergangenen Woche erst der SPD Neukölln und dann den Grünen in Tempelhof-Schöneberg bei der Tür-zu-Tür-Stimmenwerbung in Berlin angeschlossen. Denn beide Parteien setzen – das ist bekannt – bei dieser Bundestagswahl verstärkt auf das sogenannte Canvassing: klingeln, auf die bevorstehende Wahl und die eigene Partei aufmerksam machen und zuhören, so lässt sich das Prinzip in aller Kürze zusammenfassen.<br />
Haustürwahlkampf bedeutet Arbeit und erfordert Durchhaltevermögen. Die Tür-zu-Tür-Aktionen finden nach Feierabend statt, damit möglichst viele Menschen zu Hause angetroffen werden. So auch vergangenen Mittwoch mit der SPD in Neukölln. Und es war nass und kalt. Im strömenden Regen von einem stickigen Wohnblock zum nächsten zu rennen und völlig durchnässt bis in den 8. Stock zu klettern um dann an jeder, aber wirklich jeder Haustür zu klingeln, ist vor allem anstrengend. Man selbst ist bereits nach drei besuchten Mietshäusern geneigt, die obersten Etagen auszulassen. Nicht so die Wahlkämpfer der SPD. Gewissenhaft, Stock für Stock und Tür für Tür, wird die geplante Route in der Neuköllner Leinestraße abgearbeitet. Und wenn kein Bewohner anzutreffen ist, wird zumindest eine Infokarte hinterlassen, mit dem Hinweis, dass die SPD vor Ort war. Zweite Beobachtung: Die Haustür-Wahlkämpfer sind hoch motiviert und vom Erfolg des Haustürwahlkampfs überzeugt. Das trifft auf die Wahlkämpfer der Grünen aus Tempelhof-Schöneberg ebenso zu. Für Frederic Carpenter von den Grünen ist Canvassing eines der wenigen Mittel, der schwindenden Wahlbeteiligung entgegenzuwirken. In erster Linie diene der Haustürwahlkampf dem Zweck, möglichst viele Menschen an die Urnen zu bringen, erklärt der Kreisgeschäftsführer der Grünen Tempelhof Schöneberg. Wenn sie dann noch für die eigene Partei stimmen, könne man schon sehr zufrieden sein.</p>
<h3>Kleine Geschenke und kurze Fragen</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPD_in_Neukölln.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132814" alt="SPD_in_Neukölln" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPD_in_Neukölln.jpg" width="640" height="360" /></a><br />
Das Team der SPD,  eine junge Frau mit einem ebenso jungen Kollegen, tritt zurückhaltend auf. Bewaffnet mit Klemmbrettern, Infoblättern zur Partei und dem örtlichen Direktkandidaten, SPD-Postkarten sowie kleinen Give-Aways stellt sich das Team an jeder Tür kurz höflich vor: „Hallo, wir sind von der SPD, wir würden gerne drei kurze Fragen stellen“. Wichtig: Lächeln, Betonung auf „kurz“ und vor allem das Licht im Treppenhaus anschalten – potenzielle Wähler, die sich im Halbdunkel vor den Wahlkämpfern fürchten, wären das denkbar schlechteste Ergebnis einer solchen Aktion. Bei positiver oder zumindest neutraler Reaktion folgen die Fragen: Eine Einstellungsfrage zu einem Wahlkampfthema der SPD, eine Erhebungsfrage („Welches Thema soll die SPD nach der Wahl angehen“) und eine Mobilisierungsfrage („Gehen Sie wählen?“). Länger als drei Minuten dauern die Gespräche selten und das soll auch so sein. Niemand möchte den Bürgern auf die Nerven fallen. Deshalb führt das Team die Gespräche auch immer vor der Tür, keine einzige Wohnung wird betreten. Abschließend übergeben die Wahlkämpfer das Informationsmaterial und weisen auf den Direktkandidaten hin. Denn der Tür-zu-Tür-Wahlkampf ist auch eine Erststimmen-Kampagne.<br />
Und diese Kampagne ist gut organisiert. Die Haustüren-Aktionen stehen im Zentrum des diesjährigen Bundestagswahlkampfs der SPD und werden von der Bundes-SPD gesteuert. Insgesamt will die SPD damit rund fünf Millionen Menschen erreichen. Demensprechend ausgearbeitet ist die Strategie. Alle Haustür-Wahlkämpfer sind mit umfassenden Infos vom Willy-Brandt-Haus ausgestattet: Neben einem Gesprächsleitfaden, der sogar konkrete Begrüßungsfloskeln beinhaltet, liegt jedem Team ein Konzept vor, das Absicht und Methodik der Aktion erklärt.  Denn in diesem Ausmaß wird das Canvassing auf Bundesebene zum ersten Mal durchgeführt<br />
Während der Haustürwahlkampf in den 1970er und 1980er Jahren auch in Deutschland durchaus populär war und in ländlichen Gebieten sowie bei Kommunalwahlen noch immer praktiziert wird, zählte er insbesondere in Städten und bei Bundestagwahlkämpfen lange Zeit nicht zu den bewährten Methoden. Seit den letzten beiden Präsidentschaftswahlen in den USA jedoch, wo US-Präsident Barack Obama höchst erfolgreich auf diese Form der Mobilisierung zurückgriff, wird die alte und neue Strategie des Haustürwahlkampfs auch in Deutschland (wieder) populärer. Sowohl die SPD als auch die Grünen orientieren sich bei ihrem aktuellen Vorgehen sogar explizit an Obamas Wahlkampf – auch wenn ihnen bei Weitem nicht so viele Daten über den einzelnen Wähler zur Verfügung stehen. Und das sei auch gut so, meint die Wahlkampftruppe der SPD Neukölln. Aber natürlich klingelt auch die SPD nicht willkürlich oder zufällig an den Türen. Sie hat „Mobilisierungsviertel“ ermittelt. Das sind Viertel, in denen Bürger wohnen, die der SPD nahe stehen, aber nicht regelmäßig zur Wahl gehen. Genau diese Menschen möchte man bei SPD und Grünen erreichen. Der Haustürwahlkampf habe eine „Riesenmultiplikationswirkung“, erklärt Generalsekretärin Andrea Nahles im <a href="http://politik-digital.de/andrea-nahles-im-wahlkampftalk-von-politik-digital-de-und-cicero-online/">Interview</a>.<br />
Politiker anderer Parteien sehen das völlig anders. FPD-Generalsekretär Patrick Döring beispielsweise <a href="http://www.fdp.de/SPD-Plakate-sorgen-fuer-Spott/5013c19004i1p452/index.html">lehnt das Canvassing klar ab</a>. „Die US-Importe ‚negative campaigning‘ und Haustürwahlkampf werden von den Menschen in Deutschland nachweislich nicht gewollt“, ist Döring überzeugt. Und auch die Piraten üben sich in Zurückhaltung: „Damit wird die Privatsphäre der Bürger verletzt&#8221;, <a href="http://wahl.thueringer-allgemeine.de/web/wahl/wk193/detail/-/specific/Ah-der-Carsten-Schneider-Wahlkampf-an-der-Wohnungstuer-162257578">meint</a> zum Beispiel Wilm Schumacher, Landesvorstand der Piratenpartei in Thüringen. Deshalb wollen die Piraten keinen Haustürwahlkampf in großem Ausmaß betreiben. Die CDU lehnt das Canvassing zwar nicht ab, steht aber in puncto Organisation und Reichweite deutlich hinter SPD und Grünen zurück. Nur wenige CDU-Kandidaten gehen in ihrem Wahlkreis klingelputzen.</p>
<h3>Begeistert? Naja.</h3>
<p>Natürlich stellt sich die Frage, ob die Strategie der Wahlkämpfer Obamas so einfach auf Deutschland übertragen werden kann. Lässt die politische Kultur, vor allem in den großen Städten, solche Aktionen hierzulande überhaupt zu? Davon sind auch innerhalb der SPD nicht alle restlos überzeugt. Insbesondere bei den älteren Generationen müsse noch etwas Überzeugungsarbeit geleistet werden, meinen die Neuköllner Wahlkämpfer von der SPD.<br />
Der Wahlkampfleiter der Abteilung SPD Hermannstraße Simon Hennke berichtet im Vorgespräch jedoch von überwiegend positiven Reaktionen der Bürger auf die unangekündigten Hausbesuche. Wenn das Konzept auf die Realität treffe, laufe das natürlich trotzdem nicht immer reibungslos ab, räumt er zwar ein. Die meisten Menschen aber seien erfreut, „superunfreundlich“ habe noch niemand reagiert. Vielleicht hat das SPD-Team eine andere Definition von „superunfreundlich“. Eine wortlos zugeknallte Tür erscheint nicht besonders freundlich, auch das kam am vergangenen Mittwoch vor. Generell aber reagierten die Menschen auf die SPD-Truppe nicht abweisend, sondern vielmehr leicht irritiert. Zwar haben einige schon von den Aktionen gehört oder sogar schon Besuch von anderen Parteien erhalten, für die meisten aber ist die Erfahrung neu. Da wird sogar gefragt, ob die Wahlkämpfer bezahlt werden – werden sie übrigens nicht. Ein Großteil derjenigen, die ihre Haustüren öffnen, lässt sich auf die Fragen ein und antwortet durchaus ernsthaft und mit politischem Vorwissen. Ein junger Mann im Trainingsanzug beispielsweise fordert eine gesamteuropäische Sozialpolitik und mehr Geld für Bildung ein. Wählen wollen laut eigener Aussage die meisten. Und jedem Einzelnen wird das Infomaterial in die Hand gedrückt, auch dann, wenn der Bewohner kein Deutsch spricht oder in Deutschland nicht wahlberechtigt ist.<br />
Direkt nach einem Feedback zu dieser Form des Wahlkampfs gefragt, antworten die meisten Menschen mit „Naja, schon okay“. Manch anderen, wie einem älteren Herrn, ist es schlicht „egal“, er freut sich eher darüber, dass da plötzlich eine junge Frau vor seiner Tür steht. Die meisten Leute zeigen sich den Aktionen der SPD  gegenüber an diesem Abend also vergleichsweise gleichgültig – über alle Altersgrenzen hinweg. So positiv und begeistert, wie Andrea Nahles ihre Erfahrungen im Interview <a href="http://politik-digital.de/andrea-nahles-im-wahlkampftalk-von-politik-digital-de-und-cicero-online/">beschreibt</a>, läuft das in Neukölln nicht ab  &#8211; schließlich hat das SPD-Team hier auch keinen Promi dabei. Trotzdem können einige wenige der Aktion etwas abgewinnen und zeigen sich über die Mühen der Partei erfreut: „Immerhin kommt mal jemand vorbei“. Und manche sind einfach froh „sich mal auskotzen zu können“.</p>
<h3>On- und offline</h3>
<p>Das SPD-Team schreibt die Reaktionen fleißig mit. Neben den angesprochenen Themen erfassen sie anonymisiert, an wie vielen Türen geklingelt wurde und wie viele davon sich tatsächlich geöffnet haben. Diese Infos gehen dann an die SPD-Parteizentrale, wo die Daten auch für spätere Wahlkämpfe ausgewertet werden sollen. All das ist Teil der groß angelegten Kampagne „Haustüren-Wahlkampf“, die schon im Frühsommer begann: mit der Schulung der Tür-Wahlkämpfer.  Und das sind einige: Allein in Neukölln waren am vergangenen Mittwoch insgesamt drei Teams à zwei Personen unterwegs und klapperten insgesamt 180 Haustüren ab. Alle sechs waren mit einer Ausnahme deutlich unter 30 Jahre alt und ziemlich begeistert von der Aktion. Das ist umso erstaunlicher, als manche von ihnen mehrmals in der Woche klingelputzen gehen. Während sie das zu Beginn Überwindung gekostet habe, überwiege mittlerweile der Spaß an der Sache, berichten sie. Gleiches gilt übrigens für die Grünen. Die SPD-Truppe geht außerdem sehr routiniert vor, von Schüchternheit ist wenig zu spüren. Nur die begleitende Journalistin kommt sich an diesem Abend wie eine Mischung aus Staubsaugervertreter und Zeuge Jehovas vor. Nach Feierabend in die Privatsphäre fremder Menschen einzudringen, um mit ihnen über Mindestlohn oder Steuern zu sprechen, ist gewöhnungsbedürftig.<br />
Und wie wurden all diese Freiwilligen geworben? Zum Beispiel über <a href="https://mitmachen.spd.de/">mitmachen.spd.de</a>, eine Online-Plattform, auf der sich jeder kostenlos registrieren kann. Das Portal wurde vor einem halben Jahr gestartet und soll es auch Nicht- Mitgliedern ermöglichen, die Partei im Wahlkampf unkompliziert und ohne große Vorbereitung zu unterstützen. Insbesondere die Organisation des Haustürwahlkampfs läuft über das Online-Portal. Außerdem werden Werbe- und Informationsmaterial, Terminlisten und Ähnliches gepostet. Für unerfahrene Wahlkämpfer gibt es den „Tür zu Tür-Wegweiser“ oder ein Video mit dem Titel „Ich packe meine Tür zu Tür-Tasche“. Mittlerweile haben sich rund 18.000 Menschen auf der Plattform angemeldet. Zwar sei das Portal verbesserungswürdig und würde bisher vor allem SPD-Mitglieder ansprechen, erzählt das Neuköllner Team. Dennoch: Die Strategie der SPD, zumindest die eigenen Leute online für den Wahlkampf zu mobilisieren, um dann gemeinsam vor den Türen um Wähler zu werben, scheint ganz gut zu funktionieren.<br />
<a href="http://politik-digital.de/klingelputzen-in-neukoelln-mit-spd-und-gruenen-von-tuer-zu-tuer/2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lesen Sie im zweiten Teil, wie die Grünen klingeln gehen &#8211; und wie die Menschen das finden.</a></p>
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