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	<title>bschulz &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>bschulz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Fast ohne Mauern &#8211; Der Mauerpark</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kann man sich im dichten Gedränge einer Großstadt irgendwo freier fühlen als auf einer Schaukel? Einfach
schwungvoll Anlauf nehmen und dem Himmel entgegen gleiten, nur noch dessen Blau - oder das Rot des
Sonnenuntergangs - vor Augen?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kann man sich im dichten Gedränge einer Großstadt irgendwo freier fühlen als auf einer Schaukel? Einfach<br />
schwungvoll Anlauf nehmen und dem Himmel entgegen gleiten, nur noch dessen Blau &#8211; oder das Rot des<br />
Sonnenuntergangs &#8211; vor Augen?</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Verbindet man dieses Bild dann noch mit einem geschichtsträchtigen Ort,<br />
formt sich eines dieser Symbole, von denen es in Berlin derzeit geradezu zu wimmeln scheint. In diesem Fall ist<br />
der Ort der ehemalige Grenzstreifen zwischen Ost und West. Die Schaukel steht auf einem kleinen Anhang.<br />
Von hier gleitet der Blick sowohl über eine sterile Neubausiedlung im Berliner Bezirk Wedding, über die ersten<br />
Häuser des Bezirks Prenzlauer Berg, über den Fernsehturm am Alexanderplatz und eben auch über den<br />
inzwischen zart grün leuchtenden Streifen Erde, der einst durch eine beziehungsweise die Mauer beherrscht<br />
wurde. Das Ende der real begehbaren Welt für die Bewohner des Ostteils der Stadt. Der Himmel darüber war der<br />
selbe, nur an fröhliches Schaukeln dachte niemand.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Genug der Symbolik: Heute gehört der Park vor- und nachmittags Spaziergängern, auffallend viele davon<br />
unterwegs mit Kinderwagen. Auch wenn der Prenzl.-Berg sichtlich noch ein junger Bezirk ist, ihre<br />
&#8216;Sturm-und-Drang-Phase&#8217; haben manche der Bewohner hinter sich, traute Familienidylle kehrt langsam in das<br />
frühere In-Viertel ein. Gegen Abend nehmen dann &#8211; zumindest an warmen und heißen Tagen &#8211; vornehmlich<br />
Studenten den Park in Beschlag. Fast schon eine Institution sind die bis zu 20 Trommler, die regelmäßig mit<br />
treibenden Rhythmen für eine trotzdem entspannte Atmosphäre sorgen. Längst ist so der symbolträchtige Ort zu<br />
einem beliebten Kleinod mitten in der Stadt geworden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie es dazu kam? Schon kurz nach dem Fall der Mauer hatte sich der Runde Tisch, ein aus allen politischen<br />
Gruppierungen zusammengesetztes Gremium, dafür eingesetzt, einen Teil des Mauerstreifens als Grünfläche zu<br />
erhalten. Später unterstützte auch der Senat der Stadt dieses Vorhaben. Aber erst vier Jahre nach der<br />
Wiedervereinigung, nach einem Planungswettbewerb und weiterer finanzieller Hilfe einer Firmenstiftung konnte<br />
am ebenfalls symbolvollen 9. November des Jahres 1994 der erste Bauabschnitt eröffnet werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mittelpunkt ist jetzt ein Amphitheater aus mächtigen Steinquadern. Auch die Verlängerung der Schwedter Straße,<br />
die schnurgerade durch den Park führt, vermittelt mit ihrer hubbeligen Pflasterung ein bisschen altrömisches Flair.<br />
Der Verlauf der &#8216;Via Mauerpark&#8217; entspricht fast dem der ehemaligen Stadtteilgrenze, an die ebenfalls mächtige<br />
Steinblöcke erinnern sollen. Schon etwas verloren wirken dagegen die schmächtigen Birken, kleinen Eichen und<br />
Pappeln, die ganz nach dem Gusto des Landschaftsarchitekten streng geometrisch angepflanzt wurden.<br />
Geliebt werden sie vor allem von den vierbeinigen Besuchern des Parks, bisweilen müssen sie als Eckpfosten für<br />
ein provisorisches Fußballtor herhalten. Denn überwiegend besteht der Park aus Rasen, oder was davon nach<br />
ausgiebiger Nutzung durch Hobbysportler und Freizeitgriller noch übrig ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die einzige Mauer, die den Park heute noch ziert, ist wie zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik auf<br />
der östlichen Seite grau und auf der westlichen bunt. Sie trennt die Anlage von dem dahinter liegenden Friedrich-<br />
Ludwig-Jahn-Sportpark und ist ein ganz offizielles und legales Eldorado für Sprayer: Regelmäßig wird die 100<br />
Meter lange Graffiti-Fläche in frischem Weiß getüncht, nur um Platz zu machen für neue farbige Kunstwerke.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der 21. Juni, Tag der Fete de la Musique, bot wieder einmal Gelegenheit dazu. An diesem heißen Tag war die<br />
letzte übriggebliebene Mauer jedoch keineswegs die Hauptattraktion: Eine riesige Staubwolke über dem Park<br />
kündete schon von weitem von den mehreren Tausend Besuchern, die hierher gepilgert waren, um die gut 15<br />
Bands auf zwei Bühnen zu erleben. Bis zehn Uhr nachts. Denn manchmal hat auch im Mauerpark die Freiheit<br />
noch ihre frühen Grenzen.<br />
</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auch wenn wenig sicher ist: Über Datenschutz wird geredet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/auch_wenn_wenig_sicher_ist_ueber_datenschutz_wird_geredet-704/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Telekommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Richtlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Zwischenbilanzen sind oft etwas zwiespältig, und häufig verraten sie nicht viel. Die erste Zwischenbilanz rot-grüner
IT-Politik, die auf einer Tagung am vergangenen Wochenende in Berlin gezogen wurde, macht da keine Ausnahme.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Zwischenbilanzen sind oft etwas zwiespältig, und häufig verraten sie nicht viel. Die erste Zwischenbilanz rot-grüner<br />
IT-Politik, die auf einer Tagung am vergangenen Wochenende in Berlin gezogen wurde, macht da keine Ausnahme.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das etwas dünne Fazit der zweitägigen Veranstaltung an der Technischen Universität Berlin, die neben anderen vom Berliner<br />
Datenschutzbeauftragten und der Deutschen Vereinigung für Datenschutz organisiert wurde, war die Beteuerung des<br />
SPD-Bundestagsabgeordneten <a href="http://www.tauss.de/">Jörg Tauss</a>, dass voraussichtlich in den kommenden<br />
Monaten wenigstens die erste Stufe eines neuen Datenschutzgesetzes umgesetzt werden soll. Die Tagung zeigte aber<br />
die Vielschichtigkeit und vor allem die juristische Komplexität der Datenschutzproblematik auf. In mehreren Workshops und<br />
Diskussionsrunden wurden damit unmittelbar verknüpfte Themenbereiche wie beispielsweise die Überwachung der<br />
Telekommunikation (siehe auch <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/tagung/bigbrother.shtml"> Das &quot;Big Brother&quot;-Problem</a>) der Schutz der Informationsfreiheit<br />
in der viel beschworenen Informationsgesellschaft, deren Auswirkungen auf die Ausbildung in Schule und<br />
Hochschule (siehe auch <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/tagung/bildung.shtml">Neue Impulse für Wissenschaft und Bildung</a>) und<br />
bereits aktuelle Auswirkungen des Information-Warfare (siehe dazu <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/tagung/wargames.shtml">Wargames und die Wirklichkeit: Information-Warfare und seine Folgen</a>)<br />
besprochen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Datenschutz und seine effiziente<br />
Umsetzung ist ein Thema von schier immerwährender Aktualität und Thema<br />
fast endloser Kontroversen. Im Oktober 1995 hatten das Europäische<br />
Parlament und der Europäische Rat eine novellierte<br />
EU-Datenschutzrichtlinie verabschiedet. Zwei Jahre später folgte eine<br />
weitere Richtlinie über den Schutz der Privatsphäre im Bereich der<br />
Telekommunikation. Keine dieser beiden Richtlinien ist bis heute in<br />
Deutschland umgesetzt worden. Einfach ist die Umsetzung gewiss nicht,<br />
allein angesichts der zahlreichen parallel in Deutschland existierenden<br />
und teilweise widersprüchlichen Gesetze und Verordnungen auf Bund- und<br />
v. a. Länderebene. Zudem soll nach den Plänen der rot-grünen<br />
Bundesregierung ein neues Datenschutzgesetz auch an die veränderten<br />
Bedingung im Informationszeitalter angepasst sein. &quot;Wir schaffen es<br />
nicht, die EU-Richtlinien umzusetzen und gleichzeitig zu einer<br />
Überarbeitung des Datenschutzes zu kommen&quot;, gab MdB Tauss dann auch am<br />
Ende der Tagung freimütig zu. Geplant sind nun laut Tauss zwei Stufen.<br />
Die erste Stufe wird im Wesentlichen lediglich eine Anpassung an die<br />
Vorgaben aus Brüssel und Strassburg sein. Der erste Versuch einer<br />
Umsetzung war im letzten Jahr nach heftigen Protesten von Seiten der<br />
Presse gescheitert. Grund war die Befürchtung einer, laut Tauss<br />
allerdings unbeabsichtigten, Einschränkung der Pressefreiheit. Bis<br />
Ostern soll nun die neue Vorlage im Kabinett verabschiedet sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einer zweiten Runde will die Bundesregierung nach Angaben von Jörg Tauss unter Mithilfe von Experten und<br />
zahlreicher Gutachten klären, wie ein neues, den aktuellen Gegebenheiten angepasstes Datenschutzgesetz auszusehen<br />
habe. Ziele könnten dabei eine leichtere Verständlichkeit und Übersichtlichkeit der bestehenden Rechte und eine<br />
Vereinheitlichung und Verschlankung der Gesetze sein, die dann auch neue Aspekte der elektronischen Datenverarbeitung<br />
wie der elektronischen Einwilligung regeln sollen. &quot;Dies ist ein zentrales rot-grünes Reformprojekt&quot;, betonte Jörg Tauss.<br />
In etwa einem Jahr sollen erste Ergebnisse erarbeitet sein, so der Bundestagsabgeordnete.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die auf der Tagung geäußerten Erwartungen an die Überarbeitung des Datenschutzes und die rot-grüne IT-Politik im<br />
Allgemeinen waren ebenfalls nicht niedrig. &quot;Offenheit ist dabei das zentrale Kriterium&quot;, meinte etwa Bernd Lutterbeck,<br />
Professor für Informatik an der Technischen Universiät Berlin. Bürgerrechte wie der Zugang zu Informationen und<br />
Ausbildung sollen nach seiner Ansicht dabei durch Wettbewerbsbedingungen und -regulierung gesichert werden. Ein<br />
Ansatz für eine Neuorientierung im Datenschutz sei die Vermeidung von Daten und damit ein Vorrang von anonymer<br />
Datenverarbeitung, erklärte Claus-Henning Schapper, Staatssekretär im Bundesinnenministerium.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die höhere Flexibilität von<br />
Computerwissen, das immer verfügbar sei im Gegensatz zu menschlichem<br />
Wissen, könne in Zukunft zu verstärkten Problemen auf dem Arbeitsmarkt<br />
führen. Dies sei vor allem dann der Fall, erklärte Wolfgang Däubler,<br />
Professor für Arbeitsrecht an der Universität Bremen, wenn die<br />
Arbeitgeber in Hochlohnländern sitzen, die Arbeitnehmer aber in<br />
Niedriglohnländern. In Zukunft müsse darauf geachtet werden, dass es<br />
weder zu einer Monopolisierung noch zu einer Unterdrückung von<br />
Information komme. Hier sei die Politik gefordert, so Däubler. Alfred<br />
Büllesbach von der DaimerChrysler AG forderte ein &#8216;Gütezeichen<br />
Datenschutz&#8217; und bürgerfreundlichere Regelungen für die Sicherheit von<br />
Daten. &quot;Die Selbstbestimmungsmöglichkeiten des Kunden beim Datenschutz<br />
müssen gestärkt werden&quot;, betonte Büllesbach.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bis zur Erfüllung dieser Erwartungen ist es, das machte diese Tagung einmal mehr deutlich, noch ein langer Weg.<br />
Wie und ob die Politik diese umsetzen könnte, sollte eigentlich eine Abschlussdiskussion mit Abgeordneten des<br />
Bundestags verdeutlichen. Die fiel jedoch &#8211; mangels Beteiligung von Seiten der Abgeordneten &#8211; aus.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wargames und die Wirklichkeit: Information-Warfare und seine Folgen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wargames_und_die_wirklichkeit_information_warfare_und_seine_folgen-705/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Informationssicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>CeBIT-Zeit ist Computer-Zeit: während in Hannover mit schöner Regelmässigkeit Themen wie E-Commerce oder
&#34;Internet für alle&#34; dominieren, wurde in Berlin über die dunkle Seite der Datenautobahn diskutiert. Denn in den Zeiten
des meist friedlichen elektronischen Handels hat sich längst auch die digitale Kriegsführung etabliert, im Fachjargon
&#34;Information-Warfare&#34; genannt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>CeBIT-Zeit ist Computer-Zeit: während in Hannover mit schöner Regelmässigkeit Themen wie E-Commerce oder<br />
&quot;Internet für alle&quot; dominieren, wurde in Berlin über die dunkle Seite der Datenautobahn diskutiert. Denn in den Zeiten<br />
des meist friedlichen elektronischen Handels hat sich längst auch die digitale Kriegsführung etabliert, im Fachjargon<br />
&quot;Information-Warfare&quot; genannt.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Sind wir dagegen gerüstet?&quot;, lautete die Fragestellung einer der Arbeitsgruppen der Tagung am<br />
vergangenen Wochenende. Vorrangig war zuerst jedoch die Frage: Was ist Information-Warfare überhaupt?<br />
&quot;Ziel ist es bei dieser Form von Krieg, die Informationshoheit zu gewinnen&quot;, erklärte Politikwissenschaftler<br />
<a href="http://userpage.fu-berlin.de/%7Ebendrath/">Ralf Bendrath</a> von der Freien Universität Berlin.<br />
Eigene Informationen, Informationsprozesse und Informationssystems sollen dabei vor fremden Zugriffen geschützt,<br />
die der Gegner manipuliert oder ganz ausgeschaltet werden. Etwa durch das Hacken in feindliche Computersysteme,<br />
womit die Koordination des Gegners durcheinander gebracht und Informationsübertragungen vereitelt werden sollen,<br />
durch psychologische Kriegsführung wie Radiosendungen und Flugblätter, aber auch recht konventionell durch die<br />
physische Zerstörung von Datenleitungen und Sendestationen. Es gehe prinzipiell nicht um die Zerstörung des<br />
menschlichen Körpers, sondern um die Manipulation seines Geistes, erklärte Bendrath.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nach seinen Angaben ist seit 1995 &quot;Information-Warfare&quot; das Leitbild für alle Forschungsvorhaben der US-amerikanischen<br />
Militärs. 15 Milliarden US-Dollar werden dafür pro Jahr verwendet. 1998 verkündeten die amerikanischen Militärs öffentlich<br />
ihre offensive und defensive Informationsstrategie. Und der stellvertretende US-Außenminister bezeichnete den<br />
Kosovokrieg als &quot;ersten Cyberkrieg&quot;: Nach seinen Angaben war es der USA gelungen, sich in serbische Computer zu<br />
hacken und massive Desinformation zu betreiben. Langfristiges Ziel könnte dieser Strategie des Information-Warfare<br />
könnte es sein, den atomaren &#8216;Schutzschirm&#8217; der USA durch einen Informationsschutzschirm zu ersetzen, so Bendrath.<br />
Diese neue Art von Kriegsführung werfe viele theoretische und praktische Probleme auf, erläuterte der<br />
Politikwissenschaftler und sprach sogar von einem Paradigmenwechsel. Zudem führe sie zu einer Entgrenzung der Kriegsführung:<br />
Innere und äußere Sicherheit verschwimmen dabei genauso wie die Unterscheidung zwischen Krieg, Terrorismus und<br />
Kriminalität.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Besonders beim Cyberterrorismus verschärft sich der Grenzfall zwischen ziviler und militärischer Kriegsführung&quot;,<br />
betonte auch Ingo Ruhmann vom <a href="http://hyperg.uni-paderborn.de/fiff/">Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung</a>.<br />
Handelte es sich bei den Hackern, die vor wenigen Wochen die Internetseiten von US-amerikanischen Firmen zum Absturz brachten,<br />
um Computerkids, Profis oder gar ausländische Mächte? Oder war die Attacke vielleicht &#8216;nur&#8217; eine geplante Beeinflussung<br />
der derzeit laufenden Etatberatungen im amerikanischen Kongress, schließlich hatte es jeweils im Januar der vergangenen<br />
beiden Jahre ähnliche Angriffe gegeben, wie Ruhmann berichtete. Der potentielle Täterkreis und damit die Zahl der<br />
Verdächtigten sei schier unendlich: Prinzipiell bestehe er aus allen, die die Technologie, das Wissen und die Absicht<br />
haben, Schaden anzurichten. Und zwar weltweit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein besonders gefährdetes Ziel der Cyberterroristen sei die &quot;kritische Infrastruktur&quot;, also etwa Versorgungs- oder<br />
Informationseinrichtungen, Regierung und Verwaltung. Werden diese durch die Angriffe auf ihre Informationssysteme<br />
lahmgelegt, kann es zu Menschen gefährdenden Situationen kommen. Immerhin sei man zumindest strafrechtlich in der<br />
Bundesrepublik &quot;relativ gut&quot; gegen solche terroristischen Angriffe abgesichert. Ein Rechtsrahmen sei vorhanden,<br />
meinte Ruhmann.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie verletzlich die Informationsgesellschaft ist, verdeutlichte Joachim Weber vom<br />
<a href="http://www.bsi.bund.de/">Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik</a>.<br />
&quot;Ein zweitägiger Ausfall aller Rechner einer großen Firma bringt diese an den Rand des Ruins&quot;, erklärte Weber.<br />
Er erläuterte die Aufgaben der Arbeitsgruppe &quot;Kritis&quot; (Kritische Infrastrukturen) des Bundesamts. Ziel sei es,<br />
einen Sensibilisierungsbericht zu erstellen, in dem unter anderem Bedrohungsszenarien und kritische Infrastruktur<br />
aufgezeigt und mögliche Schutzmaßnahmen erläutert werden. Langfristig sei eine internationale Koordination<br />
gegen solche Attacken angestrebt. Eine schwer zu verwirklichende Aufgabe, wie Joachim Weber zugab. In Zukunft stelle<br />
sich laut Weber aufgrund der derzeitigen umfassenden Privatisierung der kritischen Infrastrukturen wie z. B. der Bahn<br />
die Frage, in wie weit es noch Aufgabe des Staates ist, für die Informationssicherheit dieser Betriebe zu sorgen.<br />
Diesen Trend habe die Wirtschaft erkannt und mit der Einrichtung ähnlicher Arbeitskreise reagiert.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Rennen ist eröffnet: Wer wird mächtigster Mann der Welt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das_rennen_ist_eroeffnet_wer_wird_maechtigster_mann_der_welt-834/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/das_rennen_ist_eroeffnet_wer_wird_maechtigster_mann_der_welt-834/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Al Gore]]></category>
		<category><![CDATA[John McCain]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Höchstens acht Jahre haben die Präsidenten der USA Zeit, sich im
Buch der Geschichte zu verewigen. Danach ist definitiv Schluss. Jemand anders darf sich dann daran versuchen,
die Geschicke der Supermacht zu lenken. Seit 1992 ist Bill Clinton jener mächtigste Mann der Welt, einmal
wurde er bereits wiedergewählt. Anfang 2001 zieht sein Nachfolger ins Weiße Haus ein. Wer wird es sein?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Höchstens acht Jahre haben die Präsidenten der USA Zeit, sich im<br />
Buch der Geschichte zu verewigen. Danach ist definitiv Schluss. Jemand anders darf sich dann daran versuchen,<br />
die Geschicke der Supermacht zu lenken. Seit 1992 ist Bill Clinton jener mächtigste Mann der Welt, einmal<br />
wurde er bereits wiedergewählt. Anfang 2001 zieht sein Nachfolger ins Weiße Haus ein. Wer wird es sein?</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ende Januar wurde mit den ersten<br />
Vorwahlen das Wahljahr in den USA eingeleitet. Dominiert werden wird es<br />
wohl von den beiden Favoriten: <a href="http://www.algore2000.com/">Al Gore</a>, bisher Vizepräsident und aussichtsreichster Kandidat der Demokratischen Partei, und <a href="http://www.georgewbush.com/">George W. Bush</a>,<br />
Gouverneur des Bundesstaates Texas und Sohn des ehemaligen<br />
Bundespräsidenten mit fast identischen Namen. Beide haben gegenüber<br />
ihren innerparteilichen Herausforderern einen enormen Vorteil: Sie<br />
wissen die überwiegende Mehrheit ihrer Parteien hinter sich. Was<br />
vielleicht auch daran liegt, dass sich beide an ein ungeschriebenes<br />
US-Wahlkampfgesetz halten und bisher wenig Konkretes zu ihren<br />
politischen Zielen gesagt haben. Bisher hat sich keiner der beiden<br />
Favoriten einen wesentlichen Vorsprung erarbeiten können. Bush<br />
verspricht, wie das in der Regel alle chancenreichen Kandidaten tun,<br />
umfangreiche Steuersenkungen für die amerikanische Mittelschicht und<br />
die Sanierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Er hält zudem den<br />
Rekord im Spenden sammeln in diesem Wahlkampf: Mit weit über 60<br />
Millionen US-Dollar ist sein Wahlkampfportmonnaie prall gefüllt. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Al Gore genießt dagegen die<br />
Unterstützung der Gewerkschaften und als bisheriger Vizepräsident einen<br />
gewissen &#8216;Amtsbonus&#8217;. Schließlich wirbt auch Bill Clinton für ihn. Was<br />
der derzeitigen Nummer zwei allerdings auch Probleme bereitet, muss er<br />
sich doch von Clintons angeschlagenem moralischen Image abgrenzen.<br />
Gleichzeitig will er aber dessen wirtschaftlich erfolgreiche Politik<br />
fortsetzen. Gore hat auch ein kleines Imageproblem: In seinen sieben<br />
Jahren als Vizepräsident hat er sich nicht gerade als sonderlich<br />
charismatisch präsentiert.<br />
Abwarten heißt die Devise: Das Wahljahr ist lang, die Auswahlprozedur<br />
war schon für manchen anderen Kandidaten zermürbend, unerwartete<br />
außenpolitische Ereignisse können die Situation schnell völlig<br />
verändern und nicht zuletzt gibt es noch weitere Kandidaten, die nicht<br />
ganz chancenlos sind. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bush muss sich zum Beispiel dem Duell mit <a href="http://www.mccain2000.com/">John McCain</a>,<br />
einem Senator aus Arizona, stellen. McCain gewann unerwartet deutlich<br />
die Vorwahl in New Hampshire gegen Bush und etablierte sich damit als<br />
dessen einziger ernst zu nehmender innerparteilicher Herausforderer.<br />
Der Senator ist hochdekorierter Veteran des Vietnamkriegs und genießt<br />
damit bei nicht wenigen Amerikanern Heldenstatus. McCain will den<br />
Militäretat aufstocken und Abtreibungen verbieten. Er prangert außerdem<br />
die derzeitige Praxis der Parteienfinanzierung an. Seine langjährige<br />
Arbeit im Senat hat ihm hohes Ansehen bei Washingtoner Establishment<br />
gebracht. Was sich zu McCains Bedauern allerdings bisher nicht in barer<br />
Münze auszahlte: Bisher liegt er, gemessen an den Spendengeldern, weit<br />
hinter Bush. Viel Geld, aber kaum Chancen, Bush bei den Vorwahlen der<br />
Republikaner zu besiegen, hat der Verleger <a href="http://www.forbes2000.com/">Steve Forbes</a>, der allgemein als reich, aber ausgesprochen blass gilt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Al Gore hat einen ernsthaften innerparteilichen Rivalen um die Kandidatur:<br />
<a href="http://www.billbradley.com/">Bill Bradley</a>, langjähriger Senator<br />
aus New York und früherer Basketballprofi. Bradley versucht sich durch Bürgernähe<br />
bei den Wählern zu profilieren, fordert eine umfassende Gesundheitsreform, will<br />
die Waffengesetze verschärfen und ethnische Minderheiten stärker integrieren.<br />
Eines haben die beiden gemeinsam: Beide gelten als wenig schlagfertig. Konkurrenz<br />
für Gore und Bush droht auch von der Reform-Partei: <a href="http://www.gopatgo2000.com/">Pat<br />
Buchanan</a> versucht einen dritten Anlauf zum Präsidentenamt. Bei den beiden<br />
letzten war er an den primaries der Republikaner gescheitert. Deswegen hat der<br />
erzkonservative TV-Prediger einfach die Partei gewechselt. Seine Chancen, diesmal<br />
aufgestellt zu werden, sind gut. Jedenfalls besser als die von <a href="http://www.donaldjtrump.2000.com/">Donald<br />
Trump</a>, dessen Qualitäten vor allem monetärer Natur sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Abschließend sei vermerkt, dass<br />
es auch in diesem Wahlkampf Mauerblümchen gibt, die zwar keine große<br />
Partei hinter sich und deswegen auch keine Karriere im Weißen Haus vor<br />
sich haben, aber dennoch für ein bisschen Farbe im Spiel der Großen<br />
sorgen dürften: so <a href="http://www.nader2k.org/">Ralph Nader </a>von den Grünen, <a href="http://www.votesocialist.org/">David McReynolds</a> von den Sozialisten (ja, die gibt&#8217;s tatsächlich), oder auch Bewerber der <a href="http://www.gorman2000.org/">Libertarian Party</a> und der <a href="http://www.hagelin.org/">Natural Law Party </a>.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Miles and more: Die Stationen des US-amerikanischen Wahlmarathons</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/miles_and_more_die_stationen_des_us_amerikanischen_wahlmarathons-835/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In wohl keinem Land der Erde braucht man einen so langen Atem, um
Präsident zu werden wie in den USA. Dieser Wahlmarathon ist ein echter Langstreckenlauf.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In wohl keinem Land der Erde braucht man einen so langen Atem, um<br />
Präsident zu werden wie in den USA. Dieser Wahlmarathon ist ein echter Langstreckenlauf.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht selten machen sich die<br />
Kandidaten bereits zwei Jahre vor dem Wahltermin auf den Weg, sammeln<br />
Geld und hangeln sich durch die Vorwahlen, um schließlich von ihrer<br />
Partei als Kandidat aufgestellt zu werden. Erst danach beginnt der<br />
eigentliche Wahlkampf und das Werben um die Stimmen von rund 100<br />
Millionen US-Amerikanern. Viele der ursprünglichen Kandidaten bleiben<br />
unterwegs auf der Strecke, einer wird fast königlich belohnt: mit dem<br />
Amt des mächtigsten Mannes der Welt. (Unter den 42 bisherigen<br />
Präsidenten war noch keine einzige Frau, und auch der 43. Sieger wird<br />
keine Ausnahmeathletin sein.)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der 7. November ist beim<br />
diesjährigen Durchgang der Tag der Entscheidung: Dann wählen diejenigen<br />
Amerikaner, die sich vorher für die Wahl registrieren ließen,<br />
gleichzeitig 33 der 100 Senatoren, alle 435 Mitgliedern des<br />
Repräsentantenhauses und ihren Präsidenten &#8211; letzteren direkt indirekt.<br />
Denn eigentlich bestimmen sie nur die 538 so genannten Wahlmänner im<br />
electoral college, die wiederum den Präsidenten küren. Diese<br />
Sicherheitsschranke stammt noch aus den Gründerzeiten der USA, als es<br />
den Kandidaten an den Transportmitteln fehlte &#8211; ganz zu schweigen von<br />
den Medien &#8211; um landesweiten Wahlkampf zu betreiben und sich angemessen<br />
zu präsentieren. Und ein bisschen Angst hatten die Verfassungsväter<br />
auch, als sie vor mehr als 200 Jahren diesen zweistufigen Wahlmodus<br />
einführten: Angst nämlich davor, dass das Volk möglicherweise<br />
unbesonnenen und tugendlosen Gesellen seine Stimmen geben könnte.<br />
Deswegen so können die Wahlmänner, erst einmal gewählt, rein formal<br />
frei nach ihrem Gusto sich für einen Kandidaten entscheiden. Sie tun es<br />
aber nicht, sondern halten sich an das Votum der Bürger. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Einige Bewerber um das<br />
Präsidentenamt wären schon froh, wenn sie überhaupt diese Endrunde<br />
erreichen würden. Bei den derzeitig unregelmäßig stattfindenden<br />
Vorwahlen, den primaries, bestimmen die Parteien ihren Kandidaten für<br />
die &#8216;richtige&#8217; Wahl. So verfügt jede der beiden großen Parteien, die<br />
Republikaner und die Demokraten, in jedem Bundesstaat über einen Stamm<br />
von registrierten Wählern. Sie stimmen über die verschiedenen Bewerber<br />
ab. Dem Ergebnis der Vorwahlen entsprechend ernennt jede Partei in<br />
jedem Bundesstaat Delegierte, die dann nach Ablauf aller primaries auf<br />
dem landesweiten Parteitag im Sommer den offiziellen Kandidaten ihrer<br />
Partei küren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht alle Vorwahlen sind gleich<br />
wichtig. Die Anzahl der Delegierten und damit der Stimmen ergibt sich<br />
aus der Bevölkerungsanzahl des jeweiligen Bundesstaates. Und je nach<br />
Staat ist das Wahlrecht unterschiedlich: Während in einigen Staaten der<br />
Sieger alle Delegiertenstimmen für sich kassiert, werden diese in<br />
anderen Staaten nach den jeweiligen Stimmenanteilen aufgesplittet. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Noch bis Juni ist Vorwahlzeit,<br />
Saisonhöhepunkt in diesem Jahr ist im März. Es ist deswegen gut<br />
möglich, dass schon gegen Ende März die Sieger und damit die beiden<br />
Kandidaten der großen Parteien feststehen. Deren offizielle Nominierung<br />
durch mehrere Tausend Delegierte auf den Parteitagen wird zum<br />
emphatischen Fest mit einer gehörigen Prise Patriotismus: Für die<br />
Republikaner steigt die Feier vom 29. Juli bis 4. August, bei den<br />
Demokraten vom 14. bis 17. August. Die &#8216;Reform-Partei&#8217;, eine<br />
konservative Gruppierung, der noch am ehesten Chancen eingeräumt<br />
werden, den beiden etablierten Parteien Konkurrenz zu machen, bestimmt<br />
ihren Kandidaten auf dem Parteitag vom 10. bis 13. August<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">.<br />
Diese langwierige Prozedur sparen sich die unabhängigen Kandidaten und<br />
auch die kleinen Parteien: Sie versuchen derweil, statt Stimmen Spenden<br />
für ihren Wahlkampf zu sammeln. In diesem Jahr sieht es allerdings<br />
nicht danach aus, dass einer der Unabhängigen zu einer echten<br />
Konkurrenz werden könnte. Für sie, wie für alle sonstigen Parteien gilt<br />
so auch beim Wahlmarathon das hinlänglich bekannte olympische Motto.<br />
Übrigens: Um die Präsidentschaft kann sich jeder bewerben, der<br />
mindestens 35 Jahre alt ist, seit 14 Jahren in den Vereinigten Staaten<br />
lebt und als US-Bürger geboren wurde.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wer hat die weisseste Wäsche?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wer_hat_die_weisseste_waesche-838/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Campaigning]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die USA gelten als das Land der
unbegrenzten Möglichkeiten. So abgedroschen das auch klingen mag, für die vierjährig stattfindenden
Wahlkämpfe triff der alte Slogan zu. Schließlich geht es um viel Macht, und um die zu bekommen, wird (fast)
alles Mögliche versucht.
In der heißen Phase des Wahlkampfes darf das Wahlvolk so seine politische
Elite dabei beobachten, wie diese schiere Berge von schmutziger Wäsche wäscht - die der Kandidaten der
anderen Parteien.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die USA gelten als das Land der<br />
unbegrenzten Möglichkeiten. So abgedroschen das auch klingen mag, für die vierjährig stattfindenden<br />
Wahlkämpfe triff der alte Slogan zu. Schließlich geht es um viel Macht, und um die zu bekommen, wird (fast)<br />
alles Mögliche versucht.<br />
In der heißen Phase des Wahlkampfes darf das Wahlvolk so seine politische<br />
Elite dabei beobachten, wie diese schiere Berge von schmutziger Wäsche wäscht &#8211; die der Kandidaten der<br />
anderen Parteien.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonders beliebt sind angebliche<br />
Jugendsünden, die in krassem Gegensatz zu aktuellen politischen<br />
Aussagen stehen. Noch gut in Erinnerung sind Clintons Versuche während<br />
eines Wahlkampfes, in jungen Jahren gerauchtes Haschisch als &#8216;nicht<br />
inhaliert&#8217; und damit wirkungslos abzutun. Ähnlicher Vorwürfe erwehrt<br />
sich seit geraumer Zeit der aussichtsreichste Bewerber der Republikaner<br />
bei den kommenden Wahlen, George W. Bush. Vor seinem Schwenk zum<br />
Wertkonservativen, der heute &#8216;moralische Verfehlungen&#8217; geißelt, soll er<br />
laut nicht verstummender Presseberichte das Image eines &quot;Womanizers&quot;<br />
gehabt haben, der &#8216;moralischen Verfehlungen&#8217; angeblich äußerst<br />
aufgeschlossen gegenüber stand. Auch seine heutige Anti-Drogen-Politik<br />
sei keineswegs auf einer Linie mit seiner früheren Einstellungen:<br />
Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Bush auch schon Kokain<br />
geschnupft hat. Für konservative Wählerkreise wäre Bush, so sich das<br />
Gerücht bewahrheiten sollte, dann aus dem Rennen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese auf die Privatsphäre von<br />
Kandidaten zielenden Angriffe sind die heftigste Auswirkung einer<br />
Entwicklung, die von Sozialwissenschaftlern als &#8216;Personalisierung von<br />
Wahlkämpfen&#8217; bezeichnet wird. Personen eignen sich besser zur<br />
Darstellung von Politik als Parteiprogramme oder politisches Handeln.<br />
Und in der Regel sind nationale Wahlen vor allem auch<br />
Persönlichkeitswahlen, bei denen nicht die Partei, sondern ihr<br />
Spitzenkandidat ausschlaggebend ist. Deswegen spielt dieser bei der<br />
Konzeption des Wahlkampfes eine besondere Rolle. Ein Kandidat, der kaum<br />
Ausstrahlung hat, hat von vornherein schlechtere Karten. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dazu kommt, dass Wahlkämpfe immer<br />
mehr über die Medien ausgetragen werden: Ein Kandidat, der sich im<br />
Fernsehen nicht ansehnlich präsentieren kann, ist damit schon früh aus<br />
dem Rennen. Klassische &#8216;Schwiegersohntypen&#8217; machen dagegen Punkte bei<br />
vielen weiblichen Wählern, der &#8216;Law and Order-Typ&#8217; bei vielen<br />
männlichen. Image ist alles.<br />
Das politische Programm, das die Kandidaten vertreten, verliert dabei<br />
immer mehr an Bedeutung, da es sich meistens in den Grundsatzfragen<br />
auch nicht sehr unterscheidet. Nachdem allgemeiner Konsens unter<br />
Politikern besteht, dass Wahlen in der politischen Mitte &#8211; egal, ob alt<br />
oder neu &#8211; gewonnen werden, versuchen alle Kandidaten besonders diese<br />
Wählergruppen anzusprechen. Konkrete Aussagen für oder wider Etwas<br />
wären da fehl am Platz &#8211; sie könnten zu viele Wähler vergraulen.<br />
Knackige, aber meistens nichtssagende Slogans passen da anscheinend<br />
besser.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Alle diese Entwicklungen &#8211;<br />
Fixierung auf Personen, steigende Bedeutung der Medien im Wahlkampf und<br />
die Entideologiesierung der Parteien &#8211; führten zu einer<br />
Professionalisierung der Wahlkämpfe. Riesige Teams beraten und<br />
begleiten den Kandidaten. In der Regel werden Wahlkämpfe heute von oder<br />
zumindest mit Hilfe von Werbeagenturen geplant und umgesetzt. Das macht<br />
sie so teuer, und deswegen ist das Sammeln von Spenden so bedeutsam für<br />
den Wahlausgang geworden.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die erfolgreiche Kampagne eines<br />
Kandidaten kann von seinen Konkurrenten deswegen vor allem dann<br />
effektiv angegriffen werden, wenn dabei dessen Integrität oder dessen<br />
politisches Image in Zweifel gezogen wird. Und dies lässt auch für den<br />
angelaufenen Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA die tiefgehende<br />
Reinigung von viel schmutziger Wäsche erwarten.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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