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	<title>ccampani &#8211; politik-digital</title>
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	<title>ccampani &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Italienwahl: Stimmungsbarometer Weblog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ccampani]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet spielte für den knappen Wahlausgang in Italien eine entscheidendere Rolle als bisher angenommen. Die Foren einiger Zeitungen wurden zu Stimungsbarometern, die beiden politischen Lagern eine Plattform boten. Die Beteiligung an zahlreichen Blogs und über das Internet organisierte Aktionen zeigen, wie sehr die Italiener es verstanden, das Potenzial des Webs zu nutzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet spielte für den knappen Wahlausgang in Italien eine entscheidendere Rolle als bisher angenommen. Die Foren einiger Zeitungen wurden zu Stimungsbarometern, die beiden politischen Lagern eine Plattform boten. Die Beteiligung an zahlreichen Blogs und über das Internet organisierte Aktionen zeigen, wie sehr die Italiener es verstanden, das Potenzial des Webs zu nutzen.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Das Internet spielte für den knappen Wahlausgang in Italien eine entscheidendere Rolle als bisher angenommen. Die Foren einiger Zeitungen wurden zu Stimungsbarometern, die beiden politischen Lagern eine Plattform boten. Die Beteiligung an zahlreichen Blogs und über das Internet organisierte Aktionen zeigen, wie sehr die Italiener es verstanden, das Potenzial des Webs zu nutzen.</strong>
                            </p>
<p>Der äußerst knappe Sieg der Opposition und die Anschuldigungen des noch amtierenden Ministerpräsidenten Berlusconi wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der bei der Stimmenzählung bzw. Wahlbetrugs waren der „würdige“ Abschluss eines Wahlkampfes, der von<br />
                            <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Negative_campaigning" target="_blank" rel="noopener noreferrer">negative campaigning</a> und von der Person Berlusconis beherrscht wurde. Wenige Politiker haben sich im Wahlkampf des Internets professionell bedient, die größeren Parteien haben jedoch neben ihren<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/italien_campani_060404.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Websites</a> zusätzliche Online-Angebote geschaltet. Insgesamt<br />
                            <a href="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahlgro1.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="75" alt='Berlusconi-Plakat: "Ich hole mir meine Haare zurück" ' src="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahl.jpg" width="186" align="right" vspace="10" border="0" /><br />
                            </a>hat das Web im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2001 eine bedeutendere Rolle gespielt. Beispiele dafür sind die Onlineangebote der zwei wichtigsten Tageszeitungen Italiens<br />
                            <a href="http://www.corriere.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Corriere della Sera&#8221;</a> und<br />
                            <a href="http://www.repubblica.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;La Repubblica&#8221;</a>. Beide Zeitungen haben zwar Romano Prodis Mitte-Links Bündnis offen unterstützt, für den bürgerlichen „Corriere della Sera“ keine Selbstverständlichkeit, gleichzeitig mit ihren Foren parteienunabhängige Diskussionsplattformen angeboten.</p>
<p>
                            <br />Das Forum<br />
                            <a href="http://www.corriere.it/solferino/severgnini/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Italians&#8221;</a>, das seit Jahren auf der Website der „Corriere della Sera“ betrieben wird, wurde während des Wahlkampfes zum wichtigen Stimmungsbarometer. Dem „spiritus rector“ von „Italians“, dem Publizisten Beppe Servegnini, ist eine Mischung zwischen moderiertem Forum und Blog gelungen, in dem er täglich (nebst einem kurzen Kommentar) 12 Leserbeiträge (von den bis zu 400, die jeden Tag das Forum erreichen) zu unterschiedlichen Themen veröffentlicht und oft beantwortet. Von Anfang März bis Mitte April verdrängte die Politik die anderen Themen in dem Forum. Befürworter beider Lager – viele aus dem Ausland – konnten hier ihre Meinungen artikulieren und die anderer Leser kommentieren. Obwohl auch hier fast nur mit heftiger Kritik am politischen Gegner argumentiert wurde, blieb dieses Forum dank der Moderation Severgninis quasi als virtuelle Insel des „Fair Play“ frei von gegenseitigen Beschimpfungen. Bei „Italians“ war die Berlusconi-kritische Einstellung der im Ausland lebenden Italiener schon früh zu bemerken. Ein Faktor, der die Wahl mitentschieden haben könnte.</p>
<p>
                              <strong>Web-Satire gegen negative campaigning</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahlgro4.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="119" alt='Prodi-Plakat: "Ich in der Regierung? Nie!"' hspace="10" src="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahl4.jpg" width="78" align="left" border="0" /><br />
                            </a>Bereits Anfang März hatte die Internet-Redaktion der „La Repubblica“ die Leser dazu aufgefordert, Bilder zu „ihrem Wahlkampf“ zuzusenden. Die riesigen Wahlplakate, die die Strassen Italiens sechs Wochen lang beherrscht haben, sind schnell zur Zielscheibe der Websurfer geworden, die die Chance dazu genutzt haben, politische Satire zu betreiben.<br />
                            <a href="www.repubblica.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;La Repubblica&#8221;</a> veröffentlichte mehrere Hundert Fotos mit Wahlplakaten, die an wenig passenden Stellen (Klohäuschen oder Mülltonen) oder zufällig neben gewöhnlichen Werbeplakaten hingen, so dass deren politische Botschaft sich ins Gegenteil kehrte. Der Renner waren Bilder von Plakaten, die durch Graffiti modifiziert oder am PC retuschiert wurden. Es waren ein Plakat von Prodi zu sehen, der mit ausgestreckter Hand und beruhigender Mine sagt: „Keine Sorge, regieren w<br />
                            <a href="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahlgro3.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="73" alt="Berlusconi-Plakat: Dich haben sie noch nicht gefasst" src="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahl3.jpg" width="133" align="right" vspace="10" border="0" /><br />
                            </a>erde ich nie“ sowie eins der vielen Riesenplakate von Berlusconi, der zufrieden ankündigt: „Dank unserer Regierung haben wir Polizisten in jedem Stadtviertel“, wobei eine anonyme Hand darunter schrieb: „dich aber haben sie noch nicht gefasst!“. Die getürkten Wahlplakate wurden munter heruntergeladen und versandt, quasi als Antwort auf die offiziellen Plakate, die auf den Parteienwebsites als Download zur Verfügung standen und als Reaktion der Bürger auf dem an positiven Inhalten armen Wahlkampf.</p>
<p>
                              <strong>Wählermobilisierung mit Blogs und „smart mobs“</strong>
                            </p>
<p>Das Potential des Webs für einen Wahlkampf zeigte sich am eindrucksvollsten am 4. und 5. April. Den Anlass lieferte Ministerpräsident Berlusconi am 4. April durch seine – in der TV-Nachrichtensendung von 13 Uhr übertragene &#8211; Behauptung, in Italien gebe es bestimmt nicht so viele „Dummköpfe“, die gegen das eigene Portemonnaie also für die Mitte-Links Koalition stimmen würden. Dabei benutzte er das Wort „coglioni“, einen<br />
                            <a href="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahlgro2.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="100" alt="Berlusconis unfreiwillige Werbung für Haarpflege" hspace="10" src="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahl2.jpg" width="67" align="left" vspace="10" border="0" /><br />
                            </a>allgemein gebräuchlichen, deftigen Ausdruck für die männlichen Geschlechtsteile, der gleichzeitig „Dummkopf“ bedeutet. Eine solche öffentliche Wählerbeschimpfung hatte es noch nie gegeben und trotz oder vielmehr wegen der Beschwichtigungsversuche Berlusconis schlug die Empörung hohe Wellen. Diese schwappten rasch ins Web über. Einige Studenten eines von der Gesellschaft für Politikberatungsg<br />
                            <a href="http://www.runningonline.org/formazione_politica.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Running&#8221;</a> organisierten Masterstudiengangs in politischer Kommunikation richteten kurz vor 14 Uhr das Blog<br />
                            <a href="http://sonouncoglione.splinder.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sonouncoglione.splinder.com</a> ein. Wenige Stunden später wurden bereits 66.000 Visits gezählt. Als seine Autoren, die sich „Mr. Pol“ nannten, das Blog am Mittag des 5. April schlossen, war diese Zahl auf 238.000 gestiegen (mit einem Spitzenwert von ca. 200 Zugriffe pro Sekunde). In 24 Stunden hatte das Blog 5.580 Einträgen gesammelt. Dabei handelte es sich fast nur um Surfer, die sich wütend, hämisch und fröhlich dazu bekannten, „coglioni“ also „Dummköpfe“ zu sein. Aus dieser virtuellen Bewegung wurde am selben Abend ein kleiner<br />
                            <a href="http://www.smartmobs.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;smart mob&#8221;</a> bekennender „Dummköpfe“.Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr trafen sich Hunderte auf den via Internet und Handy festgelegten Plätzen der größeren italienischen Städten, um sich mit Luftballons, Schildern und Trasparenten als „coglioni“ öffentlich zu bezeichnen. Die Fotos, die dabei geschossen wu<br />
                            <a href="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahlgro5.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="146" alt='smart mob: "Ich bin ein Dummkopf"' hspace="10" src="/edemocracy/wahlkampf/images/italienwahl5.jpg" width="97" align="right" vspace="10" border="0" /><br />
                            </a>rden, wanderten wiederum ins Netz und steigerten die Viralität der Aktion. Diese wurde am selben Abend von der Internetplattform<br />
                            <a href="http://www.kataweb.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;kataweb&#8221;</a> aufgegriffen, die der Verlagsgruppe der Tageszeitung „La Repubblica“ und des Nachrichtenmagazins<br />
                            <a href="http://www.espressonline.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;L&#8217;Espresso&#8221;</a> gehört. Hier wurde ein Foto-Blog eröffnet mit dem Titel „Coglione o Orgoglione?“ (Dummkopf oder Stolzkopf). Die Surfer wurden dazu eingeladen, sich als „coglioni“ zu outen, entsprechende Selbstportraits zu veröffentlichen. Um 21 Uhr hatte der Blog 12.000 Unterschriften gesammelt, um Berlusconi aufzufordern, sich öffentlich für die Beleidigung zu entschuldigen. Die Fotos, viele davon mit dem Logo des Blogs, einem Smiley mit der Aufschrift „Coglione? No, Orgoglione”, versehen sind auf<br />
                            <a href="http://www.kataweb.it/articolo/1417657" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;kataweb&#8221;</a> noch zu sehen.</p>
<p>
                            <br />Die Folgen dieser beiden sehr kurzlebigen Blogs sieht man mit einer einfachen Suche in den italienischsprachigen Web: bei google.it ergibt die Suche „blog + coglione“ ca. 718.000 Einträge.<br />
                            </p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Online-Wahlkampf auf italienisch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-italien_campani_060404-shtml-2894/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ccampani]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Parlamentswahlen in Italien stehen vor der Tür. Carlo Campani hat sich den Online-Wahlkampf der großen Parteien in Italien für politik-digital.de angesehen und die Ergebnisse zusammengefasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Parlamentswahlen in Italien stehen vor der Tür. Carlo Campani hat sich den Online-Wahlkampf der großen Parteien in Italien für politik-digital.de angesehen und die Ergebnisse zusammengefasst.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Die Parlamentswahlen in Italien stehen vor der Tür. Carlo Campani hat sich den Online-Wahlkampf der großen Parteien in Italien für politik-digital.de angesehen und die Ergebnisse zusammengefasst.</strong>
                            </p>
<p>Die italienischen Parlamentswahlen am 9. April 2006 stellen die knapp 51 Millionen Wahlberechtigten vor dieselbe Alternative wie 1997. Wie damals kandidieren der Medienmogul Silvio Berlusconi und der frühere Chef der Europäischen Kommission, Romano Prodi, für das Amt des Ministerpräsidenten. Wie vor 9 Jahren führt Berlusconi das Mitte-Rechts Wahlbündnis &#8221;<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Casa_delle_Libert%E0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Casa delle Libertà</a>&#8221; (Haus der Freiheiten) und Prodi das Mitte-Links Wahlbündnis<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%27Ulivo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„L’Ulivo</a>“ (Olivenbaum) an. Beinahe unverändert ist auch die Zusammensetzung beider Koalitionen, wobei die herkömmliche Zersplitterung der italienischen Parteienlandschaft weiter zugenommen hat, so dass hinter der scheinbar einfachen Alternative zwischen zwei Lagern eine kaum überschaubare Zahl an politischen Gruppierungen steht. Zur Wahl treten insgesamt mehr als 170 Gruppierungen an. Die Mehrzahl davon hat zwar lokalen oder regionalen Charakter, trotzdem die rekordverdächtigen Ausmaße des diesjährigen Wahlzettels haben diesem den Spitzname &#8220;das Bettlaken&#8221; („il lenzuolo“) verschafft. Die Wahlkampfangebote der größeren Parteien werden hier vorgestellt.</p>
<p>
                              <strong>Negative Campaigning als Element des Netzwahlkampfes</strong>
                            </p>
<p>Die Website von &#8220;Forza Italia&#8221; (FI, Hurra Italien), der Partei von Ministerpräsident Berlusconi, stellt das Durchschnittsniveau der Websites italienischer Parteien exemplarisch dar. Sie brilliert weder durch ihr Design noch durch technische &#8220;features oder Dialogangebote, ist aber einfach zu navigieren und dient mit zahlreichen Informationen und Bildmaterial zur Begleitung und Unterstützung des Wahlkampfes. Die Parteifarben Hellblau und Weiß beherrschen den Bildschirm ebenso wie die Bilder und die Worte eines stets lächelnden Berlusconi. Besonders groß ist die Auswahl an Wahlkampfmaterial, das man downloaden oder als eCards versenden kann. Auf der Website werden alle Wahlplakate der „Forza Italia“ und zahlreiche Slogans gegen die Opposition dargestellt. Diese Features werden auch auf den Websites aller anderen Parteien angeboten.</p>
<p>Des Weiteren bietet die Partei „Forza Italia“ verschiedene Satellitenseiten an, die unterschiedlichen Themen gewidmet sind, z.B.<br />
                            <a href="http://www.menotassepertutti.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.menotassepertutti.it</a>, mit dem Wahlverspreiche &#8220;weniger Steuer für alle&#8221; und<br />
                            <a href="http://www.sprechirossi.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.sprechirossi.it</a>, was übersetzt soviel wie &#8220;rote Verschwendung&#8221; bedeutet. Mit dem Steuerrechner von „menotassepertutti“ lassen sich die Entlastungen bei der Einkommen- oder Gewerbesteuer ausrechnen, die bei einem Wahlsieg Berlusconis versprochen werden. Sprechirossi.it ist ein Forum, in dem die Bürger die angebliche Verschwendung öffentlicher Gelder durch die von Parteien des Mitte-Links Wahlbündnisses regierten Gemeinden und Regionen bekannt gemacht werden können &#8211; nach den Regionalwahlen Anfang 2005 werden nunmehr 17 von den 20 Regionen Italiens von Mitte-Links-Parteien regiert.</p>
<p>
                              <strong>Wahlthemen sind Terrorismus und innere Sicherheit</strong>
                            </p>
<p>Der Wahlkampf der Regierungsparteien stütz sich auf Themen wie innere Sicherheit, internationalen Terrorismus (3.000 italienische Soldaten sind im Irak stationiert), Steuersenkung und auf die Erfolge der Regierung Berlusconi, die nach Angaben der Website 36 wichtige Reformen umgesetzt habe. Die Gefahren eines Wahlsieges der &#8220;Linken&#8221; spielen eine zentrale Rolle. Dabei werden regelrechte Schreckenszenarien aufgebaut und das &#8220;Gespenst des Kommunismus&#8221; regelmäßig herbeigerufen. Der verbale Extremismus, der seit mindestens einem Jahrzehnt die politische Auseinandersetzung in Italien kennzeichnet, hat in diesem Wahlkampf eine beispiellose Stufe erreicht. Dies spiegelt sich – allerdings weniger virulent als im Fernsehen – auch auf den Websites der Parteien wider. Auf der Homepage der Website zweitstärker Kraft der Regierungskoalition &#8220;Alleanza Nazionale&#8221; (AN), der Partei vom Außenminister Gianfranco Fini, wird Prodi als Pinocchio, also als Lügner und Marionette abgebildet. Zum Download bereit steht auch ein Dossier mit dem Titel „Romano Prodi – l’antiitaliano“ (der Antiitaliener).</p>
<p>Als Antwort darauf befinden sich lange Listen mit den Lügen Berlusconis auf den Websites der zwei wichtigsten Parteien der Opposition: der „<br />
                            <a href="http://www.dsonline.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Democratici di Sinistra</a>“ (Linksdemokraten) und der „<br />
                            <a href="http://www.margheritaonline.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Margherita</a>“ . Diese Parteien betreiben seit Mitte März zusätzliche, ausschließlich dem Wahlkampf gewidmete Internetauftritte<br />
                            <a href="http://www.dsonline.it/speciali/politiche2006/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dsonline.it</a> und<br />
                            <a href="http://www.elezioni.margheritaonline.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">elezioni.margheritaonline.it</a>. Die Website der „Margherita“ hat das umfangreichste Angebot an aktuellen Informationen und Foren zu den unterschiedlichen politischen Themen, wobei es manchmal an Übersichtlichkeit fehlt.</p>
<p>Besonders „multimedial“ geben sich die „Linksdemokraten“ (DS), die neben der Partei- und der Wahlkampfwebsite zwei zusätzliche Seiten betreiben. Die erste ist eine „<br />
                            <a href="http://www.dsonline.tv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web-TV-Plattform</a>&#8220;, auf der Interviews mit Politikern und Kurzvideos abgespielt werden können. Die zweite bietet Raum für die Alltagsgeschichten der „<br />
                            <a href="http://www.famigliaspera.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Famiglia Spera</a>“. Die „Familie Hofft“ soll eine italienische Durchschnittfamilie darstellen, die unter den Auswirkungen der Politik der Berlusconi-Regierung besonders leidet und daher in den Wahlsieg der Opposition hofft. Auf der gleichnamigen Website sind mehrere TV-Spots abspielbar, in denen die verschiedenen Mitglieder der Familie agieren und die politische Botschaft der DS darstellen. Darüber hinaus bietet die Website den Besuchern die Möglichkeit, ein eigenes Drehbuch für neue Episoden der Serie „Famiglia Spera“ selber zu schreiben.</p>
<p>Die Oppositionsparteien sind stärker als die Regierungsparteien bemüht, das Internet für den Wahlkampf zu nutzen. Gerade am Beispiel der Partei<br />
                            <a href="http://www.dsonline.it" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Democratici di Sinistra</a> wird deutlich, dass das Internet als Ausgleich für eine mangelnde Präsenz im Fernsehen benutzt wird. Das Fernsehen ist in den Augen aller größeren Parteien auch in diesem Wahlkampf das unangefochtene Leitmedium. Dem Web kommt dabei lediglich eine Integrations- bzw. eine Ersatzfunktion zu.<br />
                            </p></p>
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