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	<title>cwelzel &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>cwelzel &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>1000 Meter Zeitreise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhardtstraße]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Reinhardtstraße</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Reinhardtstraße</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine Stadt besteht zu weiten Teilen aus Häusern und aus Straßen. Von den Berliner Straßen sind einige<br />
bekannter als andere: die Sonnenallee beispielsweise hat sich einen Namen gemacht, weil im gleichnamigen<br />
<a href="http://www.sonnenallee.de/">Film von Leander Hausmann</a> die Wessis so schön über die Mauer gucken, auf das im Osten doch recht<br />
beschauliche Treiben. Die Straße des 17. Juni ist wahrscheinlich weniger wegen des Datums als vielmehr für<br />
die <a href="http://www.loveparade.net/">Love-Parade</a> berühmt und die Karl-Marx-Allee, weil sie früher Stalinallee hieß und das Gegenteil vom<br />
Westberliner &quot;ickkoofmirwat-Kuhdamm&quot; ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Manch Berliner Straße hat in den letzten Jahren völlig ihr Gesicht verändert oder verloren und andere sind so<br />
geblieben wie sie waren, nur mit mehr billigen Neonreklameschildern garniert. Es gibt aber immer noch Straßen,<br />
an denen der Umbruch vom ach so pittoresken Verfall zur neuen Mitte ablesbar ist. Eine davon liegt mitten in der<br />
Stadt und ist nicht nur bemerkenswert, weil sich hier das Berlin-Büro von politik-digital befindet, sondern auch,<br />
weil sie eine der typisch Berliner Verbindungen zwischen architektonischem Trash und E-Architektur ist,<br />
in diesem Fall dem jugendstilisierten Repräsentationsplattenbau des Friedrichstrassenpalast und dem kuppelgekrönten Reichstag.<br />
Mehr noch: an der <a href="http://www.stadtplandienst.de/query;ORT=b;PLZ=10117;STR=Reinhardtstr%2E;HNR=27;GR=2">Reinhardstraße</a> entlang lässt sich ablesen, welchen Weg Berlin seit nunmehr 10 Jahren geht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Reinhardtstraße ist spät aufgewacht. Noch vor einem guten Jahr war das Viertel rund um die<br />
Reinhardstrasse der letzte Kiez in Mitte, der noch ziemlich unsaniert am Spreeufer lag und mit Raum für illegale<br />
Clubs und billige Wohnungen aufwarten konnte. Lange konnte dieser Zustand nicht währen, denn sowohl der<br />
Reichstag als auch das neue Bundespressezentrum sind gleich um die Ecke. Gleich einem Berliner Naturgesetz<br />
rückten auch hier die Baufirmen an und begannen pastell-farbige Fassaden für Medienunternehmen zu tünchen,<br />
auf das die Mieten steigen und die Investoren zufrieden werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Noch bietet die Reinhardstraße aber ein Bild zwischen den baulichen und atmosphärischen Stühlen.<br />
Geographisch gerafft zeigt sie das ganze Spektrum, illustriert die Ambitionen und Entwicklungsschritte, die Berlin<br />
an anderen Stellen schon den Übergang von baufälligen Kiezen zur vollsanierten Langeweile beschert haben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Biegt man von der Friedrichstraße auf Höhe des Friedrichstraßenpalasts in die Reinhardstraße ein, findet sich<br />
zunächst eine einzelhänderische Mischung aus Fahrradladen, antiquarischer Buchhandlung und orientalischem<br />
Teppichgeschäft. Ein erstes Highlight stellt hier der Kaffeekeller von Gina dar, der mit belegten Brötchen zu<br />
1,20 und Bockwurst aufwartet. Wenige Meter weiter, alles noch auf unsaniertem Terrain, bietet ein russischer<br />
Laden kitschige Samoware, seltsame Wodkasorten und Schokolade in unglaublichen Verpackungen feil.<br />
Unklar ist, warum man dort immer ein Exemplar des Tagesspiegel geschenkt bekommt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die frisch fertig gestellte Dreispitz-Passage hingegen ist so ausgestorben wie ein Marktplatz auf dem Mond.<br />
Allerdings weniger interessant. Weiter geht&#8217;s auf ostdeutschem Bürgersteig vorbei am <a href="http://www.liberale.de/tdh/index.phtml">Thomas-Dehler Haus der<br />
FDP</a>, das so hochsaniert ist, dass es auch neu sein könnte. Linkerhand liegt noch ein leckerer Happen für<br />
Baulöwen, ein tatsächlich unbebautes Stück Land, dass den Blick auf die Spree und die Heimstatt Brechtscher<br />
Theaterkunst, das <a href="http://www.berliner-ensemble.de/">Berliner Ensemble</a> freigibt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Von da an geht es richtig los. Entweder die Häuser sind eingerüstet oder schon fertig saniert, wobei die<br />
Blockrandbebauung kombiniert mit den ubiquitären Alufenstern, flotten Dachaufbauten und hellgelber Farbe<br />
äußerst proper und ziemlich uniform daherkommen. Kurz vor dem begrünten Platz am Deutschen Theater steht<br />
noch ein halbverfallenes Objekt. Das Pflaster der Hofeinfahrt ist teilweise aufgerissen und das Unkraut wuchert<br />
sich an der Mauer entlang. Irgendeine Baufirma hat hier ihr Domizil und ist wohl noch nicht dazu gekommen,<br />
die eigene Fassade zu verschönern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">An ihrem nördlichen Ende wartet die Reinhardstraße auch noch mit ein bisschen Uni-Viertel auf, die <a href="http://www.hu-berlin.de/hu/lage/mitte/plang.html">Mensa-Nord</a><br />
versorgt die Medizinstudenten der nahegelegenen <a href="http://www.charite.de/">Charité</a> und schickt ihren Kantinenduft über den Vorplatz.<br />
Kurz dahinter, die belegten Brötchen kosten <a href="http://62.96.190.10/kultur/essen_und_trinken/.html/rest1233.html">hier</a> deutlich mehr als vorne in Gina´s Kaffeekeller, taucht die<br />
Reinhardstraße unter der <a href="http://www.s-bahn-berlin.de/">S-Bahn</a> hindurch und vollzieht den letzten Wechsel. Der Blick schweift über weite<br />
Flächen auf den <a href="http://www.bundestag.de/btberlin.htm">Reichstag</a> und die Baustelle des Kanzleramts. Hier übergibt die Reinhardtstraße nach einer<br />
1000 Meter langen Reise durch die Nachwendezeit Berlins an die prominentere Konrad-Adenauer-Straße.<br />
Fast hätten wir es nicht gemerkt: wir sind im Westen. Die Reinhardstraße endet genau dort, wo ihr früher<br />
die Mauer den Weg abschnitt.<br />
</span></p>
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			</item>
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		<title>Ein Cyberwaffenrennen ist im Gang</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/rustungskontrolle-im-cyberspace/cyberwarwaffenrennen-shtml-2619/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 1998 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rüstungskontrolle im Cyberspace]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Informationssicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Andrew Rathmell]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Andrew Rathmell<!--break--><br />
                    
                  </p>
<p>
                    <br />
                    <strong><br />
                    <img decoding="async" height="121" src="/images/arathmell.jpg" width="113" align="left" alt="" />Dr. Andrew Rathmell ist Geschäftsführer des International Centre for Security Analysis (ICSA) und Senior-Dozent am Department of War Studies, King’s College London. Er ist Experte für Nah-Ost-<br />
                    <br />Sicherheit, und Informationskrieg. politik-digital erklärte er, welche Rolle Computer Network Operations im Cyber-Krieg haben und welche Schwierigkeiten es beim Festlegen internationaler Gesetzesstandards zu Bekämpfung von Cyber-Waffen gibt.</strong>
                  </p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Hallo Mr. Rathmell, willkommen in unserem Chat-Raum. Ich freue mich, dass Sie vor der Böll-Konferenz die Zeit für ein Interview gefunden haben. Ich möchte mich mit Ihnen über Cyber-Waffen und Abrüstungs-Möglichkeiten unterhalten. Ist denn Cyber-Waffen-Kontrolle und Abrüstung wirklich notwendig?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Im Moment gibt es noch keinen Bedarf für intensive Waffenkontrolle und Abrüstung in diesem Bereich, da die Fähigkeiten des Militärs noch nicht weit fortgeschritten sind. Trotzdem ist es jetzt wichtig, darüber nachzudenken, wie Cyber-Waffen-Kontrolle in den kommenden Jahren aussehen könnte.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Warum ist es so schwierig, multinationale Standards zu entwickeln?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Wenn Sie von multinationalen technischen Standards und sochen für Informations-Sicherheits-Management sprechen, dann sind die Gründe die gleichen wie bei der Entwicklung jedweder Standards. So gab es z.B. bei den Versuchen, einen internationalen Standard für das Informations-<br />
                  <br />Sicherheits-Management (ISO 17799) zu entwickeln, Schwierigkeiten durch die unterschiedlichen nationalen Anforderungen und den natürlichen Wunsch der Staaten, ihre selbst entwickelten Standards einzubringen. Außerdem müssen Sie berücksichtigen, dass Standards die Einbeziehung der Industrie erfordern &#8211; das wird häufig von den Regierungen vergessen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Besteht die Gefahr, die Wirtschaft durch eine zu enge CNO (Computer Network Operations)-Infrastruktur zu sehr einzuschränken?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Wenn die CNOs durch Kontrollen mit einigen der Dual use-Technologien [sowohl zivil als auch militärisch genutzt, Anm. d. Verf.] (z.B. Network Mapping Tools) eingeschränkt wird, dann können normale Business-Vorgänge behindert werden. Andererseits, wenn sich CNOs stark vermehren und vielfältig genutzt werden, wird das Vertrauen in Infrastrukturen generell sinken, und die Aufnahme von e-Business wird sich für alle verlangsamen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Was gibt es denn bis jetzt für internationale Ansätze, um einen gemeinsamen gesetzlichen Standard zu finden?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Es gibt zunehmend Bemühungen, die gesetzlichen Standards zum Cyber-Crime (z.B. Tagung des Europarates), die Gesetzgebung zum e-Commerce (z.B. UNCITRAL) und Guidelines (OECD) zu harmonisieren. Der russische Vorstoß bei der UN Generalversammlung ist der einzige ernsthafte Versuch, auf internationaler Ebene gesetzliche Beschränkungen zu IW (Information Warfare &#8211; Informationskrieg) und CNO zu entwickeln.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie gefährlich sind denn Nationen wie China, Russland oder die arabische Welt in diesem Szenario?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Die größte CNO-Bedrohung, d.h. der Staat mit den größten Fähigkeiten auf dem Gebiet, sind die USA; die NATO entwickelt ebenso Fähigkeiten. Dennoch sind Russland oder China vielleicht eher willens, e-Business zu zerstören, und nutzen diese Möglichkeiten, da sie weniger abhängig von der Informations-Infrastruktur sind als westliche Nationen. Für den Moment stellen arabische Länder und der Iran weniger eine Bedrohung dar, aber Terroristengruppen im Nahen Osten könnten CNO-Fähigkeiten nutzen &#8211; sie haben dies bereits im Cyber-Krieg zwischen Israel und den Palästinensern getan.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Stehen wir vor einer neuen Ära von Auf- und Abrüstung mit zahlreichen diplomatischen Verwicklungen wie zu Zeiten des Kalten Krieges?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Ja &#8211; aber nicht so schlimm wie in dem Rennen um Nuklearwaffen! Ein Cyberwaffenrennen ist im Gang, und es wird mehr und mehr Diplomatie drumherum geben.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> In Ihrem Text für die Konferenz haben Sie das Dilemma zwischen Nationen beschrieben, die ihre strategische Position verbessern und gleichzeitig Wege finden wollen, sich zu schützen. Sehen Sie einen Ausweg aus dieser Situation?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> In der Realität suchen die Nationen beide Vorteile, um die Risiken zu minimieren. Die USA und die NATO-Staaten wollen durch Kontrolle von Kriminellen die Wirtschaftserträge maximieren, solange sie CNO als Druckmittel nutzen können. Diese Dilemma muss nun angegangen werden. Es muss Einschränkungen in der staatlichen Nutzung von CNO geben, wenn das Vertrauen in Informations-Infrastrukturen und e-Business erhalten bleiben soll.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Was ist mit dem Schutz von Persönlichkeitsrechten wie freie Meinungsäußerung und freiem Zugang? Müssen wir sie zugunsten von sicherer Infrastruktur aufgeben? Oder liegt die Lösung vielleicht auf einer technischen Ebene?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Lösungen sind technisch, sozial und politisch. Wir müssen einige Freiheiten aufgeben &#8211; wir brauchen elektronische Identifizierungen (z.B. elektronische Ausweise, ID cards), und es wird einige Eingriffe in die Privatsphäre geben. Dies kann durch Regularien beschränkt werden, aber ich denke, es ist unvermeidbar.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Eine letzte Frage: Welche Rolle kann die NGO (Non-Governmental Organisations)-Ebene in dieser Hinsicht spielen? Brauchen wir eine Friedensbewegung?</p>
<p>
                  <strong>Andrew Rathmell:</strong> Viele Verbraucher, Datenschützer und Friedensbewegungen können die komplizierten Themen aufgreifen und Druck auf Unternehmen und Regierungen ausüben. Es ist wichtig, dass NGOs sich früh in dieser Debatte engagieren.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Vielen Dank, Dr. Rathmell.</p>
<p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kalter Krieg mit Teenagern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/rustungskontrolle-im-cyberspace/cyberwardenning-shtml-2755/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 1998 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rüstungskontrolle im Cyberspace]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Dorothy Denning]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Dorothy Denning<!--break-->
                    </p>
<p>
                      <br />
                      <strong><br />
                      <img decoding="async" height="123" src="/images/ddenning.jpg" width="105" align="left" alt="" />Dorothy E. Denning hat eine Professur für Computer Science an der Georgetown University und ist Leiterin des Georgetown Institute for Information Assurance. Ihre derzeitigen Arbeitsfelder umfassen die Bereiche Cyber-Crime und Cyber-Waffen-<br />
                      <br />Kontrolle, Informationskrieg und -sicherheit und Einfluss von Technologie auf die Gesellschaft. Mit politik-digital sprach sie über über die Gefahren der Cyber-Waffen.</strong>
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Hallo, Dorothy Denning. Wir werden uns heute über die legalen und technischen Möglichkeiten unterhalten, mit denen man das &#8220;Cyber-Rüsten&#8221; kontrollieren kann. Erst vor ein paar Tagen ist in Deutschland eine Pressemitteilung veröffentlicht worden, die davor warnte, dass die USA sehr aktiv im Entwickeln von &#8220;Cyber-Waffen&#8221; sind und dass wir vielleicht auf ein neues Wettrüsten zusteuern. Wie nah sind wir aus Ihrer Sicht einem &#8220;Kalten Cyber-Krieg&#8221;?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Meinen Sie einen Kalten Krieg mit Teenagern? Die haben mehr Cyber-Waffen als sonstwer.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Nein, nicht unbedingt Teenager. Eher erwachsene Militärs&#8230;</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Na ja, es wird viel geredet. Ich weiß nicht genau, welche Fähigkeiten bis jetzt entwickelt wurden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Denken Sie, dass die Gefahr von Konflikten auf zwischenstaatlicher Ebene droht oder ist das eher informell?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ich glaube nicht, dass zur Zeit ernsthaft die Gefahr eines zerstörerischen Cyber-Krieges droht.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Waffen könnten denn in einem eventuellen Cyber-Angriff eingesetzt werden?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Es fallen verschiedene Hacker-Tools darunter, z.B. Computer-Viren, Würmer, Trojanische Pferde, Sniffer und Spionage-Tools. Ebenso zählen verschiedene Methoden dazu, mit denen man diese Werkzeuge in eine bestimmte Umgebung bringen kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was meinen Sie mit &#8220;bestimmter Umgebung&#8221;?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Gegen ein bestimmtes Ziel gerichtet.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Worin liegt ihre spezifische Gefahr? Worin unterscheiden sie sich von traditionellen Waffen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> In der Regel verursachen sie keine körperlichen Schäden, Verwundung und Tod eingeschlossen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber sie fügen auf indirektem Weg Schaden zu?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Sie können sehr hohe Kosten verursachen, z.B. wenn jemand Kreditkartennummern stielt oder sich mit betrügerischen Bank-Transaktionen beschäftigt. Sehr oft ist der Schaden zerstörender Natur, wie bei vielen Computer-Viren und Würmern. Aber auch diese verursachen Kosten. Schätzungen haben für den ILOVEYOU-Virus Schäden in Höhe von mehr als 10 Milliarden $ ergeben.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber inwiefern stellen sie denn eine neue &#8220;Klasse&#8221; von Waffen dar, die wir vorher nicht hatten?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Indem sie Bits und Bytes statt physikalischer Materie beinhalten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Kann sich &#8220;gute&#8221; Software in schlechte verwandeln?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Gute Software kann benutzt werden für schlechte Taten. Sie kann auch ersetzt werden durch trojanisierte Versionen, die benutzt werden, um Schaden zuzufügen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wo ziehen Sie die Grenze zwischen gefährlicher Software und solcher, die für sich genommen harmlos ist und nur das Potenzial hat? Wie kann man gefährliche Software verbieten, ohne die gute zu beeinträchtigen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Es ist sehr schwierig, eine Grenze zu ziehen. Viele Software-Tools, die von Systemadministratoren dazu benutzt werden, Sicherheitslücken in ihren Systemen aufzudecken (und zu beheben), werden auch von Hackern verwendet, um Systeme zu finden, die für Angriffe offen sind. Es ist auch schwierig, gefährliche Software daran zu hindern, die gute zu schädigen. Viele Viren und Spionage-Tools verändern die Software auf dem Computer, den sie angreifen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es denn eher auf technischem oder eher auf gesetzlichem Wege Chancen, eine Kontrolle der Cyber-Waffen einzurichten?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ich denke, es gibt eher die Möglichkeit, kriminelles Verhalten zu kontrollieren als das Verhalten von Nationen. Darum geht es im wesentlichen in dem Cyber-Crime-Vertrag des Europarates.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Warum ist es so schwierig, Gesetze für das Verhalten von Staaten zu machen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Es gibt bereits allgemeine Gesetze, die auf Staaten anwendbar sind. Nicht klar ist, dass zusätzliche Gesetze von den Staaten gebraucht oder gewünscht werden. Wichtige Themen wären auch die Umsetzung und die Frage, wo die Grenzen zu ziehen sind.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber brauchen wir nicht zusätzlich zu staatlichen Gesetzen internationale Standards?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Das ist eine gute Frage. Es würde schon helfen, wenn die Staaten eine generelle Übereinkunft über die Bedingungen schließen würden, unter denen ein Cyber-Angriff einen Akt der Agression oder Bedrohung gegen den Frieden nach der UN-Charta darstellt.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es Chancen, dass wir zu einer solchen Übereinkunft kommen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ich weiß nicht. Die Staaten müssten zunächst einmal ein Interesse daran zeigen, an den Tisch zu kommen und darüber zu diskutieren.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Ist der Cyber-Crime-Vertrag des Europarates eine solche Gelegenheit?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Nein, denn dieser befasst sich nur mit kriminellen Aktionen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Faktoren machen es denn so schwierig, vor Cyber-Angriffen zu schützen oder sie zu verhindern?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Systeme und Menschen weisen Verwundbarkeiten auf, die ausgenutzt werden können. Es ist das gleiche in der physikalischen Welt. Menschen können ausgeraubt oder ermordet werden. Diebe können in Häuser einbrechen. Es ist unmöglich, alle Verbrechen zu verhindern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber wenn man eine Waffe hat, ist diese auch sichtbar, und man kann (nicht in allen Ländern, aber in einigen) Leute davon abhalten, sie zu kaufen. Man kann sie auch zerstören, und dann ist sie weg. Aber Cyber-Bewaffnung ist anders, oder?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ganz anders. Man kann u.a. die Cyber-Waffe hunderte und tausende Male kopieren und sie mit geringem Aufwand an Menschen in der ganzen Welt verteilen. Außerdem geht es auch um die Meinungsfreiheit, denn Software ist eine Form der Meinungsäußerung.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welchen Stellenwert nimmt der Bereich Cyber-Waffen in der Forschung ein? Können Forscher daraus lernen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Indem wir die Cyber-Waffen studieren, lernen wir bessere Cyber-Verteidigungssysteme zu entwickeln. Es ist unmöglich, eine starke Verteidigung aufzubauen, ohne die Angriffsmethoden und die eigenen Verwundbarkeiten zu kennen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Kümmern sich Staaten mehr um die geeignete Cyber-Bewaffnung und die technischen Möglichkeiten der Verteigung als um internationale Gesetzesstandards?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ja, ich glaube, den Staaten ist der Schutz ihrer kritischen Infrastrukturen und der Wirtschaft vor Hackern und potenziellen Cyber-Terroristen wichtiger.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber in gewisser Weise ist doch die Bedrohung von Cyber-Attacken, z.B. auf kritische Infrastruktur da. Was können wir als Bürger oder Forscher tun, um diese Gefahr in die Köpfe der Politiker zu bringen?</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Zumindest in den USA wird die Aufmerksamkeit des Kongresses und der Öffentlichkeit von den verschiedenen Vertretungen der Exekutive, das Verteigungs-, Justiz- und Wirtschaftsministerium eingeschlossen, auf dieses Thema gelenkt. Auch die Presse spielt eine wesentliche Rolle mit ihren Berichten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Aber gleichzeitig sollen doch die USA die neue Cyber-Supermacht sein, die auch international eine Rolle spielen sollte im Werben um Transparenz und den gesetzlichen Status. Und sie werden kritisiert, weil sie diese Rolle nicht einnehmen.</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ich denke, den USA ist es wichtiger, international für gute Cyber-Verteidigung gegen kriminelle und terroristische Bedrohung zu werben. Sie haben sich an den Verhandlungen zum DoE-Vertrag beteiligt und auch mit den G8 gearbeitet, um die Harmonisierung der internationalen Cyber-Crime-Gesetze und die internationale Kooperation bei Ermittlungen und Verurteilungen voranzutreiben.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie schützen Sie selbst ihre &#8220;kritische Infrastruktur&#8221;? Halten Sie Teenager von Ihren Büroräumen fern?;-)</p>
<p>
                    <strong>Dorothy Denning:</strong> Ich überlasse das den Sicherheitsleuten auf unserem Campus. Bis jetzt haben sie ganz gute Arbeit geleistet.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben.</p>
</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Am 1. Juli ist Kanzlerwahl</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/am_1_juli_ist_kanzlerwahl-687/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stellen Sie sich vor, am 1. Juli ist Wahl, und keiner geht hin. Weil alle Wähler einfach per Mausklick ihre
Stimme abgeben.
Bis zur echten Bundestagswahl vergehen zwar noch zwei Jahre, im Internet wird aber schon in wenigen
Wochen abgestimmt. Gewählt wird der erste deutsche Internetkanzler.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stellen Sie sich vor, am 1. Juli ist Wahl, und keiner geht hin. Weil alle Wähler einfach per Mausklick ihre<br />
Stimme abgeben.<br />
Bis zur echten Bundestagswahl vergehen zwar noch zwei Jahre, im Internet wird aber schon in wenigen<br />
Wochen abgestimmt. Gewählt wird der erste deutsche Internetkanzler.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf den Seiten von <a href="http://www.dol2day.com/">dol2day.com </a> präsentieren sich seit Mitte Mai die virtuellen Parteien und die Aspiranten<br />
auf eine Kanzlerkandidatur. Die meisten Parteien haben sich in Anlehnung an die Bundestagsparteien formiert,<br />
es gibt die Grünen, die Sozialdemokraten, die Liberalen und die CDI, die Christdemokratischen Internetpartei.<br />
Mitglied werden kann jeder interessierte User. Selbst einer Parteigründung steht wenig im Weg, die Politpioniere<br />
brauchen lediglich 50 Stimmen, die ihre Partei unterstützten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der nächsten Runde geht es dann auf Bimbes-Jagd. Die Internet-Kandidaten sammeln Punkte, die den<br />
Wählern zeigen, wie engagiert und zuverlässig sie sind. Bimbes gibt es für die Anwesenheit im Netz,<br />
für Diskussionsbeiträge und für die Anregung von Themen, die in Abstimmungen behandelt werden.<br />
Wie im echten Leben müssen die Netz-Politiker auch ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen. Dafür<br />
haben die Macher von dol2day ein System entwickelt, dass Vertrauenspunkte zählt. Auf Grund der Äußerungen<br />
und Veröffentlichungen der Kandidaten können andere Parteimitglieder ihr Vertrauen aussprechen oder entziehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bimbeskönig ist zur Zeit Marcel aus Eisenach, der für &quot;Sozialisten ins Internet&quot; als Lucky kandidiert.<br />
Auf seiner Seite erfährt man nicht nur, dass Lucky ein fröhlicher Hutträger in Partystimmung ist, sondern<br />
bereits 92 Abstimmungen zu politischen Fragen initiiert hat, sich mit 156 Beiträgen an Diskussionen beteiligt<br />
hat und ihm darüber hinaus noch 39 Personen ihr Vertrauen schenken. Ob Lucky, oder aber beispielsweise<br />
Andreas von der IDL (Internet den Liberalen) das Rennen macht, entscheiden wie im echten Wahlleben die<br />
Wähler. Nachdem während der Wahlkampfphase vom 21. bis 30. Juni die ISDN-Leitungen glühen werden,<br />
kann dann jeder, der auf die Seiten von &quot;democracy online 2day&quot; geht, am 1. Juli seine Stimme abgeben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Was wie ein großes lustiges<br />
Polit-Monopoly aussieht, wird von einem hehren Gedanken beflügelt. Die<br />
Macher von dol2day, eine Gruppe von Studenten aus Aachen, wollen mit<br />
ihrer Politiksimulation das Interesse an politischen<br />
Auseinandersetzungen stimulieren. Das Internet gibt ihnen dabei die<br />
Möglichkeit, basisdemokratisch und flexibel zu kommunizieren. politik<br />
ist dann nicht nur digital sondern auch direkt. Jeder kann sich hier<br />
politisch engagieren und über Politik kommunizieren, weder ein<br />
Bundestagsmandat noch eine echte Parteimitgliedschaft sind nötig. Die<br />
Motivation zum politischen Engagement soll sich über den Spass an dem<br />
Kanzlerspiel einstellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Konzept geht auf: Seit dem Launch der Seiten am 15. Mai haben sich knapp 500 User in einer Partei<br />
organisiert. Die meisten der Aktiven sind zwischen 19 und 25 Jahre alt und studieren. Dabei sind es keineswegs<br />
nur Studenten der Politikwissenschaften, die sich hier im virtuellen Wahlgeschehen üben, vielmehr beteiligen<br />
sich auch Mediziner, BWLer oder Informatikstudenten. Die Parteivorsitzenden nehmen ihre Internetpräsenz ernst:<br />
durchschnittlich 2 Stunden täglich sind die Online-Demokraten im Netz aktiv, berichtet einer der Initiatoren des<br />
Projektes, Andreas Hauser.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Die Wahl im Internet, als Vision bisher nur Gegenstand von ambitionierten Politikerrunden, wird hier schon<br />
einmal geprobt. Der Internetkanzler wird aber nicht nur per Mausklick ermittelt, er muss den Umgang mit dem<br />
Medium beherrschen und wird nach seiner Wahl auch in ein Online-Kanzleramt einziehen. Auf dieser Webpage<br />
wird der Kanzler dann weiterhin politische Themen zur Diskussion vorschlagen und Abstimmungen durchführen.<br />
Auch wenn er keine Regierungsgewalt hat, hofft das dol2day-Team, dass die Offline-Politik auf den Internetkanzler<br />
aufmerksam wird. Zum einen weil er die demokratischen Möglichkeiten, die das Internet bietet, transparent<br />
macht, zum anderen weil er als Stelle fungiert, die politische Meinungen und Themen der interessierten<br />
Öffentlichkeit bündelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei allem Spaß verfolgen die Online-Demokraten ein hochgestecktes Ziel: bei der nächsten realen<br />
Bundestagswahl wollen sie eine Internetpartei aufs Wahlkampfparkett schicken. Eins ist jetzt schon klar:<br />
im politik-digital Wahlkampftest werden die dol2dayer eine Menge Bimbes für ihren Webauftritt bekommen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zahlen, Projekte und Akteure</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zahlen_projekte_und_akteure-751/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Multimedia in Baden Württemberg in Zahlen:</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Multimedia in Baden Württemberg in Zahlen:</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<li>Ausgaben im Gesamthaushalt (1999) <b>62,492 Millionen DM</b>, (2000) <b>59,351 Millionen. DM</b>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Bruttoinlandsprodukt (1999) <b>537,4 Milliarden</b>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Der IT-Umsatz 1999 betrug <b>90 Milliarden DM</b>, das entspricht ungefähr 8,5% des Bruttoinlandsproduktes.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Anteil der Bildungsförderung am <a href="http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=1482&amp;template=fm_zoom_bild">Haushalt</a> 1,2%, Anteil der Ausgaben für Schulen 16,5%.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>In Baden Württemberg standen in der endenden Legislaturperiode <b>500 Millionen Mark</b> für die Multimediaförderung zur Verfügung. Ein Teil des Geldes stammt aus Privatisierungen im Wirtschaftssektor.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Davon gingen <b>200 Millionen</b> in digitale Bildungsprojekte, wie die <a href="http://www.virtuelle-hochschule.de/">Virtuelle Hochschule</a>.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Insgesamt werden von dem Geld 150 Initiativen im Bereich Mulitmedia gefördert.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Seit 1996 wurden <b>170 Millionen Mark</b> für Unternehmensgründungen allgemein ausgegeben. Zusätzlich konnten in den letzten zwei Jahren <b>100 Millionen Mark</b> Venture Capital mobilisiert werden.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Bei der Zahl der Neugründungen in der Branche Multimedia/IT liegt Baden Württemberg bundesweit an zweiter Stelle.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Im Land gibt es 30.000 Medienunternehmen, davon ca. 1500<br />
im Bereich Mulitmedia u. 3000 Software mit im Schnitt 9,34 Mitarbeitern<br />
(Zahl `98)</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Internetnutzung 40,1 % der Bevölkerung (nach Hessen auf Platz 2 in Deutschland laut Infratest Burke 2000/6)
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Jede Schule im Land ist am Netz, 96.000 Computer sind im Einsatz
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>700.000 DM</b> werden für Projekte zur Überwindung der<br />
digitalen Spaltung ausgegeben:<br />
Dazu gehören mobile Internetcafes, zwei mobile Internetschulen und<br />
Seniorenförderung im Rahmen des Projektes &quot;Internet für alle&quot;. Eine<br />
spezielle Förderung gibt es auch für jugendliche Aussiedler. </p>
<p></p>
<p>
<a name="projekte"></a><br />
<b>Ausgewählte Förderprojekte und Akteure:</b>
</p>
<p>
<a href="http://www.bwcon.de/">Bwconnect</a><br />
Baden-Württemberg Connect e.V.: ein Zusammenschluss von über 300<br />
Unternehmen, der sich vor allem dem Sponsoring, der Gründerberatung und<br />
dem Networking in der Branche widmet. Verwaltet wird die<br />
Wirtschaftinitiative von der
</p>
<p>
<a href="http://www.mfg.de/">MFG  Medienentwicklung</a>, der<br />
Kompetenzstelle für Medienentwicklung in Baden Württemberg. Die Film-<br />
und Mediengesellschaft ist eine aus der Landesregierung ausgegliederte<br />
GmbH, an der sowohl das Land wie auch der SWR große Anteile halten. Die<br />
MFG koordiniert die Multimedia- und die Filmförderung im Land.<br />
Die MFG wacht über zahlreiche Initiativen, beispielsweise <a href="http://www.mfg.de/virtuell/">werden hier Unternehmen beraten</a>, die ihre interne Organisation virtuell umgestalten wollen oder <a href="http://www.mfg.de/forumregiomedia/">regionale Entwicklungen</a> und kommunale Initiativen vernetzt.
</p>
<p>
<a href="http://www.baden-wuerttemberg.de/land/suche/index.php3?id=7015">Internet für Alle</a><br />
Programm aufgelegt von der Landesregierung, um die Bürger ans Netz zu<br />
holen und die nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Den Kern bilden<br />
verschiedene Wettbewerbe, mit denen für Kommunen und Bürger Anreize<br />
geschaffen werden sollen, Angebote im Netz zu entwerfen. Ausgestattet<br />
mit <b>1,25 Millionen DM</b>.
</p>
<p>
 <a href="http://www.kabel21.lfk.de/">Kabel 21</a><br />
Hier arbeiten Landesregierung, Telekom, der Verband privater<br />
Kabelnetzbetreiber und die MFG an der Entwicklung einer<br />
Kommunikations-Infrastruktur für<br />
Baden-Württemberg. Im Zentrum steht die Breitbandanwendung und die<br />
Privatisierung des Kabelnetzes.
</p>
<p>
 <a href="http://www.ifex.de/">IFEX</a><br />
Informationszentrum für Existenzgründungen im Landesgewerbeamt.<br />
Hier werden nicht einzelne Gründer/innen gefördert, sondern dieAngebote<br />
verschiedener Wirtschaftsorganisationen in Baden-Württemberg<br />
vermittelt. Neben der kostenlosen Erstberatung bei Industrie- und<br />
Handelskammern sowie Handwerkskammern kann auf Beratungsdienste<br />
einzelner Verbände zugegriffen werden.
</p>
<p>
<a href="http://www.bw-invest.com/germann/default.htm">Investors Link</a><br />
Serviceangebot<br />
des Landes für Innvestoren. Hier wird der Standort Baden-Württemberg<br />
&quot;home of Bosch, Boss and IBM&quot; schmackhaft gemacht.
</p>
<p>
<a href="http://www.cyberone.de/">Cyber One</a><br />
Business-Plan Wettbewerb der Landesregierung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Erwin Teufel.
</p>
<p>
<a href="http://www.gruenderland.net/html/default.htm">Gründerland.net</a><br />
Vom Land gefördertes Netzwerk für Gründer und Gründungswillige. Im<br />
Aufbau, geplant sind Gründungsberatung, Auftragsbörse und<br />
Gründungsmesse für alle Branchen.
</p>
</li>
<p></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Offline vereinigt &#8211; digital geteilt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/offline_vereinigt_digital_geteilt-862/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/offline_vereinigt_digital_geteilt-862/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Digitale Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Wiedervereinigung]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutscher]]></category>
		<category><![CDATA[Westdeutscher]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/offline_vereinigt_digital_geteilt-862/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Plaste und Elaste hatte die DDR zur genüge und selbst in Sachen
<a href="http://www.mobiltom.de/z1013.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Computertechnik</a> waren die &#34;Zonis&#34; gar nicht ohne.
Ob sie es jedoch jemals ins VE-Internet geschafft hätten? Und ob sie dort, auf ihrer Seite der
gigantischen nationalen Firewall, irgend jemand hätten treffen können, der sie verstanden hätte?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Plaste und Elaste hatte die DDR zur genüge und selbst in Sachen<br />
<a href="http://www.mobiltom.de/z1013.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Computertechnik</a> waren die &quot;Zonis&quot; gar nicht ohne.<br />
Ob sie es jedoch jemals ins VE-Internet geschafft hätten? Und ob sie dort, auf ihrer Seite der<br />
gigantischen nationalen Firewall, irgend jemand hätten treffen können, der sie verstanden hätte?</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Man stelle sich nur einen Moment lang vor, welch&#8217; hübsche Wortkreationen uns verloren<br />
gegangen sind, dadurch dass die Ossis schneller revoltierten als das Internet: Elektronische<br />
Tischauflage für Laptop, Stasischwätzanbindung für Intranet und schließlich gar das Internet<br />
als digitales Genossenanbindungsnetzwerk. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wer<br />
zu spät gekommen ist: die DDR oder doch das Internet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zum Glück ist das Internet ein Ort, der sich wenig um schnöde historische Chronologie schert<br />
und so können heimwehgeplagte Ossis, Wessis, die es vor 1989 nie zur Tante nach Thüringen<br />
geschafft haben, und alle echten Spaßvögel eine Reise in Honis Welt unternehmen: Die DDR ist ein<br />
digitaler Wiedergänger. Und was für einer. Politisch wird es selten auf den DDR-Sites im Web,<br />
höchstens besinnlich. Es überwiegen jedoch die skurrilen Elemente, wobei das Spektrum von<br />
<a href="http://www.ddr-phillumenie.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> DDR-Zündholzheftchen</a> bis zum<br />
<a href="http://www.sandmaennchen.de/sandmaennchen.html/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Ost-Sandmännchen</a> in allen<br />
Lebenslagen reicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.ddr-im-www.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> &quot;Achtung. Sie verlassen jetzt West-Berlin&quot;</a> wird der<br />
mutige Ost-Tourist gewarnt und wenn er sich per Mausklick an der Vopo vorbei geschmuggelt hat,<br />
dann ist er drin. Stilecht können Sie jetzt zu flotten Tönen schmissiger Melodien wie<br />
<a href="http://www.ddr-im-www.de/Musik-der-DDR/index.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> &quot;Baut auf, baut auf&quot;</a> erfahren,<br />
warum die offizielle DDR Karl May nicht mochte, obwohl er doch die Initialen des großen<br />
Vorgängers trug. Dazu gibt es ein Forum, ein who-is-who des öffentlichen DDR-Lebens und jede<br />
Menge Photomaterial.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den Nervenkitzel der besonderen Art verspricht die <a href="http://www.ddr-ueberraschung.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
DDR-Überraschung</a>. Während Ihre Freunde öde Ferien auf Fidschi verbringen, können Sie<br />
stilechten Urlaub in einem DDR-Ausbildungslager für Stasi, Volkspolizei und NVA erleben.<br />
Schlappe 5200,- DM kostet die Zeitreise. Ob die allerdings vom Berufsbildungswerk anerkannt<br />
wird, ist fraglich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ja, und wenn Sie dann schon mal da sind, liegt eine kleine Rundreise durch den Arbeiter-und-Bauern-Staat<br />
doch nahe. Zunächst kaufen Sie sich eine ursige Rennpappe <a href="http://www.trabinet.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">(Trabi)</a> und<br />
besorgen sich eine <a href="http://www.mbn-digital.de/ddr/info_4.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Straßenkarte</a>. Die<br />
passende Hotelliste verrät Ihnen dann auch, welches Interhotel in Karl-Marx Stadt seine Tore<br />
für Sie öffnet. Als Beweis, dass Sie tatsächlich &quot;drin&quot; sind, dient ein postalischer Gruß. Die richtige<br />
<a href="http://www.mbn-digital.de/ddr/info_2.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Frankierung</a> erfahren sie ebenso, wie<br />
die passende <a href="http://www.ddr-im-www.de/eKarten/eKarten.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Postkarte</a> bereitliegt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Falls Sie, wieder zu Hause, <a href="http://www.honecker-im-internet.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Erich<br />
Honecker</a> vermissen sollten, kein Problem. Der Sonderzug ins DDR-Nirvana hält intime Details aus<br />
Honis Leben bereit. Zum Beispiel erfährt man hier, woher die Narbe auf der sozialistischen<br />
Denkerstirn rührte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Spaßige Volksgenossen, alberne Autos, putzige Souvenirs. Fast stimmt es melancholisch, dass<br />
all dies fürs reale Leben verloren ist. Kein Wunder, dass die DDR im Netz kulturell<br />
hochgehalten wird und strikt von der BRD getrennt existiert. Mag das Land analog<br />
wiedervereinigt sein, digital existieren zwei Welten. Ein Umstand, der Historiker und Ost-Fans<br />
erfreuen dürfte und doch gesellschaftspolitisch bedenklich ist. Zeigt er doch, dass der<br />
Osten bei all seinen systemischen Fehlern ein hohes Identifikationspotential hatte und noch hat.<br />
Auch im Netz wurde so die Chance einer echten Wiedervereinigung verpasst. Nun, rechtzeitig zu<br />
den Feierlichkeiten am 3. Oktober wäre es Zeit, umzudenken. Digital und analog.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zum 10. Jahrestag der Wiedervereinigung wären endlich mal gesamtdeutsche Feierlichkeiten<br />
fällig: Eine Liebesparade mit Winkelementen oder ein Soli-Konzert der Münchner Freiheit für<br />
die Stasi-Rentner. Honi hätte am 3. Oktober eine eigene Fernsehsendung haben können oder<br />
zumindest einen Knast-Container mit Webcam. Karsten Speck, der ostdeutsche Percy Hoven,<br />
moderiert die Show dann gemeinsam mit Linda de Mol, der wahren west-deutschen Kati Witt. Die<br />
beiden tragen das modisch unterbewertete Outfit der Jungen Pioniere und statt des drögen &quot;Leb&#8217;<br />
so wie du dich fühlst&quot; hätten Silly und Karat ne richtig dufte Nummer aufgenommen und es damit<br />
mal von der Wittenberger Waldbühne runtergeschaft. Kati Witt wäre natürlich so oder so nach<br />
Amerika gegangen, hätte dort aber mit der <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/dederon.shtml"><br />
&quot;Pop-Gymnastik&quot;</a> richtig viel Geld verdient.<br />
Und ganz sicher sähe die gesamtdeutsche Medaillenbilanz in Sydney zum Tag der Einheit anders<br />
aus, hätte man die ostdeutsche Sportförderung beibehalten. Club-Cola statt Chianti für Franzi,<br />
dann stünden jetzt ein paar mehr Goldmedaillen auf der deutschen Bilanz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Liste der deutsch-deutschen Versäumnisse ist lang. Im realen Leben schenkte uns die DDR<br />
den grünen Pfeil zum Rechtsabbiegen. Im Internet tritt der Arbeiter und Bauern-Staat den<br />
Beweis an, dass es ihn noch gibt. Die echte Webpage im Geiste der Wiedervereinigung, so<br />
zeigt unsere Rundreise, muss noch erfunden werden.<br />
</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>E-thik und E-nquete</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/e_thik_und_e_nquete-688/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Biomedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete-Kommission]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Die Enquete-Kommission &#34;Recht und Ethik der modernen Medizin&#34; tagt. Normalerweise geschieht dies hinter
geschlossenen Türen. Ergebnisse und Richtlinien werden veröffentlicht, wenn die Experten und Politiker der
Kommission ihre Untersuchungen abgeschlossen haben.
Diesmal jedoch wird es anders sein.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Die Enquete-Kommission &quot;Recht und Ethik der modernen Medizin&quot; tagt. Normalerweise geschieht dies hinter<br />
geschlossenen Türen. Ergebnisse und Richtlinien werden veröffentlicht, wenn die Experten und Politiker der<br />
Kommission ihre Untersuchungen abgeschlossen haben.<br />
Diesmal jedoch wird es anders sein.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Diskussion rund um Genpatente, Klone und Leihmütter, die in der<br />
Kommission seit Mitte Mai geführt wird, soll ins Internet gespiegelt werden. Nicht nur die Beratungsergebnisse<br />
sollen dort nachlesbar sein, die interessierte Öffentlichkeit ist aufgefordert mitzudenken.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.wodarg.de/">Dr. Wolfgang Wodarg</a>, Arzt, Bundstagsabgeordneter und Sprecher der Enquete-Kommission<br />
hofft auf ein strukuriertes Frage/Antwort-Spiel mit den Usern. &quot;Was aus dem Netz kommt, sitzt nicht am Tisch&quot;,<br />
erklärt Wodarg seinen Vorstoß in die digitale Ebene. Der Dialog aus dem Netz soll die Enquete-Mitglieder über<br />
die Haltung der Öffentlichkeit in Kenntnis setzen und Anregungen für die Diskussion geben.  Schließlich, so<br />
Wodarg, geht das Thema alle an.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diskussionsbedarf im Bereich der Medizin-Ethik besteht allemal. Deutschland hat die<br />
<a href="http://db.consilium.eu.int/df/default.asp?lang=de"> Menschenrechtskonvention zur Biomedizin</a> des Europarates nicht unterzeichnet. Der<br />
Entwurf der Konvention, die Teil der europäischen Grundrechtscharta werden soll, ist nach Dr. Wodargs<br />
Auffassung voller Schlupflöcher, die einen Missbrauch ermöglichen könnten. Im Sinn hat Dr. Wodarg hier vor<br />
allem die Patentierbarkeit der Genome, die er vehement bekämpft. &quot;Schweine, die als Zuchtstation für<br />
menschliche Ersatzteile benutzt werden, ließen sich mit patentierten Genen `herstellen´&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um solche frankenstein`schen Szenarien zu verhindern, hat Dr. Wodarg gemeinsam mit seinem französischen<br />
Kollegen Professor Jean-Francois Mattei eine <a href="http://www.wodarg.de/mge/index.html"> Internet-Petition</a> gegen die<br />
Patentierbarkeit von Lebewesen, Genen, Zellen oder Teilen von Pflanzen, Tieren oder Menschen ins Leben gerufen.<br />
Ein Lebewesen, so der Leitgedanke, kann keine Patentamtnummer sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Idee, das Internet zu einer sachgerechten Bürgerbeteiligung zu nutzen, ist nicht revolutionär, die<br />
Enquete-Kommission zur Biomedizin ist jedoch die erste, die den digitalen Dialog in die Tat umsetzten will.<br />
Im Moment suchen die Mitglieder, die alle eine gewisse Internet-Affinität nachweisen müssen, noch eine<br />
sinnvolle Struktur der öffentlichen Foren. Keinesfalls will Dr. Wodarg die Seite als bloße Informationsmattscheibe<br />
ins Netz stellen. Die Teilnahme von Studenten, Experten, Selbsthilfegruppen und interessierten Laien via e-mail<br />
ist ausdrücklich erwünscht: &quot;erst durch eine Ping-Pong-Spiel zwischen den Bürgern und den Mitgliedern der<br />
Kommission gehen wir einen Schritt in Richtung stärkere Demokratisierung bei politischen<br />
Entscheidungsprozessen.&quot; Internet sei dank. Die Sommerpause wird allerdings noch analog stattfinden. Der<br />
Start des Online-Forums zur Ethik der modernen Medizin ist erst für den Spätsommer geplant.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Orchideen im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/orchideen_im_netz-753/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die kleinen Parteien im Wahlkampf Südwest </b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><a href="http://www.orchideen-online.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Orchideen</a>
im Parlament sind selten: zu empfindlich, zu kleinwüchsig, zu exotisch.
Orchideen im Netz sind hingegen eigentlich am richtigen Platz, denn im
WWW können Exoten den gleichen Raum beanspruchen wie der Mainstream,
zarte Pflanzen gedeihen auf digitalem Humus besonders gut. Die meisten
der Orchideen-Parteien, die nächste Woche im Südwesten auf den
Wahlzetteln stehen, nutzen das Internet allerdings nur unzureichend zur
Selbstdarstellung. Und im Gegensatz zur Pflanzenwelt sind nicht alle
politischen Orchideen eine optische und inhaltliche Zierde.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die kleinen Parteien im Wahlkampf Südwest </b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><a href="http://www.orchideen-online.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Orchideen</a><br />
im Parlament sind selten: zu empfindlich, zu kleinwüchsig, zu exotisch.<br />
Orchideen im Netz sind hingegen eigentlich am richtigen Platz, denn im<br />
WWW können Exoten den gleichen Raum beanspruchen wie der Mainstream,<br />
zarte Pflanzen gedeihen auf digitalem Humus besonders gut. Die meisten<br />
der Orchideen-Parteien, die nächste Woche im Südwesten auf den<br />
Wahlzetteln stehen, nutzen das Internet allerdings nur unzureichend zur<br />
Selbstdarstellung. Und im Gegensatz zur Pflanzenwelt sind nicht alle<br />
politischen Orchideen eine optische und inhaltliche Zierde.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Baden-Württemberg und<br />
Rheinland-Pfalz gehen neben den &quot;großen&quot; Volksparteien auch zahlreiche<br />
kleine zugelassene Parteien auf Stimenfang, einen eigens konzipierten<br />
Wahlkampfauftritt im Web hat keine von ihnen. Grund dafür mögen die<br />
knappen Budgets der &quot;Orchideen&quot; sein, die bei Landtagswahlkämpfen in<br />
der Regel zwischen 01% und 1,5% der Stimmen für sich verbuchen können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die &quot;größten Kleinen&quot;&#8230;</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">sind zumindest in Prozentpunkten die politisch umstrittenen Republikaner.<br />
Die <a href="http://www.rep-bw.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">württembergischen Reps</a>,<br />
deren Fraktionschef Rolf Schlierer gleichzeitig Bundesvorsitzender ist,<br />
haben die Startseite ihres Auftritts immerhin mit einer Tabelle<br />
versehen, auf der alle Kandidaten verlinkt sind. Leider sind die<br />
meisten Informationen zu den Kandidaten dürftig. Ebenso dürftig ist der<br />
ästhetische Anspruch, den die Macher an die eigene Site gestellt haben:<br />
der Gestaltungswille offenbart und erschöpft sich in Gestalt eines<br />
Plüschlöwens und eines flimmernden, unübersichtlichen Schriftbildes.<br />
Navigation: Fehlanzeige. Da hilft es auch nicht, dass der Programmierer<br />
der Seite das bewegte Bild für sich entdeckt hat. Bewegt man sich über<br />
den &quot;nächste Seite&quot; Button durch das Angebot, kommt der Surfer auf eine<br />
Zwischenseite, um von dort zu einer weiteren Zwischenseite zu gelangen,<br />
um von dort auf einer weiteren &#8211; ja was eigentlich?- Übersichtseite zu<br />
landen. Und hier geht es richtig los: sechs verschieden Schriftbänder<br />
rattern über den Bildschirm, flankiert von einer Riege putzig über die<br />
Site tanzender Löwen, gerahmt von immerhin drei rotierenden Bildchen,<br />
kommentiert von einer freundlichen Frauenstimme. Inhaltlich bietet die<br />
Seite alle notwendigen Features: von den Wahlprogrammen über Reden und<br />
Berichte bis zu Foren und Terminen ist an alles gedacht worden. Wer<br />
sich also von dem Animations-Overkill nicht abschrecken lässt, kann<br />
sich so über die fragwürdige Rechts-Partei informieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Rheinland-Pfalz präsentieren sich die <a href="http://www.rep-rp.de/index.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Reps</a><br />
im Netz etwas weniger krawallig; hier herrschen Recht und Ordnung.<br />
Gleich von der Homepage des Landesverbandes führt ein Button zum <a href="http://www.rep-rp.de/Aktuell/WAHL/wahl.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Wahlkampfüberblick</a>.<br />
Die Wahlkampfthemen und die Kandidaten werden kurz vorgestellt und für<br />
den engagierten vaterländischen Wahlhelfer gibt es eine geschmacklich<br />
streitbare Plakatschau. Der Auftritt ist zwar nicht übermäßig originell<br />
aber grundsolide.<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Ergenisse der Orchideen bei den letzten Landtagswahlen</b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span></p>
<table cellspacing="3" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>&nbsp;</td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> Baden-Württemberg    </span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> Rheinland-Pfalz      </span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> REP</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 9,1 </span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 3,5</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> Die Grauen</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,7</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> ÖDP</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 1,5</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,5</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> NPD</span></td>
<td align="center"> <span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica">&#8211;</span></td>
<td align="center"> <span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica">0,4</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> Naturgesetz</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,1</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,3</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> PBC</span></td>
<td align="center"> <span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica">0,5</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> 0,2</span></td>
</tr>
<tr>
<td><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> Tierschutz</span></td>
<td align="center"> <span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica">0,2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"> &#8211;</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die ÖDP</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die <a href="http://www.oedp.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Ökologisch-Demokratische Partei</a> hat die Wahl zum Anlaß genommen, endlich einen Webauftritt für die Landesverbände <a href="http://www.oedp-rlp.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Rheinland-Pfalz</a> und <a href="http://www.oedp-bw.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Baden Württemberg</a><br />
zu finanzieren. Ungefähr 5000 Mark hat die optisch ansprechende Site<br />
der Württemberger gekostet. Leider findet der User erst nach einigen<br />
Klicks auf die <a href="http://oedp-bw.de/themen/folder.html" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Wahl-relevanten Seiten</a>. Die Liste der <a href="http://oedp-bw.de/partei/kandidaten.html%22" target="_new" rel="noopener noreferrer">Kandidaten</a><br />
ist auch nicht mehr als eine reine Auflistung. Möchte man mehr über die<br />
Wahlkämpfer erfahren, muss man eine ermüdende Klick-Reise unternehmen.<br />
Unter &quot;die ÖDP&quot; gelangt man zu einem Link &quot;Regional&quot;. Dieser führt dann<br />
auf die regionalen Seiten der konservativen Ökopartei, auf denen die<br />
jeweiligen Kandidaten vorgestellt werden. Wählerfreundlich wäre ein<br />
Link zu Programm und Kandidaten schon auf der Homepage.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Tierschützer</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die anderen Aspiranten auf Promille bei der Wahl am 25. März geben sich in Sachen Wahlkampf noch zugeknöpfter: Die <a href="http://www.tierschutzpartei.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Tierschutzpartei</a><br />
hat unter &quot;Baden Württemberg&quot; eine Visitenkarte ins Netz gestellt,<br />
unter der Rubrik &quot;Wahl&quot; findet sich zwar allerhand Programmatisches,<br />
von der Landtagswahl 2001 allerdings keine Spur. Da bleibt zum<br />
Stimmenfang nur der Kleber am Tapetentisch in der Fussgängerzone.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Partei Bibeltreuer Christen</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Die <a href="http://www.pbc.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bibeltreuen Christen (PBC)</a><br />
wenden sich mit ihrem Wahlprogramm an Christen aller Bekenntnisse. Die Seite<br />
ist zwar kein Augenschmaus, aber die Fundamental-Christen haben sich inhaltlich<br />
einiges einfallen lassen. Neben den üblichen Gundsätzen und Programmen<br />
bietet die Partei Bibeltreuer Christen einen wöchentlichen Chat, einen<br />
Newsletter, ein Diskussionsforum, ein Bibelregister in verschiedenen Sprachen<br />
und ein Abstimmungstool. Hier kann man die Seite bewerten und wird dazu umgehend<br />
zur &quot;Christlichen Suchmaschine&quot; <a href="http://fischring.hypermart.net/topsitelist/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
Fish.net</a> weitergeleitet. Der Informationsgehalt zur Wahl im Südwesten<br />
tendiert dagegen gen Null. Hinter den Links zu den Landesverbänden verbirgt<br />
sich lediglich ein Photo der treuen Christen und die jeweilige Kandidatenliste.<br />
Der Link, der &quot;weitere Informationen&quot; verspricht führt leider ins Leere.<br />
Beten alleine hilft nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Graue Panther</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die <a href="http://members.aol.com/diegrauen/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Grauen Panther</a><br />
nennen sich zwar die &quot;Partei der Generationen&quot;, die Partei der<br />
Generation@ sind sie aber garantiert nicht. Die wenigen Informationen<br />
sind alle auf eine Seite mit einer schwer auffindbaren aol-Adresse<br />
gepackt. Wer gerne endlos scrollt, wird hier seine Freude haben.<br />
Hyperlinks haben die Panther noch nicht erfunden oder schon wieder<br />
abgeschafft und das Thema Landtagswahl wurde ausgeklammert. Schade,<br />
denn die politischen Ziele der &quot;Unruh-Partei&quot; hätten schon<br />
interessiert, zumal der baden-württembergische auch der einzige<br />
Landesverband ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Deutsche Kommunistische Partei</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Weit links im<br />
Online-Orchideen-Garten wächst die orthodox-kommunistische DKP, zu<br />
sagen, dass sie dort auch gedeiht, wäre übertrieben. Anscheinend muss<br />
seit dem Fall der Mauer gespart werden, auch programmatisch: die<br />
letzten <a href="http://home.t-online.de/home/dkp-bawue/pos0.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">Einträge zu inhaltlichen Fragen</a> stammen aus dem Jahr 1998.  Immerhin leistet sich der <a href="http://www.dkp-bawue.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Landesverband Baden Württemberg</a> eine eigene Website. In Rheinland-Pfalz tritt die DKP nicht an. Bei den schwäbischen Kommunisten gibt Links zu den es <a href="http://www.dkp-bawue.de/wahlen/wahlen.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">sechs Wahlkreisen</a>,<br />
in denen Kandidaten antreten, einige Positionspapiere zum Herunterladen<br />
und eine Auflistung der Kandidaten. Der Klassenkampf ist so wohl nicht<br />
zu gewinnen, der Einzug in den Landtag auch nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Naturgesetzpartei</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Yogi-Flieger ins Parlament: auch die <a href="http://www.naturgesetz.de/home.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">Naturgesetzpartei</a>,<br />
die uns zu jeder Bundestagswahl mit ihren lustigen TV-Spots entzückt,<br />
existiert noch. Die Partei die auf ein &quot;Neues Bewusstsein&quot; in der<br />
Politik setzt und Spiritualität statt Ideologie fordert, scheint sich<br />
um die Landtagswahl, bei der sie in Baden Württemberg dabei ist, wenig<br />
zu kümmern. Die Wahlinformation ist vermutlich rein spirituell und<br />
deswegen nicht sichtbar, immerhin Telefon hat der Landesverband<br />
Baden-Württemberg, so viel war zu erfahren. Diese wahlkämpferische<br />
Enthaltsamkeit mag damit zusammenhängen, dass die Naturgesetzpartei<br />
keine deutsche Erfindung ist und deshalb vor allem bei den<br />
Europaparlamentswahlen in Aktion tritt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Freie Wählergemeinschaft</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit einem professionellen Webauftritt glänzen die <a href="http://www.fwg-rlp.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">freien Wähler in Rheinland-Pfalz</a>,<br />
die dort in Städten und Gemeinden mehr Mandate halten, als FDP und<br />
Grüne gemeinsam. Die Wählergruppe versteht sich nicht als Partei,<br />
sondern als Bürgerinitiative, deren Ziel es ist, die Politik weniger<br />
bei professionellen Parteien und stärker beim engagierten Bürger zu<br />
verankern. Da die Wählergemeinschaft keine Partei ist, fungiert in<br />
gewisser Weise die gesamte Seite als Wahlkampf-Bastion. Unter dem<br />
Navigationspunkt &quot;Wahlbezirke&quot; präsentieren sich die einzelnen<br />
Kandidaten der FWG, leider wenig ausführlich porträtiert. Die<br />
politischen Grundsätze sind kurz skizziert, auch hier wären<br />
detailliertere Informationen wünschenswert. Zu den einzelnen<br />
Regierungsbezirken gibt es jeweils schön gestaltete Karten, die leider<br />
ohne nähere Erläuterung wenig Nutzen bringen. Die schöne optische<br />
Gestaltung käme mit mehr Inhalt besser zur Geltung. Auch in Punkto<br />
Interaktivität könnte die Freie Wählergemeinschaft, die ihre Chancen,<br />
die 5% Hürde zu nehmen &quot;als äußerst positiv&quot; einstuft, noch nachlegen.<br />
Ausser der Möglichkeit, eine Mail zu schicken, wird bei den Freien<br />
Wählern in dieser Rubrik nichts geboten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Rechtsaußen: NPD</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht nachlegen sollte hingegen die <a href="http://npd.net/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
National Demokratische Partei (NPD)</a>,<br />
die, mit einem Fuß schon vorm Bundesverfassungsgericht stehend,<br />
trotzdem noch in Rheinland-Pfalz antreten darf. Die rechtsradikale<br />
Partei bestreitet ihren Wahlkampf, indem sie sich auf der Bundesseite<br />
über an ihr verübtes Unrecht beklagt und den ahnungslosen Surfer mit<br />
Spendenbettelei nervt. Vielleicht ist die inhaltliche Diaspora ein Akt<br />
der Gnade, denn auf diese Weise bleibt einem das Wahlkampfprogramm der<br />
Deutschtümler erspart.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Mauer im Mund</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Digitale Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutscher]]></category>
		<category><![CDATA[Westdeutscher]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/die_mauer_im_mund-871/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zwei Staaten - Ein Volk - Eine Sprache. So dachte man zumindest in westdeutschen Wohnzimmern und
vielleicht auch in ostdeutschen. Und als die Mauer fiel, war der Schrecken groß: &#34;Eene
Ketwurst rin in den Dederon&#34; schallte es über den deutsch-deutschen Schutzwall. &#34;Was sprechen
die?&#34; fragte man sich auf beiden Seiten, als der erste Jubel verebbt war.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zwei Staaten &#8211; Ein Volk &#8211; Eine Sprache. So dachte man zumindest in westdeutschen Wohnzimmern und<br />
vielleicht auch in ostdeutschen. Und als die Mauer fiel, war der Schrecken groß: &quot;Eene<br />
Ketwurst rin in den Dederon&quot; schallte es über den deutsch-deutschen Schutzwall. &quot;Was sprechen<br />
die?&quot; fragte man sich auf beiden Seiten, als der erste Jubel verebbt war.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nun wächst seit zehn Jahren endlich zusammen, was schon immer zusammen gehörte. Das gilt<br />
nicht nur für geteiltes Leid und halbe Freud&#8217; angesichts deutscher Konjunkturschwankungen und<br />
gemeinsamer Fernsehprogramme, sondern auch für den deutschen Sprachgebrauch. politik-digital hat<br />
im ost- und westdeutschen Bekanntenkreis nach verschollenen Begriffen geforscht, die Deutschland<br />
eigentlich erhalten bleiben müssten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und da die DDR mit der BRD wiedervereinigt wurde, haben wir kaum Ost-Begriffe gefunden, die alte<br />
Westvokabeln verdrängen konnten. Wenige Ausnahmen: Mitropa und Gesamtvollstreckung. Hier unser<br />
vorläufiges Lexikon, gegliedert nach ostdeutschen Lebenssituationen:<br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Essen und Trinken</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Ketwurst</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Hotdog</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Grilletta</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Hamburger</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Broiler</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Brathähnchen, ganz kosmopolitisch vom englischen &quot;to broil&quot; abgeleitet</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Sättigungsbeilage</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">appetitlicher Begriff für Nudeln, Kartoffeln und Co.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Schlagersüßtafel</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Schokolade mit dem weltniedrigsten Kakaoanteil. Inzwischen neuaufgelegt, mit etwas höherem Schokogehalt.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pflastersteine</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Lebkuchen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Honeckers Krönung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">kaum genießbare Kaffeezusatzmischung</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaviarbrot</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Baguette</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Warenwelt</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaufhalle</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Supermarkt. In ostdeutschen Nachwendezeiten übrigens oft Verbrauchermarkt genannt.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Konsum</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce"><b>K</b>auft <b>o</b>hne <b>N</b>achzudenken <b>s</b>chnell <b>u</b>nseren <b>M</b>ist</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Dederon Beutel</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Einkaufstasche</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Goldstaub</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">kaum erhältliche Produkte</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Deli</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Delikat-Läden für teure West- Lebensmittel</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Mode und Körperpflege</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Genex-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Die echte DDR-Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Nieten-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">alle anderen DDR-Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Marmor-Hose</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Stone-washed Jeans</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Nicky</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">T-Shirt</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Römerlatschen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Sandale</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Tellermine</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Mütze der DDR-Armee</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pferdedecke</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Umhang der DDR-Armee</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Gurken</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Schuhe aus DDR Produktion</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Heißluftdusche</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Fön</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Haftschalen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Kontaktlinsen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Mondos</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Synonym für Kondome</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Politik und Gesellschaft</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Winkelemente</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Papierfähnchen bei offiziellen Veranstaltungen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Bonbon</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Parteiabzeichen der SED</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Horch und Guck</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Stasi</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Falten gehen</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">wählen gehen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">DSF</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Deutsch-Sowjetische Freundschaft</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Kaderabteilung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Personalabteilung</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Aluminium Mark</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DDR-Geld</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Fehlersitzung</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Krisenrat</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Subbotnik</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">freiwilliger, unbezahlter Arbeitseinsatz</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">TGL</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DIN-Norm des Ostens</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr>
<td align="left" bgcolor="#ffcc00" width="500"><span style="font-size: small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063"><b>Wohnen und Freizeit</b></span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="3" cellspacing="0" width="500">
<tbody>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Datsche</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Wochenendhäuschen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Mielkes Bande</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Berliner Fußballclub Dynamo, von der Stasi geleitet</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Schließfächer</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Plattenbau-Wohnungen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Geflügelte Jahresendfigur</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Engel.<br />
			Angeblich von der west-deutschen Satirezeitschrift Eulenspiegel<br />
			erfunden und über dunkle Kanäle in die DDR eingeschleuster Begriff.</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Frösi</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">DDR-Jugendzeitschrift</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Rennpappe</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Trabant</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Brettsegeln</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Surfen</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Pop-Gymnastik</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">Aerobic</span></td>
</tr>
<tr align="left" bgcolor="#ffffcc" valign="top">
<td width="130"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #003063">Urst</span></td>
<td width="370"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #0065ce">&quot;super&quot;, &quot;doll&quot; oder &quot;toll&quot;, z.B. &quot;die schmeckt urst gut, die Ketwurst.&quot;</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Feiern Sie mit uns: 10 Jahre Deutsche Einheitssprache. Mailen Sie uns ihre verschollenen Vokabeln aus Ost und West!<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/deutsche-digitale-republik/die_mauer_im_mund-871/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Rüsche oder Lebenselixier?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale_ruesche_oder_lebenselixier-695/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[PDS]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Mitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteimitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelle Parteigliederung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Während die Wäsche wäscht oder die Bundesliga
kickt, mal eben mit ein paar Parteikollegen die neue Ausrichtung in der Bildungspolitik
diskutieren oder einen Antrag an den Parteivorsitz richten: ein Tele-Mitglied
kann das rund um die Uhr. Die neue Parteimitgliedschaft soll das politische Leben
der Aktiven flexibilisieren und unabhängig von Zeitplan und Ortsverein-Hinterzimmer
machen. Noch allerdings lässt das deutsche <a href="http://www.bundestag.de/gesetze/pg/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.bundestag.de/gesetze/pg/
</a>Parteienrecht eine reine Online-Mitgliedschaft nicht zu.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Während die Wäsche wäscht oder die Bundesliga<br />
kickt, mal eben mit ein paar Parteikollegen die neue Ausrichtung in der Bildungspolitik<br />
diskutieren oder einen Antrag an den Parteivorsitz richten: ein Tele-Mitglied<br />
kann das rund um die Uhr. Die neue Parteimitgliedschaft soll das politische Leben<br />
der Aktiven flexibilisieren und unabhängig von Zeitplan und Ortsverein-Hinterzimmer<br />
machen. Noch allerdings lässt das deutsche <a href="http://www.bundestag.de/gesetze/pg/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.bundestag.de/gesetze/pg/<br />
</a>Parteienrecht eine reine Online-Mitgliedschaft nicht zu.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Online-Koalitionen: SPD, FDP und PDS</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Strukturveränderungen, die das Internet zunächst in Form von<br />
Politikerwebsites und Partei-Plattformen, später auch durch Chats,<br />
Foren und Mitgliederbereiche in die etablierte Politik hinein trug,<br />
machen auch vor der Parteiorganisation selbst nicht halt. Warum sollten<br />
sie auch: Die Internet-basierte Kommunikation hat sich in weiten<br />
Kreisen der politisch Interessierten etabliert und greift nun nach den<br />
politisch Delegierten.<br />
Die SPD ist auf diesem Gebiet eine echte Veteranin: bereits seit 1995 wird im<br />
<a href="http://www.vov.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.vov.de</a> Virtuellen Ortsverein<br />
(VOV) diskutiert, und das nicht nur unter Parteimitgliedern. Insgesamt 1025<br />
virtuelle Aktive zählt der Verein, zu dem auch Nicht-Parteimitglieder nach Anmeldung<br />
Zugang haben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die FDP betreibt unter der Ägide Alexander Graf Lambsdorffs` seit Juni 2000<br />
einen <a href="http://www.fdp-lv-net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.fdp-lv-net</a> virtuellen<br />
Landesverband, der ebenfalls allen &quot;liberal gesinnten&quot; Menschen eine politische<br />
Heimat jenseits von Parteibüchern bieten will und vor allem Diskussionsangebote<br />
und interne Themenvernetzung für die registrierten User bereithält.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit kurzem hat nun auch die PDS nachgezogen: Der 17., weil virtuelle, Landesverband<br />
der PDS befindet sich in der Gründungsphase. Seit Ende August ist unter <a href="http://www.pds-lv17.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pds-lv17.de</a><br />
zunächst ein Diskussionsforum im Netz, aus dem sich der Virtuelle Landesverband<br />
herausbilden soll. Und die Initiatoren Helge Meves, Pia Maier und Jutta Vieth<br />
meinen es ernst mit dem Projekt: Im <a href="http://www.pds-online.de/parteitage/0702/antragsheft.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.pds-online.de/parteitage/0702/antragsheft.pdf</a><br />
Programm des PDS-Parteitages am 6. und 7. Oktober in Dresden findet sich unter<br />
P8 der Antrag zur &quot;Gründung eines 17. Landesverbandes der PDS, &quot;der sich (&#8230;.)<br />
ausschließlich im Internet organisiert&quot;. Der Antrag ist deswegen wichtig, weil<br />
die Initiatoren kein geschöntes Diskussionsforum wollen, sondern eine gültige<br />
Online-Mitgliedschaft etablieren wollen. Helge Meves, einer der Initiatoren<br />
dazu: &quot;Wir sind festentschlossen, diese Möglichkeit zu eröffnen. Wir werden<br />
auch ewägen, im Bundestag ein Gesetzesänderungsverfahren einleiten, um den 17.<br />
Landesverband den anderen Verbänden gleichzustellen&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Online-Landesverbände brauchen einen juristischen Eisbrecher. Die geographische<br />
Verortung der Mitgliedschaft, derzeit noch durch die Wendung &quot;Die Parteien gliedern<br />
sich in Gebietsverbände&quot; in Paragraph 7 des Parteienrechts festgeschrieben,<br />
verhindern die zukunftsweisend weil flexible Mitgliedschaft bisher. Meves, selbst<br />
erst seit kurzem PDS-Mitglied ist auch über das Internet an die Parteipolitik<br />
gekommen. Die sozialistische Partei auf der Plattform <a href="http://www.dol2day.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.dol2day.de</a><br />
dol2day, erzählt er, war die geistige Heimat des Gründungsgedankens. Beim politischen<br />
Simulieren entstand die Einsicht, dass dem eigenen politischen Engagement häufig<br />
das knappe Zeitbudget oder berufliche Reisetätigkeiten im Weg standen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lernen von den NGOs</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Idee vom<br />
Online-Verband ist, siehe SPD, nicht ganz neu und meint auch deutlich<br />
mehr als digitale Rüschen am Saum des Parteiprofils. Die deutsche<br />
Parteienlandschaft leidet an einem Mitgliederschwund. Zum einen wird<br />
der gesellschaftlichen Überalterung die Schuld gegeben, zum anderen hat<br />
die Organisationsbereitschaft bei jüngeren Leuten nach gelassen,<br />
zumindest was die traditionellen Formen betrifft. Das Internet kann<br />
hier als Chance begriffen werden, einen innerparteilichen<br />
Organisationswandel herbeizuführen. Innerparteiliche Hierarchien können<br />
abgebaut werden, die Kontaktaufnahme ist einfacher und schneller, die<br />
Verknüpfung von Themen wird erleichtert und inhaltliche Allianzen sind<br />
schneller geschmiedet als auf dem herkömmlichen Weg. Schließlich könnte<br />
sogar eine themen- oder kampagnen bezogene Teil-Mitgliedschaft möglich<br />
werden. Hier könnten die Parteien von den<br />
Nicht-Regierungsorganisationen im Netz lernen. Meves sieht den<br />
Online-Verband als Chance, in der Partei stärker an thematischen<br />
Schwerpunkten zu arbeiten und durch inhaltlich fundierte Ziele eine<br />
längerfristige Perspektive für die Parteiarbeit zu schaffen. Eine<br />
solche &quot;positiv formulierte Zielsetzung&quot; so der Initiator, biete für<br />
viele Menschen einen größeren Anreiz mitzuarbeiten, zumal wenn das<br />
Engagement nicht an einen strikten Zeitplan gebunden ist.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Digitaler Parteigraben</b><br />
</span>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Online-Verbände<br />
wollen einerseits der digitalen Spaltung entgegenwirken, andrerseits<br />
ist der Abstand zwischen Onlinern und Offlinern ihr großes Problem.<br />
Längst nicht alle Parteigenossen sind den neuen Medien verhaftet und<br />
damit Befürworter der Online-Pläne. Die PDS selber ist in ihrer<br />
Mitgliederstruktur nicht nur zwischen Ost und West gespalten, sondern<br />
diametral auch zwischen Mitgliedern &quot;mit&quot; oder &quot;ohne&quot;. In<br />
Westdeutschland gibt es ungefähr 4000 Mitglieder, von denen 50% im Netz<br />
aktiv sind. Im Ostdeutschen Kernland hingegen leben 80.000<br />
PDS-Mitglieder, von denen nur 12,5% einen Internetanschluss nutzen.<br />
Während bei den ostdeutschen Mitgliedern noch Überzeugungsarbeit<br />
geleistet werden muss, könnte das Netz, so PDS-Onliner Meves, im Westen<br />
der Republik der Partei des Demokratischen Sozialismus die<br />
Sympathisanten auf den Server treiben. Allerdings soll der neue<br />
Landesverband kein &quot;Wessi-Club&quot; werden, sondern ein Forum für alle<br />
Internet- und Politikinteressierten Freunde der PDS. Das Internet also<br />
als parteiliche &quot;Ergänzung, nicht als Ersatz&quot;, wie es Meves<br />
politik-digital gegenüber formuliert, denn &quot; eine ausschließliche<br />
Internetexistenz ist nicht denkbar&quot;. </span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Irgendwann, so<br />
die Hoffnung von Maier, Meves und Vieth kann dann im 17. Landesverband<br />
nicht nur diskutiert und debattiert werden, sondern Parteipolitik auch<br />
durch gültige Abstimmungen und Wahlen digitalisiert werden. Der<br />
Forenteil des Verbandes soll weiterhin für die sachliche Diskussion<br />
aller politisch Interessierten offen sein, die Abstimmungen jedoch nur<br />
für den engeren Kreis mit Mitgliedsnummer. Die strukturierten internen<br />
Bereiche sollen trotz Exklusivität große Öffnungen nach &quot;unten&quot; in den<br />
Foren Bereich aufweisen.<br />
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</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Skepsis bei Grünen und CDU</b><br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um das Ziel eines &quot;<br />
vollmächtigen politikfähigen Organs&quot; im Netz verwirklichen zu können,<br />
können sich die Initiatoren gut vorstellen, gemeinsam mit den Onlinern<br />
von SPD und FDP zu agieren. Eine kostspielige Klage muss nicht sein,<br />
meint Meves, denn zumindest im digitalen Geiste zögen die drei<br />
virtuellen Parteiinitiativen am gleichen Strang. Die Grünen und die CDU<br />
hingegen stehen der Übersetzung bestehender Parteistrukturen ins Netz<br />
skeptisch gegenüber. Hier den gleichen Apparat etablieren zu wollen,<br />
wie im echten Parteileben sei ein echter Anachronismus, verdeutlicht<br />
ein Mitglied der CDU-Internetkommission den Standpunkt seiner Partei,<br />
der auch von den Grünen geteilt wird. Vereinsmeierei entlang der<br />
Parteigrenzen sei nicht besonders zukunftsfähig, lautet die<br />
Einschätzung von Marc Mausch, Mitglieder der Grünen in Baden<br />
Württemberg und Initiator des ersten Virtuellen Parteitages der Grünen.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die drei<br />
Antragsteller sehen die Zukunft einer mitgliederstarken und inhaltlich<br />
vitalen PDS dennoch auch in digitalen Gefilden: sobald ungefähr 100<br />
Mitglieder auf www.pds-lv17.de registriert sind, kann die offizielle<br />
Gründung des 17. Landesverbandes beginnen. Ob dieser dann unbedingt<br />
Landesverband heißen muß, oder mit einem neuen Namen eine neue Richtung<br />
in der parteipolitischen Organisation antizipiert, bleibt abzuwarten.<br />
Ein prominenter Schirmherr ist für das Projekt gefunden: Lothar Bisky<br />
wird den jungen Online-Verband unter seine Fittiche nehmen.<br />
</span></p>
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