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	<title>cberghahn &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>cberghahn &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>0190er-Gesetz und der Hashwert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch das Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von 0190er/0900er Nummern sollen die Verbraucher in Zukunft sicherer telefonieren und surfen können. Doch nach Inkrafttreten fordern Verbraucherschützer schon Nachbesserungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch das Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von 0190er/0900er Nummern sollen die Verbraucher in Zukunft sicherer telefonieren und surfen können. Doch nach Inkrafttreten fordern Verbraucherschützer schon Nachbesserungen.<!--break--></p>
<p>Am 15. August 2003 ist das<br />
                    <a href="http://www.bmwi.de/Redaktion/Inhalte/Downloads/gesetz-bekaempfung-missbrauch-0190er-nr-fassung-verkuendung,property=pdf.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz</a> zur Bekämpfung des Missbrauchs von 0190er/0900er Mehrwertdienstenummern in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes soll die wirksamere Bekämpfung des Rufnummernmissbrauches sein. Nötig wurde es, nachdem in den letzten Jahren immer mehr Verbraucher durch unseriöse Anbieter abgezockt wurden.</p>
<p>
                    <strong>Die drei neuen Absätze</strong><br />
                    <br />Die<br />
                    <a href="http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tkg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novellierung</a> im Paragraphen 43 des Telekommunikationsgesetzes besteht aus drei neuen Absätzen. Absatz 43a bestimmt, dass der Verbraucher über die<br />
                    <a href="http://www.RegTP.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regulierungsbehörde</a> für Telekommunikation und Post, kurz RegTP, innerhalb von 10 Tagen Auskunft erhalten sollen, wer der Dienstleister hinter der entsprechenden Nummer ist. In 43b wird das Tarifschema geregelt. Im Absatz 43c steht, was die RegTP bei Zuwiderhandlungen alles machen darf. Ihre Befugnisse reichen hier von der Abschaltung der Nummer bis zur Verhängung einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro an den Anbieter. Auf der Seite der RegTP gibt es eine<br />
                    <a href="http://bo2005.RegTP.de/prg/srvcno/srvcno900.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Suchmaschine</a>, mit deren Hilfe die Verbraucher nun direkt den Zuteilungsnehmer der seit Anfang des Jahres bestehenden 0900-Rufnummern inklusive Anschrift in Erfahrung bringen können.</p>
<p>
                    <strong>Was genau sagt das neue Gesetz?</strong><br />
                    <br />Ab August diesen Jahres sind die Anbieter nun verpflichtet, dem Kunden den genauen Tarif der Telefonverbindung im Voraus mitzuteilen. Teurer als 2 Euro pro Minute darf kein Gespräch werden, und der zeitunabhängige Blocktarif endet bei 30 Euro. Das gilt auch für Internet-Dialer, so dass Abzocker keine Chance mehr haben sollen. Eine 0190/0900 Verbindung wird nun auch vom Telefonanbieter automatisch nach 60 Minuten unterbrochen. Das bedeutet aber, dass eine Stunde immer noch stolze 120 € kosten kann. Die Verteilung der Nummern ändert sich grundlegend. Bisher vergab die RegTP die so genannten Mehrwertnummern an Netzbetreiber wie die Telekom oder Talkline. Die Netzbetreiber haben die Nummern dann entweder selber vermarktet oder an andere Nummernbetreiber untervermietet. Diese konnten dann die Nummern weitervermieten. Erst bei der Telefonrechnung schloss sich der Kreis, denn die Gebühren wurden wieder über den jeweiligen Netzbetreiber abgerechnet. Von unseriösen Angeboten geneppte Verbraucher konnten nur schwer vor Gericht gegen Betrüger vorgehen, da deren Adressen oft nicht zu ermitteln waren. Seit dem 15. August ist die Situation einfacher geworden. Die Verbraucher können bei der RegTP den Dienstleister erfragen, da sie dort einen Auskunftsanspruch haben.</p>
<p>
                    <strong>Aus 0190 mach 0900</strong><br />
                    <br />Noch einfacher und durchsichtiger soll das Nummergeflecht durch die 0900 Nummern werden. Sie gibt es seit dem 1. Januar 2003 und sie sollen bis zum 31. Dezember 2005 die 0190 Nummern ersetzen. Bei ihnen gibt es keine festgelegten Tarife. Allerdings gelten als Höchstgrenze die Tarife von Paragraph 43b. Ansonsten gelten bei ihnen festere Schemata als bei den 0190 Nummern: Unter 0900 -1 dürfen nur Informationsdienste angeboten werden, unter 0900 -3 Unterhaltungsdienste nicht erotischen Inhaltes und unter 0900-5 dann „sonstige Dienste“, auch erotische. 0900 &#8211; 9 ist als Einwahlnummer für Dialer vorgesehen. Bis zum 13. Dezember 2003 dürfen sich diese allerdings auch noch über 0190 und andere 0900 Nummern einwählen. Da die 0900 Nummern nicht mehr in Tausenderblöcken an einzelne Netzbetreiber abgegeben werden, sondern einzeln an Dienstleister und Privatpersonen und eine Weiter- und Untervermietung nicht erlaubt ist, erhofft sich die Regulierungsbehörde eine Abschreckung für unseriöse Anbieter. Denn um von der RegTP eine Nummer zu bekommen, ist man verpflichtet, Namen und Anschrift zu hinterlassen. Hat nun ein Verbraucher Probleme mit einem Anbieter, kann er dank Paragraph 43a den Anbieter und dessen Adresse durch die Behörde in Erfahrung bringen.</p>
<p>
                    <strong>Dialer</strong><br />
                    <br />Auch der verstärkte<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/econsumer/verbraucherschutz/dialer.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Missbrauch durch Webdialer</a> soll dank der Neuerungen verhindert werden.<br />
                    <br />In der Vergangenheit ist es durch unseriöse Dialer zu einigem Unmut auf Seiten der Verbraucher und der seriösen Dialer-Anbieter gekommen. So war es vielen Verbrauchern nicht klar, dass sie sich über einen höheren Tarif eingewählt hatten. Nun sollen derartige Missbräuche schon von vorneherein ausgeschlossen werden. Zuerst muss dem User deutlich klargemacht werden, dass er nun einen Dialer nutzt. Der Tarif muss vorher gut lesbar angezeigt werden. Ab dem 14. Dezember 2003 darf dann nur noch die Vorwahl 0900 &#8211; 9 für Webdialer genutzt werden. Damit sei eine gezielte Sperrung der Dialer Gasse 0900 &#8211; 9 möglich. Auf der Internetseite der RegTP finden die Verbraucher seit dem 24. September eine Datenbank, die sämtliche registrierten Dialer beinhaltet. 4051 Dialer sind aktuell registriert. &#8220;Da unter einer Mehrwertdiensterufnummer&#8221;,<br />
                    <a href="http://www.RegTP.de/aktuelles/start/fs_03.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so Präsident der RegTP Matthias Kurth</a>, &#8220;in der Regel eine große Anzahl an Dialern betrieben wird, können bei der Datenbankabfrage zusätzlich zu der Rufnummer auch noch die Versionsnummer des Dialerprogramms und dessen Hashwert vom Verbraucher eingegeben werden, um die Suchergebnisse zu optimieren.&#8221; Damit dürfte alles klar sein, oder?</p>
<p>
                    <strong>Noch ist nicht alles geklärt</strong><br />
                    <br />Auf den ersten Blick scheint alles erstmal gut geregelt. Doch dem ist nicht so. Die 0190er Dialer Nummern werden noch bis Dezember diesen Jahres gültig sein, die Telefonnummern sogar bis Ende 2005. Hinzu kommt, dass Absatz 43a besagt, dass der Verbraucher die Auskunft über die Anschrift des Anbieters erhalten „soll“, nicht „muß“. Auch der<br />
                    <a href="http://www.vzbv.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentralen Bundesverband</a> und die CDU-Opposition sehen noch Lücken im Gesetz. Besonders durch die Nichtberücksichtigung der 0137 (meist gebraucht für Gewinnspiele) oder 118- (Auskunftshotlines) Nummerngassen kann es bei diesen noch zu Missbräuchen kommen. Und dass die Mobilfunkbranche erst im nächsten Jahr mit einbezogen wird, ist den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Sie fordern dementsprechende<br />
                    <a href="http://www.vzbv.de/go/presse/271/8/36" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachbesserungen</a>. Wie gut die Neuregelungen beim Verbraucher ankommen, ist noch offen. Auf Anfrage von politik-digital.de teilte Harald Dörr von der Pressestelle der RegTP mit, dass nach einem Monat schon ca. 450 Anfragen, darunter auch Beschwerden, bei der Behörde eingegangen seien. Dialer hätten sich bedeutend weniger angemeldet. Warum das so ist, sei auch ihm unklar. Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast ist zufrieden, weiss aber um die Grenzen des beschlossenen Gesetzes. „Wir haben viel erreicht, werden aber den Markt auch in Zukunft beobachten. Wenn sich heraus stellen sollte, dass das Gesetz gegen die Missbräuche nicht ausreicht werden wir nicht zögern, weitere Regelungen zu treffen,&#8221; so Künast.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wankende Schranken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh10-shtml-3081/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Privatkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrechtsgesetz]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 13.9.2003 ist ein neues Urhebergesetz in Kraft getreten. Wie stehen Rechteinhaber und Verbraucherschützer zu den Änderungen? Starker Widerstand formiert sich auf beiden Seiten im Vorfeld.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 13.9.2003 ist ein neues Urhebergesetz in Kraft getreten. Wie stehen Rechteinhaber und Verbraucherschützer zu den Änderungen? Starker Widerstand formiert sich auf beiden Seiten im Vorfeld.<!--break-->
                    </p>
<p>Seit dem 13.9.2003 ist die Novelle des Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und damit In Kraft getreten. Bei der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause am 11.Juli 2003 hatte der Bundesrat dem novellierten Gesetz zur Urheberschaft zugestimmt. Im Vorfeld war das Gesetz allerdings noch vom Vermittlungsausschuss nachgebessert worden. Am 11.4.2003 hatte bereits der Deutsche Bundestag der<br />
                    <a href="http://dip.bundestag.de/btd/15/008/1500837.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetzesnovelle zur Gestaltung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft</a> mit den<br />
                    <a href="http://www.bmj.de/ger/service/pressemitteilungen/10000695/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stimmen der Abgeordneten von SPD, Grüne und CDU/CSU</a> zugestimmt. Die Abgeordneten der<br />
                    <a href="http://www.fdp-fraktion.de/index.php?seite=http://www.fdp-fraktion.de/reden.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FDP</a> allerdings lehnten den Entwurf ab, da er ihrer Meinung nach die Belange der Rechteinhaber nicht genügend beachte.</p>
<p>                    <strong>Ratswünsche<br />
                    <br /></strong> Der Bundesrat hatte das Gesetz bei seiner Ratifizierung am 23. Mai nicht angenommen. Er hielt die Ausdehnung des Urheberrechtsschutzes auf private Normwerke, auf die in Gesetzen, Verordnungen oder amtlichen Bekanntmachungen verwiesen wird, für sachlich ungerechtfertigt“ und verlangte eine „Ergänzung zur Schrankenregelung der Privatkopien“. Ein<br />
                    <a href="http://www.bundestag.de/gremien/verma/verma_mgl.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vermittlungsausschuss</a> wurde eingesetzt. Dieser hat am 2. Juli eine Beschlussempfehlung veröffentlicht. Eine Privatkopie ist legal, „soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrige Quelle verwendet“ wird. Damit haben die Rechteinhaber zwar weiter Boden gutgemacht in ihrem Kampf gegen Raubkopien und Tauschbörsen, doch weit genug geht ihnen das Gesetz noch nicht. Das Wort „offensichtlich“ solle gestrichen werden. Denn in der Tat entsteht so eine rechtliche Grauzone, die auch für Benutzer von Tauschbörsen unangenehme Folgen haben kann. Woher soll ein Nutzer wissen, wie sein Tauschpartner an die Datei gekommen ist? Ab wann ist eine Kopie offensichtlich rechtswidrig, wenn der Tausch aber anonym abläuft?</p>
<p>Die Diskussion der weiterhin strittigen Themen soll ein sogenannter „zweiter Korb“ regeln, die zwar relevant sind für Rechteinhaber, Rechteverwerter und Verbraucherschützer, aber nicht entsprechend der EU-Richtlinie unbedingt umgesetzt werden müssen.</p>
<p>Unumstritten ist nur, dass weder Rechteinhaber noch Verbraucherschützer wirklich glücklich sind mit dem Beschluss und sich vielleicht nun auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit seiner Rechtmäßigkeit beschäftigen muss. Denn eine Softwarefirma aus Süddeutschland will<br />
                    <a href="http://www.s-a-d.de/index.php?lang=DE&amp;sid=942814086660445656&amp;men=newsItem&amp;presse_id=292" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegen das Gesetz klagen</a>.</p>
<p>                    <strong>Mehr oder weniger unzufrieden mit dem Gesetz</strong><br />
                    <br />Allerdings ist der Grad der Unzufriedenheit auf den gegnerischen Seiten verschieden: Während die Rechteinhaber und Verwerter eher zufrieden waren, knirschten die Verbraucherschützer mit den Zähnen.</p>
<p>So war Gerd Gebhardt, der Vorsitzende der<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutschen Phonoverbände</a>, glücklich, “dass dieser längst überfällige Beschluss endlich zustande gekommen ist. Damit erhalten wir zumindest einige der Rahmenbedingungen, die für die Tonträgerhersteller dringend erforderlich sind&#8221;. Auch bei der<br />
                    <a href="http://www.gema.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GEMA</a> rieb man sich die Hände, denn die vom Deutschen Bundestag verabschiedete<br />
                    <a href="http://www.gema.de/kommunikation/pressemitteilungen/pm20030414.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Novelle</a> zum Urheberrecht sei ein Schritt in die richtige Richtung.<br />
                    <br />Trotz aller Freude geht den Wirtschaftsverbänden das Gesetz nicht weit genug. Den Phonoverbänden fehlt das deutliche Verbot, aus illegalen Quellen keine legalen Kopien anfertigen zu dürfen. Das sei legalisierte Hehlerei mit gestohlener Musik. Und der GEMA Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Reinhold Kreile forderte die Bundesregierung auf, „in der angekündigten weiteren Urheberrechtsnovelle, die Vergütung für das private Kopieren anzuheben, um die Angemessenheit der Vergütung für den schöpferischen Urheber wieder herzustellen.&#8221;</p>
<p>Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz<br />
                    <a href="http://www.bitkom.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitkom</a>, bedauerte, dass der Bundestag versäumt habe, eine bindende Regelung bezüglich der Pauschalabgaben auf digitale Geräte in das Gesetz aufzunehmen. Man hätte sich dort eine klare Aussage gegen diese Abgaben, insbesondere auf Drucker und PC, gewünscht. Dies erhoffe man sich nun vom „zweiten Korb“, den die Justizministerin angekündigt hat. „Es bleibt für den Gesetzgeber noch viel zu tun.&#8221; mahnte Gerd Gebhard die Regierung.</p>
<p>Davon war auch die Gegenseite überzeugt, aber damit hört auch schon die Gemeinsamkeit auf. Auf der Seite der Verbraucherschützer machte sich großer Unmut breit: Die Initiative Privatkopie.net stellte in einer<br />
                    <a href="http://www.privatkopie.net/files/presse0403.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellungnahme</a> fest, dass die Bürger zwar theoretisch auch weiterhin Kopien von veröffentlichten Werken für ihren persönlichen Gebrauch herstellen dürften, aber in Wirklichkeit schaffe das neue Gesetz durch das Umgehungsverbot von Kopierschutztechniken und Systemen zum Digital Rights Management „die Privatkopie im digitalen Bereich jedoch ab. Damit laufe jeder, der seinem Recht auf Privatkopie nachgehe, Gefahr, von der Medienindustrie auf Schadensersatz verklagt zu werden.“</p>
<p>
                    <strong>Streitpunkt Privatkopie</strong><br />
                    <br />Was die digitale Privatkopie angeht, bietet das Gesetz eine verwirrende Regelung an. Es sieht zwar vor, dass weiterhin einzelne Privatkopien von Filmen, Büchern und Musik gemacht werden dürfen. Allerdings ist es verboten, den Kopierschutz zu umgehen und Software, die diesen knackt, herzustellen, zu verbreiten und zu nutzen. Andererseits ist laut Paragraph 95b des UrhG die Wirtschaft verpflichtet, dem Nutzer dafür „die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen“. Leider ohne nähere Definition, wie und was passiert, wenn das nicht geschieht. Und da die Industrie plant, auf alle ihre Werke einen Kopierschutz zu legen, der ja nicht umgangen werden darf, würde die legale digitale Privatkopie mit der Zeit aussterben. Aber das scheint Teilen des Bundesjustizministeriums nicht unwillkommen zu sein, bezeichnete der parlamentarische Staatssekretär Alfred Hartenbach die digitale Privatkopie während des<br />
                    <a href="http://www.gema.de/kommunikation/100jahre/rede_hartenbach.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Festakts zum 100-jährigen Jubiläum</a> der &#8220;Tantiemen-Gesellschaft&#8221; doch als „Gefahrenherd“.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 28.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Selbst der Papst schließt Krieg als letztes Mittel nicht aus&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/selbst-der-papst-schliesst-krieg-als-letztes-mittel-nicht-aus-326/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Steuer]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">    </span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> CDU-Bundesvorsitzende 
Angela Merkel an 5. Februar 2003  <span style="color: #000000">   
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de </span> 
im ARD-Hauptstadtstudio. </span>
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">    </span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> CDU-Bundesvorsitzende<br />
Angela Merkel an 5. Februar 2003  <span style="color: #000000"><br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de </span><br />
im ARD-Hauptstadtstudio. </span>
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Wir haben eine Stunde Zeit, kann es losgehen, Frau Merkel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Mhhmh. Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Eine Frage von mir vorweg: Frau Merkel, Sie haben angesichts<br />
der jüngsten Arbeitslosenzahl von 4,6 Millionen heute einen &quot;nationalen<br />
Kraftakt&quot; von der Regierung gefordert. National schließt die<br />
Union wohl mit ein &#8211; was ist konkret der Beitrag der Union zum Kraftakt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
National schließt in der Tat die Union mit ein. Wenn die Bundesregierung<br />
auf uns zukommt, werden wir uns zum Wohle der Menschen nicht verschließen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Freundchen: Guten<br />
Tag, in wie weit ist nach Ihrer Meinung das Modell der sozialen Marktwirtschaft<br />
in Bezug auf die Arbeitslosigkeit noch zeitgemäß?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich glaube, dass wir eine neue soziale Marktwirtschaft brauchen.<br />
Neu, weil sich durch die Informationsgesellschaft die Gegebenheiten auf<br />
dem Arbeitsmarkt sehr stark verändert haben. Darauf müssen wir<br />
auch im Arbeitsrecht, Steuerrecht und bei der Gesundheits &#8211; und Rentenpolitik<br />
reagieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rup-knechtrecht:</b><br />
Warten Sie, bis die Bundesregierung auf sie zukommt? Was sind &#8211; von der<br />
Bundesregierung unabhängig &#8211; die eigenen Vorschläge der Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Wir haben den Vorschlag unterbreitet, wenn es um Beschäftigungssicherung<br />
geht, abweichend vom Tarifvertrag auch betriebliche Bündnisse für<br />
Arbeit zu zulassen. Wir fordern im Rentensystem einen demografischen Faktor,<br />
um Generationengerechtigkeit durchzusetzen. Im Gesundheitssystem kommen<br />
wir um mehr Eigenbeteiligung nicht herum.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gregor:</b><br />
Guten Tag Frau Merkel, apropos soziale Marktwirtschaft &#8211; wo sehen Sie<br />
die Rolle der Familie. Es müssen doch die Menschen noch mehr gewürdigt<br />
und gefördert werden, die in den Familien Verantwortung für<br />
andere übernehmen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Da haben Sie Recht. Unsere sozialen Sicherungssysteme sind zu stark an<br />
den Faktor Arbeit gekoppelt und berücksichtigen die Leistung der<br />
Kindererziehung zu wenig. Deshalb müssen wir hier Schritt für<br />
Schritt Verbesserungen durchsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rasmussen:</b><br />
Liebe Frau Merkel, wie würden Sie die Arbeitslosigkeit bekämpfen?<br />
Neuverschuldung um damit die Konjunktur anzukurbeln?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Nein, Abbau von Bürokratie und starren Regelungen, um damit die Konjunktur<br />
anzukurbeln. Aus Wachstum entstehen auch wieder mehr Einnahmen, und nur<br />
so nimmt die Neuverschuldung ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Untobias:</b><br />
Wie schaut es denn mit dem Thema Zuwanderung aus im Zusammenhang mit den<br />
Arbeitslosenzahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Wir werden den Wettbewerb um die besten Köpfe auch in Deutschland<br />
brauchen. Angesichts der vielen Arbeitslosen brauchen wir aber mit Sicherheit<br />
keine unkontrollierte Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kleine Nachfrage:<br />
Das Zuwanderungsgesetz dürfte der erste Prüfstein für eine<br />
Kooperation zwischen Union und Regierung sein. Ihr Parteifreund Peter<br />
Müller sah kaum noch Einwände gegen das Gesetz, jetzt liegen<br />
im Bundesrat 121 Änderungsanträge vor. Das sieht nicht nach<br />
Kooperation aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Die Anträge liegen schon immer vor. Dennoch wäre Kooperation<br />
möglich gewesen und wird sie auch sein, wenn die Bundesregierung<br />
ein Stück auf unsere Bedenken über eine ungesteuerte Zuwanderung<br />
zugeht. Den ersten Fall der Kooperation haben wir aber bereits hinter<br />
uns, das war bei den 400 Euro-Jobs.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal eine Nachfrage zur &quot;Geldgewinnung&quot;:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rasmussen:</b><br />
Aber wo soll das Geld denn so schnell herkommen, Abbau von Bürokratie<br />
dauert doch Jahre…</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Das stimmt nicht ,das kann sehr schnell gehen. Wir können aber ja<br />
auch nicht alle Investitionen streichen, dann würden noch mehr Arbeitsplätze<br />
wegfallen. Vor allen Dingen brauchen wir Verlässlichkeit. Die gibt<br />
es bei der Bundesregierung im Augenblick nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Gleich noch mal vom gleichen Politik-Interessierten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rasmussen:</b><br />
Warum sollen die Wähler annehmen, dass die Union die besseren Konzepte<br />
für den Arbeitsmarkt hat? Nach den 16 Jahren Kohl-Regierung war sie<br />
ja auch bei vier Millionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Nachdem wir die Wahl verloren hatten, haben wir 1998 neu nachgedacht.<br />
Deshalb sind unsere Vorschläge heute besser.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FrankMG: </b>Sollte<br />
in dieser kritischen Situation, in der sich die Bundesrepublik befindet,<br />
nicht endlich die parteipolitischen Streiterein beendet werden und eine<br />
gemeinsame Lösung der Probleme gefunden werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Der Streit um den besten Weg muss immer geführt werden.<br />
Aber dann muss man entscheiden. Beim Niedriglohnsektor haben wir das gut<br />
geschafft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bastian Lux:</b><br />
weniger Bürokratie = mehr Geld&#8230; das verstehe ich nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Wenn weniger Bürokratie herrscht, haben Leute Mut, ihren Betrieb<br />
zu erweitern und damit mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Das bringt<br />
mehr Steuern und kostet weniger Sozialuntestützung für den Staat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
noch mal Bürokratie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berlin: </b>Abbau<br />
der Bürokratie ist ein schönes Schlagwort; aber wo sieht die<br />
CDU eine Möglichkeit zum Abbau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Quadratus:</b><br />
Wie kann man die Bürokratie abbauen, wenn sich doch eine starke Bürokratie<br />
dagegen wehrt, z.B. Bundesanstalt für Arbeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Das ist in der Tat ein Kraftakt. Aber man kann viele Verordnungen einfach<br />
zeitlich befristen, wenn anschließend keinem auffällt, dass<br />
sie weggefallen sind, kann man auch auf sie verzichten. Man kann auch<br />
mehr Freiräume für Unternehmerentscheidungen z.B. im Baurecht<br />
schaffen und damit Bauzeiten verkürzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jennifer:<br />
</b>Meine Frage: Was wird Angela Merkel als Vorsitzender der CDU<br />
gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit (neue Zahlen: über 9%) vorschlagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich schlage vor, dass wir uns mehr um neue Technologien und den Mittelstand<br />
kümmern. Im Augenblick haben viele keine Lust, in Deutschland zu<br />
investieren. Auch wegen der Unsicherheit, wie viel Steuererhöhung<br />
es geben wird. Das muss geändert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seehaserl:</b><br />
Liebe Frau Merkel, was sagen Sie der jugendlichen Bevölkerung, um<br />
ihr Angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen nicht den Mut für die<br />
Zukunft zu nehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Die jugendliche Bevölkerung soll alle Chancen, die sich<br />
bieten, nutzen und notfalls auch mal bereit sein, dahin zu ziehen, wo<br />
es mehr Arbeitsplätze gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kurz vor dem Chat hat die Sitzung des UNO-Sicherheitsrats in New York<br />
begonnen, bei der US-Außenminister Powell die Beweise der USA gegen<br />
Irak vorlegt. Sie haben einen ersten Agenturbericht dazu bereits gelesen.<br />
Danach wurden Expertenbefragungen verhindert und Fahrzeuge durch den Irak<br />
vor Beginn der Inspektionen versteckt. Wie ist Ihre erste Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Das was ich bisher gehört habe, bestätigt meine Vermutung, dass<br />
der Irak &#8211; wenn überhaupt &#8211; die UN-Resolution 1441 nur unvollkommen<br />
einhält.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jens:</b><br />
Liebe Frau Merkel, sind sie bereit, auch deutsche Soldaten notfalls in<br />
den Krieg zu schicken ? Bitte um kurze und präzise Antwort &#8230; danke<br />
sehr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Die Frage deutscher Soldaten in Form von Truppen stellt sich<br />
nicht. Deutsche Soldaten in Awacs-Maschinen, wenn sie von der Nato angefordert<br />
würden, <br />
sollten im Falle eines UN-unterstützten Einsatzes allerdings nicht<br />
aus den Maschinen aussteigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MINK: </b>Halten<br />
sie das Vorgehen von George W. Bush für besonders intelligent?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich glaube, dass es gute Gründe gibt, ein Drohpotenzial gegen den<br />
Irak aufzubauen, weil ich Saddam Hussein für einen Diktator halte,<br />
der nur durch die Völkergemeinschaft gezwungen werden kann, sein<br />
Drohpotenzial abzuschaffen. Ich glaube, dass wir in Deutschland häufig<br />
die Bedrohung nicht ausreichend berücksichtigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">r<b>up-knechtrecht:</b><br />
Das &quot;Nein&quot; zum Krieg spiegelt die Meinung der Mehrheit der deutschen<br />
Bevölkerung wieder. Sollte gerade deshalb dieser Weg nicht vorbehaltlos<br />
unterstützt werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>So einfach ist es leider nicht. Nach meiner Auffassung sollte<br />
die demokratische Gemeinschaft der Völker Saddam Hussein drohen.<br />
Dabei darf man nicht von vorne herein das allerletzte Mittel des Krieges<br />
ausschließen, <br />
weil Hussein sich ansonsten sofort sicher fühlt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ako: </b>Ist<br />
das nur unvollkommene Einhalten der UN-Resolution 1441 Ihrer Meinung nach<br />
ein ausreichender Grund, den Irak militärisch anzugreifen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Damit wird sich der UN-Sicherheitsrat in den nächsten Wochen<br />
befassen. Am 14. Februar werden die Waffeninspekteure einen nächsten<br />
Bericht geben. Dem kann ich nicht vorgreifen. Auf gar keinen Fall darf<br />
man wie der Bundeskanzler schon vor dem UN-Bericht sagen, was man alles<br />
nicht tut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zur Stimmung in der Bevölkerung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jan Krz: </b>Die<br />
Angst der Bevölkerung vor einem Krieg, ist die ihnen egal?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Natürlich nicht. Jeder Mensch hat Angst und wird deshalb alles tun,<br />
um einen Krieg zu vermeiden. Aber ich frage zurück: haben Sie keine<br />
Angst vor Saddam Hussein? Auch dafür gibt es viele Gründe. Deshalb<br />
die ganze Mühe, Ihn durch Bedrohung zum Einlenken zu bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>be_fruit:</b><br />
Denken sie Saddam Hussein ist eine akute Bedrohung für Europa, geschweige<br />
denn die Vereinigten Staaten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich kann das nicht ausschließen. 1991 hat er Israel angegriffen<br />
und Kuwait besetzt. Durch solche Aktionen sind von ihm Bedrohungen ausgegangen,<br />
die sehr schnell auch auf Europa Einfluss haben können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hr. Dreier:<br />
</b>Welche konkrete Bedrohung liegt denn vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Dazu sind die Inspektoren unterwegs und Herr Powell berichtet darüber<br />
gerade. Insbesondere geht es um die Möglichkeit, biologische Waffen,<br />
z.B. Milzbranderreger, herzustellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>SOKRATES:</b><br />
Der Krieg ist doch nur ein Ölkrieg, Frau Merkel!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ali99:</b><br />
Auf der ganzen Welt unterdrücken Diktatoren ihr Volk, warum sollte<br />
Deutschland eine von Eigeninteressen geleitete US-Politik unterstützen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Zu Sokrates: Das ist ein falsches Klischee. Wenn ein Land für andere<br />
eine Bedrohung ist, kann die UNO das nicht einfach ignorieren. Ich glaube,<br />
es ist nicht nur im Interesse der USA, sondern auch noch in unserem eigenen,<br />
deutschen Interesse, dass wir uns Gefahren nicht einfach aussetzen. Außerdem<br />
ist eine der Lehren unserer Geschichte, dass Deutschland keine Sonderwege<br />
abseits seiner europäischen und amerikanischen Verbündeten gehen<br />
sollte. Wir sollten unser Gewicht einbringen, um an einer gemeinsamen<br />
Meinungsbildung mitzuwirken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Alces:</b><br />
Stellt Nord-Korea nicht eine viel größere Gefahr für die<br />
Menschheit da?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Nord Korea gehört nach Aussage des damaligen Präsidenten Clinton<br />
auch zu den &quot;Schurkenstaaten&quot;. Dort ist die Gefahr vor allen<br />
Dingen die Kapazität zur Herstellung von Nuklearwaffen. Deshalb sind<br />
sie ja auch unter scharfer Überwachung seitens der Amerikaner.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tom491:</b><br />
Sie haben doch eben gesagt, dass Hussein eine Bedrohung sei, und wenn<br />
man nach einer konkreten Bedrohung fragt, verweisen Sie auf die Inspektoren?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bastian Lux:<br />
</b>Geht es nicht weniger um die Bedrohung als mehr um die konsequente<br />
Durchsetzung der UN-Resolution 1441?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Die Resolution ist ja nur wegen der Bedrohung verabschiedet worden. Die<br />
Bedrohung besteht darin, dass der Irak nicht von sich aus nachweist, dass<br />
er seine biologischen und chemischen Waffen vernichtet hat. Deshalb sollen<br />
die Inspektoren genau dies herausfinden. Aber sie können es nur,<br />
wenn Hussein seine Kenntnisse offen legt. Das tut er bis jetzt nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bastian Lux:<br />
</b>Mich ärgert, dass in der Irakfrage überhaupt nicht<br />
differenziert wird: Geht es bei der Frage &quot;Krieg, ja oder nein?&quot;<br />
nun um Angst vor einer irakischen Bedrohung, um die Durchsetzung der UN-Resolution,<br />
um politische Annäherung zu den USA oder um unsere weltpolitische<br />
Verantwortung gegenüber einem hungernden Volk?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Das sind ja alles keine Gegensätze. Um eine Drohkulisse aufzubauen,<br />
darf man den Krieg als letztes Mittel nicht ausschließen. Die UN-Resolution<br />
ist doch nur die Folge der gemeinsamen Erkenntnis, dass man beim Irak<br />
vermuten muss, dass er seine Massenvernichtungswaffen nicht vernichtet<br />
hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jens:</b><br />
Liebe Frau Merkel, finden sie, dass möglicherweise eine permanente<br />
Inspektorenpräsenz nicht viel intelligenter wäre und billiger<br />
als ein Krieg?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Über die Dauer des Aufenthalts von Inspektoren müssen die Gegebenheiten<br />
entscheiden. Ich bin dafür, dass man den Inspektoren ausreichend<br />
Zeit gibt. Wenn Hussein sie allerdings an der Nase herumführt, dann<br />
wird man vielleicht einen Schlussstrich setzen müssen. Am 14. Februar<br />
werden wir mehr wissen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hr. Dreier:</b><br />
Die CDU trägt noch das &quot;C&quot; für christlich im Parteinamen.<br />
Wie vereinbart sich Ihre Haltung mit der christlichen Grundlage?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Genau aus diesem Grunde darf man es sich mit dem Beginn eines Krieges<br />
nicht zu leicht machen, aber selbst der Papst, der den Krieg als Versagen<br />
der Menschheit bezeichnet, schließt den Krieg als letztes Mittel<br />
nicht aus. Deutschland wäre vom Nationalsozialismus ohne militärisches<br />
Eingreifen der Alliierten nicht befreit worden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zwei Fragen zu einem Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Borris Guglia:</b><br />
Amerika ist sehr fixiert auf bestimmte Feinde, je nach dem, wie es ihnen<br />
gerade passt. Europa sollte sich endlich von Amerika emanzipieren!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ersti:</b><br />
Noch mal zu der Rolle Europas im Irak-Konflikt. Sie haben in einem Interview<br />
angegeben, dass Sie an Schröders Stelle den Brief der acht EU-Staaten<br />
unterschrieben hätten. Steht das nicht im krassen Widerspruch zu<br />
der Forderung nach einer gemeinsamen EU-Außenpolitik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Europa muss mit einer Stimme sprechen, damit es mehr Gewicht in der Nato<br />
bekommt. Leider sind wir militärisch zurück und wirtschaftlich<br />
nicht sehr stark, das muss sich ändern. Der Aufruf einiger europäischer<br />
Staaten war die Antwort auf den Bundeskanzler, der schon vor einem Bericht<br />
der Inspekteure seine Festlegung getroffen hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Meinung:</b><br />
Wenn Schröder zum Irak-Krieg ja sagt, werden sie ein Misstrauensvotum<br />
einberufen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich sehe gar nicht, dass der Bundeskanzler seine Meinung ändert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Jetzt wieder ein paar Fragen zur Innenpolitik:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>SOKRATES:</b><br />
Die Opposition ist unfair, wenn sie nur die Bundesregierung für die<br />
gegenwärtige Finanzmisere verantwortlich macht, da auch sie die negativen<br />
Folgen der Einheit zu tragen hat und nicht nur den Profit!!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Daniela:</b><br />
Sind sie bereit, die Steuerpläne der Regierung zu unterstützen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Zu Daniela: Nein. Weil sie das Wachstum noch weiter abwürgen werden.<br />
Zu Sokrates: Natürlich müssen wir gemeinsam die Lasten der deutschen<br />
Einheit tragen, aber gerade deshalb müssen wir zu mehr Wachstum kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Unternehmerin:</b><br />
Die CDU hatte heute eine Sitzung, bei der über die Zustimmung / Ablehnung<br />
der Regierungssteuerpläne beraten wurde. Was sind die Ergebnisse<br />
in wichtigen Schlagworten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bastian Surmann:<br />
</b>Welche Steuern würden Sie zuerst senken bzw. abschaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Die Sitzung findet erst morgen statt, aber es wird darum gehen,<br />
dass wir das so genannte Steuervergünstigungsabbaugesetz mit 48 Steuererhöhungen<br />
diskutieren. Wir halten dieses Gesetz für falsch, wollen allerdings<br />
eine Veränderung bei der Körperschaftssteuer, weil dort die<br />
Einnahmen dramatisch eingebrochen sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Freundchen:</b><br />
Sehr geehrte Frau Merkel, mit großer Sorge verfolge ich als junger<br />
Mensch die Thematik Altersvorsorge. Welches Konzept ist Ihrer Meinung<br />
nach entscheidend, damit wir als junge Bevölkerung nicht nur Einzahler<br />
sondern in 40 Jahren auch Empfänger bleiben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Wir befürworten einen demografischen Faktor, der nicht nur<br />
die Jungen belastet. Um allerdings Sicherheit zu bekommen, ob das für<br />
die nächsten 20 Jahre schon reicht, habe ich Roman Herzog gebeten,<br />
mit einer Kommission auf diese Frage eine Antwort zu suchen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rurupro: </b>Frau<br />
Merkel, sehen Sie Ihre Position in der CDU nach dem grandiosen Wahlsieg<br />
von Roland Koch im Hinblick auf die nächste Kanzlerkandidatur geschwächt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b> Nein.<br />
Im übrigen sind wir froh, einmal keine Kandidatendiskussion zu führen.<br />
Im übrigen war der Erfolg in Hessen und Niedersachsen ein Gemeinschaftswerk.</p>
<p><b>Kleio:</b> Und wie sollte dieser demografische Faktor aussehen?<br />
Ich bin 31 und gehe davon aus, mal kein Geld mehr vom Staat zu bekommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
So pessimistisch würde ich das nicht sehen. Im übrigen kommt<br />
das Geld ja von den Beitragszahlern. Der Faktor muss das veränderte<br />
Verhältnis von Rentnern zu heute noch Arbeitenden wiederspiegeln.<br />
Es werden ja von Jahr zu Jahr mehr Rentner und weniger im arbeitsfähigen<br />
Alter sein. Deshalb müssen wir auch von den hohen Arbeitslosenzahlen<br />
runter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Prof. Dr.<br />
Abeltshauser: </b>Haben wir es durch die Wahlsiege in Hessen und<br />
Niedersachsen, zu denen ich gratuliere, faktisch mit einer Großen<br />
Koalition auf Bundesebene zu tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Nein. Wir haben eine Mehrheit im Bundesrat, es gibt aber viele Gesetze,<br />
zu denen wird die Zustimmung der Mehrheit des Bundesrates gar nicht gebraucht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Frau Merkel, mal ehrlich, wenn Sie wollten, könnten Sie Bundespräsidentin<br />
werden? Reizt Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:</b><br />
Ich finde es sehr reizvoll, Partei- und Fraktionsvorsitzende zu sein.<br />
Für mehr Reize habe ich im Augenblick keine Kraft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Chat-Zeit ist leider vorbei. Über<br />
800 Fragen sind eingegangen, da musste vieles unbeantwortet bleiben, sorry.<br />
Herzlichen Dank an Frau Merkel fürs Kommen und alle User für<br />
ihr Interesse. Noch ein Terminhinweis: Am Mittwoch, 12. Februar, kommt<br />
der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Friedbert<br />
Pflüger, zum Chat. Wir würden uns freuen, wenn sie wieder dabei<br />
sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Websiten<br />
der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de. Frau Merkel hat übrigens einen neuen Web-Auftritt,<br />
zu finden unter: http://www.angela-merkel.de. Allen Beteiligten wünscht<br />
das tacheles.02-Team noch einen schönen Abend.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angela Merkel:<br />
</b>Auf Wiedersehen!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Hans-Christian Ströbele, dem Fraktionsvize der Grünen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Christian Ströbele]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cstroebele.jpg" alt="Christian Ströbele" align="left" height="90" width="87" /></b> </span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #000000">tacheles.02: 
Chat mit<b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Hans-Christian Ströbele, Fraktionsvize B`90/Grüne, am 4. Februar 
2003</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cstroebele.jpg" alt="Christian Ströbele" align="left" height="90" width="87" /></b> </span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #000000">tacheles.02:<br />
Chat mit<b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Hans-Christian Ströbele, Fraktionsvize B`90/Grüne, am 4. Februar<br />
2003</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Ströbele! Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02 Live-Chat. Unser heutiger Gast in Berlin ist<br />
Hans-Christian Ströbele, stellvertretender Fraktionsvorsitzender<br />
von Bündnis 90 / Die Grünen. Herr Ströbele, sind Sie bereit<br />
für sechzig Minuten Diskussion mit unseren Nutzern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Ja, ich bin bereit, danke.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Frage vorab: Die amtlichen Endergebnisse der Wahlen liegen jetzt<br />
vor. Was natürlich derzeit alle beschäftigt, ist der rasante<br />
Verlust der SPD. Woran liegt das und inwieweit hat dies auch Auswirkungen<br />
auf Rot-Grün im Bund? Kommt jetzt die heimliche Große Koalition?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Eine Große Koalition ist nicht in Sicht.<br />
Richtig ist, dass die Wählerinnen und Wähler offensichtlich<br />
der Bundesregierung einen Denkzettel verpassen wollten. Aber die Konsequenz<br />
kann nicht sein, dass die Bundesregierung jetzt von einer Großen<br />
Koalition ersetzt wird. Dass wäre erst das große Desaster,<br />
und sicher nicht gut für die Bundesrepublik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>girf3:</b><br />
Steht die Regierung und damit ja auch die Grünen nach der Wahlschlappe<br />
vor einem Richtungsstreit?.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Die Bundregierung muss jetzt ganz klar die Richtung<br />
bestimmen, in der die notwendigen Reformen umgesetzt werden. Daran hat<br />
es gefehlt. Für mich heißt das, es darf keinen signifikanten<br />
Sozialabbau geben, d.h. die Leute mit geringem Einkommen dürfen nicht<br />
schon wieder die Kosten der Reform allein tragen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Damian2k+:<br />
</b>Befürchten Sie, dass die Union jetzt erst recht alle Vorhaben<br />
der Koalition im Bundesrat blockiert ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Das steht zu befürchten, allen gegenteiligen<br />
Beteuerungen zum Trotz. Das Zuwanderungsgesetz wird die Nagelprobe. Wenn<br />
die Union hier nicht vernünftig ist, fürchte ich, wird auch<br />
für zukünftige Reformen des Arbeitsmarktes und der Sozialversicherung<br />
keine Zustimmung zu erreichen sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cassandra:</b><br />
Wie bewerten sie den Sieg des rechtslastigen Roland Koch in Hessen? Ist<br />
das der neue F.J. Strauß?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Das wäre zuviel Ehre für den in den<br />
Untersuchungsausschüssen unangenehm aufgefallenen hessischen Ministerpräsidenten.<br />
Er wird, wie sein Vorbild Stoiber, wahrscheinlich jetzt erst mal Kreide<br />
essen, um sich als Kanzlerkandidat der Union zu empfehlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berich: </b>Sind<br />
sie der Meinung, der Kanzler sollte die Verantwortung für das Wahlergebnis<br />
voll übernehmen und hieraus die persönlichen Konsequenzen ziehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Das Wahlergebnis ist nicht nur dem Kanzler anzulasten,<br />
sondern dem unsicheren Bild mehrerer Mitglieder der Bundesregierung, das<br />
nicht erkennen lässt, wie die wirtschaftlichen Probleme in der Bundesrepublik<br />
jetzt angepackt werden sollen. Da müssen sich alle an die Nase fassen,<br />
ein schlüssiges Konzept vorlegen und die Umsetzung zügig betreiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Bei der folgenden Frage interessiert vor allem der zweite Teil<br />
der Frage, denke ich:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>girf3:</b><br />
Wie bewerten Sie das Abschneiden der Grünen bei den Wahlen? Sie haben<br />
ja nicht die Verluste der SPD für sich vereinnahmen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Die Grünen haben dazu gewonnen. Ich will<br />
das nicht überbewerten, aber sie konnten ein Teil der Verluste in<br />
früheren Wahlen jetzt wieder ausbessern. Offensichtlich war ihr Profil<br />
vielen Wählern einleuchtender als das der SPD. Jetzt aber sind beide<br />
Fraktionen gefragt, dass sie die Regierung auf Reformkurs bringen und<br />
erste Erfolge vorweisen, sonst wird es mit zukünftigen Wahlergebnissen<br />
für die Grünen auch nicht mehr so gut aussehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Aus Ihrer Sicht haben wir es also mit einem reinen SPD-Problem zu tun?<br />
Immerhin wollten die Wähler offensichtlich keine weitere rot-grüne<br />
Koalition. Zudem profitiert eine kleine Partei normalerweise von niedriger<br />
Wahlbeteiligung, nicht wahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Die Wahlbeteiligung unterscheidet sich nicht besonders<br />
von der früherer Wahlen. Die Wählerinnen und Wähler wussten,<br />
dass sie diesmal mit ihrer Stimme die rot-grüne Regierung nicht abwählen<br />
konnten. Das wollten sie wohl auch nicht. Sie wollten einen Denkzettel,<br />
mehr wohl nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Damian2k+:<br />
</b>Meinen Sie, die Bundesregierung sollte ihren Kurs trotz der Wahlergebnisse<br />
beibehalten ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Das Problem ist, dass der Kurs der Bundesregierung<br />
nicht eindeutig und klar genug ist. Und mir fehlt auch die soziale Komponente<br />
sehr weitgehend. Ich will Reformen, aber ich will auch ein bisschen mehr<br />
Umverteilung von oben nach unten. Das heißt: Nicht nur die Arbeitslosen<br />
und Rentner und die geringverdienenden Verbraucher müssen die notwendigen<br />
Einsparungen erbringen, sondern alle, und vor allem die, die mehr haben<br />
und mehr verdienen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage zu Ihrem Statement, dass einige Mitglieder der Regierung<br />
ein &quot;unsicheres Bild&quot; abgeben würden:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>walter-rotgrün:<br />
</b>Welche Mitglieder der Bundesregierung sorgen denn Ihrer Ansicht<br />
nach für ein unsicheres Bild?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Das sind die Minister, die die Schwankungen im<br />
Kurs der Bundesregierung nach außen zu vertreten haben, also etwa<br />
der Finanzminister oder auch die Gesundheitsministerin, die zunächst<br />
von wesentlich geringeren Einsparnotwendigkeiten ausgegangen sind. Und<br />
etwa die Rentenbeiträge halbwegs stabil lassen wollten, sich dann<br />
aber immer wieder korrigieren mussten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudi: </b>Sollte<br />
Eichel nicht wenigstens z.B. durch Gabriel ersetzt werden? Der arme Kerl<br />
kann doch nun wirklich nichts für die verlorene Wahl.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Sicher lagen die Gründe für die Wahlniederlage<br />
in Niedersachsen nicht nur auf Bundesebene. Ich will jetzt niemanden aus<br />
der Verantwortung entlassen, aber Personalentscheidungen für die<br />
Bundesregierung stehen nicht an.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>z43:</b><br />
Die rot-grüne Koalition will das Reformtempo erhöhen. Geht das<br />
zulasten linker Positionen und wieweit wollen sie dem folgen z.B. beim<br />
Kündigungsschutz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Beim Kündigungsschutz kann man viel diskutieren,<br />
auch die Frage, ob er ab fünf Arbeitnehmern so wie bisher immer zwingend<br />
bleiben muss. Aber jetzt am Kündigungsschutz rumlaborieren, wäre<br />
ganz falsch, weil gerade die SPD vor der Bundestagswahl sich zu diesem<br />
Punkt festgelegt hat, und im Gegensatz zur Union immer wieder darauf gepocht<br />
hat, den Kündigungsschutz nicht anzutasten. Wenn wir Glaubwürdigkeit<br />
behalten und wiederherstellen wollen, müssen wir vor allem solche<br />
festen Wahlversprechen halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Plippy:</b><br />
Größtenteils sind die Stimmen von Arbeitern, Angestellten und<br />
Arbeitslosen der SPD an die CDU verloren gegangen. Warum nicht an die<br />
Grünen, denen die Interessen dieser Gruppe (soziale Gerechtigkeit<br />
und Umverteilung von oben nach unten) eher als der CDU am Herzen liegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Die Wahlentscheidung war wohl sehr stark bestimmt<br />
von der Überlegung, einen Denkzettel zu geben und weniger davon,<br />
dass nun Koch oder Westerwelle die Herzen zufliegen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hugo: </b>Glauben<br />
Sie, die neoliberalen Ideen (Kündigungsschutz, Arbeitszwang für<br />
unter 25jährige) eines Herrn Clement haben die SPD-Stammwähler<br />
abgeschreckt? Muss der Kanzler für solche Fehlgriffe nicht Verantwortung<br />
tragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Nicht alles was aus dem Wirtschaftsministerium<br />
kommt oder was dort gedacht wird, kann gleich dem Minister zugeschrieben<br />
werden. Bisher geht es um Überlegungen, und das, was etwa zu den<br />
Hartz-Vorschlägen umgesetzt wurde, kann nicht als neo-liberal verschrien<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>walter-rotgrün:</b><br />
Trotz guter Werte für die Grünen &#8211; war das nicht auch ein Denkzettel<br />
für Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Natürlich, die Grünen sind Teil der<br />
Koalition und der Regierung und haben auch Grund darüber nachzudenken,<br />
wie es jetzt mit den wichtigen innenpolitischen Themen weitergehen soll,<br />
um rasch zu konkreten Ergebnissen zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wir kommen nun zum zweiten aktuellen Thema, der Irak-Krise. Hier die erste<br />
Frage dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>limo:</b><br />
Sollte man den Irak nicht notfalls doch militärisch entwaffnen und<br />
das irakische Volk von diesem Diktator befreien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Der Sturz eines Diktators &#8211; wie Saddam Hussein<br />
im Zweifel einer ist &#8211; muss durch die eigene Bevölkerung erfolgen.<br />
Die Entwaffnung des Regimes kann am besten und schnellsten durch die UN-Inspektoren<br />
erfolgen. Diese waren schon sehr erfolgreich. Sie können sich im<br />
Irak völlig frei bewegen und die Waffen zerstören, die sie auffinden.<br />
Vor allem aber ist die Entwaffnung durch sie nicht mit dem Tod von möglicherweise<br />
100.000 Menschen, der Zerstörung des Landes und unendlichem Leid<br />
für viele Familien verbunden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>walter-rotgrün:</b><br />
Was ist mit einem Einsatz der Awacs-Flugzeuge in der Türkei bei einem<br />
möglichen Irak-Krieg? Ist eine Zustimmung des Bundestags notwendig?<br />
Da gibt’s auch keine eindeutigen Signale von Rot-Grün.</p>
<p><b> Hans-Christian Ströbele: </b>So lange die AWACS Flugzeuge<br />
ihre Arbeit auf das NATO-Gebiet wie etwa die Türkei beschränken<br />
ist eine Zustimmung des Bundestages nicht erforderlich. Erst wenn sie<br />
über die Grenzen hinaus, etwa im Irak, den USA für einen Krieg<br />
Ziele ausmachen oder andere Unterstützung leisten, müsste der<br />
Bundestag zustimmen. Eine solche Grenzüberschreitung will aber weder<br />
die Bundesregierung noch die Koalition.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>z43: </b>Hat<br />
die rot-grüne Regierung Beweise und Informationen über den Irak<br />
zurückgehalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Nein, alle Informationen die der Bundesregierung<br />
zur Verfügung stehen, wurden an die Inspektoren im Irak weitergegeben<br />
und von diesen vor Ort überprüft. Selbstverständlich gibt<br />
es immer auch Informationen, die nicht an die große Glocke gehängt<br />
werden können, aber diese wurden den Abgeordneten aller Fraktionen<br />
zugänglich gemacht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Erwarten Sie, dass am Mittwoch wirklich neue Beweise vorgelegt<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Das erwarte ich nicht. Es wäre völlig<br />
unverantwortlich von der US-Regierung, wenn sie von Massenvernichtungswaffen<br />
und Raketen im Irak gewusst hätte oder weiß und wenn sie diese<br />
Information nicht unverzüglich an die Inspektoren im Irak weitergibt,<br />
damit diese die Angaben überprüfen und gegebenenfalls solche<br />
Waffen entsprechend ihrem Auftrag sofort vernichten können. Deshalb<br />
gehe ich davon aus, dass neues, bisher den Inspektoren nicht bekanntes<br />
nicht mitgeteilt und nicht bewiesen werden kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>War der Termin eine Brüskierung Außenminister Fischers,<br />
da er eigentlich am gleichen Tag mit Blix verabredet war?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Ich glaube nicht, dass Präsident Bush so<br />
genau über die Besuchstermine des deutschen Außenministers<br />
informiert ist und seine Terminplanung auf eine Störung des deutschen<br />
Terminkalenders ausrichtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peacecorp:</b><br />
Warum dreht sich die Frage nur um Krieg oder nicht Krieg? Es gibt doch<br />
weitere Mittel zur Konfliktbearbeitung, aber von den Grünen höre<br />
ich auch leider nicht viel dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Es gibt sicher sehr wirksame Mittel, auch zur<br />
Lösung des Irakkonfliktes. Einige, wie der Einsatz der UN-Inspektoren,<br />
sind mitten in der Anwendung. Nur scheint das die US-Administration wenig<br />
zu kümmern. Sie ist offenbar entschlossen, diesen Krieg zu führen,<br />
unabhängig davon, was die Inspektoren mit ihrer Arbeit erreichen<br />
können. Deshalb ist derzeit die Verhinderung des Krieges eine sehr<br />
zentrale Aufgabe geworden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lutzs: </b>Was<br />
ist mit der Unterstützung durch Überlassung von Stützpunkten,<br />
Überflugrechten etc. Gutachten des Bundestags sagen, dass diese bei<br />
einem Angriff der USA ohne UNO-Mandat nicht gewährt werden dürften?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Ein Angriff der USA auf den Irak ohne UNO Mandat<br />
wäre ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg und deshalb nach<br />
dem Grundgesetz verfassungswidrig. Dieser Auffassung bin ich schon lange.<br />
Die juristischen Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes haben mich<br />
bestätigt, ein solcher Krieg dürfte in Deutschland auch nicht<br />
dadurch unterstützt werden, dass Luftbasen zur Verfügung gestellt<br />
werden. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das Auswärtige Amt zur<br />
der Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt. Und die letzte Resolution<br />
des Weltsicherheitsrats Nr. 1441 als ausreichende Legitimation für<br />
einen Krieg gegen den Irak in Betracht zieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Klaus-Jürgen:<br />
</b>Wenn es ein zweites, eindeutiges UNO-Mandat gibt, würden<br />
Sie dann einen Militärschlag gegen den Irak mittragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Nein, ich halte einen solchen Krieg für falsch<br />
und die Folgen für nicht verantwortbar. Ich weiß, dass die<br />
Zustimmung von Mitgliedern des Weltsicherheitsrats zu solchen Resolutionen<br />
häufig auch aus wirtschaftlichen und anderen Interessen heraus erfolgt.<br />
So möchte Russland den unmenschlichen Krieg in Tschetschenien ungehindert<br />
weiterführen und könnte deshalb zum Einlenken bereit sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lutzs: </b>Werden<br />
Sie in Sachen Awacs &#8211; wenn es zu einer Bundestagsabstimmung kommt &#8211; mit<br />
Nein stimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b>&#8230;oder<br />
sich einer Fraktionsdisziplin beugen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Fraktionsdisziplin muss sein. Ohne sie wird es<br />
jede Regierung schwer haben, aber Fraktionsdisziplin hat Grenzen. Für<br />
die Frage einer Zustimmung zu Krieg und Frieden kann dies kein entscheidender<br />
Gesichtspunkt sein. Davon werde ich mich bei einer Entscheidung im Bundestag<br />
leiten lassen. Zu dem AWACS Einsatz plant die Bundesregierung keine Entscheidung<br />
des Bundestages herbeizuführen.<br />
Deshalb stellt sich hierzu die Frage nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Klaus-Jürgen:<br />
Sie sagen, wenn Angriff ohne Uno-Mandat &#8211; keine Unterstützung Deutschlands.<br />
Dann wäre doch einen Klage vor dem Verfassungsgericht zur Klärung<br />
dieser Streitfrage angemessen. Werden Sie klagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Die Klagemöglichkeiten beim Bundesverfassungsgericht<br />
sind sehr eingeschränkt. Nicht jeder kann so einfach das Bundesverfassungsbericht<br />
anrufen. Ob das Bundesverfassungsgericht zu einer solchen Frage angerufen<br />
wird, ist überhaupt nicht vorauszusagen, weil wir nicht wissen, welche<br />
Situationen konkret werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nasa:</b><br />
Glauben sie, dass es lediglich um Öl geht? Auch &quot;Kriegsgegner&quot;<br />
wie Frankreich haben ihre Interessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele: </b>Ganz sicher haben viel Länder und Industrien<br />
im Irak ihre Interessen. Dazu gehören auch Frankreich und Russland.<br />
Die Frage des Öls ist eine der wesentlichen Interessen der USA, die<br />
zu diesem Krieg führen können. Das wird von Ministern in der<br />
US-Administration &#8211; wie dem Verteidigungsminister Rumsfeld &#8211; gar nicht<br />
bestritten, sondern bestätigt und für viele US-Journalisten<br />
scheint ein solcher Kriegsgrund auch kein Problem zu sein. Für mich<br />
dürfen nationale ökonomische Interessen aber niemals ein Grund<br />
sein, Krieg gegen ein Land zu führen. Das Ist Imperialismus, dem<br />
ich mich immer widersetzen werde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nasa:</b><br />
Wird die Politik dieser Tage militarisiert und Krieg zum Spektakel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Christian<br />
Ströbele:</b> Es besteht die große Gefahr, dass Krieg<br />
als Mittel der Politik nicht nur in den USA, sondern auch in Europa als<br />
ganz normal und normales Mittel der Politik angesehen wird. Der Krieg<br />
gegen den Irak droht zu einem Medienspektakel zu werden, bei dem niemand<br />
mehr daran denkt, welch unendliches Leid, Tod und Zerstörung er für<br />
die betroffene Bevölkerung bringt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Gäste! Unsere Zeit ist leider bereits abgelaufen. Im Namen<br />
der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de wünschen wir allen Beteiligten einen schönen<br />
Abend. Vielen Dank besonders an Sie, Herr Ströbele! </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Hans-Christian Ströbele:<br />
Danke auch, und schöne Grüße. Wie sehen uns am Brandenburger<br />
Tor bei der Antikriegsdemo!<br />
</span><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> </span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Mehr Informationen zu </b>
</p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="650">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="545">
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.stroebele-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Christian<br />
			Ströbele</a></span></li>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			tacheles.02 ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
			und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
			wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a>.</span>
			</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Christean Wagner, dem Justizminister in Hessen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_christean_wagner_dem_justizminister_in_hessen-331/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_christean_wagner_dem_justizminister_in_hessen-331/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Christean Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Strafvollzug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cwagner2.jpg" alt="Christian Wagner" align="left" height="113" width="87" /></b> 
</span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean 
Wagner:</b> Wir sind bereit.</span>
</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cwagner2.jpg" alt="Christian Wagner" align="left" height="113" width="87" /></b><br />
</span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Wir sind bereit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wunderbar, dann fangen wir an, Herr Wagner, sehr geehrte Damen und Herren!<br />
Herzlich Willkommen im <b>tacheles.02 Live-Chat</b>. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von Der Tagesspiegel. Unser heutiger Gast in Wiesbaden ist Christean Wagner,<br />
Justizminister in Hessen, CDU. Herr Minister Wagner, sind Sie bereit für<br />
sechzig Minuten Diskussion mit unseren Nutzern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Wagner, eine erste Frage von uns. Sie gelten als „law-and-order“-Hardliner.<br />
Haben Sie in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode Ihre Ziele erreicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Ja, Hessens Gefängnisse sind sicherer geworden.<br />
Die Überbelegung der Gefängnisse ist massiv abgebaut worden,<br />
und zwar von 25 Prozent auf Prozent. Das ist auch ein Beitrag zur Sicherheit<br />
unserer Bürger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wir haben hier bereits mehrere Fragen, die sich mit der Verschärfung<br />
von Haftbedingungen etc beschäftigen. Ich greife als erstes die Frage<br />
des Nutzers Joei auf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
Herr Wagner hat bei Amtsantritt den „härtesten Strafvollzug<br />
Deutschlands“ für Hessen angekündigt. Trotzdem ist die<br />
Kriminalität im vergangenen Jahr gestiegen. Schrecken hohe Strafen<br />
und ein scharfer Strafvollzug potentielle Straftäter wirklich ab?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Das ist so nicht richtig. Die Kriminalität in Hessen<br />
hat zum Beispiel bei den Einbruchsdiebstählen um 10 Prozent bei den<br />
Raubüberfällen um 17 Prozent abgenommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nun, insgesamt kam aber offensichtlich eine andere Bilanz heraus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berti:</b><br />
Die Kriminalität ist im letzten Jahr in Hessen um über 5 Prozent<br />
gestiegen. Das ist doch ein schlechtes Zeugnis für Sie und Herrn<br />
Koch, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Das ist pure Wahlkampfpropaganda der hessischen Opposition.<br />
Endgültige und verlässliche Zahlen für das Jahr 2002 gibt<br />
es noch in keinem Bundesland und auch nicht auf Bundesebene. Jedenfalls<br />
ist richtig, dass in den letzten vier Jahren in Hessen die Kriminalität<br />
zurückgegangen ist und dass Hessen auch im Vergleich zum Bundestrend<br />
eine deutlich geringere Kriminalitätsquote aufweist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die Zahlen sind also regelrecht von der Opposition erlogen worden? Oder<br />
ist das nur ein Streit unter Statistikern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Beides ist richtig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oliver Pohland:</b><br />
Herr Wagner, Sie behaupten immer Hessen sei sicherer geworden. Geben sie<br />
mir doch mal drei nachvollziehbare Beispiele.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Der Innenminister Volker Bouffier hat im letzten Jahr<br />
1.300 neue Polizeiautos angeschafft damit die Polizei mindestens so schnell<br />
ist wie die Verbrecher, die sie jagt.<br />
Zweitens hat Bouffier außerdem an jedem Arbeitsplatz der Polizeibeamten<br />
einen PC mit modernen Kommunikationsprogrammen gestellt, damit die Nachricht<br />
von dem Diebstahl eines Autos z.B. in Wiesbaden schneller an der deutsch-polnischen<br />
Grenze ist als der Dieb mit seinem Auto die Grenze erreicht hat. <br />
Drittens: die Anzahl der Haftmissbräuche in Hessen ist in den letzten<br />
vier Jahren um 95Prozent (!) zurückgegangen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wir bleiben noch eine Weile beim Strafvollzug:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Meisterkoch:</b><br />
Wieso wollen Sie privates Haftpersonal einführen, wo ist der Sinn<br />
und Zweck?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Der hoheitliche Bereich des Strafvollzugs bleibt in der<br />
Hand von Beamten. Aber Gebäudemanagement, Ausbildung, Fortbildung,<br />
Bereitstellung von Arbeitsplätzen, Essen und Verpflegung, Bekleidung<br />
und Gesundheitsvorsorge können ohne weiteres &#8211; möglicherweise<br />
kostengünstiger &#8211; von Privaten übernommen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
Was ist besser: Ein harter Strafvollzug zur Abschreckung Krimineller oder<br />
eine gute Betreuung Gefangener zur Vorbereitung auf ein Leben nach dem<br />
Knast?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Beides schließt sich nicht aus, sondern ergänzt<br />
sich notwendig. Deshalb betreibt das Hessische Justizministerium mit großem<br />
Einsatz beides.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
Warum wurde trotz der immer wieder betonten Dringlichkeit immer noch kein<br />
neues Gefängnis in Hessen gebaut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Zunächst ist richtig: Die rot-grüne Vorgängerregierung<br />
hat in acht Jahren kein neues Gefängnis zustandegebracht. Die Regierung<br />
Koch/Wagner hat die Voraussetzungen für die Errichtung eines neuen<br />
Gefängnisses mit 500 Haftplätzen, Standort Hünfeld, geschaffen.<br />
Das Gefängnis wird im Jahre 2005 bezogen werden. Außerdem hat<br />
diese Landesregierung bereits 525 neue Haftplätze im geschlossenen<br />
Männervollzug geschaffen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie wurden von der Opposition kritisiert, weil lediglich der Baubeginn<br />
einer Zufahrt für den Gefängnisneubau in Hünsfeld gefeiert<br />
wurde; ist das legitime Wahlkampfmittel „Spatenstich“ hier<br />
gut eingesetzt worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Der Bauauftrag wird im nächsten Monat vergeben.<br />
Der besagte Spatenstich war der demonstrative Beginn der Maßnahme.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>StefanH:</b><br />
Wie wird dieses neue Gefängnis eigentlich aussehen &#8211; ähnlich<br />
luxuriös wie damals Weiterstadt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Nein. Während in Weiterstadt ein Haftplatz 250..000<br />
€ kostete, wird er in Hünfeld nur etwa 50.000,&#8211; € kosten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Frage zum Sexualstrafrecht. Soll Kinderschändern auch mit der<br />
Todesstrafe gedroht werden, will &quot;penalty&quot; wissen&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Als engagierter Christ bin ich entschiedener Gegner der<br />
Todesstrafe. Das Grundgesetz lässt sie auch nicht zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Claas:</b><br />
Warum sollen die Gesetze gegen Sexualtäter verschärft werden?<br />
Genügt es nicht, die jetzigen auszureizen???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Ich verspreche mir von einer Verschärfung eine höhere<br />
Abschreckung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hart:</b><br />
Behindern die harten Gesetze und Vorschriften nicht die Freiheitsrechte<br />
der Bürger?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Nein, wer sich strafbar macht, hat nach unseren Gesetzen<br />
aufgrund richterlicher Entscheidung für einen bestimmten Zeitraum<br />
sein Recht auf Freizügigkeit verwirkt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oliver Pohland:</b><br />
Sind Sie denn der Meinung, die jetzige Gesetzeslage wird nicht genügend<br />
ausgereizt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Höhere Strafrahmen führen zu höheren Strafen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bild:</b><br />
Wie stehen Sie zu Ihren eigenen kleinen Sünden? Sie mussten schon<br />
mal den Führerschein abgeben. Und aufgrund ihrer Weigerung auf die<br />
Zigarette zu verzichten, musste die Feuerwehr ausrücken. Sollten<br />
Sie nicht eigentlich auch eine Vorbildfunktion haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
passend dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>curtis_newton:</b><br />
Was für Verbrechen meinen Sie denn? Sie haben sich doch auch schon<br />
mal strafbar gemacht&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Strafbar habe ich mich nicht gemacht: Für meine<br />
beiden Sünden habe ich ausreichend gebüßt: für das<br />
zu schnelle Fahren habe ich einen Monat Fahrverbot erhalten, und den Einsatz<br />
der Feuerwehr bezahlt. Auch ein Justizminister ist Mensch und daher nicht<br />
völlig fehlerfrei.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage von &quot;Bild&quot;:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bild:</b><br />
Hardliner einerseits, Temposünder andererseits. Herr Wagner, hegen<br />
sie Sympathie für Kavaliersdelikte oder wollen Sie auch hier einen<br />
strikten Kurs?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Auch hier bin ich für strikte und konsequente Reaktion<br />
des Staates.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Liane:</b><br />
Soll es auch schärfere Gesetze für Geschwindigkeitsüberschreitungen<br />
geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Die gegenwärtige Rechtslage reicht aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zu einem weiteren Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michael W.:</b><br />
Was hat aber nun die Landesregierung vor, um gegen Internetkriminalität<br />
vorzugehen? Raubkopiererei und Kinderpornographie ist dort ja keine Seltenheit!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Für das Strafrecht ist der Bundestag zuständig.<br />
Wir Hessen statten die Polizei und die Staatsanwaltschaft für die<br />
diesbezügliche Verbrechensbekämpfung ausreichend aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Wahlkampf &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei: </b>Angesichts<br />
der aktuellen Umfragewerte für ihre Partei: ist ihnen eine Alleinregierung<br />
der CDU mit absoluter Mehrheit nicht lieber? Könnten Sie dann nicht<br />
endlich viel härter durchgreifen, wie Sie das so oft fordern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Wir haben mit der FDP hervorragende Regierungsarbeit<br />
auch im Bereich der Strafverfolgung geleistet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
Falls die CDU am 2. Februar gewinnt, werden sie auch danach noch Justizminister<br />
sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Das entscheidet der Ministerpräsident.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>d.penalty:</b><br />
Es gab im Vorfeld Kritik über die Größe der Wahlkreise,<br />
ist das berechtigt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Die Gültigkeit der Wahl wird von niemandem ernsthaft<br />
in Frage gestellt, weil die Zusammensetzung des Landtages von der Wahlkreisgröße<br />
unabhängig ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Landor:</b><br />
Zur FDP: diese haben den Slogan &quot;Zuviel Koch verdirbt den Brei&quot;.<br />
Was halten Sie davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Nichts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michael W.:</b><br />
Nun hat aber die FDP in Hessen verlauten lassen, dass sie, sollte die<br />
CDU eine Absolute Mehrheit erreichen, nicht mitregieren will!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Wir wollen die Fortsetzung der Koalition mit der FDP.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ingrid:</b><br />
Glauben Sie denn, dass Roland Koch die ganzen vier Jahre bleibt, oder<br />
wird er zum Kanzlerkandidat gekürt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Roland Koch ist angetreten, um weitere fünf Jahre<br />
Ministerpräsident in Hessen zu bleiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michael W.:</b><br />
Wie sieht es mit der Gültigkeit der Bundestagswahl letzen Jahres<br />
aus, die wurde von der CDU schon in Frage gestellt, wird man da von der<br />
CDU noch was hören, oder verläuft sich das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Das Problem besteht darin, dass es bei Überhangmandaten<br />
keine Ausgleichsmandate gibt. Deshalb hat die SPD mehr Abgeordnete, als<br />
ihr prozentual zustehen. Dies wird verfassungsrechtlich geprüft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berti:</b><br />
Wie stehen sie zu den Unterschriftenlisten gegen die doppelte Staatsbürgerschaft,<br />
die Herr Koch 1999 für den Wahlkampf benutzte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Ich war von Anfang an dafür.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>d.penalty:</b><br />
Wieso klopft die CDU in diesem Wahlkampf nicht auf die Ausländer<br />
ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Die CDU hat noch nie &quot;auf die Ausländer eingeklopft&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Müller:</b><br />
Was spricht für die Unterschriftenkampagne?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Sie meinen den Wahlkampf 1999: Wer bei uns die vollen<br />
Bürgerrechte erlangen will und dauerhaft in Deutschland bleiben will,<br />
soll sich ungeteilt zu unserem Land bekennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bökels_neue:</b><br />
Was machen Sie, wenn Koch der neue Kanzlerkandidat wird? Wer könnte<br />
sein Nachfolger werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Diese Frage stellt sich derzeit nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>christean_anders:</b><br />
Was halten Sie vom Herausforderer Gerhard Bökel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Um höflich zu bleiben: verhältnismäßig<br />
wenig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sträfling:</b><br />
Gewinnen Sie diesmal ihren Wahlkreis?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Ich hoffe es.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Und eine weitere Frage zu Ihrem Wahlkreis:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oliver Pohland:</b><br />
Dr. Wagner, was tun Sie in Ihrer Doppelfunktion als Landtagsabgeordneter<br />
und Justizminister eigentlich für Ihren Wahlkreis, ist da Arbeit<br />
vor Ort überhaupt noch drin? Ich kenne die Region dort und mich würde<br />
interessieren, wie Sie sich einbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Gerade mit meinen Möglichkeiten als Kabinettsmitglied<br />
habe ich für meinen Wahlkreis sehr viel tun können: Förderung<br />
durch das Land für Ortsdurchfahrten, für die Ausweisung von<br />
Interkommunalen Gewerbegebieten, für Ortsumgehungen und bei der Förderung<br />
von Vereinen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
1999 haben CDU und FDP entgegen den Prognosen die Wahl gewonnen. Halten<br />
sie diesmal eine Wählerentscheidung entgegen den Prognosen auch für<br />
möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Gezählt wird erst am Sonntag um 18.00 Uhr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Michael W.:</b><br />
Herr Wagner, wie soll eigentlich ihre eigene persönlich Karriere<br />
politisch weiter gehen? Streben sie nach Höherem oder sind sie als<br />
Justizminister zufrieden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Mir macht meine Arbeit als Justizminister sehr viel Freude.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oliver Pohland:</b><br />
Warum mag die Hessen CDU Frau Merkel nicht?? Weil sie aus dem Osten ist??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Die Unterstellung ist falsch. Die CDU Hessen steht geschlossen<br />
hinter unserer Bundesvorsitzenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hier sind noch einige Fragen zum Strafvollzug (in Hessen und insgesamt)<br />
eingegangen, die ich gerne weiterleiten möchte:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blandsan:</b><br />
Frage zum Sexualstrafrecht: Geht es nur um die Strafhöhe oder auch<br />
um Sicherheitsverwahrung von Sexualstraftätern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Natürlich geht es auch um die Sicherungsverwahrung:<br />
Sexualstraftäter können &quot;tickende Zeitbomben&quot; sein,<br />
daher muss ein Richter auch nachträglich eine Sicherungsverwahrung<br />
anordnen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>d.penalty:</b><br />
Ab wann sollte ein Sexualtäter denn für immer weggeschlossen<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Wenn er weiterhin eine mögliche Gefahr für<br />
potentielle Opfer ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joei:</b><br />
Der Staat macht stets nur Strafverfolgung? Welche Möglichkeiten haben<br />
Justiz und Polizei, um auch vorbeugend aktiv zu werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> In Hessen gibt es &#8211; bundesweit gesehen &#8211; das dichteste<br />
Netz von örtlichen Präventionsräten, an denen Polizei,<br />
Staatsanwaltschaft, Soziale Dienste und andere Bürgervertretungen<br />
mitarbeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HarterHund:</b><br />
Sie fordern, dass ausländische Gefangene ins Ausland geschoben werden,<br />
um ihre Haftstrafe dort abzusitzen. Dabei sind diese doch in aller Regel<br />
erst in Deutschland kriminell geworden. Deutschland produziert diese Kriminellen,<br />
und schiebt sie dann ab?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Nicht Deutschland &quot;produziert Kriminelle&quot;,<br />
sondern Straftäter produzieren Kriminalität. Ein Haftplatz kostet<br />
den Steuerzahler 30.000 Euro pro Jahr. Es ist nicht mehr als recht und<br />
billig, dass straffällig gewordene Ausländer in ihrem Heimatland<br />
die Strafhaft verbüßen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>d.penalty:</b><br />
Die Polizeigewerkschaft sagt zurecht, es fehlen 700 Stellen. Wieso hat<br />
die CDU ihre vollmundigen Versprechungen aus dem Wahlkampf nicht wahr<br />
gemacht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner:</b> Die Zahlen der Polizeigewerkschaft sind nicht zutreffend.<br />
Es gibt jetzt mehr Polizeibeamte auf Streife als früher.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zur letzten Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lula:</b><br />
Wie stehen Sie eigentlich zum Irak Konflikt und den damit einherrschreitenden<br />
Anti-Terror Gesetze?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner: </b>Internationaler Terror muss auf allen Ebenen bekämpft<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Gäste! Unsere Zeit ist leider bereits abgelaufen. Im Namen<br />
der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de wünschen wir allen Beteiligten einen schönen<br />
Abend. Vielen Dank besonders an Sie, Herr Wagner in Wiesbaden! Wir würden<br />
uns freuen, Sie bei unseren nächsten Chats begrüßen zu<br />
dürfen. Es folgen noch die Termine der tacheles.02-Chats der nächsten<br />
Tage&#8230;<br />
30.1. (Do) 17.00-18.00 Uhr: Wolfgang Jüttner, SPD-Umweltminister<br />
Niedersachsen<br />
03.2. (Mo) 17.00-18.00 Uhr: Christian Ströbele, stellv. Fraktionsvorsitzender,<br />
Grüne<br />
05.2. (Mi) 17.00-18.00 Uhr: Angela Merkel, Vorsitzende der CDU/CSU<br />
12.2. (Mi) 17.30-18.30 Uhr: Friedbert Pflüger,außenpol. Sprecher<br />
der CDU/CSU</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christean<br />
Wagner: </b>Herzliche Grüße zurück. Der Internet-Chat<br />
&#8211; mein erster &#8211; hat mir viel Freude bereitet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">M<b>oderator:</b><br />
Das freut uns! Hoffentlich auf ein nächstes Mal, Herr Wagner und<br />
einen schönen Rest-Tag!</span>
</p>
<p>
<b>Mehr Informationen zu </b>
</p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="650">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="545">
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.christean-wagner.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christean<br />
			Wagner</a></span></li>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			tacheles.02 ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
			und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
			wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a>.</span>
			</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_christean_wagner_dem_justizminister_in_hessen-331/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Mobiles Amt marschiert auf Titelseite</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-mobilamt-shtml-2849/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-mobilamt-shtml-2849/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Laptop]]></category>
		<category><![CDATA[Mobiles Bürgerbüro]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Kurier]]></category>
		<category><![CDATA[E-Mobility]]></category>
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					<description><![CDATA[Mobile Alleskönner]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mobile Alleskönner<!--break--><br />
                  <br />Das „Amt der Zukunft“ soll zwanzig Zentimeter im Durchmesser messen und sich bequem unter den Arm klemmen lassen. Warteräume, Abreißzettel, und Kassenschalter wären Vergangenheit. Der Bürger mache sich nicht länger auf den Weg, sondern die Behörde kommt zu ihm. Was sich anhört wie eine ferne Vision, soll in Berlin schon bald Realität werden: das mobile Bürgeramt. Die zentrale Rolle spielt das Endgerät, „ein mobiler Alleskönner“, der nicht nur alle relevanten Informationen zuverlässig abrufen und anzeigen, sondern auch drucken, Dokumente einlesen, Signaturkarten überprüfen sowie Gebühren, etwa per EC-Karte, einziehen können. „Das Vorhaben ist revolutionär“, heißt es auf der Seite von<br />
                  <a href="http://www.berlin.de/SenWiArbFrau/ProjektZukunft/egovernment/initiativen-projekte/rahmen_breitbandmobil_initiativen_ivu.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt Zukunft</a> der Stadt Berlin. Geplant ist, dass die Sachbearbeiter der Bürgerämter mit ihren mobilen Endgeräten Verwaltungsangelegenheiten direkt beim Bürger erledigen können. An Orten wie Krankenhäusern, Seniorenheimen, Schulen und Kindertagesstätten würden davon insbesondere die Bevölkerungsgruppen profitieren, für die der Gang zum Amt zu weit oder der Weg über das Internet nicht möglich ist. Geplant ist, dass die mobilen Bürgerdienste alle Behördengänge zu Wohngeld, Familien- und Jugendangelegenheiten, Ausländerangelegenheiten, Sozialleistungen, Pass- und Personalausweisangelegenheiten oder Fundsachen umfassen sollen. Das vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Wettbewerbes<br />
                  <a href="http://www.mobilmedia-info.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;MobilMedia&#8221;</a> geförderten Projekt Bürgerdienste der Berliner Senatsverwaltung für Inneres trage die Anforderungen der Bürgerämter an die Entwickler des „Alleskönners“ heran. Geplant ist es, dass die Dienste ab 2004 stadtweit abrufbar sind. Davor sollen sie in den Bezirken Pankow und Spandau erprobt werden.</p>
<p>Seit einem halben Jahr arbeitet das Berliner Softwarehaus<br />
                  <a href="http://www.ivu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IVU Traffic Technologies AG</a> gemeinsam mit dem<br />
                  <a href="http://www.hhi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich-Hertz-Institut</a> an dem Vorhaben. Nach ersten Besuchen der Bürgerämter, einer Analyse der Anforderungen und detaillierter Datenerhebung haben die Entwicklungsteams ihre Arbeit aufgenommen. Institut und Unternehmen haben eine erste Demo-Version des mobilen Start-Infosystems über Wireless-LAN fertiggestellt. Am 10. Dezember wurde der Kooperationsvertrag zwischen den Partnern Heinrich-Hertz-Institut, der IVU Traffic Technologies AG und der Senatsverwaltung für Inneres geschlossen. Als Förderung erhält das Land Berlin bis 2004 760.000 Euro vom Bundeswirtschaftsministerium.</p>
<p>
                  <strong>Kooperation zwischen Berlin und Bremen</strong><br />
                  <br />Auch das Bundesland Bremen schließt sich dem Projekt an und hat die IVU Traffic Technologies AG beauftragt, das Informationssystem für Bürgerämter auf die neuen lokalen Dienstleistungszentren Bremens zu installieren. Grundlage für den Auftrag ist das Verwaltungsabkommen der Länder Berlin und Bremen über die Zusammenarbeit im E-Government. Auf der Basis dieser Vereinbarung macht das Land Berlin den Einsatz der IT-Lösung für die Berliner Ämter auch in den Bremer lokalen Dienstleistungszentren möglich und liefert die organisatorischen Grundlagen und Fachinhalte. Die IVU ist für die Realisierung des Systems zuständig. Weitere Projektpartner sind die<br />
                  <a href="http://www.ikv.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IKV++ Technologies AG</a> und die<br />
                  <a href="http://www.psi.de">PSI AG</a>.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="134" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33" height="16">
<div class="tidy-2">Erschienen am 16.1.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Schily in der Top Ten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-studien-topten-shtml-2954/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[BundOnline 2005]]></category>
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					<description><![CDATA[Die eGovernment-Initiative BundOnline 2005 hat laut Innenminister Otto Schily das Klassenziel erreicht. Er zeigt sich zufrieden mit dem Erreichten und verkündet den Beginn einer neuen Phase. Doch Studien und Experten sehen die derzeitige Situation lange nicht so positiv.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die eGovernment-Initiative BundOnline 2005 hat laut Innenminister Otto Schily das Klassenziel erreicht. Er zeigt sich zufrieden mit dem Erreichten und verkündet den Beginn einer neuen Phase. Doch Studien und Experten sehen die derzeitige Situation lange nicht so positiv.<!--break--><br />
                    
                  </p>
<p>Am 11.Dezember 2002 hat Innenminister Schily in Berlin dem Bundeskabinett einen Bericht über die Entwicklung der eGovernment-Initiative BundOnline 2005 vorgelegt. Mit dieser Jahresbilanz wird der Umsetzungsplan fortgeschrieben, den das Kabinett im November 2001 verabschiedet hatte. Der Plan legt fest, in welcher Reihenfolge die mehr als 350 internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung realisiert werden sollen. Schily selbst äußerte sich zufrieden über die Entwicklung des E-Government-Projekts: &#8220;Ende dieses Jahres bieten die Bundesbehörden bereits mehr als 160 Dienstleistungen im Internet an. Damit haben wir das im Umsetzungsplan festgelegte Ziel für 2002 erreicht.“.</p>
<p>
                  <strong><br />
                  <br />Stärkere Vernetzung mit Ländern und Kommunen</strong><br />
                  <br />Nun plant der Bund verstärkt, eGovernment-Projekte gemeinsam mit Ländern und Gemeinden in Angriff zunehmen. Dazu erteilte das Kabinett dem Bundesinnenministerium am 11.12.2002 den Auftrag. &#8220;Länder und Kommunen sollen von unseren Erfahrungen profitieren können. Wir treten jetzt in eine neue Phase des E-Government ein, indem wir die erfolgreiche Initiative des Bundes mit den Aktivitäten der anderen Verwaltungsebenen in Ländern und Kommunen verbinden. Für die Bürgerinnen und Bürger ist es unerheblich, wer eine Dienstleistung im Internet erbringt. Sie möchten ihre Verwaltungsangelegenheiten schnell und unkompliziert erledigen, unabhängig davon, ob der Bund, ein Land oder eine Kommune ihr Ansprechpartner ist. Deshalb wollen wir die Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen schnell überwinden. Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger&#8221;, so der Bundesinnenminister. Wobei der größte Teil der Kommunen in großer Finanznot ist und in der Hinsicht vom Bund mit Geldmitteln unterstützt werden müsste.</p>
<p>
                  <strong><br />
                  <br />Kosten = Nutzen?</strong><br />
                  <br />Durch<br />
                  <a href="/egovernment/bund/bundonline.shtml">BundOnline 2005</a>, initiiert im September 2000, hat sich die Bundesregierung verpflichtet, alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung bis zum Jahr 2005 online bereit zu stellen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Dem stehe nach der Umsetzung ein jährliches Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Euro<br />
                  <a href="/egovernment/bund/bundonline.shtml">gegenüber</a>. Diese Rechnungen gehen aber nur dann auf, wenn einerseits die Kosten für die Anschaffung der IT-Technologie und für die Schulung des Personals nicht zu hoch ausfallen. Und andererseits die Bürger und die Wirtschaft die Systeme dann annehmen. Das<br />
                  <a href="http://www.bmi.bund.de/dokumente/Rede/ix_40112.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innenministerium</a> geht laut<br />
                  <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,206676,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel online</a> hoffnungsvoll von einer „alltäglichen“ Internetnutzung des größten Teiles der Bürger aus. „Ziel ist das Internet für alle“. Doch laut der internationale<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egov2.shtml" target="_top" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zu Government Online von<br />
                  <a href="http://www.emnid.tnsofres.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emnid</a> nutzen bis jetzt nur 18 Prozent die Dienstleistung von Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen sowie von Verwaltungen der Bundesländer oder des Bundes. Beim persönlichen Datenaustausch mit den virtuellen Behörden nutzen nur 4 Prozent die Angebote. Und da die<br />
                  <a href="/egovernment/studien/buerger.shtml">Bürger</a> „Alles“ wollen – eGovernment und persönliche Beratung – ist es schwierig zu beantworten, ob sich die Kosten wirklich mit dem Nutzen bezahlt machen. Zu den 160 bereits verfügbaren Online-Dienstleistungen gehören zum Beispiel die elektronische Beschaffung für die öffentliche Hand (<br />
                  <a href="http://www.bescha.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beschaffungsamt</a> des BMI), die<br />
                  <a href="http://www.zoll.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zollauktion</a>, die<br />
                  <a href="http://www.bundesverwaltungsamt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bafög-Rückzahlung</a> und<br />
                  <a href="http://www.elster.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elster</a>, die Elektronische Übertragung von Steuererklärungsdaten.</p>
<p>
                  <strong>Auf dem Weg, aber noch lang nicht am Ziel</strong><br />
                  <br />„Unabhängige Studien bescheinigen der deutschen eGovernment Initiative deutliche Verbesserungen und einen Platz unter den Top Ten&#8221;, sagte Schily nach der Kabinettssitzung. Damit spielt er wahrscheinlich auf die<br />
                  <a href="/egovernment/studien/vision.shtml">Accenture</a> Studie an. Allerdings haben zwar die Bundesdienstleister Fortschritte gemacht, doch dieselbe Studie bemängelt die weiterhin schleppenden Dienste der Kommunen. Für die finanzschwachen Kommunen rechnen sich große Investitionen in die Erweiterung des Online-Angebots erst bei einer signifikant höheren Nutzung des Webangebots. Holger Bill, Geschäftführer von Accenture rät dazu in einem Interview gegenüber politik-digital.de: &#8220;Regionale Zusammenschlüsse können hier viel möglich machen.“<br />
                  <br />Auch gibt es von Seiten der Bürger laut der oben genannten Emnid Studie immer noch<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egov2.shtml">Berührungsängste</a> gegenüber diesen Angeboten. Laut dieser Studie liegt Deutschland auch nur auf dem 18. von 31 Plätzen. Dr. Antje Stobbe von der Dresdener Bank kam ebenfalls zu dem<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egovdb.shtml">Ergebnis</a>, daß zwar „im vergangenen Jahr große Fortschritte erzielt worden sind“, die Virtualisierung des Staates vielfach aber noch in den Kinderschuhen stecke. Die Autoren der eEurope-Benchmark-Studie von &#8221;<br />
                  <a href="http://www.de.cgey.com/servlet/PB/menu/1003528/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cap Gemini Ernst &amp; Young</a>&#8221; kamen zu dem<br />
                  <a href="/egovernment/studien/eu2.shtml">Ergebnis</a>, dass die besten Dienste von Behördendiensten erzielt wurden, die wenig komplex strukturiert sind und zugleich durch eine zentrale Organisation koordiniert werden. „Zuviele Köche verderben den Brei“ sagte in diesem Sinn Willi Kaczorowski, Leiter des Geschäftsbereichs Public Services bei &#8220;Cap Gemini Ernst &amp; Young&#8221; Zentraleuropa im<br />
                  <a href="/egovernment/bund/kaczorowski.shtml">Interview</a> mit politik-digital.de. Das Fehlen einer nationalen Strategie ist für ihn einer der Hauptkritikpunkte. Er schlägt ein Bündnis Deutschland Online vor, um die eGovernment Vorhaben der Kommunen und des Bundes zu koordinieren. Ob<br />
                  <a href="http://www.bundonline2005.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BundOnline 2005</a> dazu in der Lage sei, vermag er bis jetzt nicht zu erkennen.</p>
<p>Trotz all dieser Einwände sieht der Bundesinnenminister das Projekt BundOnline 2005 als Erfolg: „Wir sind auf einem guten Weg, Bürgerinnen und Bürgern Verwaltungsdienstleistungen einfacher, schneller und kostengünstiger anzubieten.“ Und um diesen Glauben an die Zukunft der Kundenfreundlichkeit des Projektes zu demonstrieren, verschickt das ans Bundesinnenministerium angekoppelte<br />
                  <a href="http://www.bsi.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesamt für Sicherheit</a> in der Informationstechnik seit kurzem das<br />
                  <a href="http://www.knopper.net/knoppix/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KNOPPIX-Softwarepaket</a> per Post. Diese Zusammenstellung zahlreicher Programme rund um GNU/Linux kann ohne großes Hantieren auf der Festplatte einfach von der CD aus gestartet werden kann.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 16.1.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Forum auf die Anklagebank</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-voss-shtml-3038/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-voss-shtml-3038/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Strafverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Strafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Beleidigung]]></category>
		<category><![CDATA[Holger Voss]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[Sarkasmus]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Aufregung sorgte der Fall Holger Voss. Der Telepolisleser, der wegen einer sarkastisch gemeinten, aber als strafbar ausgelegten Äußerung im Forum vor dem Amtsgericht Münster erscheinen musste, wurde freigesprochen. Ende gut alles gut?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Aufregung sorgte der Fall Holger Voss. Der Telepolisleser, der wegen einer sarkastisch gemeinten, aber als strafbar ausgelegten Äußerung im Forum vor dem Amtsgericht Münster erscheinen musste, wurde freigesprochen. Ende gut alles gut?<!--break--></p>
<p>Am 8. Januar musste sich der Münsteraner Holger Voss für seine sarkastisch gemeinte Äußerung im<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telepolis-Forum</a>, dem<br />
                    <a href="http://www.heise.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise-online</a> Forum, vor dem Amtsgericht Münster verantworten. Ausgangspunkt von all dem ist ein im Juni 2002 erschienender<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/12758/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> von Harald Neuber bei Telepolis über das ungeklärte Massaker in Masar-i-Scharif .</p>
<p>Im Forum<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=1911553&amp;forum_id=30631" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommentierte</a> der anonyme Teilnehmer „Engine_of_Aggression&#8221;, dass es die Richtigen getroffen habe: &#8220;Warum sollen Massaker immer nur an den Guten angerichtet werden und der Bodycount des Abschaums kommt unterm Strich besser weg!&#8221; Daraufhin<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=1916234&amp;forum_id=30631" target="_blank" rel="noopener noreferrer">postete</a> Holger Voss, der ohne Pseudonym agierte, eine heftige, aber sarkastische Antwort auf diesen Kommentar, um, wie er bei<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=2784442&amp;forum_id=37160" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise-online</a> erklärt, „die menschenverachtende Gewaltverherrlichung seiner Äußerungen deutlich zu machen“. Daraufhin wurde er anonym bei der Staatsanwalt Hannover angezeigt. Diese verlangte vom heise-online die Herausgabe der IP-Adresse des Nutzers. Und die führte zu<br />
                    <a href="http://www.t-online.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">T-Online</a>. Dort hatte man praktischerweise noch die Verbindungsdaten des Kunden Voss gespeichert, aus denen sich die Netz-Nutzung rekonstruieren ließ. Wegen Billigung eines (Massen-) Mordes wurde er per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Er reichte Einspruch ein und musste sich nun vor dem Verwaltungsgericht Münster verantworten. Hier verlas er eine siebenseitigen Erklärung in deren Zuge sich herausstellte, dass der Staatsanwalt keine genaue Kenntnis davon hatte, wer im Forum was gesagt hat. Voss konnte glaubhaft darlegen, dass seine Aussage keine Billigung des Anschlages vom 11. September 2001 war, sondern eine sarkastische Reaktion auf das Posting vom weiterhin anonymem „Engine_of_Aggression“. Daraufhin wurde er, mit ausdrücklicher Zustimmung der Staatsanwaltschaft, freigesprochen.</p>
<p>Dieser Fall wirft einige grundsätzliche Fragen bezüglich der Umfangsformen im Netz, zum Verhalten der Justiz und zum Datenschutzverhalten von T-Online auf.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Netiquette und ihre Probleme</strong><br />
                    <br />Foren gibt es im Internet zu allerlei Themen. Die Besucher dieser Foren können sich in jeglicher Weise zu den dargebotenen Themen äußern. Diese Äußerungen werden erst dann bedenklich, wenn Gesetze verletzt werden. Äußerungen, die beleidigend, volksverhetzend oder Verbrechen billigend sind, können nach dem<br />
                    <a href="http://www.bib.uni-mannheim.de/bib/jura/gesetze/stgb-bt2.shtml#BELEIDIGUNG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">§185 StGB</a> geahndet werden.<br />
                    <br />Doch jedes Forum ist anders, sprich: es herrscht ein meist zum Thema passender Ton vor.<br />
                    <br />Vergleichbar ist ein Forum mit einer Diskussion, die zu einem lautstarken, hier dann eher durch derbe Vokabeln geprägten, Streitgespräch ausufern kann. Ein Teilnehmer reagiert auf den anderen, Störenfriede werden von der Community des Forums oft gleich ignoriert. Wie bei einer öffentlichen Diskussion kann man dort eigentlich nicht sagen, dass z.B. Politiker XY ein „Schwein“ sei. Schwierig ist es für Gesetzesvertreter, sich in die „Geflogenheiten“ der Foren hineinzudenken.<br />
                    <br />Gerade bei Ironie und Sarkasmus, im Internet weder durch den Tonfall noch durch die Mimik der Teilnehmer zu erkennen, ist das ein Problem. Nach Regeln der<br />
                    <a href="http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/netnews/netiquette.html#neti-09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netiquette</a> sollten ironische Beiträge mit sogenannten Icons gekennzeichnet werden. So ist es für Einsteiger klar, was wer wie meint. Holger Voss hatte seinen Beitrag wörtlich als Sarkasmus gekennzeichnet. Davon hat die Staatsanwaltschaft allerdings nichts gewusst. Und da sie denn Gesamtbeitrag augenscheinlich nicht kannte, konnte sie das Posting von dem Angeklagten auch nicht zuordnen. Wenn von vorneherein der Gesamtkontext klargewesen wäre, hätte das Verfahren auch nicht stattfinden müssen.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Verhalten der Justiz &#8211; eine Gratwanderung</strong><br />
                    <br />Im Internet gelten dieselben Gesetze wie im ’wahren Leben’. Wenn ein User einen anderen oder einen Dritten beleidigt oder üble Nachrede verbreitet, kann er angezeigt werden. Dergleichen kann ein Forumsbesitzer für die Postings der Teilnehmer verantwortlich gemacht werden. Er sollte deshalb die Foren<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/data/jk-20.06.02-003/default.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">regelmäßig</a> kontrollieren. Dazu kann er von den ermittelnden Behörden gezwungen werden, die Verbindungsadressen der Besucher herauszugeben, wenn der Verdacht einer Straftat besteht. Deshalb hat heise-online die Daten von Voss weitergeleitet.<br />
                    <br />Schwierig wird es nun für Richter und Staatsanwälte, die Postings der Foren zu deuten. Im oben genannten Fall hatte laut heise-online die Richterin die<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13919/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Befürchtung</a>, dass viele unbeteiligte Leser sich nicht die Mühe machen würden, den Beitrag komplett bis zum Ende zu lesen, so dass ein bedingter Vorsatz &#8211; nämlich die Billigung eines solchen Missverständnisses &#8211; noch weiter in Frage käme.<br />
                    <br />Für die Justiz ist es eine Gratwanderung zwischen Internet Gepflogenheiten und Gesetzen izu entscheiden, wo die Straftat anfängt und wo die Meinungsfreiheit endet?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Datenschutz, wo bist Du?</strong><br />
                    <br />Dazu kommt noch der Datenschutzaspekt. Heise online musste die Daten von Voss auf Druck der Staatsanwaltschaft Hannover weitergeben. Das war soweit legal. Diese Daten verwiesen auf T-Online. Dort hatte man noch die Verbindungsdaten gespeichert, aus denen die ermittelnden Behörden die Netz-Nutzung nachvollziehen konnten.<br />
                    <br />Allerdings erlaubt das<br />
                    <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/tddsg.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teledienstedatenschutzgesetz</a> (TDDSG) die Speicherung der Daten nur zu Abrechnungszwecken. Holger Voss war allerdings DSL-Flatrate-Kunde und zahlt pauschal. Wieso T-Online die Daten trotzdem speicherte, versuchte der Kundensprecher von T-Online, Michael Schlechtriem, gegenüber<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,229610,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Online</a> mit dem Hinweis zu erklären, dass die Speicherung auf „Anlehnung“ an das TDDSG geschehe. Heiß diskutiert wird, ob T-Online gegen des Gesetz verstößt.</p>
<p>Der Fall Holger Voss ist somit symptomatisch für den unsicheren Umgang von staatlicher Seite mit dem Internet. Datenschutzverstöße werden nicht geahndet, Foren und ihre Kommentare nicht verstanden und mit den Netzgeflogenheiten kennt man sich nur unzureichend aus.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 9.01.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Digitales Ruhrgebiet jetzt online</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-digruhr-shtml-2592/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
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		<category><![CDATA[Public Private Partnership]]></category>
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					<description><![CDATA[Das „Digitale Ruhrgebiet“, eines der größten eGovernment Projekte in Europa, geht offiziell an den Start. In Zukunft sollen 5,4 Millionen Menschen virtuell verwaltet werden. Finanzierbar ist das Projekt durch eine Kooperation zwischen öffentlichen Behörden und der Privatwirtschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das „Digitale Ruhrgebiet“, eines der größten eGovernment Projekte in Europa, geht offiziell an den Start. In Zukunft sollen 5,4 Millionen Menschen virtuell verwaltet werden. Finanzierbar ist das Projekt durch eine Kooperation zwischen öffentlichen Behörden und der Privatwirtschaft.<!--break-->
                  </p>
<p>Am 9. Dezember 2002 erfolgte der offizielle Startschuss für eines der größten eGovernment-Projekte in Europa: der eGovernment-Plattform<br />
                  <a href="http://www.d-nrw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitales Ruhrgebiet/NRW“</a> („d-NRW“). Hier sollen die Weichen für die digitale Unterstützung des Strukturwechsels im Ruhrgebiet gestellt werden.<br />
                  <br />Ziel sei es, dass sich der Lebensraum von 5,4 Millionen Menschen somit auch auf der virtuellen Ebene zu einer modernen, innovativen und dienstleistungsorientierten Metropolregion entwickelt. Dr. Fritz Behrens, Innenminister des Landes NRW, begrüßt und unterstützt das ambitionierte Kooperationsvorhaben: „Das Digitale Ruhrgebiet/ NRW’ wird nach den Vorstellungen aller Partner zum Motor der Verwaltungsmodernisierung im Ruhrgebiet und darüber hinaus. Die moderne eGovernment-Plattform verspricht interessante Potenziale zur Leistungssteigerung und Kostenminimierung für die Verwaltung, verbunden mit einem maximalen Nutzen für die Kunden. Die Optimierung der Dienstleistungen, der Vorteil für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen sind unser zentrales Ziel.“</p>
<p>
                  <strong>Kooperation und Public-Private-Partnership</strong><br />
                  <br />Es trage bereits heute alle Ansätze in sich, die IT-Wirtschaft neu zu beleben und damit eine der treibenden Kräfte für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region zu werden: Obwohl Bürger und Unternehmen heute umfassende eGovernment-Services von der öffentlichen Verwaltung erwarteten, gestatte es die derzeitige Haushaltslage den Kommunen nicht, die hierfür notwendigen Investitionen allein zu tätigen. Aus diesem Grund hat die<br />
                  <a href="http://www.projektruhr.de/de/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt Ruhr GmbH</a> das Projekt „d-NRW“ ins Leben gerufen. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung ist die Gesellschaft mit Unterstützung einer Beratungskommission (aus Vertretern der Kommunen, der Landesressorts, der Wissenschaft und der beiden Arbeitsgemeinschaften für kommunale Datenverarbeitung AKD/IFAKS und KDN) in Verhandlungen mit mehreren Bietergemeinschaften getreten.</p>
<p>„Insgesamt 110 Unternehmen und Organisationen forderten die Vergabeunterlagen an, 21 Bietergemeinschaften reichten im Sommer 2001 einen Teilnahmeantrag ein. Schließlich ist es uns gelungen, mit einer Bietergemeinschaft eine Public Private Partnership-Struktur zu entwickeln, mit der die Gewinnchancen und die ökonomischen Risiken überwiegend von der Privatwirtschaft getragen werden. Die inhaltliche und politische Steuerung liegen bei der öffentlichen Hand“, erläutert Hanns-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der Projekt Ruhr GmbH. „Das Digitale Ruhrgebiet/NRW’ ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Potenziale, die in der Region liegen, nur durch ernstgemeinte Kooperation entwickelt werden können. Und es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Gewinnung privater Partner regionale Zusammenarbeit zur Voraussetzung hat. Keine Kommune allein hätte hier eine Chance. Keine ist derzeit in der Lage, in Eigenregie ein derart anspruchsvolles Projekt zu entwickeln, aufzubauen und zu betreiben.“</p>
<p>Die Bietergemeinschaft, bestehend aus der Unternehmensberatung<br />
                  <a href="http://www.de.cgey.com/servlet/PB/menu/1003528/index.html%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cap Gemini Ernst &amp; Young</a> und der<br />
                  <a href="http://www.cosinex.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cosinex GmbH</a>, erhielt den Zuschlag für die Konzeption und die Realisierung der Plattform „d-NRW“. Zusammen mit der Projekt Ruhr GmbH, dem Projektpartner<br />
                  <a href="http://www.egsgroup.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eGS</a> Deutschland GmbH sowie weiteren IT-Firmen verfolgt sie ab sofort einen 3-stufigen Projektaufbau unter Einbeziehung verschiedener Bausteine, wie z.B. das virtuelle Rathaus. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt zunächst auf der Umsetzung eines eGovernment-Moduls, einer Plattform für rechtsverbindliche Interaktionen der Verwaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft. Zu den ersten Services gehören eProcurement und die elektronische Melderegisterauskunft. Aufgabe des Kernsystems ist es, neben einem sicheren und flächendeckenden Zugriff auf eGovernment-Services vor allem eine problemlose Anbindung der unterschiedlichen Fachverfahren, Kassensysteme, individueller Software-Lösungen oder Archivierungsprogramme als eine Gesamtlösung sicherzustellen.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>Projektstufen des Portals</strong><br />
                  <br />Die erste Projektstufe von „d-NRW“ ist gekennzeichnet durch die Grundkonzeption einer IT-Architektur, die Bereitstellung eines eGovernment-Portals sowie die Realisierung von transaktionsorientierten, mehrwertschaffenden eGovernment-Anwendungen . In der zweiten Projektstufe werde die Plattform durch notwendige Querschnittsfunktionen ergänzt (z.B. übergreifende ePayment-, Authentifizierungs-, IT-Security-Lösungen). In der dritten Stufe sollen schließlich zunehmend komplexe, innovative Projekte realisiert werden (z.B. Geodaten-Informationssysteme, Location Based Services, mobile eGovernment-Lösungen). Unter Einbeziehung von Best-Case-Lösungen, wie z.B. das<br />
                  <a href="http://vrhagen.stadt-hagen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Virtuelle Rathaus Hagen“</a> oder die<br />
                  <a href="http://www.domap.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Bürgermappe</a> der Stadt Dortmund „DoMap“, die beide beim diesjährigen<br />
                  <a href="/egovernment/bund/speyer2002.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Speyerer Qualitätswettbewerbs</a> gewonnen haben, soll somit in den kommenden Jahren eine moderne eGovernment-Plattform errichtet werden.</p>
<p>Ärzte und Krankenhäuser, Einkaufsstraßen und regionale Märkte, Routenplaner und Hotelführer, Universitäten, Vereine, kulturelle Einrichtungen und Verkehrsinformationen sollen in der Zukunft dazugewonnen werden und dann als Partner in der Vernetzung dafür sorgen, dass sich der gesamte Wirtschaftsraum als europäische Schlüsselregion im Internet widerspiegelt. Hanns-Ludwig Brauser meint dazu: „Das Projekt ist unsere große Chance, in gemeinsamer Anstrengung ein wegweisendes Portal zu bauen, das finanziell auf sicheren Füßen steht, das Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen echten Mehrwert bringt und das die öffentlichen Einrichtungen vereint hinter den Strukturwandel und die Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts stellt. “Alle kommunalen Spitzen des Ruhrgebiets, die im Innovationsbeirat der Projekt Ruhr GmbH vertreten sind, haben diesem Projekt zugestimmt. Aber auch Städte außerhalb der Region hätten bereits ihr Interesse an einer Kooperation bekundet und diese teilweise schon beschlossen. Deshalb bliebe das Projekt „offen“, falls weitere Partner sich für eine Mitgliedschaft entscheiden sollten.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 19.12.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kampagne letztes Hemd – die neue APO im Netz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-apo-shtml-2756/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Außerparlamentarische Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Privatkampagne]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Internet bilden sich viele Privatseiten gegen die Regierung. Nicht nur Medienhype, sondern auch politisches Engagement kennzeichnet die Kampagnen. Wir sind das Volk jetzt auch im Netz?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet bilden sich viele Privatseiten gegen die Regierung. Nicht nur Medienhype, sondern auch politisches Engagement kennzeichnet die Kampagnen. Wir sind das Volk jetzt auch im Netz?<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <br />
                    <strong>B</strong><br />
                    <strong>estandsaufnahme</strong><br />
                    <br />Über „die da Oben“ zu schimpfen ist en Vogue in diesen Tagen. Und zwar in jeglicher medialer Form. Entfachen die alten Medien diesen Unmut über die derzeitige Regierung gerne mit möglichst erschreckenden Überschriften oder greifen einige Privat-Aktionen auf und verwerten sie publikumsgerecht, so bilden sich im Internet von Privatleuten selbst gebaute Seiten. Der Stern spricht generell von der „Rache der Wähler“. Im Internet gibt es Anti-Kanzler und Anti-Regierungsseiten in Hülle und Fülle. Es werden per Umfragen<br />
                    <a href="http://www.buerger-fuer-neuwahlen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuwahlen</a> eingefordert oder der Bundeskanzler nebst Finanzminister gleich bei der Staatsanwaltschaft München<br />
                    <a href="http://www.kanzlerklage.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verklagt</a>. Nicht jede Seite ist ernst gemeint, oft sind es reine<br />
                    <a href="http://www.kanzlerwitze.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spaßaktionen</a>. Wenn Bundespräsident Rau sich nun wundert, dass Schröder im Einzelnen und Politiker im Allgemeinen so stark angegriffen werden und es mit „Verächtlichmachung“ (Stern) benennt, dann ist das kurzsichtig. Denn laut dem Kanzler selber, habe nicht die SPD die Wahl für ihn gewonnen, sondern er die Wahl für die SPD. Und damit ist er die Hauptprojektionsfigur für den Unmut einiger Teile der Bevölkerung.</p>
<p>
                    <strong>H</strong><br />
                    <strong>emden für den Kanzler</strong><br />
                    <br />Am bekanntesten, d.h. am mediengerechtesten, ist Christians Steins<br />
                    <a href="http://www.aktionletzteshemd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hemden-Aktion</a> . Sie sorgt schon seit einiger Zeit für ein Rauschen im Blätterwald. „Und sie geht weiter und weiter und weiter“, sagt jedenfalls der Initiator auf seiner Seite.<br />
                    <br />Verwirrung gab es, als sich die Junge Union (JU) Hessen auch zur Urheberschaft dieser Kampagne ernannte, da sie ihre<br />
                    <a href="http://www.letztes-hemd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Domain</a> schon einen Tag früher angemeldet habe. Stein spricht von Abkupfern: Doch auf der JU-Seite findet man es nun „toll, wenn Privatpersonen solche Initiative zeigen, um das Versagen der momentanen Bundesregierung deutlich zu machen.“ Nun ist alles gut. Stein und die JU Hessen arbeiten zusammen und haben ihre Angebote untereinander verlinkt. Probleme gab es wiederum, als der Text, den Stein für den Begleittext des Hemdes vorgibt, von den „<br />
                    <a href="http://www.junge-konservative.de/index1024.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jungen Konservativen</a>“ quasi identisch übernommen wurde. Diese weisen auf ihrer Seite Stein als Urheber aus, der sich aber auf Nachfrage von N-TV von ihnen distanzierte. Laut Stein sind auch weiterführende Aktionen geplant, wie „z.B. eine persönliche Übergabe gesammelter Hemden in Berlin“. Stein plant Motto T-Shirts („Ich trage dieses T-Shirt, weil Schröder mein letztes Hemd hat“) für 9 Euro zu verkaufen. 1 Euro Pro Hemd soll gespendet werden. Allerdings sind sich Stein und sein Team noch nicht einig an wen.<br />
                    <br />Auch die Bildzeitung springt jetzt auf den Zug: es werden sich bald Semiprominente Damen ihrer Hemden entledigen. Gleichzeitig plant eBay, Prominentenhemden zu versteigern. Inwieweit damit diese Seite noch konstruktive Aktion ist oder nicht eher in Geldmache ausartet, lässt sich streiten. Stein weist allerdings bei<br />
                    <a href="http://www.n-tv.de/3084490.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">N-TV</a> jeden Vorwurf der Geldmache von sich.</p>
<p>Im Netz hat diese Aktion schon die Runde gemacht. Jetzt soll laut<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,226562,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel</a> auch in England Finanzminister Gordon Brown die Hemden seiner Untertanen zugeschickt bekommen. Initiator dieser Aktion ist allerdings kein Privatmensch, sondern die Zeitung &#8220;Daily Telegraph&#8221;.</p>
<p>
                    <strong>Gewünschter Inhalt vor Qualität</strong><br />
                    <br />Festzustellen ist aber, dass die Seiten, die zur Zeit entstehen, sich im Frust über die Regierung nähren. Aber wohin sie führen, ist unterschiedlich. Eine Menge Mediengetöse wird dabei sein. Ob diese Projekte nun Spaß sind, oder Kommerz, oder gar zu wirklicher politischer Aussagekraft führen, ist noch nicht abzusehen. Nur die Gefahr, dass diese Aktionen zu mehr oder weniger ungebetenen Mitstreitern führen. Die meisten dieser Seiten sind betont unversöhnlich. Es geht nicht um Verständigung. Daher ist es für den User nebensächlich, wie technisch perfekt diese Seiten sind. Und wie sehr diese Seiten um Objektivität bemüht sind. Dass auf<br />
                    <a href="http://www.spd-wahlbetrug.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.spd-wahlbetrug.de</a> der höchste Prozentsatz der User, die dort abstimmen für Neuwahlen sind, überrascht nicht wirklich. Die Umfragen dieser Seiten sind nicht repräsentativ. Wer auf eine solche Seite klickt, erwartet kein Lob für Rot-Grün. Und sollte ein User in einem der Foren dann doch wagen, diese zu loben, macht er sich dort sicher keine Freunde.</p>
<p>
                    <strong>Schwarzfahrer</strong><br />
                    <br />Die von der CDU/CSU mitangefachte Negativstimmung gegenüber der Regierung gipfelt in der Einberufung des sogenannten „Lügenausschusses“. Sie ist vergleichbar mit den Anti-Stoiber Kampagnen vor der Wahl. Nur trifft es jetzt die andere Seite. Gefundenes Fressen für die Opposition. Sie können bequem auf den Zug aufspringen. Selbst haben sie neben ihrer<br />
                    <a href="http://www.wahlfakten.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rapid Response</a> Seite auch die Seite<br />
                    <a href="http://www.wahl-betrug.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-Betrug</a> entworfen, um zu zeigen &#8220;wo und wie Rot-Grün ihre Wahlversprechen jeden Tag aufs Neue brechen und welche Alternativen die Union für eine bessere Politik in Deutschland anbietet&#8221;. Dort kann man gleich einen Mitgliedsantrag herunterladen, sollte man „die Konzepte der CDU überzeugend“ finden. Und es wird auf die Seiten der Privatkampagnen verlinkt. Somit entsteht eine Zusammenarbeit zwischen parlamentarischer und außerparlamentarischer Opposition im Netz. Doch laufen die Privatseiten Gefahr, zu bloßen Zugpferden der Opposition zu werden.</p>
<p>
                    <strong>Reaktionen der SPD?</strong><br />
                    <br />Die SPD, vor der Wahl noch internettechnisch engagiert, hat bis jetzt keine Antwort auf die Flut der Anti Seiten gefunden. Die Gründe die sie hierfür angeben sind ähnlich denen, weshalb Schröder nicht auf Kanzlersong etc. eingeht: „Eine sachbezogene Diskussion ist uns jederzeit willkommen,“ sagen die<br />
                    <a href="http://www.websozis.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web-Sozis</a>, aber diese Kampagnen sehen sie nicht als solche an. Sie sind überzeugt, dass ihre Webmaster „auf den von ihnen betreuten SPD-Seiten die Strategie der CDU/CSU aufdecken“ werden. Allerdings gehen die WebSozis damit auch nur auf die Aktionen der Opposition ein. Die anderen privaten Seiten werden nicht erwähnt. Auch auf den Netzseiten der Regierung wird auf diese Seiten nicht eingegangen. Allerdings reagiert man dort auf den „Kampagnenjournalismus“ der Bild-Zeitung mit einer<br />
                    <a href="http://www.spd.de/servlet/PB/menu/1011372/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegendarstellung</a>. Wahrscheinlich schätzen sie die privaten Seiten als reinen Hype ein und jeder Hype endet einmal.</p>
<p>
                    <strong>Entsteht eine neue Opposition?</strong><br />
                    <br />Es ist verfrüht, in dieser Sache von der Entstehung einer neuen politischen Protestform zu sprechen. Und ob diese „außerparlamentarische Opposition“ (APO) eine kurzlebige Angelegenheit ist, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Die Webseiten zeigen, dass es Bürgern möglich ist, ihre Meinung öffentlich kund zu tun. Die Seiten der Privatkampagnen versuchen, die Stimmung in der Bevölkerung abzubilden.Wenn sie denn Internetzugang haben und Seiten erstellen können. Und dass das Internet dafür eine perfekte Plattform ist. Allerdings kann eine wirkliche Meinungsmanifestation der Bürger erst dann stattfinden, wenn die Seiten dem Stigma der Kommerzialisierung und der reinen Stimmungsmache entgehen. Anonym dem Kanzler eine<br />
                    <a href="http://www.deutschland-braucht-reformen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eMail</a> zu schicken, ist kein ernstzunehmender Protest, da eine ernstzunehmende Unterschriftenaktion sich nicht hinter Anonymität verstecken kann.<br />
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 12.12.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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