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	<title>Cai Schultz &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Verbinden Individuen positive Erlebnisse im Umgang mit Zahlen, verunsichern diese sie auch nicht“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2020 13:21:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[politik-digital:live]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die schier unendliche Masse an Informationen, mit denen wir tagtäglich überflutet werden, kann überfordern. Wissenschaftler*innen vom Harding-Zentrum für Risikokompetenz der Universität Potsdam haben deswegen das Projekt „Risikoatlas“ ins Leben gerufen, das Menschen dabei unterstützen soll, digitale Informationen besser zu verstehen und anhand ihrer Bedürfnisse zu filtern. Wir haben mit dem Projektleiter Felix Rebitschek über das Projekt, Wissenschaftsskepsis und Kapitalismus gesprochen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row double-top-padding single-bottom-padding single-h-padding limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Herr Rebitschek, wie ist das Forschungsprojekt entstanden?</h3>
<p>Ich bin erst im Jahr 2014 an das Harding-Zentrum für Risikokompetenz gekommen. Damals war es noch am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Bereits zu diesem Zeitpunkt haben meine Kolleg*innen sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Menschen unter Risiko und Unsicherheit entscheiden und wie man im nächsten Schritt diese Erkenntnisse dazu nutzen kann, damit Individuen bessere Entscheidungen treffen. Unter Probleme des „Risikos“ verstehen wir Daten, die in die Irre führen können, weil sie nicht verstanden werden oder unübersichtlich dargestellt sind. Zum Beispiel Statistiken. „Unsicherheit“ beschreibt einen Mangel an Daten. Das heißt, die Qualität und Quantität der Daten, die präsentiert werden, ist nicht ausreichend genug, um eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Um dieses Problem anzugehen, haben wir eine App und eine Browsererweiterung entwickelt.</p>
<h3>Die wie funktionieren?</h3>
<p>Die App bietet dem Nutzer einfache Entscheidungsbäume an. Diese Entscheidungsbäume dienen im Wesentlichen dazu, schlechte Optionen von Verbraucher*innen-Entscheidungsproblemen auszusortieren. Die Browsererweiterung blendet Warnhinweise ein, wenn in deutschsprachigen elektronischen Texten bestimmte statistische Formulierungen gewählt werden, speziell relative Veränderungen. Hierbei werden, so möglich, auch Visualisierungen angeboten.</p>
<h3>Es scheint so, als würde das Projekt davon ausgehen, dass der Mensch bei Entscheidungen vor allem rational vorgeht, ähnlich des Konzepts des Homo Oeconomicus. Stimmt das?</h3>
<p>Das Projekt geht nicht vom Homo Oeconomicus aus. Der Homo Oeconomicus würde in der digitalen Problemumwelt versagen, weil keine guten und verfügbaren Daten vorliegen. Sie lässt sich nicht durch Verrechnung und Bewertung von Evidenz managen. Er kann nicht abwägen, was relevant ist und was nicht. Hinzu kommen noch die Werbeversprechungen. Tritt der suggerierte Nutzen überhaupt ein? Genau auf diese Problemumwelten fokussiert sich das Projekt.</p>
<h3>Auf Ihrer Internetseite kann man lesen, dass Menschen Statistiken nicht richtig einordnen können, weil Zahlen sie verunsichern. Sie sind Kognitionspsychologe, warum denken Sie ist das so?</h3>
<p>Das hat etwas mit den Erfahrungen zu tun, die Menschen in ihrer Entwicklung sammeln. Verbinden Individuen positive Erlebnisse im Umgang mit Zahlen, verunsichern diese sie auch nicht. Nun scheint es aber so zu sein, dass viele als Kind negative Erfahrungen machen. Daraus entstehen negative Gefühle. Vor allem bei abstrakten Aufgaben, die nicht viel mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun haben. Dafür gibt es verschiedene Gründe. In den USA hat man gezeigt, dass in pädagogischen Studiengängen vor allem die Student*innen, die in Mathe eher schwächer sind, auf Grundschulniveau ausweichen und somit die Lehrer*innen, die am meisten Angst vor Mathe haben, die Anfangsjahre in dem Fach begleiten, was sich wiederum auf die Schüler*innen auswirkt. Ob der Umkehrschluss dann auch gilt, kann ich nicht sagen. Unsere Aufgabe ist es, genau diesen Leuten Zahlen und Fakten so zu präsentieren, dass sie nicht abgeschreckt werden und sich damit beschäftigen.</p>
<h3>Können Datenjournalist*innen dabei helfen, indem sie Statistiken graphisch umsetzen?</h3>
<p>Ich denke es ist wichtiger die Grundprinzipien zu erklären und bereits bekannte Diagrammtypen umzusetzen, bevor man irgendwelche fancy Visualisierungen baut. So können Journalist*innen auch mehr impact haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, die Grafiken sind beeindruckend, man sollte sie allerdings nur benutzen, wenn es auch thematisch passt. Dann bieten sie einen Mehrwert. Ihr Vorteil ist, meines Erachtens, dass sie den Leuten in einer Weise, wie sie bis dato noch nicht möglich war, ihren individuellen Zugangsweg ermöglichen. Man sollte sich beim Visualisieren jedoch immer Zeit lassen und große Datensätze zusammentragen, an denen man sich dann abarbeiten kann.</p>
<p>Wenn man abstrakte Verhältnisse nicht versteht, weil Zahlen einen überfordern, dann entstehen daraus also negative Gefühle. Daraus kann eine ablehnende Einstellung gegenüber Wissenschaft und Expertentum generell entstehen, schreiben Sie auf Ihrer Website, weil man denkt, dass es einem im Alltag sowieso nicht weiterhilft.</p>
<p>Wir haben das Risiko benannt, aber noch nicht in der Tiefe erforschen können. Also den Zusammenhang zwischen Wissenschaftsskepsis und der eigenen Erfahrung mit Zahlen über die Lebensspanne. Der Punkt ist: Der wissenschaftlichen Erkenntnis und den Zahlen der Statistik, diesem Statement „Studien haben gezeigt“, räumen Menschen ja eine gewisse Bedeutung ein und die wiederum basiert natürlich auf der Frage danach, in wieweit hat das für mein Leben eine Relevanz. Wird man oft mit irrelevanten oder negativen Kontroversen konfrontiert, die nicht begleitet werden, dann hinterlässt das schnell den Eindruck streitender Kinder, die eigentlich nichts wissen. Das kann dazu führen, dass Leute sich abwenden. Wird dieser Prozess aber begleitet, indem beispielsweise der Unterschied zwischen einer Stichprobe und der Grundgesamtheit erklärt wird, kann man dem entgegenwirken. Das versuchen wir.</p>
<h3>Gefühlt hat Wissenschaftsskepsis und Anti-Expertentum gerade weltweit Hochkonjunktur. Haben Sie und Ihr Team das auch schon erfahren?</h3>
<p>Grundsätzlich sehe ich das genauso. Wir haben diese Erfahrung allerdings nicht gemacht. Im Gegenteil. Man muss auch zwischen berechtigter Kritik und genereller Ablehnung unterscheiden. Meiner Meinung nach wird Expertentum nicht abgelehnt, weil den Expert*innen nicht geglaubt wird, sondern weil das, womit sie sich beschäftigen zu selten etwas mit der Lebensrealität der Menschen zu tun hat. Deswegen haben wir die App und das Browser-Addon für die Praxis entwickelt. Immer wieder mit den Testpersonen gesprochen und dann nachjustiert. Aber es sind noch nicht alle Ergebnisse da, die Studien laufen ja teilweise noch. Richtig fertig sind wir erst im Sommer.</p>
<h3>Und was ist dann der Plan?</h3>
<p>Mehrere Sachen. Formell werden wir einen Projektbericht an das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz liefern. Ausgewählte Studien und Ergebnisse werden dann durch unsere Haus-PR veröffentlicht und vor allem an Verbraucherschutzorganisationen kommuniziert. Die erreichen Bürger*innen und Verbaucher_Innen am besten.</p>
<h3>Kostenlos?</h3>
<p>Alle Sachen werden kostenlos zur Verfügung gestellt und, wenn nötig, auch aktualisiert, ja.</p>
<h3>Glauben Sie, dass Internetuser_Innen kompetenter sind als noch vor 5-10 Jahren?</h3>
<p>Dafür müsste man Kompetenz erst einmal einheitlich definieren. Alleine das ist schon schwierig genug. Deswegen kann man das so pauschal nicht beantworten. Eine Quelle in diesem Zusammenhang wäre der D-21-Digital-Index, der jedes Jahr eine Auswahl beleuchtet, was Kompetenz sein könnte. Generell sollte man daraus aber keinen zu großen Punkt machen. Die digitale Umwelt hat sich einfach zu stark verändert. Ein Vergleich ist da wenig sinnvoll. Ich für meinen Teil beschäftige mich eher damit, wie viele Leute heutzutage einen Nutzen aus digitalen Angeboten ziehen können und welche Gründe es dafür gibt. Wie viele können es nicht und warum?</p>
<h3>Ist das Projekt nur für erwachsene Verbraucher_Innen ausgelegt?</h3>
<p>Im ersten Schritt, ja. Wir haben aber mittlerweile auch Kontakt zu Bildungsträgern und anderen Gruppen. Einige Werkzeuge, die wir entwickelt haben, könnten auch in der Schulbildung funktionieren. Zum Beispiel das Prinzip der Häufigkeitsbäume, mit denen man mit Stift und Papier bedingte Wahrscheinlichkeiten besser nachvollziehen kann. Da kommt es allerdings auf den richtigen Zugang an.</p>
<p>Denken sie, dass Ihr Forschungsprojekt für Verbraucher*innen nützlicher ist, als für Unternehmen, weil Erstere dann nur noch Produkte kaufen, aus denen sie einen Mehrwert ziehen können? Im kapitalistischen Sinne wäre das für Firmen ja eher schlecht.</p>
<p>Das glaube ich nicht. Vielleicht für einige, wenige. Viele Unternehmen sind ja davon überzeugt, dass sie etwas sehr Sinnvolles anbieten oder, dass sie ihre Konkurrenten ausstechen. Also grundsätzlich: Wir sehen unser Projekt nicht als antikapitalistisch.</p>
<p>Das wollte ich ihnen auch nicht in den Mund legen.</p>
<p>Nein, nein. Ich habe darüber so noch nie nachgedacht. Es wäre einfach witzig, wenn jemand das so bezeichnen würde. Es ist nur einfach so: Wenn das Projekt solch eine Reichweite und Effektivität hätte, dass bei Unternehmen die Alarmglocken läuten, dann kann man sich glücklich schätzen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Photo by:</strong> <a class="external" href="https://unsplash.com/@punttim?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tim Gouw</a> on <a class="external" href="https://unsplash.com/s/photos/anxious?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Die 5 wichtigsten Punkte zum Homeschooling – Recap zum Livetalk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 12:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[politik-digital:live]]></category>
		<category><![CDATA[homeschooling]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungstalk]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In der ersten Ausgabe des politik-digital:live Talks ging es um die verschiedenen Facetten des Homeschoolings. Dazu haben wir mit Akteur_Innen darüber gesprochen, welche Erfahrungen sie mit dem Lehren und Lernen zu Hause gemacht haben. Die wichtigsten Erkenntnisse fassen wir hier für Sie zusammen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In dem Talk <strong>“Risikobewertung Corona-App(s)”</strong> möchten wir daher konkrete Anwendungsszenarien diskutieren und uns auch politischen und sozialen Fragen widmen.</p>
<p>Wir freuen uns sehr <a href="https://twitter.com/EskenSaskia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saskia Esken</a> (Vorsitzende der SPD), <a href="https://twitter.com/tante" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen “tante” Geuter</a> (Autor und Informatiker) und <a href="https://twitter.com/elawprof" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Dr. Dirk Heckmann</a> (Direktor am bidt, Lehrstuhl für Recht und Sicherheit der Digitalisierung an der TU München) als Gäste begrüßen zu dürfen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-5"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="vc_row vc_custom_1588153638474 border-accent-color row-internal row-container" style="border-style: solid;border-left-width: 8px ;"><div class="row row-child"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_child col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light" ><div class="uncoltable"><div class="uncell single-block-padding style-color-xsdn-bg" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ></p>
<h4>Sehen Sie hier:<strong><br />
</strong></h4>
<p><a class="external" href="https://www.youtube.com/watch?v=9-I4kQWLzoE&amp;t=1781s" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier gehts zum Gespräch in voller Länge</a></p>
</div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row double-top-padding single-bottom-padding single-h-padding limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>1. Die abrupte Umstellung auf digitalen Lehrbetrieb hat erstaunlich gut funktioniert.</h3>
<p>Unsere Gäste teilten die Erfahrung, dass die erste Anpassung an die Ausnahmesituation insgesamt relativ reibungslos verlief. „Logischerweise gab es in den ersten Tagen ein paar Komplikationen, insgesamt liefen die drei Wochen aber nach einem relativ gleichen Schema ab. Wir haben Aufgaben bekommen, es gab Abgabefristen und immer wieder neuen Input“, erzählt die 18-jährige Schülerin Lilly Teßmer aus Gießen. Auch Christian Dimter, Lehrer an der Justus-Liebig-Schule in Darmstadt, zieht ein positives Fazit: „Die Schulleitung hat so gut reagiert, wie es eben ging und uns Lehrer*innen zur ständigen Kommunikation untereinander angehalten.“</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>2. Eine digitale Lernkultur muss etabliert werden.</h3>
<p>Zu oft digitalisieren Schulen nur bestehende Lernstrukturen, anstatt die neuen Möglichkeiten dafür zu nutzen, zeitgemäße, kreativere Lernformen zu entwickeln und zu fördern. Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt dafür. Für Dejan Mihajlovic, Lehrer an der Pestalozzi Realschule in Freiburg und Vorstandsmitglied von D64-Zentrum für digitalen Fortschritt, ist klar: „Wenn Menschen vorher in der Kultur der Digitalität nicht unterwegs waren, versuchen sie zunächst mal das, was sie kennen, digital abzubilden.“ Weiter führt er aus: „Was jetzt wieder deutlich wird ist, dass kleinteilige Aufgaben und synchrone Lernprozesse wenig Sinn machen.“ Zudem „kann Digitalisierung ein selbstständiges, projektorientiertes und fächerübergreifendes Lernen erleichtern, als das, was wir unter dem Begriff ‚zeitgemäße Bildung‘ fassen“, merkt Marina Weisband, Publizistin und Projektleiterin von aula, an.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>3. Schüler*innen müssen in der aktuellen Situation auch sozialpädagogisch betreut werden.</h3>
<p>In der gesellschaftlichen Extremsituation, in der wir uns gerade befinden, ist der Austausch zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen über Ängste und Sorgen genauso wichtig, wie die Vermittlung von Bildung. Dazu braucht es viel mehr Sozialpädagog*innen an Schulen, die diese Aufgabe übernehmen und Lehrer*innen entlasten können. „Dann muss der Erstkontakt per Telefon stattfinden, was schwierig ist. Ich habe mit Lehrer*innen gesprochen, die sagen, ich würde eigentlich gerne jedes Kind einmal am Tag anrufen, um zu fragen: Wie geht’s dir? Was passiert bei dir? Was ist bei dir Zuhause?“, sagt Marina Weisband.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>4. Um Bildungsgerechtigkeit herstellen zu können, müssen vergleichbare Bedingungen geschaffen werden.</h3>
<p>Digitalisierung ist ein Verstärker gegebener Tendenzen. Das zählt auch für den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Damit alle Schüler*innen die geforderten neuen Lernformen umsetzen können, müssen vergleichbare Bedingungen für Schüler*innen geschaffen werden. Doch diese sind teilweise sehr unterschiedlich. „In meinem Umfeld habe ich dieses Problem nicht so stark wahrgenommen, aber in den unteren Jahrgangsstufen gab es schon Probleme, weil zu wenige oder gar keine Computer vorhanden waren“, bestätigt Lilly Teßmer. Für Christian Dimter steht fest: „Der Ausgangspunkt jeglichen Lehrens sollte es sein, die verschiedenen Lernmöglichkeiten der Schüler*innen zu berücksichtigen.“ Allerdings müsse auch klar sein, dass Lehrer*innen Chancengleichheit nicht alleine schaffen können. „Diese strukturellen Fragen müssen politisch gelöst werden“, so Dejan Mihajlovic.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>5. Datenschutz ist wichtig. Digitaler Unterricht muss aber vor allem eines: funktionieren.</h3>
<p>Datenschutz ist enorm wichtig. Die Teilnehmer*innen waren sich jedoch einig, dass kurzfristig dafür gesorgt werden muss, dass digitale Bildung vorrangig funktioniert, auch dann, wenn es mit Hilfe von Tools ist, die datenschutzrechtlich nicht vollständig überzeugen. Darüber hinaus stellt Dejan Mihajlovic fest, dass, wenn es um Datenschutz geht, der Mensch immer die „Schwachstelle“ ist. Diesen müsse man dazu befähigen, selbst einschätzen zu können, was er oder sie mit welchen Konsequenzen benutzen möchte. Mittelfristig müssen Lösungen gefunden werden, die Datenschutz und Funktionalität vereinen. „Das geht und ist machbar. Ich glaube daran“, so Marina Weisband.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Photo by:</strong> <a class="external" href="https://unsplash.com/photos/4E1JOFK55kc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Annie Spratt</a> on <a class="external" href="https://unsplash.com/s/photos/anxious?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div>
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		<title>Gaming – Vom Nerd-Image zum Massenphänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 10:43:22 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Szenekundig – Gaming wird Jugendkultur</h3>
<p>Die Ära der Videospiele begann in den 1970er Jahren mit den ersten Konsolen und Computern, die so günstig waren, dass sie für die eigenen vier Wände erworben werden konnten. Die junge Branche jagte in den USA ein Rekordergebnis nach dem anderen. Angespornt durch den kommerziellen Erfolg, entwickelten sich die technischen und graphischen Möglichkeiten so rasant, dass man die anfänglich nur alleine betretbaren digitalen Welten rasch gemeinsam erleben konnte. Die Spieler*innen vernetzen sich. Videospiele bekommen eine soziale Komponente und werden zu Geburtshelfern einer neuen Jugendkultur: Gaming.</p>
<p>Gamer*innen treffen sich in den 1990er und 2000er Jahren auf LAN-Partys (Local Area Network) und schleppten Computer, Bildschirm, Tastatur und Maus in schmucklose Mehrzweckhallen, um mit- und gegeneinander zu zocken. Spieler*innen bilden eigene Organisationsformen: Teams, Clans oder Gilden sind Zusammenschlüsse von Gamer*innen. Die Ausrichtung dieser variiert je nach Spielphilosophie. Manche legen Wert auf Leistung, andere stellen die gemeinschaftliche Erfahrung in den Vordergrund. Die Beliebtheit von Videospielen als Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen stieg genauso wie die Anzahl an neuen Spielgenres.</p>
<p>Es entsteht, wie aus fast jeder, zuerst als Hobby nachgegangenen Aktivität, auch eine Sportart, der E-Sport (Elektronischer Sport), also der professionelle Wettkampf zwischen Gamer*innen. Der PC (Personal Computer) spielte bei dieser Entwicklung eine größere Rolle als Konsolen, weil dessen Rechen- und Grafikleistung die der Konsolen im Laufe der Jahre überholte. Gaming und auch E-Sport wird deswegen häufig ausschließlich mit dem Spielen am PC assoziiert, findet aber auch auf der Konsole statt. De facto war die Mehrspieler-Idee bereits in einem der ersten Videospiele für die Konsole angelegt: dem Videotennis „Pong“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img decoding="async" class="alignnone wp-image-161941" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z-300x225.jpg" alt="pongscreenie_max_CC-BY-NC-2.0_640x480" width="800" height="600" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z-300x225.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/188505657_67ee1fe107_z.jpg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></h3>
<h3>Die Killerspiel-Debatte</h3>
<p>1999 töteten ein 18-Jähriger und ein 17-Jähriger in der Columbine High School im amerikanischen Bundesstaat Colorado 15 Menschen einschließlich sich selbst. Beide Jugendliche waren passionierte Videospielfans und verbrachten viele Stunden mit dem Spielen des Egoshooters Doom. Der Vorfall fand weltweit enorme mediale Aufmerksamkeit und gilt bis heute als Blaupause eines „school shootings“. Er stieß unter vielen anderen auch eine öffentliche Debatte über Gewalt in Filmen und Computerspielen an, die nicht an den Grenzen der USA halt machen sollte.</p>
<p>1999 tötete ein 16-Jähriger in Bad Reichenhall vier Menschen, bevor er sich das eigene Leben nahm. 2002 erschoss ein 19-Jähriger in seiner ehemaligen Erfurter Schule 16 Menschen und zuletzt sich selbst. 2009 tötete in Winnenden ein 17-Jähriger in seiner ehemaligen Schule 15 Menschen, ehe er sich selbst erschoss. Alle Täter sollen viel Zeit mit Computerspielen verbracht haben, in denen Gewalt dargestellt wird. In Deutschland diskutierte man deswegen ebenfalls kontrovers über Videospiele, stellte man Vergleiche mit den Geschehnissen in Columbine an.</p>
<p>Als Reaktion auf die Amokläufe forderten manche Politiker*innen und einige Angehörige der Opfer ein Verbot von „Gewaltspielen“. Während manche Pädagog*innen dieser Forderung folgten, bezweifelten andere die Wirksamkeit eines Verbots. Eine Gesetzesinitiative des Landes Bayern enthielt sogar den Vorschlag, die Nutzung unter Strafe zu stellen, auch mit Gefängnisstrafen. Im Fokus der öffentlichen Debatte stand der weltweit erfolgreiche Egoshooter Counter Strike, dieser wurde zum Symbolbild für „böse Videospiele“, welche eine ganze Generation verderben würden.</p>
<p>Gleichzeitig war die Medienberichterstattung über Videospiele teilweise so oberflächlich und manchmal schlichtweg falsch, dass sie von Gamer*innen mit Hilfe des, noch in den Kinderschuhen steckenden, Internets in Foren und Blogs kritisiert und akribisch dokumentiert wurde. Eine Gegenöffentlichkeit bildet sich. Gamer*innen forderten eine sachliche Auseinandersetzung mit Videospielen und wollten einen Perspektivwechsel hin zur kulturellen Bedeutung anstoßen.</p>
<h3>Angekommen</h3>
<p>Mit Erfolg. 2008 erkennt der deutsche Kulturrat, nicht ohne Widerstand, Videospiele als Kulturgut an. In der für ZDF info produzierten Dokumentation <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFhHjPF5ZTw&amp;feature=youtu.be&amp;t=2190">„Killerspiele – der Streit eskaliert“</a>, begründet der Geschäftsführer Olaf Zimmermann die Entscheidung: „Wenn wir in die Kulturgeschichte hineinschauen, dann sind die großen Kunstwerke fast immer brutal. Wie auch im Grundgesetz verbürgt ist, haben wir Kunstfreiheit und die gilt auch für Computerspiele. So schwer das für manchen zu akzeptieren war damals.“ Ein Meilenstein der Akzeptanz, der mit der Schaffung des deutschen Computerspielpreises 2009 und der Eröffnung des Computerspielmuseums 2010 in Berlin um weitere ergänzt wurde. Gaming ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Wort „Killerspiele“ verschwindet in den darauffolgenden Jahren aus dem Vokabular der Berichterstatter*innen.</p>
<p>Heute haben Videospiele längst popkulturellen Status erreicht. Unzählige Filme sind von Games inspiriert oder Verfilmungen eben jener. Umgekehrt gilt das genauso. Die beiden Branchen stützen sich seit Jahren aufeinander. Doch der Einfluss reicht auch über die Kinoleinwand hinaus. Die Charaktere und Figuren aus Videospielen finden als Kostüme Einlass in Jahrhunderte alte Bräuche wie Karneval oder Halloween. Die im Videospiel Fortnite integrierten Tänze, die verschiedene Figuren aufführen, sind so populär, dass sie auch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgeführt werden. Das wohl prominenteste Beispiel, ist der Fortnite-Jubel vom französischen Fußballnationalspieler Antoine Griezmann im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In manchen Ländern werden Games sogar als nationale Prestigeobjekte gesehen. Der damalige polnische Premierminister Donald Tusk überreichte dem ehemaligen Präsidenten der USA Barack Obama bei einem Staatsbesuch 2011 The Witcher 2, ein international erfolgreiches Rollenspiel, dass in Polen entwickelt wurde.</p>
<h3>Wirtschaftlicher Faktor</h3>
<p>Darüber hinaus sind Computer- und Videospiele ein großer wirtschaftlicher Faktor geworden. Alleine in Deutschland hat sich der Umsatz des Gaming-Marktes von 2012 bis 2018 von 2,3 auf 4,3 Milliarden fast <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/824576/umfrage/umsatz-im-gaming-markt-in-deutschland/">verdoppelt</a>. Verkaufte Spiele, die von deutschen Entwickler*innen produziert wurden, bilden dabei jedoch die Ausnahme. Um dieses Potenzial verstärkt zu nutzen, hat die Bundesregierung, nach längerem <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/rolle-rueckwaerts-bei-verkehrsminister-scheuer-computerspiel-foerderung-kommt-jetzt-doch/25219160.html">Hin und Her</a>, beschlossen, die Games-Entwicklung in Deutschland mit 50 Millionen Euro im Jahr 2020 zu fördern. Eine erweiterte Förderung über 2020 hinaus wurde ebenfalls festgeschrieben.</p>
<p>Auch der E-Sport ist mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden, das eigene Stars vermarktet und Millionen von Fans auf der ganzen Welt hat. Laut Game, dem Verband der deutschen Gamesbranche, gaben 45 Millionen Menschen in Deutschland an, schon mal etwas <a href="https://www.game.de/marktdaten/bekanntheit-von-esports-2018/">von E-Sport gehört zu haben</a>. Jede/r 5. Hat sogar schon mal ein <a href="https://www.game.de/marktdaten/popularitaet-von-esports-uebertragungen-2018/">E-Sport-Match gesehen</a>. Das höchstdotierte E-Sport Event war das DOTA 2 Turnier „The International“ 2019, mit einem Preisgeld von <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261931/umfrage/preisgelder-der-hoechstdotierten-esports-turniere/">34,33 Millionen Dollar</a>. In manchen Ländern wie den USA, Südkorea oder Schweden ist E-Sport schon als allgemeiner Sport anerkannt und wird auch staatlich gefördert. In Deutschland steht dieser Schritt noch aus.</p>
<h3>Zocken ist Alltag</h3>
<p>Das Spielen von Videospielen ist heutzutage im gesellschaftlichen Alltag von Millionen von Menschen integriert. Der Grund dafür: das Internet. Ob auf der Konsole, dem PC, auf dem Tablet oder dem Smartphone, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, durch das Internet und die Digitalisierung kann jede/r zu jeder Zeit immer spielen. Ob zwischendurch oder regelmäßig, alleine oder mit anderen, on- oder offline, ob hobbymäßig oder um Geld zu verdienen, denn auch das ist mittlerweile möglich, die Motivation derjenigen, die Videospiele spielen, ist so unterschiedlich wie die Games selbst. Die „Gamerszene“ ist damit so groß und divers, dass der Begriff viel zu kurz greift und die pauschale Kritik an ihr in weiten Teilen der Bevölkerung auf wenig Verständnis trifft.</p>
<p><strong>Bilder:</strong> Hillary playing Nintendo game boy by Ralph Alswang (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hillary_Rodham_Clinton_playing_a_Nintendo_Game_Boy_video_game_on_the_flight_from_Austin_en_route_to_Washington,_DC.jpg">public domain</a>),  pongscreenie by Max on <a href="https://www.flickr.com/photos/landotter/188505657/">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Digitale Spaltung der Jugend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 16:19:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Vodafone Stiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Allgemeines politisches Interesse</h3>
<p>Die Ergebnisse zeigen, dass die große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland (72 Prozent) sich mindestens einmal pro Woche über politische Themen informiert und dabei sowohl analoge als auch digitale Informationsquellen gezielt nach Themenbereichen benutzt. Zugleich interessieren sich ein Viertel der jungen Menschen mit einem niedrigen Bildungsgrad kaum für politische Themen. 15 Prozent der Befragten gaben an, sich seltener als einmal im Monat oder sogar nie über politische Themen zu informieren.</p>
<h3>Verschiedene Informationsquellen</h3>
<p>Die Vodafone Stiftung beschreibt die meisten 14- bis 24-Jährigen in Deutschland als reflektierte InformationsverarbeiterInnen. 69 Prozent gaben an persönlich Gespräche mit Freunden oder Familie als Informationsquelle zu nutzen, dicht gefolgt von Nachrichtenseiten und Nachrichten-Apps (67 Prozent). Danach stehen Fernseher (58 Prozent) und Radio (42 Prozent) sowie YouTube (32 Prozent) und soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram (32 Prozent). Die Art der Informationsquelle variiert dabei themenspezifisch. So dominieren bei der Debatte um das Urheberrecht soziale Medien mit 52 Prozent, beim Brexit klassische Medien mit 70 Prozent.</p>
<h3>Fake News</h3>
<p>Laut der Studie sind Junge Menschen alltäglich mit Falschnachrichten konfrontiert. Rund zwei Drittel gaben an (64 Prozent), mindestens einmal pro Woche mit Fake News in Kontakt zu raten, 12 Prozent sogar mehrmals täglich. Über die Hälfte (60 Prozent) der Befragten suchen immer oder meistens nach alternativen Quellen, wenn sie am Wahrheitsgehalt zweifeln. Hier gilt, wer sich häufiger politisch informiert, sucht auch häufiger nach Alternativquellen: Befragte, die sich seltener als einmal die Woche über politische Themen informieren, konsultieren nur zu 37 Prozent immer oder meistens Alternativquellen.</p>
<p>Im Erkennen von Falschnachrichten fühlen sich über 40 Prozent der jungen Menschen allerdings mindestens unsicher. Dabei spielt auch das Alter eine Rolle, so die Studie. Jugendliche geben eher Unsicherheiten beim Erkennen von Fake News an (46 Prozent), als junge Erwachsene (37 Prozent). Außerdem erhöht sich mit dem Bildungsgrad auch die Sicherheit junger Menschen im Umgang mit Fake News, so die Studie.</p>
<h3>Unmut über PolitikerInnen und Parteien</h3>
<p>Weiterhin wurden die TeilnehmerInnen nach konkreten Falschnachrichten zu vier aktuellen Themen befragt: Die Friday for Future Bewegung, die EU-Wahl, die Reform des Urheberrechts und der Brexit. In den Freitextantworten verbanden junge Menschen Fake News weniger mit Social Media und Internet Websites, sondern waren unzufrieden mit dem Informationsgehalt, den die PolitikerInnen in der Öffentlichkeit von sich geben. Besonders beim Klimawandel beklagen sich die TeilnehmerInnen über dessen Verharmlosung oder Leugnung und die Delegitimierung der Expertise und des Engagements junger Menschen.</p>
<h3>Über die Studie</h3>
<p>Die Erhebung wurde vom Befragungsinstitut Infratest dimap durchgeführt. Die Grundgesamtheit für die Befragung bildeten deutschsprachige junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren in Privathaushalten in Deutschland, die das Internet nutzen. Die Erhebung wurde vom 29. Mai bis zum 11. Juni 2019 durchgeführt und als Online-Erhebung (Computer Assisted Web Interviewing = CAWI) angelegt. Insgesamt nahmen 2.149 Befragte an der Studie teil, davon 1.100 im Alter von 14 bis 19 Jahren und 1.049 im Alter von 20 bis 24 Jahren.</p>
<p>Zur vollständigen Studie gelangen sie <a href="https://www.vodafone-stiftung.de/studie-zum-informationsverhalten-in-einer-digitalen-welt/">hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-14" data-row="script-row-unique-14" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-14"));</script></div></div></div>
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		<title>Zwischen den Welten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internetkultur-gaming-radikalisierung-rechtsextremismus-157071/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 11:44:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
		<category><![CDATA[Gamingkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Internetkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Seehofer]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>
		<category><![CDATA[Radikalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-15"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die mittlerweile relativierte Bezugnahme von Innenminister Horst Seehofer auf „die Gamerszene“ im Zusammenhang mit der schrecklichen Gewalttat in Halle sahen einige KommentatorInnen als Renaissance der alten „Killerspiel-Debatte“. Sie ist jedoch mehr. Sie ist Ausdruck eines Phänomens, mit dem Politik und Gesellschaft nicht umzugehen wissen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Verwirrung</h3>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<p>Der Täter von Halle ist bekennender Gamer. Er ist aber auch Anhänger rechtextremer und antifeministischer Verschwörungstheorien, mit denen er voraussichtlich im Internet in Berührung kam. Zwei Dinge, die nicht unmittelbar miteinander zu tun haben, Horst Seehofer allerdings dazu verleiteten, <a href="https://www.sueddeutsche.de/digital/seehofer-gamer-halle-1.4650743">problematischen Aussagen</a> über die zu verstärkende Überwachung potenzieller Täter aus „der Gamerszene“ zu treffen. In der Diskussion darüber wurden Gaming- und Internetkultur vermischt. Begriffe, die zwar nicht ganz trennscharf zu verwenden sind, die sich aber unterscheiden. Die Unterschiede klarzustellen hilft, eben diese Begriffe zu erklären, vor allem, wenn große Teile der Gesellschaft eigentlich keine Ahnung haben, was sie bedeuten.</p>
<h3>Unschuldig schuldig</h3>
<p>Zu behaupten, dass der Amoklauf in Halle überhaupt nichts mit Gamingkultur zu tun hätte, wäre falsch. Nicht ohne Grund wurde der Amoklauf wie ein Let’s Play Video inszeniert. Ein Unterhaltungsformat, bei dem Gamer*innen Videospiele spielen, sich und das Geschehen auf ihrem Bildschirm filmen, während sie es kommentieren. Nicht ohne Grund übertrug er seine Taten über twitch live ins Internet. Eine Streamingplattform, die GamerInnen nutzen, damit ihnen andere Gamer*innen in Echtzeit beim Zocken zuschauen können. Nicht ohne Grund äußerte der Täter antifeministische Statements. Als Journalist*innen über frauenfeindliche Tendenzen in der Computerspielbranche berichteten, sahen sie sich Hasskampagnen von Teilen der Gaming-Community ausgesetzt.</p>
<p>Daraus zu schlussfolgern, dass die Gaming-Community zu großen Teilen aus potenziellen, extremistischen Terrorist*innen besteht wäre ebenso falsch. Gaming ist ein Massenphänomen. Extremistisches Gedankengut existiert dort, weil es auf gesellschaftlicher Ebene existiert. <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712928/umfrage/anzahl-der-computerspieler-in-deutschland/">34 Millionen Menschen</a> in Deutschland gaben an, mindestens gelegentlich Computer- und Videospiele zu spielen, sind sie deswegen eine Gefahr? Sicherlich nicht.</p>
<h3>Gefahr von Rechts</h3>
<p>Gefährdet sind vor allem junge Menschen, die in der realen Welt wenig sozial integriert sind. Diese sind anfälliger für radikale Inhalte, was sich jene zu nutzen machen, die extremistische Ideologien gezielt über das Internet verbreiten, denn dort lassen sich soziale Kontakte leicht knüpfen. Hier liegt die Gefahr. Vor allem rechtsextreme Aktivist*innen bedienen sich an Elementen der Internetkultur, die auch in der Gaming-Community verbreitet sind. Dabei geht es weniger um rassistische oder sexistische Hatespeech in sozialen Netzwerken, sondern um subtilere Formen der digitalen Kommunikation. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Meme: Bilder, die mit kurzen, pointierten Texten versehen sind. Diese werden von Rechtsextremen dazu benutzt, um Personen bzw. Personengruppen zu diffamieren. Der oft sehr zynische Charakter digitaler Kommunikationskultur, der explizit gegen gesellschaftliche Normen und Sitten verstößt, spielt ihnen dabei in die Hände.</p>
<p>Während soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, wenn auch unzureichend, verleumdende Inhalte löschen, florieren Memes mit extremistischen Inhalten auf Imageboards so gut wie ungestört. Imageboards sind Plattformen, die ähnlich wie Internetforen in Boards und Subboards (ähnlich Pinnwänden) gegliedert sind. In diesen Subboards werden hierarchisch strukturierte Beiträge (Threads) gesammelt, in denen meist ausschließlich Bilder bzw. Memes gepostet werden, die Benutzer dann kommentieren können.</p>
<h3>Ein neues Phänomen</h3>
<p>Das mittlerweile nicht mehr erreichbare Imageboard 8chan war eines der meistbesuchten. Rund 1 Millionen Benutzer*innen waren dort registriert. Das Besondere: Die Themen erstellten die User selbst und zwar vollkommen anonym. Natürlich existierten dort auch Subboards über Gaming, die gesellschaftliche und popkulturelle Bedeutung von Computerspielen ist enorm. Man hätte wahrscheinlich auch zweifelhafte Inhalte gefunden, die schiere Masse an Kosument*innen schließt auch Radikale mit ein.</p>
<p>Zu einem echten Problem wurde aber vor allem ein anderes Subboard: /pol oder „political incorrect“. Dieses wurde von rassistischen, sexistischen und homophoben Memes geradezu überflutet, durch die sich die Benutzer*innen in ihrer von brutalen Gewaltfantasien und bizarren Verschwörungstheorien geprägten Selbstwirklichkeit gegenseitig bestätigten. „/pol wird eindeutig von Neonazis moderiert. Das zeigt sich daran, dass andauernd Swastikas und andere NS-Symbole zu sehen sind und niemand etwas dagegen tut. Auch sonst wird dort Nazi-Ideologie besprochen. Es ist ein Neonazi-Board unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung“, sagte der Entwickler des Boards, Fredrick Brennan, in einem <a href="https://www.zeit.de/digital/internet/2019-10/frederick-brennan-8chan-gruender-attentat-halle-radikalisierung">Interview für ZEIT Online</a>. So konnte sich so eine düstere <a href="https://netzpolitik.org/2019/wie-8chan-unter-neuem-namen-zurueckkehren-soll/">Subkultur</a> bilden, die Amokläufe anhand der getöteten Opfer bewertet. Je mehr Tote, desto höher das <a href="https://www.sueddeutsche.de/digital/discord-radikalisierung-halle-1.4640929">Ranking</a>.</p>
<p>Die Attentäter von Christchurch, Poway und El Paso kündigten ihre Taten zuvor über 8chan an, der von Halle über ein kleineres, unbekanntes Imageboard. „Ich bin mir sicher, dass sich die vier Attentäter auf dem 8chan-Board /pol radikalisiert haben“, sagte Brennan. Diese Art der rechtsextremen Selbstradikalisierung ist neu. Der Bezug zu Computerspielen sozusagen das Stilmittel eines neuen Tätertyps. Schuld hat weder Gaming noch das Internet per se. Diese bilden Freiräume, welche Extremist*innen für ihre Zwecke ausnutzen, in dem sie sich an Sprache und Codes der beiden Kulturen bedienen.</p>
<p>Bild: Photo by Fibonacci Blue on <a href="https://www.flickr.com/photos/fibonacciblue/32452974604/in/photolist-RrKYGU-27Q28es-2dEFo9t-VxT17m-MZN7ZL-TErTSx-24h6pGZ-PaQRCN-2hsHhsT-wvhhH-2fzsE2h-2hJDJje-Na3vVi-2bYMuJP-NPD8jA-Ydhj2z-6e8Wch-VxT1bu-7HSNkN-VxT1as-GLHga-VxT14f-XWXbC2-VqAXHU-DinWbU-VWrkKe-ZA4cwX-2hJHt1p-2hJGmFr-Xvs91d-2cWqycT-2hJHt2G-ngmzd7-2hJcTrc-URx7vC-6fXUjJ-2hfKzxW-GnPZm3-27Ma92x-27Ma8we-HGA3DZ-2hzZFgx-2aAPZaY-Ra7Hb1-VqAZGd-Vu73oZ-XodgEb-Ra7K2A-VqB1fC-Ws3mqo">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a></p>
</div>
<p>
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		<title>Moralische Algorithmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2019 16:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-18"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Datenethikkommission (DEK) hat in ihrem heute veröffentlichen Bericht Handlungsempfehlungen zum rechtlichen Umgang mit Daten und algorithmischen Systemen vorgelegt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Anwendung und Bewusstsein</h3>
<p>Generell bemängelt die im Sommer 2018 von der Bundesregierung eingesetzte Kommission die Anwendung des bisher schon geltenden Rechts, vor allem der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese gibt dem Gesetzgeber zwar rechtliche Instrumente zur ethische Datennutzung an die Hand, die dieser aber nur ungenügend einsetzt. Darüber hinaus wünscht sich die Kommission ein verstärktes Bewusstsein der Akteure in den Behörden ob der bestehenden Möglichkeiten.</p>
<h3>Zentrale Forderungen</h3>
<p>Kernelement des Berichts ist ein Regulierungsansatz, der algorithmische Systeme in fünf verschiedene Risikostufen einordnet und dementsprechend Handlungsempfehlungen formuliert. Beginnend mit der ersten, risikoarmen Stufe ohne Regulierungsmaßnahmen über sukzessive Erhöhung von Kontrolle und Zulassung in den Stufen zwei, drei und vier, bis zur fünften und restriktivsten Stufe, die auch Vorbote vorsieht. Vor allem „Medienintermediäre“ wie Facebook oder YouTube sollen bei meinungsrelevanten Themen in höhere Risikobereiche eingestuft werden. Das Gleiche gilt für staatliche Akteure, vor allen in den sensiblen Bereichen der Rechtssetzung und Rechtsprechung. Hier hält die DEK eine umfassende Risikoabschätzung für algorithmische Systeme für notwendig.</p>
<p>Diese Einstufungen sollen in einem übergreifenden Modell eingebunden werden, welches weitere, verschiedene Elemente, wie eine Kennzeichungspflicht für algorithmische Systeme, Zugangsbestimmungen zu Informationen für Wissenschaftler*innen und Journalist*innen und eine digitale Erweiterung des Diskriminierungsgesetzes beinhaltet. Darüber hinaus schlägt die DEK Kompetenzerweiterungen im staatlichen und wirtschaftlichen Sektor in Form eines bundesweiten Kompetenzzentrums für algorithmische Systeme und Algorithmusbeauftragte für Unternehmen vor. Schließlich sollen die Maßnahmen auf EU-Ebene beschlossen und nationalstaatlich konkretisiert werden.</p>
<h3>Reaktionen</h3>
<p>Während Tabea Rößner und Konstantin von Notz von den Grünen wohlwollend <a href="https://gruen-digital.de/2019/10/bundesregierung-muss-vorschlaege-der-datenethikkommission-zuegig-umsetzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommentieren</a>, dass die Vorschläge die Betreiber in die Pflicht nehmen und Verbote für vollautomatisierte Systeme nicht kategorisch ausschließen, <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/abschlussbericht-datenethikkommission-bringt-algorithmen-verbot-ins-spiel/25144398.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisiert</a> der Präsident des IT-Verbands Bitcom, Achim Berg, in einer Stellungnahme für das Handelsblatt den Generalverdacht gegenüber „fast allen Algorithmen“. Auch für Oliver J. Süme vom eco &#8211; Verband der Internetwirtschaft e.V. „ist die Kommission deutlich übers Ziel hinausgeschossen.“ Er <a href="https://www.eco.de/presse/eco-kommentiert-abschlussbericht-der-datenethikkommission-regulierungsphantasien-werden-zur-digitalisierungs-bremse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">warnt</a> vor einer „Digitalisierungs-Bremse“.</p>
<p>Lorenz Matzat von der Organisation Algorithm Watch <a href="https://algorithmwatch.org/bericht-der-datenethikkommission-steilvorlage-fuer-die-zivilgesellschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">begrüßt</a> die Empfehlungen der DEK, kritisiert diese allerdings als zu schwammig formuliert. Für Carla Hustedt und Falk Steiner von Algorithmenethik, einem Projekt der Bertelsmann-Stiftung, <a href="https://algorithmenethik.de/2019/10/23/datenethikkommission-liefert-viele-antworten-und-einige-streitpunkte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist</a> der Bericht „der konkreteste Entwurf eines regulatorischen Rahmens mit definierten politischen Gestaltungszielen, über den zu streiten sich lohnt.“</p>
<h3>Über die Datenethikkommission</h3>
<p>Die <a href="https://datenethikkommission.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenethikkommission</a> wurde im Juli 2018 von Bundesregierung ins Leben gerufen, um ethische und rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Algorithmen, Künstlicher Intelligenz sowie den Umgang mit Daten zu beantworten. Sie besteht aus 16 Expert*innen aus den Bereichen Technik, Ethik und Recht.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-18" data-row="script-row-unique-18" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-18"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-20"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>„Die Schöpfung durch den Einsatz von KI erhalten“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cai Schultz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2019 08:12:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesministerium für Bildung und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Hohenheim]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Karliczek Impulse]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft 4.0: Ohne chemisch‐synthetischen Pflanzenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[NOcsPS]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>„KI ist nicht böse oder gut“</h3>
<p>Die Biodiversität – auch biologische Vielfalt genannt – geht weltweit zurück. Über eine Millionen Tier- und Pflanzenarten sind aufgrund der Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume bedroht. Der Grund dafür: der menschliche Lebensstil. Das Bewusstsein, dass dieser die Umwelt und andere Lebewesen gefährdet, ist vorhanden. Die globale Fridays-for-Future-Bewegung beweist dies. Doch wie das Problem lösen? Ein Teil der Antwort auf diese Frage könnte die Anwendung von KI liefern. Für Forschungsministerin Anja Karliczek ist klar, dass KI ein enormes Potenzial besitzt, wenn man den rechtlichen Rahmen dafür schafft und die Nutzung an ethische sowie moralische Standards bindet. „KI ist nicht böse oder gut – KI ist das, was wir aus ihr machen. Lassen sie uns KI nutzen. Für den Artenschutz, für unsere Erde, für ein besseres Leben“, hält die Ministerin fest.</p>
<h3>Umweltschutz und Landnutzung vereinen</h3>
<p>Ein möglicher Einsatzbereich ist die Landwirtschaft. Diese wird in Zukunft immer mehr Menschen versorgen müssen, ohne dabei der Natur maßgeblichen Schaden zuzufügen. Werden Anbaugebiete schlichtweg vergrößert, so nehmen sie Tieren und Pflanzen den Lebensraum, durch Monokulturen leidet wiederum die Biodiversität, während der Einsatz von Pestiziden alle Lebewesen in Mitleidenschaft zieht. Hier kann KI-Anwendung ansetzen.</p>
<p>Enno Bahrs, Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität in Hohenheim, stellte das Verbundprojekt „Landwirtschaft 4.0: Ohne chemisch‐synthetischen Pflanzenschutz“ (NOcsPS) vor, welches ein Umdenken in der Landwirtschaft weg vom Pflanzenschutzmittel, hin zum Einsatz von Mineraldünger erreichen will. Dafür setzt das Verbundprojekt auf automatisierte und digital vernetzte Technologien, beispielweise intelligente Hacksysteme. Diese haben gegenüber herkömmlichen Hacksystemen einen entscheidenden Vorteil: „Mit blitzschnellen Präzisionsschlägen können sie auch direkt in der Reihe der Kulturpflanzen Unkräuter beseitigen“, erklärt Bahrs. Dadurch werden weniger chemische Pflanzenschutzmittel benötigt.</p>
<h3>Es bleibt viel zu tun</h3>
<p>KI-basierte Techniken werden in der Landwirtschaft bisher nur wenig genutzt. Dies liegt zum einen daran, dass viele Systeme noch keine Marktreife entwickelt haben und zum anderen sehr teuer sind. Eine kommerzielle Nutzung kann nur durch staatliche Anreize in Form von Subventionierung der Betriebe und Innovationsförderung erreicht werden, darüber waren sich alle Diskutierenden einig. Darüber hinaus benötigen KIs eine große Menge von Daten, die in Datenbanken gespeichert und durch Breitbandinternet zur Verfügung gestellt werden müssen. Daraus ergeben sich rechtliche Fragen, z.B. zur Nutzung der Daten, denn an der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen sind oft mehrere verschiedene Akteure beteiligt. „Hier muss der Bund die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen“, so Bahrs.</p>
<p>Titelbild: Photo by flöschen on <a href="https://www.flickr.com/photos/floeschen/5497816012/in/photolist-9nPKaf-91Hcj-bfnFFV-djD987-jWWNFo-2C49p-8AbERo-8xeMso-W5qzBk-25VDvpP-C7Fo1a-pbEDPM-6HNLen-UQRKTx-8vyqZH-UQRFA4-ajKYmj-9qFEu2-amg9tp-CFbzAF-bqmk9C-aFH5wn-rcUBSR-2jXCm2-9s5AWQ-dCxWsA-6DSPix-ocjpB4-qsvHFZ-8pFdes-6DWXbA-nrbsk9-fGAn34-nj5Lxs-nCGX6u-2fvF7Ny-25aBCwF-2Fw1Y-6M6bF-eZLzBN-rumAVt-eaAAy5-bmegu7-8gUuHR-8yn8DM-9dqJ18-UBdBWx-9kt3dL-bmeGwy-9kCHxk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 2.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-21" data-row="script-row-unique-21" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-21"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-23"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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