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	<title>cwussow &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Schlaue Terroristen schützen sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwussow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestrojaner]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Durchsuchung]]></category>
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					<description><![CDATA[Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will dem Bundeskriminalamt Online-Durchsuchungen mit Hilfe eines versteckten Computerprogramms ermöglichen. Fachleute bezweifeln die Chancen des so genannten Bundestrojaners.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will dem Bundeskriminalamt Online-Durchsuchungen mit Hilfe eines versteckten Computerprogramms ermöglichen. Fachleute bezweifeln die Chancen des so genannten Bundestrojaners.<!--break--></p>
<p>
Wolfgang Schäuble lässt nicht locker. Fortlaufend fordert<br />
er Maßnahmen im Kampf gegen Terroristen, schlägt vor<br />
und beschwichtigt die aufgebrachten Reaktionen von Datenschützern<br />
und Oppositionspolitikern. Der Rechtsstaat, so Schäuble, könne<br />
sich nur vor Terroristen schützen, wenn er sich angemessen<br />
gegen Bedrohungen wappne.
</p>
<p>
Im Bereich Internet wirbt Schäuble weiter für den „Bundestrojaner“:<br />
per ferngesteuerter Software soll das Bundeskriminalamt heimlich<br />
in fremde Rechner eindringen können, um Beweise für bevorstehende<br />
oder bereits begangene Straftaten aufzuspüren. Durch einen<br />
Klick auf eine präparierte E-Mail oder das Laden einer infizierten<br />
Internetseite installiert sich unbemerkt ein „trojanisches<br />
Pferd“: ein Programm, mit dem anschließend häppchenweise<br />
Informationen an das Bundeskriminalamt (BKA) gesendet werden. Dies<br />
alles, ohne dass der Inhaber des infizierten Computers Verdacht<br />
schöpft.
</p>
<p>
<b>Experte: „Keine Chance bei intelligenten Straftätern“</b>
</p>
<p>
Fachleute bezweifeln sowohl die Umsetzbarkeit als auch den Erfolg<br />
eines solchen Vorhabens. Andreas Pfitzmann, Sicherheitsexperte und<br />
Professor für Datenschutz und Datensicherheit an der Technischen<br />
Universität Dresden, gibt zu bedenken, dass die Infizierung<br />
eines Computers nur dann funktioniere, wenn dieser auch nahezu ungeschützt<br />
sei: „Leute, bei denen sie mit dem Bundestrojaner auf die<br />
Festplatte kommen, betreiben ihren Rechner unsicher.“ Entsprechend<br />
schwierig sei es, einen Rechner per „Bundestrojaner“<br />
auszuspähen, dessen Nutzer seinen Computer abzusichern wisse:<br />
„Gegen intelligente Straftäter haben sie da nahezu keine<br />
Chance.“ Im Übrigen, so Pfitzmann, bezweifle er, dass<br />
der Bundestrojaner cleverer als andere Trojaner sei.
</p>
<p>
Auch Daniel Bachfeld, Redakteur der Computerzeitschrift c’t,<br />
sieht geringe Erfolgschancen beim Einsatz des „Bundestrojaners“,<br />
wenn es um „intelligente Terroristen“ geht. Die Berichterstattung<br />
über das Thema Online-Durchsuchungen hätte gleichzeitig<br />
darüber informiert, wie man sich dagegen schützen könne.<br />
„Es sieht momentan so aus, als müsste man schon etwas<br />
dumme Terroristen angreifen, damit es so gelingt, wie das BKA sich<br />
das vornimmt.“
</p>
<p>
<b>Überwachung und Datenschutz aus einer Hand</b>
</p>
<p>
Darüber hinaus, so Andreas Pfitzmann, mache er sich weniger<br />
wegen des geplanten „Bundestrojaners“ Sorgen. Vielmehr<br />
müsse klar sein, dass „wenn die Deutsche Polizei oder<br />
die Deutschen Geheimdienste auf diese Festplatte kommen, dann kann<br />
das die Organisierte Kriminalität auch, dann können das<br />
auch fremde Geheimdienste.“ Im Übrigen sei zu fragen,<br />
inwiefern das Bundesinnenministerium (BMI) noch für den Datenschutz<br />
arbeite, für den es ebenfalls zuständig ist. <br />
Auch bleibt offen, wie sich der mögliche Einsatz des „Bundestrojaners“<br />
in Zukunft auf das Verhältnis zwischen Bundesinnenministerium<br />
und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik<br />
(BSI) auswirken wird. Diese Frage stellt sich insbesondere dann,<br />
wenn man sich vergegenwärtigt, dass das BSI u. a. Informationen<br />
zum Schutz vor Schadsoftware wie Viren und Trojanern bereitstellt.<br />
Matthias Gärtner, Pressesprecher des BSI, wiederholt mehrmals<br />
den reinen Präventionscharakter seiner Behörde: „Das<br />
BSI ist nicht ermittelnd tätig.“ Und wenn das BKA nun<br />
plötzlich mit dem „Bundestrojaner“ auf Terroristenjagd<br />
gehen und Rechner infizieren würde – stünde das<br />
BSI dann nicht plötzlich auf der anderen Seite? „Das<br />
kann ich überhaupt nicht werten“, so Gärtner.
</p>
<p>
<b>„Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und<br />
Staat beschädigt“</b>
</p>
<p>
Schäubles Wunsch nach einer Verbrecherjagd via Internet stößt<br />
allerdings nicht nur bei Experten und den Oppositionsparteien auf<br />
Kritik. Die Koalition konnte sich bisher nicht auf die Entwicklung<br />
und den Einsatz des „Bundestrojaners“ einigen. Sein<br />
anvisiertes Ziel, noch vor der seit dem 9. Juli 2007 laufenden Sommerpause<br />
im Bundeskabinett eine Einigung zu erreichen und dem Parlament einen<br />
Gesetzesentwurf vorzulegen, hat Schäuble damit vorerst nicht<br />
erreicht.
</p>
<p>
Datenschutzprofessor Pfitzmann blickt dennoch mit Sorgen in die<br />
Zukunft: „Ob das BMI oder das BKA den „Bundestrojaner“<br />
erlaubt kriegen oder nicht, ändert zunächst überhaupt<br />
nichts. Das einzige, was beeinträchtigt wird, ist das Vertrauensverhältnis<br />
zwischen Bürger und Staat.“
</p>
<p>
Pfitzmann sieht die Hauptgefahr in der Bereitstellung von Instrumenten<br />
zur Terrorabwehr, die das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit<br />
allmählich in eine Schieflage brächten:„Ich bin<br />
dafür, dass unser Grundgesetz im Wesentlichen in 50 Jahren<br />
noch gilt. Ich glaube, dass der Innenminister dagegen arbeitet.“</p>
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