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	<title>Christina zur Nedden &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Christina zur Nedden &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der Pressekompass: Navigationshilfe im journalistischen Meinungsdschungel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Oct 2013 10:25:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pia Frey]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn 20-35-Jährige sich darüber informieren wollen, was in der Welt los ist, scannen sie meist schnell die Überschriften auf Spiegel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Meinungskompass.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-133272" alt="Meinungskompass" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Meinungskompass-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Wenn 20-35-Jährige sich darüber informieren wollen, was in der Welt los ist, scannen sie meist schnell die Überschriften auf Spiegel Online. Aber reicht das? Und was sagen andere Medien zu einzelnen Themen? Der Pressekompass bietet einen Überblick zu wichtigen Meinungen und Fakten des Tages. Interview mit der Gründerin Pia Frey.<br />
Der <a href="http://pressekompass.net/">Pressekompass</a> setzt dem einseitigen Medienkonsum ein Ende, indem er Standpunkte von Leitmedien zu aktuellen Themen stichpunktartig aufbereitet und die Meinungen in einem interaktiven Kompass graphisch gegenüberstellt. Der Leser kann sich umfassend informieren und kann nebenbei noch seine eigene Sichtweise einbringen. Pia Frey ist Gründerin des neuen journalistischen Formats und spricht mit politik-digital.de über Leser mit wenig Zeit, Meinungsjournalismus und beliebte Themen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wie unterscheidet sich der Pressekompass von anderen Nachrichtenaggregatoren?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pia_Frey1.jpeg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-133251" alt="Pia_Frey" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pia_Frey1-195x119.jpeg" width="195" height="119" /></a>Pia Frey:</strong> Das Bedürfnis, die tägliche Flut von komplexen Nachrichten in einer geordneten und kuratierten Form zu erhalten, ist bei vielen Nutzern extrem groß. Daraus haben sich Formate entwickelt, die eine Art individualisierte Tageszeitung anbieten, wie <a href="https://www.niiu.de/">niuu</a> oder so genannte Cherry-Pickers, die schöne Artikel raussuchen. Der Pressekompass ist ein Cherry-Picker für den Meinungsjournalismus und mit seinem graphisch-interaktiven Element ein übersichtliches Format zur Meinungslage eines Themas. So etwas gab es vorher nicht.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wer ist der typische Leser des Pressekompasses?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Die Kernleserschaft ist zwischen 20 und 35 Jahre alt und informiert sich mit knappem Zeitbudget überwiegend online über die täglichen Nachrichten. Unsere Leser haben ein Interesse daran, mehrere Blickwinkel einer Debatte zu kennen, um sich so ihre eigene Meinung zu bilden. Viele unserer Leser schätzen unsere Einordnung der verschiedenen Standpunkte, weil das Orientierung schafft und sie damit schneller ihren eigenen Standpunkt entwickeln können.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie einigt Ihr Euch auf das Tagesthema und wie wählt Ihr die Medien für einen Kompassbericht aus?<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"> Pia Frey (25) studierte Philosophie und schrieb u.a. für die Titanic, Cicero, den Tagesspiegel und das Philosophie Magazin. Pia hat den Pressekompass gegründet, aufgebaut und hält ihn weiter auf Kurs. Seit Juli 2013 besucht sie die Axel Springer Akademie in Berlin. Im Herbst erscheint ihr erstes Buch – “Der Sinnfragenkombinator” </div></div><br />
<strong>Pia Frey: </strong>Generell lassen wir uns davon leiten, was gerade die Schlagzeilen dominiert. Wir wählen unsere Themen aber auch danach aus, ob sie eine Debatte enthalten. Wenn Marcel Reich-Ranicki stirbt, finden das eben alle ohne Pro und Contra traurig. Und nicht alles, was in den Schlagzeilen steht, kommt bei unseren Lesern auch gut an. Wir haben festgestellt, dass die Leser von manchen Themen wie etwa Syrien oder NSA nach ein paar Beiträgen übersättigt sind. Es gilt, die Balance zu halten zwischen aktuellen Geschehnissen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und weicheren Themen, über die auch entspannt beim Abendessen gesprochen wird.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Viele Medien recyceln Agenturmeldungen und berichten oft ähnlich von denselben Themen. Ist es schwierig, die wichtigsten Argumente aus einem Artikel herauszufiltern?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Viele Redaktionen haben verstanden, dass Meinungsjournalismus stärker gefragt ist und ein starkes Meinungsprofil hilft, sich von Konkurrenzmedien abzusetzen. Kommentare in Artikeln zu finden, wird daher eher leichter. Schwieriger ist es, die Argumente eines Kommentars so verdichten, dass man sie anderen gegenüberstellen kann. Ein Artikel hat also größere Chancen, in den Kompass aufgenommen zu werden, wenn er klare Argumente enthält. Wir suchen auch in internationalen Medien sowie Blogs – die ja meistens schon eine starke Meinung beinhalten &#8211; nach Kommentaren für unsere Artikel. Generell beziehen wir alle Beiträge in unsere Presseschau ein, wenn sie interessante Meinungen beinhalten, auch Nischenmedien.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Für welche Beiträge bekommt Ihr die meisten Klicks?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Wir haben Artikel aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur. Drei Themen-Typen laufen besonders gut: aktuelle Top-Themen wie die Bundestagswahl, über die sich der Leser einen Überblick verschaffen will; Party-Themen, wie ein <a href="http://pressekompass.net/hipster-in-berlin/">Artikel über Hipster</a>; und Branchen-Themen, zum Beispiel ein <a href="http://pressekompass.net/bezahlmodell-bild-plus-im-kampf-gegen-die-umsonstkultur/">Beitrag zu Bild-Plus</a> – dem Paywall-Modell für Bild.de.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Haben Leser bei Euch die Möglichkeit, mitzudiskutieren?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Große-Koalition1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-133270" alt="Große Koalition" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Große-Koalition1-305x268.jpg" width="305" height="268" /></a>Pia Frey: </strong>Ja, das ist ein wichtiger Bestandteil unseres Meinungskompasses. Das ist die Graphik, die die verschiedenen Meinungen einer Debatte in ein Koordinatensystem einordnet (siehe Bild). Der Leser kann seine eigene Meinung im Kompass platzieren und – wenn er möchte &#8211;  einen Kommentar von 150 Zeichen dazu verfassen. Somit vermeiden wir endlose Kommentare unter unseren Beiträgen und präsentieren die öffentliche und die mediale Meinung gemeinsam in einer Graphik.  Zum Beispiel haben wir während der Bundestagswahl unsere Leser gefragt, welches Ergebnis sie sich wünschen, und den entstandenen Kompass danach auf Facebook veröffentlicht. Die Funktion wird gern und viel genutzt, sieben bis zehn Prozent der Leser platzieren im Schnitt ihre Meinung oder hinterlassen einen Kommentar. Das liegt daran, dass wir es ihnen einfach machen; man muss sich bei uns nicht registrieren oder ein Nutzer-Profil erstellen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wie unterscheiden sich Leser- von Medienmeinungen?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Das Ergebnis des Meinungskompasses ist oft auch deshalb interessant, weil die Meinung der Leser sich häufig nicht mit der „Durchschnittsmeinung“ der Medien deckt.  Die Lesermeinung ist oft einheitlicher als die der Medien. Man sieht hier auch, dass die Medien nicht, wie häufig behauptet wird, alle nur voneinander abschreiben, sondern durchaus differenziert berichten. Erstaunlich ist auch, dass Medien, die als politisch konträr eingeschätzt werden &#8211; wie die BILD und die TAZ – auch mal einer Meinung sind.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wie integriert Ihr soziale Medien?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Die meisten unserer Leser kommen über Facebook und Twitter zu uns. Wir posten jeden Morgen das Tagesthema mit den dazugehörigen Medienmeinungen und abends die Auswertung des Meinungskompasses mit den gesammelten Lesermeinungen. In Zukunft wird man auch einzelne Snippets mit seiner „Lieblingsmeinung“ auf seinem eigenen Facebook-Profil posten können.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie geht es mit dem Pressekompass weiter?<br />
<strong>Pia Frey: </strong>Der Pressekompass soll mobil noch optimiert werden, damit man ihn besser unterwegs nutzen kann. Außerdem soll eine passende App entwickelt und die Website etwas schlanker gestaltet werden. Für die Zukunft planen wir weiterhin, andere Websites von der Meinungsdarstellung im Kompassformat profitieren zu lassen. Sie können unser Format bei sich integrieren und den Kompass beispielsweise dafür nutzen, repräsentative Meinungsbilder der User zu erstellen. Es ist auch möglich, bei uns Pressescreenings nach Kompass-Format zu individuell gewünschten Themen zu bestellen. Das kann für branchenspezifische Unternehmen interessant sein. Das alles sind für uns vielversprechende Finanzierungsmodelle für die Zukunft. Anders als viele Pessimisten in der Branche sind wir uns sicher, dass sich mit innovativen journalistischen Formaten auch Geld verdienen lässt.<br />
&nbsp;<br />
Bilder: Pia Frey,  <a href="http://www.flickr.com/photos/lwr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leo Reynolds</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a>,  <a href="http://pressekompass.net/grose-koalition-fluch-oder-segen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Screenshot von der Website: Meinungskompass</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Buchrezension: „Das Echo-Prinzip: Wie Onlinekommunikation die Politik verändert“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2013 14:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle wollen Wahlkampf machen wie Obama. Und keiner schafft es. In seinem Buch „Das Echo-Prinzip: Wie Onlinekommunikation die Politik verändert“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7912137730_e678e2a6b1_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-132372" alt="7912137730_e678e2a6b1_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7912137730_e678e2a6b1_z-630x418.jpg" width="630" height="418" /></a>Alle wollen Wahlkampf machen wie Obama. Und keiner schafft es. In seinem Buch „Das Echo-Prinzip: Wie Onlinekommunikation die Politik verändert“ beschreibt der Digital-Experte Yussi Pick anhand von Beispielen aus den USA und Europa, wie das Internet unser Medienverhalten verändert, und wie man es nutzen kann, um den öffentlichen Diskurs erfolgreich zu beeinflussen.<br />
Der österreichische Kommunikations- und Kampagnenberater <a href="http://www.echoprinzip.at/uber-yussi-pick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yussi Pick</a> bietet dem Leser einen praxisorientierten Werkzeugkasten, der Vertretern der politischen Kommunikation detailreich erläutert, wie sie Online-Tools effektiv für ihre Arbeit nutzen können – auch ohne einen deutschen Obama. Wer jetzt denkt, das Buch sei sicher in einem halben Jahr veraltet, hat Recht. Aus diesem Grund aktualisiert und ergänzt der Autor regelmäßig Kapitel seines Buches in einem begleitenden <a href="http://www.echoprinzip.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a>.<br />
Die Mehrzahl der Bücher mit digitalem Fokus beschreibt das Internet als eine Art Naturgewalt, die alles verändern oder gar auslöschen wird – vor allem Printmedien seien vom Aussterben bedroht. Yussi Pick stellt gleich zu Beginn seines Buches die erfrischende These auf, dass dem nicht so ist. Das Internet bedeutet nicht das Todesurteil für die traditionellen Medien, vielmehr existieren beide nebeneinander und sind voneinander abhängig. „Das Echoprinzip“, wie Pick es nennt, funktioniert, indem die Inhalte der traditionellen Medien ihren Widerhall in den Sozialen Medien finden und umgekehrt. Botschaften werden durch dieses Prinzip verstärkt und multipliziert. Soziale Medien sind „ergänzende, nicht ersetzende Medien“, so Yussi Pick. Die Mehrheit der per Twitter verbreiteten Links führt zum Beispiel immer noch zu Artikeln, die in traditionellen Medien veröffentlicht wurden.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das_Echo_Prinzip.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132376" alt="Das_Echo_Prinzip" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das_Echo_Prinzip.jpg" width="155" height="240" /></a>Und doch haben sich, laut Yussi Pick, viele politische Kommunikatoren das Prinzip noch nicht zu eigen gemacht. Soziale Medien werden wie traditionelle Medien behandelt und mit textlastigen Pressemitteilungen gefüttert. Die Nachricht verbreitet sich nicht, denn der Nutzer fühlt sich nicht angesprochen. Dabei ermöglicht Onlinekommunikation es Organisationen, direkt mit Menschen in Kontakt zu treten, sie erfordert Interaktion und nicht Information durch eine zentrale Nachrichtenquelle. Was also muss man tun, um im Internet gehört bzw. gelesen zu werden?<br />
Das Buch setzt sich wie eine Gebrauchsanweisung für politische Kommunikatoren fort. Zuerst werden Grundsätze erläutert, die für alle Sozialen Medien gelten. Dabei finden sich viele praktische Ratschläge, von der Bedeutung der User-Aktivierung (ASK) bis hin zu detaillierten Anweisungen für einen Online-Content-Plan samt Spalteneinteilung. Aber auch die Grenzen des Internets als Kommunikationsmittel, beispielsweise durch die Filterblase, die digitale Spaltung oder den Klick-Aktivismus, werden von Pick aufgeführt.<br />
Im dritten Teil wird auf die Besonderheiten und den potentiellen politischen Nutzen verschiedener Plattformen eingegangen. Dazu gehören neben den großen sozialen Netwerken wie Facebook und Twitter auch Blogs, Bilder, Meme und Videos. Auch weniger naheliegende Kanäle wie E-Mail oder Websites, Google oder Facebook-Werbung, werden als potentielle Instrumente für politische Online-Kommunikation vorgestellt.<br />
Gleichgültig, welchen der Tipps man für seine Arbeit anwenden kann oder sollte, nach Einschätzung von Pick erfordert es ein allgemeines Umdenken der Kommunikatoren. Online-Kommunikation unterscheidet sich von traditioneller Kommunikation, und jeder Versuch, „die politische Taktik der letzten 50 Jahre schlicht in die digitale Welt zu übersetzen“, wird scheitern, meint der Autor. Menschen wollen involviert und persönlich angesprochen werden.<br />
Im Weg steht den Kommunikatoren oft die eigene Betriebsblindheit oder eine falsche Einschätzung der Verhältnisse. Ärgerlich, wenn das teure Video im Internet verwaist oder, im schlimmsten Fall, sich die Öffentlichkeit darüber lustig macht, dass man den digitalen Wandel noch nicht verinnerlicht hat. Dass Online-Kommunikation wirklich erfolgreich ist, weiß man dann, wenn sie auch offline Wirkung erzielt und Menschen mobilisiert werden. Dafür muss man seine Zielgruppe gut kennen, ihr zuhören und sich nicht scheuen, sie um Aktion zu bitten. Trotz aller guten Ratschläge ermutigt Pick jedoch letztlich zu Spontanität und der Bereitschaft, aus den eigenen Fehlern zu lernen: „Just do it. Das ist nicht als Aufforderung zu verstehen, an die Onlinekommunikation völlig unüberlegt heranzugehen. Es ist vielmehr der Appell, der politischen Kommunikation im Netz unverkrampft zu begegnen“.<br />
&nbsp;<br />
<em>Pick, Yussi (2013): Das Echo-Prinzip &#8211; Wie Onlinekommunikation Politik verändert; Czernin Verlag; 168 Seiten; ISBN: 978-3-7076-0471-9; 16,90 €; 9,99 <em>€</em> als E-Book<br />
</em><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/bombartz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BombartZ</a>  <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Whistleblower-Preis für Edward Snowden &#8211; Interview mit Edda Müller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/whistleblower-preis-fuer-edward-snowden-interview-mit-edda-mueller-fuer-politik-digital-de-131705/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 08:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[Morgen Abend wird der Whistelblower-Preis 2013 in Berlin an Edward Snowden verliehen – der selbst natürlich nicht vor Ort sein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Blume.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131733" alt="Licht ins Dunkel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Blume.jpg" width="640" height="428" /></a>Morgen Abend wird der Whistelblower-Preis 2013 in Berlin an Edward Snowden verliehen – der selbst natürlich nicht vor Ort sein kann. Auch Transparency International e.V. beteiligt sich an der Verleihung. Wir haben anlässlich der heutigen Preisvergabe ein Interview mit Edda Müller von Transparency International Deutschland geführt.<br />
Seit Wochen schon hält Edward Snowden die Welt mit immer neuen Enthüllungen über das Vorgehen der Geheimdienste in Atem. Morgen Abend wird ihm – natürlich in Abwesenheit – der <a href="http://transparency.de/2013-07-24_Whistleblowerpreis.2334.0.html?&amp;contUid=5245" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whistleblower-Preis</a> 2013 in Berlin verliehen. Seit 1999 werden mit dem Preis <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/arbeitsfelder-der-vdw/informationen-zu-qwhistleblowernq" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Persönlichkeiten geehrt</a>, „die in ihrem Arbeitsumfeld oder Wirkungskreis schwerwiegende, mit erheblichen Risiken oder Gefahren für Mensch und Gesellschaft (…) verbundene Missstände aufgedeckt haben.“ Erstmals beteiligt sich in diesem Jahr die Antikorruptionsorganisation Transparency International e.V. an der Verleihung. Edda Müller, Vorsitzende von <a href="http://www.transparency.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparency International Deutschland,</a> hat mit uns vor einem Monat im Interview über die Notwendigkeit dieser Auszeichnung und den unzureichenden Schutz von Whistleblowern in Deutschland gesprochen:<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie kam es zu der Wahl von Edward Snowden als Preisträger des Whistleblower-Preises 2013?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Der Whistleblower-Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre von der <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.)</a> und der deutschen Sektion von <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA)</a> verliehen. Der Preis wurde zum siebten Mal vergeben und Transparency International Deutschland beteiligt sich dieses Jahr erstmalig. Es liegt in der Tradition des Preises, Menschen auszuwählen, die bei aktuellen Problemen den Mut bewiesen haben, uneigennützig an die Öffentlichkeit zu gehen und diese Probleme bekannt zu machen. Zu den Preisträgern gehört zum Beispiel der Russische Kapitän <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Konstantinowitsch_Nikitin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Nikitin</a>, der auf unsichere Atommülllager und gefährliche Praktiken der russischen Nordmeerflotte aufmerksam machte, sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daniel Ellsberg</a>, der Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, der 1971 die Pentagon-Papiere an die Presse weitergab.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"> Prof. Dr. Edda Müller wurde 1942 in Sorau/Niederlausitz geboren und lebt in Berlin. Sie ist Honorarprofessorin an der Verwaltungshochschule Speyer. Sie studierte Neuere Geschichte und Politikwissenschaft in München, Berlin und an der ENA in Paris. Nach beruflichen Stationen im Umweltbundesamt und im Bundesumweltministerium war sie Ministerin für Natur und Umwelt in Schleswig-Holstein (1994-1996) und Vizedirektorin der Europäischen Umweltagentur in Kopenhagen. Von 2001 bis 2007 war sie Vorsitzende der Verbraucherzentrale Bundesverband. Seit 2010 ist sie Vorsitzende von Transparency Deutschland. Zuvor hatte sie dem Beirat von Transparency Deutschland angehört.</div></div><br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Warum beteiligt sich Transparency International Deutschland dieses Jahr zum ersten Mal am Whistleblower-Preis?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Zum einen haben wir uns beteiligt, weil wir glauben, dass der Preis die Notwendigkeit eines verstärkten Whistleblower-Schutzes in Deutschland auf die politische Agenda bringen kann. Der zweite Grund war der Anlass selbst. Die massenhafte, verdachtsunabhängige Speicherung und Auswertung von Daten hat eine Dimension angenommen, die uns zweifeln lässt, ob der Ausgleich von Sicherheit und Freiheit, auch im Bereich der Korruptionsbekämpfung, richtig abgewogen wurde.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie steht es um den Schutz von Whistleblowern in Deutschland?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Er ist unzureichend. Wir haben keine verpflichtende rechtliche Gesetzgebung (Arbeitnehmerschutz) für Whistleblower in Deutschland. Es gibt eine Reihe von freiwilligen, unverbindlichen Vereinbarungen, die im Zusammenhang mit Compliance-Programmen in Unternehmen eingeführt werden können. Damit hat man zum Beispiel die Möglichkeit, anonym Hinweise über unrechtmäßiges Handeln an einen Ombudsman zu geben. Der Fall der deutschen Krankenpflegerin <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/erfolg-fuer-brigitte-heinisch-altenpflegerin-erhaelt-90-000euro-/6672302.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brigitte Heinisch</a> die die unzureichende Pflege von Menschen in einem Altenheim anzeigte, daraufhin gekündigt wurde und bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen musste, um ihr Recht einzufordern, veranschaulicht diesen Missstand. Das derzeit gültige deutsche Arbeitnehmerrecht, das die Loyalität der Arbeitnehmer auch im Fall von unrechtmäßigem Handeln des Arbeitgebers einfordert, ist vorsintflutlich. Ähnliche Zustände gibt es übrigens im Bereich des Verbraucherschutzes. Ich erinnere an den <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/ekelfleisch-prozess-nicht-zustaendig-zeuge-kritisiert-behoerden-1.1099136" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LKW-Fahrer, der den Gammelfleisch-Skandal aufdeckte</a>. Er erhielt zwar eine Auszeichnung vom Bundeslandwirtschaftsminister, verlor aber trotzdem seine Arbeit.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie beurteilen Sie es, dass Deutschland und die EU Snowden kein Asyl gewähren wollen?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EddaMueller4_Danetzki1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131723" alt="EddaMueller4_Danetzki1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EddaMueller4_Danetzki1.jpg" width="120" height="168" /></a>Edda Müller</strong>: Es gibt eine Fülle von Fragen, die noch offen sind und beantwortet werden müssen. Die Bundesregierung erweckt den Eindruck, als ob sie nicht genau wisse, inwiefern deutsche und amerikanische Geheimdienste zusammengearbeitet und Daten von deutsche Bürgern abgeschöpft und analysiert haben. Da weiterhin vieles ungeklärt ist, hielten wir von Transparency International Deutschland es für richtig, wenn Deutschland Edward Snowden als Zeugen vernehmen würde. Man könnte jemanden nach Moskau schicken oder ihn nach Deutschland einladen und in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Was halten Sie davon, dass Edward Snowden von den USA als Staatsfeind Nr. 1 betrachtet wird?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Ich empfinde das als eine unverständliche Übertreibung. Er kann nur Staatsfeind Nr. 1 sein, wenn er massives Fehlverhalten der USA, dessen Bekanntmachung den Vereinigten Staaten international schadet, aufgedeckt hätte. Er verletzt jedoch keine Sicherheitsinteressen, wenn er enthüllt, dass Kommunikation abgehört wird, denn es ist allgemein bekannt, dass dies geschieht. Ich erinnere an den Fall <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echelon</a>, der 2011 im Europäischen Parlament untersucht worden ist. Das war ein Vorläufer-Spähprogramm, das genutzt wurde, um europäische Unternehmen auszuspionieren. Damals begründeten die USA das nicht mit Sicherheitsinteressen, wie es jetzt geschieht, sondern mit der Missachtung des fairen Wettbewerbs.<br />
Hier finden Sie den Link zur <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/arbeitsfelder-der-vdw/informationen-zu-qwhistleblowernq/preisverleihung-fuer-whistleblower/8-aktuelles-und-veranstaltungen-des-vdw/202-whistleblower-preistraeger-2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Preisverleihung</a> vom 30.08.2013.<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/adabi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ada Birk</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a>, Danetzki, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Online in den Bundestag?! Kampagnen der Parteien zur #btw13 &#8211; Teil 2: CDU</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2013 09:13:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Göpel]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cdu_konradadenauerhaus2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130339" alt="cdu_konradadenauerhaus2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cdu_konradadenauerhaus2.jpg" width="640" height="356" /></a>Eine<a href="http://politik-digital.de/wie-wahlentscheidend-ist-das-internet-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> aktuelle Studie</a> des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend für den Ausgang der Bundestagswahl ist, jeder Dritte informiert sich auf Social-Media-Plattformen über Politik. Auch wenn der klassische Wahlkampf damit nicht ersetzt wird, sollte 2013 keine Partei ohne Online-Kampagne in den Kampf um Stimmen ziehen. Wie man Wähler am besten im und ins Netz lockt, darüber haben wir mit den Verantwortlichen gesprochen. Welche Bedeutung hat der Online-Wahlkampf? Kann der User mitmachen? Was tun im Shitstorm?<br />
Heute: Uwe Göpel. Er ist Teamleiter Online für Marketing und interne Kommunikation der CDU und verantwortet die Online-Kampagne der Christdemokraten für den Bundestagswahlkampf 2013.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche Wählergruppe wollen Sie mit dem Online-Auftritt ansprechen?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Mittlerweile sind drei Viertel der Bevölkerung online und im Internet aktiv. Als Volkspartei ist es unser Anspruch, jede Zielgruppe anzusprechen und für jede Zielgruppe attraktiv zu sein &#8211; sowohl online als auch offline.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Nach dem Relaunch der CDU-Website Ende April ist ein Schwerpunkt auf YouTube-Videos zu beobachten. Sollen diese klassische TV-Wahlspots ersetzen?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Das ist keine neue Entwicklung. Wir haben schon 2007 angefangen, „Bewegtbild-Tagebücher“ der Sommertour unseres damaligen Generalsekretärs zu erstellen. In der Bundestagswahlkampagne 2009 wurde unser Bewegtbild-Angebot dann unter dem Namen <a href="http://www.youtube.com/cdutv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU.TV</a> weitergeführt. Neu ist der Grad der Professionalisierung. Wir haben seit 2012 ein eigenes TV-Studio im Konrad-Adenauer-Haus, das uns qualitativ einen großen Schub ermöglicht. Es bietet uns technisch vielfältige Möglichkeiten, zum Beispiel die Nutzung des „Green Screen“ für unterschiedliche Bild-Hintergründe. Zudem haben wir die notwendige Infrastruktur geschaffen, um jederzeit ein Livestreaming anzubieten. So übertragen wir mittlerweile alle CDU-Veranstaltungen in unserem Haus live. Unser Anspruch ist es, das Bewegtbild-Angebot inhaltlich so attraktiv wie möglich zu machen und so breit wie möglich zur Verfügung zu stellen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie wichtig ist der Online-Wahlkampf, verglichen mit anderen Werbekanälen? Hat sich bezüglich der Priorisierung etwas im Vergleich zu 2009 geändert?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Die Online-Kampagne ist eine vollwertige Säule der Gesamtkampagne. Soziale Netzwerke sind für uns attraktive, weil reichweitenstarke Kanäle. 2009 war das wichtigste soziale Netzwerk noch StudiVZ, mittlerweile ist Facebook die absolute Nummer Eins in puncto Reichweite. Angela Merkel hat inzwischen über 300.000 Fans bei <a href="https://www.facebook.com/AngelaMerkel?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>, damit ist sie in diesem Netzwerk die mit Abstand beliebteste deutsche Politikerin. Twitter kommt an zweiter Stelle und natürlich YouTube, da der Bewegtbild-Bereich im Haus einen großen Stellenwert hat.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welchen Anteil am Gesamtbudget hat die Online-Kampagne? Gibt es eine Veränderung, verglichen mit 2009?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Der Etat der CDU Deutschlands für den Bundestagswahlkampf 2013 beträgt rund 20 Millionen Euro – wie schon in den Bundestagswahlkämpfen 2005 und 2009. Natürlich haben wir der wachsenden Bedeutung des Online-Bereichs entsprechend auch Umschichtungen im Budget vorgenommen.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Uwe Göpel</strong> (M.A.) studierte Politikwissenschaft (HF), Kommunikations- und Rechtswissenschaft an der TU Dresden. Er arbeitet seit 2007 im Konrad-Adenauer-Haus, derzeit ist er Teamleiter Online im Bereich Marketing und Interne Kommunikation der CDU-Bundesgeschäftsstelle.</div></div><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welcher Teil des Online-Wahlkampfs ist das Herzstück der Kampagne?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Es gibt drei Schwerpunkte: Zum einen sind da die sozialen Netzwerke mit den reichweitenstärksten Angeboten Facebook, Twitter und YouTube. Dann haben wir das Thema Bewegtbild und CDU.TV. Zum dritten beobachten wir die rasant steigende Nutzung im Bereich der mobilen Endgeräte. Die neue Website der CDU ist daher im responsiven Design gestaltet, das heißt, dass alle Inhalte für das jeweilige Endgerät optimiert dargestellt werden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Hat der User bei der CDU die Möglichkeit, mitzumachen?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Der Wunsch nach Mitmachen, Mitgestalten und Teilhabe ist nicht erst durch die sozialen Netzwerke aufgekommen. Das Internet macht Beteiligung allerdings einfacher. Für diese Bundestagwahl haben wir zum Beispiel das Regierungsprogramm zusammen mit den Bürgern erarbeitet. Unsere Mitmach-Aktion hieß „Was mir am Herzen liegt!“. Jeder Bürger konnte, übrigens on- wie offline, seine Ideen einbringen. Insgesamt sind rund 10.000 Vorschläge bei uns eingegangen. Die Vorschläge wurden in 45 Themen-Thesen zusammengefasst, die die Parteimitglieder wiederum in unserem Mitgliedernetzwerk <a href="https://www.cduplus.cdu.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„CDU Plus“</a> bewerten und kommentieren konnten. Da gab es noch einmal mehr als 16.500 Bewertungen und 1.000 Kommentare. Die Online-Komponente wurde durch weitere Veranstaltungen ergänzt, unter anderem ganz prominent durch die „Tele-Townhall“: Hier hat unsere Parteivorsitzende Angela Merkel mit CDU-Mitgliedern über unser Regierungsprogramm diskutiert, per Livestream verfolgbar im Internet.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Uwe_Goepel.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-130330 alignleft" alt="Uwe_Goepel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Uwe_Goepel.jpg" width="116" height="150" /></a><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Inwieweit beschränken Datenschutzbestimmungen die Möglichkeiten der Übernahme von Standpunkten der Online-User?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Die Übernahme von Standpunkten war unproblematisch, weil die Diskussion auf unserer Website stattgefunden hat. Unsere Seite ist frei zugänglich und selbstverständlich datenschutzkonform. Ein Problem kann entstehen, wenn man soziale Netzwerke einbinden will. Im Zweifel entscheiden wir uns immer für den Datenschutz.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Gibt es auf der CDU-Website eine offene Kommentarfunktion oder muss man sich registrieren?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Auf der CDU-Homepage gibt es keine eigene Kommentarfunktion, aber es gibt die „Sharing-Funktion“ und einen Social Media-Bereich, über den man direkt zur Diskussion gelangt. Alle Facebook-Profile haben eine offene Kommentarfunktion. Unser Anspruch war und ist es, die Diskussion dahin zu verlagern, wo die Leute sind – und das ist in den sozialen Netzwerken. Facebook und Twitter sind daher auch in unser Mitgliedernetzwerk „CDU Plus“ integriert.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Beobachten Sie, wie die Konkurrenz online vorgeht? Können Sie gegebenenfalls flexibel reagieren?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Na klar. Ein Beispiel: Auf unserer Seite <a href="http://www.wahlfakten.cdu.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlfakten.cdu.de</a> reagieren wir, indem wir den Behauptungen der Konkurrenz Fakten und Argumente entgegensetzen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Räumen Sie dem Internet einen großen Stellenwert bei der Mobilisierung von Nichtwählern ein? Wie funktioniert die Mobilisierung im Netz?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Wir haben tägliche Bildelemente zu aktuellen Themen. Oft werden Inhalte Facebook-gerecht angeboten, um die User zum Teilen zu animieren. Vielleicht erreicht unser CDU.TV-Angebot, mit dem wir politische Botschaften multimedial aufbereiten, gerade Zielgruppen, die sich ein Regierungsprogramm nicht anschauen, sondern lieber einen 90-sekündigen Clip auf YouTube. Aber: Ich möchte das nicht auf Nichtwähler begrenzen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wo online um Wähler geworben wird, ist der Shitstorm nicht weit. Haben Sie eine „Eingreiftruppe“? Wie wird die intervenieren?<br />
<strong>Uwe Göpel:</strong> Wir beobachten und moderieren unsere Seiten, vor allem Facebook und YouTube. Das ist zwingend notwendig, weil dort auch Kommentare erscheinen könnten, die strafrechtlich relevant sind. Die sozialen Netzwerke leben von Diskussion und Auseinandersetzung, aber natürlich muss man in manchen Situationen eingreifen.<br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-1-die-piraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a> <a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-1-die-piraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: Christophe Chan Hin (Piratenpartei) im Interview</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-3-fdp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 3 der Reihe: Tommy Diener von der FDP im Interview</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-4-die-linke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 4 der Reihe: Interview mit Marion Heinrich (Die LINKE)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/3-berliner-hinterhofgespraech-auf-stimmenfang-im-neuland-die-online-kampagnen-zur-bundestagswahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auch unser 3. Berliner Hinterhofgespräch hatte das Thema &#8220;Auf Stimmenfang im #Neuland – Die Online-Kampagnen zur Bundestagswahl&#8221;. Hier geht&#8217;s zum Video.</a><br />
&nbsp;<br />
<strong><strong></strong></strong>Bilder: Sebastian Drescher, Christina zur Nedden</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Im Schatten des Plakats &#8211; das Internet in Wahlkämpfen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/im-schatten-des-plakats-das-internet-in-wahlkaempfen-129863/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2013 14:36:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetwahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Jungherr]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Rolle spielt das Internet in Wahlkämpfen? Können Online-Kampagnen wahlentscheidend sein oder sind sie nicht mehr als Stimmungsbarometer? Kann man [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KAS_Veranstaltung.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129865" alt="KAS_Veranstaltung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KAS_Veranstaltung.jpg" width="640" height="371" /></a>Welche Rolle spielt das Internet in Wahlkämpfen? Können Online-Kampagnen wahlentscheidend sein oder sind sie nicht mehr als Stimmungsbarometer? Kann man überhaupt von einem “Internet-Wahlkampf“ sprechen? In der vergangenen Woche diskutierten Experten aus dem klassischen und Internet-basierten Wahlkampf diese und andere Fragen auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer Stiftung.<br />
Auf dem Podium mit dem Thema „Das Internet in Wahlkämpfen“ saßen neben dem Autor des <a href="http://politik-digital.de/buchkritik-das-internet-in-wahlkaempfen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gleichnamigen Buches,</a> dem Politikwissenschaftler <a href="http://andreasjungherr.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Jungherr,</a> der Geschäftsführer des Bereichs Kreation bei der Berliner Kreativagentur Butter und Autor des Bestsellers „Höllenritt Wahlkampf“, <a href="http://frank-stauss.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frank Stauss,</a> sowie <a href="http://www.mslgroup.de/agentur/beirat/peter-radunski.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Radunski,</a> der ehemalige Senator des Landes Berlin für Bundes- und Europaangelegenheiten und für Wissenschaft und Kunst und langjähriger Geschäftsführer der CDU. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Journalisten und Google-Community Manager <a href="https://twitter.com/MEtzold" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marc Etzold.</a></p>
<h3>Das Internet als Wahlentscheider?</h3>
<p>Eine im Mai veröffentlichte <a href="http://politik-digital.de/wie-wahlentscheidend-ist-das-internet-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der BITKOM</a> stellte fest, dass ein Drittel der Deutschen es als wahlentscheidend empfindet, wie die Parteien das Internet im Wahlkampf nutzen. Die Referenten der Diskussionsrunde maßen diesem Ergebnis jedoch nicht viel Gewicht bei. Frank Stauss etwa widmet dem Internet in seinem Buch kein eigenes Kapitel, da er es als „normalen“ Bestandteil des Wahlkampfs versteht. Nicht das Internet, sondern alles, was zum Wahlkampf dazugehöre, entscheide die Wahl, ist Stauss überzeugt. Auch Andreas Jungherr meint, dass das Internet die Stimmenabgabe nicht beeinflusst und die interessierte Öffentlichkeit sich nicht durch das Internet vermehrt hat. „Viele Facebook-Fans bedeutet nicht zwangsläufig viele Wähler. Internettrends sind nicht wahlentscheidend“, bekräftigte der Bamberger Wissenschaftler. Der Berliner Senator Peter Radunski ergänzte, dass politische Aktivität in sozialen Medien jedoch als eine Art Stimmungsbarometer fungieren könne. So könne man Anhänger auf Facebook oder Twitter durchaus mit den traditionellen Umfragewerten vor einer Wahl vergleichen.<br />
Wenn das Internet nicht wahlentscheidend ist, wie beeinflusst es dann den traditionellen Wahlkampf? Andreas Jungherr stellte <a href="http://andreasjungherr.net/2013/06/18/das-internet-im-wahlkampf-vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drei Funktionen des Internets für politische Kampagnen </a>vor: (1) Das Internet schafft eine Präsenz für politische Akteure und ihre Inhalte im Internet; (2) Parteien können sich mithilfe des Internets und digitaler Werkzeuge besser organisieren; und (3) Parteien und Kandidaten können sich im Internet inszenieren und somit das Momentum von Kampagnen unterstützen.<br />
Obwohl sich laut Peter Radunski „der Wahlkampf nicht grundsätzlich durch das Internet ändert“, biete es doch einige neue Möglichkeiten im Wahlkampf. So gebe es insbesondere vermehrte Ansprachemöglichkeiten von Erstwählern, denn „die Jugend ist im Internet“. Mithilfe von YouTube könne ein Mangel an teuren TV-Spots ausgeglichen werden, und man habe die Möglichkeit, im Internet verstärkt den Negativ-Wahlkampf zu führen, eine weit verbreitete Strategie in den USA, die allerdings in Deutschland keine Tradition habe.</p>
<h3>Das Plakat schlägt das Internet</h3>
<p>Trotz des Hypes um das Internet als noch junges Wahlkampfmedium bleibt die effektivste Methode, Wähler anzusprechen, der knappe Slogan auf einem Plakat. „Unsere klassischen Wahlkampfmedien sind das Plakat und das &#8216;direct mailing&#8217;“, erklärte Agenturchef Frank Stauss. Der häufige <a href="http://andreasjungherr.net/2013/06/18/das-internet-im-wahlkampf-vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergleich mit dem Wahlkampf in den USA</a> sei, so Andreas Jungherr, demnach schon deshalb unangebracht, weil es dort andere traditionelle Wahlkampfmethoden gebe.<br />
Während man sich in Deutschland einen Wahlkampf ohne Plakat nicht vorstellen kann, werden die Wähler in den USA gezielt mit TV Spots und per Haustürwahlkampf angesprochen, das sogenannte Micro-Targeting. Das Internet kann in den USA effektiver im Wahlkampf genutzt werden, da jenseits des Atlantiks eine Datenspeicherung möglich ist, die &#8216;data-driven campaigning&#8217; (also die Ausrichtung der Kampagne nach generierten Daten) ermöglicht und den Parteien verrät, wer genau hinter der Haustür wohnt, bevor man überhaupt angeklopft hat.<br />
In Deutschland hingegen ist es nicht einmal üblich, zu fragen, wen man wählt. Peter Radunski betonte: „In Deutschland kennen wir unsere Wähler nicht. Zu fragen, welche Partei jemand wählt, ist vergleichbar mit der Frage nach dem Kontostand“. Kaum jemand trage hierzulande einen Anstecker mit dem Slogan „Ich wähle die CDU“ oder „Ich wähle Grün“. In deutschen Internet-Foren wird zudem meist anonym diskutiert. Trotzdem sei es aber wichtig, die Meinung der User ernst zu nehmen und nicht zu erwarten, dass Wähler den Visionen der Politiker einfach blind folgen.<br />
Der traditionelle Wahlkampf verändert sich trotz Internet demnach nicht. „Wenn Sie in Deutschland auf ein Plakat verzichten, haben Sie ein riesiges Problem“, beteuerte Radunski. Das Internet werde jedoch vielfach genutzt, um die Inhalte der traditionellen Medien wiederzugeben. So werde das TV-Duell der Kanzlerkandidaten immer am stärksten online begleitet und kommentiert.</p>
<h3>Botschaft und Politikerpersönlichkeit müssen stimmen</h3>
<p>Ob Plakat, Brief oder Internet, entscheidend sei die Botschaft der Partei. „Die Botschaft ist wichtiger als der Kanal“, betonten sowohl Frank Stauss als auch Peter Radunski immer wieder. Das Internet könne eine unzureichend fokussierte Botschaft nicht aufwerten. Im Gegenteil: Auf die Reizüberflutung im Internet müsse durch eine Verknappung und Simplifizierung der Botschaft reagiert werden. Frank Stauss nannte als Beispiel den SPD-Slogan zur letzten Berliner Abgeordnetenhauswahl „Berlin verstehen“. Statt Taten anzupreisen, konzentrierte sich die Botschaft auf ein extrem simplifiziertes, reines „Verstehen“.<br />
Auch ein Mangel an Charisma einer Politikerpersönlichkeit könne das Internet nicht begleichen. „Das Internet bringt nichts ohne Obama“, versicherte Peter Radunski und ergänzte, es sei „beunruhigend, dass die Parteien drei Monate vor der Wahl ihr Thema noch nicht gefunden haben“. Auch Frank Stauss betonte neben der Bedeutung der politischen Botschaft die Vermarktung von Politikerpersönlichkeiten. So hätte das Internet das Charisma eines Willy Brandt noch hervorgehoben. Doch es bleibe eben reines Medium: „Wenn es nicht fliegt, fliegt es weder online noch offline“.<br />
Die Kehrseite des Arguments sollte nicht unbeachtet bleiben: Das Internet bietet nicht nur Chancen der Unterstützung, sondern kann der Politikerpersönlichkeit und der Botschaft auch schaden. Alles, was nicht funktioniert, multipliziert sich im Internet.</p>
<h3>Es gibt keinen “Online-Wahlkampf“</h3>
<p>Aber was ist eigentlich gemeint, wenn wir von „dem Internet“ sprechen? Spiegel Online? Twitter? Facebook? E-Mail? Genauso sei der Begriff “Internet- oder Onlinewahlkampf“ ein missverständlicher, so Andreas Jungherr. „Man sagt ja auch nicht TV-Wahlkampf“. Das Internet sei eines von vielen Medien und sollte seiner Ansicht nach keine Sonderstellung haben. „Wir haben in Deutschland einen extrem provinziellen Diskurs über das Internet. Das Internet ist normal geworden und ein Wahlkampfmedium wie jedes andere auch“.<br />
&nbsp;<br />
Bild: Christina zur Nedden (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-3.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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