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	<title>Daniel Krüger &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Daniel Krüger &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Digitalisierung darf kein Unwort werden“ – Marten Gerdnun im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2018 08:01:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bereits im dritten Jahrgang koordiniert das Kulturbüro Rheinland-Pfalz mittlerweile das FSJ_digital – ein Projekt, bei dem Freiwillige digitales Know-How in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154675" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild.jpg" alt="Titelbild" width="640" height="280" /></a>Bereits im dritten Jahrgang koordiniert das Kulturbüro Rheinland-Pfalz mittlerweile das FSJ_digital – ein Projekt, bei dem Freiwillige digitales Know-How in ihren Einsatzstellen praktisch umsetzen und weitergeben (wir berichteten). Im Interview mit politik-digital spricht der verantwortliche Koordinator Marten Gerdnun über das Erfolgsgeheimnis des FSJ_digital, dessen bundesweite Umsetzung und darüber, was er von der aktuellen politischen „Digitalisierungseuphorie“ hält.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33207181_1919364398097959_2369134119733952512_n.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-154668" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33207181_1919364398097959_2369134119733952512_n-305x305.jpg" alt="33207181_1919364398097959_2369134119733952512_n" width="182" height="182" /></a><br />
Marten Gerdnun ist studierter Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge. Seit 2015 arbeitet er als Projektkoordinator und Medienbildungsreferent an dem Modellprojekt FSJ_digital. Das von Gerdnun für den Offenen Kanal Schleswig-Holstein konzipierte Projekt „Schüler-Medien-Lotse“ gewann 2016 die Google Impact Challenge in der Kategorie Lokale Projekte.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: Hallo Marten. Wir haben uns ja bereits im Juli 2017 über das von Dir maßgeblich initiierte FSJ_digital unterhalten und im Anschluss auch eine <a href="http://politik-digital.de/news/was-wurde-aus-dem-fsj-digital-152824/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reportage</a> dazu veröffentlicht. Für neue Leser zu Beginn trotzdem nochmal eine kurze Zusammenfassung: Was ist das FSJ_digital genau und wie sieht die Umsetzung durch das Kulturbüro RLP aus?</h3>
<p>Marten Gerdnun: Das FSJ_digital ist damals als Modellprojekt von der vorherigen Bundesregierung im Auftrag der SPD in den Koalitionsvertrag gekommen. Die Grundidee hierbei war: Medienbildung könnte vielleicht von der Mediensozialisation der jungen Menschen heutzutage profitieren. Anknüpfungspunkt war hier dann der Freiwilligendienst, weil sich dort eh bereits aktiv sozial engagiert wird und dementsprechend eine gewisse „Energie“ vorhanden ist.</p>
<p>Wir fanden den Grundgedanken gut und haben uns deshalb entschlossen, aus dem Projekt eine Multiplikatoren-Fortbildung zu machen, d.h.: Nach der Orientierungsphase in der Einsatzstelle können die Freiwilligen sich bei uns mit einer Projektidee bewerben, bei dem es um eine konkrete Idee zur Optimierung ihrer Einsatzstelle mithilfe moderner Technologie geht. Dieses Projekt fördern wir dann, in dem wir mit den Freiwilligen zum einen eine Fortbildungswoche organisieren, die Umsetzung des Projektes begleiten und coachen, und ihnen zum anderen bis zu 1.000 Euro Fördergeld zur Verfügung stellen.</p>
<h3>Du betreust das FSJ_digital bereits im dritten Jahr. Bei unserem letzten Gespräch war die Resonanz mit 91 Anträgen 2017 nur in Rheinland-Pfalz bereits so hoch, dass geplant wurde, das Ganze deutschlandweit anzubieten. Was ist aus diesem Vorhaben geworden?</h3>
<p>Genau. Der dritte Jahrgang ist jetzt tatsächlich der Jahrgang, den wir aufgebohrt haben und auch bundesweit anbieten dürfen. Wir haben mittlerweile Projekte von München bis Flensburg am Laufen und sind in ganz Deutschland recht gut gestreut. Dadurch haben wir mittlerweile auch ein großes bundesländerübergreifendes Pädagogennetzwerk, was natürlich auch unser Lehrangebot bereichert.</p>
<h3>Trotzdem wird das FSJ_digital ja immer noch hauptverantwortlich vom Kulturbüro RLP initiiert. Wie sieht es denn mit Kooperationen mit öffentlichen Trägern in anderen Bundesländern aus?</h3>
<p>Das läuft tatsächlich immer noch hauptorganisatorisch über meine Stelle, auch weil es noch diesen Modellcharakter hat. Wir versuchen aber, noch viel enger mit unserem Bundesträger der Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) zusammenzuarbeiten und deren Netzwerk zu nutzen. Gleichzeitig ist es für uns aber zugegebenermaßen immer noch schwierig, transparent zu machen, dass wir als einzelner Träger alle Einsatzstellen in ganz Deutschland unterstützen und dabei anderen Trägern und Einrichtungen nichts wegnehmen wollen. (lacht)</p>
<h3>Mit welchen Maßnahmen habt Ihr es denn geschafft, dieses Jahr den großen Andrang zu bewältigen?</h3>
<p>Wir haben zum ersten Mal mehr Projektanträge bekommen, als wir fördern konnten und mussten deswegen eine Jury über die Bewilligungen entscheiden lassen. Dort saßen dann Abgeordnete aus verschiedenen Ministerien, Vertreter von Stiftungen und auch ehemalige Freiwillige aus vergangenen Jahrgängen am runden Tisch und haben lebhaft diskutiert. Letztlich haben wir uns dann für etwas mehr als 100 aus 130 Projekten entschieden.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33224625_1919364421431290_2651369078022733824_n.jpg"><img decoding="async" class="  wp-image-154673 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33224625_1919364421431290_2651369078022733824_n-305x203.jpg" alt="33224625_1919364421431290_2651369078022733824_n" width="340" height="226" /></a></p>
<h3>Was hat sich grundsätzlich  seit dem Beginn des FSJ_digital für Euch als Organisatoren verändert?</h3>
<p>Dadurch dass wir eine größere Öffentlichkeit bekommen und mehr Leute das Projekt kennen, haben wir auch eine viel größere Reichweite, wodurch sich das FSJ_digital auch qualitativ stark verbessert hat. Das ist ein sehr positives Ergebnis, denn pro Projekt erreichen wir statistisch auch immer mindestens 10 Leute, die weiter vom digitalen Wissen profitieren. Wir haben aber selbst den Anspruch, das Projekt noch stärker auszuweiten, zum Beispiel auf den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Da haben wir selbst viel Lobbyarbeit betrieben und sind sehr froh, dass der Einbezug des BFD in das FSJ_digital etwa Einzug in den aktuellen Koalitionsvertrag gefunden hat.</p>
<h3>Beim FSJ ist ja mit 27 Jahren Schluss, der BFD steht allen Altersgruppen offen. Wie verändert das Euer konkretes Arbeiten in Bezug auf den ursprünglichen Gedanken des Know-How-Transfers durch die „digital natives“?</h3>
<p>Für Projektstrukturen wie unsere heißt das vor allem, dass sich in Zukunft auch Ü-27er mit tollen Projekten bei uns bewerben. Wir arbeiten ja nach dem Multiplikatorenprinzip, verfolgen also den „Train the Trainer“-Gedanken. Mit einer neuen Zielgruppe, die z.B. auch Senioren mit weniger digitalem Know-How zum Weitergeben umfasst, haben wir deshalb auch unser Konzept nochmal reformiert. Wir geben mittlerweile auch digitale Fortbildungen für Pädagogen, die das FSJ_digital in den Einsatzstellen und in den Trägerstellen der anderen Bundesländer koordinieren. Diese Grundlagenbildung, vor allem auch in der Mediendidaktik, ist unglaublich wichtig, um zu erreichen, dass Medienbildung mit der schnellen digitalen Entwicklung mithalten kann.</p>
<h3>Da nennst Du das richtige Stichwort. Wie macht sich denn dieser rasende Fortschritt in der Ausgestaltung der einzelnen Projekte bemerkbar?</h3>
<p>Die Projekte werden vor allem inhaltlich immer ausdifferenzierter und diverser, aber auch der Teilnehmerkreis wird größer. Wir haben dieses Jahr zum Beispiel zum ersten Mal deutlich mehr Mädchen als Jungen da, was auch nochmal ganz neue Perspektiven öffnet. Inhaltlich und technologisch ist vor allem das sogenannte „Mapping“ sehr im Trend. Dort werden etwa für Museen interaktive Karten gestaltet, die jeder mit Inhalten füllen kann.</p>
<p>Außerdem ist die ganze VR-Technik neu dazugekommen. Wir arbeiten zum Beispiel in München gerade daran, in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im Kunstareal München einen Raum einzurichten, in dem die Besucher eine VR-Brille tragen und gemeinsam virtuell zeichnen können. So kann aus einem Cafe etwa ein abstrakter Urwald werden, den alle zusammen gestalten, weil sie auch sehen, was die anderen bereits gemalt haben.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33095505_1919364438097955_8282078525997973504_n.jpg"><img decoding="async" class="  wp-image-154674 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/33095505_1919364438097955_8282078525997973504_n-305x203.jpg" alt="33095505_1919364438097955_8282078525997973504_n" width="305" height="203" /></a></p>
<h3>Zum Schluss noch zur allgemeinen Politik. Wo siehst Du denn – abseits vom Klein-Klein und dem Konkurrenzdenken der Bildungsträger – die größten Defizite bei der digitalen Bildung in der Bundesrepublik? Gibt es für Dich Vorbildstrukturen in anderen Ländern?</h3>
<p>Der Begriff der Digitalisierung erlebt gerade auf jeden Fall eine starke Konjunktur hier – das haben wir im Wahlkampf ja auch besonders gut beobachten können. Ich kann das noch nicht ganzheitlich einschätzen, aber so ein inflationärer Gebrauch von „Digitalisierung“ darf nicht dazu führen, dass die Begrifflichkeit letztlich zu einem Unwort wird. Das halte ich für äußerst gefährlich.</p>
<p>Der Umgang mit dem Facebook-Skandal zu Beginn dieses Jahres hat meiner Meinung nach aber sehr beispielhaft dieses problematische in Deutschland vorherrschende Denken in Bezug auf die digitale Entwicklung gezeigt. Der Umgang mit Daten durch Facebook ist ja nichts Überraschendes. Dass ich dann plötzlich stark empört bin, wenn so etwas passiert, mich letztlich aber damit zufrieden gebe, dass Mark Zuckerberg der Justizministerin verspricht, sich in den nächsten Jahren darum zu kümmern, kann sicher nicht die Lösung sein. Aus pädagogischer Sichtweise müsste ich sagen: Die Daten, mit denen da vermutlich Wahlkampf manipuliert, sicher aber Wahlkampf betrieben wurde, haben wir alle freiwillig unter Ausschluss jeder Rechtlichkeit dort hineingetragen. Wir dürfen uns doch nicht wundern, dass eine kostenlose Plattform diese Daten verkauft, denn personalisierte Werbung ist schließlich deren Geschäftsmodell. Die Algorithmisierung ist dann  die logische Konsequenz dieses Prozesses, weshalb es viel sinnvoller wäre, grundsätzliche digitale Aufklärungsarbeit zu leisten.</p>
<p>Digitale Bildung wird einfach immer noch viel zu kurz gedacht und genau dort müssen wir die Leute zu selbstbestimmter digitaler Teilhabe befähigen. Dieser Idealismus, der hinter unserer Arbeit steckt, ist nicht selten wirklich anstrengend, genau wie auch der jährliche Kampf um Fördergelder. Aber genau aus dieser Motivation machen wir das. Um etwas zu bewirken.</p>
<h3>Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch!</h3>
<p>Bild Marten Gerdnun: Sewerin Zelazny<br />
Alle weiteren Bilder: Jan Lahitte</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Effizienz durch Kompetenz – Weshalb Bildung keine Spaltung braucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jul 2017 11:17:05 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Beim Gedanken an Schule und ihre Methoden fällt nicht wenigen wohl der Begriff des “Bulimie-Lernens” ein. Pauken und wieder ausspucken. Ein Konzept, das, obwohl häufig kritisiert, an den staatlichen Schulen immer noch Alltag ist. Obwohl schon Einstein wusste: Die Fähigkeit, eine große Menge an Fakten zu erlernen und dann unter Druck wiederzugeben, kann keineswegs einziger Indikator für gute Bildung sein. Diese Einsicht hat in den letzten Jahrzehnten in einigen Teilen der Gesellschaft zu einer mentalen <a href="http://www.hallo-eltern.de/kind/freie-schule/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegenbewegung geführt, die als Antwort eine radikale Bildungsreform fordert</a>. Eine Reform, die gelegentlich gerne an Visionen der 60er und 70er Jahre erinnert. Selbstbestimmung, kritisches Denken und soziale Fähigkeiten sollen wieder Vorrang haben, denn man nimmt an: Die einseitige Fokussierung auf prüfbares Wissen sei eine Folgeerscheinung der Ökonomisierung aller Lebensbereiche.</p>
<h3>Bildungssystem bereitet unzureichend vor</h3>
<p>Gerne schwingt hier auch der unterschwellige Tenor einer kleinen <a href="https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Hawel_Kalmring_Bildung_mit_links_Netz.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verschwörung “von oben”</a> mit. Regierung und Wirtschaft, ein unheiliges Paar des Neoliberalismus, das die Fähigkeit zur Reflektion mit Hilfe des Schulsystems unterdrückt und die Schüler*innen durch psychologischen Druck an den Anpassungszwang des spezialisierten Arbeitsmarktes gewöhnt. Dabei sieht die Realität anders aus: Deutschland konnte sich seit Beginn der weltweiten PISA-Studien-Erhebung im Jahr 2000 gegenüber skandinavischen Länder mit innovativen Modellen und großer Experimentierfreudigkeit, <a href="http://www.focus.de/familie/schule/deutsche-schueler-holen-auf-pisa-studie_id_2495486.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aber auch gegenüber asiatischen Staaten wie etwa Korea</a> nicht durchsetzen und rangiert seitdem immer im MIttelfeld. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Struktur und didaktische Konzepte des deutschen Bildungssystems völlig an den Erfordernissen der wirtschaftlichen Know-How-Anforderungen vorbeilaufen. Sie sind dennoch nach momentanem Stand weder die perfekte Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, noch werden in der Schule jene Kompetenzen ausreichend vermittelt, die Schüler*innen zu einem sozial verantwortlichen und selbstbestimmten Mitglied der Gesellschaft erziehen.</p>
<h3>Digitale Datenspeicherung macht Auswendiglernen überflüssig</h3>
<p>Die Frage danach, wie Bildung gestaltet werden sollte, hängt immer auch vom kulturell-historischen Kontext ab. Über die Jahrhunderte haben sich die unterschiedlichsten Bildungstheorien entwickelt, die dennoch alle eines gemeinsam haben: <a href="https://www.politik-poker.de/menschwerdung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie sehen Bildung als ganzheitliches Projekt der “Menschwerdung”</a> an, in dem Wissen eine der wichtigsten Säulen darstellt. Der selbstverständliche Einzug digitaler Technologie in alle Gesellschaftsbereiche verändert jedoch nachhaltig das Anforderungsprofil moderner Bildung. Denn besonders die technischen Möglichkeiten unserer Zeit haben etwa dazu geführt, dass das faktenbasierte Wissen, auf dass sich Schulbildung lange Zeit fokussierte, heute in Form von Daten auf Servern und Clouds lagert. Jederzeit abrufbar, immer präsent. Und genau diese Tatsache macht die Fähigkeit, detaillierteste Informationen des Schulstoffes aus dem Gedächtnis abzurufen, bis zu einem gewissen Punkt überflüssig. Auf der anderen Seite erfordert die Digitalisierung den Erwerb neuer Kompetenzen und Fähigkeiten. Um dem gewachsen zu sein, müssen bildungspolitische Voraussetzungen für die Vermittlung neuer (auch digitaler) Kulturtechniken geschaffen werden.</p>
<h3>Mut zu weitreichenden Reformen fehlt</h3>
<p>Das ist keine neue Erkenntnis. <a href="http://www.zeit.de/2013/17/richard-david-precht-schulreform-erwiderung-ties-rabe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viele Pädagog*innen und Politiker*innen machen seit Jahren darauf aufmerksam</a>. Nicht wenige ziehen daraus jedoch den Fehlschluss, wirtschaftliche Interessen seien schuld daran, dass Auswendig-Lernen immer noch Hauptbestandteil von Schulbildung sei. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Verantwortung im Job und Privaten lässt sich nur durch eine Vermittlung gesamtheitlicher Kompetenzen in dementsprechenden Bildungsmaßnahmen erreichen. Nicht umsonst legen Arbeitgeber*innen <a href="https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article119565507/Fuer-Arbeitgeber-sind-Schulnoten-inzwischen-egal.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">immer weniger Wert auf Schulnoten</a>, sondern betrachten vor allem Eigeninitiative und Teamfähigkeit als bedeutend wichtiger. Es sind vielmehr starre Strukturen und fehlende finanzielle Mittel, die Veränderungen im Schulsystem verhindern. Es fehlt der Mut zu weitreichenden Reformen. Im Klein-Klein des dezentralen Föderalismus herrschen überbordende Bürokratie und Fachpersonalmangel vor. Hierzu kommen Sachzwänge sowie konkurrierende Vorstellungen, von dem was Schule eigentlich leisten sollte. Bildung ist ein heißes Thema, dem politische Durchsetzungskraft und Gradlinigkeit fehlt. Unternehmen hingegen sind hier freier als staatliche Institutionen, denn ihr Überleben ist mehr denn je von innovativen Ideen abhängig. Gleichzeitig fungieren sie als Arbeitgeber und holen junge Menschen am Ende ihrer schulischen Bildung in ein neues Umfeld.</p>
<h3>Zwischen Kreativ-Tanz und Bulimie-Lernen</h3>
<p>Zeitgemäße Bildung bedeutet daher auch, eine Schnittstelle zwischen Schule und Arbeitsmarkt zu schaffen. Den Unterricht modern und dynamisch gestalten und dabei Kompetenzen der Schüler*innen auf allen Ebenen zu fördern. Die Entwicklung zum selbstbestimmten Individuum in einer sozialen Gemeinschaft zu begleiten. Das gesellschaftliche Anforderungsprofil, also das was nötig ist, um eigene Potentiale auszuschöpfen und das “Miteinander” gestalten zu können, widerspricht keineswegs den Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Vielmehr sind es zahlreiche Überschneidungen, die deutlich machen, warum das Thema Bildung in einem Schwarz-Weiss-Gegensatz kaum gedacht werden kann. Die Pole zwischen Waldorf-Schule und staatlichem Gymnasium, zwischen Kreativ-Tanz und Bulimie-Lernen. Sie spalten unsere Gemüter und verleiten uns dazu, nicht ins Auge zu fassen, was eigentlich möglich wäre.</p>
<h3>Bildung darf keine Blase sein</h3>
<p>Denn: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um angemessen zu reformieren. Mithilfe der technischen Möglichkeiten, die digitale Instrumente bieten, könnte sich der Fokus endlich auf jene Bereiche erstrecken, an denen es seit Jahren hapert: <a href="http://aula-blog.website/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitbestimmung und Partizipation</a>, Reflexion, selbstständiges Arbeiten und nicht zu guter Letzt Kommunikation. Transferaufgaben und Projekte könnten hier etwa einen Großteil der schulischen Bildung ausmachen. Dabei muss und sollte nicht vollständig auf einen gewissen Druck verzichtet werden, denn Noten sind immer auch Anhaltspunkte, anhand derer Schwächen und Stärken gut herausgearbeitet werden können. Vielmehr geht es darum, die richtigen Bewertungskriterien anzusetzen. Dafür zu sorgen, dass Schulstoff im späteren Leben auch wirklich Relevanz besitzt. Denn nur dann ist Bildung wirklich effizient und keine Blase ohne Anschlussfähigkeit mehr.</p>
<p>Titelbild: Education is All, by <a href="https://www.flickr.com/photos/cogdog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alan Levine</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/cogdog/14207665792/in/photolist-nDu143-TNFrop-TNFqgp-TNFr7x-TNFqYX-TLi5hy-TLi511-TNFpGt-TNFq52-TNFpRB-TNFptH-TLi4TY-TLi4DQ-TNFrSF-jkVU2f-5SVQV1-9GUqei-cJHMPN-6pvc8r-oBDSSg-V48Lgk-4VNsBu-fzviyT-9Xh8kF-omJjSi-SDEC9C-dvk1QD-8ozniU-4eVLyf-Wa9GNh-9v5KgN-9SCSqn-81TFA-4eRN4n-5rkbrw-W2563F-4eVLxs-6vm14q-4eRN3v-5G4HBz-eabYst-iGLbB1-cPgia5-7T3Lpk-efdcc9-9SFKsW-9v2Ksv-88FiwB-7yXa4L-9SCSEg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Das große Versprechen &#8211; Was wurde aus dem FSJ_digital?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2017 09:07:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es war eine eher vage formulierte Vision des Koalitionsvertrages von 2013: Das FSJ_digital. Die Idee: Die “Digital Natives” geben im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unbenannt1.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-152829" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unbenannt1-630x348.png" alt="Unbenannt" width="630" height="348" /></a>Es war eine eher vage formulierte Vision des Koalitionsvertrages von 2013: Das FSJ_digital. Die Idee: Die “Digital Natives” geben im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres ihre digitalen Medienkompetenzen an Andere weiter. Wir haben uns in Rheinland-Pfalz umgehört, was aus dem Modellprojekt wurde.</p>
<p>Wenn Marten Gerdnun über das FSJ_digital spricht, merkt man ihm die Begeisterung förmlich an. Der Pädagoge aus Flensburg wurde vor drei Jahren von seiner Heimat Flensburg aus in das rheinland-pfälzische Kulturbüro einberufen, um dort ein Mammutprojekt umzusetzen: das FSJ_digital. Was darunter genau zu verstehen ist? Das wusste damals keiner genau, lacht Gerdnun. Klar war nur: Die Bundesregierung hatte in ihrem <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/der-koalitionsvertrag-im-wortlaut-4-4-digitale-agenda-fuer-deutschland_id_3437465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag 2013 </a>ein Modellprojekt geplant, bei dem die digitalen Kompetenzen junger Menschen im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres genutzt und an die entsprechenden Einsatzstellen weitergegeben werden sollten:</p>
<p><em>“&#8230;Wir befürworten ein „Modellprojekt Freiwilliges Soziales JahrDigital“, damit junge Menschen ihre technischen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang und in der Anwendung von neuen Medien in den Dienst von gemeinnützigen Einrichtungen stellen und diese bei der Umsetzung von digitalen Projekten und der Vermittlung von Medienkompetenz unterstützen…”</em></p>
<h3>Das FSJ als “Add-on”</h3>
<p>Zwei Bildungsträger erhielten den Zuschlag für das FSJ_digital: das Kulturbüro in Rheinland-Pfalz und das Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt. Wie so häufig im Zusammenspiel von Politik und öffentlichen Trägern kam zwar das Geld, aber kein konkreter Plan. Und so bastelte Gerdnun, dessen zweite Leidenschaft schon immer die Medienproduktion war, mit einem kleinen Team unentwegt an einem zukunftsfähigen Konzept. Ihre Idee: Das FSJ-digital als Add-On. Die FSJler können sich auf der eigens eingerichteten Homepage mit einem selbst erdachten Projekt für ihre Einsatzstelle bewerben. Sie erhalten im Gegenzug dazu die notwendigen Materialien und werden in vom Kulturbüro organisierten Workshops und Seminaren geschult. Die Expertise der dort Unterrichtenden ist vielfältig, genauso wie die behandelten Themen: Vom richtigen Umgang mit sozialen Medien bis zur Videoproduktion ist alles dabei. Und: Die Lehrenden kommen aus verschiedenen Fachgebieten, haben nicht zwangsläufig einen pädagogischen Background.  Im Gegenzug zur klassischen Schulbildung bietet das deutlich mehr Möglichkeiten, denn die digitalen Kompetenzen von Lehrern sind aufgrund starrer Strukturen im deutschen Bildungssystem oftmals gar nicht bis wenig ausgereift.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marten-Gerdnun.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152825" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marten-Gerdnun-305x381.jpg" alt="Marten Gerdnun" width="162" height="203" /></a>Marten Gerdnun ist studierter Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge. Seit 2015 arbeitet er als Projektkoordinator und Medienbildungsreferent an dem Modellprojekt FSJ_digital. Das von Gerdnun für den Offenen Kanal Schleswig-Holstein konzipierte Projekt „Schüler-Medien-Lotse“ gewann 2016 die Google Impact Challenge in der Kategorie Lokale Projekte<i>.</i></div></div>
<h3>Riesiger Ansturm auf das Projekt</h3>
<p>Die FSJler hatten immer eine Menge Spaß, betont Gerdnun. Besonders die Gemeinschaft sei in den Digital-Seminaren immer ein großes Plus gewesen. Er agiert auch selbst als Ansprechpartner und hat ein sogenanntes “Sorgentelefon” eingerichtet. Wenn die Jugendlichen in ihrem Projekt Probleme haben, können sie das weitere Verfahren jederzeit mit Mitarbeitern des Kulturbüros absprechen. Von Anfang an sei das Interesse groß gewesen. So groß, dass sich mittlerweile über ein Dutzend anderer Träger von sozialen Einrichtungen bei Gerdnun gemeldet habe, um das FSJ_digital auch in ihren Einsatzstellen verwirklichen zu können. Das belegen auch die Zahlen: Während es im ersten Jahr bereits 49 Anträge gab, hat sich die Anzahl im zweiten Jahr mit rund 91 Anträgen fast verdoppelt.</p>
<p>Eine Aufgabe, die das Kulturbüro trotz aller Euphorie regelmäßig an ihre Grenzen bringt. Gerdnun setzt trotzdem darauf, dass die Politik durch das FSJ_digital ein Bewusstsein für die Bedeutung von Medienbildung entwickelt. Leider gebe es immer noch zu viel Konkurrenzdenken in öffentlichen Einrichtungen und wenig Platz für die Umsetzung wichtiger Projekte auf übergeordneter Ebene, meint der Pädagoge. Und: Ein FSJ_digital reiche bei Weitem nicht aus, um endlich den Digitalisierungs-Rückstand in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen auszugleichen. Wo Hardware und Soft-Skills fehlen, wo Bürokratie und starre Strukturen den Fortschritt hemmen, ist der Einsatz junger Menschen und das Engagement einzelner Projektleiter wie Gerdnun oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.</p>
<figure id="attachment_152828" aria-describedby="caption-attachment-152828" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_7801_Kulturbuero.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-152828" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_7801_Kulturbuero.jpg" alt="FSJler bei einem Digitalseminar des rheinland-pfälzischen Kulturbüros." width="600" height="400" /></a><figcaption id="caption-attachment-152828" class="wp-caption-text"><em>FSJler bei einem Digitalseminar des rheinland-pfälzischen Kulturbüros.</em></figcaption></figure>
<h3>Achtjährige iPhone-Besitzer und hoffnungsvolle Lehrer</h3>
<p>Dass der Digitalisierungs-Rückstand im öffentlichen Sektor nicht auf mangelndes Interesse der Einsatzstellen zurückzuführen ist, hat auch Mailin schnell bemerkt. Nach dem Fachabi entschied sie sich für ein FSJ an einer Grundschule in Koblenz. Hier wollte die 21-Jährige, die ein Lehramtsstudium anstrebt, eigentlich nur in das spätere Berufs-Umfeld “hineinschnuppern”. Stattdessen traf sie auf achtjährige iPhone-Besitzer und hoffnungsvolle Lehrer. Die Direktorin hatte vom FSJ_digital gehört und wollte unbedingt, dass ich dort ein Projekt anmelde, erzählt Mailin. An ihrer Schule hätte es außer gelegentlichem Computer-Unterricht quasi keinerlei Digitales gegeben. Keine technische Ausstattung, geschweige denn Know-How. Im Gegensatz dazu seien jedoch bereits die Drittklässler zum großen Teil mit Smartphones ausgestattet gewesen. Wenn die Glocke zum Schulschluss geläutet hat, haben dann alle sofort wie wild angefangen zu spielen, lacht die FSJlerin.</p>
<h3>Auch die Lehrer sind neugierig</h3>
<p>Die Eltern berufstätig, die Schule kaum medienkompetent. Als Mailin, die begeisterte Hobby-Photographin, ihren Antrag auf einen Fotokurs bewilligt bekommt, ist die Freude bei allen groß. Nicht nur die Kinder, auch die Lehrer sind neugierig. Einige kamen gleich zu mir und wollten die projektfinanzierten Geräte für den eigenen Unterricht ausleihen, berichtet Mailin. Sie bringt den Kindern nicht nur bei, wie schöne Bilder geschossen werden, sondern geht weit darüber hinaus: Im von Mailin erdachten Konzept des “Kameraführerscheins” lernen die Schüler auch spielerisch digitale Urheberrechte kennen und müssen die Bilder letztlich am PC bearbeiten und ausdrucken. Dass dies für die Kinder so schwierig zu erlernen ist, hatte die FSJlerin jedoch nicht erwartet. Doch bereits das Übertragen von JPEG-Dateien auf den Laptop sei eine riesige Hürde gewesen – und das unabhängig davon, ob die Kinder ein Smartphone besitzen oder nicht.</p>
<h3>Viel Smartphone, wenig Medienkompetenz</h3>
<p>Diese und andere Erfahrungen zeigen: Die “Digital Natives” werden viel zu häufig alleine gelassen. Die intuitive Bedienung erleichtert selbst für die Jüngsten den Einstieg in die Welt von Smartphone und Tablet. Weder Schule noch Eltern können jedoch derzeit an diesem Punkt Hilfestellung leisten, um den richtigen Umgang mit der Technik und jenen miteinander im Netz zu vermitteln. Der Einzug des Digitalen in die Lebenswelten der Jüngsten bleibt deshalb auf einer unvollständigen Ebene. Viele Kinder können nicht mal richtig lesen und schreiben, weiss Mailin zu berichten. Diese Ambivalenz habe sie des Öfteren gewaltig überrascht. Trotz vieler Schwierigkeiten sei ihr Projekt dennoch ein großer Erfolg gewesen. Auf der 125-jährigen Jubiläumsfeier der Schule erstellten die von Anfang an wissbegierigen Kinder dann mithilfe eines Programmes eigene Fotos der Teilnehmer im Comic-Format. Und auch die Direktorin war mehr als dankbar, dass durch das Engagement der 21-Jährigen in der Schule auch endlich digitale Inhalte eine Rolle spielten. Sie war sehr glücklich und hat sich innig bedankt, erinnert sich Mailin.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152854" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1-305x458.jpg" alt="0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1" width="149" height="224" /></a>Mailin Karaskiewicz aus Andernach, 21, kam durch Interesse am Lehrerberuf und über eine Kollegin von der Caritas zum FSJ_digital. Mit einem Fotoprojekt leistete sie einen großen Beitrag zur Digitalisierung ihrer Einsatzstelle, einer Grundschule in Koblenz<i>. Bild: Privat</i></div></div>
<h3>FSJler digitalisieren Institutionen</h3>
<p>Gerade deshalb hofft sie, dass Marten Gerdnun und sein Team irgendwann mit Sicherheit wissen, dass die Finanzierung weiterer Jahrgänge nicht ausbleibt. Denn besonders die Einsatzstellen profitieren massiv vom FSJ_digital. Die Freiwilligen helfen häufig entscheidend bei der Einrichtung von Webpräsenzen und Social-Media-Kanälen, vermitteln Jung und Alt wichtige Medienkompetenzen und ermöglichen sogar teilweise die technische Aufrüstung der jeweiligen Institution. Auch wenn diese Aufgabe eigentlich bei anderen läge. Zu oft, sagt Gerdnun, habe er das Gefühl, die Politik verstehe den Prozess der Digitalisierung lediglich als zusätzliches gesellschaftliches Entwicklungs-Konstrukt. Viel zu oft werde hier vergessen, dass es sich vielmehr um eine allumfassende Transformation handle, die alle Lebensbereiche betreffe. Deshalb ist es nach Gerdnuns Ansicht unbedingt notwendig, im gesamten Bildungsbereich tiefgreifende Veränderungen durchzusetzen.</p>
<h3>Freiwilliges Engagement trotz Mehraufwand</h3>
<p>Um die Politik von der Relevanz seines Konzeptes zu überzeugen, lässt Gerdnun seit Beginn des Projekts den Verlauf wissenschaftlich begleiten und evaluieren. Auf Fachkonferenzen stellt er Ergebnisse vor, kommt in Kontakt mit potentiellen Dozenten für Workshops und spricht immer wieder mit Vertretern der Kultusministerien. Dieses kraftraubende persönliche Engagement aller Beteiligten steht sinnbildlich für den Charakter des FSJ_digital: Keine digitale Revolution, aber der absolute Wille, trotz Mehraufwand und geringer Bezahlung im Freiwilligendienst einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des sozialen Sektors zu leisten. Ein Einsatz, der sich auszahlt; mittlerweile hat Gerdnun die Zusage für ein weiteres Jahr erhalten. Das einzige Problem: Weil die Bewerbung ab nächstem Jahr planmäßig auch für FSJler in anderen Bundesländern offen sein soll, wird dann vermutlich eine Jury über Anträge entscheiden und aussortieren müssen. Denn Gerdnuns Team ist klein und der Andrang riesig.</p>
<p>Die Zukunft des FSJ_digital ist ungewiss. Vieles hängt auch von den parteipolitischen Entwicklungen der nächsten Jahre ab. Dennoch bleibt zu hoffen, dass der Versuch, den öffentlichen Bereich “von unten” zumindest ein Stück weit zu modernisieren, nicht ungehört bleibt. Denn ein paar Wenige können diesen immensen Transformationsprozess nicht alleine bewältigen. Dazu braucht es mehr. Mehr Kooperation, mehr Steuerung und vor allem: Mehr Mut.</p>
<p>Alle Bilder: Kulturbüro Rheinland-Pfalz</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fachinhalte und Medienbildung verbinden – Was kann DigiBits?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2017 15:31:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag stellte der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) ein neues Bildungsprojekt mit dem Namen “DigiBits – Digitale [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digibits_auftakt_franz-marc-grundschule_berlin_kl.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-152815" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digibits_auftakt_franz-marc-grundschule_berlin_kl-630x380.jpg" alt="digibits_auftakt_franz-marc-grundschule_berlin_kl" width="630" height="380" /></a>Am Dienstag stellte der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) ein neues Bildungsprojekt mit dem Namen <a href="http://www.digibits.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“DigiBits – Digitale Bildung trifft Schule”</a> in Berlin vor. Das Ziel: Digitale Aspekte besser in den Unterrichtsablauf zu integrieren. Die Redaktion von politik-digital war vor Ort und zieht eine erste Bilanz.</p>
<p>Ein Dienstag-Morgen kann als eher unübliche Zeit für eine Veranstaltung zum Thema Digitalisierung in der Bildung bezeichnet werden. Nichtsdestotrotz ist die Aula der Franz-Marc-Grundschule in Berlin-Tegel bis zum letzten Platz gefüllt. Dies liegt nicht zuletzt auch an den vielen Lehrern, die im Auftrag von Schulen aus ganz Deutschland und sogar darüber hinaus gekommen sind. Sie alle erhoffen sich neue Antworten auf die Frage: Wie können Schulen zeitgemäße Bildung umsetzen? Der außergewöhnlich hohe Lehreranteil unter den Besuchern ist auch deshalb erfreulich, weil auf derartigen Events zwar nicht selten über die Digitalisierung der Bildung gesprochen wird, aber eben kaum mit denjenigen, die letztendlich vor der Aufgabe der Umsetzung stehen. Die Erwartungen der Anwesenden sind dementsprechend hoch. Auch weil der DsiN eine umfangreiche Betreuung der am Pilotprojekt teilnehmenden Schulen versprochen hat.</p>
<h3>Skepsis in der Politik</h3>
<p>Zunächst jedoch eine Einführung des Bundestagsabgeordneten Frank Steffel (CDU), dessen Rede eher wie ein gezwungen charmanter Versuch der Selbstvermarktung wirkt. Er finde das Projekt gut, weil die Schüler so besser für den Arbeitsmarkt gerüstet seien, betont Steffel, macht aber einige Anmerkungen, die Zweifel daran aufkommen lassen, dass ihm die Ernsthaftigkeit des Themas bewusst ist. So erzählt Steffel begeistert von seiner Kindheit, in der “wir noch miteinander geredet haben, anstatt mit dem Smartphone zu schreiben”. Seine Frau sei aber glücklich, dass er online Nachrichten lese, weil sie nun nicht mehr so viel Papier zur Tonne bringen müsse. Ungläubiges Gelächter im Saal. Bei der anschließenden Diskussionsrunde hingegen wird schnell klar: Besonders die politische Skepsis gegenüber digitalen Bildungsmaßnahmen ist einer der Hauptgründe, weshalb es an allen Ecken und Enden brennt.</p>
<h3>Schulen werden alleine gelassen</h3>
<p>So zählt Schulleiterin Bettina Münch gleich eine Vielzahl an Hemmnissen auf, die es der Schule sichtbar erschweren, digitale Instrumente im Unterricht einzusetzen und Medienkompetenz an die Schüler zu vermitteln. Es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an zuständigen IT–Spezialisten, die jederzeit vor Ort sind, um die Technik zu warten und bei Problemen zu helfen. Zudem seien viele Lehrer mit der Unterrichtsplanung so eingespannt, dass ihnen für die eigenständige Beschäftigung mit den vielen Aspekten der Digitalisierung kaum Zeit bliebe. Hiervon abgesehen fehle es vielen Lehrern selbst an der nötigen Medienkompetenz. Unterstützung gebe es kaum, weshalb es ohne ein Gesamtkonzept von Seiten der Länderministerien immer noch auf einige wenige besonders medienaffine Lehrer ankäme.</p>
<h3>Soll DigiBits bildungspolitische Aufgaben übernehmen?</h3>
<p>Klar ist: Die Veranstaltung von DigiBits ist zum großen Teil Werbung für die eigene Sache und der Versuch, möglichst viele Partnerschulen für das Projekt zu gewinnen. Schulen, die sich längerfristig auf eine Kooperation einlassen, erhalten einen symbolischen Koffer mit Informationsinhalten und sogar ein kostenloses Tablet. Es stellt sich die Frage, ob der vom Bundesinnenministerium geförderte DsiN nicht auch ein Stück weit Aufgaben übernehmen soll, die von Seiten der Bildungspolitik bisher verpasst wurden. So sind Umfang und Anspruch von DigiBits doch ziemlich weit gefasst: Im Rahmen des Projekts sollen die Unterrichtsinhalte der verschiedenen Schulfächer mit Medienbildung verbunden werden. Hierfür baut DigiBits eine kostenlose Plattform für alle Schulen und bietet bundeslandspezifische Unterrichtsmaterialien zur kostenlosen Nutzung an. Lehrer sollen sich nach Vorstellung von Projektleiterin Nadine Berneis online Anregungen holen und eigene Ideen in einer Art Netzwerk teilen können.</p>
<h3>Organisation ist Mammutaufgabe</h3>
<p>Die Organisation dieses Vorhabens ist eine Mammutaufgabe. Viele Fragen bleiben relativ ungeklärt. Wie kann etwa die Qualität der Inhalte überprüft werden? Wer ist für Aktualisierungen des Lehrmaterials zuständig, wenn ständig alte Apps verschwinden und neue aus dem Boden sprießen? Und ist es wirklich möglich, die fächer-spezifischen Informationen an die stark unterschiedlichen Lehrpläne der verschiedenen Bundesländer anzupassen? Projektleiterin Berneis bleibt optimistisch. Durch den Einsatz eines zehnköpfigen Beirats möchte sie gewährleisten, dass während der einjährigen Pilotphase alle Vorschläge vor Veröffentlichung einen Qualitätscheck durchlaufen. Das Projekt soll ihren Vorstellungen nach stetig weiterentwickelt und optimiert werden. Dennoch sind viele Besucher skeptisch, denn: Eine solch komplexe Aufgabe in einem verhältnismäßig kleinen Team zu bewältigen, erscheint fast als Ding der Unmöglichkeit.</p>
<h3>Zwischen unwissenden Lehrern und verlorenen Digital Natives</h3>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: Das Ziel von DigiBits ist durchaus zu befürworten. Die Implementierung digitaler Technik bei gleichzeitiger Vermittlung von Medienkompetenz in allen Schulfächern ist längst überfällig. Die <a href="https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2016/Bildung_digitale_Welt_Webversion.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von der Kultusministerkonferenz Ende 2016 verabschiedete Bildungsstrategie</a> muss unbedingt so schnell wie möglich umgesetzt werden. Ob DigiBits der richtige organisatorische Ansatz ist, bleibt abzuwarten. Viel zu viel liegt bezüglich des schulbildungs-technischen Transformationsprozesses im Argen. Ein Stichwort: Die Ausbildung der Lehrer. So erzählt uns eine Lehrerin eines Berliner Gymnasiums, es gebe einfach keine geeigneten Fortbildungsmaßnahmen, um  Lehrern mediendidaktische Kompetenzen zu vermitteln. Auf diesem Weg entstehe eine Spaltung zwischen Lehrern, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen, und Schülern, die zwar ständig Neue Medien nutzen, sich über den richtigen Umgang mit diesen aufgrund mangelnder Aufklärung jedoch kaum bewusst sind. Die viel beschworenen “Digital Natives” sind eben nicht zwangsläufig auch verantwortungsvolle User, sondern verlieren sich häufig in den Weiten des Netzes. Und das ist voll von Falschinformationen, Filterblasen und Selbstdarstellern.</p>
<p>Deshalb arbeitet DigiBits in Kooperation mit der “Freiwilligen Selbstkontrolle Medien” (FSM) auch an einem Unterrichtskonzept, dass die eigene Rolle der Schüler im Netz und das kritische Hinterfragen von Inhalten umfassen soll. Die hierfür präsentierten Unterlagen im Rahmen der Auftaktveranstaltung zeigen, dass die Ausrichtung von DigiBits in eine grundsätzlich gute Richtung geht. Fachgerecht werden unterschiedliche Themen wie Recherche, Umgangsformen und Verschwörungstheorien behandelt, die aktuelle Relevanz besitzen.</p>
<h3>DigiBits kann politischen Handlungszwang nicht ersetzen</h3>
<p>Hinterfragt werden muss daher auch weniger das inhaltliche Konzept des Pilotprojekts, als vielmehr dessen Struktur und Organisation. Es ist etwa schwer vorstellbar, dass innerhalb eines Jahres, wie von der Projektleitung vorgesehen, evaluierbare Daten zur Effizienz von DigiBits aufgearbeitet werden können. Zudem können die Verantwortlichen in ihrer aktuellen Lage und Position kaum das leisten, was Politik und Verwaltung über viele Jahre versäumt haben: Standards setzen, umfangreiche Weiterbildungen etablieren und nicht zu guter Letzt die Struktur des Bildungssystems reformieren. Das ist nämlich Aufgabe von BMBF und den Kultusministerien der Länder. Fazit des Tages: Es bleibt zu hoffen, dass durch DigiBits zumindest neue Impulse gesetzt werden können, die letztlich politische Maßnahmen befeuern. Dass das Projekt zumindest einen kleinen Beitrag dafür leistet, dass auch deutsche Schulen in Zukunft selbstbewusst zeitgemäße Bildung vermitteln können. Damit Lehrer und Schüler nicht alleine da stehen und die Verantwortung gerecht verteilt wird.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.sicher-im-netz.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage DsiN e.V.</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6904f98a617349eaa690c4eb3972da5b" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Projekt Datenspende &#8211; Wie arbeitet Google?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2017 11:27:54 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Crowdsourcing-Projekt “Datenspende” startet diesen Donnerstag und funktioniert über ein extra entwickeltes Tool, dass sich Nutzer als Plug-In für ihren Browser installieren können. Alle vier Stunden sucht es dann nach einer vorgefertigten Liste von rund 15 Parteinamen und Politikern. Hierzu gehören etwa SPD und CSU, aber auch Angela Merkel oder Christian Lindner. Das ganze funktioniert automatisch &#8211; vorausgesetzt, der Rechner ist am Strom und der Browser eingeschaltet.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Ergebnisse werden zunächst in einer Datenbank gespeichert und schließlich für jedermann zugänglich gemacht. Sie stehen im Anschluss auch für die eigene Auswertung zur Verfügung. Ziel des Ganzen: Herauszufinden, wie Google persönliche Nutzerpräferenzen für die Optimierung der Suchmaschinen nutzt &#8211; und welche Themen im Rahmen der Bundestagswahl Hochkonjunktur haben. Wer teilnehmen möchte, kann sich </span><a href="https://datenspende.algorithmwatch.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">hier informieren und das Tool downloaden</span></a><span style="font-weight: 400;">.  </span></p>
<p>Titelbild: By <a href="https://pixabay.com/de/users/422737-422737/">422737</a> on <a href="https://pixabay.com/de/google-www-online-suche-suche-485611/">Pixabay</a>, CCO Public Domain</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Anti-Terror-Sonderausschuss – Eine Gefahr für die Bürgerrechte?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2017 15:15:11 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das EU-Parlament stimmt am Donnerstag über den Einsatz eines Sonderausschusses zum Thema Terrorismus ab. Kritiker sehen darin ein potentielles Instrument, um Überwachungsmaßnahmen und Datenschutz leichter aufzuweichen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eigentlich ist er im EU–Parlament für das Thema Sicherheit zuständig: Der LIBE-Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Das geplante “Special Committee on Terrorism” könnte die Frage der Terrorbekämpfung künftig spezifischer behandeln – und damit, so Skeptiker, die empfindliche Balance zwischen Freiheit und Sicherheit in der Aufgabentrias des LIBE-Ausschusses zerstören. Manfred Weber (CSU/EVP) bestätigte, <a href="http://www.politico.eu/article/meps-fight-over-creation-of-special-committee-on-terrorism/">dass sich der Ausschuss vor allem damit beschäftigen wird, wie die EU-interne Kooperation bei der Terrorabwehr verbessert werden könnte</a>. Ein Thema, welches vor allem zwei durchaus sensible Bereiche betrifft.</p>
<h3>Empfehlungen könnten zu Gesetzesinitiative werden</h3>
<p>Denn: Zum Einen geht es bei der Frage nach Verbesserungspotential bei der Kooperation verschiedener Länder nicht nur um klassische Polizeiarbeit. Hier dreht es sich vor allem um die Zusammenarbeit von Geheimdiensten und den wechselseitigen Austausch strafrechtlich sensibler Daten in einem gemeinsamen Kommunikationsnetzwerk. Zum Anderen diskutieren die Mitglieder des Sonderausschusses auch über konkrete Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung und stellen diese schließlich in einem Abschlussbericht vor. Dieser hat zwar nur Empfehlungscharakter, könnte im Brüsseler Politikbetrieb erfahrungsgemäß jedoch in großen Anteilen in Gesetzesinitiativen der Kommission wiederzufinden sein.</p>
<h3>Angst vor Law-and-Order-Politik</h3>
<p>Jene Maßnahmen müssten jedoch unter Berücksichtigung der bürgerrechtlichen Perspektive geführt werden, kritisiert das linke Parteien-Lager. Die Befürchtung: Der Ausschuss soll eingeführt werden, um Law-and-Order-Politik leichter durchsetzen zu können. Der LIBE-Ausschuss, der sich bisher auch mit Terrorismus-Fragen beschäftigte, ist sowohl für Fragen der Bürger- und Menschenrechte, als auch für justizielle Angelegenheiten zuständig. Durch das “Special Committee on Terrorism”, so <a href="https://digitalcourage.de/blog/2017/eu-abstimmen-gegen-special-committee-terrorism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisieren</a> die Gegner, geriete die notwendige Abwägung von Sicherheit und Freiheit der EU-Bürger in Gefahr. Man sieht sich zudem dadurch bestätigt, dass der Sonderausschuss aufgrund des breiten Widerstandes nur mit den Stimmen des rechten Lagers zustande käme. Zudem sei die Einberufung eines solchen Ausschusses <a href="http://www.politico.eu/article/meps-fight-over-creation-of-special-committee-on-terrorism/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Zeit- und Geldverschwendung”</a>.</p>
<h3>Abwägung von Freiheit und Sicherheit gewährleistet?</h3>
<p>Über die Effektivität des Special Committees lässt sich sicherlich streiten. Klar ist aber auch, dass die interne Kommunikation zwischen europäischen Geheimdiensten und/oder Strafverfolgungsbehörden bisher immer noch starke Mängel aufweist. Das haben nicht zuletzt die Terroranschläge in Paris, aber auch der Fall Amri gezeigt. Die Befürchtung, die Auslagerung der Thematik auf einen Sonderausschuss führe zu einer Aushebelung der Relevanz von bürgerrechtlichen Aspekten, ist jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen. Immerhin ist der Aufbau des LIBE-Ausschusses und die Betonung der Wechselseitigkeit von Freiheit und Sicherheit in dessen täglicher Arbeit und Struktur <a href="http://www.europarl.europa.eu/committees/de/libe/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine bewusste Entscheidung gewesen</a>. Denn: Die Abwägung der beiden Güter ist ein komplexer, aber notwendiger Prozess, weil die rechtlichen Konsequenzen nachhaltig den Zustand demokratischer Systeme beeinflussen können.</p>
<h3>Sonderausschüsse besitzen kaum Befugnisse</h3>
<p>Gleichzeitig ist es aber auch ein Merkmal der Demokratie, dass Abstimmungen sowohl über interne Prozesse als auch Gesetzesbeschlüsse Mehrheiten in den Gremien benötigen. Sonderausschüsse sollen vom EU-Parlament eingesetzt werden, <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/eu-affairs/20160623STO33675/sonderausschusse-und-untersuchungsausschusse-des-eu-parlaments" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um politisch relevante aktuelle Themen detaillierter und effektiver behandeln zu können</a> – so geschehen zur Finanzkrise (2009) oder zu Korruption und Geldwäsche (2012). Sie sind – im Gegensatz zu Untersuchungsausschüssen – nicht mit formalen Untersuchungsbefugnissen ausgestattet und somit immer auf die Kooperation der Mitgliedstaaten oder EU-Behörden angewiesen. Die Mitglieder der Special Committees werden durch das EU-Parlament selbst gewählt.</p>
<h3>Parlament noch immer geschwächt</h3>
<p>Aus diesem Grund ist eine inhaltliche Debatte über mögliche Gefahren eines Anti-Terror-Sonderausschusses, der abseits des LIBE-Ausschusses zusammen trifft, zwar keineswegs unnötig. Die Angst, dieser Ausschuss hebele die demokratische Entscheidungsfindung aus und treffe im Geheimen allgemein verbindliche Beschlüsse, kann jedoch kaum begründet werden. Hier kommt dazu: Das Parlament selbst besitzt, wie oftmals kritisiert wird, immer noch kein Recht, eigene Gesetzesinitiativen einzubringen. Wie so häufig in Brüssel, hängt es folglich vor allem von der Kommission ab, welche künftigen Empfehlungen des Sonderausschusses letztlich Einzug in EU-Richtlinien und -Verordnungen finden. Und das ist nicht selten von der Durchsetzungskraft der verschiedenen Akteure im informellen Brüsseler Netzwerk abhängig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Debate and vote on Jean-Claude Juncker for President of the European Commission, by <a href="https://www.flickr.com/photos/european_parliament/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Parliament</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/european_parliament/14473527669/in/photolist-o3YBwv-nUHnGy-TDQKNi-eZJNW1-SP2jTs-QUMP8e-doFyKC-doFCmL-kUtCVD-9p4s1g-TGt9wN-eRdHsM-9AVPZh-VHNFF7-qQMuBZ-qJ9r9H-RFwxuw-eaCPuG-RFwxou-RV3AF1-pnjZfd-QRPFPG-Vc8erL-UBwkV7-naSexz-hEMreB-TDQL2z-7FJW8A-SkH1dc-SKXvqN-kUuFKA-7JQBFs-UD5QzG-9s8Trk-SYo5vt-cqN6KW-dkHL86-SY1JRa-dScdec-o2s14Y-S63JNC-nFZkVM-TAR9Sc-nsu7gs-a3j5hn-kUtCJ6-skqCYL-9w6d3D-7VstNS-egb8RW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Mehr als Selbstzweck oder Selbsterhaltung &#8211; Arbeit in der digitalen Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 15:33:50 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wären Zeitreisen nicht immer noch eine der wenigen Utopien unserer postmodernen Technologiegesellschaft, so könnte man sie direkt fragen: Die Menschen der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende, die ihren täglichen Überlebenskampf durch Substistenzwirtschaft, Ackerbau und schweißtreibende Akkordarbeit in Fabriken bestritten. Was für sie wohl eher eine paradiesische Fantasie darstellte, könnte in naher Zukunft Realität werden – und für Viele heute schon ein Albtraum: Die (fast) arbeitslose Gesellschaft. Es könnte nicht mehr allzulange dauern, bis die Industrie 4.0 unser Verständnis von Arbeit vollständig revolutioniert. Intelligente Maschinen übernehmen dann einen Großteil von dem, was wir heutzutage noch selbst erledigen. Sie vernetzen sich autonom, produzieren und selektieren relevante Informationen. Sie sind Chauffeur, Dienstleister, Anwalt. Übrig bleiben all jene Jobs in Branchen, in denen zwischenmenschliche Kommunikation als unersetzlich angesehen wird &#8211; oder die, bei denen Maschinen nicht eingesetzt werden können.</p>
<h3>Arbeit als soziales Kapital</h3>
<p>Das klingt auf den ersten Blick fantastisch, denn: Schon seit Menschengedenken wird versucht, etwa mit Hilfe von effizienzsteigernden Werkzeugen Arbeitsprozesse zu optimieren. Der Versuch, Zeit und Energie durch den Einsatz arbeits-erleichternder Hilfsmittel zu sparen, diente natürlich lange zuallererst der Selbsterhaltung. Trotzdem ging es hier auch immer um Zeiteinsparung. Zeit, die aus der heutigen Perspektive wiederum für die höheren Genüsse und Freuden des Lebens übrig bleiben könnte: Freunde, Familie, Partnerschaft, Hobbys. Sollte man meinen. Doch mit der Industriegesellschaft und der ökonomischen Weiterentwicklung hat auch ein ideologischer Paradigmenwechsel stattgefunden.</p>
<p>Arbeit ist längst nicht mehr nur lästiges Übel. Blickt man auf die Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts bis heute, so lässt sich vor allem eines feststellen: Arbeit ist zum Selbstzweck geworden. Zwar kann nicht verleugnet werden, dass ihre Bedeutung etwa im Vergleich zu den 50er und 60er Jahren durchaus einen kulturellen Bedeutungswandel erfahren hat. Nichtsdestotrotz sind Begriffe wie “Tüchtigkeit”, “Fleiß” und “hohe Arbeitsmoral” auch heute noch Tugenden, die nicht nur als Plattitüden Arbeitszeugnisse schmücken. Wer hart arbeitet und Leistung bringt, der erfährt auch Anerkennung, so der soziale Mechanismus. Der Selbstoptimierungsanspruch der ausdifferenzierten Hochleistungsgesellschaft verschärft dieses Denken sogar noch einmal erheblich. Denn auch für eigentlich erfüllende Jobs sind enorm hohe Erwartungshaltungen ab einem gewissen Punkt schädlich.</p>
<h3>Alte Konzepte helfen kaum</h3>
<p>Eben diese Mentalität ist es, die die Integration der Gesellschaft in das kommende Digitalzeitalter zunehmend erschwert. Und das betrifft alle. Unternehmer sorgen sich um flexiblere Arbeitszeiten im Betrieb, Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz und die Politik steht gar vor einem völligen Umdenken, weil althergebrachte ideologische Parteigrundsätze durch die Digitalisierung sichtbar infrage gestellt werden. Bestes Beispiel Grundeinkommen: Weil durch den digitalen Wandel nicht nur viele Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch der Arbeitsmarkt völlig umstrukturiert werden muss, braucht es neue Konzepte. Diese Konzepte und Strategien können jedoch kaum aus dem Blickwinkel gewerkschaftlicher Tarifverträge und fixer Wochenarbeitszeit gelöst werden. Ebenso ist es wenig realistisch, Vollbeschäftigung als politisches, weil psychologisches Allheilmittel für eine funktionierende Gesellschaft zu betrachten. Dennoch dominieren derartige Vorstellungen unsere heutige Kultur und werden auch in Debatten immer wieder argumentativ gegen eine bedingungslose Mindestsicherung genutzt.</p>
<h3>Arbeit ist fester Bestandteil der eigenen Identität</h3>
<p>Das ist auch nur verständlich, denn wer einen Großteil seiner Lebenszeit im Job verbringt, für den ist Arbeit nicht nur reine Erwerbstätigkeit. Sie schafft Kommunikation, feste soziale Strukturen, das Gefühl gebraucht zu werden und damit schlussendlich auch einen Teil unserer Identität. Unsere Gesellschaft ist ohne Frage arbeits-fokussiert. Wer nicht arbeitet, der ist nicht solidarisch. Er leistet nichts für die Gemeinschaft und könnte ihr sogar gefährlich werden, denn wie ein Sprichwort sagt: Beschäftige dich, sonst kommt der Kopf noch auf dumme Gedanken. So ließ Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, bei einer Fraktions-Veranstaltung der SPD kürzlich verlauten, Beschäftigungslosigkeit führe häufig zu einem persönlichen Gefühl der “Entwertung” bei Betroffenen. Deshalb sei es besonders für Kinder wichtig, dass das Arbeitsamt Eltern irgendeine Art von Job verschaffe, schon um den innerfamiliären Vorbildcharakter zu wahren.</p>
<h3>Digitalisierung ist kein reines “Selbstverwirklichungs-Programm”</h3>
<p>Jene Art zu denken kann im digitalen Wandel jedoch kaum bestehen. Der Philosoph Richard David Precht etwa <a href="http://www.deutschlandfunk.de/die-zukunft-der-arbeit-wir-dekorieren-auf-der-titanic-die.911.de.html?dram:article_id=385022">betont in Interviews immer wieder, die Vorstellung von Arbeit müsse vollkommen transformiert werden.</a> Arbeit werde für die Menschen künftig viel mehr als das definiert werden, “worin sie selbst vorkommen und nicht als das, wofür sie Geld kriegen.” Dies darf nicht falsch verstanden werden: Die Digitalisierung ist, zumindest kurzfristig, kein reines “Selbstverwirklichungs-Programm”. Arbeit verändert sich, Arbeitsplätze werden weniger, aber sie werden auch weiterhin existieren. Vielmehr geht es darum, angemessen und sozialverträglich auf deutlich kürzere Arbeitszeiten und die Flexibilität zu reagieren, die die digitale Dynamik mit sich bringt. Wir müssen die Freiräume und Optionen nutzen, um soziale Sicherheit in einem neuen gesellschaftlichen Klima zu schaffen. Hierbei dürfen wir uns jedoch nicht ausschließlich bereits existierenden sozialpolitischen Instrumenten widmen, die rein auf Umverteilung und veralteter Arbeitsethik beruhen.</p>
<h3>Kultureller Wandel und kluge Politik sind nötig</h3>
<p>Wichtiger wäre es, zu akzeptieren, dass sich unsere Vorstellung des Arbeitsbegriffs in naher Zukunft stark verändern wird. Wie genau, das lässt sich bisher kaum vorhersagen. Klar ist aber, dass es nicht nur eines strukturellen, sondern vor allem auch eines kulturellen Wandels bedarf. Denn die Digitalisierung bietet uns letztendlich auch die Möglichkeit, die immer häufigere Diagnose “Burn-Out” zu bekämpfen. Und: Mehr Zeit bietet auch mehr Freiraum für kreative Schaffensprozesse. Dies könnte auch Innovationen antreiben und damit die Qualität von Dienstleistungen und Produkten erhöhen. Auch wenn sich viele darum sorgen, es könne zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft in Digitalisierungs-Gewinner und -Verlierer kommen: Schlussendlich können wir einer solchen Entwicklung nur durch kluge Konzepte der Sozialpolitik und konsequente Investition in digitale Weiterbildung begegnen. Denn die Digitalisierung wird kommen, doch die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Gerade deshalb kommt es auf die richtige Herangehensweise an. Um Ängste zu vermeiden und Herausforderungen zu bewerkstelligen.</p>
<p>Titelbild: working late, by <a href="https://www.flickr.com/photos/gato-gato-gato/">Tobi Gaulke</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/gato-gato-gato/8545903286/in/photolist-e2aZj7-qyTxkR-jKedY2-9eSTcW-rCuT8f-qqYQ7x-keDg6F-8GiuWN-a8Wuxt-6Yz2Hi-6A7R3u-a9j44q-7Eddic-xhxY4-7FGCDx-82bfbU-8jAAex-7JavNS-TzMrAs-nj8VtB-ebxEbx-rhxAdE-SckRcg-dDbwA1-5FRfwB-9eSWth-9ePDP2-5Et4Ho-9ePQSe-9eSRQj-9eQ3oF-9ePGMp-9eSNHs-7JreyG-4z9Q9d-7LEfXK-e978pX-TzMnay-7D1qyB-7Pzvqq-gjrMhS-7DZTSk-o3neo1-fxZhdJ-7GdZj1-7LWmEj-ehHzbn-4z5AY2-8h1THq-SkKyaf">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-9" data-row="script-row-unique-9" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-9"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-11"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div>
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		<title>Zwischen Mensch und Maschine – Die Angst vor den Cyborgs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 14:10:09 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eines vorweg: Allein über die Definition eines Cyborgs lässt sich leidenschaftlich und wohl auch unendlich lange streiten. Um dieses Dilemma zu umgehen – und den Zeitplan der Veranstaltung einzuhalten – versuchte sich Katja Weber nicht nur als Moderatorin. Sie hatte sich augenscheinlich auch auf die Rolle der Vermittlerin in einer hitzigen Debatte eingestellt. Die relativ bunte Teilnehmergruppe, bestehend aus Philosoph Christoph Asmuth, Ingenieur Michael Hasenpusch und Künstlerin Susanna Hertrich war sich entgegen aller Erwartungen dennoch vor allem bei den technischen Fragen ziemlich einig.</p>
<h3>Technische Möglichkeiten und Visionen weit auseinander</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">So machte Hasenpusch, der bei Ottobock HealthCare den sogenannten Open Innovation Space – eine Art Experimentierraum für die Entwicklung von Prothesen – leitet, relativ schnell klar: Das technisch Machbare ist aus der aktuellen Perspektive weit entfernt von dem momentan überall spürbaren digitalen Zukunftsoptimismus. Körperinterne Systeme können Hasenbusch zufolge nur begrenzt per Elektronik gesteuert, geschweige denn reibungslos mit ihr verbunden werden. Der Grund: Sie sind viel zu komplex. Jener Tenor schlägt einem momentan auf Veranstaltungen dieser Art nicht selten entgegen. Es bleibt dann auch bei den Zuschauern nicht selten ein starkes Gefühl der Unsicherheit. Lohnt es sich überhaupt, ethische Grundsatzdebatten zu führen, wenn die Zukunft doch dermaßen ungewiss ist?</span></p>
<h3>Weniger Cyborg als gedacht</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Klar ist: Die Vorstellung eines Science-Fiction-artigen Cyborgs, einer hybriden Form von Mensch und Maschine muss wohl vorerst weniger spektakulären Visionen weichen. Auch wenn Militärs durchaus an der Nutzung digitaler “Optimierungs-Gadgets” für den Menschen interessiert sind, zeichne sich doch eine ganz andere Richtung ab, argumentiert etwa Philosophieprofessor Asmuth. Der Trend führe viel eher zu Kampfrobotern, Drohneneinsätzen oder dem digitalen Cyberwar. Prothesen etwa müssten viel mehr als Ausgleich für körperliche Benachteiligungen, weniger als technisches “Doping” verstanden werden, meint auch Hasenpusch. Das zeige der Fall Pistorius, dessen Laufhilfe in Bewegung funktionstüchtig sei, im Alltag aber nur wenig nütze.</span></p>
<h3>Schwierige Themen und wenig Zeit</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Hertrich, die Prothesen und technologische Möglichkeiten immer wieder in ihrer künstlerischen Arbeit nutzt, sieht das ähnlich. Die Technik sei häufig auch gar kein Helfer, sondern sogar eine Last, kritisiert sie. Skepsis herrscht in der Runde auch, als das Thema des Brain-Computer-Interfaces aufkommt. Eine Zuhörerin meldet sich zu Wort. Die Juristin schreibt gerade an ihrer Dissertation über die Rechtsprobleme, die sich mit dem BCI ergeben könnten. Wer ist verantwortlich, wenn ein Teil der menschlichen Gehirnfunktion auf Programmierung basiert? Die Diskussion erreicht zum ersten Mal eine spannende Tiefe. Hitzig beginnt Philosoph Asmuth zu argumentieren. Für ihn ist technologische Selbstoptimierung keine rechtliche Kontroverse, da sie sich im Rahmen der individuellen Handlungsfreiheit bewege. Widerspruch aus dem Publikum, doch dann ist die Zeit auch bald zu Ende, weshalb Weber die Debatte unterbricht. Oftmals erweckt es den Eindruck, als seien Themenkomplexe wie Cyborgs oder Medizinethik doch etwas zu groß für den Rahmen, den derartige Veranstaltungen bieten. </span></p>
<h3>Mehr Interdisziplinarität, mehr Kommunikation</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Daher auch ein eher ernüchterndes Fazit. Viel wurde diskutiert, aber am Ende bleiben eben doch nicht wenige Fragen offen. Vor allem jene nach dem technisch Möglichen und dessen Konsequenzen. Weil niemand weiss, was die Zukunft bringt, so scheint es, bezieht man sich lieber auf die Gegenwart. Verstrickt sich in kleine Details und philosophische Sinnfragen. Vielleicht ist es wirklich notwendig, Interdisziplinarität über die Grenzen von Debatten hinaus im wissenschaftlichen Bereich noch viel stärker zu verwirklichen. Denn: Nur wenn sich technologisches Potential und visionäre Ansätze wieder mehr einander annähern, können ethische Fragen angemessen bearbeitet werden. Hierbei geht es weniger darum, klein zu denken, als zwischen allen Seiten Kommunikation zu stärken. So wäre es auch möglich, einen gemeinsamen “Grundwissens-Pool&#8221; zu etablieren und diesen allen Interessierten zugänglich zu machen. Damit die wichtigen Fragen geklärt und gute Lösungsansätze gefunden werden können. Dann klappt es auch in Diskussionen besser. </span></p>
<p>Titelbild: Digitaler Salon, by Daniel Krüger/politik-digital,  <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-12" data-row="script-row-unique-12" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-12"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-14"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
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		<title>“Normen und Werte im digitalen Wandel erhalten” &#8211; Prof. Dr. Jeanette Hofmann im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2017 09:37:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Institut]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
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<p>Ende Mai wurde bekannt gegeben, dass das von der Bundesregierung geplante “Deutsche Internet-Institut” künftig in Berlin seinen Sitz hat. Bei der Ausschreibung gewann das Berlin-Brandenburg-Konsortium, bestehend aus den vier Berliner Universitäten, der Universität Potsdam und dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS). Den Verbund koordinierte das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Wir haben mit Projektleiterin Prof. Dr. Jeanette Hofmann über die Ziele des Instituts und die Rolle der Gesellschaft im Digitalisierungsprozess gesprochen.</p>
<p><b>Frau Hofmann, was war die Motivation für die Mitglieder des Konsortiums, sich mit einer eigenen Forschungsagenda für die Gestaltung des neuen Internet-Instituts zu bewerben?</b></p>
<p>Jede der teilnehmenden Institutionen betreibt Internetforschung auf seine eigene Art und Weise. Diese unterschiedlichen Felder durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zu bündeln, ist ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung kaum möglich. Das Einreichen einer gemeinsamen Bewerbung erschien logisch, denn eine solche Gelegenheit auf Förderung der Internetforschung sollte meiner Ansicht nach auf jeden Fall genutzt werden.</p>
<p><b>Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit dem Aufbau des Instituts und dessen interdisziplinären Fokus?</b></p>
<p>Die Ausschreibung war recht spezifisch. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hat sehr viele Themenkomplexe bereits vorgegeben. Die weiteren Forschungsthemen des Konsortiums orientieren sich daran und fungieren als inhaltliche Erweiterung. Der thematische rote Faden der Forschungsagenda wird generell von der Frage nach der Zukunft der “individuellen” und der “kollektiven Selbstbestimmung” bestimmt. Hierbei geht es sowohl um den demokratischen Charakter der Digitalisierung als auch die Autonomie des Einzelnen und der Gemeinschaft innerhalb dieses Prozesses.</p>
<p><b>Jetzt steht das Projekt “Internet-Institut” noch relativ am Anfang. Gibt es bereits Pläne, wie der Prozess auf der organisatorischen Ebene stattfinden wird?</b></p>
<p>Wir sind vorrangig ein Forschungsinstitut. Es werden circa 20 Forschungsgruppen eingerichtet, deren Leitung Postdocs übernehmen. Diese wiederum beschäftigen Doktoranden, die ihrerseits von studentischen Hilfskräften unterstützt werden. Zusammengehalten und weiterentwickelt wird das Forschungsprogramm durch die Direktoren in Zusammenarbeit mit den Principle Investigators (PIs). Die Gruppe der PIs besteht im Kern aus denjenigen, die den Antrag für das Internet-Institut entwickelt haben. Im Laufe der Zeit werden noch weitere PIs eingebunden.</p>
<p><b>Das Internet-Institut wurde ja besonders in den letzten Wochen häufig als deutsches “Leuchtturmprojekt” der internationalen Digitalisierung bezeichnet. Wo sehen Sie in der Bundesrepublik eigentlich den größten “Digitalisierungs-Nachholbedarf” im Vergleich zu anderen europäischen Staaten und natürlich den USA?</b></p>
<p>Deutschland ist im Bereich der technischen und rechtswissenschaftlichen Forschung relativ gut aufgestellt. Allerdings gibt es einen großen Nachholbedarf in den Sozialwissenschaften. Der Grund dafür ist, dass nur wenige etablierte SozialwissenschaftlerInnen neue Fragestellungen im Bereich der Digitalisierungsforschung aufgreifen. Das Institut soll dazu beitragen, diese Lücke gegenüber vielen anderen Ländern zu füllen.</p>
<p><b>In Berlin gibt es bereits zwei renommierte Forschungsinstitute, die sich die Digitalisierung auf die Fahne geschrieben haben (Anmerkung d. Autors: Einstein-Zentrum für digitale Zukunft und Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft, kurz HIIG). Wo wird das Internet-Institut nochmal spezifische Akzente setzen?</b></p>
<p>Im Einstein-Zentrum liegt der Fokus der meisten Professoren im Bereich der technischen Forschung. Das Internet-Institut unterscheidet sich hiervon deutlich, weil wir einen gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt haben, aber interdisziplinär arbeiten werden.</p>
<p>Das Internet-Institut bietet den Vorteil, dass die Vernetzung und gemeinsame bereichsübergreifende Zusammenarbeit von vornherein in unserem Forschungsprogramm und in den Professuren selbst angelegt sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/Jeanette-Hofmann2-300x285-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152582" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jeanette-Hofmann2-300x285.jpg" alt="" width="155" height="148" /></a>Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann, Professorin für Internetpolitik an der Freien Universität Berlin, forscht am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zu den Themen Global Governance, Regulierung des Internets und digitalem Wandel. Sie ist außerdem Leiterin der WZB-Projektgruppe ‚Politikfeld Internet‘, die sich mit der Herausbildung von Politikfeldern am Beispiel der Internetpolitik befasst. Des Weiteren ist Prof. Hofmann Honorarprofessorin an der Universität der Künste, Research Associate am Centre for Analysis of Risk and Regulation (CARR) der London School of Economics and Political Science (LSE) und Mitglied in verschiedenen politikberatenden Gremien.</div></div>
<p><b>Bedeutet das auch, dass das Internet-Institut nicht nur verschiedene Wissenschaftsbereiche vernetzen soll, sondern schlussendlich auch eine Schnittstelle für Politik und Wirtschaft darstellt? Oder anders gefragt: Hat das Internet-Institut auch eine Beratungsfunktion für Regierung und Unternehmen?</b></p>
<p>Wir haben in unserem Konzept einen Akzent auf Transfer gelegt, d.h. auf die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir rechnen damit, dass die Politik einen Zusammenarbeit mit uns anstrebt. Die vielen politischen Veranstaltungen, besonders hier in Berlin, machen deutlich, dass großes Interesse an der Digitalisierung und ihrem gesellschaftlichen Bezug besteht. Es ist eines unserer Ziele, mit allen relevanten Gruppen der Öffentlichkeit eng zusammenzuarbeiten.</p>
<p><b>Wo sehen Sie eigentlich als Professorin am WZB die Funktion der Sozialwissenschaften im Kontext des Digitalisierungsprozesses?</b></p>
<p>Noch sind die Möglichkeiten hier eher unterausgeschöpft. Es gibt diesbezüglich jedoch ein breites Aufgabenspektrum, angefangen im Bereich der sozialwissenschaftlichen Technikforschung. Dieses Feld ist deshalb so bedeutsam, weil die technische Entwicklung immer viele Entwicklungsoptionen eröffnet. Diese Optionen müssen auch sichtbar gemacht werden, damit sich die Gesellschaft ihrer Handlungsspielräume bewußt ist. Großen Nachholbedarf sehe ich auch im Bereich der international vergleichenden Regulierungsforschung. Die große Frage lautet hier, welche Prinzipien und Werte den weiteren Digitalisierungsprozess prägen werden und welche gesetzlichen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese Werte auch durchzusetzen.</p>
<p>Dazu können die Sozial- wie die Rechtswissenschaften einen großen Beitrag leisten.</p>
<p><b>Zum Schluss noch eine allgemeine Frage: Wo sehen Sie eigentlich die größten gesellschaftlichen Herausforderungen der Digitalisierung in, sagen wir, den nächsten 20-30 Jahren?</b></p>
<p>Eine der großen Herausforderungen wird darin bestehen, den Trend zu Monopolstellungen in der digitalen Wirtschaft zu stoppen und den Wettbewerb zwischen Unternehmen zu erhalten.</p>
<p>Eine zweite Herausforderung sehe ich im Bereich der Arbeit. Im Zuge der häufig prognostizierten “Automatisierungswelle” wird wahrscheinlich eine Vielzahl von Arbeitsplätzen wegfallen. Hier müssen wir über Lösungen nachdenken, die in der Lage sind, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung zu bewältigen.</p>
<p>Ein dritter Problembereich, der mich auch in meiner Forschung beschäftigt, stellt das Thema Privatheit und Datenschutz dar. Eine große Herausforderung bilden datenbasierte Geschäftsmodelle. Es wäre etwa denkbar, dass Nutzer in Zukunft für digitale Kommunikationsdienste ein Entgelt entrichten anstatt mit ihren personenbezogenen Daten zu zahlen. Die zentrale Frage dahinter lautet jedoch: Wie ist es möglich, dem Verlust der Privatsphäre im Zeitalter der Digitalisierung generell Grenzen zu setzen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank für das Gespräch, Frau Hofmann!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Das Interview führte Daniel Krüger.</em></p>
<p>Titelbild: Jeanette Hofmann, by re:publica on <a href="https://www.flickr.com/photos/re-publica/13951209458/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY -SA 2.0</a></p>
</div>
</div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-15" data-row="script-row-unique-15" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-15"));</script></div></div></div>
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		<title>Medizinmaschinen und Pflegeroboter – Wohin steuert die digitale Versorgung?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/medizinmaschinen-und-pflegeroboter-wohin-steuert-die-digitale-versorgung-152602/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 15:21:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Autonome Systeme]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wenn über Roboter gesprochen wird, denken viele wohl zunächst an die “humanoide” Spezies. Dies ist vor allem dem Genre des Science-Fiction, einschlägigen Filmen und der medialen Berichterstattung zu verdanken, die Roboter allzu gerne als dem Menschen nachempfundene Wesen mit künstlicher Intelligenz darstellen. Wie wir mittlerweile wissen, müssen Roboter jedoch keineswegs eine Art menschlicher Ersatz sein. Als teilautonome lernfähige Maschinen sind sie im Alltag längst verbreitet, wie automatische Staubsauger oder Rasenmäher eindrücklich beweisen. Auch in der Pflege von Kranken oder hilfsbedürftigen Menschen, wie auch bei der medizinischen Versorgung wird der Roboter immer häufiger eingesetzt.</p>
<h3>Als Assistenten vielseitig einsetzbar</h3>
<p>Wie Birgit Graf vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) betont, sind solche Systeme jedoch nach heutigem Stand immer nur Werkzeug zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten. Ziel sei es eben nicht, den Betroffenen eine vollständig autonom agierende Maschine gegenüberzustellen. Denn häufig wird befürchtet, dies könnte letztendlich zu einer Entmenschlichung der Kommunikation und damit auch zum Verschwinden jeglicher sozialer Nähe führen. Pflegeroboter sind daher fast immer bewusst nicht nach menschlichem Vorbild designt. Vielmehr sehen sie danach aus, was sie sind: Technisch und funktionsorientiert. So können sie assistieren, indem sie bewegungseingeschränkten Patienten Essen und Getränke servieren, den Transport unterstützen, in Notfällen Alarm schlagen und sogar als künstliche Skelette bei der Rehabilitation helfen.</p>
<p>Doch auch im Krankenhaus sind sie konkret einsetzbar. Steffen Leonhardt von der RWTH Aachen verweist hier auf die immer komplexer werdende intensivmedizinische Versorgung, bei immer stärkerem Personalmangel. Für Leonhardt sind Assistenzsysteme, ähnlich wie in der Luftfahrt, auch mit Blick auf den Bereich Risikovermeidung und Prävention unbedingt notwendig. Das Niveau der medizinischen Versorgung lasse sich in der aktuellen Situation nur mit Hilfe des Einsatzes automatisierter Systeme halten.</p>
<h3>Autonome Systeme können soziale Komponente kaum ersetzen</h3>
<p>Arne Manzeschke, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, sieht dies zumindest teilweise kritisch. Das digitale Gesundheitswesen speise sich schon jetzt aus Daten, von denen kaum jemand weiss, nach welchen Kriterien sie erhoben werden. Von daher seien auch die Algorithmen, die mit derartigen Daten gespeist werden, kaum steuerbar. Problematisch sieht er vor allem den Trend zu völlig autonomen Systemen, sprich Systemen, die eigenständig auf Basis der eingespeisten Daten Entscheidungen treffen. Die Abhängigkeit von Patienten und medizinischen Fachkräften von solchen autonomen Systemen ist wohl jenes Thema, das die Redner und Teilnehmer des Diskussionsforum an diesem Tag am meisten beschäftigt. Die Frage, die allen auf der Seele brennt: Wie kann die Autonomie des Menschen in Zeiten autonomer, selbstlernender Systeme erhalten bleiben?</p>
<h3>Verantwortung und Erhalt der Steuerungsfähigkeit</h3>
<p>Die Stimmung ist hier skeptisch bis ungläubig. Assistenzsysteme in der Medizin erfahren zwar normativ starken Zuspruch und gelten in naher Zukunft auch durchaus als praktikable Instrumente. Bei vollständig autonom agierenden Robotern, die etwa Krankenpfleger ersetzen könnten, sind sich jedoch alle einig: Diesen Schritt wird es nicht geben. Weder aus technischer, noch aus zwischenmenschlicher Perspektive. Prof. Manzeschke sieht die Priorität der Krankenpflege und Gesundheitsversorgung nicht nur in der Optimierung der technischen Durchführbarkeit. Er warnt davor, den Moment des Kümmerns, der im direkten sozialen Kontakt liegt, durch technischen Fortschritt zu vernachlässigen. Stichwort hier: Der Mensch als Therapeutikum.</p>
<p>Auch die Zuschauer sind besorgt. Ob es überhaupt noch solche ethischen Diskussionen geben werde, wenn der Erfolgsquotient der autonomen Systeme im Bezug auf Heilungschancen erstmal viel höher liege als heutzutage? Zögern, kaum eine klare Antwortmöglichkeit. Ein anderer entgegnet , jene Debatte vernachlässige doch gerade diejenigen Menschen, die unbedingt auf Maschinen angewiesen seien. Konsens in der Runde: Die Wahrnehmung von Technik und deren Einsatz sei entscheidend. Verantwortungsvoller Umgang und Erhalt menschlicher Steuerungsfähigkeit sind Stichworte, die im Rahmen dieser Ethikrats-Tagung immer wieder fallen. Sie scheinen, so das vorläufige Fazit des Tages, Grundbedingung für den Zusammenhalt einer digitalen Gesellschaft zu sein, welche technischen Innovationen gegenüber aufgeschlossen sein will, sich aber vor allem der Selbstbestimmung und dem sozialen Zusammenhalt verschrieben hat.</p>
<p>Titelbild: Ethikrat by Daniel Krüger/politik-digital <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-16" data-row="script-row-unique-16" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-16"));</script></div></div></div>
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