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	<title>dkulik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>dkulik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Abgeordnete wollen zur CeBIT</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dkulik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2005 22:56:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Gastautor aus Litauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im litauischen Parlament hersscht Durcheinander: der Ausschuss für Informationsgesellschaft hat vor, die CeBIT vollzählig zu besuchen. Ausserdem würden Assistenten und Berater auch nach Hannover fahren (insgesamt 10 Personen). Solche Reise würde dann ca. 6.000 € kosten. Der Vorsitzender des Parlamentes fordert auf, die Zahl der Person zu reduzieren. Die Vorsitzende des Ausschusses ergibt sich noch nicht: "Wir müssen die allgemeine Vorstellung davon haben. Wir treffen doch die Entscheidungen." In Litauen ist der Vorgang ein kleiner Skandal.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im litauischen Parlament hersscht Durcheinander: der Ausschuss für Informationsgesellschaft hat vor, die CeBIT vollzählig zu besuchen. Ausserdem würden Assistenten und Berater auch nach Hannover fahren (insgesamt 10 Personen). Solche Reise würde dann ca. 6.000 € kosten. Der Vorsitzender des Parlamentes fordert auf, die Zahl der Person zu reduzieren. Die Vorsitzende des Ausschusses ergibt sich noch nicht: &#8220;Wir müssen die allgemeine Vorstellung davon haben. Wir treffen doch die Entscheidungen.&#8221; In Litauen ist der Vorgang ein kleiner Skandal.<!--break--> <a href="http://www.delfi.lt/archive/article.php?id=6158558&#038;categoryID=7&#038;ndate=1109773091">Zeitungsbericht auf Litauisch</a></p>
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		<title>Der erste Weblog in Litauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dkulik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2005 22:56:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautor aus Litauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der erste litauische Blog <a href="http://www.pravalas.com">Pravalas.com</a> (pravalas – das verzerrte plattrussische Wort für „Misserfolg“) startete schon 2001. Er heißt „die Ecke der subjektiven Kritik“. Regelmäßige User teilen miteinander Tatsachen, die sie dumm finden, mit. Z.B. dass die Letten russische Flugzeugen benutzen und deshalb mehr Fluglinien haben, und litauische Fluggesellschaften immer nach den Boeings streben. Politik gehört zu den populärsten Themen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste litauische Blog <a href="http://www.pravalas.com">Pravalas.com</a> (pravalas – das verzerrte plattrussische Wort für „Misserfolg“) startete schon 2001. Er heißt „die Ecke der subjektiven Kritik“. Regelmäßige User teilen miteinander Tatsachen, die sie dumm finden, mit. Z.B. dass die Letten russische Flugzeugen benutzen und deshalb mehr Fluglinien haben, und litauische Fluggesellschaften immer nach den Boeings streben. Politik gehört zu den populärsten Themen.<!--break--> Vor kurzem begannen Leser die Wahlprogramme für die Präsidentschaftswahlkampagne 2008 gemeinsam zu schreiben und über jeden Artikel abzustimmen. Man kann dort auch das <a href="http://www.pravalas.com/translate.php?PHPSESSID=8f702360c7485c587d27548a8448deb0">„Estnisch-litauische Wörterbuch“</a> finden, das die Wörter gemäß den litauischen Stereotypen über die estnische Sprache verzerrt.</p>
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		<title>Einigt das Internet die baltischen Staaten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dkulik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus der Ferne betrachtet, scheinen die baltischen Staaten recht ähnlich zu sein. Alle sind klein, pfiffig und im Nord-Osten von Europa. Das Internet ist jedoch zunehmend Ausdruck gesellschaftlicher Kontraste.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Aus der Ferne betrachtet, scheinen die baltischen Staaten recht ähnlich zu sein. Alle sind klein, pfiffig und im Nord-Osten von Europa. Das Internet ist jedoch zunehmend Ausdruck gesellschaftlicher Kontraste.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Welche Rolle spielt das Internet in der Gesellschaft? Fördert es die Geschlossenheit oder trennt es die Individuen? Spiegelt es die Prozesse der Realität wider oder gibt es ihnen eine neue Richtung? In den Baltischen Staaten, Litauen, Lettland und Estland ist das Internet Ausdruck der gesellschaftlichen Kontraste.</p>
<p>In vielen Teilen der Welt betrachtet man die drei Staaten als eine Einheit. Je weiter man von ihnen entfernt ist, desto stärker ist man von deren Ähnlichkeit überzeugt. Doch beim genaueren Hinsehen stößt man neben dem gemeinsamen Schicksal und der geografi-schen Nachbarschaft auf viele grundsätzliche Unterschiede. Ein kleines vielfältiges Europa an der Ostseeküste, geeint durch dessen Diversität.</p>
<p class="fett">Wir sind keine Siam-Trillinge</p>
<p>„Wir sind souveräne Staaten“, sagte die lettische Präsidentin Viara Vyke-Freiberga zum Thema Baltische Einheit. Viele Jahrhunderte verschiedener kultureller und religiöser Einflüsse und die Herausbildung unterschiedlicher Wirtschaftssysteme bilden den Hintergrund dieser Aussage. Litauen, Lettland und Estland galten früher als gemeinsamer Kulturraum. Dieses Echo ist bis heute lebendig. Im Gegensatz zu den katholischen Litauern standen Letten und Esten seit vielen Jahrhunderten unter dem Einfluss der deutschen und skandinavischen Protestanten.</p>
<p>Während der zaristischen Besetzung war Riga ein wichtiges industrielles, finanzielles und kuturelles Zentrum des russischen Reiches. Vilnius hingegen hatte nicht einmal regionale wirtschaftliche Bedeutung. Dafür war Vilnius das Herz des Widerstandes gegen die zaristische Regierung im Westen des Imperiums. Die Esten waren immer das kleinste Baltische Volk und stets eng mit ihren finnischen Nachbarn verbunden. In den Baltischen Staaten entwickelten sich verschiedene Arten der Netzgesellschaft.</p>
<p class="fett">Die Russen in den Städten sind online</p>
<p>Als ich 1997 das erste Mal Zugang zum Internet hatte, gab es weder in Estland noch in Lettland oder Litauen nationale Netze. Für die User haben sich verschiedene Informationswelten geöffnet. Sie surften durch die englisch- und russischsprachige virtuelle Gemeinde. Diese beiden Tendenzen haben langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der nationalen Netze. Etwa 40 Prozent der lettischen Bevölkerung spricht als Muttersprache Russisch. In Estland sind es etwa 35 Prozent. Berücksichtigt man, dass der Großteil der russischsprachigen Bevölkerung in den Städten lebt, wo das Internet viel stärker verbreitet ist als auf dem Lande, kann man sich vorstellen, wie groß der Anteil der russischsprachigen Internetnutzer in diesen Staaten ist.</p>
<p class="fett">United in Diversity</p>
<p>Für das Internet gilt eine feste Regel. Die Popularität eines Internetprojektes ist von den Besucherzahlen abhängig. Die Tatsache, dass ein Großteil der lettischen Internet-Nutzer sich lieber am russischen Netz beteiligte oder das Segment des nationales Netzes daran anschloss, hemmte die Entwicklung von eDemocracy und die Herausbildung eines homogenen nationalen Netzes. Viele Projekte mit den Domains .lv und .ee hätte man anfangs sowohl als Teil des nationalen als auch des russischen Netzes auffassen können.</p>
<p>Erst als die wirtschaftliche Bedeutung des Internets wuchs, versuchte man die beiden Teile in etwas Gemeinsamens einzubinden. Seither sind alle größeren Projekte in zwei Sprachen verfasst. Es lohnt sich schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht, sie nur in estnischer oder nur in lettischer Sprache zu betreiben. Andererseits haben russischsprachige Projekte bessere Startbedingungen und sind deshalb gleichzeitig vom nationalen Netz getrennt. So können sie immer von Usern aus dem russischsprachigen Raum besucht werden. Trotzdem kann man zweisprachige Netze als Kern der nationalen Netze beider Staaten bezeichnen. Damit lässt sich die Zukunft beider Netzwerke verbinden.</p>
<p class="fett">Mehrsprachigkeit verbindet die Communities</p>
<p>Die populärsten Portale,<br />
                          <a href="http://www.delfi.lv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Delfi.lv</a> und<br />
                          <a href="http://www.delfi.ee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Delfi.ee</a>, sind zweisprachig und der bedeutendste Treffpunkt beider Gemeinden. Auch wenn die lettischen, estnischen und russischen Versionen parallele Welten in einem Raum darstellen, kann man froh sein, dass diese Welten im Internet bereits parallel und nicht mehr nur senkrecht nebeneinander existieren. Das Netz bekommt die gleiche Form wie das reale Leben, wird aber mit unterschiedlichen kulturellen Inhalten gefülllt.</p>
<p>Dabei hält sich Litauen abseits von seinen beiden Nachbarn. In Litauen gibt es keine dominierende Minderheitengruppe. Polen und Russen machen sieben und sechs Prozent der Bevölkerung aus. Im Vergleich zu Lettland, wo die russischsprachige Minderheit auch politisch gut organisiert ist, stellen in Litauen Polen und Russen keine organisatorisch oder politisch geschlossene Einheit dar. Die polnische Minderheit sammelt sich im Südosten des Landes und in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die meisten Russen leben in der Hafenstadt Kleipeda im Westen, in Vilnius und in der Atomkraftwerkstadt Visaginas. In jedem dieser Orte haben die Minderheiten ganz verschiedene Eigenarten.</p>
<p class="fett">Die Ära Delfi</p>
<p>Das litauische Internet entwickelte sich im Vergleich zu den anderen Baltischen Staaten am langsamsten. Auch die Zahl der Internetnutzer war in Litauen am kleinsten. Das russische Internet diente nicht als Katalysator, auch nicht für das russische Segment des litauschen Netzes, da es dieses gar nicht gab. Vor fünf Jahren erschienen die Delfi-Portale, die inzwischen populärsten Seiten der baltischen Staaten. Die litauische Delfi-Version wurde viel weniger besucht und kommentiert. Die Ausgangssituation in Litauen war eine ganz andere als die in Lettland und Estland, wo das Internet auch schon vorher eine größere Öffentlichkeit erreichte.</p>
<p class="fett">Internet in Litauen: ein lokaler öffentlicher Raum</p>
<p>Somit entwickelte sich das litauische Netz von vornherein als lokaler öffentlicher Raum, der nur für litauische Bürgerinnen und Bürger von Interesse war. Da die nationalen Minderheiten in Litauen klein sind, machte es aufgrund der normalen menschlichen Beziehungen wenig Sinn, getrennt zu sein. Der Großteil der Internetnutzer ist sehr jung. Sowohl die jungen Polen als auch ihre russischen Altersgenossen sprechen Litauisch. Das Internet wurde für sie zum Mittel, den Litauern nicht nur im Alltagsleben, sondern auch in der Nutzung des gleichen Kultur- und Informationsbereichs näher zu kommen.</p>
<p class="fett">Das Internet als Diskussionsarena</p>
<p>Nach und nach entstand in Litauen eine einzigartige Internetarchitektur. Diese besteht in erster Linie aus Nachrichtenportalen, die gleichzeitig Arenen für Diskussionen sind. Das war nur dadurch möglich, dass es keine gesellschaftlichen Vorbehalte gegeneinander gibt.</p>
<p class="fett">Feinde findet man überall</p>
<p>Das bedeutet jedoch nicht, dass die litauische Gesellschaft sehr homogen ist. Sie besteht aus vielen, noch kleineren Teilen, die auf ganz andere und noch viel schlimmere Art zu zerreissen drohen.</p>
<p>Diese Trennung durch Kleinigkeiten fordert vom Internet als öffentlichen Raum, Lösungsmöglichkeiten zu formulieren. Deshalb gibt es in Litauen so viele Nachrichtenportale, die zwar gleich organisiert sind, aber verschiedene Ethiknormen haben. In Lettland und Estland herrscht Klarheit darüber, dass Esten, Letten und Russen einander nicht verändern können. In Litauen hat man jedoch die Möglichkeit, sich vom Gegenteil zu überzeugen.</p>
<p class="fett">Lokale Portale zeigen Kritik und Uneinigkeit</p>
<p>Es ist rührend, sich gelegentlich die Nachrichtenportale kleinerer Städte anzusehen. Deren Autoren haben meist nichts Anderes im Sinn, als Litauen ihre Ablehnung von etwas und prinzipielle Uneinigkeit zu zeigen. Das es kritische Internetuser, die ihre Ablehnung und ihren Unmut äußern gibt, muss nochmals betont werden, auch wenn ihre Stimmen oft ungehört bleiben.</p>
<p class="fett">Spaltung als Motor der gesellschaftlichen Diskussion</p>
<p>Was die Internetentwicklung betrifft wäre es sinnvoller, wenn die Spaltung der Gesellschaft auf konkreten, lösbaren Fragen beruhen würde, die gemeinsam gelöst werden könnten. Man könnte eine solche Spaltung als Motor der gesellschaftlichen Diskussion betrachten. Vielleicht wäre das Internet auch eine Lösung für die Russen und Letten in Riga? Was danach kommt ist ungewiss. In Litauen gibt es schon virtuelle Kämpfe zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der einzelnen Großstädte, die um den Titel der besten Stadt ringen. In der Offline-Welt gibt es so etwas nicht.</p>
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		<title>eDemocracy in Litauen: Lassen Sie mich kommentieren!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-international-dibs_edemolitauen-shtml-3162/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dkulik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Demokratie, Meinungs- und Redefreiheit ohne Internet ist im ehemals sowjetischen Litauen nicht mehr vorstellbar. Die Kommentarfunktion bekannter Nachrichtenseiten hatte Vorbildcharakter für neue Portale. Kommentieren im Internet wurde zum festen Bestandteil politischer Kultur in Litauen. Internet-User wurden zum aktivsten Teil der Gesellschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Demokratie, Meinungs- und Redefreiheit ohne Internet ist im ehemals sowjetischen Litauen nicht mehr vorstellbar. Die Kommentarfunktion bekannter Nachrichtenseiten hatte Vorbildcharakter für neue Portale. Kommentieren im Internet wurde zum festen Bestandteil politischer Kultur in Litauen. Internet-User wurden zum aktivsten Teil der Gesellschaft.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Demokratie ist wie Wein – je älter desto besser. Die Qualität einer Demokratie ist leicht zu bestimmen: es genügt, den Jahrgang ihrer Einführung zu betrachten. Die drei baltischen Staaten &#8211; Estland, Lettland und Litauen &#8211; sind die einzigen unter den neuen EU-Mitgliedern, die voll in das Sowjet-System integriert waren.<br />
                          <br />Im Gegensatz zu anderen neuen EU-Mitgliedern aus dem sogenannten &#8220;Ostblock&#8221;, mussten die baltischen Staaten nach dem Zerfall des Sozialismus ihr Leben vollkommen neu ordnen. Zu Beginn der 90er Jahre hatten alle drei Länder schlechte Startbedingungen. Besonders erfolgreich verliefen Verwaltungs- und Wirtschaftsreformen. Im Vergleich zu anderen Ostblockstaaten stehen sie inzwischen recht gut da.</p>
<p>Neue Technologien sind nicht nur eine zusätzliche Triebkraft der demokratischen Entwicklung. Sie sind auch ein Mittel, um diese Entwicklung darzustellen. In Litauen ist Demokratie ohne Internet nicht mehr vorstellbar. Die politische Welt der kleinen Republik, die keine 3,5 Mio. Einwohner, aber 600.000 Internetbenutzer zählt, hat sich in den letzten Jahren im virtuellen Raum stark ausgebreitet.<br />
                          <br />
                          <strong><br />
                          <br />
                          <span class="fett">Vox Populi Vox Dei &#8211;</span> Wunder und Erfolg der Onlinemedien in Litauen</strong></p>
<p>Im Februar 2004 feierte das erste Internet-Tagesmagazin Litauens, „<br />
                          <a href="http://www.delfi.lt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Delfi.lt</a>“, sein fünfjähriges Jubiläum. Obwohl die Qualität des litauischen Internetpioniers heute sehr umstritten ist und zahlreiche virtuelle Konkurrenten bekommen hat, würde kaum ein Litauer den Einfluss des „Volksportals“ auf die politische Kultur Litauens in Frage stellen. Delfi.lt gibt gegenüber allen anderen zivilgesellschaftlichen Medienportalen weiterhin den Ton an. Sie bleiben eine Variationen des „guten alten Delfi.lt“. Das Erfolgsrezept von Delfi.lt steckt hinter dem Begriff „Vox Populi Vox Dei“. Alle Meldungen lassen sich kommentieren.</p>
<p>
                          <span class="fett">Anderswo wäre dieses Wunder doch keines</span></p>
<p>Viele Nachrichtenportale bieten ihren Nutzern Foren, Onlineumfragen und die Möglichkeit, Artikel zu kommentieren. Trotzdem bleiben die Artikel und Nachrichten der wichtigste Teil der Portale. Sie werden fast nur deswegen besucht. Online-, TV und Printmedien konkurrieren auf derselben Ebene. Auch wenn die Nachfrage nach Kommentaren nicht so hoch ist wie nach Berichten, ist die Wirkung von Delfi.lt revolutionär.</p>
<p>
                          <span class="fett">Das Volk lernt sich kennen</span></p>
<p>Viele Jahrhunderte standen die Litauer unter dem Einfluss fremder Kulturen. Die Besetzer unterdrückten gesellschaftliche Diskussionen über das Staatswesen. Das Thema der Beeinflussung fremder Kulturen blieben Sache der intellektuellen Elite. Man verschloss sich, um die eigene Sprache, Kultur und Revolution zu erhalten. Die Verschlossenheit verwandelte sich in die Geschlossenheit des Volkes. An dessen Spitze stand die intellektuelle Elite. Das Volk stimmte ihr zu, auch wenn es nicht der gleichen Meinung war.<br />
                          <br />Vor fünf Jahren begannen die ersten Litauer, Nachrichten zu kommentieren. Es war erstaunlich, wie viel die Menschen zu sagen hatten.</p>
<p>                          <span class="fett">Das &#8220;Netz des Volkes&#8221; wird digital</span></p>
<p>3,5 Mio. Einwohner sind wahrscheinlich nicht genug, um eine gewisse Anonymität in der Gesellschaft zu gewährleisten. Es gibt Witze und Sprichwörter darüber, dass Litauen ein großes Dorf sei, wo viele einander kennen und alle miteinander verwandt sind. Sogar in der Hauptstadt Vilnius, die etwa 600.000 Einwohner hat, sind zufällige Begegnungen im Stadtzentrum eher der Regel als die Ausnahme. Informationen über politische Ereignisse, über Entscheidungen und ihre Hintergründe kursieren in der Bevölkerung in hoher Anzahl, da Politiker und Lobbyisten auch Verwandte und Freunde haben.<br />
                          <br />Die Popularität von Delfi.lt stieg ständig. Kommentare im Internet wurden Teil der politischen Kultur Litauens. Für viele war Delfi.lt die Informationsquelle, um sich eine „ehrliche Meinung“ zu bilden.</p>
<p>                          <span class="fett">Vox Politicos vs. Vox Populi &#8211; Mit virtuellem Gruß! Ihre Wählerschaft<br />
                          <br /></span><br />
                          <br />Bevor der nationale virtuelle Raum zivilgesellschaftliche Eigenschaften erhielt, konnten sich nur Politiker, Politologen oder Sozialforscher öffentlich über die Stimmung in der Gesellschaft unterhalten. Sie neigten dazu, ihr Idealbild einer Gesellschaft zu erörtern. Es gelang ihnen jedoch nicht, die Ergebnisse der nächsten Wahlen vorherzusagen oder Reaktionen auf die aktuelle Politik abzubilden.<br />
                          <br />Deswegen &#8220;sympathisierten&#8221; Politiker zumindest auf offizieller Ebene mit dem Volk. Bis sie lasen, welche Kommentare die Bürger über die litauische Politik und über ihre Mitbürger schrieben. Wer konnte ahnen, dass es so viele Juden-, Homo-, Amerika-, Russland- usw. -phile und -phobe gibt?</p>
<p>Plötzlich richteten alle ihre Aufmerksamkeit auf das Internet. Die Kommentare und Diskussionen im Netz wurden spannender als die Nachrichten selbst. „Delfi.lt“ goss Öl ins Feuer und setzte alles daran, dass die Artikel noch mehr Diskussionen hervorriefen. Die Kommentare gewannen eine neue Bedeutung. Es ging nicht mehr nur um den Artikel, sondern um alles, was die Menschen aussprechen wollten.</p>
<p>
                          <span class="fett">Die ersten digitalen Jahre</span></p>
<p>Vor 5 Jahren wurde das politische Internet Litauens von zwei Richtungen geprägt. Die Anonymität der Kommentierenden und die Popularität von Delfi.lt führten dazu, dass jede Nachricht und Tatsache von verschiedenen Seiten betrachtet wurde. In den Kommentaren bekam man auch Vermutungen zu lesen, die zu kühn waren, um von Medien selbst publiziert zu werden. Sie halfen trotzdem, die verschiedenen Seiten einer Situation darzustellen. Wenn es um bestimmte Ereignisse ging, gab es immer Menschen, die darüber auch aus erster Quelle berichten konnten.<br />
                          <br />Die Leser gaben so in einer nicht unbedeutenden Weise journalistische Nachhilfe, was die Qualität der Nachrichten förderte.</p>
<p>Für Leser trägt der Begriff „Objektivität“ eine andere Bedeutung als für Journalisten. Durch das populär gewordene Kommentieren von Nachrichten im Internet wurde ein Weg zum Verständnis des gesellschaftlichen Interesses entdeckt. Jeder konnte sich auf die Meinung der Internetbenutzer, die als aktivster Teil der Gesellschaft galten, berufen und ein aktuelles Thema, das das Volk „wirklich“ bewegte, besprechen.</p>
<p>Mit den Schlagworten „Die Realität ist nichts, die Vorstellung ist alles“ wurde eine neue Etappe eingeläutet. Diese Entwicklung hält bis heute an. Die wichtigste Frage lautet jetzt: „Wessen Vorstellung ist alles?“</p>
<p>Diese Frage ist die Folge der zweiten Tendenz, die ebenfalls von der Stimmung und der Atmosphäre der digitalen Politik geschaffen wurde:<br />
                          <br />radikale Meinungen, offene Intoleranz und Gedanken, die von der offiziellen oder dominierenden Position abweichen. Im Internet kam es zur Konfrontation zwischen Parteien, Städten und Geschlechtern.<br />
                          <br />So wurde der Begriff der „Zuckerrübe“ geboren, der „Provinzielle“ bezeichnen sollte. Er wurde sogar von vielen Politikern benutzt, um den Unterschied zwischen „pflichtbewussten“ und „provinziellen“ Wählern zu betonen. Die Journalisten standen dem in nichts nach und erörterten das Thema „Zuckerrüben und Elite“. 2004 wurde der im Vorjahr von den „Zuckerrüben“ gewählte Präsident von der „Elite“ entlassen. Das erste erfolgreiche Amtsenthebungsverfahren gegen einen europäischen Präsidenten spiegelte dabei auch die Situation im Internet wider. Das Internet reflektierte im Gegenzug die Probleme der Gesellschaft.</p>
<p>
                          <span class="fett">„Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht“</span></p>
<p>So sprach Peachum zu seiner Tochter Polly in Brechts „Dreigroschenoper“. „Der Staat ist arm, der Wähler ist schlecht“ würden viele litauische Politiker ergänzen. Doch sie vergessen dabei, dass sich beide &#8220;Wahrheiten&#8221; auch auf sie selbst beziehen. Nach den letzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2004 verlor das Kommentierungssystem in Litauen an Bedeutung. Das größte Portal „Delfi.lt“ verwandelte sich vom gemütlichen antiken Athen, wo relevanten Themen diskutiert wurden, in ein gesichtloses und unübersichtliches Megastadtviertel. Wie ein Schatten hängt es im Hintergrund der wichtigen Ereignisse und bleibt doch unbemerkt.</p>
<p>Während der letzten Wahlen waren die Kommentare das Schlachtfeld der Parteien und der verschiedenen radikalen Gruppen, die wegen der Popularität des Portals Delfi.lt ihre Meinungen im Internet am effektivstem veröffentlichen könnten. Die Freiheit der Meinungsäußerung kann sich jedoch auch in etwas Unattraktives entwickeln, wenn man ständig nur nach Freiheit strebt, ohne sich um die Meinung selbst zu kümmern.</p>
<p>
                          <span class="fett">Frischer Wind für Kommentare?</span></p>
<p>Neue Onlinemedien wie „Omni.lt“ und „Bernardinai.lt“ erschienen und gewannen schnell an Popularität. Sie pflegen die Praxis der Kommentare weiter und einen neuen Trend gesetzt: professionelle Kommentare. Sie sind zur Tribüne für Politiker und Promionente geworden. Wie früher ersetzen Kommentare für viele Leser die Nachrichten. Sie hemmen aber die Entwicklung einer weblog-Kultur. Im Augenblick erscheint dies auch als eine normale Entwicklung. Dynamische Diskussionen sind notwendig. Da es noch zu viele Probleme und Lösungsansätze gibt. Es ist spannend zu kommentieren und eine globale Diskussion im lokalen Bereich mit allen Usern zu führen. Die Kommentarkultur Litauens befindet sich noch auf ihrem Höhepunkt. Es ist schwer zu sagen, wie viele anonyme Internetnutzer und wie viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gerade Kommentare schreiben und darauf hoffen, kommentiert zu werden.</p>
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