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	<title>dschulz &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Attac und Co. verschlafen das Web 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
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					<description><![CDATA[(Kommentar) Soziale Bewegungen sind - was das Netz angeht - inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Kommentar) Soziale Bewegungen sind &#8211; was das Netz angeht &#8211; inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Denn soziale Bewegungen sind Aufmerksamkeitsbetriebe. Parteien erreichen<br />
ihre Ziele mit Macht, Unternehmen mit Geld. Soziale Bewegungen haben<br />
beides nicht und können ihre Ziele nur mittelbar erreichen: Über<br />
das Beeinflussen der öffentlichen Meinung.
</p>
<p>
Dafür müssen sie Beachtung erringen. Und das wiederum<br />
tun sie, indem sie sich so überraschend und innovativ verhalten,<br />
dass sie erstens Anhänger gewinnen und zweitens in den Fokus<br />
der Medien geraten.
</p>
<p class="fett">
<b>Zu wenig Aufmerksamkeit, nicht zu wenig Inhalte</b>
</p>
<p>
Inhalte? Ja, Inhalte sind wichtig, niemand begibt sich gern auf<br />
einen Weg, von dem er nicht weiß wohin er führt. Vernetzung?<br />
Auch gut, jeder weiß gern, mit wem er es zu tun hat. Dennoch<br />
muss das Ziel irgendwie erreicht werden. Und selbst mit dem besten<br />
Programm kann eine Bewegung die öffentliche Meinung nicht beeinflussen,<br />
wenn ihr keine Beachtung geschenkt wird. Die Friedensbewegung leidet<br />
nicht an zu wenig Vernetzung oder an zu wenig Programmatik. Sie<br />
leidet an zu wenig öffentlicher Aufmerksamkeit.
</p>
<p>
Um sich diese zu erhalten, muss eine Bewegung sich stets verändern,<br />
neue Formen ausprobieren, beweglich bleiben. Sie muss glaubhaft<br />
die Geschichte erzählen, dass auf ihrer Seite die guten, coolen,<br />
witzigen und interessanten Typen sind und auf der anderen Seite<br />
die Bösen. Wie schon bei David gegen Goliath. Und wenn eine<br />
Bewegung dies gut macht, bekommt sie beides: Anhänger und die<br />
Medien.
</p>
<p class="fett">
<b>Internet auf dem Trip ins Politische</b>
</p>
<p>
Bei den Protesten gegen ein Treffen der Welthandelsorganisation<br />
WTO in Seattle 1999 haben Globalisierungsgegner ihre Geschichte<br />
unter anderem mit ihren Mirror-Sites erzählt. Auf einmal fanden<br />
sich auf scheinbar offiziellen Seiten der WTO Informationen über<br />
deren schändliche Finanzpolitik. Die Welt lachte über<br />
die WTO und den Coup der Globalisierungsgegner.
</p>
<p>
Und was würde heute gestaunt, wenn Attac beispielsweise seine<br />
eigene Version der dreidimensionalen Simulation Second Life herausbrächte?<br />
Neue Medien sind mit <a href="http://www.darfurisdying.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Browsergames</a><br />
über ein Dorf im Darfur-Konflikt und einem Spiel über<br />
die Palästina-Frage gerade auf einem Trip ins Seriöse<br />
und Politische. Was für eine Geschichte könnten die Globalisierungskritiker<br />
erzählen, wenn sie hier Trendsetter wären. Selbst für<br />
die Regionalzeitungen, die gerade Second Life als etwas Neues entdecken,<br />
wäre da noch etwas dabei. Ach ja, und für die Vernetzer<br />
und Inhalte-Orientierten gäbe es auch etwas: Man kann sich<br />
da nämlich treffen und sich unterhalten.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Daniel Schulz schreibt für die taz unter<br />
anderem über soziale Bewegungen.</span></b></p>
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