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	<title>dflorian &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>dflorian &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Wut und Trauer</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/anschlagserie-auf-die-usa/wut-und-trauer-3143/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dflorian]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anschlagserie auf die USA]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Wie das Internet auf die Katastrophe von New York reagiert. &#34;Wow, was für ein Film ist das denn?&#34; wird &#34;Fred&#34; aus Großbrittanien von seinem Sohn gefragt, als dieser nach der Schule nach Hause kommt und seinen Vater vor dem Fernseher sieht. &#34;Das ist kein Film - das ist das echte Leben&#34;, ist die Antwort Freds.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Wie das Internet auf die Katastrophe von New York reagiert. &quot;Wow, was für ein Film ist das denn?&quot; wird &quot;Fred&quot; aus Großbrittanien von seinem Sohn gefragt, als dieser nach der Schule nach Hause kommt und seinen Vater vor dem Fernseher sieht. &quot;Das ist kein Film &#8211; das ist das echte Leben&quot;, ist die Antwort Freds.<!--break-->
</p>
<p>
So nachzulesen auf der Webseite des britischen Fernsehsenders British Sky Broadcasting (<br />
<a href="http://www.sky.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BSB</a>), der seine Leser dazu auffordert, seine persönlichen Reaktionen per E-Mail an den Sender zu schicken.
</p>
<p>
Nicht nur am Tag danach, sondern auch während der Katastrophe lieferte das Internet zuverlässig Informationen über das aktuelle Geschehen. Obwohl viele Newsseiten zeitweise nicht erreichbar waren (politik-digital<br />
<a href="/edemocracy/extremismus/ny.shtml">berichtete</a>), und andere in einem stark reduzierten Design ohne aufwendige Grafiken oder Menus erschienen, erwies sich das Netz als zuverlässiger als zum Beispiel das Telefon. Es wird von mehreren Fällen berichtet, in denen Menschen ihre Angehörigen nicht über Telefon erreichen konnten, mit einer E-Mail aber erfolgreich waren. Der Internet-Nachrichtendienst internet.com berichtet, dass die Erreichbarkeit von Internetseiten im gesamten Netz kurzfristig von 96 auf 88 Prozent sank (<br />
<a href="http://www.de.internet.com/artikel/index.jsp?2008341" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;USA: Internet-Traffic stieg nach der Katastrophe drastisch an&quot;</a>).
</p>
<p>
In der Tat ermöglicht das Netz vor allem jedoch jeden, über seine persönlichen Eindrücke zu reden. In zahlreichen Newsgroups, Foren und Kondolenzbüchern (zum Beispiel bei der deutschen Seite<br />
<a href="http://194.9.168.118/index.php3?position=100" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dol2day.de</a>) gehen immer noch weitere Einträge ein. In Amerika dominiert Wut über die (bisher immer noch unbekannten) &quot;Feiglinge&quot; (George W. Bush), die den Anschlag verübt haben. In der Anonymität des Netzes fiel es vielen Amerikaner leicht, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Beschimpfungen und Aufrufe, Afghanistan, dem Irak und möglichst auch allen islamischen Ländern den Krieg zu erklären, sind hier keine Seltenheit. Andere User sind zwar wenier radikal, treffen dafür aber genau den Kern der Diskussion um die Frage, wie Amerika langfristig auf die Attentatserie reagieren wird: &quot;Wir sollten alle Hilfsgüterlieferungen und Hilfsgelder-Transaktionen in andere Ländere stoppen und keine Nicht-Amerikaner in die Staaten lassen. Stoppt alle Importe! Sie brauchen uns und nicht wir sie!&quot; Forderungen wie diese sind durchaus realistisch, wenn auch wenig wahrscheinlich.
</p>
<p>
Wenig wahrscheinlich, aber &quot;verdammt unheimlich&quot; ist auch die Meldung in einer<br />
<a href="http://groups.google.com/groups?hl=en&amp;group=alt.security.terrorism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsgroup</a>, die vielleicht schon Kontakt zu einem der (Selbstmord-)Attentäter hatte:
</p>
<p>
Am 31. August meldete sich unter dem Subject &quot;911&quot; (nach amerikanischer Schreibweise vielleicht ein Kürzel für den 11.9.?) ein gewisser &quot;Xinoehpoel&quot; und kündigte für den 1. September an: &quot;Etwas wird morgen passieren.&quot; Nachdem der 1. September jedoch ereignislos verstrichen war, verbesserte sich Xinoehpoel selber: &quot;Warte sieben Tage (&#8230;) In sieben Tagen werde ich werde fortgehen und Du wirst nie wieder von mir hören.&quot; Die Newsgroup-Gemeinde ist jedoch gespalten über die Person des Xinoehpoel. Warum irrte sich Xinoehpoel mit seiner ersten Vorhersage für den 1. September? Lag es wirklich am schlechten Flugwetter, wie &quot;Mike B&quot; meint? Von mehreren Usern wurden die Beiträge vorsichtshalber an FBI und CIA weitergeleitet.
</p>
<p>
Doch auch das<br />
<a href="http://www1.ifccfbi.gov/index.asp">FBI</a> selber sucht im Netz nach Hinweisen auf die Attentäter und hat eine Seite ins Netz gestellt, auf der Hinweise aus der Bevölkerung gesammelt werden.
</p>
<p>
Auf anderen Seiten, wie der Online-Community<br />
<a href="http://www.craigslist.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">craigslist.org</a>, wurden Foren eingerichtet, auf denen man nach Verwandten und Bekannten suchen oder eine Meldung posten kann, wenn man ein Opfer des Anschlages bei sich aufgenommen hat. 13615 Datensätze sind bis zum Augenblick, am Donnerstag mittag, auf der Seite gespeichert. Durch Seiten wie Craigslist.org oder<br />
<a href="http://www.shunn.net/okay/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.shunn.net/okay/</a>, auf der ebenfalls Namen von Überlebenden veröffentlicht werden, sollen die Telefonleitungen für Notfälle freigehalten und die Schlangen vor den Krankenhäusern sollen verkürzt werden. Auf Bildern aus New York sieht man, wie Hunderte von Menschen vor den Krankenhäusern warten, um dort nach Verwandten und Bekannten zu suchen. Craigslist.org ermahnt auf seiner Internetseite auch dazu, auf rassistische Übergriffe gegen arabisch-stämmige Amerikaner zu verzichten. Eine Warnung, die nicht von Ungefähr kommt, schließlich hat selbst US-Präsident Bush bekundet, man werde keinen Unterschied machen zwischen &quot;Terroristen, und denjenigen, die Terroristen beherbergen.&quot; Der schwelende Anti-Islamismus erfüllt auch manchen Newsgroup-User mit Sorge: &quot;Was sollen wir tun? Jeden Araber in ein Konzentrationslager sperren? Beruhigt euch, ihr Idioten, und hört auf, Haß zu verbreiten.&quot;
</p>
<p>
Hilfe bieten auch verschiedene Firmen an: So hat die amerikanische Firma<br />
<a href="http://www.paypal.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">paypal.com</a>, die Rechnungen über das Internet verschickt, einen Online-Spendenservice für das amerikanische Rote Kreuz eingerichtet eingerichtet.<br />
<a href="http://www.yahoo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yahoo.com</a>,<br />
<a href="http://www.amazon.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">amazon.com</a> und andere Unternehmen folgten seinem Beispiel. Amazon.com hat so in zwei Tagen 1,8 Millionen Dollar gesammelt. Der für seine aggressive Internet-Werbung berüchtigte Versandhändler X10 hat nach Angaben der<br />
<i>Netzeitung</i> gestern seinen ankommenden Datenverkehr auf die nationale Blutspenden-Seite umgeleitet. Heute, am Donnerstag, gelangt man wieder auf die Homepage der Firma. Immer noch online sind jedoch eine Beileidsbekundung und Links zu Hilfsorganisationen. Das Online Aktionshaus eBay hat unterdessen alle Artikel zum World Trade Center und dem Pentagon aus seinem Programm gesperrt, um zu verhindern, dass jemand aus der Katastrophe Profit schlägt. Sogar Pornoseiten stellten den Betrieb ein: Die bekannte Pornoseite mit dem &quot;regierungsnahen&quot; (<br />
<i>Spiegel</i>) Namen whitehouse.com hat auf ihrer Homepage eine Beileidsbekundung und einen Augenzeugenbericht veröffentlicht.
</p>
<p>
Die Emotionen kochen über im Netz, aber man hat den Eindruck, als würden die ernsthaft Betroffenen den übereifrigen Kriegstreibern noch voraus sein. Zumindest solange nicht eindeutig feststeht, wer hinter den Attentaten steht, fehlt den Kriegstreibern das entscheidende Argument. Aber was ist, wenn sich tatsächlich der vermutlich in Afghanistan lebende Top-Terrorist Osama bin Laden zu den Attentaten bekennt? Eilig erstellte Umfragen belegen, dass 92 Prozent der Amerikaner auch kriegerische Vergeltungsmaßnahmen befürworten würden.<br />
<!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Your account is still working&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dflorian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wau Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zum Tod von Wau Holland, Gründer des &#34;Chaos Computer Clubs&#34;</b></span>, der am 29. Juli 2001 an den Folgen eines Schlaganfalls starb.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Zum Tod von Wau Holland, Gründer des &quot;Chaos Computer Clubs&quot;</b></span>, der am 29. Juli 2001 an den Folgen eines Schlaganfalls starb.<!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<table border="0" align="left" width="200" cellPadding="0" cellSpacing="0">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" border="1" width="200" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/wholland/WHolland_01.gif" alt="Johannes Rau im Chat bei politik-digital" height="136" /></td>
<td rowSpan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgColor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; color: #333333; font-family: Arial,Helvetica"> Hertwart Holland-Moritz alias Wau Holland</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Ich habe Wau nie zuhören oder gar kennenlernen dürfen. Erst jetzt ist mir bewusst geworden, was für ein Mensch mir entgangen ist&quot;. Mit diesen Worten erinnert sich jcl im Kondolenzbuch des &quot;<a target="_blank" href="http://www.ccc.de/" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club</a>&quot; (CCC) an Herwart Holland-Moritz alias Wau Holland, einer der Gründer der legendären Hackercommunity CCC. Am Morgen des 29. Juli 2001 starb die Hackerlegende an den Folgen eines Schlaganfalls. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wau Holland hatte viele Namen: &quot;Alterspräsident des CCC&quot;, &quot;Vorzeigehacker&quot;, &quot;lebende Legende&quot; lauten einige der kursierenden Bezeichnungen. In der Community war er vor allem für sein kompromissloses Engagement bekannt. Wie kein anderer vor ihm setzte sich Holland für den unkontrollierten Zugang zum Internet und die Sicherheit des Netzes ein. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Holland wurde 1952 in Kassel geboren und studierte ein paar Semester Mathematik, Politik, Elektrotechnik und Informatik, ohne jedoch einen Abschluß zu machen. Statt dessen verbesserte er sein Englisch durch die Lektüre von Computerbüchern und schrieb seine ersten Programme. Später zog es ihn nach Berlin, wo er für die taz schrieb. In den Räumen der taz war es auch, wo 1981 der &quot;Chaos Computer Club&quot; ins Leben gerufen wurde, dessen Vordenker Holland bald wurde. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die ersten &quot;Opfer&quot; des Hackerclubs CCC waren Telefonleitungen, die so manipuliert wurden, dass man kostenlos telefonieren konnte, aber erst 1984 landete der CCC seinen ersten großen Coup: Die Computerfreaks hackten sich in das Computersystem einer Hamburger Bank und überwiesen 135.000 Mark auf ihr eigenes Konto. &quot;Wir wollten Lücken im Computersystem aufzeigen&quot;, so Holland zu der spektakulären Aktion. Später gaben die Hacker das Geld freiwillig zurück. In den folgenden Jahren war nichts und niemand sicher vor den Angriffen des CCC: Die NASA fiel den Hackern ebenso zum Opfer wie EC- und D2-Karten. Allen Angriffen war gemein, dass Holland und die anderen Mitglieder des CCC damit bewiesen, dass die angeblich sicheren Verschlüsselungsverfahren mit ein bißchen Fingerspitzengefühl genau so leicht zu knacken waren wie eine Erdnuß. Die von Holland hierzulande etablierte <a target="_blank" href="http://www.ccc.de/Hackerethik.html" rel="noopener noreferrer">Hackerethik</a> bewahrte die heute 1.400 Mitglieder des CCC jedoch davor, kriminell zu werden. Es war Holland immer wichtig zu zeigen, dass &quot;wir weder terroristisch noch kriminell sind&quot;. Statt dessen kann man den CCC vielleicht am ehesten mit einer Verbraucherschutzorganisation für Internet-User betrachten. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Holland, der bei Vorträgen mit Jesuslatschen, phantasievollen Kaftanen aus Afrika und Indien und Handy erschien, war ein Idealist, der es schwer hatte, seinen politischen Überzeugungen neben den spektakulären Hacker-Angriffen Gehör zu verschaffen. Erst in den neunzigern, als die Welle der spektakulären Hacks des CCC abebbte, wurde Holland zunehmend auch als Experte für Netzsicherheit und der gesellschaftlichen Gestalltung der Computertechnologie zu Rate gezogen. Zuletzt betreute der Hobbykoch ehrenamtlich den Internetraum eines Jugendzentrums in Jena und lebte von den Honoraren für Vorträge und Lehrerfortbildungen: &quot;Das ist das Zäheste, aber verdammt wichtig.&quot; </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Holland war ein radikaler Verfechter der Meinungs- und Informationsfreiheit, sein Vorbild war Henrich Stephan, der Erfinder der Postkarte und Generalpostmeister im Kaiserreich, der den Weltpostvertrag über die Regelung des Briefverkehrs zwischen Krieg führenden Staaten verfaßte. Seine anarchistischen Übezeugungen brachten Holland auch Kritik ein. Unter der Prämisse &quot;Freier Zugang zu allen Informationen&quot; trat Holland für ein regel- (und zügel-)loses Internet ein und plädierte unter anderem für Strafffreiheit für Nazi-Seiten im Netz. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wau Hollands Tod hat die Netzwelt erschüttert. Aber sein Andenken lebt weiter &#8211; zum Beispiel auf der Festplatte von asbesto, der im Kondolenzbuch des CCC schreibt: &quot;I remember you from hackmeeting 1998 in Milan, using my computer. Your account is still working, if you need.&quot; </span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Geld spielt keine Rolle</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/geld_spielt_keine_rolle-671/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dflorian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Multimediabranche]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsförderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Multimediaföderung in Berlin/Brandenburg</b>
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Berlin ist die Medien-Hauptstadt Nr. 1 - obwohl es dort nicht viel zu holen
gibt. Wollen die Start-ups keine Fördermittel?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Multimediaföderung in Berlin/Brandenburg</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Berlin ist die Medien-Hauptstadt Nr. 1 &#8211; obwohl es dort nicht viel zu holen<br />
gibt. Wollen die Start-ups keine Fördermittel?</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bernd Schiphorst, Leiter des &quot;<a href="http://www.medienbuero-bb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">medienbüros<br />
berlinbrandenburg</a>&quot;, brachte es in einem Interview auf den Punkt: &quot;Was<br />
die neuen Gründer suchen, sind Netzwerke &#8211; und da hat die Region Berlin<br />
und Brandenburg einen riesigen Standortvorteil.&quot; Die Aussicht auf Fördertöpfe<br />
sei hingegen nicht ausschlaggebend für eine Standortentscheidung. Geld<br />
spielt keine Rolle? Es scheint, als wolle die New Economy sich vom Mief des<br />
hochsubventionierten rheinischen Kapitalismus lossagen; sie setzt auf &quot;networking&quot;<br />
anstatt auf Seilschaften.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Berlin ist auf dem besten Weg zur Medienhauptstadt: &quot;Wachstumsmotor Nr.<br />
1 ist die Internet- und Multimediawirtschaft in Berlin (&#8230;). 13 Prozent der<br />
deutschen Online-Startups haben sich in der deutschen Hauptstadt niedergelassen&quot;,<br />
so steht es im <a href="http://www.berlinews.de/archiv/2201.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wirtschaftsbericht</a><br />
der Stadt. Innerhalb nur eines Jahres hat sich die Anzahl der Multimedia-Agenturen<br />
in Berlin von 450 auf 900 verdoppelt. Aber: &quot;Die Zahlen, die ich habe,<br />
sind wahrscheinlich schon hoffnungslos veraltet&quot;, gibt Dr. Ulrich Schmid<br />
zu, der im medienbüro für den Bereich &quot;Neue Medien&quot; zuständig<br />
ist. Höchstwahrscheinlich sind diese Zahlen inzwischen wieder rückläufig.<br />
Bernd Schiphorst, Leiter des medienbüros bb, ist dennoch zuversichtlich:<br />
&quot;Die derzeitige Krise darf nicht zum Abgesang auf die Internet- und IT-Branche<br />
in unserer Region führen. Nicht das Internet ist in der Krise, sondern<br />
manche unternehmerische Strategien und Visionen.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/econsumer/images/multimediavergleich.gif" align="left" height="200" width="340" />Geht<br />
man von der Anzahl der Internet-Unternehmen aus, wird Berlin von den anderen<br />
beiden großen Medienstädten Deutschlands, Hamburg und München,<br />
zwar übertroffen. Deutsche und internationale Medien-Unternehmen entscheiden<br />
sich jedoch zunehmend, ihren Hauptsitz nach Berlin zu verlegen. Erst vor kurzem<br />
hat die Universal Music, der weltweit größte Musikkonzern, für<br />
Mitte 2002 seinen Umzug von Hamburg nach Berlin angekündigt. Auch andere<br />
Branchenriesen, vor allem Werbeagenturen, zieht es nach Berlin. Als Gründe<br />
für die Standortwahl werden die &quot;Aufbruchstimmung in der Stadt Berlin&quot;<br />
und der &quot;Spaß, in der Region zu sein und dort etwas aufzubauen&quot;<br />
genannt. Oder wie die Studie von e-startup.org philosophischer formuliert: &quot;Berlin<br />
ist immer und wird nie, das heißt der Wandel ist allgegenwärtig.<br />
[Dies] passt hervorragend zur net-economy!&quot; (aus einer Umfrage von <a href="http://www.e-startup.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-startup.org</a>).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Berlins Stärke als Medien-Hauptstadt möchte auch der Senat der Stadt<br />
fördern. Michael-Andreas Butz, ehemaliger Pressesprecher des Senates, beteuerte<br />
noch vor dem Machtwechsel in Berlin: &quot;Die Förderung und Stärke<br />
des Berliner Medienmarkts war und bleibt zentrale Aufgabe der Senatspolitik.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zuständig für die Vergabe der Fördermittel des Landes ist die<br />
Investitionsbank Berlin (IBB). Aktuelle Zahlen sind von ihr jedoch nur schwer<br />
bekommen. Das liegt vor allem daran, dass die Förderlandschaft umstrukturiert<br />
wird, Fördertöpfe aufgeteilt und zusammengelegt werden. Lediglich<br />
für 1999 läßt sich feststellen, dass 67 Unternehmen gefördert<br />
wurden, mit einem Gesamtetat von 9,1 Millionen Euro. Einer der wichtigsten Töpfe<br />
ist die &quot;Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der<br />
regionalen Wirtschaftsstruktur&quot; (GA). In den letzten zehn Jahren wurden<br />
89 Unternehmen mit insgesamt 30 Millionen DM durch die GA-Förderung unterstützt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eines dieser Unternehmen ist das Verbraucherportal dooyoo AG. Das Unternehmen<br />
wurde 1999 gegründet und beantragte gleich eine Förderung. Erst sieben<br />
Monate später flossen die ersten Gelder. Trotz der langen Bearbeitungszeit<br />
ist das Unternehmen aber zufrieden mit der IBB. Zuerst lief die Zusammenarbeit<br />
über einen Anwalt, im persönlichen Gespräch zwischen den Gründern<br />
und der IBB erwies sich die Bank aber als flexibler Partner, so Marcus Piepenschneider,<br />
Vice President im Bereich Finanzen und Rechnungswesen. Der Förderantrag<br />
der dooyoo AG mit einem Umfang von zwischen 1 und 1,5 Millionen DM läuft<br />
noch bis nächstes Jahr, danach möchte dooyoo einen neuen Antrag stellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neben der finanziellen Förderung vergibt die Investitionsbank Berlin jedoch<br />
auch hilfreiches Know-How. Im Rahmen des Business-Plan-Wettbewerbs können<br />
Gründer &quot;mit fachkundiger Unterstützung&quot; (<a href="http://www.b-p-w.de/index-high.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a><br />
des Wettbewerbs) ein Geschäftskonzept erarbeiten. An diesen Workshops nimmt<br />
die dooyoo AG jedoch nicht mehr teil: &quot;Entweder man kann einen Businessplan<br />
erstellen oder nicht&quot;, so Piepenschneider. Über mangelnder Nachfrage<br />
beim Wettbewerb kann sich die IBB dennoch nicht beklagen: Beim diesjährigen<br />
Wettbewerb haben so viele Gründer teilgenommen wie noch nie zuvor.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Noch eine andere Institution hat den guten Ruf der Berlins als Medien-Hauptstadt<br />
geprägt. Das Berliner <a href="http://www.berlin.de/home/Wirtschaft/BusinessLocationCenter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Business<br />
Location Center</a> (BLC) ist ein multimediales Informationszentrum für<br />
Gründer, auf dem alle interessanten Daten abgerufen werden können.<br />
In einem bundesweiten Test der Kienbaum Managment Consultants GmbH, in dem die<br />
Internet-Auftritte der Wirtschaftsförderung der 50 größten deutschen<br />
Städte verglichen werden, belegte Berlin vor allem wegen des BLCs den ersten<br />
Platz, gefolgt von Mühlheim an der Ruhr und Dortmund. &quot;Das BLC&quot;,<br />
so die Studie, &quot;setzt neue Maßstäbe im modernen Standortmarketing.<br />
Es bündelt umfassend die bislang über die Stadt verteilten Wirtschaftsdaten<br />
und ermöglicht eine individuelle Online-Betreuung (&#8230;). Das neue System<br />
wird die Betreuung von Investoren durchgreifend verändern und auf längere<br />
Zeit selbst einen Standortvorteil darstellen.&quot;<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Netzwerke und Gründerkultur nicht alleine standortentscheident sind,<br />
bewies Ende August jedoch die Software-Firma Oracle, nach Microsoft die Nummer<br />
zwei auf dem Weltmarkt. Der Konzern überraschte mit der Verlegung seiner<br />
Internet Sales Division von Dublin nach Potsdam anstatt Berlin. Die Berliner<br />
Behörden seien langsam und wenig zurvorkommend. Rolf Schwirtz, oberster<br />
Geschäftsführer von Oracle Deutschland fordert: &quot;Wir sind ungeduldig<br />
und schnell (&#8230;) und wir fordern bei den zuständigen Behörden die<br />
gleichen Attribute.&quot; Darüber hinaus habe Brandenburg deutlich mehr<br />
Fördergelder aufgebracht. Manchmal spielt Geld eben doch eine Rolle.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internetwahlen: In weiter Ferne so nah</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hätten Internetwahlen das
amerikanische Debakel vom letzten Herbst verhindern können? Eine
Studie des Massachusetts Institute of Technology kommt zu dem Schluss,
dass der gute alte Urnengang die sicherste Wahlvariante darstellt.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hätten Internetwahlen das<br />
amerikanische Debakel vom letzten Herbst verhindern können? Eine<br />
Studie des Massachusetts Institute of Technology kommt zu dem Schluss,<br />
dass der gute alte Urnengang die sicherste Wahlvariante darstellt.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>MIT-Studie: Wahlen per Mausklick sind Zukunftsmusik</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Blamage war<br />
perfekt: Während die Welt darauf wartete, wer als 43. Präsident der<br />
Vereinigten Staaten ins Weiße Haus einziehen darf, waren die USA, die<br />
letzte<br />
Supermacht, für über einen Monat auf den Status eines<br />
Entwicklungslandes<br />
herbabgesunken. Das amerikanische Wahlsystem hatte technisch versagt:<br />
zahllose ungültige Stimmen und Nachzählungen per Hand liessen<br />
ernsthafte Zweifel an der Legitimität der Präsidentschaftswahlen<br />
aufkommen. Wäre das Debakel durch eine moderne Form der Stimmabgabe,<br />
beispielsweise über das Internet, zu verhindern gewesen? Eine aktuelle<br />
Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) widmet sich der<br />
Frage nach dem Potential von Online-Wahlen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Grund für das amerikanische<br />
Wahldesaster waren nach Ansicht des California Institute of Technology<br />
(Caltech) und des Massachusetts Insitute of Technology (MIT) technische<br />
Mängel der elektronischen &quot;Wahlhelfer&quot; Zwar benutzt keine Nation so<br />
viel Maschinen zum Einsammeln und Auszählen der Stimmen wie die<br />
Vereinigten Staaten, aber die Technik, vor allem die<br />
berühmt-berüchtigten Lochkarten, weisen eine viel zu hohe Fehlerquote<br />
auf. So sind bei den Präsidentschaftswahlen laut Caltech/MIT allein 4<br />
bis 6 Millionen Stimmen durch technische Fehler<br />
im Auszählungsverfahren verloren gegangen. Ein Caltech/MIT-Team von<br />
IT-Spezialisten, Ingenieuren, Sozialwissenschaftlern und Studenten<br />
suchte deshalb in ihrem jetzt veröffentlichten &quot;Voting Technology<br />
Report&quot; nach Möglichkeiten, die Wahl-Technologie zu verbessern. Das<br />
ernmüchternde Fazit: Amerika braucht dem guten alten Urnengang. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zusammen mit optisch<br />
eingescannten Stimmzetteln zeigen per Hand ausgefüllte und handgezählte<br />
Stimmzettel den geringsten Fehlerquotienten. Befürworter von<br />
Internet-Wahlen bekommen in der Studie einen Dämpfer verpasst:<br />
&quot;Internetwahlen sind für eine breite Anwendung noch nicht geeignet&quot;, so<br />
die Studie. Das Caltech/MIT Team sieht Wahlgänge per Internet mit<br />
erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden:<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<li>Ein groß angelegter<br />
Wahlbetrug sei im Internet wesentlich einfacher durchzuführen als die<br />
Manipulation von traditionellen<br />
Wahlverfahren. Durch die kompilzierte elektonische Umwandlung und<br />
Verarbeitung seien solche Manipulationen zudem wesentlich schwerer<br />
(womöglich sogar überhaupt nicht) zu enttarnen, so das Fazit der<br />
Wissenschaftler.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Internetwahlen fehle es zudem an Transparenz. Stimmenabgabe und -auszählung können nicht mehr durch Wahlhelfer<br />
kontrolliert werden und der Wähler kann letzten Endes weniger als im herkömmlichen Wahlverfahren<br />
nachvollziehen, ob seine Stimme auch gewertet wurde. Die Folge: Das<br />
Vertrauen der Wähler in das Wahlergebnis ist geringer, die Motivation, überhaupt Wählen zu gehen, könnte sinken.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Die Technisierung des Wahlverfahrens würde<br />
letzlich dazu führen, dass nur noch eine Handvoll Software-Entwickler<br />
das Wahlverfahren verstehen kann. Algorithmen und Datenreihen können<br />
schlechter nachvollzogen werden als der in den USA als &quot;unmodern&quot;<br />
angesehene<br />
Urnengang. Die Sicherheit des Wahlverfahrens bei Online-Voting würde in<br />
die Hände der Entwickler gelegt, auf deren Garantien der Staat<br />
vertrauen müsste. Denn wirklich kontrollieren kann er die korrekte<br />
Einhaltung der Wahlgesetze bei Internetwahlen nicht. Das könnte in den<br />
USA zu einer noch niedrigeren Wahlbeteiligung führen: Wie in<br />
Deutschland stehen auch in den USA viele Menschen demInternet skeptisch<br />
gegenüber. Open-Source-Software könnte die Transparenz jedoch erhöhen,<br />
wie die Studie einräumt.</p>
<p>
Deswegen lautet die Empfehlung der Studie:<br />
&quot;Internetwahlen sollen verschoben werden, bis geeignete Kriterien für<br />
die Sicherheit gefunden sind.&quot; Offensichtlich befindet man sich in den<br />
USA zur Zeit auf wahltechnischen Retro-Pfaden: Nachdem man<br />
jahrzehntelang versucht hatte, das Auszählverfahren mit technischen<br />
Entwicklungen zu vereinfachen und zu modernisieren, singt man nun das<br />
Loblied auf Papier und Bleistift.
</p>
<p>
Die Einwände der Forscher konzentrieren sich jedoch auf<br />
technische Argumente. Die Internet-Wahl wird prinzipiell nicht<br />
abgelehnt sondern als Entwicklungsziel bestätigt. Denn der Anteil<br />
von Briefwählern, die ihre Stimme von außerhalb der USA oder früher als<br />
am<br />
Wahltag abgeben wollen, sei in den letzten zwei Jahrzehnten auf 14<br />
Prozent<br />
gestiegen und mit Hilfe des Internet könne den Bedürfnissen dieser<br />
Wähler leichter entgegen gekommen werden. Auch Blinden könnte das<br />
Wählen durch den Einsatz des Internets erleichtert werden. Mit einem<br />
Einsatz von Online-Wahlen in Echtzeit sei vor dem Jahr 2010 allerdings<br />
nicht zu rechnen.
</p>
<p>
Auch für Deutschland dürfte der Einsatz von Internet-Wahlen<br />
noch auf sich Warten lassen. Prof. Dr. Dieter Otten, Leiter der<br />
Forschungsgruppe Internetwahlen an der Universität Osnabrück, strebt<br />
zwar eine Premiere für die Bundestagswahl 2006 an und hat bereits bei<br />
Wahlen zum Studentenparlament in Osnabrück erfolgreich mit Wahlen per<br />
Mausklick experimentiert. Der von Otten geplante &quot;Ernstfall&quot; bei den<br />
niedersächsischen Kommunalwahlen im September ist aber bereits negativ<br />
beschieden worden. Ursprünglich hatte Otten mit drei Gemeinden über<br />
eine Alternativ-Abstimmung via Netz verhandelt. Aus dem<br />
niedersächsischen Innenministerium war zu erfahren, dass das Land nun<br />
doch so lange keine Projekte in Sachen Online-Voting starten möchte,<br />
bis eine vom Bundesinnenministerium eingesetze Arbeitsgruppe<br />
&quot;Internetwahlen&quot; eine Empfehlung vorlegt. Inzwischen hat auch<br />
Innenminister Schily seine Aussage, Internetwahlen seien demnächst<br />
möglich, zurückgenommen. Nach dem Ende des euphorischen dotcom-Booms<br />
rückt die nüchterne Forschung wieder in den Netz-Vordergrund. Der<br />
Computervirus &quot;Code Red&quot;, der zur Zeit die Festplatten attackiert, habe<br />
wieder einmal gezeigt, dass das Netz noch immer nicht sicher genug sei,<br />
äußerte ein Mitarbeiter des niedersächsischen Innenministeriums<br />
gegenüber politik-digital. So bleibt es auch in Niedersachsen diesmal<br />
noch alles beim Alten: Urnengang mit Zettel und Stift.
</p>
</li>
<p></span></p>
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