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	<title>Elisa Meyer &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Chaos Computer Club in der Schule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2017 14:09:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit seiner Gründung fördert der Hackerverein Chaos Computer Club auch die Bildung zu technischen Themen. Nach zehn Jahren aktiver Bidungsarbeit hat das Projekt Chaos macht Schule die gesammelten Erfahrungen ausgewertet und eine Liste von Forderungen für eine kompetente Umsetzung zeitgemäßer Bildung erstellt. Ein Interview mit CmS-Aktivist und Informatiker Benjamin Schlüter über digitale Mündigkeit, Kompetenzen und Politik.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der <a href="https://www.ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club</a> (CCC) ist wohl jedem ein Begriff. Der größte europäische Hackerverein widmet sich seit 1981 Themen der digitalen Technologien und Computersicherheit. Mit dem Projekt “<a href="https://ccc.de/schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos macht Schule</a>” bilden ehrenamtliche Aktivist*innen alle an Schule Beteiligten im Bereich Medienkompetenz und Technikverständnis durch ein vielfältiges Vortrags-, Workshop- und Schulungsangebot weiter.</p>
<p>Ein zentrales Problem, dass dabei immer wieder auffällt: die Bildungsinstitutionen mit ihren Kerncurricula können nicht mit den rasanten Entwicklungen der neuen Technologien mithalten und deren effektiven Nutzen kaum mit ihrem Lehrprogramm vereinen. Hier setzt Chaos macht Schule (CmS) mit ihren <a href="https://www.ccc.de/de/cms-forderungen-lang" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünf Forderungen</a> für die Digitalisierung der Bildung an. <strong>Benjamin Schlüter und Steffen Haschler</strong> haben sie auf der <a href="https://17.re-publica.com/en/17/session/digitale-mundigkeit-unsere-forderungen-zeitgemasse-digitale-bildung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:publica 2017 in Berlin</a> vorgestellt.</p>
<p><strong>1. Digitale Mündigkeit der Schüler und Schülerinnen</strong></p>
<p><strong>2. Fächerübergreifende Themen der digitalisierten Lebenswelt</strong></p>
<p><strong>3. Stärkung der Lehrkräfte</strong></p>
<p><strong>4. Vorbilder schaffen</strong></p>
<p><strong>5. Externe Experten einbinden</strong></p>
<p>Ausführlich können sie <a href="https://www.ccc.de/de/cms-forderungen-lang"><strong>hier</strong></a> nachgelesen werden.</p>
<p><strong>Benjamin, woher stammt die Idee für das Projekt &#8220;Chaos macht Schule&#8221;?</strong></p>
<p>Um 2007 herum gab es erste Schulen, die beim CCC angefragt haben, ob wir vorbeikommen und Workshops veranstalten könnten, um was über Technik und das Internet zu erzählen. Die Schulen haben gemerkt, dass solche Themen für Schüler*innen relevant sind, sie aber selbst über keine Kompetenzen verfügen, um den Schüler*innen das nötige Wissen zu vermitteln. Daraufhin haben dann die ersten Workshops stattgefunden, das Ganze hat sich über Schüler und Lehrer rumgesprochen, es kamen neue Anfragen und so hat sich das ganze institutionalisiert.</p>
<p>Wichtig war auch ein Talk auf dem nicht lange zurückliegendem 22. Chaos Communication Congress, den der CCC jedes Jahr zwischen Weihnachten und Silvester veranstaltet. Unter dem Titel “We lost the war” stellten Rop Gonggrijp und Frank Rieger Ende 2005 fest, dass es dem CCC bisher nicht gelungen war, all die Themen, mit denen sich der CCC beschäftigt, vollständig in die Gesellschaft zu bringen. Eine Lösung ist natürlich, bei der jüngeren Generation in Sachen Bildung anzufangen – was auch eine wichtige Inspiration war, um mit Chaos Macht Schule anzufangen.</p>
<p><strong>Wer fragt Euch an?</strong></p>
<p>Mal kommen Anfragen von den Lehrer*innen, mal von den Elternvertreter*innen. Grundsätzlich melden sich die engagierten Leute. Aus anderen Schulformen als Grundschule oder Gymnasium kommen leider relativ wenig Anfragen. Es kommt auch vor, dass eine Lehrerin oder eine Mutter an uns herantritt, weil ihr Sohn über Dritte von uns gehört hat.<br />
Wir machen keine große Werbung, unser Angebot spricht eher herum.</p>
<p><strong>Prallen diesbezüglich nicht zwei Denkweisen aufeinander? Bei den schnellen technischen Entwicklungen ist es doch eine Herausforderung, neue digitale Methoden in dem Wissen anzuwenden, dass sie in kurzer Zeit wieder veraltet sein werden.</strong></p>
<p>Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Deshalb sollte sich die Lehre nicht zu sehr auf ein aktuelles soziales Netzwerk oder eine bestimmte Programmiersprache fokussieren, sondern eine universellere digitale Mündigkeit fördern.</p>
<p>Auch ist es wichtig, die Rolle des oder der Lehrer*in zu überdenken. Im Zeitalter des Internets, wenn man das Web z.B. zu Recherchezwecken einsetzt, ist der Lehrer nicht mehr zwingend derjenige mit dem meisten Wissen, weil sich jede*r Schüler*in ab einem bestimmten Alter in ein Thema einlesen kann. Da muss man einfach klar machen, dass der*die Lehrer*in im Zweifelsfall derjenige ist, der den Schüler*innen hilft, wie man lernt, und der das Lernen begleitet. Lehrer können sich so etwas auch zusammen mit den Schüler*innen erarbeiten. Das ist es auch, was wir Eltern in Bezug auf digitale Medien oftmals sagen: Lasst es euch von euren Kindern zeigen; die wissen, wie das geht.</p>
<p><strong>Werden Schulen in der Lage sein, diesen neuen Anforderungen mit eigenen Angeboten zu Medien- und Digitalkompetenz gerecht zu werden? Oder sind externe Experten und Fachkräfte weiterhin notwendig?</strong></p>
<p>Generell bin ich der Auffassung, dass unser Bildungssystem eine Lösung für das Problem finden muss. Da digitale Medien im Lebens- und Arbeitsalltag eine wichtige Rolle spielen, muss die Schule darauf vorbereiten.</p>
<p>Als kurzfristige Lösung halte ich es hingegen sinnvoll, mit externen Leuten zusammenzuarbeiten. Solange die Bildungspläne so weit von den technischen Entwicklungen entfernt sind, lässt es sich kaum vermeiden, wenn man kurzfristig etwas erreichen will.</p>
<p><strong><div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/myavatar.png" rel="attachment wp-att-153060"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-153060" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/myavatar.png" alt="myavatar" width="175" height="175" /></a>Benjamin Schlüter ist Diplom-Informatiker und gibt in seiner Freizeit Workshops zu Themen zwischen Technik und Gesellschaft.</div></div></strong></p>
<p><strong>Die Schnelligkeit der technischen Entwicklungen lässt das strukturelle Problem aufkommen, dass du als Lehrer beim Schulabschluss deiner Schüler nicht den Erfolg vorweisen kannst, ihnen wirklich etwas beigebracht, sondern vielmehr optionale Lösungswege aufgezeigt zu haben, die schnell veraltet sein werden.</strong></p>
<p>Das ist definitiv ein wichtiger Punkt. Viele der heutigen Berufe wird es aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung in zehn oder zwanzig Jahren möglicherweise nicht mehr geben, wenn die Schüler*innen im Berufsleben angekommen sind. Daher ist es wichtiger denn je, den Schülern kritisches Denken und Hinterfragen beizubringen. Wohingegen Schulen heute immer noch sehr stark darauf ausgerichtet sind, auf den derzeitigen Berufsalltag vorzubereiten. Auch im Bereich Digitalisierung und Schule liegt der Fokus darauf. Schüler*innen lernen z.B. Programmieren oder wie ein Office Paket funktioniert. Das bereitet möglicherweise auf das heutige Berufsleben vor, aber weniger auf das Leben der Zukunft, von dem wir alle nicht wissen, wie es aussehen wird.</p>
<p><strong>Wäre es aus Deiner Sicht wünschenswert, dass irgendwann gar keine externen Expert*innen mehr nötig sind?</strong></p>
<p>Ich würde mir wünschen, dass &#8220;Chaos macht Schule&#8221; irgendwann überflüssig wird und die Schulen das selbst schaffen. Der Weg dahin ist aber noch weit.<br />
Wenn man sich die Entstehung eines Bildungsplans anschaut oder wie die Lehrerausbildung funktioniert, wird man feststellen, dass das alles ein sehr langsamer Prozess ist. Bis sich Änderungen in Lehrplänen widerspiegeln, dauert es einfach, während technische Entwicklungen sehr, sehr schnell sind. Weiterhin muss man sehen, dass das ganze Schulsystem kein Geld hat. Wenn Schulen das Geld fehlt, um Toiletten zu reparieren, da ist man natürlich noch weit davon entfernt, über Technik zu reden. Technik veraltet zudem sehr schnell. Da wäre es eine gute Möglichkeit, mit lokalen Bildungsinitiativen zusammenzuarbeiten wie z.B. Makerspaces.</p>
<p><strong>Ihr fordert auch hauptamtliche Administratoren an Schulen. Warum?</strong></p>
<p>Computersysteme kann man nicht einfach kaufen, aufstellen und dann laufen sie, sondern man muss sie pflegen, Updates einspielen, neue Software installieren. Man muss das Zusammenspiel sehen und das tun sehr viele Schulen nicht. Wir würden es sehr begrüßen, wenn das Problem erkannt und Leute dafür abgestellt würden, die sich damit auskennen und genug Zeit dafür haben. Denkbar wären auch Administrator*innen, die an mehreren Schulen arbeiten.</p>
<p><strong>Bei welcher Gruppe trägt Euer Engagement am meisten Früchte? Schüler, Lehrer oder Eltern?</strong></p>
<p>Das kann man relativ schlecht vergleichen, das sind unterschiedliche Ansätze.<br />
Wir arbeiten mit Schüler*innen, um die nachfolgende Generation zu erreichen. Wir entsprechen natürlich nicht dem Bild, das ein Lehrer abgibt, das ist ein gewisser Gegenentwurf. Dadurch haben wir schon einen gewissen Einfluss und die Kinder und Jugendlichen sind da sehr offen.</p>
<p>Auf der anderen Seite können wir durch Lehrer*innenfortbildungen letztendlich viel mehr Leute erreichen, weil sie das Wissen idealerweise direkt weitergeben.</p>
<p>Bei der Arbeit mit den Eltern geht es einfach darum, zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, was es bedeutet, beispielsweise einem Grundschüler ein Smartphone mit Internetzugang in die Hand zu drücken. Vieles von dem, was die Kinder machen, geschieht im Zusammenspiel mit den Eltern.</p>
<p><strong>Könntet ihr euch vorstellen, euch mit der Initiative auch in die Lehramtsausbildung einzubringen?</strong></p>
<p>Chaos macht Schule ist für uns ein ehrenamtliches Freizeitprojekt, d.h. unsere Reichweite und unsere Kapazitäten sind begrenzt. Auf Anfrage würden wir natürlich auch Lehrer*innenfortbildungen geben. In nächster Zeit wollen wir unseren Fokus aber auf das Thema “Offene Bildungsmaterialien” legen, wodurch wir unser Know-How bereitstellen können, aber nicht alles selbst durchführen müssen. Gerne würden wir mehr mit Lehrer*innen zusammenarbeiten, auf akademischer Ebene ist unsere Initiative allerdings nicht flächendeckend durchführbar.</p>
<p><strong>Im Bereich digitaler, zeitgemäßer Bildung gibt es inzwischen einige verschiedene Initiativen und Projekte mit ähnlichen Zielen – glaubst du, dass eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit regional oder sogar bundesweit hilfreich wäre?</strong></p>
<p>Es gibt in Deutschland ziemlich viele Initiativen in dem Bereich. Sei es &#8220;<a href="https://jugendhackt.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jugend hackt</a>&#8220;, das <a href="https://coderdojo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CoderDojo</a> oder oder die <a href="https://edulabs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Edulabs</a>, mit vielen sind wir vernetzt und man tauscht sich untereinander aus. Man unterstützt sich auch gegenseitig. Findet eine Veranstaltung von &#8220;Jugend hackt&#8221; statt, helfen dort oft Leute vom CCC mit, dem Berliner CoderDojo stellen wir manchmal unsere Clubräume zur Verfügung etc.</p>
<p>Wir veranstalten auf dem Chaos Communication Congress immer den Junghackertag. An dem Tag haben Jugendliche bis 14 Jahre mit einem Elternteil freien Eintritt zum Congress. Wir bieten dann verschiedene Workshops für Jugendliche an. Letztes Jahr hatten wir 15 verschiedene Initiativen, die an dem Tag auf unserer Veranstaltung Workshops angeboten haben. An der Organisation waren auch &#8220;Jugend hackt&#8221; und das CoderDojo beteiligt. Es wächst alles zusammen und baut sich aus.</p>
<p><strong>Der von Bildungsministerin Johanna Wanka geplante fünf Milliarden schwere Digitalpakt für die verbesserte digitale Ausstattung von Schulen und anderen Bildungsinstitutionen kann möglicherweise vorerst nicht umgesetzt werden. Was sagst du zur Entwicklung in der Bildungspolitik und insbesondere zum Digitalpakt? </strong></p>
<p>Die Forderungen von CmS sind unter anderem auch aus den Kultusministerkonferenzen der letzten Jahre und den aktuellen Problematiken im Bereich Digitales und Bildung hervorgegangen. Ein ausschlaggebendes Ereignis war der Digitalpakt von Johanna Wanka, der allerdings nur die technische Ausstattung von Schulen betraf. Beim Digitalpakt erhalten die Schulen das Geld nicht einfach. Sie sollen sich auf die Vergabe mit eigens entwickelten Konzepten bewerben. Für solche Konzepte wurden die Lehrer aber nicht ausgebildet. Es soll also von der Politik Geld verteilt werden, während die Lösung der eigentlichen Probleme der Digitalisierung an Schulen selbst auf unterster Ebene gelöst werden sollen. Das ist eigentlich ein Problem, was man im größeren Rahmen diskutieren und Lösungen erarbeiten müsste.</p>
<p>Vielen Dank für das Gespräch und deine Erläuterungen! Weiterhin viel Glück bei eurem Projekt!</p>
<p><strong>Titelbild:</strong> Logo &#8220;Chaos macht Schule&#8221;</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2017 08:22:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 29. Juni 2017 veranstaltete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine eintägige Fachkonferenz zum Thema “Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft”.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Experten wie <em>Dr. Ralf Kleindiek</em>, Staatssekretär des BMFSFJ, <em>Petra Mackroth</em>, Abteilungsleiterin Familie, oder <em>Maria Reimer</em> von “Jugend hackt”  sowie Engagierte aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft</span> <span style="font-weight: 400;">brachten in Präsentationen, Vorträgen, Gesprächskreisen und anregenden Diskussionen sämtliche Arbeitsbereiche des Ministeriums zur Sprache und berichteten über bisherige Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eingangs stellte </span><i><span style="font-weight: 400;">Markus Beckedahl</span></i><span style="font-weight: 400;">, Chefredakteur von netzpolitik.org, einen Maßnahmenkatalog vor, um die digitale Ausrichtung unserer Gesellschaft erfolgreich umzusetzen und alle BürgerInnen zu inkludieren. Seiner Meinung nach ist der Zugang zu Internet mittlerweile ein Grundrecht wie der Zugang zu Strom und fließendem Wasser.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Beckedahl sprach sich auch für eine Erhöhung staatlicher Fördergelder aus, um Projekte wie die flächendeckende Installation von Breitband oder das “digitale Ehrenamt” einzuführen. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur muss nicht nur im Sinne von Breitband-Zugängen erfolgen, sondern auch im Bereich Medienkompetenz durch digitale Bildung und Weiterbildung. Schon jetzt engagieren sich viele ehrenamtlich in der Digitalisierung, so z. B. bei  Wikipedia, Freifunk Berlin oder dem Chaos Computer Club. Wenn ehrenamtliche Organisationen und Initiativen staatliche Konzepte unterstützen und teilweise Aufgaben übernehmen, denen der Staat schlichtweg nicht nachkommen kann, dann muss es für diese Art des Ehrenamts entsprechende Fördergelder (</span><i><span style="font-weight: 400;">digital funds</span></i><span style="font-weight: 400;">) sowie eine gleichwertige Anerkennung geben wie für traditionelle Ehrenämter, z.B. durch Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz für Digitales.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In verschiedenen Workshops zur digitalen Spaltung, Medienkompetenz und demokratischem Teilhabe stellten Initiativen und Organisationen wie </span><a href="https://jugend.beteiligen.jetzt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">“jugend.beteiligen.jetzt”</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">“Gutes Aufwachsen mit Medien”</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder das “</span><a href="http://www.kompetenzlabor.de/labor/century-competence-centre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">21st Century Competence Center”</span></a><span style="font-weight: 400;"> ihre Projekte vor und gaben Impulse für die anschließenden Diskussionen.</span></p>
<h3>Nachbarschafts Empowerment</h3>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Jennifer Schubert</span></i><span style="font-weight: 400;"> vom Design Research Lab machte sich für eine Art des Nachbarschafts Empowerments stark. Damit keine digitale Spaltung entsteht, muss die Gesellschaft zunächst bei der analogen sozialen Teilhabe ansetzen, denn digitale Spaltung ist oftmals bloße Kontinuität schon bestehender Ungleichheiten. Genau dort muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass soziales Teilhabe, die Integration sämtlicher Gesellschaftsgruppen als Schlüssel einer erfolgreichen Umsetzung der Digitalisierung gebraucht wird. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Frage nach einem allgemeinen Netzzugang aller Bürger scheint für viele Experten schon fast veraltet zu sein. Wichtiger ist die Frage der Medienkompetenz, also den Umgang im Netz und mit den Medien.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um Digitales für alle nutzbar zu machen, brauchen wir ein alltagsintegrierendes Konzept, das unterschiedliche Zugänge ermöglicht, lokal angepasst ist und so digitales Nachbarschafts Empowerment ermöglicht. Die digitale Nutzung muss stärker differenziert werden, zwischen der allgemeinen Internetnutzung und anderen Bereichen der Digitalisierung, wie z.B. der digitalen Mobilität durch Pedelecs und Elektroautos oder der Digitalisierung der Finanzen durch E-banking und Bitcoins u.ä.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Innovative Projekte wie der “</span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=onM9y0dBMxU&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Digitale Briefkasten</span></a><span style="font-weight: 400;">” des </span><a href="http://www.design-research-lab.org/projects/hybrid-letter-box/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Design Research Lab</span></a><span style="font-weight: 400;"> der UdK Berlin, der Einwürfe digitalisiert, oder das Konzept von </span><a href="https://berlin.freifunk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Freifunk Berlin</span></a><span style="font-weight: 400;">, freie Netzwerke durch die Verbindung einzelner WLAN-Router zu schaffen, sollen als allgemeine Schnittstellen für Digitales dienen.</span></p>
<h3>Digitale Jugend und Bildung</h3>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Gerhard Seiler</span></i><span style="font-weight: 400;"> vom 21st Century Competence Center ist der Meinung, digitale Kompetenzen müssen schon früh, also ab dem Kleinkindalter, im Kindergarten oder durch Tagesmütter vermittelt werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dies kann auch einen Synergie-Effekt bei Eltern und Kindern hervorrufen. Durch neue, medien-integrierende Erziehungsmethoden, kann der Wissenserwerb von Kindern und Eltern kombiniert werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die digitale Bildung ist ein Baustein unserer zukünftigen Gesellschaft und soll bestmöglich gefördert werden. Bisher übernehmen weitestgehend externe Organisationen die digitale Bildungsarbeit der Schulen, weil das deutsche Bildungssystem noch nicht über die nötigen Ausrichtungen und Ressourcen verfügt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um kleine (ehrenamtliche) Verbände und Initiativen zu entlasten, muss die staatliche Förderung erhöht und neue Gesetzesinitiativen geschaffen werden, die digitale Bildung bereits in die Lehramtsausbildung integrieren und somit zukünftig die Voraussetzungen für digitalen Unterricht schaffen.</span></p>
<h3>Digitalisierung der Familie</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/kopfe/geraldine-de-bastion-im-herzen-ein-nerd-60107/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i><span style="font-weight: 400;">Geraldine de Bastion</span></i></a><span style="font-weight: 400;">, Kuratorin der re:publica und Mitglied der Digitalen Gesellschaft, widmete sich in einer Präsentation den Fragen “Wie kann Frau nach der Babypause zurück in den Beruf?”, “Wie verändert Digitales die Familienkultur?” Und andersherum: “Wie passt sich diese der Digitalisierung an?”.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Studien zufolge verbringen Frauen nach wie vor einen erheblichen Teil des Tages mit der Haushaltsführung, sei es der Haushaltsputz oder die Einkäufe. Die schnellen technischen Entwicklungen haben es geschafft, diese unliebsamen Zeitaufwände zu automatisieren. Auch körperlich beeinträchtigten Menschen helfen die technischen Fortschritte, einem normalen (Arbeits-)Alltag nachgehen zu können. Der Staubsauger saugt von allein, Schulprojekte der Kinder lassen sich schnell mithilfe des 3D-Druckers realisieren und der Kühlschrank beschafft aufgebrauchte Lebensmittel durch automatische Nachbestellungen. Auch Homeoffice wird durch digitale Prozesse erleichtert und zudem bei Unternehmen immer beliebter. So bleibt mehr Zeit für das gemeinsame Familienleben. Doch die ist angesichts der Sinnüberflutung durch Social Media-Dienste und andere Apps häufig nicht mehr gegeben. Verbale Kommunikation findet in vielen Familien deutlich weniger statt. So verhält es sich auch beim Smart Home &#8211; es vereinfacht vieles, doch der Konsequenzen sind sich nur wenige bewusst. Je mehr Automatisierung durch Digitalisierung, desto höher das Risiko zu entmenschlichen, formulierte es de Bastion. Auch wenn das derzeit noch nicht der Fall ist, wird in naher Zukunft das Zusammenleben von Mensch und Roboter Alltag sein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch hier setzt die Medienkompetenz an: sich nicht entmündigen lassen, sondern verstehen, was passiert und wie es passiert. Die digitale Logik begreifen und Algorithmen verstehen. Und dann entscheiden, worauf man sich einlassen möchte und was zu weit geht.</span></p>
<h3>Ethik der Zukunft</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch die Digitalisierung ist etliches möglich, doch stellt sich nicht nur die Frage, was wir erwarten und was erreicht werden kann, sondern umgekehrt auch, von welchen Folgen auszugehen ist und was wir verhindern wollen. Medienkompetenz bildet somit einen Ethik-Baustein, der angesichts der Komplexität der Digitalisierung dringend gebraucht wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dennoch lässt sich Digitalisierung nicht in allen Bereichen durchsetzen und ist nicht überall sinnvoll anzuwenden. Darüber, ob die Digitalisierung beispielsweise in die (katholische) Kirche Einzug halten sollte, waren die Diskussionsteilnehmer geteilter Meinung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es wird notwendig, den Medien und der Technik gegenüber eine konkrete Haltung einzunehmen und weder den Technikoptimisten noch den Technikpessimisten zu sehr Glauben zu schenken, sondern die Fakten zu beurteilen und einen Technikrealismus zu schaffen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Rahmen der Digitalen Agenda hat das BMFSFJ einen Zehn-Punkte-Plan für die Entwicklung einer “smarten” Gesellschaft entworfen, der </span><a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft/117122" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">hier</span></a><span style="font-weight: 400;"> zu finden ist. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bild:</strong> Elisa Meyer // CC0 Public Domain</p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>Digitalisierung für Jung und Alt – der digitalen Spaltung entgegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2017 09:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Spaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einiger Zeit kauften meine Großeltern sich ein Tablet und beauftragten mich damit, sie in dessen Bedienung einzuführen. Bei der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit kauften meine Großeltern sich ein Tablet und beauftragten mich damit, sie in dessen Bedienung einzuführen. Bei der Funktion des Internetbrowsers angekommen, fragte mein Opa mich, was das Internet denn eigentlich genau sei. Auf diese Frage konnte ich ihm tatsächlich keine Antwort geben. Ein persönliches Beispiel der digitalen Spaltung der Generationen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich, Anfang 20, bin mit der digitalen Transformation aufgewachsen, nutze das Internet und die neuen digitalen Technologien wie die meisten in meinem Alter täglich und ganz selbstverständlich. Auch das ist ein Problem: Für uns jüngere Menschen ist die Digitalisierung so selbstverständlich, dass wir grundlegende Funktionsweisen als gegeben hinnehmen und gar nicht mehr hinterfragen. Viele Menschen meiner Generation wissen nicht, wie das Internet, wie ein Computer, wie ein Browser funktioniert, von komplexeren Algorithmen und Anwendungen ganz zu schweigen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber für meinen Opa, Ü80, stellt dies einen unvorstellbar hochkomplexen digitalen Kosmos dar. Um das Internet für seine Zwecke zu nutzen, muss er eine Vielzahl von Informationen auf einmal erfassen. Sich von bisherigen Denkweisen und Abläufen lösen und neue Informations- und Handlungsmöglichkeiten verstehen. Das gilt für viele Menschen, die ohne das Internet groß geworden sind.<br />
</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieser Umstand stellt ein gesellschaftsübergreifendes Problem dar.</span></p>
<h3>Digital Natives und Digital Immigrants &#8211; Generationenkonflikt</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen fällt es leicht, mit dem schnellen Fortschritt der Technik mitzuhalten. In die digitale Revolution hineingeboren und mit dem Wandel aufgewachsen, bilden sie die Hauptgruppe der UserInnen des World Wide Web. Vermehrt in der Freizeit aber auch im Schulalltag werden neue digitale Technologien immer stärker genutzt. Seien es Aktivitäten in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und Co., das Online-Streamen in TV-Mediatheken, Browsergames, Online-Shopping oder schulische Recherche, für die jungen Generationen ist das Web Teil des Alltags</span><span style="font-weight: 400;">.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ganz anders hingegen verhält sich dies bei den </span><i><span style="font-weight: 400;">Digital Immigrants</span></i><span style="font-weight: 400;">, UserInnen, die erst im Erwachsenenalter mit dem Netz in Berührung gekommen sind.</span></p>
<h3>Digitales Know-how als Grundvoraussetzung</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Digitalisierung schreitet auch in der Arbeitswelt immer schneller voran, so sind in vielen Bereichen der Politik und Wirtschaft digitale Technologien inzwischen unentbehrlich. Auch in vielen anderen Feldern wird der Arbeitsalltag auf digitale Arbeitsprozesse ausgerichtet. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Erwerbstätigen ab 50+ fällt es daher oft schwer, sich an neue digitale Strukturen und Systeme zu gewöhnen. Im Arbeitsalltag werden oft Medienkompetenzen vorausgesetzt, die diese Generation nie oder erst spät erlernt hat. Vielen Erwerbstätigen in bzw. ab einem bestimmten Alter fällt es schwer, den digitalen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, sie werden von jüngeren Kollegen abgehängt.</span></p>
<h3>Aktive Teilhabe für alle Altersgruppen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Um ältere arbeitende Generationen und auch Senioren, die nicht länger erwerbstätig sind und daher noch viel weniger digitalen Anschluss haben, aktiv miteinzubeziehen, </span>müssen alternative Förderungsprogramme im Bereich digitale Medien geschaffen werden. Alle Alters- und Bevölkerungsgruppen müssen die Möglichkeit haben, Medienkompetenz zu erwerben oder zu erweitern.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 steigt die Internetnutzung stetig von Jahr zu Jahr. 2016 nutzten bereits 58 Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung das Web. Generationenspezifisch betrachtet fällt auf, dass sogar die Senioren Ü70 immer häufiger online gehen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">2016 beträgt die Internetnutzung pro Tag bei den über 70-Jährigen 28 Minuten, ein Zuwachs von 8 Minuten gegenüber 2015. Erwachsene zwischen 50 und 69 Jahren liegen bei 1:29 Stunden täglicher Nutzung, Befragte zwischen 30 und 49 Jahren sogar bei 2:28 Stunden. Die Spitze bilden die jungen Erwachsenen von 14-29 Jahren mit 4:05 Stunden Internetnutzung pro Tag, was einem Anstieg von über einer halben Stunde gegenüber 2015 entspricht.</span></p>
<p>Diesen Entwicklungen muss sich die Politik anpassen. Über herkömmliche digitale Bildungsmethoden in Schulen, Berufsschulen, Universitäten und Hochschulen hinaus, muss eine digitale Infrastruktur für die Vermittlung von Medienkompetenzen als Weiterbildungsmaßnahme geboten werden, um alle Generationen und Gesellschaftsgruppen zu integrieren und so eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.</p>
<p>Bisher wird diese Aufgabe weitestgehend von Vereinen, Stiftungen und Initiativen übernommen. Diese engagieren ehrenamtliche Helfer, die sich nach den individuellen Lernstandards und Bedürfnissen der verschiedenen Altersklassen ausrichten. Während jüngere Generationen das Internet und vor allem soziale Medien zur digitalen Vernetzung und Selbstdarstellung nutzen, legen ältere Generationen den Fokus auf den effektiven Nutzen des Internets über eBooks, Online-Shoppingportale, Weiterbildung durch digitale Recherche oder direkte Kommunikation über Email, Skype etc.</p>
<p>Ob sich die Digitalisierung nun eher positiv oder doch eher negativ auf die gesellschaftlichen Entwicklungen auswirkt, dem stehen Jung und Alt geteilter Meinung gegenüber. Aufgrund des jeweiligen Erfahrungsschatzes sehen die JuniorInnen vermehrt positive Aspekte in der Digitalisierung, während die SeniorInnen dem Wandel eher skeptisch gegenüberstehen.</p>
<h3>Digitalen Nutzen und Herausforderungen erkennen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Mit dem weiteren Fortschritt der Technik und den gesellschaftlichen Transformationsprozessen wird sich auch die Einstellung der Digitalisierung und ihrem Nutzen gegenüber ändern.  </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Welche Möglichkeiten und Herausforderungen sich uns zukünftig bieten werden, wie ein ausbalanciertes Zusammenleben in der digitalen Gesellschaft möglich ist und aktiv mitgestaltet werden kann, soll auch Thema der </span><span style="font-weight: 400;"><a href="https://bmfsfj-veranstaltungen.bafza.de/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft/start.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fachkonferenz “Digitale Agenda für eine lebensWerte Gesellschaft”</a> </span><span style="font-weight: 400;">des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 29. Juni in Berlin sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Gerd Altmann / pixabay CCO Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Fake News International &#8211; die BBC im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 May 2017 10:51:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Lügenpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtendienste]]></category>
		<category><![CDATA[seriöser Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
		<category><![CDATA[BBC Global News Ltd]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span style="font-weight: 400;">Die BBC (</span><span style="font-weight: 400;">British Broadcasting Corporation) ist seit Beginn Teil der Debatte um Fake News insbesondere in den sozialen Medien. Im Kontext der internationalen Berichterstattung, </span>musste sich der Sender mehrmals den Anschuldigungen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie der breiten Öffentlichkeit stellen, Falschmeldungen zu verbreiten. So auch im Rahmen des Fake-News &#8211; &#8220;Feldzuges&#8221; von Donald Trump zur US-Präsidentschaftswahl.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Auf der re:publica 2017 in Berlin nahm Jim Egan, CEO von BBC Global News Ltd. an der </span><a href="https://re-publica.com/de/17/session/fake-news-und-glaubwurdigkeitsdebatte-dringt-journalismus-noch-durch"><span style="font-weight: 400;">Diskussionsrunde</span></a><span style="font-weight: 400;"> zum Thema &#8220;Fake News und die Glaubwürdigkeitsdebatte. Wie dringt Journalismus noch durch?&#8221; teil. Im Interview mit </span><i><span style="font-weight: 400;">politik-digital.de</span></i><span style="font-weight: 400;"> äußerte sich Egan zuvor persönlich zum Thema Fake News im Bereich der medialen Berichterstattung.</span></p>
<h2>Seriöser Journalismus durch Präzision und Unabhängigkeit</h2>
<p><b>Herr Egan, was unternimmt die BBC gegen Fake News, welche Maßnahmen sind am wirkungsvollsten im Vorgehen gegen deren Verbreitung?</b></p>
<p>Die Debatte um Fake News  hat das journalistische Geschehen im letzten Jahr, mit leichten Unterschieden in den USA, Großbritannien und Europa, geprägt. <span style="font-weight: 400;">Das Stärkste, was wir dem entgegensetzen können, ist unsere Verpflichtung gegenüber unserem Publikum, wahrheitsgemäße und authentische Berichterstattung zu leisten und &#8220;real news&#8221; zu senden. Daher befinden wir uns zur Zeit in einer Phase, in der es für die BBC und andere seriöse Medien umso wichtiger ist, sich zur journalistischen Präzision, Ausgewogenheit und Unabhängigkeit zu bekennen. </span>Dies verlangt nicht zwingend nach Arbeitsumstrukturierung, sondern viel mehr nach Kondition und Ausdauer bei der täglichen Arbeit. So weiterzuarbeiten wie bisher, ist jetzt besonders wichtig.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dennoch hat sich die BBC in gewisser Weise der Situation angepasst: Wir haben z.B. die Investitionen in unser neues Produkt &#8220;BBC Reality Check&#8221; erhöht. Ursprünglich wurde BBC Reality Check bereits zu den Parlamentswahlen im Jahr 2010 gelauncht. 2015 wurde dieses Projekt im Rahmen der Unterhauswahlen des Parlaments reaktiviert und kam während des Brexit-Referendums letztes Jahr erneut verstärkt zum Einsatz. Das Team arbeitet inzwischen permanent und wird dieses Jahr auch noch erweitert. Außerdem arbeiten wir immer daran, unser Experten-Netzwerk auszubauen und uns auch im Bereich des Daten- und visuellen Journalismus zu verbessern, um so auch das jüngere Publikum für unsere Arbeit zu begeistern. Fake News sind insgesamt ein weitreichenderes Problem, das weder bei der BBC seine Anfänge nahm, noch von uns gelöst werden kann. Diese Verantwortung liegt bei den PolitikerInnen und Policy ExpertInnen sowie auch bei den Social Media Plattformen.</span></p>
<p><b>Tatsächlich wurde die BBC aber während der US-amerikanischen Wahlen der Verbreitung von Fake News beschuldigt. Macht es einen Unterschied, </b><b>ob solche Anschuldigungen aus der Öffentlichkeit kommen, aus regierungsnahen Kreisen oder sogar von der Regierung selbst?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Solche Anschuldigungen gegen die BBC gibt es bereits seit den Zwanzigerjahren. In jüngster Zeit mussten wir uns vielen Vorwürfen internationaler Regierungen stellen. </span>Die US-amerikanische, die türkische sowie die thailändische Regierung haben uns beschuldigt, falsch über politische Interna zu berichten. Auch mit unserer nationalen Regierung hatten wir schon Probleme. <span style="font-weight: 400;">Derartige Anschuldigungen existieren schon lange, bloß gibt man dem ganzen heute einen neuen Namen. Was heute sehr abstrakt als &#8220;Fake News&#8221; bezeichnet wird, wurde früher viel einfacher ausgedrückt. Als BBC ist es unsere Aufgabe, uns für unser Publikum auch unbeliebte Meinungen und Perspektiven anzuhören und zu verarbeiten. Das ist letztlich die Arbeit seriöser, unabhängiger JournalistInnen – objektiv zu berichten.</span></p>
<h2>Neuer Begriff, altes Schema</h2>
<p><b>Sie sind also der Meinung, dass die alte Begrifflichkeit nur neu definiert wurde? Was bringt sie darauf?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Hinter dem Begriff &#8220;Fake News&#8221; steckt eine spezifische Agenda. Vor zwölf oder achtzehn Monaten begann es damit, dass bestimmte UserInnen aus kommerziellen Zwecken anfingen, im Netz Falschmeldungen zu verbreiten. Je mehr Klicks und Shares ein Post bekommt, desto höher die Rendite. Diese spezielle Agenda wurde jetzt verallgemeinert und hat sich zu etwas ausgeweitet, dass ich ablehne und das wenig zur Lösung des Problems beiträgt: Dem Konzept der &#8220;Fake-News&#8221;.</span></p>
<p><b>Was sagen Sie inhaltlich zu den Beschuldigungen der letzten Zeit? Sind die allesamt falsch und frei erfunden? Oder handelt es sich möglicherweise um eine Frage der Perspektive?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Normalerweise ist es immer eine Frage der Perspektive. Sei es jemand aus der Öffentlichkeit oder ein/e PolitikerIn, dem oder der die Art und Weise oder der Inhalt der Berichterstattung nicht zusagt. Bei der Größe unserer Organisation kann es natürlich auch mal vorkommen, dass eine Angelegenheit falsch erfasst und verarbeitet wird. Für solche Fälle besteht eine interne &#8220;Complaints&#8221;-Website für Beschwerden und Rezensionen. Wenn allerdings Einzelpersonen, ob es nun der  US-Präsident oder jemand anderes ist, der BBC gegenüber mutmaßliche und unnachweisliche Anschuldigungen äußern, dann wird dies von uns zwar </span>zur Kenntnis genommen, aber nicht weiter bearbeitet.</p>
<p>Die Lage ist insgesamt schwierig, weil derart viele kommerzielle Fake News verbreitet werden, dass daraus bereits eine Art Informations-Krieg geworden ist. Der Fall der mazedonischen Jugendlichen, die während der US-Präsidentschaftswahlen durch gefälschte Nachrichten-Websites enorme Geldsummen erwirtschafteten, ist allgemein bekannt. Diese Art von UserInnen geben sich als Mitglieder seriöser journalistischer Organisationen aus, sind aber tatsächlich nur unternehmerisch an der Verbreitung von Fake News interessiert.</p>
<p><b>Können Sie dafür ein Beispiel geben?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich werde keine Namen nennen, aber ich denke, es ist allgemein bekannt, welche Websites als unsicher und nicht vertrauenswürdig gelten.</span></p>
<p><b>Wie kann man Ihrer Meinung nach ganz allgemein das Vertrauen in die Medien wieder aufbauen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Journalistische Organisationen sind in ihrem Vorgehen sehr eingeschränkt. Wir haben uns der vertrauenswürdigen Berichterstattung verpflichtet und werden dieser auch weiterhin nachgehen. Das Vertrauen in die BBC oder unsere Nutzerzahlen sind nicht eingebrochen, aber offensichtlich besteht ein viel weitreichenderes Problem, das die gesamte Medienlandschaft Europas, Teile Asiens und Nordamerika betrifft. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Frage ist, was werden die PolitikerInnen und Policy-ExpertInnen </span>unternehmen? Auf eine komplexe Frage wie diese gibt es keine einfache Antwort. Stimmen werden laut, dass Google und Facebook reguliert werden müssen. Doch die wenigsten trauen sich, es mit derart großen internationalen Plattformen aufzunehmen. Die Risiken und Nachteile, die sich daraus ergeben könnten, sind zu groß. Daher ist mit schnellen Erfolgen diesbezüglich nicht zu rechnen.</p>
<h2>Stärkeres Eingreifen der Politik</h2>
<p><b>Weil die Politik sich davor scheut einzugreifen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die PolitikerInnen sind sich des Problems, sich aber auch der Risiken der Regulierungen bewusst. Auf der anderen Seite wird gehofft, dass Google, Facebook, Twitter und Instagram das Problem selbstständig lösen werden. Allerdings haben die letzten Monate gezeigt, dass der Mangel an Regulierung dieser Social Media-Plattformen, die nicht selbst Hersteller von Medien, aber Teil der Medienindustrie sind, immer weitreichendere Auswirkungen hat. Aus Erfahrung kann ich aber dennoch sagen, dass mit Sicherheit wieder ein neuer regulierender Ansatz aufkommen wird.</span></p>
<p><b>Denken Sie, es ist notwendig, eine stärkere Kooperation der Medien anzustreben, beispielsweise zwischen Mediennetzwerken und Organisationen wie Facebook </b><b>und Co., um präventiv handeln zu können, Fake News zu vermeiden und das Vertrauen wieder herzustellen? Wie Sie bereits sagten, ist die Lage vielleicht nicht </b><b>anders als früher, aber die Zuschauer fühlen sich hintergangen.</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für diese Social Media Giganten ist es vermutlich sinnvoller, selbst in Aktion zu treten als sich von externen Akteuren regulieren zu lassen. </span>Werbung spielte diesbezüglich auch in der Vergangenheit eine erhebliche Rolle. Seien es Werbetreibende, die ihre Verträge mit Fox News aufgrund von Schlagzeilen um Bill O&#8217;Reilly auflösen, oder andere, die ihre Reklame nicht länger über Youtube ausstrahlen möchten, so oder so hat dies große Auswirkungen. Man sollte den Social Media-Giganten gewisse Anerkennung dafür zollen, dass sie die Risiken der Regulierung ernst nehmen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich will damit nicht sagen, dass wir mit einer radikalen Regulierungswelle dieser Social Media-Plattformen rechnen müssen, aber in vielen Teilen Europas und anderen hoch entwickelten Staaten bestehen gängige Regulierungsmuster für Radio und Fernsehen sowie auch für Printmedien. </span>Zukünftig sind solche Formen der Regulierung auch für die sozialen Medien zu erwarten.</p>
<p><b>Was kann die BBC zur Stärkung der Glaubwürdigkeit von Medien beitragen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die BBC ist immer noch der internationale Anbieter von Nachrichten, dem am meisten vertraut wird. Wir setzen auf Innovationen wie den Reality Check. Außerdem werden wir ab diesem Jahr in zwölf weiteren Sprachen senden, um Staaten einzubeziehen, </span>in denen das Vertrauen in die Medien auf dem Tiefpunkt ist. Auch die diesjährigen Parlamentswahlen werden eine weitere Chance sein zu zeigen, dass BBC authentisch über die Geschehnisse in der UK und die Brexit Debatte berichten kann.</p>
<p><b>Nehmen Sie den externen Druck der Fake News Debatte auch im Arbeitsalltag wahr?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass wir dem Thema selbstgefällig gegenüberstehen. Der Vertrauensverlust in die Medien ist allgegenwärtig überall auf der Welt, darum tun wir unser möglichstes, weiterhin qualitativ hochwertigen Journalismus zu betreiben; innovativ zu bleiben, um sowohl neues, jüngeres Publikum zu gewinnen als auch ältere Generationen anzusprechen.</span></p>
<p><b>Glauben Sie, dass insbesondere die jüngeren Generationen von der Fake News-Debatte betroffen sind, da sie stärker in den sozialen Medien aktiv sind, die Fake News eine enorme Plattform bieten?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das ist eine gute Frage. Traurig zu hören ist es, wenn junge Leute sich beschweren, wie langweilig die Nachrichten sind, dass sie kein Interesse mehr an der Flüchtlingskrise oder der Lage in Syrien haben und lieber ihren Freunden auf Twitter oder Instagram folgen. Das fällt mir schwer zu verstehen. Zeitgleich finden in Großbritannien, den USA und in Europa gegensätzliche Strömungen statt. Junge Menschen engagieren sich so aktiv </span>in der Politik wie schon lange nicht mehr. Das mag daran liegen, dass wir eine Phase des Stillstands erfahren haben, in der die Parteien sich alle sehr ähnlich und die Bürger desinteressiert waren. Heute gibt es so viel, wofür es sich lohnt zu kämpfen, das sind doch sehr ermutigende Aussichten.</p>
<p><b>Sind die Aussichten auch für junge Journalisten ermutigend?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Journalismus ist nach wie vor eine Art Mission oder Berufung und bestimmt kein Weg zum schnellen Geld, es sei denn man hat sehr viel Glück. Die eigentliche Wichtigkeit des Journalismus und seiner Rolle in der Demokratie besteht darin, dass er in Zeiten wie diesen erst vollständig zu Tage tritt und in seinem Potenzial voll ausgeschöpft werden kann. Das soll nicht heißen, dass mit steigenden Löhnen zu rechnen ist, aber es zeigt den tatsächlichen Wert, den seriöser Journalismus im Alltag besitzt.</span></p>
<p><b>Möchten Sie eine abschließende Einschätzung abgeben?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In fünf Jahren feiert die BBC ihr 100-jähriges Jubiläum. Für jedwede Organisation ist ein 100-jähriges Bestehen ein enormer Erfolg. Aber in fünf Jahren kann viel passieren, wir haben noch einiges vor uns. Es freut uns zu sehen, welchen Zuwachs unser Publikum weltweit erfährt. Auch zeigt sich ein internationales so noch nie da gewesenes Interesse am Weltgeschehen. Dies ist ein Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte, auf den </span>wir noch lange zurückblicken werden, weil wir Zeugen politischer Umbrüche und sozialem Wandel sind. Auch wenn viele Ereignisse beängstigend erscheinen, ist es doch befriedigend, auf die ein oder andere Art mitwirken und berichten zu können.</p>
<p><b>Herr Egan, wir bedanken uns für das Gespräch.<br />
</b></p>
<p>Titelbild: Elisa Meyer</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div>
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		<item>
		<title>DGB-Index Gute Arbeit &#8211; psychische Belastung durch Digitalisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2017 14:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-9"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Gewerkschaften, bei der Präsentation der Studie vertreten durch Annelie Buntenbach, DGB, Lothar Schröder, ver.di, sowie Dr. Hans-Jürgen Urban, IG Metall, sehen massiven Handlungsbedarf, den Arbeits- und Gesundheitsschutz neu anzupassen und die neuen Belastungsfaktoren der Digitalisierung zu berücksichtigen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die zunehmende Digitalisierung im Beruf stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Mittwoch, dem 03. Mai 2017 in Berlin vorstellte.</p>
<p>Die allgemeine Annahme, dass Digitalisierung grundsätzlich der Modernisierung und Arbeitserleichterung dient, trifft laut der Sonderauswertung zum Thema &#8220;Digitalisierung und Arbeitsintensivierung&#8221; des jährlichen Reports &#8220;DGB-Index Gute Arbeit&#8221; nicht zu. Stattdessen zeigt die Datenauswertung einen starken Zusammenhang zwischen dem steigenden Grad der Digitalisierung und der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschäftigten.</p>
<h3>Gewerkschaften vertreten gemeinsamen Standpunkt</h3>
<p>Die aus der Digitalisierung neu entstandenen Konsequenzen und Herausforderungen wie längere (passive) Arbeitszeiten, ständige Erreichbarkeit und ein erhöhter Arbeitsaufwand müssen langfristig durch neue Arbeits- und Gesundheitsstandards geregelt werden.</p>
<h3>Ursachen gesundheitlicher Defizite beheben</h3>
<p>Die IG Metall hat als Lösungsansatz den Entwurf einer Anti-Stress-Verordnung veröffentlicht. Diese soll ein konkretes Regelwerk schaffen, angepasst an die Arbeitsbedingungen digitaler Arbeit. So sollen unter anderem psychische Erkrankungen vermieden werden, deren Entstehen durch die neuen Herausforderungen des digitalisierten Arbeitens begünstigt wird. Die Befragung der knapp 10.000 Beschäftigten hat zudem ergeben, dass die aktive Einbeziehung der Arbeitnehmer in die Arbeitsplanung die Belastung reduziert.</p>
<p>Die ungleiche Gewichtung von Humanisierung und Rationalisierung muss zukünftig umgekehrt werden, fordern die Gewerkschaften. Um den neuen digitalisierten Arbeitsbedingungen und dem Arbeitnehmerschutz gerecht zu werden, sollen humanisierende Maßnahmen ergriffen werden, die den Menschen und soziale Standards zukünftig stärker in den Fokus rücken.</p>
<p>Titelbild: pixabay, <a href="http://https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons CCO </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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