<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Irena Sargsyan &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/author/isargsyan/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 04 Jun 2020 14:06:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Irena Sargsyan &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Proteste in Armenien: Von der Straße ins Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-aufleben-des-internets-in-armenien-144112/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/das-aufleben-des-internets-in-armenien-144112/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 09:48:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wandel weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Armenien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=144112</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit den letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2008, 2012 und 2013 wollen die Demonstrationen in der armenischen Hauptstadt Jerewan nicht enden. Ende 2014 übertrafen sie jedoch alle vorangegangenen. Grund für die erneuten Proteste ist neben der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem aktuellen Regime die schlechte soziale und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Armenien steht womöglich vor politischen Umwälzungen – und das Internet spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Laut Angaben der <a href="http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Documents/publications/mis2014/MIS2014_without_Annex_4.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung für Internationale Telekommunikation</a> (ITU) ist die Internetnutzung in Armenien seit dem Jahr 2008 um 700 Prozent, von ca. sechs auf knapp 50 Prozent angestiegen. Das Internet stellt heute eine wichtige Plattform für den politischen und sozialen Diskurs in Armenien dar. Sein Potential wurde jedoch erst nach den dramatischen Entwicklungen vor sieben Jahren erkannt. Was damals geschah:</p>
<p><b>Die Protestbewegung 2007-2008  </b></p>
<p>Jeder Armenier erinnert sich an die Ereignisse vom 1. März 2008. An diesem Tag wurden die seit Monaten andauernden friedlichen Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Acht Menschen kamen laut offiziellen Angaben ums Leben, ca. 150 Menschen wurden festgenommen. Der scheidende Präsident, Robert Kotcharian, verhängte daraufhin den Ausnahmezustand. „Eine solche Wendung der Ereignisse kam für viele unerwartet, wirkte einschüchternd und entmutigend“, berichtet die Politikwissenschaftlerin Hripsime Grigoryan, die selbst an der Protestbewegung beteiligt war. Wie viele andere junge Armenier war auch sie mit der herrschenden Regierung unzufrieden und suchte nach Wegen, sich für mehr Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzubringen.</p>
<p>Im September 2007 hatte der erste Präsident der Republik Armenien, Lewon Ter-Petrosjan, im Vorfeld der Präsidentenwahl eine beeindruckende Rede gehalten. Darin kritisierte er das Regime als kriminell, korrupt und oligarchisch und setzte den Anfang für die landesweite Protestbewegung. Insbesondere junge Armenier fühlten sich von ihm und seiner Rede inspiriert und sahen in ihm ihr zukünftiges Staatsoberhaupt. „Damals war das Internet in Armenien nicht besonders verbreitet, also organisierten wir uns über private Kontakte“, erzählt die Politikwissenschaftlerin Grigoryan. Die Bewegung bekam den Namen „Volksbewegung“, sie sollte die verfassungsmäßige Ordnung im Lande wiederherstellen und das „räuberische“ Regime abschütteln. „Die Anhängerschaft des ehemaligen Präsidenten Lewon Ter-Petrosjan wuchs rapide. Binnen weniger Monate erreichte ihre Anzahl mehrere Hunderttausend“, erinnert sie sich.</p>
<p>Trotz registrierter Wahlfälschungen und Angriffen auf Oppositionsführer und Journalisten erklärte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die am 19. Februar 2008 abgehaltenen Wahlen für rechtmäßig. Der Nachfolger des amtierenden Präsidenten wurde Sersch Sargsjan mit ca. 53 Prozent der Stimmen. Lewon Ter-Petrosjan, den offiziell lediglich 21,5 Prozent der Armenier gewählt hatten, rief die Opposition auf, die Wahlen zu torpedieren und appellierte an das Verfassungsgericht. Die friedlichen Kundgebungen und Proteste wurden auf dem Platz der Freiheit fortgesetzt, um am 1. März 2008 ihr gewaltsames Ende zu finden. „Die Polizei griff an diesem Tag die Protestierenden auf dem Platz der Freiheit an, als sie ahnungslos in den aufgeschlagenen Zelten schliefen. Hunderte von Zivilisten wurden brutal zusammengeschlagen und verletzt“, berichtet Hripsime Grigoryan.</p>
<p><b>Medienzensur und das Aufleben des Internets</b></p>
<p>In derselben Nacht verhängte der scheidende Präsident Robert Kocharyan den Ausnahmezustand für 20 Tage und verabschiedete ein Dekret, demzufolge die Medien nur aus offiziellen Quellen berichten durften. Die Zensur erstreckte sich auf alle traditionellen Massenmedien.</p>
<p>„Die Menschen erhielten keine Informationen darüber, wie viele Tote, Verletzte und Verhaftete es gab, was genau in der Nacht zum 1. März vorgefallen war, welche Institutionen involviert waren, welche Rolle dabei die Polizei und die bewaffneten Streitkräfte spielten”, so Grigoryan. „Es war dieses Informationsvakuum und das absolute Fehlen einer alternativen Informationsquelle, die die Menschen dazu brachten, ins Internet zu gehen. Obwohl es damals nur von einigen wenigen Armeniern genutzt wurde und trotz langsamer Dial-Up-Verbindung, war es damals die einzige Quelle, aus der zuverlässige Inform<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-144116 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi-305x307.jpg" alt="Powi" width="206" height="208" /></a>ationen bezogen werden und dann über Mailinglisten, Telefongespräche sowie persönliche Treffen verbreitet werden konnten“, berichtet die Politikwissenschaftlerin.</p>
<p>Die „Volksbewegung“ bekam damit eine Internetpräsenz. Besonders aktiv war damals die Webseite payqar.net (zu Deutsch: Kampf.net, heute nicht mehr online). Neu entstanden waren auch das Online-Journal „<a href="http://independentarmenia.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Independent Armenia</a>“, <a href="http://tzitzernak2.blogspot.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tzitzernak2</a> (Die Schwalbe2), khosk.com (zu Deutsch: das Wort.com, ebenfalls nicht mehr existent), die politischen Blogs <a href="http://unzipped.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNZIPPED</a>, <a href="http://aramazd.livejournal.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aramazd</a> etc.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">Hripsime Grigoryan stammt aus Armenien und studierte Politikwissenschaft an der Central European University in Budapest.  Sie ist Analystin für zivilgesellschaftliche Partizipation und Prozesse. Als ehemalige Aktivistin der Jugendbewegung „Hima“ („Jetzt“) war sie an den Protesten im Jahr 2008 beteiligt.</div></div>
<p>Infolge der politischen Entwicklungen wurde 2008, unter Leitung des Oppositionsführers Levon Ter-Petrosjan der <a href="http://www.anc.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Armenische Nationalkongress</a> gegründet – eine Koalition aus 13 Oppositionsparteien, die ebenfalls über eine eigene Webseite verfügt. Herausragende Mitglieder des Armenischen Nationalkongresses wie Nikol Pashinyan sind heute aktive vielfach gelesene <a href="http://www.nikolpashinyan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger</a>.</p>
<p>Auch zahlreiche Printmedien zog es damals ins Internet, unter anderem die Zeitung <a href="http://www.azatutyun.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Azatutjun.am</a> (zu Deutsch: Freiheit), die Nachrichtenagentur <a href="http://www.a1plus.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">A1Plus.am </a>, die Zeitungen <a href="http://www.armtimes.com/hy/">ArmTimes.com </a> und <a href="http://www.aravot.am">Aravot.am</a> (zu Deutsch: Der Morgen).</p>
<p>Die Berichterstattung in den Internet-basierten Medien unterschied sich grundlegend von den Themen der offiziell zugelassenen. Während die Opposition und ihre Anhänger das Internet nutzten, um auf die Menschenrechtsverletzungen und die fehlende Meinungsfreiheit hinzuweisen, behandelten die herkömmlichen offiziellen Massenmedien in erster Linie die Themen „Sicherheit und Stabilität“, so beschreibt die Menschenrechtlerin und Medienspezialistin Tsovinar Nazaryan die Situation von damals. Die Aktivistin ist die Gründerin der Initiative „Army in Reality civic initiative“ und lebt heute im Ausland.</p>
<p><b>Die zivilgesellschaftlichen Bewegungen seit 2010 </b></p>
<p>Besonders effektiv agieren heute die zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Blogs organisieren. Die ersten erfolgreichen Bürgerinitiativen wurden 2007 und 2010 gegründet, den Anfang machte die Umweltbewegung „<a href="https://www.facebook.com/groups/207369279360129/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rettet Teghut</a>”. Teghut ist ein Dorf in der Provinz Lori im Norden Armeniens und hat großes Kupfer-und Molybdänvorkommen. Die Inititative machte auf die umweltschädliche Gewinnung dieser Metalle aufmerksam, wollte die Bevölkerung für Umweltfragen sensibilisieren und umliegende Dörfer vor Grundwasservergiftung und Gesundheitsschäden retten. Eine zweite Bürgerinitiative hatte sich die Aufrechterhaltung der Stadtparks unter dem Slogan: “<a href="https://www.facebook.com/groups/119537174725392/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stadt gehört uns</a>”zum Ziel gesetzt.</p>
<p>Andere soziale Online-Bewegungen richten sich gegen konkrete Gesetzentwürfe und Verordnungen der Regierung. So konnten, dank der Initiativen “<a href="https://www.facebook.com/groups/543225539077027/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">We pay 100 dreams</a>” und “<a href="https://www.facebook.com/DEMAMKutakayinKensatoshakin?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">I am against!”</a>, die Preissteigerungen für öffentliche Verkehrsmittel sowie die Besteuerung von Renten abgewendet werden.</p>
<p>„In den ersten Jahren hatte sich der Ort des Protests von den Straßen ins Internet verlagert, weg von politischen Fragestellungen in Richtung soziale Gerechtigkeit“, bestätigt Hripsime Grigoryan. Die Bevölkerung scheint sich jedoch allmählich von den entmutigenden Ereignissen vom 1. März 2008 zu erholen. Der in Armenien bekannte Politikanalytiker und Aktivist Arthur Avtandilyan meint eine interessante Tendenz zu erkennen: Die sozialen Bewegungen werden wieder politischer.</p>
<p>Das Internet wird in Armenien heute – sehr viel später als anderswo – von politischen Parteien, Menschenrechtlern, Bürgern und Medien aktiv genutzt. Die Zahl der neuen Internet-Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen wächst stetig weiter. Die oppositionelle Bewegung unter Leitung des ehemaligen Präsidenten Levon Ter-Petrosjan scheint neuen Schwung zu bekommen. Noch ist nicht abzusehen, ob die Proteste auch diesmal eine längerfristige Wirkung zeigen werden.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.facebook.com/arman.veziryan.7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arman Vaziryan</a> (Artikelbild), Nane Khachatryan (Porträt)</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/das-aufleben-des-internets-in-armenien-144112/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ukraine: Vernetzung im Namen des Protests</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ukraine-vernetzung-im-namen-des-protests-135670/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ukraine-vernetzung-im-namen-des-protests-135670/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2013 10:37:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Putin]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheindels- und Assoziierungsabkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Janukowitsch]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=135670</guid>

					<description><![CDATA[Seitdem das Assoziierungsabkommen mit der EU vom ukrainischen Präsidenten Janukowitsch verweigert wurde, gewinnt das Internet als Mittel der politischen Kommunikation [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ukraine-Proteste31.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-135682" alt="Ukraine Proteste3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ukraine-Proteste31.jpg" width="640" height="401" /></a></b>Seitdem das Assoziierungsabkommen mit der EU vom ukrainischen Präsidenten Janukowitsch verweigert wurde, gewinnt das Internet als Mittel der politischen Kommunikation an Bedeutung. Die Facebook-Seite EuroMaydan, vor knapp einem Monat eröffnet, verzeichnet mittlerweile 163.000 Fans.<br />
Seit vier Wochen finden in der Hauptstadt der Ukraine Proteste statt. Auslöser für die massenhaften Kundgebungen in Kiew ist die Nicht-Unterzeichnung des Freihandels- und Assoziierungsabkommens mit der EU. Die Demonstranten fordern einen klaren EU-Kurs der Ukraine und den Rücktritt des pro-russischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. An der Spitze der Opposition steht der Weltboxmeister Witalij Klitschko, dem <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/merkel-klitschko-ukraine">Angela Merkel</a> ihre Unterstützung zugesprochen hat.</p>
<h3>Warum das Assoziierungsabkommen scheiterte</h3>
<p>Viele Ukrainer verbinden mit dem Assoziierungsabkommen bessere Lebensstandards. Es ist das umfangreichste Freihandelsabkommen, das die EU jemals mit einem Land ausgehandelt hat. Das Abkommen ist „im Prinzip eine Vorbereitung auf einen Beitritt, wenn es diesen jemals geben sollte“, erklärt Dr. <a href="http://ecfr.eu/content/profile/C257">Stefan Meister</a> vom European Council on Foreign Relations in einem Interview mit politik-digital.de.<br />
Ein weiterer Faktor erschwert die Unterzeichnung des Abkommens.  Es ist so angelegt, dass die Ukraine zwischen zwei Nachbarn entscheiden müsste, da eine Integration mit der von Russland geführten Zollunion und das EU-Freihandelsabkommen einander ausschließen, so Stefan Meister. Eine solche Entscheidung wäre für die Ukraine nicht nur fatal, sie ist auch kaum realistisch. Auf Russland könnte die Ukraine ohne vorherige umfassende Strukturreformen dauerhaft nicht <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/ukraine-machterhalt-janukowitsch">verzichten</a>. Das Land steht vor dem <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/ukraine-machterhalt-janukowitsch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatsbankrott</a>, und am Montag traf Janukowitsch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, um mit ihm über mögliche finanzielle Zuwendungen zu sprechen. Von der EU hingegen ist keine Finanzspritze zu erwarten.<br />
Eine Revision des Assoziierungsabkommens stellt die EU zudem nicht in Aussicht, beteuert Osteuropa-Experte Meister. Dies sei ein fertig ausgehandeltes Abkommen, das als Musterabkommen für die anderen postsowjetischen Ländern dienen sollte. Das Ziel der EU sei an erster Stelle „die Kombination ökonomischer und politischen Reformen wie im Assoziierungsabkommen, weil das wiederum eine Implementierung von Antikorruptionsmaßnahmen, von mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Demokratie bedeutet.“<br />
Insbesondere unter dem aktuellen Präsidenten Janukowitsch hat sich die Ukraine in den letzten Jahren immer mehr von der EU entfernt. Die Reformen, die eine Annäherung mit der EU möglich machen würden, wurden auf die lange Bank geschoben. Heute ist der Reformbedarf in der Ukraine groß und die Wirtschaft bedarf einer dringenden Modernisierung. Wichtige Transformationsträger wie europäische Investoren ziehen sich aus der Ukraine jedoch zurück. Die Volkswirtschaft stagniert seit 2012.<br />
Bohdan Danylyshyn ist ehemaliger Wirtschaftsminister der Ukraine (2007-2010), der seit 2010 im politischen Asyl in der Tschechischen Republik lebt. Er betonte jüngst bei einer <a href="https://dgap.org/de/node/24646">Expertendiskussion</a> in der Deutschen Gesellschaft für Außenpolitik, wie wichtig die EU für die Ukraine sei. Denn das Land könne nur mithilfe der EU modernisiert werden. Die Entscheidung, das Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen, sei eigentlich nicht von Präsident Janukowitsch, sondern von mächtigen Oligarchen, die eigene wirtschaftliche Interessen in Russland verfolgen, getroffen worden, unterstrich Danylyshyn.<br />
„Das Land hat Geld, das sich allerdings in den Händen einiger weniger konzentriert“, bestätigt Stefan Meister. Die EU müsse sich mit der Frage beschäftigen: „Wie kann die Zivilgesellschaft in die Monitoringprozesse von Rechtsangleichungen einbezogen werden, um dann tatsächlich auch Druck aus der Gesellschaft für Reformprozesse in der Ukraine zu schaffen?“</p>
<h3>Einfluss der Zivilgesellschaft über das Internet?</h3>
<p>Durchaus ein geeignetes Instrument, um die Zivilgesellschaft zu erreichen, ist das Internet, und auch bei der Politikgestaltung spielt es heute eine unbestreitbare Rolle. In der Ukraine existiere allerdings keine so große Internetgemeinschaft wie in Russland, die mobilisiert werden könnte, bekräftigt Stefan Meister. So gibt es bislang nur wenige Online-Plattformen, die den Usern die Möglichkeit zum Meinungsaustausch und zur Politikgestaltung geben könnten, wie dies <a href="http://politik-digital.de/die-russische-regierung-hat-den-informationskrieg-im-internet-verloren/">in Russland</a> intensiv praktiziert wird. Auch ist die Zahl der Internet-User relativ gering. Nach Angaben des <a href="http://ain.ua/2013/02/12/112128">staatlichen Statistikkomitees</a> beträgt sie ca. 5 Millionen in einem Land mit mehr als 45 Millionen Einwohnern.<br />
Unlängst haben auch die ukrainischen Politiker begriffen, dass das Internet eine nützliche Plattform für Eigen-PR sein kann. Immer mehr Politiker richten sich eigene Blogs ein. Näher seien sie dem Volk dadurch aber nicht gekommen, <a href="http://focus.ua/politics/136536/">schreibt</a> das ukrainische Online-Magazin focus.ua. Lediglich das <a href="/Users/Stefan%20Meister/AppData/Local/Microsoft/Windows/Temporary%20Internet%20Files/Content.Outlook/IEHQHBAH/blog.tymoshenko.ua">Blog</a> der ehemaligen Ministerpräsidentin und Oppositionsführerin Julia Timoschenko rage durch seinen persönlichen Stil heraus. Ihren ersten Eintrag machte sie am 30. August 2009 mit folgenden Worten: &#8220;Das bin ich – Julia Timoschenko. Heute starte ich mein Blog. Man sagt, dass Roosevelt die Präsidentschaftswahlen gewonnen hat dank Radio, Kennedy dank Fernsehen, Obama dank Internet“. Darauf bekam sie 5.203 Kommentare. Ihr letzter Eintrag stammt vom 4. Juni 2011, seit August 2011 ist Julia Timoschenko wegen angeblicher Steuerhinterziehung in Haft.<br />
Der <a href="/Users/samveli/Downloads/twitter.com/Prezident_UA">Twitter-Account</a> von Wiktor Janukowitsch hat lediglich 850 Follower.  Was nicht weiter verwunderlich ist, denn der Ton seiner Tweets ist unpersönlich, seine Nachrichten auf dem Kurznachrichtendienst gehen über offizielle Verlautbarungen kaum hinaus. Es fehlt ein echter Dialog zwischen Bürgern und Präsident. Die ukrainischen Politiker können aber nicht umhin, den Umgang mit dem Internet zu intensivieren, denn die ukrainische Internetgemeinschaft wächst stetig, empfahl focus.ua bereits im Jahr 2010.</p>
<h3>Facebook wird zur Online-Plattform für politische Kommunikation</h3>
<p>Doch seit 2013 ändert sich die Lage rasant. Facebook entwickelt sich zunehmend zur bevorzugten Online-Plattform für politische Kommunikation. Das gescheiterte Assoziierungsabkommen scheint die Internetgemeinschaft zusammengeschweißt zu haben. Erst am 21. November 2013 gegründet, verzeichnet die Facebook-Seite <a href="https://www.facebook.com/EuroMaydan">EuroMaydan</a>, benannt nach dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum Kiews, wo die Proteste stattfinden, nach knapp einem Monat 163.000 Fans und erreicht regelmäßig 155.000 Menschen. Täglich kommen knapp 1.200 neue Fans hinzu. Und auch die Facebook-Seite von <a href="https://www.facebook.com/YuliaTymoshenko">Julia Timoschenko</a> kann seit dem Beginn der Demonstrationen einen deutlichen Zuwachs verzeichnen.<br />
Laut <a href="http://www.socialbakers.com/facebook-statistics/ukraine">Facebook-Statistik</a> sind unter den ukrainischen Politikern, die Facebook als politische Kommunikationsplattform aktiv nutzen und über knapp 50.000 Fans verfügen, <a href="https://www.facebook.com/Tigipko">Serhij Tihipko</a>, der ehemalige Wirtschaftsminister und stellvertretende Premierminister, gefolgt von <a href="https://www.facebook.com/Nikolay.Azarov">Nikolaj Azarov</a>, dem Premierminister der Ukraine. <a href="http://www.socialbakers.com/facebook-pages/325342617543094/in-ukraine">Wiktor Janukowitsch</a> selbst hat nur etwa 4.000 Fans.</p>
<h3>Regierung behindert Online-Journale</h3>
<p>Doch die staatlichen Behörden sind auch erfolgreich darin, die Arbeit der regierungskritischen Online-Journale zu behindern. Nach dem Amtsantritt von Präsident Wiktor Janukowitsch hat sich die Position der Ukraine auf der Rangliste der Pressefreiheit, die <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung-im-detail/artikel/gipfel-der-oestlichen-partnerschaft-eu-muss-pressefreiheit-einfordern/">Reporter ohne Grenzen</a> (ROG) regelmäßig veröffentlichen, deutlich verschlechtert: von Platz 89 im Jahr 2009 auf Platz 126 im Jahr 2013. Einschüchterungsversuche richten sich inzwischen auch gegen die ROG-Vertreterin in der Ukraine, Oksana Romanjuk. Anfang Oktober stellten Hacker ihre E-Mail-Korrespondenz sowie die Inhalte ihrer privaten Festplatte ins Internet, berichtet ROG.<br />
Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen ruft die Europäische Union auf, ihr Augenmerk auf die mangelnde Pressefreiheit in der Ukraine zu richten, auch wenn der Abschluss eines Assoziierungsabkommens vorerst auf Eis liegt. „Es reicht nicht aus, dass die EU bessere Handelsbeziehungen und Justizreformen zur Bedingung für eine Annäherung macht. Ebenso stark muss sie sich für kritische Journalisten einsetzen, deren Arbeit in der Ukraine immer stärker behindert wird“, fordert ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.<br />
Am 15. Dezember gab der EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle <a href="https://twitter.com/StefanFuleEU/status/412159313747390464">per Twitter bekannt</a>, die Verhandlungen mit der Ukraine über das <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/assoziierungsabkommen-auf-eis">Assoziierungsabkommen</a> seien beendet, solange es keine klare Verpflichtung zur Unterschrift gebe. Die Proteste auf dem Maydan gehen derweil weiter und die Forderungen nach dem Rücktritt des Präsidenten werden immer lauter.<br />
&nbsp;<br />
Bild: Ivan Bandura (CC BY 2.0)<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/ukraine-vernetzung-im-namen-des-protests-135670/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8230;Dr. Jens Zimmermann (SPD) antwortet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dr-jens-zimmermann-spd-antwortet-135085/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/dr-jens-zimmermann-spd-antwortet-135085/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2013 14:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag. politik-digital.de fragt...]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de fragt]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Zimmermann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=135085</guid>

					<description><![CDATA[Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-134341" alt="politikdigital fragt3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen Sesseln. Bringen die neuen Abgeordneten auch frischen Wind für die Netzpolitik und eine digitale Gesellschaft mit? Diesmal antwortet: Dr. Jens Zimmermann (SPD).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie nutzen Sie das Internet für Ihre politische Arbeit?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann:</strong> Ich nutze das Netz sowohl als Konsument als auch als Produzent. Das Internet ist für mich eine der Hauptquellen zur Recherche und Informationssammlung. Gleichzeitig nutze ich alle Kanäle, um über meine eigene Arbeit zu informieren.<br />
<figure id="attachment_135086" aria-describedby="caption-attachment-135086" style="width: 217px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-135086    " style="font-size: 12px;line-height: 18px" alt="Jens-Zimmermann-Pressefoto2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jens-Zimmermann-Pressefoto2.jpg" width="217" height="274" /><figcaption id="caption-attachment-135086" class="wp-caption-text">Jens Zimmermann (*1981) hat die Politik in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater war über 20 Jahre Ortsvorsteher von Klein-Umstadt im Odenwald. Vom Schulsprecher und Mitglied der Juso-Hochschulgruppe wurde der promovierte Wirtschaftswissenshaftler 2002 stellvertretender Unterbezirksvorsitzender der Jusos und trat in die SPD ein. 2011 wurde er zum SPD-Fraktionsvorsitzenden in Groß-Umstadt und 2013 in den Bundestag gewählt.</figcaption></figure><br />
<strong>politik-d</strong><strong>igital.de:</strong> Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann: </strong>Vor allem durch möglichst kluge Wahl der Informationen, die ich online stelle. Außerdem betreibe ich teilweise verschiedene Profile (privat und öffentlich).<br />
<strong>politik-d</strong><strong>igital.de:</strong> Welche Bedeutung hat das Thema Netzpolitik für Sie? Wollen Sie sich in diesem Politikfeld engagieren?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann:  </strong>Die Netzpolitik ist eines der kommenden Politikfelder. Einerseits weil die Digitalisierung der Gesellschaft rasant fortschreitet, andererseits weil es noch sehr viel Gestaltungsspielraum gibt. Ich sehe die Netzpolitik vor allem auch als ein Generationenthema. Die &#8220;Digital Natives&#8221; fangen gerade erst an, die Politik zu erobern, dazu möchte ich gerne meinen Teil beitragen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität?<strong></strong><br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann: </strong>Ich halte die Netzneutralität für einen entscheidenden Faktor, das Internet so zu erhalten, wie wir es kennen. Deshalb brauchen wir auch eine entsprechende gesetzliche Verankerung.<br />
<strong></strong> <!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Ist Datenschutz für Sie eine staatliche oder eine individuelle Aufgabe? Inwieweit können oder müssen wir uns selbst schützen und wo muss der Staat eingreifen?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann: </strong>Der Staat kann sich beim Datenschutz nicht aus der Verantwortung stehlen. Wir sehen an der Dimension der NSA-Affäre, dass hier der Staat dringend aktiv werden muss. Aber natürlich stößt der Staat beim individuellen Nutzerverhalten an seine Grenzen. Wir alle müssen uns über den Umgang mit unseren Daten Gedanken machen und dem Thema im persönlichen Umgang mehr Aufmerksamkeit schenken.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Halten Sie die Vorratsdatenspeicherung für ein angemessenes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung? Wie würden Sie sie einschränken?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann: </strong>Ich verstehe die Position vieler Innenpolitiker und vor allem der Ermittler. Es ist frustrierend, wenn wegen fehlender Daten Kriminelle davonkommen. Aber diese Situation ist nicht neu. Wir kennen sie auch von der Videoüberwachung, der automatischen Kennzeichenüberprüfung usw. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch immer gemacht werden. Ich halte den Kompromiss einer stark eingeschränkten Nutzung für gangbar. Der Richtervorbehalt ist für mich dabei zentral. Ich verweise hier auf das Thema &#8220;großer Lauschangriff&#8221; und die dortigen Erfahrungen. Aber die Enthüllungen über NSA und GCHQ sollten uns eindeutig vor Augen führen, wohin Exzesse in diesem Bereich führen können. Deshalb bin ich sehr skeptisch.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Fragen müssen Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr dringend eine Antwort finden?<br />
<strong>Dr. Jens Zimmermann: </strong>Wie stellen wir einen echten flächendeckenden Breitbandausbau sicher? Das ist keine Frage der digitalen Boheme, aber in meinen Augen das Schlüsselthema. Gerade auf dem Land surfen viele Menschen noch auf Steinzeitniveau. Mich ärgert vor allem, dass eigentlich fast überall ein wirtschaftlicher Ausbau möglich wäre, dies aber daran scheitert, dass man einen Return on Investment von 3,5 Jahren erwartet. Andererseits werden kommunale Initiativen aus Angst vor Wettbewerb verzögert und behindert. So darf das nicht weitergehen!<br />
<strong></strong><!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/barockschloss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barockschloss</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a><br />
Porträt: (C) Jens Zimmermann, Fotograf: Andre Grohe<br />
<img decoding="async" style="font-size: 12px" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/dr-jens-zimmermann-spd-antwortet-135085/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8230;Christina Kampmann (SPD) antwortet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/christina-kampmann-spd-antwortet-134694/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/christina-kampmann-spd-antwortet-134694/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2013 13:52:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag. politik-digital.de fragt...]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de fragt]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Kampmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134694</guid>

					<description><![CDATA[Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-134341" alt="politikdigital fragt3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen Sesseln. Bringen die neuen Abgeordneten auch frischen Wind für die Netzpolitik und eine digitale Gesellschaft mit? Diesmal antwortet: Christina Kampmann (SPD).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie nutzen Sie das Internet für Ihre politische Arbeit?<br />
<strong>Christina Kampmann:</strong> Ich nutze das Internet sehr intensiv und auf vielfältige Weise für meine politische Arbeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Das Internet ist zum Beispiel unverzichtbar für mich, um Recherchen zu verschiedenen inhaltlichen Themen durchzuführen und mich über politische Themen zu informieren. Außerdem bin ich auch in den Sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel <a href="https://twitter.com/c_kampmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> und <a href="https://de-de.facebook.com/ChKampmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> aktiv.  Insbesondere Facebook nutze ich sehr intensiv, um die Bürgerinnen und Bürger aus meinem Wahlkreis über meine politische Arbeit in Berlin und Bielefeld zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Facebook benutze ich zudem, um der Netzöffentlichkeit eigene politische Statements oder Kommentare zu aktuellen politischen Themen aus meiner Sicht darzulegen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre?<br />
<figure id="attachment_134696" aria-describedby="caption-attachment-134696" style="width: 164px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait_Kampmann_Tipps.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-134696 " alt="Portrait_Kampmann_Tipps" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait_Kampmann_Tipps.jpg" width="164" height="217" /></a><figcaption id="caption-attachment-134696" class="wp-caption-text">Christina Kampmann (*1980) ist Diplom-Verwaltungswirtin und Europaexpertin. Sie arbeitete im Sozialamt der Stadt Bielefeld. Nach dem Studium der Politikwissenschaft trat sie  2006 den Jusos bei und 2007 in die SPD ein. Von 2010 bis 2012 war sie stellvertretende Vorsitzende der Jusos Ostwestfalen-Lippe. 2013 ist sie in den Bundestag eingezogen.</figcaption></figure><br />
<strong>Christina Kampmann: </strong>Streng vertrauliche Kommunikation läuft bei mir grundsätzlich nicht über das Internet. Die digitale Kommunikation über die Bundestagsrechner wird außerdem über die Verschlüsselungsmechanismen des Deutschen Bundestages geschützt.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche Bedeutung hat das Thema Netzpolitik für Sie? Wollen Sie sich in diesem Politikfeld engagieren?<br />
<strong>Christina Kampmann: </strong>Das Thema Netzpolitik mit seinen vielen verschiedenen Facetten interessiert mich sehr und bildet einen meiner politischen Schwerpunkte. Gerne würde ich mich in meiner Zeit hier im Bundestag weiter zu diesem Thema engagieren. Bereits vor meiner Zeit als Abgeordnete habe ich  für die Jusos im Arbeitskreis Vorrat mitgearbeitet und mich intensiv mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung beschäftigt. Während meines Studiums gehörten die Netzpolitik, Vorratsdatenspeicherung und Bürgerechte im Digitalen Zeitalter zu meinen Schwerpunkten. Andere mit diesem Politikfeld verwandte Themen wie etwa der digitale Wandel, der Breitbandausbau oder der Schutz der Privatsphäre interessieren mich ebenfalls sehr. Die Bedeutung der Netzpolitik und des Datenschutzes wird unter anderem durch den aktuellen NSA-Skandal weiter an Bedeutung gewinnen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität?<strong></strong><br />
<strong>Christina Kampmann: </strong>Das Internet muss ein Ort der freien und offenen Kommunikation bleiben. Um dies gewährleisten zu können, bin ich für die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich, auch im Rahmen der Koalitionsverhandlungen, seit längerer Zeit für eine gesetzliche Absicherung der Netzneutralität im Telekommunikationsgesetz ein. Eine grundsätzliche Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit bei der Durchleitung von Datenpaketen unabhängig von Inhalt, Dienst, Anwendung, Herkunft oder Ziel muss gewährleistet werden.<br />
<strong></strong> <!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Ist Datenschutz für Sie eine staatliche oder eine individuelle Aufgabe? Inwieweit können oder müssen wir uns selbst schützen und wo muss der Staat eingreifen?<br />
<strong>Christina Kampmann:</strong> Der Staat ist gefordert, die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger zu schützen und das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu gewährleisten. Jeder Einzelne sollte grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten bestimmen.  Weiterhin ist es die Aufgabe des Staates, die Kommunikation der Bürgerinnen und Bürger vor den Geheimdienstaktivitäten anderer Staaten zu schützen. Die Datensammelwut von Regierungsstellen im In- und Ausland, unter dem Deckmantel der Terrorabwehr, sehe ich deshalb kritisch.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Halten Sie die Vorratsdatenspeicherung für ein angemessenes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung? Wie würden Sie sie einschränken?<br />
<strong>Christina Kampmann: </strong>Ich lehne die anlasslose Speicherung von Daten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung nicht erst seit dem NSA-Skandal ab und sehe das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung hierdurch gefährdet. Ein Staat, der jeden Bürger potenziell verdächtigt, schadet der für eine Demokratie so wichtigen offenen und freien Kommunikation. Und wer tatsächlich eine Straftat plant, hat genug Möglichkeiten, um die Vorratsdatenspeicherung zu umgehen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Fragen müssen Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr dringend eine Antwort finden?<br />
<strong>Christina Kampmann: </strong>Es gibt viele netzpolitische Themen, auf die in den nächsten Jahren eine Antwort gefunden werden muss bzw. Reformen durchgeführt werden müssen. Zu diesen Themen zähle ich unter anderem die Frage nach der Vorratsdatenspeicherung, dem Breitbandausbau, dem Datenschutz in Verbindung mit dem Schutz der Privatsphäre und der staatlichen Telekommunikationsüberwachung. Oben auf der politischen Agenda werden auch Themen wie etwa die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität und die Transparenz staatlichen Wissens durch Open-Data-Projekte stehen.<br />
<strong></strong><!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/barockschloss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barockschloss</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a><br />
Porträt: (C) Christina Kampmann, Fotograf: <a href="http://www.veitmette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veit Mette</a><br />
<img decoding="async" style="font-size: 12px" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/christina-kampmann-spd-antwortet-134694/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8230;Dr. Birgit Malecha-Nissen (SPD) antwortet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dr-birgit-malecha-nissen-spd-antwortet-2-134496/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/dr-birgit-malecha-nissen-spd-antwortet-2-134496/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2013 15:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag. politik-digital.de fragt...]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de fragt]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Birgit Malecha-Nissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134496</guid>

					<description><![CDATA[Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-134341" alt="politikdigital fragt3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen Sesseln. Bringen die neuen Abgeordneten auch frischen Wind für die Netzpolitik und eine digitale Gesellschaft mit? Wir wollen es herausfinden und stellen in unserer Reihe einige der neuen MdBs vor. Wir fragten sie nach der Nutzung des Internets in ihrer politischen Arbeit und ihrem Interesse an netzpolitischen Themen. Diesmal antwortet: Dr. Birgit Malecha-Nissen (SPD).</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wie nutzen Sie das Internet für Ihre politische Arbeit?</p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen:</strong> Das Internet ist für meine politische Arbeit unerlässlich. Meine Mitarbeiter_innen und ich nutzen es jeden Tag, um Informationen oder Ansprechpartner_innen für Themen zu recherchieren. Umgekehrt stelle ich über meine <a href="http://www.malecha-nissen.de/bmn/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> und via <a href="https://www.facebook.com/malechanissen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> Interessierten Informationen zur Verfügung. Die Kommunikation per E-Mail ist ebenfalls alltäglicher Teil meiner Arbeit.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre?</p>
<figure id="attachment_134499" aria-describedby="caption-attachment-134499" style="width: 183px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Birgit-Malecha-Nissen_klein-1.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-134499  " alt="Birgit Malecha-Nissen_klein (1)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Birgit-Malecha-Nissen_klein-1.jpg" width="183" height="244" /></a><figcaption id="caption-attachment-134499" class="wp-caption-text">Dr. Birgit Malecha-Nissen (*1958) ist studierte Geologin. Sie promovierte am GEOMAR-Forschungszentrum in Kiel. Als Geschäftsführerin eines Planungsbüros für Energietechnik ist sie von der regenerativen Energiegewinnung überzeugt. Daher lautet ihr Motto: „Mit Energie in die Zukunft!&#8221; Dieses Jahr hat Dr. Malecha-Nissen es in den Bundestag geschafft.</figcaption></figure>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen: </strong>Anders als bei vielen privaten User_innen ist mein Facebookprofil als Politikerin öffentlich zugänglich. Was meine Homepage und meine Rechner angeht, so wende ich die gängigen Standards an. Meine Mitarbeiter_innen und ich versuchen, uns über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Bedeutung hat das Thema Netzpolitik für Sie? Wollen Sie sich in diesem Politikfeld engagieren?</p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen: </strong>Die Schwerpunkte meiner politischen Arbeit werden nach dem jetzigen Stand der Dinge in den Bereichen Verkehrs- und Wohnungsbaupolitik sowie in der Energiepolitik liegen. Das Thema Netzpolitik werde ich zwar mit Interesse verfolgen, vertraue aber darauf, dass die Fachpolitiker_innen in unserer Fraktion mit ihrem Sachverstand das Thema voranbringen.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität?<strong></strong></p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen:</strong> Die Netzneutralität muss unbedingt gesetzlich verankert werden. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte im Juni dieses Jahres dazu bereits einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht. An diesem Thema müssen wir dranbleiben.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Ist Datenschutz für Sie eine staatliche oder eine individuelle Aufgabe? Inwieweit können oder müssen wir uns selbst schützen und wo muss der Staat eingreifen?</p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen:</strong>  Natürlich sollte man mit seinen Daten im Internet sorgsam umgehen und die bestehenden Möglichkeiten des Datenschutzes nutzen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass die grundsätzliche Verantwortung für den Datenschutz der Bürgerinnen und Bürger beim Staat liegt. Dieser Verantwortung ist die schwarz-gelbe Bundesregierung in den vergangenen vier Jahren leider nicht gerecht geworden, weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene. Die zukünftige Bundesregierung muss sich dieses wichtigen Themas annehmen.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Halten Sie die Vorratsdatenspeicherung für ein angemessenes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung? Wie würden Sie sie einschränken?</p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen:</strong> Ich stehe der verdachtsunabhängigen, anlasslosen Vorratsdatenspeicherung kritisch gegenüber. Einige Gutachten belegen, dass Vorratsdatenspeicherung nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Aufklärungsquote führt. Der Zweck der Aufklärung bzw. Verhinderung von Straftaten und das Mittel der verdachtsunabhängigen, anlasslosen Speicherung von persönlichen Telekommunikationsdaten aller Bürgerinnen und Bürger scheinen mir dementsprechend in einem Missverhältnis zu stehen.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Fragen müssen Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr dringend eine Antwort finden?</p>
<p><strong>Dr. Birgit Malecha-Nissen:</strong> Neben den bereits von Ihnen angesprochenen wichtigen Themen Netzneutralität, Datenschutz und Vorratsdatenspeicherung liegt mir persönlich ganz besonders der Breitbandausbau am Herzen, für den ich mich auch schon im Wahlkampf ausgesprochen habe. Nicht nur in Schleswig-Holstein, wo ich herkomme, sondern in ganz Deutschland gibt es noch viel zu viele „weiße Flecken“, in denen es kein schnelles Internet gibt. Das ist schlecht für die Kommunen in diesen Gebieten, weil Unternehmen wegziehen oder sich gar nicht erst ansiedeln. Und es ist schlecht für die privaten Internetsurfer, die viele datenintensive Angebote schlichtweg nicht nutzen können.</p>
<p>Zugang zum schnellen Internet gehört für mich zur Daseinsvorsorge in der Informationsgesellschaft. Dies hat die schwarz-gelbe Bundesregierung in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt. Für die neue Bundesregierung gibt es da noch ordentlich zu tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/barockschloss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barockschloss</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<p>Porträt: (C) Dr. Birgit Malecha-Nissen (Fotograf: Florian Jänicke)</p>
<p><img decoding="async" style="font-size: 12px" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/dr-birgit-malecha-nissen-spd-antwortet-2-134496/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8230;Dr. Anja Weisgerber (CSU) antwortet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dr-anja-weisgerber-csu-antwortet-134382/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/dr-anja-weisgerber-csu-antwortet-134382/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2013 14:03:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag. politik-digital.de fragt...]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de fragt]]></category>
		<category><![CDATA[Anja Weisberger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134382</guid>

					<description><![CDATA[Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-134341" alt="politikdigital fragt3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen Sesseln. Bringen die neuen Abgeordneten auch frischen Wind für die Netzpolitik und eine digitale Gesellschaft mit? Wir wollen es herausfinden und stellen in unserer Reihe einige der neuen MdBs vor. Wir fragten sie nach der Nutzung des Internets in ihrer politischen Arbeit und ihrem Interesse an netzpolitischen Themen. Diesmal antwortet: Dr. Anja Weisgerber (CSU).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie nutzen Sie das Internet für Ihre politische Arbeit?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Das Internet ist als Informationsquelle und Kommunikationsmittel heute nicht mehr wegzudenken. Das gilt natürlich auch für die politische Arbeit. Die Korrespondenz in meinem Abgeordnetenbüro läuft zu einem sehr großen Teil über E-Mail. Über meine <a href="http://www.europa.anja-weisgerber.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> und meine <a href="https://www.facebook.com/anjaweisgerber" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seite</a> können sich die Bürger über meine politische Arbeit informieren.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre?<br />
<figure id="attachment_134384" aria-describedby="caption-attachment-134384" style="width: 165px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weisgerber-anja_2013-C-Peter-Leutsch_klein.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-134384  " alt="weisgerber anja_2013- (C) Peter Leutsch_klein" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weisgerber-anja_2013-C-Peter-Leutsch_klein-305x457.jpg" width="165" height="247" /></a><figcaption id="caption-attachment-134384" class="wp-caption-text">Dr. Anja Weisgerber (*1976) ist promovierte Juristin aus Unterfranken und mehrfache bayerische Tennismeisterin. Mit 19 Jahren trat sie der Jungen Union bei und vertrat die CSU seit 2004 im Europäischen Parlament. Als Direktkandidatin zog sie nun dieses Jahr erstmals in den Bundestag ein.</figcaption></figure><br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Jeder muss sich überlegen, in welchem Umfang man persönliche Daten und Fakten im Netz offen legen will. Sind die Daten erst einmal im Netz, gibt es kein Zurück.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche Bedeutung hat das Thema Netzpolitik für Sie? Wollen Sie sich in diesem Politikfeld engagieren?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Aufgrund der Bedeutung des Internets ist die Netzpolitik ein wichtiges Politikfeld. Im Augenblick ist allerdings noch nicht klar, in welchen Ausschüssen ich Mitglied sein werde.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Es wird eine Gesetzesvorlage zur Netzneutralität geben. Das wurde bei den Koalitionsverhandlungen beschlossen. Jetzt muss noch die genaue Ausgestaltung diskutiert werden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Ist Datenschutz für Sie eine staatliche oder eine individuelle Aufgabe? Inwieweit können oder müssen wir uns selbst schützen und wo muss der Staat eingreifen?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Datenschutz funktioniert nur, wenn es einen vernünftigen gesetzlichen Rahmen gibt. Wir brauchen zunächst eine europäische Regelung, die von Abkommen mit Drittstaaten flankiert wird. Aber auch jeder einzelne Bürger trägt eine Verantwortung bei der Auswahl der Anbieter und der Verwendung seiner Daten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Halten Sie die Vorratsdatenspeicherung für ein angemessenes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung? Wie würden Sie sie einschränken?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Meiner Ansicht nach kann die Vorratsdatenspeicherung zur Bekämpfung von Kriminalität beitragen. Es muss allerdings über die Speicherungsdauer diskutiert werden. Deshalb spricht Innenminister Friedrich von &#8220;Mindestspeicherfrist&#8221;.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Fragen müssen Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr dringend eine Antwort finden?<br />
<strong>Dr. Anja Weisgerber:</strong> Da ich neun Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments war, haben die rasche Verabschiedung der neuen Datenschutzregeln und deren Umsetzung für mich Priorität, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Anlässe.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/barockschloss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barockschloss</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a>,<br />
Porträt: (C) Peter Leutsch<br />
Text:</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/dr-anja-weisgerber-csu-antwortet-134382/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die russische Regierung hat den Informationskrieg im Internet verloren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-russische-regierung-hat-den-informationskrieg-im-internet-verloren-134079/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/die-russische-regierung-hat-den-informationskrieg-im-internet-verloren-134079/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2013 15:41:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[eDemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Vladimir Putin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Opposition]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Alexej Nawalny]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermeisterwahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134079</guid>

					<description><![CDATA[Unter Führung von Alexej Nawalny, dem Sprecher der russischen Opposition, demonstrierten am Sonntag tausende Regierungsgegner auf den Straßen von Moskau. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Russland.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134149" alt="Russland" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Russland.jpg" width="640" height="427" /></a>Unter Führung von Alexej Nawalny, dem Sprecher der russischen Opposition, demonstrierten am Sonntag tausende Regierungsgegner auf den Straßen von Moskau. Sie forderten die Freilassung von politischen Gefangenen, der Punkband Pussy Riot und der Umweltschützer von Greenpeace. Für die Opposition gibt es nur sehr begrenzte Möglichkeiten, breite Massen zu erreichen, zumal das russische Fernsehen durch die Regierung kontrolliert wird. Das ist einer der Gründe, warum die Opposition in Russland sich seit Längerem im Internet formiert<b>.  </b><br />
Die Proteste der russischen Opposition nach Wahlen sind mittlerweile zur Tradition geworden: 2011 nach den Parlamentswahlen, 2012 nach den Präsidentschaftswahlen und im September 2013 nach der Bürgermeisterwahl für Moskau. Die letzte Demonstration hat am vergangenen Sonntag stattgefunden. Neuwahlen bewirkten die Proteste der vergangenen Jahre jedoch nicht, dafür 400 neue politische Gefangene und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Kann man also sagen, die Opposition in Russland ist gescheitert?<br />
Klaus Segbers ist Professor für Internationale Beziehungen und Osteuropastudien an der Freien Universität Berlin und Gründer des „Center for Global Politics“, er meint nein: „Es wäre nicht richtig, zu sagen, dass die Opposition nichts erreicht hat“. Es habe in jedem Fall innerhalb und außerhalb Russlands eine sehr viel stärkere Aufmerksamkeit in den Medien gegeben, damit habe man schon mal „etwas erreicht“. Und es gab das denkwürdige Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl in Moskau, bei der Oppositionsführer Nawalny 27 Prozent der Stimmen erhalten hat. „So etwas haben wir im putinischen Russland sehr selten, wenn überhaupt, gesehen.“, erklärt Klaus Segbers. Die Opposition stelle für die gegenwärtige Regierung zwar vielleicht keine systeminterne oder eine systemexterne ernste Herausforderung dar, sie sei aber auch nicht zu schwach, um das Regime zumindest in eine gewisse Unsicherheit zu versetzen.</p>
<h3>Das seltsame politische System Russlands</h3>
<p>In Russland herrscht ein hybrides Regime, ein Mischsystem, das Züge einer Demokratie mit denen einer Autokratie verbindet. Hier laufen Wahlen teilweise offen und fair ab, teilweise sind sie gesteuert. Das Problem in solchen Regimen sei es, so Segbers, aber vor allem, dass die Parteien vor den Wahlen keinen Zugang zu den Medien bekommen, um die Bevölkerung mit ihren Ideen und Positionen vertraut zu machen. Daher haben die oppositionellen Parteien eine pragmatische Lösung gefunden: Das Internet bietet ein großes, breites Spektrum und operiere relativ frei. „Das ist sicherlich das Medium, in dem die Oppositionsströmungen und- stimmen am ehesten Gehör finden mithilfe ihrer Netzwerke“.<br />
Vor jeder anstehenden Demonstration kursieren Aufrufe zur Teilnahme in den sozialen Netzwerken, auf Facebook, <a href="http://vk.com/">VKontakte.ru</a>, <a href="http://www.odnoklassniki.ru/">Odnoklassniki.ru</a>, aber auch in Navalnys <a href="http://navalny.livejournal.com/">Livejournal</a>, das Regierungsgegner aktiv nutzen, sowie auf privaten Bloggerseiten. Die User werden aufgefordert, die Meldungen zu teilen und zu verbreiten. Obwohl der Opposition der Zugang zu den meisten relevanten Fernseh- und Radiosendern verwehrt bleibt, schafft sie es mithilfe des Internets dennoch, mehrere tausende Menschen auf die Straßen zu bringen.<br />
Der amerikanische Politikexperte Sam Greene konstatierte sogar 2011 in einem Interview mit dem US-Auslandssender <a href="http://inotv.rt.com/2012-01-26/Rossijskoe-pravitelstvo-proigrivaet-oppozicii-v">Voice of America</a>, die russische Regierung habe den Informationskrieg im Internet verloren, denn der Opposition gelinge es, das Internet effektiv zur Mobilisierung der Menschen und Finanzierung von Demonstrationen zu nutzen. Das gilt bis heute und beschreibt die Situation im Jahr 2013 sogar noch besser, bestätigt Segbers.<br />
Nach Angaben der Internet-Zeitung „<a href="http://www.bizhit.ru/index/users_count/0-151">Bizhit.ru</a>“ (Business &amp; Internet) nutzten im vergangenen Jahr ca. 50 Millionen Russen täglich das Internet. Damit rangiert Russland auf dem ersten Platz in Europa und überholte sogar Deutschland. Der russische Abgeordnete und Leiter des Wahlkampfteams von Oppostionsführer Nawalny, Leonid Volkov, war einer der ersten, der dieses Potenzial erkannte und im Jahr 2011 zusammen mit vier ehrenamtlichen Programmieren die Plattform <a href="http://www.democratia2.ru">„Demokratie-2“</a> ins Leben rief.  „Demokratie-2“ gibt den Bürgern die Möglichkeit, ihre Meinung frei zu äußern und Gleichgesinnte zu finden“, erklärte Leonid Volkov nach der Gründung der Online-Plattform 2011 der russischen Tageszeitung  <a href="http://www.vedomosti.ru/opinion/news/1388102/gorizontal_vlasti">Vedemosti</a>.<br />
Dabei schließen die Gründer der Plattform eine Beteiligung von Regierungsvertretern der Partei Einiges Russland nicht aus. Im Gegenteil, sie seien eingeladen, sich mit den systemkritischen Parteien auszutauschen. „Wenn die Regierungsvertreter daran nicht teilnehmen, werden wir auch ohne sie ganz gut klar kommen. Dann brauchen sie sich aber nicht wundern, wenn sich hinter der Fassade des öffentlichen Schweigens eine vielschichtige zivile Macht herausbildet.“</p>
<h3>Das Internet als Mittel der Politikgestaltung</h3>
<p>In den vergangenen zwei bis drei Jahren sind weitere Online-Plattformen der Regierungsgegner entstanden: Die virtuelle Republik <a href="https://alterrussia.ru/">„Alter Russia“</a> wurde 2011 gegründet als eine demokratische Plattform für Debatten und Initiativen der Bürger. Hier gibt es keine politische Zensur und die Regeln der Politik-„Correctness“ müssen nicht eingehalten werden. Jeder registrierte Nutzer kann Gesetzesvorschläge bzw. Ergänzungen zu den vorhandenen Gesetzen der Russischen Föderation vorlegen. Die Vorschläge, für die sich die Mehrheit der Wähler entscheidet, bekommen den Status eines Gesetzes in der virtuellen Republik. Erklärtes Ziel der Gründer ist es, dass die zuständigen staatlichen Instanzen die „Gesetze“ aufgreifen werden.<br />
Auf der Plattform <a href="http://www.putinavotstavku.org/">„Putin muss gehen“</a> gründeten verschiedene Oppositionsführer 2011 das Projekt „Das politische Netz der direkten elektronischen Demokratie“. Im Rahmen dieses Projekts werden Unterschriften von Bürgern gesammelt, die die Ziele des Netzwerks teilen. Ihnen geht es um die Durchführung echter demokratischer Wahlen, die Errichtung eines demokratischen, sozialen Rechtsstaats und letztendlich um den Rücktritt Vladimir Putins. Die Zahl der Unterschriften, die den Rücktritt Vladimir Putins fordern, beläuft sich bisher auf 150.000.<br />
Doch die Regierung will sich die Möglichkeit, das Internet aktiv zur Politikgestaltung zu nutzen, nicht nehmen lassen, und hat ihre eigenen Plattformen etabliert. So zum Beispiel <a href="http://www.democrator.ru/">„Demokrator“</a>, die bereits 2010 gegründet wurde. Hier können sich die Bürger über soziale Probleme austauschen und ihre Anliegen an die Staatsorgane schicken.</p>
<h3>Die uneinige Opposition</h3>
<p>Unstrittig  aber bleibt, dass die Opposition im Internet bekannter ist und über eine stark entwickelte Bloggerszene verfügt. Präsident Wladimir Putin selbst hatte einst seine politischen Gegner als <a href="http://www.dradio.de/aktuell/1901001/">„Horde von Internetnutzern</a> ohne Programm und Führung“ kritisiert. Nicht ganz ohne Grund.<br />
Die oppositionellen Kräfte sind stark zerklüftet und alles andere als einig in ihren Zielen. Professor Segbers erklärt dieses Phänomen mit den großen Egos der oppositionellen Akteure: „Diesen Personen mit ihren stark entwickelten Egos fällt es viel leichter, jeweils eine eigene neue Organisation zu gründen, als in schon bestehenden Organisationen miteinander zu kooperieren. Das ist nicht nur ein Phänomen der Perestroika-Generation, sondern scheint auch auf die neuere Generation zuzutreffen, z.B. auf Xenia Sobchak und Alexej Nawalny“. Dabei brauche die Bevölkerung Alternativen, die nicht nur ein überzeugendes Programm haben, sondern auch ein „mediengängiges charismatisches Gesicht“, so Segbers. Und das gibt es seit einem Jahr.<br />
Um die zahlreichen oppositionellen Kräfte zusammenzubringen und die Proteste besser zu koordinieren, war die Idee entstanden, einen Koordinationsrat der Opposition zu gründen. Im März 2012 wurden die ersten demokratischen Wahlen im Internet organisiert. Es beteiligten sich 82.000 systemkritische Bürger daran und wählten aus 200 Kandidaten 45 Vertreter in den Koordinationsrat. Dieses Organ vertritt bis heute die Interessen der Opposition legitim nach außen und fordert nach wie vor die Durchführung von Neuwahlen sowie Wahl- und Gerichtsreformen. Der Blogger Alexej Nawalny wurde damals mit mehr als 43.000 Stimmen zum Wahlsieger gekrönt. Die Wähler sahen in ihm wohl denjenigen, der das Zeug hat, etwas zu verändern. Den erstaunlichen Erfolg mit 82.000 abgegebenen Stimmen aus aller Welt bezeichnete der amerikanische Journalist <a href="http://world.time.com/2012/10/23/russias-opposition-gets-its-act-together-electronically-for-now/">Simon Schuster</a> damals als das „wahrscheinlich größte Experiment auf dem Gebiet der Internet-Demokratie“.</p>
<h3>Nawalny oder Putin?</h3>
<p>Vorher hatte es in der politischen Arena in Russland kaum Persönlichkeiten mit Führungsambitionen gegeben, die breite Bevölkerungsmassen mitreißen konnten. Mit dem Auftreten von Alexej Nawalny scheint sich das geändert zu haben. Nawalny sei durchaus im Stande, mit Vladimir Putin Schritt zu halten. An rhetorischen Fähigkeiten und guter Medienausstrahlung mangele es ihm nicht, meint Segbers. Gleichzeitig habe Nawalny, genauso wie Putin, ein relativ breit aufgestelltes Programm und versuche sehr unterschiedliche Wählergruppen anzusprechen. Nawalny sei der erste Oppositionspolitiker, der zudem einen gewissen russischen Nationalismus und eine wenig freundliche Rhetorik gegenüber Emigranten aus Zentralasien bediene. Nawalny habe durchaus das Potenzial, sich zum Herausforderer Putins zu entwickeln, glaubt Segbers.<br />
Jedoch stand Nawalny bereits mehrere Male vor Gericht. Er wurde unter anderem der Veruntreuung <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-verurteilt-kreml-kritiker-nawalny-wegen-veruntreuung-a-911727.html">bezichtigt</a>. Heute ist er zwar auf Bewährung frei, doch könnte Nawalny nach einem entsprechenden Gerichtsurteil völlig von der politischen Bühne verdrängt werden, zumindest bis 2026, wie die Internet-Zeitung <a href="http://www.vedomosti.ru/politics/news/17941651/vybory-na-starosti-let#ixzz2ixFoJ9td">Vedomosti</a> berichtet. Nawalny selbst <a href="http://www.firstnews.ru/articles/navalnyy-otbilsya-dokazatelstvami-po-chernogorii/">bestreitet</a>, jemals gesetzeswidrig gehandelt zu haben.</p>
<h3>Die Lage der Opposition</h3>
<p>Nach der Wiederwahl Putins zum Präsidenten 2012 wurden das <a href="http://www.n-tv.de/politik/Putin-stutzt-die-Revolution-article6459101.html">Demonstrationsrecht</a> verschärft und <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Komplettueberwachung-Russischer-Geheimdienst-erhaelt-vollstaendige-Kontrolle-im-Internet-1982856.html">Internetkontrollen</a> ausgeweitet. Oppositionsführer müssen sich mit lästigen Gerichtsverhandlungen herumschlagen. Der Spielraum der Opposition verengt sich immer mehr. Doch das sei nur ein Teil des Problems, erklärt Professor Segbers: „Die Zivilgesellschaft muss sich durchsetzen. Wenn die Opposition in Russland es nicht schafft, sich ihre Rechte zu nehmen, dann ist sie offenbar nicht stark genug“. Das Problem liege also nicht nur darin, dass die Herrschenden die Macht nicht abgeben wollen, sondern ein Problem liege in der unzureichenden Reife und Entwicklung der Gesellschaft.<br />
Doch Fakt ist auch, dass die Mehrheit der russischen Bevölkerung für eine dritte Amtszeit Putins stimmte. <a href="http://www.dw.de/putin-verliert-an-zustimmung-in-russland/a-16784741">Laut Umfragen</a> verliert er allerdings mehr und mehr an Zustimmung unter seinen Wählern. Denn es gebe dringenden Reformbedarf in Russland, so Segbers. Der russische Präsident wird in Zukunft wohl auch unpopuläre Entscheidungen treffen müssen: Reformen bei der Rente, beim Militär und beim Haushalt können nicht länger hinausgezögert werden. Hinzu kommt, dass aufstrebende Fachkräfte in der Verwaltung und in Großkonzernen rasant aufsteigen, aber ihr Potenzial bislang nicht ausschöpfen können, da die alten Oligarchen die Türen verschlossen halten. Sollte sich Putin hier nicht eiligst einmischen, könnten die erfolgreichen Fachleute von heute zu einer sehr starken und siegreichen Opposition von morgen werden.<br />
&nbsp;<br />
Bild: Valya Egorshin ( CC BY 2.0 )<span style="font-size: 14px;padding-left: 2px">  </span><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/die-russische-regierung-hat-den-informationskrieg-im-internet-verloren-134079/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Entwurf ist noch lange kein Gesetz. Bleiben die EU-Datenschutzreformen auf der Strecke?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ein-entwurf-ist-noch-lange-kein-gesetz-bleiben-die-eu-datenschutzreformen-auf-der-strecke-133917/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ein-entwurf-ist-noch-lange-kein-gesetz-bleiben-die-eu-datenschutzreformen-auf-der-strecke-133917/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2013 11:47:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucher]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=133917</guid>

					<description><![CDATA[Die geplanten EU-Datenschutzreformen werden von Datenschützern, Politikern und Unternehmen unterschiedlich aufgefasst. Trotz einigen verbesserungswürdigen Punkten kann und darf man auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133926" alt="Facebook" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook1.jpg" width="640" height="280" /></a>Die geplanten EU-Datenschutzreformen werden von Datenschützern, Politikern und Unternehmen unterschiedlich aufgefasst. Trotz einigen verbesserungswürdigen Punkten kann und darf man auf die EU-Datenschutzverordnung nicht verzichten.<b><br />
</b><br />
Es ist ein <a href="http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42965/grafik-gesetzgebung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">langwieriges Verfahren</a>, wenn Entwürfe oder Gesetze im Europäischen Parlament verabschiedet werden. Bevor ein Gesetz zustande kommt, müssen viele Zwischeninstanzen durchlaufen werden: Verschiedene Ausschüsse stimmen zunächst über die Gesetzentwürfe ab. Danach ist der sogenannte Trilog an der Reihe. Gemeint sind die drei EU-Institutionen: die Europäische Kommission, der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament. Die Europäische Kommission übernimmt dabei die Rolle des Moderators.  Wenn der EU-Minsterrat die Gesetzesvorschläge ablehnt, schaltet sich der Vermittlungsausschuss ein, und der ganze Gesetzgebungsprozess verzögert sich weiter.<br />
Am 21. Oktober 2013, nach langen hartnäckigen Verhandlungen, stimmte der Innenausschuss des Europäischen Parlaments dem Entwurf zur Datenschutzreformen  zu. Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) gab damit grünes Licht für die Sichtung des Papiers durch den Ministerrat.<br />
Bei keinem anderen Gesetzesvorhaben hat es vorher jemals so viele Änderungsanträge gegeben wie bei der EU-Datenschutzverordnung, es waren <a href="http://www.janalbrecht.eu/themen/datenschutz-und-netzpolitik/alles-wichtige-zur-datenschutzreform.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3.133</a> an der Zahl. Das ist durchaus verständlich, schließlich handelt es sich hierbei um ein Gesetzesvorhaben, das über Jahrzehnte hinweg die Rechte der Internet-User und der IT-Industrie bestimmen soll.<br />
Strenge Regelungen können dabei nicht nur den Handlungsraum der Unternehmen beschränken, sondern sich auch auf ihren Jahresumsatz auswirken. Um das zu verhindern, betrieben große Unternehmen der IT-Industrie, wie Facebook, Google, Amazon und Yahoo eine starke Lobbyarbeit.<br />
Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung sorgt nun seit einigen Tagen für heiße Debatten unter Politikern, Datenschützern und Unternehmen. Die Meinungen und Bewertungen gehen dabei auseinander.</p>
<h3>Geheimdienste und Internet</h3>
<p>Die neue Datenschutzverordnung regelt nach wie vor nicht die Arbeit von Geheimdiensten. Dafür tragen laut EU-Vertrag allein die Mitgliedstaaten die Verantwortung. Allerdings konnte die Verordnung an einer anderen Stelle eine Regelung finden: Unternehmen dürfen den Geheimdiensten nicht aktiv oder passiv Zugriff auf die Daten der Nutzer erlauben. Haben sie dazu keine Erlaubnis, erwarte sie harte Strafen, betont der deutsche <a href="http://www.janalbrecht.eu/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Parlamentarier Jan Philipp Albrecht</a> von den Grünen in einem Interview mit politik-digital.de. Albrecht hatte bei der <a href="http://politik-digital.de/die-reform-des-europaeischen-datenschutzrechts-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausarbeitung</a> der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung mitgewirkt und sich besonders für das Recht auf Vergessenwerden im Internet eingesetzt. Auch schreckte der grüne Parlamentarier im EU-Parlament nicht davor zurück, sich mit Großkonzernen wie Facebook, Google oder Yahoo anzulegen.</p>
<h3>„Das Recht auf Vergessenwerden“</h3>
<p>Währenddessen konnten die Lobbyisten der IT-Industrie erreichen, dass „das Recht auf Vergessenwerden“ etwas abgeschwächt wird, so der Medienrechtler an der Hochschule der Medien in Stuttgart, <a href="http://www.hdm-stuttgart.de/view_news?ident=news20121207134630" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Tobias Keber</a>. Das Recht auf Vergessenwerden meint, dass einst im Internet gespeicherte Daten zu einer Person nicht dauerhaft zugänglich sein dürfen. Ursprünglich habe in dem Entwurf gestanden, dass Facebook beispielsweise auf Wunsch des Users nicht nur Bilder zu löschen hat, sondern auch dafür sorgen muss, dass Daten auch auf Webseiten Dritter gelöscht werden müssen. Das sei in dem jetzigen Entwurf „weichgespült“ worden, erklärt Keber. Demnach braucht sich Facebook nun nicht weiter darum kümmern, was mit den Daten noch passiert.</p>
<h3>Positive Bewertung der Datenschutzreformen</h3>
<p>So schlecht sei der Entwurf jedoch trotzdem nicht zu bewerten, meint Keber: „Man muss etwas realistisch bleiben. Letztlich müssen sich mehr oder weniger 28 Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Entwurf einigen. Und da kriegen sie nie das strengste Datenschutzgesetz hin, das überhaupt denkbar ist. Da geht es einfach um die Frage: Können wir ein Level erreichen, mit dem alle leben können? Man kann über einige Punkte natürlich streiten,  aber von der grundsätzlichen Maßrichtung her ist das der richtige Weg, um zu einem Konsens zu gelangen. “<br />
Eine positive Veränderung zum bislang gültigen Recht sieht Professor Keber auch im Rechtsmechanismus selbst. Bei dem Entwurf handelt es sich nämlich nicht mehr um eine Richtlinie, die von den 28 Mitgliedstaaten frei ausgelegt werden kann. Die Datenschutzgrundverordnung soll künftig direkt in den Mitgliedstaaten  als ein einheitliches Gesetz wirken.<br />
Die neue Datenschutzverordnung sei moderner als die alte Richtlinie aus dem Jahr 1995 und gehe in manchen Teilen auch sehr weit. Insbesondere beim Schadensersatz. Besteht ein Verstoß gegen den Datenschutz, müssen die Unternehmen demnächst mit fünf Prozent ihres Jahresumsatzes als Strafsumme rechnen. Das sind bei den großen Firmen Beträge in Höhe von mehreren Millionen Euro. „Das tut den Unternehmen richtig weh“, so Keber. Auch beinhalte die alte Datenschutzrichtlinie keine  aktuellen Themen wie die nutzerfreundliche Voreinstellung „privacy by default“ zugunsten der Privatsphäre. Solche Probleme hätten sich vor 15 Jahren noch gar nicht gestellt. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung hingegen thematisiert das Problem. „Sollte der Entwurf so verabschiedet werden, wie sie heute ist, dann wird Facebook gezwungen sein, seinen Dienst so anbieten, dass die datenschutzfreundlichen Einstellungen schon Voreinstellungen sind. Heute hingegen müssen sich die User aktiv um den Datenschutz ihrer Facebook-Konten kümmern.“</p>
<h3>Forderungen der Datenschützer berücksichtigt</h3>
<p>Auch der Abgeordnete Jan Philipp Albrecht weist auf die Vorteile hin, die der Entwurf mit sich bringt. Viele Forderungen der Datenschützer, unter anderem die Einwilligung der User zur Datenverarbeitung, eine starke Zweckbindung der Daten, das Recht auf Datenübertragbarkeit sowie die Einschränkung von „Scoring“ seien in dem Entwurf des Europäischen Parlaments definiert und würden darin sogar gestärkt, so Albrecht. „Scoring“ ist eine Auswertungstechnik, die <a href="https://netzpolitik.org/2008/was-ist-eigentlich-scoring/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anhand bestimmter Kriterien</a> potentielle Kunden für Unternehmen ausfindig machen kann.<br />
„Die Lage für Internetnutzerinnen und -nutzer würde sich mit dieser EU-Datenschutzverordnung dramatisch verbessern. Heute finden viele Datensammlungen statt, ohne dass grundlegende Informationspflichten und Verbraucherrechte beachtet werden. Das liegt vor allem daran, dass Unternehmen sich im Internet quasi aussuchen dürfen, an welches Recht in der Welt oder zumindest in Europa sie sich halten wollen. Natürlich suchen sie sich dabei eher die Länder aus, in denen der Datenschutz nicht so scharf geregelt und durchgesetzt wird. Das soll sich mit der EU-Verordnung ändern.“</p>
<h3>Hürden auf dem Weg zu Verabschiedung des Datenschutzgesetzes</h3>
<p>Laut <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-datenschutzverordnung-innenminister-friedrich-kritisiert-regeln-a-929196.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegle-Online</a> äußerte sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) jedoch trotz der offensichtlichen Verbesserungen negativ über die neue EU-Datenschutzgrundverordnung. Konkrete Argumente für seine Unzufriedenheit nennt Friedrich aber nicht. Jüngst plädierte er allerdings für eine vollumfängliche Klarnamenpflicht im Internet, obwohl das deutsche Recht den Nutzern die Möglichkeit gibt, im Internet anonym und pseudonym unterwegs sein zu können. Angesichts seiner früheren strengen Haltung gegenüber dem Datenschutz sorgte Friedrich durch seine Aussagen <a href="http://politik-digital.de/eu-datenschutzverordnung-bundesregierung-muss-verordnung-vorantreiben/">für Empörung und Skepsis.</a><br />
Jan Philipp Albrecht von den Grünen befürchtet, dass dadurch eine Verzögerung der Verabschiedung des EU-Datenschutzgesetzes erreicht werden soll. „Während  Länder wie Spanien, Polen und Österreich die baldige Verabschiedung der Verordnung fordern, bremst die Bundesregierung die bereits eineinhalb Jahre andauernden Verhandlungen immer wieder mit absurden Vorschlägen und Fragen aus.“<br />
Auch der Medienrechtler Keber äußerte seine Befürchtungen in diesem Zusammenhang: „Der Entwurf ist ein Entwurf und sein Inhalt kann modifiziert werden. Die Verabschiedung des EU-Datenschutzgesetzes, die im Mai nächsten Jahres ansteht, könnte sogar scheitern, wenn viele Mitgliedsstaaten dagegen sind.“ Keber nennt das Vereinigte Königreich als einen der schwierigen Verhandlungspartner. „Die Briten haben ein anderes Verständnis vom Datenschutz. Beim NSA-Skandal hat sich ja herausgestellt, dass nicht nur die USA, sondern auch die Briten geschnüffelt haben. Es könnte daher sein, dass sie sich dafür einsetzen, dass es nicht ganz so kommt, wie es momentan noch im Entwurf steht.“<br />
Wie auch immer die Verhandlungen zu den Datenschutzreformen ausgehen werden, Jan Philipp Albrecht gibt den Nutzern einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Niemals mehr personenbezogene Daten rausgeben, als absolut nötig und tatsächlich gewollt.“<br />
&nbsp;<br />
Bild:  Duncan Hull (CC BY 2.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/ein-entwurf-ist-noch-lange-kein-gesetz-bleiben-die-eu-datenschutzreformen-auf-der-strecke-133917/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sind unsere Daten die Rohstoffe des neuen Zeitalters? &#8211; Digitale Presseschau KW43</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sind-unsere-daten-die-rohstoffe-des-neuen-zeitalters-digitale-presseschau-kw43-133935/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/sind-unsere-daten-die-rohstoffe-des-neuen-zeitalters-digitale-presseschau-kw43-133935/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2013 16:14:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Spähaktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-War]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=133935</guid>

					<description><![CDATA[Mehr als eineinhalb Jahre beschäftigten sich die EU-Parlamentarier mit dem Entwurf zur EU-Datenschutzverordnung. Nach mühsamen und langwierigen Verhandlungen einigten sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als eineinhalb Jahre beschäftigten sich die EU-Parlamentarier mit dem Entwurf zur EU-Datenschutzverordnung. Nach mühsamen und langwierigen Verhandlungen einigten sie sich in dieser Woche auf einen Konsens.  Nun hätten sich die EU-Parlamentarier zufrieden zurücklehnen können, als sich herausstellte, dass die Telefonate der deutschen (und anderer) Spitzenpolitiker durch die NSA abgehört wurden. Jetzt wollen sie die Art der Zusammenarbeit mit den USA überdenken. Ob es im Zeitalter der Cyber-War möglich sein wird, die USA von Spähaktionen abzubringen, ist jedoch fraglich. Darüber und über andere Themen in der heutigen Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=7d4sDsC-x0U" title="ARD - ttt - Widerstand gegen den digitalen Überwachungsstaat - 20.10.2013" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/7d4sDsC-x0U?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Widerstand gegen den digitalen Überwachungsstaat<b><br />
</b><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/reform-der-datenschutzverordnung-eu-parlament-fordert-hoehere-strafen-1.1799357"><b>EU-Parlament fordert höhere Strafen</b></a><b>: </b>Am 21.Oktober 2013 einigte man sich im EU-Parlament auf den Entwurf zur EU-Datenschutzgrundverordnung. Mehr als 3000 Änderungsanträge prasselten vor der endgültigen Abstimmung auf das EU-Parlament nieder.  Dieses neue Dokument soll die Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995 ersetzen und setzt die Rechte der Internetnutzer und der Unternehmen über Jahrzehnte hinweg fest. Über die Wichtigkeit der neuen Datenschutzreformen sind sich nicht nur die Datenschützer bewusst, sondern auch Milliardenkonzerne wie Google oder Facebook. Sie befürchten allzu strenge Regeln, die für sie finanzielle Nachteile bringen könnten. Welche Konsequenzen die neue EU-Datenschutzgrundverordnung für die Betroffenen hat, fasst die <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/reform-der-datenschutzverordnung-eu-parlament-fordert-hoehere-strafen-1.1799357">„Süddeutsche Zeitung“</a> zusammen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/merkel-zweithandy-nicht-abhoersicher"><b>Merkels Zweithandy ist leicht abzuhören:</b></a><b> </b>Wie konnte Merkels Handy abgehört werden? Angela Merkel besitzt zwar ein abhörsicheres Gerät (Kryptohandy), allerdings reicht das noch nicht aus, um nicht bespitzelt zu werden. Solche Kryptohandys sind nicht nur teuer und kompliziert zu bedienen, die Nutzung dieser abhörsicheren Mobiltelefone setzt das Vorhandensein weiterer gleicher Handys voraus. Kryptohandys sind jedoch unter den Politikern nicht verbreitet und auch keine Pflicht. So kam es, dass Angela Merkel zu ihrem einfachen Zweithandy griff. Weitere Probleme mit den verschlüsselten Handys und Sicherheitsvorschriften erfahren sie <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/merkel-zweithandy-nicht-abhoersicher">im Artikel von Patrick Beuth für die „Zeit Online“</a>.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/swift-abkommen-usa-aussetzung"><b>EU-Parlament stimmt für Stopp des Swift-Abkommens mit den USA:</b></a><b> </b>Als Snowden mit den ersten Enthüllungen den NSA-Skandal entfachte, äußerte sich die  EU zunächst zurückhaltend und ging zumindest offiziell nicht von einer Überwachung der Politiker aus. Die derzeit  vermutete großflächige Bespitzelung der EU-Politiker durch die NSA sorgt jetzt für Empörung. Das EU-Parlament will nun Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht mehr vorkommt. Eine Möglichkeit wäre die USA zu brüskieren. Hierzu eignet sich das Swift-Abkommen (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication). Welche Möglichkeiten das Swift-Abkommen den USA eröffnet und warum die europäischen Bürger das wissen sollten, erfahren sie bei „<a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/swift-abkommen-usa-aussetzung">Zeit Online“.</a><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/das-googeln-der-anderen"><b>Das Googeln der Anderen</b></a><b>:  </b>Feministinnen haben sich gefragt, welches Bild wohl Google für die Frauen abgibt. Anhand realer Google-Suchanfragen konnte die UN-Organisation <a href="https://www.unwomen.de/">„UN Women“</a> veranschaulichen, dass  Frauen immer noch diskriminiert werden. Die Algorithmen durchsuchen Datenbanken, die sich durch häufige Angaben anderer User zusammensetzen. Schreibt man ein Wort in das Suchfenster von Google rein, erhält man sofort die dazu passenden Vorschläge. Die Untersuchung wurde für den englischsprachigen Raum durchgeführt. Allerdings sind die Resultate für Deutschland nicht weniger erschreckend. Was dabei rauskam, erfahren Sie in dem Artikel von Arwa Mahdawi im „Freitag.de“<br />
&nbsp;<br />
<a href="https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/170932/von-den-digitalen-medien-zur-computergesteuerten-infrastruktur"><b>Von den digitalen Medien zur computergesteuerten Infrastruktur</b></a><br />
In unserem Zeitalter ist es kaum noch möglich, die Nutzung von digitalen Medien zu vermeiden. Und warum auch? Schließlich helfen sie uns im Beruf und im Leben und sie machen uns Spaß. Diesen Umstand wissen die Unternehmen, der Staat und die Geheimdienste zu nutzen. Bei jeder Nutzung von digitalen Geräten, die miteinander vernetzt sind, schaffen wir eine feste Infrastruktur, die gegen uns gerichtet werden kann. Diese Infrastruktur wird von uns selbst finanziert, gepflegt und weiterentwickelt. Dafür kassieren die Unternehmen ihr Geld. Sich selbst ständig beschreiben, ohne es selbst zu wissen? Es klingt seltsam, aber wahr. Friedrich Krotz erklärt in seinem Beitrag für die Zentrale für Politische Bildung ausführlich, wie dies geschieht.<br />
&nbsp;<br />
<strong><a href="http://www.heute.de/Willkommen-im-Cyber-War-Frau-Merkel-30338186.html">Willkommen im Cyber-War, Frau Merkel</a></strong><br />
Nein. Es ist nicht die Terrorabwehr, der die USA zum Ausspähen treibt. Heute gilt derjenige als mächtig, der am besten informiert ist. Mithilfe von bestimmter Analysesoftware können die eingesammelten Informationen aus den Bereichen der Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär Prognosen und Tendenzen aufzeichnen. Wer über die Zukunftsentwicklungen Bescheid weiß, kontrolliert auch die Welt. Das Phänomen nennt sich Cyber-War. Diesen interessanten Aspekt behandelt  Elmar Theveßen in seinem Artikel für „Heute.de“<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/sind-unsere-daten-die-rohstoffe-des-neuen-zeitalters-digitale-presseschau-kw43-133935/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Datenschutzverordnung: &#034;Bundesregierung muss Verordnung vorantreiben&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-datenschutzverordnung-bundesregierung-muss-verordnung-vorantreiben-133823/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/eu-datenschutzverordnung-bundesregierung-muss-verordnung-vorantreiben-133823/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2013 14:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucher]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=133823</guid>

					<description><![CDATA[Nach langen Verhandlungen stimmte der Innenausschuss des EU-Parlaments (LIBE) am 21. Oktober 2013 dem Entwurf zur Datenschutzgrundverordnung zu. Welche Konsequenzen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if !mso]&gt;--></p>
<p class="MsoNormal"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Server-Center.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133824" alt="Server Center" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Server-Center.jpg" width="640" height="428" /></a><strong>Nach langen Verhandlungen stimmte der Innenausschuss des EU-Parlaments (LIBE) am 21. Oktober 2013 dem Entwurf zur Datenschutzgrundverordnung zu. Welche Konsequenzen die neuen Reformen für die Bürger haben und was sie noch für ihre Rechte tun können, erläutert Florian Glatzner vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Müssen die Bürger weiterhin intensiv um die Durchsetzung ihrer Rechte im Internet kämpfen oder hat die neue EU-Datenschutzverordnung ihnen diese Sorge abgenommen?</p>
<figure id="attachment_133825" aria-describedby="caption-attachment-133825" style="width: 155px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/florian-glatzner-presse.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-133825 " alt="florian-glatzner-presse" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/florian-glatzner-presse.jpg" width="155" height="214" /></a><figcaption id="caption-attachment-133825" class="wp-caption-text">Florian Glatzner studierte Politikwissenschaft in Münster. Er war beim FoeBuD e.V. tätig (seit 2012 <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage e.V.</a>) und arbeitete als Datenschutzberater und externer Datenschutzbeauftragter. Seit Anfang 2011 ist er Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband im Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“<a href="http://www.vzbv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</a> (vzbv) vertritt die Interessen der Verbraucher gegenüber Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.</figcaption></figure>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Als erstes müssen wir alle darum kämpfen, dass die Datenschutz-Grundverordnung überhaupt noch vor der Neuwahl des EU-Parlaments kommenden Mai beschlossen wird. Auch wenn auf EU-Ebene nicht das Diskontinuitätsprinzip gilt, würde sonst der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens in weite Ferne rücken. Daher ist nun der EU-Rat gefragt, schnell zu einer gemeinsamen Position zu kommen, um in die Verhandlungen mit dem EU-Parlament eintreten zu können.</p>
<p class="MsoNormal">Sollten die Regelungen aber, wie jetzt vom EU-Parlament abgestimmt, in Kraft treten, würde dies die Durchsetzung des Verbraucherdatenschutzes im Internet erleichtern. Beispielsweise sollen sich auch Unternehmen, die keinen Sitz in der EU haben, nach der Verordnung richten müssen, wenn sie sich mit Diensten oder Produkten an EU-Verbraucher wenden. Verbraucher sollen sich zukünftig mit Beschwerden an den Datenschutzbeauftragten bei ihnen vor Ort wenden können, wenn ein Unternehmen aus einem anderen Staat ihre Rechte verletzt. Zudem sollen Daten- und Verbraucherschutzorganisationen mit dem Recht ausgestattet werden, im Namen von Betroffenen gegen Datenschutzverstöße zu klagen. Dies entlastet die Aufsichtsbehörden und stärkt die Rechtsdurchsetzung der Verbraucher.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Falls der Entwurf immer noch verbesserungswürdig ist, ist es für Änderungen nun nicht mehr zu spät? Was können die Bürger diesbezüglich noch tun?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner:</strong> Im nächsten Schritt wird das EU-Parlament in die Verhandlungen mit dem EU-Rat eintreten, der die Mitgliedsstaaten vertritt. In diesen Verhandlungen kann der Rat noch weitere Verbesserungen einbringen. Wichtig wäre aber, dass sich der Rat schnell auf eine gemeinsame Position einigt, damit die Verhandlungen überhaupt starten können. An dieser Stelle ist nun vor allem die Bundesregierung gefragt, die im Rat eine starke Position hat. Sie muss die Verordnung vorantreiben.</p>
<p class="MsoNormal">Wir alle müssen daher unseren Volksvertretern – insbesondere von denen der zukünftigen Koalitionsparteien – klar machen, wie wichtig uns starke und durchsetzbare Datenschutzregelungen sind, die auch in absehbarer Zeit in Kraft treten.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de </b>Obwohl die Abstimmung im Mai geplant war, verzögerten offenbar u.a. Lobbyisten der IT-Industrie die Reformen um einige Monate und brachten ihre Vorschläge in den Entwurf ein. Haben sich die Lobbyisten und Großunternehmen Ihrer Einschätzung nach in den für sie relevanten Punkten durchsetzen können? Wenn ja, welche Punkte sind das?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Auch wenn der Entwurf in weiten Teilen zu begrüßen ist, gibt es doch einige Stellen, die uns zu schwach ausgefallen sind und an denen es noch Nachbesserungsbedarf gibt. So bleibt unklar, wann Unternehmen Daten wegen eines „berechtigten Interesses“ verarbeiten dürfen. Es fehlt an einer Definition oder einem Beispiel, wann ein „berechtigtes Interesse“ des Unternehmens das Interesse der Verbraucher an Privatheit überwiegt und die Datenverarbeitung damit gestattet sein soll. Die Entscheidung, welches Interesse überwiegt, darf von Unternehmen nicht ohne eine nachweisbar gewissenhafte Abwägung getroffen werden.</p>
<p class="MsoNormal">Die Regelungen zur Bildung von Verbraucherprofilen sehen nur noch das Recht vor, der Profilbildung zu widersprechen. Explizit nicht rechtens soll eine Profilbildung nur sein, wenn sie zur Diskriminierung verwendet oder alleine mit sensitiven Daten durchgeführt wird. Um dem Gefahrenpotential der Profilbildung aber angemessen gerecht zu werden, sollte der Verbraucher nur in Ausnahmefällen oder nach seiner expliziten Einwilligung einer Profilbildung unterworfen werden dürfen.</p>
<p class="MsoNormal">Außerdem muss der besonderen Schutzbedürftigkeit von Kindern Rechnung getragen und die Altersgrenze für die Einwilligung in die Datenverarbeitung heraufgesetzt werden. Das 13. Lebensjahr ist zu niedrig angesetzt. Hier ist es wichtig, dass Medienpädagogen und Datenschutzaufsichtsbehörden gemeinsam erforschen, ab welchem Alter es sinnvoll ist, dass Kinder in die Datenverarbeitung einwilligen.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Jan Philipp Albrecht von den Grünen und Christian Horchert vom Chaos Computer Club bewerteten den Entwurf als <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/eu-datenschutzreform-abstimmung-libe">überraschend positiv</a>. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-datenschutzverordnung-innenminister-friedrich-kritisiert-regeln-a-929196.html">Bundesinnenminister Friedrich</a> hingegen geht der Entwurf nicht weit genug. Worauf beruhen Ihrer Meinung nach die unterschiedlichen Einordnungen?</p>
<p><strong>Florian Glatzner: </strong>Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn leider lässt Herr Dr. Friedrich nicht erkennen, an welchen Stellen die Verordnung seiner Meinung nach nachgebessert werde müsste. Seine Aussage verwundert auch dahingehend, dass er selbst fast zwei Jahre Zeit hatte, im EU-Rat für die von ihm angemahnten Verbesserungen Sorge zu tragen. Wenn er also Verbesserungen notwendig hält, liegen diese in seiner Hand.</p>
<p class="MsoNormal">Was allerdings nicht passieren darf ist, dass der pauschale Verweis auf mögliche Verbesserungen dazu führt, dass die Datenschutz-Grundverordnung noch weiter verschoben wird. Schon im Jahr 2001 kam ein vom Bundesministerium des Innern in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Ergebnis, dass eine Modernisierung des Datenschutzrechts dringend notwendig sei. Hinsichtlich der Modernisierung ist seither nichts passiert, aber eine Überarbeitung der Regelungen ist inzwischen noch viel dringender geworden. Die Verbraucher können nicht noch weitere zwölf Jahre warten, bis sich die nächste Chance für eine Novelle des Datenschutzes ergibt.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Haben nicht in gewisser Weise auch die Internetnutzer selbst den aktuellen Datenschutz verschuldet &#8211; durch ihre Unkenntnis, unbegründetes Vertrauen in die Internet-Unternehmen und letztendlich durch ihre passive Haltung? Falls ja, welche Maßnahmen sollten dagegen unternommen werden?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Die Hauptverantwortung für die Fehlentwicklungen im Datenschutz bei den Verbrauchern zu suchen greift etwas zu kurz. Die technischen Systeme werden immer komplexer, die mit ihnen verbundenen Datenverarbeitungen immer schwerer zu überblicken. Verbraucher, die die neuen Produkte und Dienstleistungen nutzen, aber gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen, stehen derzeit vor einem Problem. Sie müssten Fachmann für die Einstellungsmöglichkeiten der verschiedenen sozialen Netzwerke oder die Tracking-Technologien der Internetwerbewirtschaft werden. Und sie müssen sich stets über neue technische Entwicklungen und Funktionen auf dem Laufenden halten. Vielen Menschen macht das Spaß, andere haben nicht die Fähigkeiten oder die (zeitlichen) Ressourcen, sich intensiv mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Sie wollen die neuen Technologien nutzen, die viele Möglichkeiten bieten und mit ihnen an der heutigen Gesellschaft Teil haben.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich liegt es in der Verantwortung des Verbrauchers, wie wichtig ihm der Datenschutz ist und er sollte die Freiheit haben, selbst zu bestimmen, was mit seinen Daten passiert. Eine höhere Transparenz und eine bessere Verbraucherbildung sind dafür wichtige Grundlagen. Aber er sollte trotzdem auch ein begründetes Vertrauen in die Wirtschaft haben können, dass mit seinen Daten verantwortungsvoll und nach seinen Wünschen umgegangen wird. Dafür sind allerdings klare gesetzliche Regelungen notwendig. Die Datenschutz-Grundverordnung bietet derzeit die große Chance, diese Regelungen zu schaffen.</p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bilder:  Beraldo Leal (CC BY 2.0), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/eu-datenschutzverordnung-bundesregierung-muss-verordnung-vorantreiben-133823/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
