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	<title>jschevitz &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Born in the USA &#8211; Wahlen im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jschevitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>von Jan Schevitz (Chicago) &#38; Steffen Wenzel
</b></span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Während die ganze USA auf die Präsidentschafts-<br />
Primaries schaut, um herauszufinden, für welchen Kandidaten
sie sich bei den Präsidentschaftswahlen im November entscheiden sollen, spielt sich im Hintergrund eine
wichtige Entwicklung ab, die die politische Landschaft Amerikas grundsätzlich verändern könnte.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>von Jan Schevitz (Chicago) &amp; Steffen Wenzel<br />
</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Während die ganze USA auf die Präsidentschafts-<br />
Primaries schaut, um herauszufinden, für welchen Kandidaten<br />
sie sich bei den Präsidentschaftswahlen im November entscheiden sollen, spielt sich im Hintergrund eine<br />
wichtige Entwicklung ab, die die politische Landschaft Amerikas grundsätzlich verändern könnte.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Zuge des E-Commerce Booms und der immer weiter ansteigenden Zahl von Internet Usern testen mehere<br />
Bundesstaaten Internetwahlsysteme, und am 11. März findet in Arizona die<br />
<a href="http://www.election.com/political/arizona/index.htm">erste offizielle Internetwahl </a>zu den<br />
&quot;Democratic Primaries&quot; statt. Besonders umstritten ist das Thema des &quot;Internetvotings&quot; jedoch nicht, obwohl<br />
die Frage wann und wie sich &quot;Internetvoting&quot; dursetzen in der Diskussion als sehr wichtig angesehen wird.<br />
Die virtuelle Stimmabgabe wird nämlich nicht nur das Wahllokal überflüssig machen, sondern könnte auch die<br />
Machtverhältnisse in der amerikanischen Politik auf  längere Zeit verändern. Denn zum einen ist es sehr<br />
wahrscheinlich, dass die Wahlbeteiligung, die derzeit bei unter 50% liegt, ansteigt und zum anderen können<br />
die multimedialen und interaktiven Möglichkeiten im Internet dem Wähler neue Einflußmöglichkeiten bieten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Zeitpunkt für die flächendeckende Einführung von &quot;Internetvoting&quot; hängt besonders von politischen und<br />
technischen Faktoren ab. Auf der technischen Seite stellen Sicherheit und Identitätsverifikation die grössten<br />
Probleme dar. Viele Amerikaner haben Angst, daß durch das Internet leicht ein Wahlbetrug stattfinden könnte.<br />
So könnten Hacker z.B. den Wahlserver &quot;cracken&quot;, das System zum Sturz bringen, das &quot;login&quot; der Wähler<br />
blockieren oder Tausende von ungültigen Stimmen abgeben. Hinzu kommt die Frage, wie man sicherstellen<br />
kann, daß die Person, die offiziell wählt auch diese Person wirklich ist. Theoretisch könnte dort auch andere<br />
Personen hinter dem Bildschirm sitzen. Wie groß diese Gefahren eigentlich sind, kann jedoch niemand<br />
einschätzen bevor die ersten Internetwahlen durchgeführt worden sind. Während die betreffenden Ausschüsse<br />
einiger Bundesstaaten die Technologie für noch nicht sicher genug halten, geben die Internetwahlfirmen an,<br />
die Technologie sei schon ausgereift, und würde das gegenwärtige Wahlsystem eher sicherer machen. Auf<br />
den ersten Blick handelt es sich hier um ein rein technisches Problem , jedoch zeigen sich in diesem auch<br />
schon die politischen Faktoren, die das Wählen im Internet zur Zeit noch zu einem Problem machen. Gerade<br />
die USA blockiert nämlich schon eine ganze Weile durch eine sehr rigide Kryptografiepolitik eine schnellere<br />
Entwicklung höherer Sicherheitsstandarts im Internet. Dies hängt damit zusammen, dass die<br />
Staatssicherheitsdienste durch sogenannte &quot;Hintertürchen&quot; jederzeit Eintritt in alle verschlüsselten<br />
Nachrichten haben, um eventuelle subversive bzw. staatsfeindliche Aktivitäten unterbinden zu können. Die<br />
Krux an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass dadurch schon längst technisch mögliche höhere<br />
Verschlüsselungsbitzahlen aus diesem Grund nicht angewendet werden können. In diesem Zusammenhang<br />
ist in den letzten Tagen auf Initiative der EU und Deutschlands aber eine erneute Diskussion angeregt worden,<br />
so dass anscheinend mittlerweile auch in den Köpfen der Amerikaner ein Umdenken stattfindet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiterer politischer Faktor zur Realisierung des &quot;Internetvoting&quot; ist die Frage des Internetzugangs. Im<br />
Moment haben knapp 50% aller Amerikaner Zugang zum Internet. Diese Zahl wird auch weiter ansteigen.<br />
Dennoch gehen die heutigen Prognosen davon aus, dass ab einem gewissen Punkt diese Wachstumrate<br />
jedoch stagnieren wird. Dementsprechend wird zur Zeit in den USA darüber diskutiert, ob es fair ist, einem<br />
Teil der Bevölkerung das Wählen grundsätzlich zu vereinfachen, während andere noch nach dem alten Brauch<br />
zum Wahllokal marschieren müssen. Die Sorge besteht vor allem darin, daß Minderheiten wie zum Beispiel<br />
Immigranten, Afro-Amerikaner und Hispanier, bei denen sowieso schon die Wahlbeteiligung unter dem<br />
Durchschnitt liegt, dadurch nicht noch mehr benachteiligt werden. Wie sich dieses Problem lösen wird,<br />
zeichnet sich noch nicht ab, denn die Diskussion darüber hat erst gerade begonnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Eine andere Frage ist natürlich, ob die politische Elite Amerikas überhaupt &quot;Internetvoting&quot; umsetzen möchte.<br />
Im Moment liegt die durchschnittliche Wahlbeteiligung bei unter 50%. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen<br />
lag die Wahlbeteiligung bei 46%, wobei die Beteiligung an lokalen Wahlen oft unter 30% liegt. Im ersten<br />
Moment müsste man meinen, alle Parteien würden sich über eine höhere Wahlbeteiligung freuen. Schaut man<br />
jedoch die Statistiken an, stellt sich heraus, daß eine höherere Wahlbeteiligung wahrscheinlich der &quot;Democratic Party&quot;<br />
helfen würde, der &quot;Republican Party&quot; aber schaden könnte. Die besser verdienenden Gesellschaftsschichten<br />
stellen einen überdurchschnittlich hohen Anteil der Wählerschaft Amerikas und gerade die schlechter<br />
verdienenden Schichten werden ihrem Bevölkerungsanteil innerhalb der Wahlgänger nicht gerecht. Ausserdem<br />
ist die Beteiligung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr gering. Durch die Einführung von<br />
&quot;Internetvoting&quot; könnte sich daher das demografische Bild der Wähler stark verändern. Zum Beispiel hat die<br />
Mehrheit der 18-25 Jährigen Internetzugang. Könnten diese über das Internet wählen, würde die Wahlbeteiligung<br />
bei dieser Bevölkerungsgruppe wahrscheinlich stark ansteigen. Dies könnte neue politische Themen in die<br />
Diskussion bringen, da politische Kandidaten bislang  relativ wenig um diese<br />
junge Wählerschaft werben mussten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiterer Grund für die<br />
Hoffnung durch Wahlen im Internet die Wahlbeteiligung anheben zu<br />
können, resultiert daraus, dass viele Büger den &quot;großen&quot; Zeitaufwand<br />
als eine der Hauptursachen für ihr nichtwählen angeben. Nach guter<br />
alter amerikanischer Tradition musste sich bislang der amerikanische<br />
Wähler an einem kalten Dienstag im November (die wichtigsten Wahlen<br />
finden immer an einem Dienstag im November statt) vor oder nach der<br />
Arbeit ins Wahllokal begeben, sich dort anstellen und dann wählen.<br />
Neben diesen praktischen Argumenten, die für &quot;Internetvoting&quot; sprechen,<br />
müssen aber auch noch andere Gesichtspunkte in der Diskussion<br />
berücksichtigt werden. Zum Beispiel ist es heutzutage relativ schwer,<br />
sich durch die Medien ein klares Bild über die einzelnen Positionen der<br />
verschiedenen Kandidaten zu verschaffen. Ausserdem passiert es oft, daß<br />
sich der Wähler im Wahllokal befindet und ihm die Hälfte der Kandidaten<br />
und Ämter unbekannt sind. Dieses Problem könnte &quot;Internetvoting&quot; leicht<br />
lösen, in dem auf der offiziellen Wahl-Webpage eine kurze<br />
Zusammenfassung über die Ämter und politischen Positionen der<br />
Kandidaten geboten würden, sowohl als auch ein Link zu der Webpage der<br />
KandidatInnen. (z.B. <ahref="http:> http://www.politics.com/candidates/candidates_frame.htm)<br />
Darüber hinaus könnten die Ton- und Bildoptionen des Internets den Analphabeten in den USA, deren Zahl im<br />
Moment bei knapp 20% liegt, helfen, stärker am Wahlprozess teilzunehmen. Das wohl interessanteste<br />
Thema, aber auch das am wenigsten diskutierte, ist die Frage, ob &quot;Internetvoting&quot; zu einer weiteren<br />
Demokratisierung des politischen Systems Amerikas führen wird. Theoretisch bietet das Internet der<br />
amerikanischen Demokratie die Möglichkeit sein Versprechen <i>&quot;a government for the people by the people&quot;<br />
</i>einzulösen und allen Bürgern ein Stimmrecht bei wichtigen politischen Fragen zu geben.<br />
Eine ernsthafte gesellschaftliche Diskussion über diese neuen Chancen der Internetdemokratie hat jedoch in<br />
der Bevölkerung noch nicht so recht begonnen.<br />
</ahref="http:></span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Auf den Websites<br />
<a href="http://www.internetvoting.com/">www.internetvoting.com</a> oder <a href="http://www.votehere.net/">www.votehere.net </a><br />
kann man eine &quot;Internetvoting&quot; Testversion ausprobieren.</span></p>
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