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	<title>jherbell &#8211; politik-digital</title>
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	<title>jherbell &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Liste aktueller Hacker-Attacken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/cyberwar-liste-shtml-2819/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jherbell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Informationssicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hackerattacke]]></category>
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					<description><![CDATA[Attacken von Kriegsanhängern:
                    ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Attacken von Kriegsanhängern:<br />
                    <br /><!--break-->27.3.:<br />
                    <a href="http://www.aljazeera.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.aljazeera.net</a>: zeigt das amerikanische Sternenbanner mit der Unterschrift: „Von einem Patrioten gehackt, die Freiheits-Cyber-Force-Miliz. Seine Menschen aus dem heiligen Land werden kommen, um euch vor Verzweiflung und Angst zu retten. Genau wie Er diese Site in meine Hände gegeben hat, um euch zu helfen und euch zu stärken, wird Er euch aus der bösen Gefangenschaft des dämonischen Killers Saddam befreien. Dieser Antichrist wird dem nicht standhalten können, unabhängig davon, wie viele Menschen ihn unterstützen.&#8221;<br />
                    <br />Der Domainname wurde laut al-Dschasira-Webmasters Salah al-Seddiqui &#8220;gekidnappt&#8221;. Die Internet-User wurden auf eine andere Seite umgeleitet, die zum Hosting-Dienst Vancouver in der US-Hauptstadt Washington gehörte.</p>
<p>23.2. Die Internetseite des irakischen<br />
                    <a href="http://www.iraqtv.ws/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satellitenfernsehens</a> wurde gekapert. Statt des angekündigten Live-Streams von Saddam Hussein gibt es wüste<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/irakprop.shtml">Beschimpfungen</a>. Die Seite heißt seitdem „Free Iraqi Web“ und enthält amerikanische Botschaften an das irakische Volk.</p>
<p>24./25.3. Auf der War Blog Seite Pax Salam sind anstatt Bildern des irakischen Volkes ein gefaktes Bild mit Bush und Hussein zu sehen. Der Hack sei allerdings laut einem Bericht bei<br />
                    <a href="http://www.wired.com/news/culture/0,1284,58206,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wired.com</a> nicht politisch motiviert, sondern das Werk des verärgerten Image-Hoster Taylor Suchan, der wegen der hohen Zugriffe auf Pax Salam für seine anderen Kunden nicht mehr ausreichend Kapazität übrig hatte. Die Seite Pax Salam ist inzwischen nicht mehr online.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Attacken von Kriegsgegnern:<br />
                    <br /></strong>19./20.03: Die als islamistisch geltende Cracker-Gruppe „Unix Security Guard“ hackt nach einem Bericht des Online-Magazins<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,241460,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spiegel.de</a> ca. 400 amerikanische Webseiten. Auf allen Seiten erscheint folgender Text in englischer und arabischer Sprache: &#8220;Dies ist der Beginn des Cyberwars, den wir versprochen haben. Mehr wird folgen, so wie die USA in der Welt tun, was sie wollen, werden wir mit dem Internet tun, was wir wollen. Stoppt die US-Terroristen, und wir werden damit aufhören. Viva Irak!&#8221;</p>
<p>18.03.: Defacer knacken laut einem Bericht des Online-Magazins<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,240717,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spiegel.de</a> die Seite der amerikanischen Diplomatenschule „American Academy of Diplomacy“ und versehen die Seite mit den wiederholten Schriftzug „No War“.<br />
                    <br />Intruders of Network hackten zuvor die Seite der amerikanischen Botschaft in Chile.</p>
<p>20.03.: Der Presseserver der National Security Agency (NSA) wird geknackt. Die Hacker wollten mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen den Irak-Krieg setzen. Brisantes Material haben sie nach einem Bericht des Online Magazins<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,241460,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spiegel.de</a> jedoch nicht erhalten<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Viren:</strong><br />
                    <br />Seit längerer Zeit verbreitet sich nach Informationen von<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/data/pab-20.03.03-000/default.shtml&amp;words=Ganda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise.de</a> der Ganda-Wurm; er lockt mit seltenen Informationen über den Irak und bietet einen Bildschirmschoner zum Download an, der geheime Sattelitenbilder aus dem Irak zeigen soll. Variationen sind Bildschirmschoner wahlweise mit pro-amerikanischen Motiven oder Nazi-Propaganda. Beim Herunterladen des Bildschirmschoners werden Systemdateien zerstört.</p>
<p>
                      
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 10.04.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/cyberwar-liste-shtml-2819/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich kann nur hoffen, dass die EU das fatale Bild von Uneinigkeit als Lehre für die Zukunft betrachtet.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_kann_nur_hoffen_dass_die_eu_das_fatale_bild_von_uneinigkeit_als_lehre_fuer_die_zukunft_betrac-311/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jherbell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Apr 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
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		<category><![CDATA[Margret Johansen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.ifsh.de/mitarbeiter/showProfile.php?sUserName=johannsen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mjohannsen.jpg" alt="Margret Johannsen" align="left" border="0" height="106" width="70" /></a></b><a href="http://www.ifsh.de/mitarbeiter/showProfile.php?sUserName=johannsen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Dr. 
Margret Johannsen</b></a><b>, wissenschaftliche Mitarbeiterin 
am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität 
Hamburg <a href="http://www.ifsh.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IFSH)</a>, </b><b>waram 
3. April 2003</b><b> zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.ifsh.de/mitarbeiter/showProfile.php?sUserName=johannsen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mjohannsen.jpg" alt="Margret Johannsen" align="left" border="0" height="106" width="70" /></a></b><a href="http://www.ifsh.de/mitarbeiter/showProfile.php?sUserName=johannsen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Dr.<br />
Margret Johannsen</b></a><b>, wissenschaftliche Mitarbeiterin<br />
am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität<br />
Hamburg <a href="http://www.ifsh.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IFSH)</a>, </b><b>waram<br />
3. April 2003</b><b> zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de.</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute begrüßen wir Frau Dr. Johannsen.<br />
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Friedensforschung<br />
und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Wir haben<br />
eine Stunde Zeit, Frau Johannsen sitzt in Hamburg. Sind Sie bereit und<br />
kann es losgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie waren kurz nach den Anschlägen am 11. September 2001 bereits<br />
bei uns im Chat. Sie sagten damals: &quot;Die UNO muss mit stärkeren<br />
Kompetenzen ausgestattet werden, die Entwicklungspolitik muss mit Konfliktpräventionsfähigkeiten<br />
ausgestattet werden. Zum Beispiel finanziert Deutschland Krisenpräventionen<br />
im Rahmen des Auswärtigen Amtes und des Entwicklungsministeriums<br />
mit 80 Millionen DM. Die Bundeswehr kostet 40 Milliarden &#8211; das ist ein<br />
enormes Missverhältnis.&quot; Jetzt sagte Außenminister Fischer,<br />
die Bundesregierung plane größere Verteidigungsausgaben, damit<br />
Europa international eine stärkere Rolle spielen könne. Ist<br />
das aus Ihrer Sicht ein sinnvoller Weg der Regierung Schröder zur<br />
Lösung internationaler Konflikte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Nein. Größere Verteidigungsausgaben sollten keine Priorität<br />
sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kritische_Stimme:</b><br />
Ohne Frage ist der Krieg im Irak schrecklich, allein schon wegen der zivilen<br />
Opfer. Aber ist es nicht auch moralisch verwerflich einen grausamen Diktator<br />
wie Hussein ungestört walten zu lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
In der Tat ist das ein Dilemma. Ich denke nur, dass man den Irak hätte<br />
eindämmen können und die Opposition unterstützen, so dass<br />
ein Regimewechsel von innen eine Chance gehabt hätte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wer hat Ihrer Meinung nach zu wenig für einen Regimewechsel getan?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich denke, es liegt auch am Versagen der arabischen Regime in der Region<br />
vor. Diese hätten mehr tun können, um diesen Krieg zu vermeiden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ralf2:</b><br />
Glauben Sie, dass die Unterstützung des Irakischen Volkes für<br />
Saddam Hussein echt ist, oder ist es nur eine antiamerikanische Haltung?<br />
Will das irakische Volk Freiheit und Demokratie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich denke, dass man augenblicklich Patriotismus beobachten kann. Das ist<br />
weniger Unterstützung für Saddam, als vielmehr die Auffassung,<br />
dass Irak den Irakern gehört.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MiriamS:</b><br />
Hätte das Regime die Chance auch genutzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich denke, man muss zugeben, dass auch Diktatoren sich manchmal sehr lange<br />
an der Macht halten können. In diesem Fall muss man abwägen.<br />
Wer sein ganzes Volk umbringt, den muss man daran hindern. Aber ein solcher<br />
Fall lag nicht vor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zur Rolle der UNO:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Janette:</b><br />
Die USA haben im Kalten Krieg die UNO geschaffen. Warum versuchen sie<br />
sie jetzt zu entwerten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Weil sie der Auffassung sind, dass sie ihre Interessen an der UNO vorbei<br />
besser realisieren können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JuliaB:</b><br />
Welche Reformen in der UNO sind nötig, damit die UNO wieder ein wirksames<br />
Instrument zur Wahrung des Friedens wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Eine ganze Reihe von Reformen wären nötig. Das Problem ist,<br />
dass eine fundamentale Reform gegen eine Veto-Macht nicht möglich<br />
ist. Darum kann man nur hoffen, dass die USA erfahren, dass sie viele<br />
Probleme, z. B. den Kampf gegen den Terrorismus, nicht alleine lösen<br />
können. Aber eine wichtige Reform wäre, der Weltorganisation<br />
die Aufsicht über verhängte Zwangsmaßnahmen zu übergeben.<br />
Aber auch hier: Gegen eine Veto-Macht ist auch dies nicht durchzusetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Leila23:</b><br />
Werden nicht langsam die USA mit ihrem unbegrenzten Hegemonialstreben<br />
bald zur größten Gefahr für den Frieden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:<br />
</b>Das könnte man so sehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angelika:</b><br />
Nach den Anschlägen am 11.9. auf das World Trade Center haben die<br />
USA besonnen reagiert und internationale Verbündete für den<br />
Kampf gegen den Terror gesucht. Warum jetzt dieser Alleingang?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Den 11.9 kann man in seiner Wirkung auf das Sicherheitsgefühl in<br />
den USA gar nicht überschätzen. In dem Moment, als die USA sahen,<br />
dass der Fall Irak in Europa anders beurteilt wird als in den USA, sahen<br />
sie sich veranlasst, einen Alleingang zu unternehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch mal zur Rolle der UN ein Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Leila23:</b><br />
Ist die UNO als Organ für die kollektive Sicherheit wertlos geworden?<br />
Sie scheint nur für humanitäre Maßnahmen angefordert zu<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Nein. Die UNO besteht ja nicht nur aus dem Sicherheitsrat. Ihre sozialen<br />
und entwicklungspolitischen Aufgaben sind im Sinne einer Präventionspolitik<br />
von großer Wichtigkeit. Außerdem: Der Sicherheitsrat war schon<br />
einmal während des Kalten Krieges blockiert. Das muss ja nicht so<br />
bleiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sehen Sie da echte Chancen der Veränderung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Augenblicklich nicht. Ich glaube aber, dass die vorige Administration<br />
in Washington diese Art von Alleingang nicht unternommen hätte. Und<br />
immerhin: Es gibt in den USA eine große Macht, die Öffentlichkeit.<br />
Mit ihnen, mit den kritischen Kräften muss man sich verbünden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Carlisle:</b><br />
Wie beurteilen Sie &#8211; ganz kurz &#8211; die Kluft zwischen tatsächlichem<br />
Geschehen und amerikanischer Berichterstattung derzeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Die Kluft ist riesig. Nur so lässt sich erklären, dass große<br />
Teile der Bevölkerung einen direkten Zusammenhang zwischen dem 11.9.<br />
und dem Irak unter Saddam sieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Mehrere Fragen zur Nachkriegssituation im Irak:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bndagent21:</b><br />
Ist es überhaupt Möglich, eine Demokratie nach unserem westlichen<br />
Verständnis in Irak zu etablieren? Und kann man die Ausgangsposition<br />
der mit Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg bezüglich der Einstellung<br />
zu Diktatoren überhaupt vergleichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich bin da sehr skeptisch. Mehrere Gründe. Die USA sind nach 1945<br />
in Deutschland rasch als „Überbringer der Demokratie“<br />
akzeptiert worden, weil die größere Gefahr im Osten gesehen<br />
wurde, und weil sie aus dem gleichen Kulturbereich herrühren. Das<br />
ist im Irak anders. Dort gelten sie als imperiale Großmacht, deren<br />
Message erst einmal abgelehnt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Hat die US-Regierung die Situation im Irak also falsch eingeschätzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Es scheint so, aber: Möglicherweise ist dies der US-Regierung egal.<br />
Man kann ja auch versuchen, neue Strukturen gegen den Willen der Bevölkerung<br />
zu implantieren. Immerhin: Das irakische Volk ist es ja gewöhnt,<br />
sich zu unterwerfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Julian:</b><br />
Ist nach einem Sieg der USA über Irak dauerhafter Frieden überhaupt<br />
realistisch. Was muss dafür getan werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich denke, dass man einiges tun kann. Erforderlich ist, dass sehr rasch<br />
eine legitime, irakische, und damit vom Volk akzeptierte eigene Regierung<br />
die politischen Geschäfte übernimmt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bndagent21:<br />
</b>Ist also die Gefahr vorhanden, dass lediglich eine &quot;Pseudo-Regierung&quot;<br />
wie in Afghanistan etabliert wird und Bagdad und die Ölfeder unter<br />
Kontrolle hat, der Rest des Landes jedoch im Chaos und Bürgerkrieg<br />
versinkt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:<br />
</b>Auszuschließen ist dies nicht. Aber: Ich glaube nicht daran.<br />
Dafür ist dies Land mit seinem enormen potenziellen Reichtum zu wichtig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>freeman:</b><br />
Wird &quot;Frieden im Irak&quot; nicht als wirtschaftspolitisches Instrument<br />
der Nationen missbraucht, die dort Aufträge für den Wiederaufbau<br />
bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ja, so ist die Welt. Aber: Wenn der Irak wieder aufgebaut wird und die<br />
Menschen eine Chance bekommen, ein würdiges Leben in Sicherheit zu<br />
führen, dann sollte man dies begrüßen, auch wenn andere<br />
daran verdienen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ralf2:</b><br />
Gesetzt den Fall, die Irakische Regierung wird ausgelöscht. Entsteht<br />
dann ein Machtvakuum oder werden die USA die Position einer Regierung<br />
einnehmen? Wenn ja, gibt das einen &quot;Aufstand des Volkes&quot; in<br />
den arabischen Ländern, weil die USA die Region politisch zu gestalten<br />
versuchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich vermute, dass die USA zunächst einmal eine Administration einsetzen<br />
werden, die sich entweder auf zivile oder militärische Macht stützt.<br />
Ich würde es für richtig halten, wenn der Sicherheitsrat einen<br />
Hohen Repräsentanten einsetzen würde, der eine irakische Zivilregierung<br />
einsetzt, ihr auch Weisungen erteilen kann und einen politischen Systemwechsel<br />
in Gang setzt, der mittelfristig die politische Macht den Irakern überantwortet.<br />
Dafür sollte sich die EU in der UNO einsetzen: Für einen politischen<br />
Wiederaufbau, neben dem materiellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Haben Sie damit folgende Frage bereits beantwortet oder wollen Sie noch<br />
etwas ergänzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bndagent21:<br />
</b>Geben Sie doch mal eine Prognose ab, wie der Irak ordnungspolitisch<br />
nach dem Krieg aussieht? Also unter dem Protektorat der Uno steht, unter<br />
amerikanischer Verwaltung? Was halten Sie am wahrscheinlichsten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich fürchte, es wird zunächst unter amerikanischer Verwaltung<br />
sein. Zumindest aber werden die USA ihre Truppen keinen Befehlshaber unterstellen,<br />
der seine Autorität von der UNO bezieht. Aber diese Truppen lassen<br />
sich ja in eine Peace Keeping Force umwandeln. Jedenfalls ist es nötig,<br />
dass nach Kriegsende amerikanische Truppen für einen begrenzten Zeitraum<br />
im Irak bleiben. Die Europäer und die Deutschen können in vielen<br />
anderen Gebieten Hilfe leisten, es muß keine militärische Hilfe<br />
sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>freeman: </b>Welche<br />
Einstellung haben die den Irak umgebenden Länder zur USA und ihrem<br />
Willen, den Nahen Osten zu &quot;demokratisieren&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Hier muss man unterscheiden zwischen den Regimen und den Menschen. Die<br />
Regime werden sicherlich keine demokratischen Reformen zulassen wollen,<br />
die sie selbst gefährden. Die &quot;Demokratisierung&quot; nach amerikanischen<br />
Muster wird von der Bevölkerung nicht für glaubwürdig gehalten.<br />
Dafür gibt es auch kein einziges positives Beispiel in der Region.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage zur Situation im &quot;Nachkriegs-Irak&quot;:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Clarrissa:</b><br />
Ist eine stabile Regierung bei der ethischen zerstrittenen Vielfalt im<br />
Irak überhaupt möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ja, aber nur, wenn z.B. die Kurden im Nordirak das Mindestmaß an<br />
Autonomie sich bewahren können, das sie in den letzten Jahren aufgebaut<br />
haben. Ich glaube grundsätzlich nicht, dass ethnische Vielfalt der<br />
Stabilität zuwiderläuft. Wenn das so wäre, gäbe es<br />
weltweit nur noch Krieg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MiriamS:</b><br />
Was denken einfache irakische Leute zu dem Thema? Einige wollen ja den<br />
USA vertrauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:<br />
</b>Der einfache irakische Mensch will vermutlich wie jeder andere<br />
anständig leben, seine Meinung sagen können und nicht um sein<br />
Leben fürchten. Mit einer Besatzung könnte er sich vermutlich<br />
arrangieren, warum auch nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zur Entwicklung der Weltpolitik eine Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>freeman:</b><br />
&quot;Frieden im Irak&quot; bedeutet ja nicht gleich Frieden in der Welt.<br />
Haben die USA mit diesem &quot;Präventivkrieg&quot; eine neue Legitimation<br />
erreicht, auch in anderen Brennpunkten auf der Welt einzuschreiten, die<br />
ihren Interessen (mehr oder weniger objektiv) entgegenstehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Eine Legitimation haben sie nicht erreicht, jedenfalls keine völkerrechtliche.<br />
Aber: sie betrachten diesen Krieg wie auch den Krieg gegen den Terrorismus,<br />
als &quot;gerechten Krieg&quot;. Das ist ihre eigene Legitimation.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Völkerrecht:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mausi:</b><br />
Ich halte den Krieg im Irak nicht für völkerrechtswidrig. Es<br />
wurde eine Abrüstung des Iraks vereinbart. Hussein hat sich nicht<br />
daran gehalten, also ist der Waffenstillstand hinfällig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich sehe das anders. Auf jeden Fall hätte nach dem Ende der Kampfhandlungen<br />
der Neubeginn von Kampfhandlungen vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen werden<br />
müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Xuxo:</b><br />
Würde eine Verweigerung von Überflugsrechten nicht nur mehr<br />
Tohuwabohu anrichten (und seinerseits Verträge brechen)? Und: Muss<br />
man/frau tatsächlich zum Schluss kommen, dass die gegenwärtige<br />
Gewährung dieser Rechte als deutsche Beteiligung an einem Angriffskrieg<br />
im Sinne des Grundgesetzes zu bewerten ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:<br />
</b>Ich sehe das so. Aber ich bin ja auch keine Bundeskanzlerin,<br />
sondern Wissenschaftlern. Da habe ich es sicher leichter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Antigonos:</b><br />
Hallo, Frau Dr. Johannsen. Nicht nur die UNO sondern auch die EU ist durch<br />
den Irakkrieg gespalten. Welche Auswirkungen sehen sie auf den Prozess<br />
der europäischen Einigung? Ist eine gemeinsame europäische Friedenspolitik<br />
in weite Ferne gerückt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich kann nur hoffen, dass die EU das fatale Bild von Uneinigkeit als Lehre<br />
für die Zukunft betrachtet. Es hat ja jetzt den Anschein, als ziehe<br />
die EU bei der Nachkriegsordnung des Irak an einem Strang. Also: ein Licht<br />
der Hoffnung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heino: </b>Schröder<br />
fordert in seiner heutigen Regierungserklärung den weiteren Ausbau<br />
der EU zu einer Sicherheits- und Verteidigungsunion. Was kann Europa weltpolitisch<br />
zur Konfliktlösung beitragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Europa sollte seine Stärken ausspielen, und nicht in einen hoffnungslosen<br />
Wettlauf mit den USA auf militärischem Gebiet eintreten, z. B. könnte<br />
Europa dem Irak helfen, eine Polizei aufzubauen, die der Bevölkerung<br />
Sicherheit vor Willkür und Anarchie bieten müsste. Auch die<br />
Erfahrungen mit verhandelter Rüstungskontrolle, und zwar in der gesamten<br />
Region des Nahen und Mittleren Ostens, wären eine wertvolle Investition.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Burger_King:</b><br />
Ist die Forderung nach einer Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik<br />
nicht ein weiterer Affront gegen die USA, weil es eine Schwächung<br />
der NATO bedeuten kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Nein, die USA mahnen ja größere Verteidigungsanstrengungen<br />
der Europäer an. Es ist ihnen eine Last, dass die Europäer nicht<br />
in der Lage waren, vor ihrer eigenen Haustür (Balkan) Konflikte beizulegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritzchen:</b><br />
Angesichts der schweren Differenzen in der EU will Außenminister<br />
Joschka Fischer eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik<br />
notfalls mit einer kleinen Staatengruppe beginnen. Sollte die EU angesichts<br />
der ständigen Uneinigkeit lieber eine reine Wirtschaftsunion bleiben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Nein, wenn die EU ein wirtschaftlicher Riese bleibt und ein politischer<br />
Zwerg, werden immer wieder Interventionen der USA auch dort erfolgen,<br />
wo die EU aus eigenem Interesse auch politisch tätig sein sollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kalli:</b><br />
Haben die USA &quot;Angst&quot; vor einem starken Europa?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Nein, warum sollten sie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kiNgMoSEs:</b><br />
Ist politische Größe nicht gleichzusetzen mit militärischer<br />
Größe? Und wollen/brauchen wir das wirklich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Ich setze politische Größe nicht mit militärischer Größe<br />
gleich. Jedenfalls ist politische Größe auch mit dem möglich,<br />
was man Soft Power nennt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Eine Frage zu Israel, bevor wir leider zur letzten Frage für<br />
heute kommen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Schaf:</b><br />
Würde ein Sieg über den Irak eine sicherheitspolitische Entspannung<br />
für Israel bedeuten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:<br />
</b>Wenn ein Sieg über den Irak dazu führt, dass der politische<br />
Prozess im Israel-Palästina-Konflikt wieder aufgenommen wird und<br />
eine gerechte Lösung erkennbar wird, wäre dies der Stabilität<br />
der Region und auch ihrer politischen Öffnung förderlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hermanns:</b><br />
Ist denn die Regierung in Deutschland wirklich in der Lage und interessiert,<br />
eine Vormachtstellung mit einer neuen Art von Politik, also Soft Power,<br />
zu übernehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Soft Power verträgt sich nicht mit Vormachtstellung. Soft Power knüpft<br />
an den legitimen Interessen von Partnern an, anstatt sie zu überwältigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank, Frau Johannsen, dass Sie am Chat teilgenommen haben und vielen Dank<br />
an alle UserInnen für Ihr Interesse. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen noch einen schönen Abend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margret Johannsen:</b><br />
Danke für die interessanten Fragen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch ein Terminhinweis: Am Dienstag, den 8. April, ist Dr. Werner Hoyer,<br />
Fraktionsvize der FDP und außenpolitischer Sprecher, von 18.00 bis<br />
19.00 Uhr Gast im tacheles.02 Live-Chat. Wir würden uns freuen, wenn<br />
Sie wieder dabei sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden<br />
Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_kann_nur_hoffen_dass_die_eu_das_fatale_bild_von_uneinigkeit_als_lehre_fuer_die_zukunft_betrac-311/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kriegsbefürworter im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/krieg-im-irak/netzkampagnenprokrieg-shtml-2795/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/krieg-im-irak/netzkampagnenprokrieg-shtml-2795/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[jherbell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Mar 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsbefürworter]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[In den USA gibt es viele Netzkampagnen für den Krieg. Anders im deutschen Netz: Nur die Junge Union hat eine virtuelle Petition verfasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA gibt es viele Netzkampagnen für den Krieg. Anders im deutschen Netz: Nur die Junge Union hat eine virtuelle Petition verfasst.<!--break-->
                    </p>
<p>Am 20. März startete die militärische Offensive der USA im Irak, begleitet von weltweiten Protestaktionen der Friedensbewegung. Wie auch schon bei ihren Widerstandsbekundungen im Vorfeld des Krieges, nutzten die Aktivsten das Internet zur<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/protest.shtml">Koordinierung</a>.</p>
<p>Reine<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/vmarch.shtml">Netzkampagnen</a> wie der Virtual March in den USA, initiiert von<br />
                    <a href="http://www.moveon.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MoveOn.org</a>, bei dem massenhaft Faxe, Telefonanrufe und eMails zeitweise die Leitungen des Weißen Haus und Senats blockierten, gibt es in Deutschland bisher jedoch nicht.</p>
<p>
                    <strong>Amerikanische Kriegsbefürworter im Netz</strong><br />
                    <br />Aber nicht nur die Friedensbewegung entdeckte das Internet für ihre Zwecke, auch Befürworter des Krieges gegen den Irak organisieren sich im Netz. Die amerikanische Organisation „<br />
                    <a href="http://studentsforwar.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Students for War</a>“ sammelt auf ihrer<br />
                    <a href="http://studentsforwar.org/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webseite</a> Unterschriften für die Soldaten im Krieg, die später dem Weißen Haus übergeben werden sollen. Zusätzlich bietet die Seite ein Forum und zahlreiche Links zu anderen Befürworter-Gruppen, sowie drei Flugblätter im pdf-Format zum Ausdrucken.<br />
                    <br />Studenten der<br />
                    <a href="http://people.brandeis.edu/%7Eunited/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brandeis University</a> verweisen auf die Aktion<br />
                    <a href="http://anyservicemember.navy.mil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„DearAbbyNet“</a>. Organisiert vom U.S. Department of Defense und dem U.S. Department of the Navy&#8217;s<br />
                    <a href="http://www.lifelines2000.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LifeLines2000 Services Network</a>, in Zusammenarbeit mit<br />
                    <a href="http://sscc.spawar.navy.mil/body.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPAWAR Systems Center Charleston</a> besteht die Möglichkeit eine Sympathiebekundung per eMail an die Soldaten zu schicken. Die Macher der Seite scheinen die Bedenken ihrer Besucher zu ahnen, weisen sie doch fürsorglich daraufhin, dass selbstverständlich nicht jeder Soldat an der Front über einen Internetzugang verfüge, jedoch die Vorgesetzten die eMails zuverlässig weiterleiten würden. Auch sei aus Sicherheitsgründen auf eine vollständige Adressangabe des Absenders zu verzichten.</p>
<p>Ziel der vielen Webseiten ist es, die Kriegsanhänger besser zu vernetzen, um so ihrer Botschaft in der Medienberichterstattung besseres Gehör zu verschaffen.<br />
                    <br />Nach Informationen des Nachrichtenmagazins<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,241199,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spiegel-online</a> gehen viele der neu gegründeten Webseiten auf Initiative der Republikanischen Partei und konservativer<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/thitanks.shtml">Think Tanks</a> zurück, die wiederum von der Rüstungsindustrie finanziert seien.</p>
<p>
                    <strong>Deutsche Kriegsbefürworter im Netz</strong><br />
                    <br />In Deutschland gibt es einzig die Aktion „<br />
                    <a href="http://www.junge-union.de/saddam-entwaffnen/main.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saddam entwaffnen</a>“ der Jungen Union (JU). Anhänger des Irakkurses von Bush können sich in einer virtuellen Unterschriftenliste eintragen. Über 650 Personen sind dem Aufruf bis dato gefolgt. Bereits in den ersten Stunden nach dem Laden der Seite konnten laut einem Bericht in der hauseigenen Netzzeitung<br />
                    <a href="http://www.entscheidung.de/fullstory.php3?newsid=407" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die.entscheidung</a> über 100 Unterschriften gezählt werden. Allerdings besitzt die Aktion lediglich symbolhaften Charakter. Philipp Missfelder, Bundesvorsitzender der JU, sieht als Ziel der virtuellen Petition, die öffentliche Aufmerksamkeit überhaupt auf die Bush-Unterstützer zu lenken. „Die Aktion steht für sich und soll unseren Mitgliedern sowie allen interessierten Bürgern die Möglichkeit bieten, ihre Meinung zu äußern.“<br />
                    <br />Der Bundesvorsitzende kündigt weitere Aktionen an: „Nach Beendigung der militärischen Maßnahmen soll es eine Hilfsaktion für Flüchtlinge geben. Dazu muss jedoch abgewartet werden, wie groß der Flüchtlingsstrom sein wird.“ Der Spendenaufruf soll online erfolgen.<br />
                    <br />Nach Informationen des Bundesvorsitzenden gibt es in Deutschland keine weiteren Aktionen in dieser Richtung. „Die Junge Union Deutschland ist der einzige politische Nachwuchsverband, der sich zu so einer klaren Meinungsäußerung entschlossen hat.“</p>
<p>Tatsächlich scheint die JU der einzige Anhänger des durch Bush vertretenen Irakkurses zu sein, der sich zu einer Webaktion entschlossen hat. Die Eingabe einschlägiger URLs wie gegen-saddam.de, fuer-den-krieg.de, unterstuetzt-bush.de, etc. führt jedenfalls ins Leere.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 27.3.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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