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		<title>Blogs zeigen unsere menschliche Seite</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Greenpeace und Co. das Internet nutzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[Greenpeace war schon lange vor der Green-My-Apple-Kampagne im Internet aktiv. Ob man mit dem Internet die Welt retten kann und welche Chancen Weblogs für die Nichtregierungsorganisation bieten, erklärt Brian Fitzgerald, Online-Chef bei Greenpeace International, im Interview.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Greenpeace war schon lange vor der Green-My-Apple-Kampagne im Internet aktiv. Ob man mit dem Internet die Welt retten kann und welche Chancen Weblogs für die Nichtregierungsorganisation bieten, erklärt Brian Fitzgerald, Online-Chef bei Greenpeace International, im Interview.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Wann habt ihr bei Greenpeace International zu bloggen angefangen?</b><br />
<br />
Das hängt ganz von der Definition von „Weblog“ ab. Movable Type installiert [System für die Veröffentlichung von Weblogs, das auf dem eigenen Rechner installiert werden muss, Anm. d. Red.] und unser erstes Weblog veröffentlicht, das wir auch Weblog nannten, „<br />
<a href="http://weblog.greenpeace.org/archives/2002_05.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Banners and us</a>“, haben wir am 28. Mai 2002.<br />
<br />
Aber wir hatten zuvor eine Reihe persönlicher Online-Tagebücher von Campaignern und Schiffs-Crews, sogar schon<br />
<a href="http://archive.greenpeace.org/comms/climate/polartour/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1997</a>. Nein, warte,<br />
<a href="http://archive.greenpeace.org/comms/nukes/ctbt/day27.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1996</a>. Nein,<br />
<a href="http://archive.greenpeace.org/comms/rw/diary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1995</a>.
</p>
<p>
<b>Gab es Hindernisse oder Probleme und wie reagierten Leser und auch Kollegen? Gibt es z.B. „Corporate-Blogging-Richtlinien“ bei Greenpeace?</b><br />
<br />
Blogs sind was persönliches und befinden sich daher in fremdem Terrain, was unsere internen Prozesse angeht. Wir erklären alle Meinungen in Blogs als jene des jeweiligen Autoren, nicht als offizielle Greenpeace-Meinung, und wir streifen schon mal jenseits unserer Kernthemen umher. Das dient dem Ziel, die menschliche Seite unserer Crews, unseres Personal, der Ehrenamtlichen und Campaigner zu zeigen und sie persönlich völlig frei darin zu lassen, was sie sagen. Gelegentlich führt das zu erhobenen Augenbrauen und verursacht Reibungswärme bei den Kollegen, die enger mit der Kontrolle unserer Kommunikation mit klassischen Medien verbunden sind. Wir haben aber sehr, sehr oft die Erfahrung gemacht, dass wir dabei selbst noch viel sensibler sind als unsere Leserschaft.<br />
<br />
Zum Beispiel haben wir ja eine sehr aufmerksame Zielgruppe, die sich normalerweise nicht scheut, Einwände gegenüber Inhalten auch auszusprechen. Die Leute schreiben uns, wenn sie Schreibfehler auf der Website finden oder wenn sie mit einer Position nicht einverstanden sind oder etwas bedenklich finden. In einem Blog beklagte sich eine Campaignerin, die für einige Tage in einer Aktion in tief verschneiten Wäldern war, um Abholzungen zu stoppen, sie „friert sich den Arsch ab“. Wir hatten eine heftige interne Diskussion mit einigen Kollegen, die meinten, dass das ein absolut unakzeptables Statement von einem Greenpeace-Umwelthelden sei. Ich fand es menschlich und hatte persönlich kein Problem damit, aber ich wurde überstimmt. Aber was mich erschrak, war, dass eigentlich niemand in der Debatte danach gefragt hatte, ob unsere Leser sich beschwert hatten. Niemand hatte das.
</p>
<p>
<b>Sind Blogs für NGOs eher ein „Nice to have“ oder ein Muss? Wie relevant sind Blogs und Podcasting für die politische Kommunikation, auch in Zukunft?</b><br />
<br />
Ich bin mir nicht sicher, ob Blogs für alle notwendig sind. Aber für uns sind sie es. Das Blog-Publikum, und besonders das Podcast-Publikum, ist noch sehr, sehr klein, verglichen zu vielen anderen Medien. Für einige NGOs sprechen Blogs kein großes Publikum an. Aber ein großes Publikum sollte auch nicht der Grund sein, ein Organisations-Blog zu starten. Wenn Blogs ein inhaltliches Bedürfnis für ein breites Blogger-Publikum erfüllen, fängt es an interessant zu sein. Oder wenn Blogs ein Mittel sind, außerhalb des Offiziellen zu sprechen und eine Gruppe menschlich in Erscheinung treten zu lassen, ist das ein guter Grund. Zum Beispiel wissen wir aus Umfragen, dass Leute ziemlich verrückte Gedanken haben, wie ein typischer „Greenpeacer“ ausschaut. Einige stellen ihn sich als gewalttätigen, rabiaten Freak vor, und es ist daher wichtig zu zeigen wie es wirklich ist. Die Leute, die auf unseren Schiffen fahren und ihr Leben bei Aktionen riskieren, passen in keine Schublade. Da gibt es Wissenschaftler und Motoren-Schrauber, Business-Typen und Cheerleader. Das sind Menschen, wie man sie jeden Tag trifft, mit dem Unterschied, dass sie sich entschlossen haben, etwas für die Zukunft des Planeten zu tun. Wir wollen wirklich gerne, dass diese Tatsache durchkommt, und am besten geht das, indem man die Kommunikationskanäle öffnet, damit Leute die Aktivisten über die Blogs treffen können. Die Leute sollen sich mit diesen Menschen identifizieren können, wenn wir wollen, dass sie diesen wichtigen ersten Schritt tun, persönliche Verantwortung für unseren Planeten und seine Zukunft zu übernehmen. Sie sollen wissen, dass es kein grimmiges Gesicht, kein High-Tech und auch keinen Spaßverbots-Ansatz erfordert, um die Welt zu retten. Es geht einfach um eine hoffnungsfrohe Einstellung, ob nun dabei, eine Lampe gegen eine Energiesparlampe auszuwechseln oder eine Regierung herauszufordern.
</p>
<p>
<b>Was für andere Social Software setzt Greenpeace ein, neben Flickr und YouTube? Gibt es da besondere Regeln, zum Beispiel keine Software von Unternehmen einzusetzen, die anderswo wegen ihres Handelns in der Kritik stehen?</b><br />
<br />
Wir wenden dieselben Regeln auf Dienste von Drittanbietern an wie auf Zusammenarbeit mit anderen NGOs: keine permanenten Bündnisse, keine permanenten Gegner. Wir mögen Flickr, wir mögen YouTube, wir mögen Technorati und Del.icio.us und Digg und all die anderen Dinge, die das Web gerade demokratisieren. Aber sie sind auch nur Werkzeuge – wir wollen mit dem Einsatz dieser Tools keine Werbung für sie machen. Wir denken nicht, dass die Tatsache, dass wir sie einsetzen, schon unsere Unterstützung ausdrückt. Wir hatten zum Beispiel Probleme damit, dass Leute unsere Bilder bei Flickr aus politischen Gründen als „bedenklich“ meldeten, und Flickr darauf antwortete, als würden wir Pornografie einstellen. Jedes Mal, wenn wir das angesprochen haben, ist es schnell und verantwortungsvoll behandelt worden. Aber Fakt ist, dass einige Demokratisierungstools knifflig sind, wenn sie auf sehr umstrittenem Gebiet eingesetzt werden. Wikipedia ist großartig für Einträge in der Art „wie funktioniert diese und jene Maschine“, aber wenn man jemals am Ping-Pong-Spiel beim Bearbeiten eines Eintrags zu Atomenergie teilgenommen hat, weiß man, wie subjektiv „Fakten“ sein können. Wir glauben, dass in völlig offener, vollkommen informierter Debatte der Planet im Allgemeinen gewinnt. Aber es sorgt uns auch, wenn wir von PR-Beratern von Unternehmen hören, die Armeen von Bloggern und Wikipedia-Autoren bezahlen, um eine Version der Wahrheit zu befördern, die sie sich leisten können.
</p>
<p>
<b>Stichwort Open Content: Greenpeace benutzt hier und da Creative-Commons-Lizenzen, zum Beispiel in manchen Flickr-Photostreams, aber das Creative-Commons-Label taucht nicht überall auf, etwa bei Texten auf der Website. Ist Creative Commons nicht eine enorme Chance für NGOs, ihre Botschaften mittels Bloggern besser verbreiten zu können? Plant Greenpeace damit?</b><br />
<br />
Wir haben begonnen, mit CC-Lizenzen in der<br />
<a href="http://www.greenpeace.org/apple/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Green-my-Apple-Kampagne</a> zu experimentieren, wo wir Bilder, Videos und anderes Material bereitstellen, damit Leute unter CC-Lizenzen so genannte Mash-Ups machen. Persönlich würde ich gerne alles auf unserer Site ohne einen Moment zu zögern unter CC stellen, und die Zahl derer in der Organisation, die genauso fühlen, wächst. Aber wir sind ein großes Schiff und manchmal langsam zu wenden. Ich denke, der größte Stolperstein zurzeit sind Fotos. Wir engagieren Top-Fotografen, die preisgekrönte Fotos für uns schießen, und sie sträuben sich verständlicherweise dagegen, dass an ihrem Mittel zum Broterwerb gezerrt wird. Ob das nun ein Gebiet ist, das wir einfach anders behandeln müssen, oder ob wir da eine Art von Vereinbarung erarbeiten – ich denke, man wird immer häufiger CC-Lizenzen bei Greenpeace sehen. Unser Büro in Großbritannien hat gerade darauf<br />
<a href="http://www.greenpeace.org.uk/help/copyright" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umgestellt</a>, und wir schauen uns das Experiment mit Interesse an.
</p>
<p>
<b>Der letzte Schrei im Marketing von Unternehmen ist ja die virtuelle Welt Second Life. Einige Konzerne haben dort Präsenzen eröffnet. Sieht so auch die Zukunft des E-Campaignings aus oder ist das nur ein kurzer Hype?</b><br />
<br />
Ein faszinierender Ort ist das. Es gibt tolle Gelegenheiten, damit Aufmerksamkeit zu kriegen und Spenden zu werben. Aber „first Life first“. Wir sollten alle mal wieder mehr raus in die Natur. Digitale Neuschaffungen der echten Welt als Utopie sind wirklich anziehend. Aber ich ziehe es vor, die echte Welt mehr zu dem idealen Platz zum Leben zu machen, als eine Simulation davon in einer digitalen Landschaft zu erschaffen. Trotzdem gibt es eine Menge Leute – hauptberufliche Greenpeacer und freiwillige Unterstützer – die mit Aktivismus in dieser Umgebung experimentieren. Und alles, wodurch Leute aktiv werden, die Welt zu verändern, ist eine gute Sache.
</p>
<p>
<br />
<b>Das Gespräch führte Jan Michael Ihl. Er studiert Electronic Business an der Universität der Künste und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2006 leitete er bei der Netzeitung das Citizen-Journalism-Projekt Readers Edition . Für Greenpeace führt er selbst ehrenamtlich Trainings durch.</b></p>
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		<title>Mit dem Internet die Welt verbessern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Greenpeace und Co. das Internet nutzen]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Das Mitmach-Internet Web 2.0 bietet für Nichtregierungsorganisationen vielfältige Möglichkeiten: Mitglieder vernetzen sich, Kampagnen gewinnen an Aufmerksamkeit. Internationale Organisationen sind Vorreiter auf dem Gebiet, Deutschland hinkt hinterher. Ein Überblick von Jan Michael Ihl.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Das Mitmach-Internet Web 2.0 bietet für Nichtregierungsorganisationen vielfältige Möglichkeiten: Mitglieder vernetzen sich, Kampagnen gewinnen an Aufmerksamkeit. Internationale Organisationen sind Vorreiter auf dem Gebiet, Deutschland hinkt hinterher. Ein Überblick von Jan Michael Ihl.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
„Walschutzaktion legt Walschutzorganisation lahm“ schrieb der Walfang-Gegner Nicolas Entrup im März 2007 selbstironisch in<br />
<a href="http://www.walfang.org/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Blog</a> bei der<br />
<a href="http://www.walfang.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whale and Dolphin Conservation Society</a> (WDCS). Die Walschutzorganisation hatte Anfang März auf ihrer Website „das größte Web-Banner der Welt“ veröffentlicht, auf dem der Surfer am Bildschirm einem fast lebensgroßen Blauwal ins Auge schauen konnte, der langsam durch das Browserfenster schwamm. Über 120.000 Zugriffe innerhalb der ersten zwei Wochen nach Beginn der Aktion sorgten laut Entrup<br />
<img decoding="async" src="/titel/images/WDCS_Stopp%20Walfang%20Jetzt.jpg" alt="Anzeige des WDCS" align="right" height="150" width="226" /> dafür, dass der Server lahmte.
</p>
<p>
Seit neuestem locken knallige Plakate mit der Aufschrift „Wal-Schnitzel! Wal-Pizza! Wal- Döner!“ bundesweit auf die Website<br />
<a href="http://www.walfleisch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.walfleisch.com</a>. Dahinter verbirgt sich nicht etwa das japanische Fischereiministerium, sondern ebenfalls der WDCS, der so die Betrachter zum Protest gegen den Walfang aktiviert. Gleich zweimal gelang es der Initiative so, mit einer viralen Strategie sich und ihr Anliegen in Blogs und über E-Mails ins Gespräch zu bringen.
</p>
<p>
<b>Weblog-Kampagnen sind in Deutschland selten</b>
</p>
<p>
Online-Kampagnen, die auf Blogs setzen, haben in Deutschland noch eher Seltenheitswert. Ob die vier großen Umweltverbände in Deutschland, Greenpeace, BUND, WWF und Naturschutzbund, das globalisierungskritische Bündnis Attac oder Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Unicef – sie sind im Internet oft weit weniger innovativ als ihre Partner-Organisationen im Ausland. So sind Blogs und Podcasts oder Web-2.0-typische Funktionen wie Vernetzung durch das Setzen von Lesezeichen (Social Bookmarking) und vom Nutzer erstellte Inhalte in Deutschland eher die Ausnahme. Natürlich kommt heute keine Organisation mehr ohne eine professionelle Website aus, und viele bieten eine erstaunliche Informationstiefe. Aber gegenüber dem, was politische Initiativen vor allem im englischsprachigen Ausland auf die Beine stellen, scheint es, dass die deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) das Web 2.0 verschlafen.
</p>
<p>
<b>Internationale NGOs als Vorreiter</b>
</p>
<p>
Vor allem internationale und US-amerikanische NGOs setzen inzwischen wie selbstverständlich auf das Mitmach-Web. Die britische Organisation Amnesty International etwa fordert mit ihrer Online-Kampagne<br />
<a href="http://irrepressible.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Irrepressible.info</a> gezielt Blogger in der ganzen Welt auf, gegen Zensur einzutreten. Die Dachorganisation der Ärzte ohne Grenzen,<br />
<a href="http://www.msf.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Médécins sans Frontières</a>, hat<br />
<a href="http://www.msf.org/msfinternational/content/podcast/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf ihrer internationalen</a> und<br />
<a href="http://www.doctorswithoutborders.org/podcast/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf der US-Website</a> prominent eigene Podcasts verlinkt, in denen MSF-Mitarbeiter persönlich und direkt aus ihren Einsatzgebieten berichten. Und<br />
<a href="http://www.greenpeace.org/usa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenpeace USA</a>, deren Chef<br />
<a href="http://members.greenpeace.org/blog/jpblog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">John Passacantando</a> und einige Mitarbeiter selbst bloggen, stellt allen Unterstützern<br />
<a href="http://members.greenpeace.org/gpblog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigene Blogs</a> zur Verfügung. Zudem versucht die Umweltschutzorganisation, über ein eigenes<br />
<a href="http://members.greenpeace.org/member/student.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soziales Netzwerk</a> Studenten zum Engagement zu gewinnen. Das Jane-Goodall-Institute nutzte sogar<br />
<a href="http://gombechimpanzee.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein Blog verbunden mit Google Earth</a>, um seine Aktivitäten zum Schutz der Schimpansen in Tansania besser sichtbar zu machen. Und die Menschenrechtsorganisation<br />
<a href="http://www.witness.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WITNESS</a> startete zusammen mit dem internationalen Blogger-Netzwerk<br />
<a href="http://globalvoicesonline.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Voices</a> den<br />
<a href="http://globalvoicesonline.org/-/human-rights-video/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Witness Video Hub“</a>, um Menschenrechtsverletzungen weltweit ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.
</p>
<p>
<b>Aktivismus im Web 2.0</b>
</p>
<p>
Vielleicht noch mehr „Activismus 2.0“ sind Plattformen wie der<br />
<a href="http://digg.com">Digg</a>-ähnliche Nachrichtenfilter<br />
<a href="http://dotherightthing.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dotherightthing</a>, in dem Meldungen über das ethische Verhalten von Unternehmen nach „positiv“ und „negativ“ sortiert und gesammelt werden. Die „Corporation-Watch-Suchmaschine“<br />
<a href="http://www.knowmore.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Knowmore.org</a> lässt Nutzer fast wie bei der Wikipedia an Beiträgen über das ethische Verhalten von Konzernen mitschreiben. An einem grafischen Index sieht man dann auf Anhieb, ob beispielsweise der Ölkonzern Exxon-Mobil in den Kategorien „Umwelt“ oder „Menschenrechte“ auf der Ampel-Skala tiefrot oder nur dunkelgelb erscheint.
</p>
<p>
Das Netzwerk für politischen Aktivismus<br />
<a href="http://www.change.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Change.org</a> will vor allem Gleichgesinnte vereinen, zum Beispiel zu Themen wie “Stop Global Warming” oder “Save Net Neutrality“, und sie mit Initiativen in Kontakt bringen, die schon an diesen Themen arbeiten. Für NGOs will Change.org Spenden einwerben und davon ein Prozent für den eigenen Betrieb behalten. In einigen US-Blogs stoßen solche Projekte auf reges Interesse, etwa im Technologie-Blog<br />
<a href="http://www.techcrunch.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Techcrunch</a>, das sowohl über Change.org als auch über Dotherightthing berichtetete.
</p>
<p>
<b>Experimente mit Blogs und Podcasts</b>
</p>
<p>
In Deutschland keimt die Idee, mit den „neuen Medien 2.0“ die Welt zu verbessern, erst langsam. Einige NGOs haben in den letzten Jahren damit experimentiert. Darunter war etwa Unicef mit einem Aufruf,<br />
<a href="http://www.unicef.de/aids_blog_gegen_aids.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegen AIDS zu bloggen</a>, oder die deutsche Greenpeace-Sektion, für die Aktivisten<br />
<a href="http://weblog.greenpeace.org/Schutzgebiete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von Aktionstouren</a> oder<br />
<a href="http://gruppen.greenpeace.de/central/weblogs/gpred/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aus dem finnischen Urwald</a> bloggten.
</p>
<p>
Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac hostet noch<br />
<a href="http://www.attac.de/blogs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einige Blogs</a> – die Mehrzahl ist allerdings verwaist. Für Attac-Sprecherin Frauke Distelrath liegt das an knappen Personalressourcen. Sie selbst lese Blogs auch noch nicht regelmäßig, dabei habe sie es eigentlich längst vor. Aber „wir sind quasi immer unterbesetzt“. Dennoch hofft sie, dass Blogs die Hürden zur Diskussion von Attac-Themen niedriger machen. Immerhin: Mit einem Podcast mache man gute Erfahrungen. Darüber verbreitet Attac seit 2006 Mitschnitte etwa von Vorträgen oder Audioversionen von Zeitschriftenbeiträgen, manchmal auch eigens erstellte Beiträge.
</p>
<p>
Beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (<br />
<a href="http://www.bund.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BUND</a>) haben erst mal noch ganz andere Dinge Priorität. Eine Termindatenbank für die Aktivitäten der rund 2000 Ortsgruppen sei ganz oben auf ihrer Wunschliste fürs Web, sagt BUND-Sprecherin Friederike Otto. Blogs seien zwar ein „nice to have, wenn wir personell super aufgestellt wären“. Sie befürchtet aber, dass nicht jeder, der auch viel wisse, Lust am Schreiben und speziell an der Blog-typischen Schreibe habe. Bedarf sieht Otto erst mal in der internen Kommunikation mit den auf ganz Deutschland verteilten, regional und lokal organisierten Mitgliedern.„Wir wollen jetzt Wikis für die interne Kommunikation einsetzen, denn es gibt wahnsinnig viel Wissen bei wahnsinnig vielen Mitgliedern.“
</p>
<p>
Ansätze sind also auch in der Deutschen NGO-Szene durchaus vorhanden. Nun gilt es, zu beobachten, wie die Potenziale zur Vernetzung von Kampagnen und Aktionen in Zukunft genutzt werden.</p>
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			</item>
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		<title>Nur Nischen, keine Gegenöffentlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Transparency International machte bereits die Erfahrung, dass die Bedeutung von Blogs nicht zu unterschätzen ist. Auch positive Aufmerksamkeit können NGOs im Internet erlangen, meint Weblogforscher Jan Schmidt. Soziologe Dieter Rucht dagegen sieht nur geringe Chancen zur Mobilisierung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Transparency International machte bereits die Erfahrung, dass die Bedeutung von Blogs nicht zu unterschätzen ist. Auch positive Aufmerksamkeit können NGOs im Internet erlangen, meint Weblogforscher Jan Schmidt. Soziologe Dieter Rucht dagegen sieht nur geringe Chancen zur Mobilisierung.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Dass Blogs für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) längst relevant sind, erfuhr im März 2006 die Anti-Korruptions-NGO Transparency International auf unangenehme Weise. Das deutsche Büro drohte einer Bloggerin, die über die Entlassung ihrer Freundin bei TI geschrieben hatte,<br />
<a href="http://wasweissich.twoday.net/stories/1742827/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mit einer Abmahnung</a>. Der Fall schlug Wellen,<br />
<a href="http://www.die-stimme-der-freien-welt.de/post/20060329/transparency-deutschland-chronik-eines-pr-desasters" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Blogosphäre solidarisierte sich</a>, bis schließlich auch die Aufmerksamkeit einiger klassischer Medien (z. B.<br />
<a href="http://www.netzeitung.de/internet/389465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzeitung</a>,<br />
<a href="http://www.focus.de/digital/internet/transparency-international_nid_26808.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Focus</a>,<br />
<a href="http://www.taz.de/pt/2006/03/29/a0128.1/text" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz</a>) und der<br />
<a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2006/03/29/uble-nachrede/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einsatz des Law-Bloggers Udo Vetter</a> die NGO zu einer Einsicht brachte.
</p>
<p>
So erkannte Christian Humborg, der seit dem Jahreswechsel das deutsche Transparency-Büro leitet, im<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/jmihl_transparency_070426.shtml">Interview</a>: „Es war schon eine Erkenntnis, dass es da einen sehr wichtigen Kommunikationskanal gibt, den man erstens wahrnehmen, zweitens vor allen Dingen ernst nehmen muss und drittens, dass man auch lernen muss, mit diesem Kommunikationskanal umzugehen, sich mit ihm vertraut zu machen und mit ihm zu arbeiten.“ Man habe damals „in der Form und im Vorgehen einen Fehler gemacht“.
</p>
<p>
Inzwischen könne er sich sogar vorstellen, dass Transparency-Mitarbeiter anfangen zu bloggen, um auf Korruption aufmerksam zu machen – obwohl die Organisation den Grundsatz habe, sich nicht mit konkreten Fällen zu befassen und ein Blog daher relativ abstrakt bleiben müsse. Als Folge aus dem Blog-GAU findet allerdings noch heute, wer nach „Transparency International“ im deutschsprachigen Google-Index sucht, kritische Blogbeiträge unter den ersten zehn Treffern.
</p>
<p>
<b>Die Potenziale der sozialen Vernetzung</b>
</p>
<p>
Weblogs haben aktuelle Inhalte und sind meist stark untereinander verlinkt. Dadurch erreichen sie ein hohes Google-Ranking, in dem der Bamberger Kommunikationssoziologe und<br />
<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de">Blogger Jan Schmidt</a> auch eine Chance für NGOs sieht. „Das sind Mechanismen, die dazu führen könnten, dass NGOs sich nach außen hin noch sichtbarer darstellen.“ Vor allem für Kampagnen mit Themen, die Blogger ohnehin interessierten, könne man viel Öffentlichkeit schaffen. Beispiele sind IT- und Sicherheitsthemen oder die aktuelle Debatte zum Thema Vorratsdatenspeicherung, wo gerade das Bild „von<br />
<a href="http://www.dataloo.de/stasi-20-525.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schäuble und Stasi 2.0</a>“ in der Blogosphäre kursiert.
</p>
<p>
Schmidt sieht aber noch nicht, dass über Blogs im größeren, nationalen Maßstab mobilisiert werden könne. Um von einer Gegenöffentlichkeit zu sprechen, sei die so genannte Blogosphäre „zu dispers und noch zu klein“. Womöglich liege es auch an Unterschieden im Mediensystem und im politischen System, dass man in den USA im Gegensatz zu Deutschland so viele politische Blogs sehe und auch im Wahlkampf alle Seiten Blogs nutzten. Das deutsche Mediensystem aus privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbietern und mehreren überregionalen Qualitätszeitungen spiegele das politische Spektrum gut wieder.
</p>
<p>
Ein großes Potenzial der Web-2.0-Tools für NGOs sieht Schmidt aber trotzdem, gerade auch in der internen Kommunikation, etwa zur Koordination von Aktivitäten und zum Wissensaustausch innerhalb der Organisation. „Viele NGOs sind ja vernetzte Organisationen“, meint Schmidt. Ihre Mitglieder leben räumlich verteilt, sind selbst wiederum Teil von thematischen Netzwerken und arbeiten und mit anderen Organisationen zusammen.
</p>
<p>
<b>Vor zu viel Euphorie wird gewarnt</b>
</p>
<p>
Vor zu viel Euphorie hinsichtlich der Möglichkeiten der schönen neuen Online-Welt warnt allerdings der<br />
<a href="http://www.wz-berlin.de/zkd/zcm/leute/rucht.de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Soziologieprofessor Dieter Rucht</a>. Er wägt zwei Thesen gegeneinander ab: Eine besagt, dass das Internet Protestgruppen stärke, eine andere geht davon aus, dass das Internet bloß bestehende Ungleichgewichte vertiefe. Große NGOs werden demnach noch mächtiger, während kleine Gruppen oft vom Aufwand und der Technik überfordert seien.
</p>
<p>
Die Möglichkeiten des Internets zum Austausch von Informationen seien laut Rucht zwar hervorragend, aber die Chancen einer effektiven Mobilisierung gering. Häufig werde die viel beschworene Interaktivität des Internet wenig genutzt. Eher würden die bereits ohnehin Engagierten noch besser kommunizieren können. „Dabei handelt es sich eher um eine Nischenöffentlichkeit als um eine Gegenöffentlichkeit“, so Rucht.
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<b>Technik ist keine Hürde mehr</b>
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Weblogs, Wikis und Social Software stehen allerdings der These entgegen, dass die Technik eine Hürde sei, die Schwache benachteilige. Fakt ist: Es war noch nie so einfach und kostengünstig, Inhalte für ein beinahe unbeschränktes Publikum zu veröffentlichen und in einen echten Dialog mit seinem Publikum zu treten. Einzige wesentliche Voraussetzung: Organisationen müssen dafür bereit sein, ihre Kommunikation zu öffnen und dem Publikum zuzuhören.
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Gerade NGOs kann das so genannte Web 2.0 also möglicherweise dabei helfen, die Distanz zu ihren Unterstützern zu verkürzen und mit menschlicher Stimme zu sprechen. So schlagen es schon die 95 Thesen des<br />
<a href="http://cluetrain.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cluetrain-Manifests</a> vor, die Verhaltensweisen für Unternehmen im Netz aufstellen. Das Manifest sorgte bereits 1999 mit der Annahme für Aufsehen, dass Märkte in erster Linie aus Menschen bestehen und das online vernetzte Unternehmen in Geprächen auf diese eingehen müssen.
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Mit potenziellen Unterstützern sprechen und sie dazu befähigen, selbst aktiv zu werden, dazu eignen sich Weblogs besonders gut. Oder einfach dazu, authentisch und menschlich zu kommunizieren – nicht zuletzt, damit die eigene Glaubwürdigkeit durch Unfälle wie jenen um die Bloggerin, der ausgerechnet von einer Organisation, die Transparenz im Namen trägt, mit Abmahnungen gedroht wurde, nicht beschädigt wird.</p>
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		<title>Transparency räumt Fehler ein</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit juristischen Mitteln und eher ungelenk ging die Nichtregierungsorganisation „Transparency International Deutschland&#34; im März 2006 gegen eine kritische Bloggerin vor. Die Korruptionsbekämpfer erlebten daraufhin einen PR-Gau in der Blogosphäre. Jetzt räumt der neue Geschäftsführer Fehler ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit juristischen Mitteln und eher ungelenk ging die Nichtregierungsorganisation „Transparency International Deutschland&quot; im März 2006 gegen eine kritische Bloggerin vor. Die Korruptionsbekämpfer erlebten daraufhin einen PR-Gau in der Blogosphäre. Jetzt räumt der neue Geschäftsführer Fehler ein.<!--break--><br />
Christian Humborg, Geschäftsführer von TI Deutschland, im Interview mit Jan Michael Ihl für politik-digital.de.</p>
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März 2006: Die Freundin einer Betroffenen kritisiert in ihrem Blog eine Kündigung bei Transpareny International. TI droht mit einer so genannten strafbewehrten Unterlassungserklärung. Die Folge: Negative Schlagzeilen in Blogs und auch Publikumsmedien.
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<b>Bis heute hat man Treffer zu diesen Blogbeiträgen im Google-Index ganz oben. Was haben Sie aus diesem Fall gelernt?<br />
</b>
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Das erste, was viele daraus gelernt haben, ist die Dimension, die Blogs inzwischen haben. Das war vielen bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Das zweite, dass man gelernt hat, ist, dass auch der Umgang ein anderer ist, als man das – übertrieben gesprochen – im geschäftlichen Briefverkehr hätte
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<b>Ab etwa dem vierten Treffer hat man jetzt bei Google.de eine ganze Menge kritischer Beiträge. Was bedeutet das für Sie heute? Ist das noch ein Thema, auf das Sie angesprochen werden? Was würden Sie heute anderen Organisationen raten aus dieser Beobachtung?<br />
</b>
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Es wäre natürlich schöner, wenn das nicht so wäre. Es ist ja auch so, dass wir gesagt haben, in der Form und im Vorgehen haben wir einen Fehler gemacht. Das war nicht richtig, was wir gemacht haben. Wie wir gehandelt haben, das würden wir nicht noch mal so machen. Das war für uns ein schmerzhafter Lernprozess.
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<b>Glauben Sie, das hatte eine Ausstrahlung auf andere Organisationen hinaus?<br />
</b>
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Es war schon eine Erkenntnis, dass es da einen sehr wichtigen Kommunikationskanal gibt, den man erstens wahrnehmen, zweitens vor allen Dingen ernst nehmen muss und drittens, dass man auch lernen muss, mit diesem Kommunikationskanal umzugehen, sich mit ihm vertraut zu machen und mit ihm zu arbeiten.
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<b>Was heißt das für Sie konkret heute?<br />
</b>
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Das heißt für uns, dass wir zum Beispiel beobachten, was wichtige Blogs sind. Das heißt nicht, dass wir alle diese Blogs systematisch beobachten, aber es heißt schon, dass wir versuchen, einen Überblick zu behalten. Darüber hinaus versuchen wir uns schlau zu machen, wie wir die Blogs zukünftig vielleicht auch für die eigene Kommunikation nutzen können.
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<b>Welche Blogs beobachten Sie? Nur inhaltlich zu TI in Verbindung stehende?<br />
</b>
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Ich glaube, die wesentlichen Kriterien sind Reichweite und thematische Nähe, aber ich würde da kein spezielles Blog hervorheben wollen.
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<b>Können Sie sich denn vorstellen, selbst ein Blog zu machen? TI macht das auch global offenbar bisher noch nicht. Gerade in so spezifischen Themenfeldern setzen international ja einige Initiativen auf das Medium.</b>
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Es ist ja so, dass wir Transparency Deutschland sind, international gibt es die Dachorganisation Transparency International. In Deutschland ist es in der Tat nicht so, dass wir mit Blogs arbeiten. Das muss aber nicht immer so bleiben. Aber so wie jeder Kommunikationskanal benötigt das natürlich auch immer Ressourcen und Kapazität.</p>
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