<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>jwehnelt &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/author/joachimwehneltgmx-de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 31 Mar 1999 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>jwehnelt &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>PR-Manöver vor dem Krieg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/pr_manoever_vor_dem_krieg-543/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/pr_manoever_vor_dem_krieg-543/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[jwehnelt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jugoslawien]]></category>
		<category><![CDATA[Kosovo]]></category>
		<category><![CDATA[Kosovo-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/pr_manoever_vor_dem_krieg-543/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Wie entwickelte die USA Interesse für das
Kosovo? PR-Agenturen warben für
Kosovo-Albaner und Serben.
Von Joachim Wehnelt</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Wie entwickelte die USA Interesse für das<br />
Kosovo? PR-Agenturen warben für<br />
Kosovo-Albaner und Serben.<br />
Von Joachim Wehnelt</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Selbst Abgeordnete des US-Kongresses, so erzählt<br />
PR-Manager James Harff, fragten noch Anfang der 90er<br />
Jahre: &quot;Kosovo? Wer ist Kosovo?&quot; Nach vier Wochen<br />
Krieg gegen das Milosevic-Regime wissen die<br />
Amerikaner Bescheid. Der Aufstieg des Kosovo vom<br />
politischen Niemandsland zur Existenzfrage für das<br />
mächtigste Verteidigungsbündnis der Welt dauerte<br />
Jahre. Dass die Amerikaner sich überhaupt für diese<br />
ferne Krisenregion interessieren, ist auch Harff zu<br />
verdanken. Er war PR-Manager der Kosovo-Albaner. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Seit 1991/92 versuchen Serben und Kosovo-Albaner<br />
den Nato-Anführer USA von ihren politischen und<br />
wirtschaftlichen Interessen zu überzeugen. Die<br />
Schlacht vor dem Krieg führten die verfeindeten Seiten<br />
mit den Waffen professioneller Öffentlichkeitsarbeit:<br />
Renommierte PR-Firmen vermittelten Termine mit<br />
US-Abgeordneten, organisierten Reisen in die<br />
Krisenregion und sorgten für Interviews in den Medien.<br />
&quot;Die Arbeit war nicht leicht&quot;, erzählt James Harff. Von<br />
1992 bis 1997 war er bei der PR-Agentur Ruder Finn für<br />
die Lobby-Arbeit der Kosovo-Albaner in den USA<br />
verantwortlich. Auftraggeber: die Exilregierung der<br />
&quot;Republik Kosovo&quot; mit Sitz in Bonn. Harffs Rezept:<br />
Hochrangige Politiker erhielten regelmäßig Newsletters<br />
über die politische Lage im Kosovo, &quot;immer kombiniert<br />
mit einer Landkarte, damit sie verstehen, wo dieses<br />
Land ist&quot;. Unter den Empfängern: Mitglieder des<br />
Kongresses, des Nationalen Sicherheitsrats und des<br />
Weißen Hauses. Wichtiger waren nach Harffs Meinung<br />
allerdings die persönlichen Begegnungen. Sein größter<br />
Erfolg: Er arrangierte eine Zusammenkunft des<br />
gewählten Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova und des<br />
Exil-Ministerpräsidenten Bujar Bukoshi mit<br />
Außenministerin Madeleine Albright. &quot;Ein zweiter<br />
wichtiger Punkt waren die acht Reisen von<br />
Kongressdelegationen in das Kosovo, damit sich die<br />
Abgeordneten aus erster Hand informieren konnten.&quot;<br />
Weitere Maßnahmen: ein Interview-Training für Rugova<br />
und Unterstützung der albanisch-amerikanischen<br />
Gemeinde, Demonstrationen zu organisieren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Die Agentur Ruder Finn, die auch für Bosnien und die<br />
Schweiz tätig war, erhielt für ihre Kosovo-Arbeit 982<br />
493,56 Dollar (918 218,28 Euro). Das geht aus<br />
Dokumenten des US-Justizministeriums hervor. In<br />
diesen Listen sind auch alle weiteren PR-Maßnahmen<br />
verzeichnet. Zum Beispiel für die Demokratische Liga<br />
Kosovo (LDK). Die Partei des Kosovo-Präsidenten<br />
Rugova engagierte die Washingtoner Agentur Arnold &amp;<br />
Porter. Die PR-Manager warben bei zahlreichen<br />
Regierungsvertretern um Verständnis für die Lage im<br />
Kosovo. Ihr prominentester Gesprächspartner: James<br />
Rubin, den sie am 27. Januar 1994 und vier weitere<br />
Male sprachen. Damals war er US-Sprecher bei den<br />
UN, heute erläutert der Ehemann von CNN-Reporterin<br />
Christiane Amanpour die Nato-Kriegsstrategie<br />
Albrights. Unabhängigkeit, Frieden, Freiheit: Während<br />
sich die Vertreter der Kosovo-Albaner stets darum<br />
bemühten, für ihre Politik Unterstützer zu finden,<br />
zielten die Serben hauptsächlich auf wirtschaftliche<br />
Interessen. Denn die Souveränität ihres Staates war<br />
zunächst nicht gefährdet. Doch die im Mai 1992 wegen<br />
der andauernden Menschenrechtsverletzungen in<br />
Kroatien und Bosnien verhängten<br />
UN-Wirtschaftssanktionen gegen Rest-Jugoslawien<br />
sorgten für ökonomische Einbußen in Serbien und<br />
Montenegro. PR-Maßnahmen sollten helfen sie in<br />
Grenzen zu halten. Der führende serbische<br />
Arzneimittelhersteller ICN Galenika, 1991 privatisiert,<br />
trug wesentlich zum serbischen Exportvolumen bei.<br />
Kein Wunder, dass die Firmenführung bereits am 8.<br />
Mai 1991 die PR-Agentur Rivkin, Radler, Bayh, Hart &amp;<br />
Kremer engagierte. Während der Terror gegen Kroatien<br />
und Bosnien immer brutaler wurde, hatten die<br />
Lobbyisten die Aufgabe, &quot;Ratschläge zu erteilen und<br />
Kontakte mit US-Regierungsmitgliedern aufzunehmen<br />
bezüglich der Ereignisse in Jugoslawien&quot;. Pharma-Chef<br />
Milan Panic war von Milosevic sogar zum<br />
Ministerpräsidenten ernannt worden. Doch die<br />
Weggefährten überwarfen sich bald. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Mit Wirtschaft Politik machen ­ und umgekehrt: Auch<br />
die serbischen Brüder Karic, die Banken, Unternehmen<br />
und den Belgrader Sender BK besitzen, beherrschen<br />
diese Kunst. In Jugoslawien ist die Familie laut dpa<br />
wichtiger Finanzier der Sozialistischen Partei von<br />
Milosevic. In den USA engagierte Bogoljub Karic &amp; the<br />
Karic Group of Companies unterdessen die PR-Agentur<br />
LeBoeuf, Lamb, Greene &amp; MacRae. Aufgabe:<br />
&quot;Öffentlichkeitsarbeit für Geschäftsentwicklungen und<br />
US-Geschäftsinteressen&quot;. Kosten: 90 000 Dollar (84<br />
112,15 Euro). Auch der Ölkonzern Jugopetrol<br />
investierte Hunderttausende Dollar in amerikanische<br />
Öffentlichkeitsarbeit (siehe Kasten). Der Kampf um<br />
Einfluss ist nicht billig. Manchmal ist er allerdings<br />
umsonst. Danielle Sremac ist eine der raren Stimmen<br />
in den USA, die bereits seit dem Bosnien-Krieg<br />
öffentlich für die Politik der Serben eintreten ­ auch, als<br />
die amerikanischen Sanktionen gegen Jugoslawien<br />
immer schärfer wurden. Ihr Einsatz war allerdings ohne<br />
Erfolg. Als &quot;die einzige Verteidigerin&quot; charakterisierte<br />
die &quot;Washington Post&quot; sie in einem Porträt. In<br />
Interviews verteidigt sie immer wieder die Sache der<br />
Serben und wettert gegen die &quot;kommunistische<br />
Propagandamaschine&quot; ­ der USA. In der<br />
amerikanischen Politik gehören PR-Agenturen zur<br />
Grundausstattung. Wie wichtig sie sind, zeigte bereits<br />
der Golfkrieg. Hill &amp; Knowlton vertrat die &quot;Bürger für ein<br />
freies Kuwait&quot;. Ein Mädchen berichtete über irakische<br />
Soldaten, die Babys aus Brutkästen genommen und<br />
getötet hätten. Später stellte sich allerdings heraus,<br />
dass Hill &amp; Knowlton die Geschichte erfunden hatte.<br />
Doch das war nach dem Golfkrieg. Wie stark<br />
PR-Firmen die öffentliche Meinung vor dem<br />
Kosovo-Krieg beeinflusst haben, wird sich erst nach<br />
dem Ende der Nato-Schläge erweisen. Kosovo-Streiter<br />
Harff, heute Chef der Agentur Global Communicators,<br />
ist über den Kriegsausbruch unglücklich: &quot;Wenn es<br />
erst mal zum Krieg kommt, ist das fast ein Zeichen<br />
des Versagens für alle Beteiligten.&quot; Immerhin: Seinen<br />
Beitrag in der PR-Schlacht sieht er &quot;als Erfolg&quot;.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/pr_manoever_vor_dem_krieg-543/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
