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	<title>jspreen &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Lehrer wollen kein Freiwild sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jspreen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wie Schüler das Mitmach-Internet nutzen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleber an der Türklinke oder Furzkissen auf dem Lehrerstuhl sind von gestern. Moderne Schülerstreiche sind multimedial: Heimlich filmen und fotografieren Schüler ihre Lehrer oder montieren Lehrergesichter in pornographische Fotos.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleber an der Türklinke oder Furzkissen auf dem Lehrerstuhl sind von gestern. Moderne Schülerstreiche sind multimedial: Heimlich filmen und fotografieren Schüler ihre Lehrer oder montieren Lehrergesichter in pornographische Fotos.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Einem <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/scotland/6640835.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schottischen<br />
Lehrer</a> etwa zogen Schüler im Unterricht vor laufender Kamera<br />
die Hose herunter und stellten den Film in Internet-Videoportalen<br />
zur Schau. Das Spektrum reicht im Extremfall bis hin zu Hinrichtungsvideos<br />
oder Gewalt-Computerspielen, in denen die Charaktere die Köpfe<br />
der Lehrer tragen. </p>
<p><b>Sexy Lehrer und peinliche Pauker</b></p>
<p>Neben solchen Attacken gibt es im Internet rechtliche Grenzgänger:<br />
Das Netzwerk &quot;<a href="http://www.spickmich.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spickmich.de</a>&quot;<br />
beispielsweise erfreut sich wachsender Beliebtheit innerhalb der<br />
Schülerschaft. Nach Angabe der Initiatoren haben sich inzwischen<br />
über 150.000 Schüler registriert. Der Maxime „Noten<br />
für die Notengeber“ folgend stellten sie bereits 100.000<br />
Lehrern ihre Zeugnisse aus. Die Idee stammt von drei Kölner<br />
Studenten und basiert auf dem Prinzip des Professorenbewertungs-Portals<br />
&quot;<a href="http://www.meinprof.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meinprof.de</a>&quot;:<br />
Nach einer Registrierung können die Nutzer eine eigene Profilseite<br />
einrichten und ihre Lehrer anhand von Kategorien wie „peinlich<br />
und öde“, „cool und witzig“, „hässlich“<br />
oder „sexy“ bewerten. Die Notenvergabe für diese<br />
Soft-Skills stößt jedoch bei einigen Lehrern und deren<br />
Verbänden auf Ablehnung: Über die eigentliche Qualität<br />
des Unterrichts sagten die Schülerwertungen wenig aus. Durch<br />
die Anonymität des Internets ließen sich einige Schüler<br />
zudem zu teilweise beleidigenden Statements hinreißen, weshalb<br />
die Kommentarfunktion zu den jeweiligen Lehrern entfernt wurde.</p>
<p>Eine Lehrerin aus dem nordrhein-westfälischen Moers fühlte<br />
sich durch die öffentliche Notenvergabe auf spickmich.de bloßgestellt<br />
und in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Sie leitete zivilrechtliche<br />
Schritte ein, um die Veröffentlichung des Schulnamens und den<br />
dort von ihr unterrichteten Fächern zu verhindern. Eine zunächst<br />
erwirkte einstweilige Verfügung hob die Zivilkammer des Landgerichts<br />
Köln wieder <a href="http://www.jm.nrw.de/Presse/presse_weitere/PresseOLGs/11_07_2007/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf</a>:<br />
Weder datenschutzrechtliche Bestimmungen noch das Persönlichkeitsrecht<br />
seien verletzt worden, so das Gericht. Die Benotungskategorien auf<br />
&quot;spickmich.de&quot; fielen in den Bereich der freien Meinungsäußerung,<br />
begründeten die Richter. Die Betreiber von &quot;spickmich.de&quot;<br />
werten das Urteil als Erfolg für mehr Transparenz &#8211; für<br />
eine Qualitätsverbesserung des Unterrichts sei ein Feedback<br />
durch die Schüler unerlässlich.</p>
<p><b>Lehrerbewertung leicht zu überlisten</b></p>
<p>Für den Philologenverband, der als Bundesorganisation der Gymnasiallehrer<br />
deren berufs- und bildungspolitische Interessen vertritt, ist diese<br />
Art von Rückmeldesystem aber nicht zielorientiert. Die Erhebung<br />
sei zu pauschal. Der Verband kritisiert weiterhin das öffentliche<br />
Anprangern durch bundesweite „Flop-Listen“ sowie das<br />
leicht zu manipulierende Bewertungsverfahren. Ein <a href="http://www.haz.de/newsroom/regional/dezentral/hannover/art185,74307" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selbstversuch<br />
von niedersächsischen Lehrern</a> hat gezeigt, wie einfach<br />
das System durch Mehrfachbewertungen zu überlisten ist: Binnen<br />
weniger Tagen gelang es ihnen, sich über fiktive Profile gegenseitig<br />
in die Top10-Liste der beliebtesten Lehrer zu wählen und damit<br />
auf die geringe Aussagekraft des Bewertungsportals aufmerksam zu<br />
machen. </p>
<p>„Lehrer sind kein digitales Freiwild“, so Heinz-Peter<br />
Meidinger, Bundesvorsitzender des Philologenverbandes. Die Politik<br />
müsse einschreiten, um die Persönlichkeitsrechte der Lehrer<br />
zu schützen. Eine Überarbeitung des Telemediengesetzes<br />
sei notwendig: Bis jetzt können die Anbieter von Online-Diensten<br />
nicht für die Cyber-Attacken verantwortlich gemacht werden.<br />
Strafbar macht sich allein derjenige, der Videos und Kommentare<br />
veröffentlicht. Der Philologenverband fordert, dass in Zukunft<br />
problematische Inhalte im Voraus gesperrt werden können und<br />
die Website-Betreiber mehr Verantwortung übernehmen müssen.<br />
Der Verband hat der Kultusministerkonferenz einen <a href="http://www.dphv.de/index.php?id=20&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=87&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=2&amp;cHash=e64b90632e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maßnahmenkatalog</a><br />
vorgelegt, dessen Vorbild ein Programm der britischen Regierung<br />
ist. In Großbritannien richtete man aufgrund zunehmenden &quot;Cyberbullyings&quot;<br />
unter anderem eine nationale Beratungsstelle ein. </p>
<p><b>Politiker greifen ein</b></p>
<p>In Nordrhein-Westfalen äußerten sich Anfang Juli 2007<br />
erstmals auch <a href="http://www.presseservice.nrw.de/presse2007/07_2007/070704MSW_JM.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politiker<br />
zum Thema Online-Mobbing</a> und sicherten den Lehrern ihre Unterstützung<br />
zu. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU)<br />
betonte, dass es sich bei der beleidigenden und herabwürdigenden<br />
Darstellung von Lehrern nicht um schlechte Schüler-Scherze,<br />
sondern um Straftaten handle, die entsprechend strafrechtlich zu<br />
verfolgen seien. Ergänzend bestünde für Betroffene<br />
die Möglichkeit, zivilrechtlich gegen die Verletzung des Persönlichkeitsrechts<br />
vorzugehen und Internetseiten der Schulaufsicht zu melden. Die Schulministerin<br />
Barbara Sommer (CDU) hat die Bezirksregierungen angewiesen, Inter-netseiten<br />
mit Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalten zu sperren.<br />
Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit den Lehrerverbänden,<br />
um eine einvernehmliche Problemlösung herbeizuführen.</p>
<p>Die Betreiber von &quot;spickmich.de&quot; überlegen zurzeit,<br />
die in Kritik geratenen Bezeichnungen ihrer Kategorien zu ändern<br />
und stehen dafür ebenfalls im Dialog mit dem NRW-Bildungsministerium.</p>
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		<title>Boykott: SPD antwortet nicht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/boykott-spd-antwortet-nicht-2430/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jspreen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Kandidatenwatch lässt Bürger fragen und Politiker antworten. Im Bremer Wahlkampf weigert sich die SPD allerdings, auf derselben Plattform wie rechtsextreme Parteien zu diskutieren. Doch nicht alle SPDler halten sich an den Boykott, wie Julia Spreen beobachtete.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Kandidatenwatch lässt Bürger fragen und Politiker antworten. Im Bremer Wahlkampf weigert sich die SPD allerdings, auf derselben Plattform wie rechtsextreme Parteien zu diskutieren. Doch nicht alle SPDler halten sich an den Boykott, wie Julia Spreen beobachtete.<!--break--></p>
<p class="normal">
&nbsp;
</p>
<p class="normal">
Die Während die Onlinekampagnen der Parteien zum Bremer Bürgerschaftswahlkampf kaum Neues oder Interaktives enthalten, findet am Rande des Wahlkampfes eine Debatte über den ‚richtigen‘ Umgang mit rechtsextremen Parteien auf unabhängigen und überparteilichen Internetplattformen statt.</p>
<p><span class="fett">Die Kommunikationsplattform „Kandidatenwatch&quot;</span></p>
<p>Das Internetportal<br />
<a href="http://www.kandidatenwatch.de/bremen-435-0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kandidatenwatch</a> hat zum Ziel, Politik transparenter zu machen – und bedient sich dafür eines simplen und dennoch effektiven Konzepts: Bürger können ihren Kandidaten und Abgeordneten online Fragen stellen, die dann ebenfalls über das Internet von den Politikern beantwortet werden und öffentlich einsehbar sind. Die Idee zu diesem Projekt stammt von der Bürgerinitiative „<br />
<a href="http://www.mehr-demokratie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Demokratie e.V.</a>&quot; und wird heute von der Parlamentwatch GmbH betrieben. Bei inzwischen fünf Landtagswahlen sowie bei der vergangenen Bundestagswahl kam Kandidatenwatch als Orientierungshilfe im Wahlkampf zum Einsatz. Das Projekt finanziert sich über Kooperationspartner, in Bremen die Heinrich-Böll-Stiftung, sowie aus Beiträgen der Kandidaten. Für 60 Euro können diese Ihr Profil erweitern, ein Foto und ihre Termine veröffentlichen und ihre eigene Website verlinken.<br />
<br />
<span class="fett"><br />
<br />
SPD kritisiert die Teilnahme rechtsextremer Parteien</span></p>
<p>Am 26. März 2007 wurde Kandidatenwatch für die Bremer Landtagswahl freigeschaltet. Bereits im Vorfeld kündigte der Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidat<br />
<a href="http://www.jens-boehrnsen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jens Böhrnsen</a> an, sich nicht an dem Internetportal zu beteiligen, sollten dort auch rechtsextremen und faschistischen Parteien ein Forum bekommen. Als Folge zog Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, seine bereits zugesagte Schirmherrschaft für das Projekt zurück. Auch SPD-Fraktion und Landesorganisation unterstützten den Boykott. Demokraten, so argumentieren die Politiker, sollten sich nicht neben rechtsextremen Vereinigungen präsentieren und damit den Eindruck eines normalen demokratischen Miteinanders erwecken.</p>
<p>Die Kritik begründet die SPD mit grenzwertigen Aussagen des Bundesvorsitzenden der NPD, Udo Voigt, zum Zweiten Weltkrieg. Trotz des Moderationskodexes schaltete das Kandidatenwatch-Kuratorium während des Berliner Landtagswahlkampfes eine Antwort mit sehr eigener Geschichtsauffassung zunächst frei und entfernten den Beitrag erst nachträglich. Die Forderung der SPD, Wählervereinigungen wie DVU, Republikanern und „Bremen muss leben&quot; von der Onlineplattform auszuschließen, lehnt Kandidatenwatch ab: Allen zur Wahl zugelassenen Parteien und Kandidaten solle eine Plattform geboten werden.</p>
<p><span class="fett">Dem Boykott fehlt die einheitliche Linie</span></p>
<p>Die Linkspartei folgt dem Beispiel der SPD und beteiligt sich ebenfalls nicht an der Onlinekommunikation. Die übrigen Parteien stellen ihren Kandidaten die Entscheidung frei, ziehen es generell aber vor, der radikalen Argumentation rechter Parteien eine inhaltliche Alternative entgegenzusetzen.</p>
<p>Innerhalb der boykottierenden Parteien fehlt die einheitliche Linie: Während einige SPD-Kandidaten auf Anfragen mit einer Standardantwort reagieren, in der sie die Gründe für die Nicht-Teilnahme darlegen und auf Möglichkeiten der direkten Kontaktaufnahme verweisen, antworten andere gar nicht.<br />
<a href="http://www.kandidatenwatch.de/helga_ziegert-424-10223.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Helga Ziegert</a> , DGB-Regionsvorsitzende, brach ausnahmsweise den Streik, als sie auch inhaltlich auf die Fragen einging. Bisher folgte keiner der SPD-Kandidaten diesem Beispiel; lediglich ein für die Linkspartei kandidierender Parteiloser antwortete ebenfalls auf Nutzerfragen.</p>
<p><span class="fett">Antwortverhalten der Parteien</span></p>
<p>Kandidatenwatch verläuft durchaus erfolgreich: In den ersten vier Wochen nach der Freischaltung verzeichneten die Initiatoren ca. 130.000 Seitenzugriffe, was in etwa 36.000 Nutzern entspricht. Insgesamt wurden in den ersten fünf Wochen 216 Fragen gestellt, von denen 101 beantwortet wurden. An die DVU und die Republikaner richteten sich dabei 7% der Fragen, während auf die etablierten Parteien SPD, CDU, Grüne, FDP und Linkspartei 85% der Fragen entfielen. Die meisten Anfragen bekamen die Kandidaten der CDU; knapp die Hälfte dieser Fragen wurde beantwortet. Auf die meisten Fragen gingen die Kandidaten der FDP und einiger kleiner Parteien ein, die bisher beinahe jede Frage beantwortet haben. 25 der 289 Kandidaten erweiterten ihr Profil und beteiligten sich so an den Kosten von Kandidatenwatch.</p>
<p>Die Bremer Bevölkerung scheint also Gesprächsbedarf zu haben – und auch die SPD zeigte sich trotz Kandidatenwatch-Boykott dialogbereit: Die Idee von Jens Böhrnsen, ein Portal ausschließlich für demokratische Parteien aufzubauen, scheiterte in diesem Wahlkampf aber an der mangelnden Zeit. Unter der Annahme, dass das Internet weiterhin an Bedeutung für die Informationsbeschaffung der Wähler gewinnt, werden die Parteien der Beteiligung an Online-Kommunikationsportalen kaum ausweichen können und bei weiterem Boykott Alternativen anbieten müssen.<br />
</p>
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