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	<title>Jan Voß &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Jan Voß &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Eine (App) für Alle – Mobilität der Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Feb 2019 14:34:09 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Geteilte Autos und Fahrräder, der schnelle Umstieg von PKW auf Schiene. Die Zukunft der Mobilität soll digital und elektrisch werden. Ein erster Schritt dahin wird in den nächsten Jahren ein multimodales – also vielfältiges – Mobilitätsangebot sein. Doch wie kann die Vernetzung dieser Verkehrsanbieter gelingen? Ein Plädoyer für verkehrsartenübergreifenden Apps statt Insellösungen.</p>
<p>Wenn über die Zukunft der Mobilität geschrieben wird, dann geht es meist um autonomes Fahren. Egal ob <a href="https://www.sueddeutsche.de/auto/selbstfahrende-autos-deutsche-fahren-selbst-chinesen-lassen-fahren-1.4030435" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autonom fahrende elektrisch angetriebene Autos</a>, <a href="https://www.mdr.de/wissen/faszination-technik/selbstfahrendes-e-bike-aus-magdeburg-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autonom fahrende Fahrräder</a> oder Flugtaxen. Doch was bringen die autonom fahrenden Fahrzeuge, wenn man in einer neuen Stadt aus dem Zug oder dem Flugtaxi steigt und nicht weiß, was der beste, schnellste und günstigste Weg zum Ziel ist? Man könnte jetzt versuchen, den analogen oder digitalen Stadtplan zu studieren oder lädt sich eine Mobilitäts-App herunter. Doch dort offenbart sich das nächste Problem bei der Orientierung und dem Ticketkauf: <a href="https://www.mvg.de/services/mobile-services/fahrinfo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a>, <a href="https://www.bvg.de/de/Fahrinfo/Jederzeit-mobil" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin</a> oder <a href="https://www.mainzer-mobilitaet.de/aktuell/aktionen/details/artikel/abfahrtszeiten-in-echtzeit-fuer-mainz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mainz</a>. Jede Verkehrsgesellschaft, die etwas auf sich hält, hat eine eigene App.</p>
<p>Die Zukunft wird multimodal sein – Personen nutzen mehrere Verkehrsmittel, um ans Ziel zu kommen. Vom Bus in den Zug umsteigen und die letzten Meter mit dem Leihrad zurücklegen. Auch hier haben die verschiedenen Anbieter eigene Apps und Anwendungen. Car2Go, Nextbike oder Call a Bike. Nicht in jeder Stadt gibt es die heimischen Anbieter – also jedes Mal eine neue App herunterladen und ein neues Benutzerkonto anlegen. Unpraktisch und zeitaufwändig.</p>
<h3>Insellösungen einzelner Verkehrsbetriebe nicht attraktiv</h3>
<p>Diese unübersichtlichen Angebote der Mobilitätsanbieter und ihrer Apps führt zu einer weiteren Attraktivitätssenkung der Angebote. Es fehlt der Anreiz und die Leichtigkeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, wenn die Nutzung die Handhabung der Apps nicht intuitiv nutzbar ist und keinen Spaß bringt. Das zeigt sich bereits beim Marktführer – der Deutschen Bahn. Diese ist als Mobilitätsdienstleister über die Tochterfirmen Flinkster und Call a Bike, neben dem Schienen und Busverkehr auch im Car- und Bike-Sharing-Business unterwegs. Aber anstatt diese Angebote in einer App zu bündeln, muss sich der Nutzer <a href="https://www.bahn.de/p/view/service/mobile/index.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sechs Apps</a> herunterladen, um alle Angebote für ein vollumfängliches, barrierefreies Reisen nutzen zu können.</p>
<p>Eine Lösung können Meta-Apps sein, die einem bei der Navigation durch den fremden Tarifdschungel und bei der Planung längerer Reisen behilflich sein. Apps wie Moovel, FromAtoB oder Qixxit bündeln die Informationen unterschiedlicher Mobilitäts-Angebote von Carsharing-Angeboten, über Bus- und Bahnverbindungen und bieten zumeist auch die gleichzeitige Buchung der Angebote. In einem Test stellte die <a href="https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article161798371/Wenn-fuer-Berlin-Hannover-ein-Taxi-fuer-429-Euro-vorgeschlagen-wird.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Warentest</a> jedoch fest, dass eigentlich alle Apps noch starken Verbesserungsbedarf aufweisen. In Berlin nehmen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der App Jelbi <a href="https://edison.handelsblatt.com/erleben/jelbi-neue-mobilitaets-app-fuer-berlin/23991188.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen neuen Anlauf</a>, die Mobilitätsangebote der Hauptstadt zusammenzufassen.</p>
<h3>Bei aller App-Entwicklung den ländlichen Raum nicht vergessen</h3>
<p>Auch wenn die Apps noch Probleme bei der Performance haben, kann die Zukunft jedoch nur in verkehrsartenübergreifenden Anwendungen liegen. Die Verkehrsbetriebe sollten aufhören, Insellösungen zu entwickeln, und die frei werdenden Ressourcen dafür nutzen, das bestehende Informations- und Mobilitätsangebot zu verbessern. Dazu zählt selbstverständlich eine gute digitale Präsenz, doch sollte dabei eine übersichtliche analoge Information an den Stationen und Haltestellen, besonders im ländlichen Raum, nicht vergessen werden. Denn was bringt die beste Meta-App, wenn auf dem Land keine ausreichende Netz- und Internetabdeckung gegeben ist, um diese zu nutzen und dazu der Bus nur zwei Mal am Tag fährt!<br />
<strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@clemono2?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Clem Onojeghuo</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Engagierte Gegenrede gegen Hetze und Propaganda im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2015 09:06:30 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ob Hinrichtungen von Geiseln oder Zerstörungen kultureller Stätten. Fast täglich berichten die Nachrichtendienste über die Gräueltäten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). In einem ähnlichen Ausmaß verbreitet der IS selbst Videos seiner Taten im Internet. Dort tobt schon seit einigen Monaten ein Stellvertreterkrieg: Die Dschihadisten gegen ihre Gegner. Die Propagandavideos des IS erinnern an Trailer neuerer Computerspiele und lassen den Krieg wie ein cooles Abenteuer aussehen. Dem gegenüber stehen staatliche Institutionen, private Unternehmen, Initiativen und Einzelpersonen. Sie versuchen, den Einfluss der Islamisten einzudämmen und diesem entgegenzuwirken.</p>
<p>Daher besteht der Bedarf nach einer richtigen Strategie. Mit ihr soll den qualitativ hochwertig produzierten Videos und vielfältigen Auftritten in den sozialen Medien entgegengewirkt werden. Eine solche Strategie wurde und wird bisher heftig in der westlichen Welt diskutiert. Anfang diesen Jahres setzten die <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.youtube.com/user/ThinkAgainTurnAway/videos" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigten Staaten</a></span> und <span style="text-decoration: underline;">Frankreich</span> noch auf Abschreckung: Mit Videos von realen Kriegsopfern- und folgen sollten interessierte Jugendliche aufgeklärt werden. Sehr erfolgreich war die Gegenpropaganda jedoch nicht. Ein Grund könnte sein, dass die Videos dem IS-Bildmaterial zu sehr ähneln.</p>
<h3>Propaganda nicht unkommentiert stehen lassen</h3>
<p>Unter dem Begriff &#8220;Counter Narratives&#8221; werden im englischsprachigen Raum bereits neue Strategie der Gegenpropaganda entwickelt. Im Deutschen gibt es bislang keine adäquate Übersetzung. Am ehesten trifft es vielleicht &#8220;Couragierte Gegenrede&#8221; oder &#8220;Gegenerzählung&#8221;. Dafür finden sich jedoch im deutschsprachigen Raum viele Beispiele. Insbesondere werden solche Strategie gegen Neonazis und Rechtspopulisten eingesetzt, wie die Plattform <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/neues-aus-dem-monitoring-counter-narratives-10086" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netz-gegen-nazis.de</a></span> zeigt. Unabhängig davon, ob es sich um Nazis oder Dschihadisten handelt. Wichtig ist es, die emotional mitreißenden und wenig korrigierbaren Rekrutierungs- und Ideologie-Videos und Facebookseiten nicht unkommentiert stehen zu lassen. Gegenrede kann dabei vielfältig und von verschiedenen Seiten kommen. Ein ehemaliger britischer Islamist will zum Beispiel mit seiner Comicvideoserie <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.youtube.com/user/abdullahx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Abdullah X&#8221;</a></span>, über Dschihadisten aufklären und Zweifel an deren Versprechungen wecken.</p>
<p>Auch auf europäischer Ebene handeln die staatlichen Institutionen. Sie haben das <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://netzpolitik.org/2015/strategische-kommunikation-mit-lefloid-und-mrwissen2go-eu-regierungen-fuellen-das-internet-mit-gegenerzaehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Beratungsteam für strategische Kommunikation in Bezug auf Syrien“ (SSCAT)</a></span> ins Leben gerufen. Das SSCAT soll die EU-Mitgliedsstaaten sowie europäische Institutionen bei der Ausarbeitung von Kampagnen unterstützen. Ziel ist die Aufklärung und Information von jungen und jugendlichen Menschen. Gerade bei ihnen handelt es sich um die potenziellen Rekruten des IS. In Deutschland wurden die Maßnahmen von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) umgesetzt. Gemeinsam mit drei bekannten Youtubern hat die bpb eine <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://dradiowissen.de/beitrag/aufklaerungskampagne-youtuber-erklaeren-kernbegriffe-des-islam" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoreihe produziert</a></span>, die über die Kernbegriffe des Islam aufklärt und dabei die Sprache der Jugendlichen trifft. In einer zweiten Reihe gibt es Interviews mit Wissenschaftlern und Experten. In Frankreich wird eine härtere Gangart eingelegt: Um junge Franzosen vom Kampf für den IS abzuhalten, werden in kurzen Videoclips unter anderem die Geschichten von Jugendlichen erzählt, die im Kampf umgekommen sind.</p>
<h3>Ansichten von IS-Gegnern &#8220;bei weitem nicht stark genug&#8221; im Netzwerk</h3>
<p>Die verstärkte Nutzung der sozialen Netzwerke zu Propaganda- und Rekrutrierungszwecken erkennen auch die Vereinten Nationen in einem <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.theguardian.com/technology/2015/jun/25/internet-companies-being-misused-as-extremist-mouthpiece-say-un-experts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a></span> an. Eine geeignete Reaktion der Unternehmen, auch durch bessere Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, wird angemahnt. Counter Narratives alleine reichten nicht zum effektiven Kampf gegen den IS, wie <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.wired.de/collection/latest/facebook-youtube-vimeo-und-co-kampfen-gegen-terror-propaganda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google-Managerin Victoria Grand</a></span> mahnte.</p>
<p>Facebook, Youtube und Co. haben jedoch zum Teil bereits schon reagiert und Sicherheitsteams aufgebaut. Die Videoplattform Vimeo beispielswiese hat ein Team von vier Mitgliedern. Facebook vier Teams in den USA, Indien und Europa. Die Facebook-Teams durchsuchen das Netzwerk nach möglicher Propaganda.</p>
<h3>&#8220;Flaggen&#8221; gegen den IS und Hetze</h3>
<p>Die wichtigste Waffe der Sicherheitsteams ist dabei die sogenannte &#8220;Flag&#8221;-Funktion. Dort kann jeder Nutzer Posts oder Videos mit fragwürdigem Inhalt markieren. Anschließend werden die entsprechenden Beiträge in den internen Prüf-Apparat weitergeleitet. Dort wird dann entschieden, ob ein Beitrag gelöscht wird oder nicht. Über die kritikwürdigen Löschpraktiken der Sozialen Netzwerke haben wir bei <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://politik-digital.de/news/facebooks-politik-des-nicht-loeschens-145629/">politik-digital.de</a></span> berichtet. Die sozialen Netzwerke rechtfertigen ihre Geheimhaltung der Lösch-Richtlinien. So geben sie an, dass ihre Gegner die eigenen Vorgehensweisen nicht kennen sollen, um sich diesen anzupassen.</p>
<p>Aber auch die Gegenseite schläft nicht. Wenn ein Profil oder eine Seite gesperrt oder gelöscht wird, erscheint diese unter anderem Namen nach kurzer Zeit wieder. Zwar setzen die sozialen Netzwerke auf regelmäßige Social Media Trainings von NGOs. Doch trotzdem benötigt es neben der Arbeit der Sicherheitsteams der Unternehmen und NGOs weiterhin die aktive und engagierte Arbeit von Einzelnen, um der Propaganda vielseitig und großflächig mit Gegenpositionen und aufklärenden Inhalten entgegenzutreten.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/balleyne/">balleyne</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/"> (CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-digitale-wir-unser-weg-in-die-transparente-gesellschaft-147232/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2015 08:22:38 +0000</pubDate>
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<p>NSA-Überwachungsskandal, Big Data oder der Arabische Frühling. In seinem neuen Buch &#8220;Das digitale Wir&#8221; widmet sich der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch der Ausgestaltung der derzeitigen Informations- und Transparenzgesellschaft und ihrer Entwicklung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Shoppen in einem großen Einkaufszentrum. Supermärkte, Fachgeschäfte mit den verschiedensten Waren, aber auch Banken, Spielhallen und gemütliche Bars, die zum Verweilen und Freunde treffen einladen. Sehr viel ist dort umsonst zu haben. Nur eine einzige Gegenleistung verlangen alle Geschäfte: Eine freundliche Servicekraft notiert alle privaten Daten am Eingang. Grundlegendes wie Name, Adresse und Beziehungsstatus bis zu Intimsten wie die sexuelle Präferenz. Gerne auch mit Kopie des Personalausweises und des Adressbuchs. In der realen Welt würde das kein Kunde über sich ergehen lassen. Im Internet ist das selbstverständlich. Mit diesem Bild zeigt Peter Schaar in &#8220;Das digitale Wir&#8221; deutlich, welcher Überwachung sich die Menschen im Internet aussetzen und welche Daten sie dort äußerst freiwillig preisgeben.</p>
<p>Schaar befasst sich in seinem Werk mit der Entwicklung des Internets. Zu Beginn der Digitalisierung gingen einige Menschen noch von einem herrschaftsfreien Raum aus, der Gleichheit für alle mit sich brächte. Der anfängliche Traum von Freiheit und Selbstbestimmtheit durch und im Internet hat sich verflüchtigt. Der öffentlich zugängliche Bereich des Internets wird von einigen großen Konzernen kontrolliert, die den Nutzern verlockende Angebote präsentieren, doch auch ihre Monopolstellung vielfältig ausnutzen.</p>
<h3>Digitales &#8220;Wir&#8221; gegen digitales &#8220;Ich&#8221;</h3>
<p>Mit der Entwicklung hin zu einer Big Data Gesellschaft und des &#8220;Internet of Things&#8221; über die Sharing Economy und den ausgerufenen Siegeszug des schnellen Geldes mit dem schnellen Netz und der Rechenleistung beschreibt Schaar die Ergebnisse der Digitalisierung. Darüber hinaus zeigt er die Folgen der scheinbaren omnipräsenten Transparenz auf die Einzelperson und vom Netz zur analogen Welt auf.</p>
<p>Durch das ganze Buch zieht sich die Einstellung des Datenschützers und ehemaligen Bundesbauftragten für den Datenschutz Peter Schaar, die sich auch im Untertitel wiederfindet: &#8220;Der Weg in eine Transparente Gesellschaft&#8221;. Gegen eine einseitige Transparenz, nämlich die des Nutzers. Für ihn steht fest: Es darf nicht beim gläsernen Bürger und Staat gegen intransparente Internetkonzerne bleiben. Der scheinbaren Freiheit von Informationen und Beteiligungsmöglichkeit stehen Internetmonopolisten wie Google und Facebook entgegen, die durch ihre geheimgehaltenen Algorithmen die Suchergebnisse beeinflussen und sogenannte Filterblasen generieren, ohne dass staatliche Institutionen oder die Nutzer Einfluss auf die Ergebnisse hätten.</p>
<h3>Wie politisch auf das Internet reagieren</h3>
<figure id="attachment_147238" aria-describedby="caption-attachment-147238" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147238" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover-305x466.jpg" alt="" width="198" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-147238" class="wp-caption-text">Schaar, Peter: Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft. Verlag: Körber-Stiftung, 224 Seiten, 17,00 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-89684-168-1</figcaption></figure>
<p>Der Datenschützer spart auch nicht mit Kritik an der Politik. So an der amerikanischen Regierung, die Anfang 2010 für eine unbeschränkte Nutzung von elektronischen Medien eintrat und die &#8220;Internetfreiheit&#8221; zu einer Priorität der amerikanischen Politik erklärte. Kurze Zeit später veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks diplomatische Depeschen und militärische Dokumente, die der US-Gefreite Bradley (Chelsea) Manning an sie weitergegeben hatte. Für die Weitergabe der Informationen wurde er zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auch die politische Landschaft und Gesellschaft hat sich durch das Internet gewandelt. Viele Politiker nutzen Social Media, um den Kontakt zu den Wählern auch außerhalb des Wahlkampfes zu halten. Offen bleibt jedoch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz, insbesondere bei Firmen mit Sitz und Servern außerhalb der EU.</p>
<p>Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für den Journalismus, der neue Absatzmärkte aber auch neue Arten des Schreiben entwickelt. Für die Zivilgesellschaft, die sich scheinbar vielfältiger durch offeneren Informationszugang und Online-Petition beteiligen kann. Aber auch für die Politik, die das Neuland erkunden und durch Online-Wahlen und staatlicher Social Media Auftritte die Bürger zur Beteiligung und Erhöhung der Wahlbeteiligung anregen möchte. All diese Ansätze und Entwicklungen führt Peter Schaar an, beschreibt aber auch deren Probleme.</p>
<h3>Der &#8220;Arabische Frühling&#8221; ohne Social Media?</h3>
<p>Vor dem sogenannten &#8220;Arabischen Frühling&#8221; zeigte die &#8220;Twitter-Revolution&#8221; im Iran bereits 2010, welche Wege das Internet dem Protest ermöglichte. Viele Protest-Teilnehmer mobilisierten und vernetzten sich über Mobiltelefone und das Internet, besonders über den später namensgebenden Kurznachrichtendienst. Dort wurde in den Folgejahren in Tunesien und Ägypten Facebook genutzt, um die Rebellion aufrecht zu erhalten und Bilder und Informationen unter der Regimesperre zu teilen. Schaar bezieht dazu kritisch Position: Die Wirkung des Internets würde überschätzt, &#8220;wenn [&#8230;] eine Art Automatismus zwischen der Zugänglichkeit von Facebook, Twitter &amp; Co. und dem Erstarken der Opposition gegen undemokratische Regierungen hergestellt wird.&#8221;</p>
<h3>Lasst niemanden zurück!</h3>
<p>Abschließend wagt Schaar einen Blick in die Zukunft. Zusammenfassend, auch für das gesamte Buch, lässt sich der letzte Satz als Apell verstehen: &#8220;Niemand darf zurückbleiben!&#8221; Auch wenn er im letzten Kapitel, im Gegensatz zu den fundierten Ausführungen der vorherigen Kapitel, eher kurzangebunden bleibt, so zeigt er doch eindringlich auf, dass das Internet und die Digitalisierung einen aktiven Gestaltungswillen der Politik und Gesellschaft brauchen, um digitale Gleichberechtigug für alle, Machtbegrenzung von Monopol-Firmen, aber auch der Sammelwut der staatlichen Institutionen, zu erreichen.</p>
<p>Das Buch ist sehr lesenwert, da Peter Schaar auf 200 Seiten auch für Nicht-Netzaktivisten verständlich und unterhaltsam die Entwicklung des Internets, dessen Chancen aber auch die Gefahren für die Zivilgesellschaft, Politik und Einzelpersonen ausführt. Seine Aussagen und Beschreibungen untermauert der Datenschützer wissenschaftlich mit vielseitigen Quellen. Dabei zögert er nicht, neben Kritik an den Unternehmen und Politik auch eigene Fehler oder falsche Prognosen der Netzgemeinschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luckey_sun</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Rechtes Gedankengut: Gefällt mir nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2015 13:59:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jobbik]]></category>
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					<description><![CDATA[Bomberjacke und Springerstiefel waren gestern. Identifizierung durch eindeutige Kleidung wird schwerer. Mit &#8220;cooler&#8221; Kleidung auf gut designten Seiten zeigen sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rechtesgedankengut.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146014" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rechtesgedankengut.jpg" alt="Rechtesgedankengut" width="640" height="280" /></a>Bomberjacke und Springerstiefel waren gestern. Identifizierung durch eindeutige Kleidung wird schwerer. Mit &#8220;cooler&#8221; Kleidung auf gut designten Seiten zeigen sich neue rechte Gruppen im Internet. Besonders bei Facebook, YouTube und Twitter verbreiten Neonazis Hasspropaganda und rassistische Äußerungen. Ein Überblick der aktuellen Lage.</p>
<p>Die Aufmachung wirkt ansprechend und nicht immer ist auf den ersten Blick der rassistische Ursprung zu erkennen. Mit der Fassade scheinbar besorgter BürgerInnen verbreiten die Rechten ihr Gedankengut in den sozialen Medien. Dies zeigt sich an der großen Anzahl von Facebook-Seiten wie &#8220;Nein zum Heim X&#8221; oder &#8220;Stadt Y wehrt sich gegen Z&#8221;, die unter anderem gegen Flüchtlinge oder eine angebliche Überfremdung &#8220;ihrer&#8221; Stadt wettern. Besonders in Brandenburg sind RassistInnen gut vernetzt. Die populärsten Seiten im Bundesland sind dabei &#8220;Brandenburg wehrt sich&#8221; (mit über 6.300 &#8220;Gefällt-mir&#8221;-Angaben) und &#8220;Ein Licht für Deutschland gegen Überfremdung&#8221; (mit 5.000 &#8220;Gefällt-mir&#8221;-Angaben). Zwar lassen sich &#8220;Gefällt mir&#8221;-Angaben nicht eins zu eins in Personen umrechnen. Sicher ist jedoch: Mehrere tausend Personen stimmen fremdenfeindlicher Hetze im Internet zu.</p>
<p>Die Werbung von SympathisantInnen und das Knüpfen von Verbindungen hat sich ins Internet und besonders stark auf die sozialen Medien verlagert. Besonders erfolgreich damit scheint die ungarische <a href="http://www.br.de/nachrichten/rechtsextremismus/internet-neonazis-ungarn-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechtsaußen-Partei Jobbik</a> zu sein, die ein Großungarn fordert und gegen Minderheiten wie die ungarischen Roma hetzt. Doch trotz der extremen Inhalte scheint die Partei mit ihrem breitangelegten cross-medialen Auftritt, durch Verknüpfung ihres Contents auf Twitter, YouTube und Facebook eine gute Strategie zu fahren. Die Partei hat bei Facebook knapp 300.000 Likes – weit mehr als CDU und SPD gemeinsam. Bei Betrachtung der Likes und Followern erkennt man eine gute Vernetzung mit rechtsradikalen Parteien und Einzelpersonen in ganz Europa.</p>
<h3>Phänomen des Internets: Die Identitären</h3>
<p>Einige Bewegungen der neu-rechten und rechtsextremen Gruppierungen sind hingegen fast ausschließlich ein Phänomen des Internets und weisen bisher keine festen Mitgliederstrukturen auf: So zum Beispiel die <a href="http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/173908/glossar?p=31" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Identitäre Bewegung</a>. Die Identitären vertreten die Theorie des Ethnopluralismus. Sie erfassen Ethnien nicht nach biologischen Kriterien, sondern definieren diese nach Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis. In ihrem Verständnis sind die Identitären einsame Verteidiger der &#8220;abendländischen Kultur&#8221;, welche angeblich vom Islam bedroht wird. Dabei vertreten sie klassische islamfeindliche, rassistische und demokratiefeindliche Positionen, die sie popkulturell aufbereiten und in Flashmobs oder Spaßguerilla-Aktionen verpacken.</p>
<p>Um den Umtrieben der Neonazis Einhalt zu gebieten, engagieren sich zahlreiche Gruppen und Initiativen gegen deren Online-Auftritte. Auch werden die Inhalte häufig von staatlicher Seite oder den Betreibern verboten oder gesperrt. So gehen große Netzwerke wie Facebook oder Twitter mittlerweile verstärkt gegen rechtsextreme Inhalte vor. Problematisch bleibt jedoch, dass dieselben Inhalte nach nur kurzer Zeit leicht verändert oder auf einem anderem Profil erneut veröffentlicht werden. Zudem ziehen sich Nazis auch von den großen Netzwerken zurück und gehen beispielsweise zu <a href="http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/computer/studie-rechtsextremismus-online-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">russischen Anbietern</a>. Auch bei eigenen Internetseiten umgehen Nazis die deutsche Gesetzgebung: Ein Hakenkreuz ist in Deutschland verboten, in den USA oder Asien jedoch nicht. Häufig hosten sie ihre Angebote im Ausland, denn dort greift deutsches Recht nicht.</p>
<h3>Die rechte Hetze schwappt aus dem Netz auf die Straße</h3>
<p>Das Internet wird von Neonazis auch verstärkt genutzt, um GegnerInnen einzuschüchtern. Schlagzeilen machte Anfang diesen Jahres gefälschte <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-02/dortmund-todesdrohungen-journalisten-neonazis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Todesanzeigen</a> von aktiven Nazi-GegnerInnen und JournalistInnen im Internet. Die fingierten Anzeigen stammen offenbar aus der Dortmunder-Neonazi-Szene. Doch bei den Drohungen blieb es nicht: Kurze Zeit später <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/dortmund-neonazis-sollen-journalisten-angegriffen-haben-a-1022731.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">griffen Neonazis</a> einen Journalisten an, dem eine gefälschte Todesanzeige gewidmet war. Auch die rechten Facebook-Seiten gegen Flüchtlingsheime bleiben nicht ohne Folgen: Ob in <a href="http://taz.de/Fluechtlingsunterkunft-in-Hoyerswerda/!5202437/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hoyerswerda</a> oder in <a href="https://www.taz.de/Angriff-auf-geplante-Asylunterkunft-/!5017536/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Malterdingen</a>, die Angriffe auf geplante Flüchtlingsunterkünfte häufen sich, und ein Ende scheint nicht in Sicht.</p>
<p>Neben Verboten und Sperren durch Betreiber und Staat benötigt es deshalb auch verstärkt gesellschaftliche Aufklärung und NutzerInnen im Netz, die Nazis und rechtem Gedankengut die Stirn bieten. Denn es ist ein gesellschaftlicher und politischer Anspruch, sich mit Minderheiten zu solidarisieren, sich gegenseitig zu unterstützen und sich klar gegen Naziparolen zu positionieren.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/kdigga/8662218030/in/photolist-ecs8CJ-qJ8Uzg-cLzhEu-pZQga1-ftSQY3-ftCAPa-ftSM4L-ftCGQc-ftSUD1-ftSS5C-ftCs2k-ftCFu2-ftCx2D-ftCEdt-ftT15w-ftCJGX-ftCoTc-ftCsSa-ftSVLy-gLnhja-gLmNrg-gLmMMv-gLmeGm-gLkTVX-gLkZvU-ehvPuk-qWQrR2-gLmgeQ-gLmeW7-aCFQ16-gLkREz-gLkMuu-gLmiK1-aCFPqt-7Qv8CK-aCFPK6-aCJwg3-aCJvR1-8dMbqV-aCJvPh-aCFNLz-aCJwxG-aCJvGU-aCJw8w-aCJw3A-aCJvwS-aCJvhq-aCFPfM-aCJw5Y-aCJvBm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kevin D </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>IT-Gipfel 2015 &#8211; Echte Impulse fehlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2015 13:19:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der seit 2006 jährlich stattfindende nationale IT-Gipfel hat das Ziel, Deutschland als IT-Standort zu stärken. Für den diesjährigen Gipfel im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/broadband.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145787" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/broadband.jpg" alt="broadband" width="640" height="280" /></a>Der seit 2006 jährlich stattfindende nationale IT-Gipfel hat das Ziel, Deutschland als IT-Standort zu stärken. Für den diesjährigen Gipfel im November hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nun ein Impulspapier vorgestellt, das enttäuscht.<b> </b></p>
<p>Der SPD-Minister und Vizekanzler sieht den digitalen Wandel als eine „der zentralen Gestaltungsaufgaben der nächsten Jahre“. Deshalb müsse die Politik den Prozess der digitalen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft aktiv begleiten und gestalten, damit &#8220;Deutschland eine Führungsrolle bei [&#8230;] Digitalisierung von Wirtschaften, Leben und Arbeiten einnehmen kann.&#8221; Das <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/I/industrie-4-0-und-digitale-wirtschaft,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokument</a> mit dem Titel „Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten: Chancen für Wachstum, Beschäftigung, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation“ soll in erster Linie als Diskussionsgrundlage für den kommenden Gipfel dienen und greift deshalb Trends, Maßnahmen und Initiativen sowie zentrale Fragestellungen der Digitalisierung auf.</p>
<h3>Von „Smart Service Welt“ bis „Trusted Cloud“</h3>
<p>Das Papier beschreibt, wie weit die digitale Transformation aktuell fortgeschritten ist und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Darüber hinaus werden Programme und Zielsetzungen vorgestellt, die das Ministerium vorantreiben möchte. Programme wie „Smart Service Welt“ und „Autonomik für Industrie 4.0“ sollen die Technikentwicklung „anwendungsorientiert begleiten und fördern“. Um Unsicherheiten für Cloud-Technologien zu verringern, werde bereits im Rahmen des Technologieprogramms „Trusted Cloud“ eine Datenschutzzertifizierung für Cloud-Angebote erarbeitet, die der Öffentlichkeit bald vorgestellt werde. Kleine und Mittlere Unternehmen werden unter anderem im Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ unterstützt, und die bestehende Förderstruktur für Start-Ups wird ergänzt. Einige Maßnahmen sind bisher jedoch nur Ankündigungen und entbehren sowohl einer genaueren Beschreibung als auch einer statistischen Grundlage.</p>
<h3>Öffentliche WLAN-Angebote rechtssicher gestalten</h3>
<p>Auch für die Zivilgesellschaft formuliert das Ministerium einige Initiativen und Ziele. So wolle man die zügige Weiterverhandlung und Verabschiedung der europäischen Datenschutzgrundverordnung begleiten. Im Dialog mit der Gesellschaft soll an einer Charta 2025 gearbeitet werden, mit dem Ziel, die Möglichkeiten der digitalen Revolution zu beschreiben und ihre Realisierung aufzuzeigen. Mit einer Anpassung des Telemediengesetzes sollen öffentliche WLAN-Angebote rechtssicher gestaltet werden. Konkrete Termine oder Zahlen werden auch in diesem Bereich nicht erwähnt. Insgesamt bleiben die Vorschläge für die digitale Entwicklung der Gesellschaft sehr oberflächlich und eher auf eine Analyse der Geschehnisse beschränkt. Echte Impulse für ein aktives Gestalten sucht man vergeblich.</p>
<h3>Reform des europäischen Verbraucher- und Datenschutzes gefordert</h3>
<p>Das Impulspapier endet mit einem Ausblick auf Europa. Die Sicherheit der Systeme und das Vertrauen in den Schutz der eigenen Daten seien ein Querschnittsthema der Digitalisierung. Dafür müsse die EU Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene schaffen. Darüber hinaus müssen der Verbraucher- und Datenschutz durch ein effektives Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Datensouveränität gestärkt werden. Da auch dem digitalen Wirtschaftsbereich bisher eine entsprechende Marktordnung fehle, müsse dort noch ein regulativer Rahmen geschaffen werden. Auf internationaler Ebene wird das Bundeswirtschaftsministerium Verhandlungs- und Diskussionsprozesse vorantreiben, um sich bei der Schaffung einer neuen weltweiten Internet Governance für die Beteiligung von möglichst vielfältigen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einzusetzen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/joschz/8009921749/in/photolist-dcNWF8-9d5fkZ-8NEMec-9QJeS-9QJfu-9QJfk-9RyJy-6kLHdG-5mn14w-rhs21L-9Ru3d-uqEKF-cfMRs-nX1cAq-9QJfc-eKvYss-eKvY3m-AmBDd-bw7nL7-DKjAg-h1Xr7Z-8GKRA-bw7hz7-7baLvS-Pte2Y-czEjru-6cNPnm-M1CqZ-6hAnjW-bw6LfG-5HR2C3-bw7iuE-59k6NW-6eRnrb-e5dJ3W-52qP6G-8e8rBN-czxe45-czxdpE-czxeCE-czxcZh-czxcnf-9qQ4pd-czxkkQ-bP9PyT-bP9Py4-bK24jt-czxf39-bE5Uxm-bihCd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jo.schz</a></p>
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<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Kommt jetzt endlich der europäische digitale Binnenmarkt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 13:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Oettinger]]></category>
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					<description><![CDATA[Geoblocking, Datenschutz, Urheberrecht. Dies sind nur einige digitale Themen, die die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktuell beschäftigen. Um auch endlich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/world-the-andras-barta-cc0-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148839 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/world-the-andras-barta-cc0-via-pixabay.jpg" alt="Europa vernetzt von the andreas barta cc0 via Bixabay" width="640" height="280" /></a>Geoblocking, Datenschutz, Urheberrecht. Dies sind nur einige digitale Themen, die die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktuell beschäftigen. Um auch endlich im digitalen Bereich einen europäischen Binnenmarkt umzusetzen, hat die EU-Kommission nun ihre lang erwartete Digitalstrategie vorgestellt. Eine Übersicht über die geplanten Initiativen.</p>
<p>Der Europäische Binnenmarkt garantiert den Mitgliedsstaaten und ihren BürgerInnen den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. Ausgenommen davon war bisher die Digitalwirtschaft. EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat schon länger die Einführung eines „Europäischen Digitalen Binnenmarktes“ gefordert. Die Umsetzung dieser Forderung scheint nun mit der lang erwarteten <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4919_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strategie der EU-Kommission</a> zu erfolgen, die der Kommissar gestern gemeinsam mit dem Kommissions-Vizepräsidenten und -Kollegen Andrus Ansip in Brüssel vorgestellt hat.</p>
<h3>Ambitionierte Ziele: Reform des Urheberrechts, Verbraucherschutzes und Geoblockings</h3>
<p>Ziel der Strategie ist ein europaweit einheitlicher Markt ohne Schranken. Dies sollen 16 Initiativen ermöglichen, die bis Ende 2016 angestoßen werden sollen. Ein Schwerpunkt des vorgestellten Papiers bildet das Urheberrecht. Es soll bis Ende 2015 so harmonisiert werden, dass legal erworbene digitale Daten europaweit genutzt werden können. Auch das umstrittene Geoblocking, einer der Gründe für die bislang schwierige Reformierung des Urheberrechts, hat Einzug in das Strategiepapier gefunden. Beim Geoblocking handelt es sich um länderspezifische Inhaltssperren im Internet: So können etwa Videos oder Musik aus Lizenzgründen in anderen EU-Staaten nicht angeboten werden. Über dessen Abschaffung hatten sich die beiden Kommissare Ansip und Oettinger zuvor <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Digitalkommissar-Oettinger-gegen-rasche-Abschaffung-von-Geoblocking-2587481.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">noch heftig gestritten.</a> Nun wolle man nur noch gegen „ungerechtfertigtes“ Geoblocking vorgehen. Dies sei nicht nur häufig beim Urheberrecht anzutreffen, sondern auch beim E-Commerce.</p>
<p>Die Onlinewirtschaft soll durch eine europaweite Angleichung des Verbraucherschutzes unterstützt werden. Unterschiedliche Regeln in den einzelnen EU-Ländern gelten als ein Haupthindernis für den internationalen Onlinehandel. Darüber hinaus wolle man die Datenschutzrichtlinien kritisch begutachten und bis Ende 2015 an das Zeitgeschehen anpassen. Konkrete Maßnahmen werden jedoch nicht genannt. Weiterhin soll eine Reform der Telekommunikationsvorschriften mit Blick auf die Frequenzzuteilung vorangetrieben und ein zeitgemäßer Rechtsrahmen für audiovisuelle Medien gestaltet werden. Dies kann als <a href="http://politik-digital.de/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampfansage</a> der Kommission an die großen Internetplattformen wie Google und Facebook gewertet werden. Denn man wolle die Rolle von Suchmaschinen und sozialen Medien im Markt kritisch beobachten und analysieren, ob deren Praxis von geltendem Wettbewerbsrecht gedeckt sei.</p>
<p>Weitere Vorstöße drängen auf mehr Cybersicherheit und den verstärkten Kampf gegen illegale Inhalte im Internet, andere auf die Bestrebungen, das E-Government mit einem neuen Aktionsplan voranzubringen. Auch die Bereiche E-Health und Umwelt sollen unter digitalen Aspekten weiterentwickelt werden. In diesen Punkten bleibt das Initiativenpapier jedoch sehr vage. Bisher gibt es dafür lediglich die Ankündigung. Auch wie man eine Reform des Urheberrechts, die zuvor bereits mehrmals gescheitert ist, umsetzen möchte, geht aus dem Strategiepapier nicht hervor.</p>
<h3>Kritik: Zu schwamming formuliert und kein Wort zur Massenüberwachung</h3>
<p>Kritik gibt es deshalb bereits aus Politik und Gesellschaft. Die <a href="https://edri.org/digital-single-market-will-citizens-be-at-the-centre-of-the-commissions-plans/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerrechtsorganisation European Digital Rights (EDRi)</a> beispielsweise kritisierte, dass von den großen Ankündigungen wenig übrig geblieben sei und es einige ernsthafte Bedenken gebe. Unmutsäußerungen gibt es auch aus dem Europaparlament. So hält <a href="http://www.tagesschau.de/inland/urheberrecht-101.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Julia Reda</a>, Abgeordnete der Piratenpartei, das Urheberrecht für vollkommen veraltet, auch gehen ihr die vorgelegten Initiativen nicht weit genug. Beim Geoblocking seien nur bezahlte Dienste ins Visier genommen worden. Kostenlose Dienste wie YouTube würden gar nicht berücksichtigt. <a href="http://taz.de/Digitalwirtschaft-auf-der-republica/!159465/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weitere Kritik</a> gibt es dafür, dass im gesamten Dokument kein einziges Mal auf die digitale Massenüberwachung von Geheimdiensten wie der NSA oder dem BND eingegangen wird.</p>
<p>Bild<a href="https://pixabay.com/en/world-europe-map-connections-1264062/">:TheAndrasBarta CC0 via Pixabay</a></p>
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<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>EU-Kommission gegen Google: Worum geht&#8217;s?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-kommission-gegen-google-worum-gehts-145463/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 08:19:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unerwünschte, vorinstallierte Apps auf dem neuen Smartphone, bezahlte Anzeigen und die Ergebnisse von Google Shopping bei der Google-Suche. Die Europäische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/google_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145464" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/google_bearb.jpg" alt="google_bearb" width="640" height="280" /></a></span></strong>Unerwünschte, vorinstallierte Apps auf dem neuen Smartphone, bezahlte Anzeigen und die Ergebnisse von Google Shopping bei der Google-Suche. Die Europäische Kommission hat nun Kartellbeschwerde wegen Ausnutzung des Marktmonopols gegen den Suchmaschinenbetreiber Google eingereicht. Über die Vorwürfe und mögliche Folgen.</p>
<p>Seit 2004 steht „googlen“ im Duden, und mindestens genauso lange wird das Wort synonym für die Informationssuche im Internet genutzt. Der US-Suchmaschinenanbieter ist längst zum Quasi-Monopolisten in der Branche aufgestiegen und für viele nicht mehr aus Internet und Alltag wegzudenken. Der angebotene Service ist derweil zum Milliardengeschäft geworden. Nicht nur die Verwendung der aus Suchanfragen entstehenden Daten, auch die Auffindbarkeit von Dritt-Unternehmen und -AnbieterInnen in den Suchergebnissen wird jedoch seit Längerem von DatenschützerInnen, PolitikerInnen und konkurrierenden Internet-Unternehmen kritisch beobachtet.</p>
<p>Angeführt wird die Riege der KritikerInnen von der Europäischen Kommission, die nun in Brüssel Kartellbeschwerde gegen den Suchmaschinenbetreiber eingereicht hat. Die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager vermutet, dass Google seine Marktmacht missbraucht, um Mitbewerber zu benachteiligen – und das zum Schaden der VerbraucherInnen. <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/13234_de.htm">Der konkrete Vorwurf</a>: Google bevorzugt systematisch seinen eigenen Preisvergleichsdienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten. Bei manchen Google-Produktsuchen würden an prominenter Stelle Ergebnisse mithilfe der für VerkäuferInnen kostenpflichtigen Google-Produktsuche „Google Shopping“ und bezahlter Anzeigen platziert. Googelt man beispielsweise nach Schuhen, werden einem in einem prominent platzierten Kasten unterschiedliche Anbieter zum Preisvergleich präsentiert. Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass hier nur ein einziger Anbieter gelistet wird. EU-Kommissarin Vestager sieht darin einen Verstoß gegen das europäische Wettbewerbsrecht.</p>
<h3>EU-Kommission sieht Schaden für VerbraucherInnen bei Google-Suche und Android</h3>
<p>Fünf Jahre hat die Kommission ermittelt, bevor sie in der vergangenen Woche ein <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4780_de.htm">„Statement of Objections“</a> – eine Art Anklageschrift – an Google Shopping versandt hat. Der Konzern hat nun zehn Wochen Zeit, um auf die Beschuldigungen zu antworten. In einigen Ländern hat Google einen Marktanteil von bis zu 90 Prozent. Sollte dieses EU-Wettbewerbsverfahren die Schuld von Google feststellen, kann dem Konzern ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes drohen. Ausgehend vom Jahresumsatz 2014 wären das 6,6 Milliarden Euro. Der Konzern hatte sich zuvor <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm">bereits</a><a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm"> mehrfach zu Zugeständnissen bereit</a><a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12054_de.htm"> erklärt</a>. Zuletzt hatte Google eine Verpflichtungszusage angeboten, konkurrierende Suchdienste gleichwertig mit den eigenen Diensten darzustellen. Mit dieser hatte sich Vestagers Vorgänger in der EU-Kommission Joaquín Almunia zufrieden gegeben und dem Konzern damit eine Milliardenstrafe erspart.</p>
<p>In ihrem zweiten Anklagepunkt wirft die Kommission Google vor, die VerbraucherInnen auch beim Betriebssystem Android zu benachteiligen. Das Betriebssystem ist auf mehr als 80 Prozent aller Smartphones und Tablets installiert. Der Konzern soll nun Hersteller dieser Geräte gezwungen haben, ausschließlich Google-Anwendungen oder -Dienste vorzuinstallieren.</p>
<h3>Google: Alle Änderungen im Interesse der eigenen NutzerInnen</h3>
<p><a href="http://www.reuters.com/article/2015/04/24/us-eu-google-antitrust-idUSKBN0NF1YX20150424">Laut Presseberichten</a> beruht das Kartellverfahren auf 19 Beschwerden aus Europa und den Vereinigten Staaten. Zu den BeschwerdeführerInnen zählen unter anderem Microsoft, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und das Online-Vergleichsportal TripAdvisor. An den vorgebrachten Behauptungen der Kommission äußern erste JournalistInnen <a href="http://derstandard.at/2000014349590/EU-vs-Google-Reichlich-wenig-Substanz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jedoch Kritik</a>. Die Anschuldigungen seien nicht ausreichend belegbar. Den Argumenten fehle es an Substanz. <a href="http://googlepolicyeurope.blogspot.be/2015/04/the-search-for-harm.html">Google hat bereits auf die Vorwürfe reagiert:</a> Alle Änderungen der vergangenen Jahre – etwa die direkte Anzeige von Informationen zu Wetter und Produkten – seien im Interesse der eigenen NutzerInnen erfolgt. Auch den Android-Vorwurf lehnt das Unternehmen ab. Android sei ein OpenSource-System, Dritthersteller könnten also eigene Varianten des Betriebssystems ganz ohne Google-Services anbieten.</p>
<p>Der Rechtsstreit zwischen der Europäischen Kommission und Google hat gerade erst begonnen und wird sich wohl über eine längere Zeit erstrecken. Ein ähnliches Verfahren, das in den 1990er Jahren von der Kommission gegen Microsoft angestrebt worden war, kam erst 2013 zum Abschluss. Beim aktuellen Verfahren gegen Google werden nun Gutachten gegen Gutachten eingebracht. Jedoch ist das Verfahren nur der erste Schritt. Frankreich beispielsweise möchte Google möglicherweise zur <a href="http://www.seo-suedwest.de/1087-frankreich-google-veroeffentlichung-algorithmen.html">Offenlegung seiner Suchalgorithmen</a> zwingen. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem französischen Senat bereits vor. Und auch in Deutschland wurde und wird immer wieder über <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-gabriel-erwaegt-zerschlagung-von-google/9904318.html">ein härteres Vorgehen gegen Google</a> diskutiert, so äußerten sich zuletzt Bundesinnenminister de Maizière und die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff kritisch über Google.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ozaking/3807417" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wataru Ozaki</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Online-Beteiligung: &#8220;Partzipationsplattformen müssen verständlich und nutzbar sein.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2015 10:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frontend-Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[ePartizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Frontend-Design]]></category>
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					<description><![CDATA[Online-Partizipation liegt im Trend. Immer häufiger nutzen Kommunen, Vereine und Initiativen Beteiligungsplattformen, um Bürger an Planungen und Vorhaben zu beteiligen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablets_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145398" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablets_bearb.jpg" alt="tablets_bearb" width="640" height="280" /></a>Online-Partizipation liegt im Trend. Immer häufiger nutzen Kommunen, Vereine und Initiativen Beteiligungsplattformen, um Bürger an Planungen und Vorhaben zu beteiligen und frühzeitig einzubeziehen. Eine wichtige Rolle spielen hierfür Aufbau und Design der Online-Plattform, um dem Nutzer zu Partizipationsmöglichkeiten so verständlich und nutzbar wie möglich zu machen. Die Frontend-Entwicklerin Regine Heidorn spricht im Interview über ePartizipation aus Design- bzw. Frontend-Perspektive.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Nicht nur die Bundesregierung und Ministerien, auch Kommunen, Schulen, Sportvereine und Bürgerinitiativen entdecken die Partizipationsmöglichkeiten im Internet für sich. Was macht eine gute Online-Partizipationsplattform aus?</p>
<p><strong>Regine Heidor</strong><strong>n:</strong> Prinzipiell gelten die Erfolgskriterien, die allgemein für eine gute User Experience, also eine gute Nutzererfahrung, stehen: eine übersichtliche Gestaltung, deutliche Benennung von Auswahl- oder Eingabemöglichkeiten, ansprechendes Design, eindeutige Aufforderung zum Handeln (Call to Action). Speziell für den Bereich Online-Partizipationsplattform wird es schnell aufwändig, denn die Anforderungen sind bei jedem Projekt individuell. Im Gegensatz etwa zum Online-Handel gibt es weder eine messbare Kaufentscheidung noch sich wiederholende Abläufe wie etwa das Füllen eines virtuellen Einkaufswagens oder Bezahlvorgänge, für die mittlerweile etliche Sammlungen an Vorlagen und technischen Standards vorliegen.</p>
<p>Beobachtbar s<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/regine-heidorn.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-145391 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/regine-heidorn.png" alt="regine-heidorn" width="192" height="192" /></a></strong>ind lediglich quantitative Kennzahlen wie abgegebene Beiträge, Stellungnahmen oder eine Statistik darüber, welche Informationen eingesehen wurden. Wichtig ist bei solchen Verfahren die Beachtung vielfältiger Meinungen, die in verschiedenen Diskussions-Stufen moderierend zusammengefasst werden. Der Erfolg spiegelt sich eher qualitativ. Da es sich meist um Projekte handelt, die von öffentlichen Stellen getragen werden, sind die Anforderungen an Datenschutz und Barrierefreiheit besonders hoch.</p>
<p>Zum Beispiel bei der Öffentlichkeitsbeteiligung für Schleswig-Holstein: Die Anforderung war, dass unangemeldete Bürger zu Verfahren der Bauleitplanung eine juristisch verbindliche Stellungnahme online abgeben können.</p>
<p>Ein gutes Frontend für politische oder administrative Beteiligungsprozesse bemisst sich letztlich daran, wie gut es gelingt, die Beteiligungs- und Verwaltungsangebote so zu übersetzen, dass sie für möglichst viele Menschen selbsterklärend zu entscheiden sind. Wenn wir es schaffen, dass Menschen dann auch noch Spaß daran haben, die Anwendung auf unterschiedlichen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet zu benutzen, haben wir unser Ziel erreicht.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wie läuft der Entwicklungsprozess bei digitalen Beteiligungsplattformen ab? Welche Entwicklungsschritte durchläuft jedes Beteiligungsprojekt?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Hauptsächlich geht es darum, bereits vorhandene Verwaltungsprozesse abzubilden. Die Anforderungen müssen in bewährte Informationsarchitektur und allgemeinverständliche Nutzungsoberflächen von Web-Anwendungen übersetzt werden.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Regine Heidorn</strong> hat in Berlin eine Ausbildung zum Multimedia Creative absolviert und war anschließend für einige Zeit selbständig mit der Bit-Boutique®. Sie ist passionierte Barcamp-Besucherin und Autorin des Buches <a href="https://entwickler.de/press/shortcuts/css-121528.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSS &#8211; Best Practices und Wartbarkeit</a>. Derzeit arbeitet Heidorn als Frontend-Entwicklerin bei <a href="https://www.demos-deutschland.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DEMOS</a>.</div></div>
<p>Die Anforderungen an die Software werden vor Ort mit den Kunden erarbeitet, die folgende Entwicklung bewegt sich entlang des tatsächlichen Bedarfs unter wiederholter Überprüfung durch unsere Kunden, Anwenderinnen und Anwender.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Gemeinsamkeiten haben Beteiligungsprojekte? Kann man gewisse Erkenntnisse verallgemeinern?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Zunächst gibt es unterschiedliche Themenfelder bzw. Beteiligungstypen, für die jeweils unterschiedliche Tools benötigt werden. So benötigt man für Bürgerhaushalte etwa die Möglichkeit, Vorschläge auf ihrem Entscheidungsweg zu verfolgen, für Beteiligungsprojekte eher die Möglichkeit, Beiträge geografisch zu verorten. Auch ist entscheidend, wie offen der Beteiligungsprozess gestaltet werden kann und ob eine anonyme Beteiligung möglich sein soll. Viel hängt letztlich von den Vorstellungen und den Zielsetzungen der Auftraggeber ab: Geht es eher um eine Expertendiskussion oder darum, möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen. Oder, wie beim Bürgerhaushalt Lichtenberg, um eine Abstimmung über die Verwendung eines festgesetzten Budgets.</p>
<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/www-buergerhaushalt-lichtenberg-de-vorschlagsliste_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-145397 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/www-buergerhaushalt-lichtenberg-de-vorschlagsliste_bearb-630x1221.jpg" alt="www buergerhaushalt-lichtenberg de-vorschlagsliste_bearb" width="369" height="715" /></a>politik-digital.de:</strong> Wichtig bei E-Partizipation sind natürlich die Nutzerfreundlichkeit und das ansprechende Aussehen der Seite – also das Frontend, für dessen Programmierung Frontendentwickler zuständig sind. Welche weiteren Gruppen arbeiten an einem solchen Projekt mit und ab welchem Zeitpunkt wird welche Gruppe in die Entwicklung eingebunden?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Bei DEMOS haben wir in der letzten Zeit erfolgreich die agile SCRUM-Methode im Projekt- und Produktmanagement eingeführt. Das ist eine Methode für ein flexibles Projektmanagement, bei dem alle im Team die Arbeit immer wieder neu an die Bedürfnisse anpassen. Das ganze Entwicklungsteam ist damit sehr früh eingebunden.</p>
<p>Dieses Vorgehen hat sich dahingehend bewährt, dass möglichst viele Aspekte im Vorfeld diskutiert und entschieden werden. Im Arbeitsprozess selbst unterliegen die Ergebnisse permanenter Überprüfung und können zeitnah korrigiert werden. Eventuelle Unklarheiten können wir mit unseren Kunden erörtern und gemeinsam die bestmögliche Lösung finden.</p>
<p>Für viele Projekte hat sich als Vorgehensweise &#8220;Frontend first&#8221; bewährt &#8211; am Frontend differenzieren sich letztlich die Anforderungen aus Nutzersicht. Eine funktionierende Testseite macht deutlicher, was genau für die Umsetzung beachtet werden muss.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wichtig bei der Entwicklung ist die Zielgruppe: Wer soll mit dem Projekt angesprochen werden und welche Ansprüche hat die Zielgruppe an die Partizipationsplattform? Um die Nutzerfreundlichkeit und die Verständlichkeit der Plattformen zu testen, können verschiedene Kontrollgruppen ausgewählt werden. Nutzt ihr diese Möglichkeit?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Je nach Projekt sind unsere Zielgruppen sehr unterschiedlich. Bei Diskussionsforen zu einem bestimmten Thema, etwa Familienplanung, kann die Zielgruppe klar eingegrenzt werden. Bei Projekten zur Bürgerbeteiligung sehen wir uns immer mit der Aufgabe konfrontiert, eine Plattform für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Prinzipiell entwickeln wir sowohl für unseren direkten Kunden, etwa eine Behörde, und für deren Kunden, letztlich die Nutzernnen und Nutzer. Eine Partizipationsplattform muss gleichzeitig für administrative Insider sowie für themenfremde Bürgerinnen und Bürger verständlich und nutzbar sein.</p>
<p>Abstrakte Nutzertests haben nur bedingt Aussagekraft. Allerdings können wir im SCRUM-Prozess unsere Kunden sehr früh in den Entwicklungsprozess einbeziehen und flexibel auf die jeweiligen Anforderungen reagieren. Je nach Größe des Auftrags ziehen wir mitunter externe Spezialisten hinzu, zum Beispiel aus den Bereichen Design oder User Experience. Insbesondere bei Projekten, die wir seit Jahren betreuen, hilft die Kommunikation mit Externen bei der Überwindung einer gewissen Betriebsblindheit.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/testrunbomber842/10053155455" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Voltri</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Gender im Netz: &#8220;Im Internet findet sich schneller ein Stammtisch&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 09:46:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[#aufschrei]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberfeminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Gap]]></category>
		<category><![CDATA[Hacktivistinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Frauen als Hackerinnen, Gamerinnen oder Entwicklerinnen werden noch immer als Exotinnen im männlich dominierten Internet betrachtet. Leonie Tanczer forscht zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/blueforboys_toilet_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145331" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/blueforboys_toilet_bearb.jpg" alt="blueforboys_toilet_bearb" width="640" height="280" /></a>Frauen als Hackerinnen, Gamerinnen oder Entwicklerinnen werden noch immer als Exotinnen im männlich dominierten Internet betrachtet. Leonie Tanczer forscht zu Geschlechterstereotypen und der Rolle von Gender im Netz. Sie hat festegstellt, dass durch eine gezielte Frauenförderung in technischen Bereichen der Gender Gap geschlossen werden könnte. Im Interview spricht sie mit uns über Stammtischparolen, Genderwahnsinn und die vermeintliche Anonymität im Netz.</p>
<p><b>politik-digital.de:</b> In der analogen Welt gibt es verschiedene Geschlechterstereotypen. Eine Krankenschwester ist häufig als Frau konnotiert, der Anwalt ist ein Mann. Wie sieht das Ganze im Internet aus, zum Beispiel bei den Begriffen Hacker, Spieleentwickler, Internetnutzer? Lässt sich dort ein ähnliches Bild ablesen?</p>
<p><b>Leonie Tanczer:</b> Die Beispiele &#8211; Krankenschwester, Anwalt &#8211; reflektieren, was wir gegenwärtig, sowohl offline als auch online, als gesellschaftliche Wahrnehmung akzeptiert oder festgelegt haben. Wenn man plötzlich als Frau ein Anwalt ist, oder eine Anwältin eigentlich, dann fällt man aus der vermeintlichen Norm heraus. Das Gleiche gilt oft für die stärker online bezogenen Begriffe, wie Hacker oder Spieleentwickler. Da haben wir meist auch automatisch das Bild eines Mannes vor Augen. Selbst wenn wir zum Beispiel von dem HacktivistInnen-Kollektiv &#8220;Anonymus&#8221; sprechen – das schon im Wortlaut identitätslos sein sollte &#8211; ist in aller Regel eher der Bezug zu einem jungen Mann statt zu einer Frau vorhanden. Ich glaube, das liegt aber vielmehr an der sprachlichen Ebene, als an dem Umstand, dass es weniger Frauen unter Hackern etc. gibt. Mit der Frage, wie sich der Gedanke, dass Hacker nur Männer seien, auf Frauen und Männer in dieser Szene auswirkt, habe ich mich auch in meiner vergangenen <a href="http://nms.sagepub.com/content/early/2015/01/12/1461444814567983.abstract" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschung</a> genauer auseinandergesetzt. Ich habe dieses Phänomen, dass wir hierbei nur an Männer denken, als &#8220;Male-Only&#8221;-Stereotyp bezeichnet und mir die HacktivistInnen-Community genauer angeschaut.</p>
<p><b>politik-digital.de: </b>Welchen Einfluss spielt die Sprache dabei?</p>
<p><b>L.T.:</b> Ich glaube, Sprache hat viele Einflussmöglichkeiten. Es gibt einige interessante Studien, die verdeutlichen, wie wichtig es ist, Frauen oder prinzipiell Geschlechter in der Sprache hervorzuheben. Eine <a href="http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11199-014-0437-x" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> aus dem Jahr 2014 hat Daten von Medien ausgewertet und gezeigt, dass das Wort &#8220;he&#8221;, also &#8220;er&#8221;, häufiger mit etwas Positivem konnotiert wird. Außerdem kommt es neun Mal häufiger vor als &#8220;she&#8221;, und wenn das weibliche Pronomen verwendet wird, dann vielerorts deshalb, weil der geschlechtliche Aspekt gezielt hervorgehoben wird.</p>
<p><b>politik-digital.de: </b>Das Internet eröffnet Möglichkeiten des &#8220;Empowering&#8221; von Frauen und wird als Raum der Gleichberechtigung dargestellt. Gleichzeitig ist es vielerorts anonym. So kommt es immer wieder zu sexistischen Attacken auf Frauen oder Bloggerinnen, die sich als Feministinnen zu erkennen geben. Diese müssen dann sexistische und polemische Äußerungen über sich ergehen lassen. Wie kommt es dazu und wer äußert sich dort?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"> <strong>Leonie Maria Tanczer</strong> ist Doktorandin an der School of Politics, International Studies and Philosophy, Queen’s University Belfast (UK) und war von Januar bis März 2015 Fellow am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin. In ihrer bisherigen Forschung befasste sie sich intensiv mit dem Thema Geschlechterstereotypen, insbesondere in Hinblick auf das Internet und die IT-Szene.</div></div>
<p><b>L.T.:</b> Zuallererst habe ich ein Problem mit der Aussage, dass das Internet anonym ist. Vielleicht hat man ad hoc Anonymität, aber es gibt fast immer Hinweise, die auf die Identität einer Person schließen lassen, sei es das Profilbild, der Nickname, die Art zu schreiben etc. Eine <a href="https://dl.acm.org/citation.cfm?id=1377467" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zeigt etwa, dass Menschen zu 99,7 Prozent akkurat auf das Geschlecht eines Autors bzw. einer Autorin schließen können, schlichtweg auf Basis des geschriebenen online Texts. Des Weiteren stelle ich die Möglichkeiten des &#8220;Empowering&#8221; in Frage, weil das ursprünglich der Gedanke des sogenannten Cyberfeminismus war – und das klingt für mich zu sehr nach 90er-Jahre. Studien verdeutlichen, dass das Internet schlichtweg ein Tool ist, so etwas wie ein verlängerter Arm. Ich bezweifle etwa, dass das Internet uns so elementar und radikal verändert haben soll. Wir sind noch immer in einer Offline-Welt sozialisiert worden und werden das auch noch eine Weile weiterhin so werden. Deshalb: Wenn es zu sexistischen und polemischen Äußerungen kommt, ist das nur ein Abbild dessen, was wir auch offline sehen. Das sind dieselben Leute, die man zum Beispiel auch am Stammtisch trifft und die argumentieren, dass jetzt Männer ungleich behandelt werden würden und dass dieser vermeintliche &#8220;Genderwahnsinn&#8221; aufhören muss. Die Besonderheit ist, dass sie durch das Internet einfach schneller eine Gruppe Gleichgesinnter – eben einen solchen Stammtisch &#8211; finden.</p>
<p><b>politik-digital.de: </b>Die Initiative D21 stellt einmal im Jahr ihren D21-Digital-Index vor, der den aktuellen Stand der Digitalisierung und Internetnutzung in Deutschland darlegt. Die Studie von 2014 identifiziert dabei sechs Nutzertypen im Internet. Ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung ist dabei das Geschlecht. Gibt es Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Personen in der Internetnutzung und wenn ja: Worauf könnte man diese zurückführen?</p>
<p><b>L.T.:</b> Ich würde schon sagen, dass es Unterschiede in der Internetnutzung gibt. Aber das hängt davon ab, worauf man den Fokus legt. Es gibt zum Beispiel auch eine <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24754360" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a>, in der die Internetnutzung von schwulen Männern untersucht wird. Was ich somit sagen will, ist, dass man Unterschiede findet, abhängig davon, wo man gerade hinschaut – sei es auf das Alter, das Geschlecht oder eben die sexuelle Orientierung. Nehmen wir zum Beispiel die Editierung von Wikipedia. Quantitativ sind es eindeutig mehr Männer, die dort Artikel schreiben und redigieren. Eine <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/1369118X.2014.957711?journalCode=rics20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publikation</a> zeigt aber die dahinter liegenden Gründe genauer auf: Nicht primär das Geschlecht, sondern vielmehr die Unterschiede im technologischen Skill-Set führen dazu, dass mehr Männer bei Wikipedia mitarbeiten. Das heißt: Wenn man diesen Skill-Gap zwischen Männern und Frauen schließt, zum Beispiel durch die Förderung von Frauen, so dass sie eine technische Ausbildung einzuschlagen, würde sich auch der Gender Gap auf vielen Ebenen einrenken. Zusammenfassend sind es also somit wieder soziale Faktoren, die hier ins Spiel kommen und die bei solchen Unterschieden mitberücksichtigt werden müssen.</p>
<p><b>politik-digital.de: </b>In der analogen Werbung werden Frauen oft in traditionellen Rollenbildern dargestellt, als Objekt der Begierde bzw. als passiv. Diese Klischees und Rollenbilder finden sich auch in der Internetwerbung wieder. Bildet die Werbung dort eine unrühmliche Ausnahme oder lassen sich Verhaltensmuster der analogen Welt im Internet wiederfinden?</p>
<p><b>L.T.:</b> Mir sind ad hoc keine Studien bekannt, die das ausgewertet hätten. Persönlich glaube ich aber nicht, dass das Internet mehr Rollenbilder oder Stereotype als sowieso schon vorhanden erzeugt. Was ich aber hervorheben kann, ist, dass Webseiten wie etwa <a href="http://www.genderads.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">genderads.com</a> ermöglichen, dass klischeehafte Bilder katalogisiert, geclustert und hinterfragt werden. Solche Online-Tools sollte man meines Erachtens gesamtgesellschaftlich teilen und befördern. Es wäre wünschenswert, wenn es dadurch zu einem Umdenken in der Gesellschaft käme, gerade weil man durch solch ein Wissen beginnt, sich selbst und sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Dieses Wissen kann uns – glaube ich – somit unabhängiger von Werbung machen, und ich finde schon, dass uns solch eine umfangreiche Möglichkeit erst wirklich durch das Internet ermöglicht wurde.</p>
<p><b>politik-digital.de: </b>Anfang 2013 berichteten viele Frauen unter dem Hashtag #aufschrei über sexistische Erfahrungen. War der Aufschrei nur ein vorübergehendes Phänomen oder hat sich seitdem am Alltagssexismus im Internet grundlegend etwas verändert?</p>
<p><b>L.T.:</b> Ich würde das schon als Meilenstein bezeichnen. So haben die Twitterpostings, die unter anderem von Anne Wizorek (der Initiatorin der #aufschrei-Kampagne, Anm. d. Red.) mitgetragen wurden, sich in einem medialen Diskurs festgesetzt. Alleine der Umstand, dass wir heute in einem Interview darüber sprechen und Sie mich zum Thema &#8220;Geschlecht und Internet&#8221; interviewen, zeigt, dass eine Aufmerksamkeit für ein Thema geschaffen wurde, das vorher nicht so viel Öffentlichkeit hatte. Daher glaube ich schon, dass #aufschrei etwas bewirkt hat. Ob es etwas am Alltagssexismus verändert hat, ist für mich schwieriger zu ermessen und zu analysieren. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Alltagssexismus wahrscheinlich gleich geblieben ist, ja vielleicht sogar – und das ist jetzt pure persönliche Einschätzung – eine neue Angriffsfläche gefunden wurde.</p>
<p>Netzfeministische Akteurinnen sind jetzt bekannter, werden öfter in Zeitungen erwähnt, und erhalten damit aber leider auch viel mehr Hass-E-Mails und andere Formen der Drohung. Es gibt jetzt dezidiert Personen, von denen man weiß, dass sie für Feminismus und für Gleichberechtigung einstehen, und man hat nun die notwendigen Kontaktdaten, um sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Mit dem Internet hat man eine Plattform gefunden, um sie breitenwirksam zu diffamieren. Gleichzeitig glaube ich aber schon, dass man auch neue Expertinnen entdeckt und damit eine breitere Öffentlichkeit für Frauen geschaffen hat. Es ist somit wirklich schwer zu sagen, wie es um den Alltagssexismus steht und inwiefern #aufschrei zu Veränderungen beigetragen hat. Alles in allem finde ich aber, dass die Aktion wichtig und bahnbrechend war. Es ist jetzt schlichtweg notwendig, dass dieser Diskurs weitergeführt wird und nicht im Sand verläuft und dass noch viele solcher Aktionen mit entsprechenden Resultaten folgen.</p>
<p style="text-align: left">Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/mikecogh/5712981936" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Coghlan</a></p>
<p style="text-align: left"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Big Data – Datensammlung: Fluch oder Segen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2015 17:20:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145166" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg" alt="2503_Big Data" width="640" height="280" /></a>Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten an. Nicht immer ist ersichtlich, wo Daten erhoben oder wie und von wem diese genutzt werden. Welche Chancen und Risiken Big Data innewohnt, diskutierte die Berliner Datenschutzrunde.</p>
<p>Beim Einkaufen im Internet, der Eingabe in das Navigationssystem, einer Überweisung vom Konto, einem Telefonat mit dem Geschäftspartner oder der Interaktion in sozialen Netzwerken. Bei fast allen Tätigkeiten der Moderne entstehen große Daten-Mengen, die zu groß oder zu komplex sind, um sie mit klassischen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Es entsteht Big Data. Akteure wie staatliche Einrichtungen, Geheimdienste aber auch Wirtschaftsunternehmen, die Zugriff auf solche Datenmengen haben, können Rückschlüsse auf die Menschen und ihr Verhalten ziehen. Es besteht ein Machtgefälle zwischen Staat und BürgerInnen, ebenso wie zwischen Unternehmen und VerbraucherInnen, sagte Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz, in der Berliner Datenschutzrunde am 24. März in Berlin. Das erwartete „Internet der Dinge“ würde die Möglichkeit, sich dieser Datensammlung zu entziehen, erschweren oder wohl gänzlich verhindern. Eine Rückkehr zu einem Datenaufkommen von 1969 (<a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/420-BVerfG-Az-1-BvL-1963-Mikrozensus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mikrozensusbeschluss</a>) oder 1983 (<a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2065,%201" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Volkszählungsurteil</a>) ist ausgeschlossen und ein Rückbau nicht mehr möglich. Deshalb benötige es eine gute Moderation und Regelung der Daten und ihrer Verwendung.</p>
<p>Profilbildung ist alltäglich und sollte nicht dämonisiert werden, forderte der Jurist Niko Härting. Bei der Speicherung der Daten gelte grundsätzlich das deutsche Datenschutzrecht. Wichtig bei der Auswertung der Daten seien jedoch Regulierungen für die Auswertenden. Es müssten klare Transparenzanforderungen an die Verarbeitung gestellt werden, auf der anderen Seite aber bei den kontrollierenden (Datenschutz-)Behörden auch entsprechender Sachverstand angesiedelt sein. Weiterhin müsse der Verbraucherschutz gesichert sein und Schutz vor Diskriminierung und Manipulation bestehen. Das soziale Netzwerk Facebook hat beispielsweise <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-06/facebook-nutzer-manipulation-studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2013 die Nutzereinträge vorgefiltert</a>, um die Ausbreitung von Emoticons zu testen. Dafür wurden Nachrichtenströme hunderttausender NutzerInnen modifiziert. Die Datenverwendungsregeln von Facebook lassen ein solches Vorgehen zu.</p>
<h3>Ohne Big Data keine wirtschaftliche Prosperität</h3>
<p>Auch im Bereich der Medizin und der Mobilität spielen Daten in Zukunft eine wichtige Rolle. Moderne Autos sammeln bereits jetzt eine Vielzahl an Daten, ob beim Multimediasystem oder der Einparkhilfe. „Ohne Big Data wird es keine wirtschaftliche Prosperität geben!“, betonte der parlamentarische Staatssekretär des Bundesinnenministeriums Ole Schröder. Er ist mitverantwortlich für das IT-Sicherheitsgesetz, das zurzeit erarbeitet wird. Für die Bildung von Profilen seien keine gesonderten Regelungen vorgesehen. Man müsse jedoch die Nutzung reglementieren. Die alten Datenschutzrichtlinien der Datensparsamkeit und –Vermeidung seien in Gänze nicht mehr zeitgemäß und müssten um neue Ansätze der Anti-Diskriminierung und –Manipulation sowie Transparenzregeln ergänzt werden.</p>
<h3>„Einwilligung ist der Fetisch des Datenschutzes“</h3>
<p>Grundsätzliche Kritik bereits an der Bildung von Profilen übte Michaela Schröder von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Bisher fehle es an konkreten Definitionen von privaten und öffentlichen Daten. NutzerInnen hätten keinen Überblick mehr, wer auf ihre Daten zugreifen kann und wie diese genutzt werden. Viele Menschen sehen Facebook als privaten Raum an, Informationen von dort sind jedoch zum Teil über Suchmaschinen zu finden. Es gibt bereits die juristische Unterscheidung zwischen unsensiblen und <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sensiblen Daten (wie z. B. zu Gesundheit oder Sexualleben)</a>. Letztere unterliegen strengen Schutzbestimmungen. Jedoch ermöglich unsensible Daten den Schluss auf sensible. So konnten Analysten einer Einzelhandelskette<a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/big-data-mach-dir-ein-bild-von-mir/9050778.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> durch das Kaufverhalten einer Kundin darauf schließen, dass diese schwanger war</a>. Zusätzlich zu technischen Schutzregelungen bedürfe es deshalb der Einwilligung der NutzerInnen über die Profilbildung. Diese müsse dabei jedoch so erklärt sein, dass die Personen verstünden, was sie zustimmen und welchen Nutzen sie daraus ziehen. Dem widersprach Härting: Für ihn ist die „Einwilligung der Fetisch des Datenschutzes“, denn sie habe nicht den Effekt, den sie verspreche.</p>
<p>Grundsätzlich würden sehr wenige NutzerInnen auf darauf achten, wie Unternehmen ihre Daten verwenden. Die NutzerInnen würden den Dienst auswählen, der ihnen den größten Vorteil bringt und den besten Service bietet, der Datenschutz sei dabei nachrangig. Neben der Wirtschaft erhebt auch die Öffentliche Verwaltung eine Vielzahl und in großen Mengen Daten. Diese sollen nun unter anderem zur Vorhersage von Verbrechen genutzt werden – <a href="https://netzpolitik.org/2015/berlin-konkretisiert-schritte-zur-einfuehrung-von-predictive-policing-auch-brandenburg-interessiert-sich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Predictive Policing</a> genannt. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix mahnte deshalb auch, dass nur weil Profilbildung vielerorts möglich sei, man dies nicht zwangsläufig auch zulassen müsse. Für Bedingungen und Regelung zur Datensammlung müsse der Gesetzgeber tätig werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/altemark/1598056760/in/photolist-3rdsAL-7fr163-dg6Pv5-aZ7y7X-khg-9qqkKq-4tWxze-cm9YMf-p1mpRv-5BK5qi-4C1MAu-h4ST6z-kwxwoA-5cwAAc-dpcJqU-xiXPt-aywJ1i-kwvVcV-puR46m-84Xbr2-fukqp-9S93UL-kwvN7x-kwxuNS-6ZCEy5-7mCBRh-8Z9pht-xiYny-aZCipZ-pnkY9V-kwxuE5-mt36Ls-aNYfYX-kwvKtX-5SHwTb-kwvVNz-kwxBw1-eAK6u-ap9cuV-fS7qGg-d8dMcy-7noTPo-nK1teZ-nzvn8-dHo3mh-ap9rFX-kwvSLc-a9GV9e-pof2Nr-4mo6sG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mikael altemark</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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