<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>kreinhardt &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/author/kendra-reinhardtweb-de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 01 Oct 2003 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>kreinhardt &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Arbeit von Bundesumweltminister Trittin war &#8220;aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale]]></category>
		<category><![CDATA[Dosenpfand]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand 
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand<br />
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte und Freunde oder Gegner der Dose, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße<br />
ich heute Prof. Dr. Edda Müller, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes<br />
der Verbraucherzentralen. Das Dosenpfand ist heute unser Thema, aber natürlich<br />
nicht nur das. Fragen zu anderen verbraucherpolitischen Themen sind herzlich<br />
willkommen. Können wir beginnen Frau Müller? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Es gibt offenbar noch grundsätzlichen Klärungsbedarf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Bitte noch einmal zur grundsätzlichen Klärung: Was genau ist<br />
die Neuerung an dem neuen Dosenpfand, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das Dosenpfand wird erhoben für alle Getränkever-packungen (nicht<br />
nur Dosen), in denen kohlensäurehaltige Getränke abgefüllt<br />
sind. Es beträgt 25 Cent für Verpackungen mit einem Inhalt unter<br />
1,5 Liter. Darüber sind es 50 Cent.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst2</b>: Umweltverbände<br />
sprachen von einem reibungslosen Start der unterschiedlichen Rücknahmesysteme.<br />
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) beurteilte den Start<br />
als &quot;blankes Chaos&quot; wegen der vielen konkurrierenden Systeme.<br />
Wieso driften die Meinungen komplett auseinander, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wie die tatsächliche Situation ist, können wir noch nicht beurteilen.<br />
Der HDE, als Vertreter des Handels, möchte am liebsten das Dosenpfand<br />
kippen, während die Umweltverbände das Ziel, nämlich die<br />
Erhöhung der Mehrwegquote, im Blick haben. Insofern könnte die<br />
Einschätzung etwas mit der Interessenlage zu tun haben. Im übrigen<br />
liegt das in der Hand des Handels, das Chaos, was der Handel seit 9 Monaten<br />
angerichtet hat, zu beenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nummer1</b>: Was<br />
ist der Sinn dahinter, auf Getränke mit Kohlensäure Pfand zu<br />
erheben und auf diejenigen ohne Kohlensäure keines?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Der Sinn erschließt sich dem Betrachter nicht ohne weiteres. Der<br />
Hintergrund ist politischer Natur. Die Verpackungsverordnung von 1991,<br />
novelliert 1998, hat sich wegen des Widerstandes des Handels und der Getränkeindustrie<br />
lediglich auf die kohlensäure-haltigen Getränke bezogen. Bundesumweltminister<br />
Trittin will dies ändern. Eine Novelle der Verpackungsverordnung,<br />
die auch andere Getränke wie Fruchtsäfte oder Milch einbezieht,<br />
wird derzeit im Bundesrat von den CDU-regierten Bundesländern angehalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Warum ist die Novellierung nicht gleich passiert, dem Verbraucher macht<br />
man es dadurch doch nur schwer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Politische Mehrheiten für eine solche sinnvolle Lösung zu finden,<br />
war und ist deshalb schwierig, weil der Handel massiv dagegen Front bezogen<br />
hat und die kohlensäurehaltigen Getränke waren bereits durch<br />
die Verpackungsverordnung geltendes Recht. Dieses dann in die Praxis umzusetzen,<br />
war und ist, wie wir wissen, schon schwierig genug. Richtig wäre<br />
es allerdings gewesen, bereits 1991 sämtliche Getränke einzubeziehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Hat<br />
hier die Industrie also gute Lobby-Arbeit geleistet??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dazu passt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Albrecht</b>: Hat<br />
der Herr Trittin ein Durchsetzungsproblem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Allerdings. Und er hat dieses meines Erachtens selber verschärft,<br />
dadurch dass er im Januar vereinbart hat, ein Stillhalteabkommen mit dem<br />
Handel abzuschließen. Das heißt, er hat akzeptiert, dass der<br />
Handel die Verpackungen nicht in allen Läden flächendeckend<br />
zurücknehmen musste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
&quot;Himmel&quot; fragt noch mal zur Industrie-Lobby-Arbeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Können<br />
Sie hier konkreter werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also wenn man hier über Industrie redet, muss man ganz spezifisch<br />
den Handel ansprechen. Der Handel hat bis Ende Dezember 2001 mit allen<br />
Mitteln versucht, das Pfand zu verhindern. Er hat sämtliche rechtliche<br />
Instanzen angerufen und hat sich anschließend im Januar beschwert,<br />
dass er nicht genug Zeit gehabt habe, ein Pfandsystem aufzubauen. Eine<br />
solche Konstruktion ist im deutschen Rechtssystem einmalig. Es ist damit<br />
vergleichbar, dass ein Bürger ein Strafmandat nicht bezahlt, weil<br />
er sagt, ihm gefalle die verkehrsrechtliche Regelung nicht. Insofern hat<br />
die Problematik des Dosenpfands über die reine Umweltfrage hinaus<br />
eine beispiellose Bedeutung für das Rechtsempfinden in unserem Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HDEler</b>: Wer<br />
ist denn Unterstützer des Handels auf politischer Ebene?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Es hat sicherlich große Diskussionen auch mit dem Bundeswirtschafts-ministerium<br />
gegeben und es hat auch auf Länderebene Diskussionen gegeben über<br />
das Verhältnis von Arbeitsplätzen, die wegfallen und solche,<br />
die neu geschaffen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie weit halten Sie das Argument von Dosenblech-Produzenten für berechtigt,<br />
das Dosenpfand kille Arbeitsplätze?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nun ja, was wir derzeit erleben, ist eine verstärkte Nachfrage nach<br />
Mehrweg. Im Ergebnis bedeutet das, dass die Hersteller von Mehrwegverpackungen<br />
Arbeitsplätze neu einrichten müssen, während in den Bereichen,<br />
deren Absatz zurück geht, es möglicherweise zum Abbau von Arbeitsplätzen<br />
kommt. Insgesamt stärkt die Nachfrage nach Mehrweg den regionalen<br />
Wirtschaftskreislauf. Es könnte also zu einer verstärkten Nachfrage<br />
nach regionalen und deutschen Produkten kommen und der Importanteil zurückgehen.<br />
Im Endeffekt könnte das positive Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation<br />
in Deutschland haben. Die Auswirkungen auf den Import sind natürlich<br />
auch der Grund, warum die Europäische Kommission die Umsetzung der<br />
Verpackungsverordnung in Deutschland mit Argusaugen verfolgt. Sie verlangt,<br />
das ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufgebaut wird, um<br />
die Nachteile für ausländische Getränkeanbieter gering<br />
zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russel</b>: Welche<br />
Position zu Pfandsystemen und ähnlichem sollte Deutschland Ihrer<br />
Meinung nach in der Europäischen Union vertreten? Hier prallen doch<br />
unterschiedlichste Vorstellungen von Systemen aufeinander?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Generell ist auch aus Sicht der deutschen Verbraucherverbände ein<br />
Getränkemehrwegsystem dem massenhaften Absatz von Einwegverpackungen<br />
vorzuziehen. Das sehen die Vertreter der Verbraucher und auch Umweltvertreter<br />
auch in anderen EU-Ländern genauso. Einzelne Wirtschaftskreise mögen<br />
dies anders beurteilen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen zum gleichen Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ja?</b>: Frau Müller,<br />
Dosen und Einwegflaschen dürfen nun bundesweit überall dort<br />
zurückgegeben werden, wo ein Händler gleichartige Verpackungen<br />
verkauft. Wegen zahlreicher Inselsysteme bleibt die Rückgabe jedoch<br />
kompliziert. Wie wollen Sie das Problem künftig in den Griff bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jana</b>: Was wollen<br />
Sie künftig gegen die sogenannten Inselsysteme unternahmen, die die<br />
Rückgabe komplizieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Die Frage ist völlig richtig. Wir beobachten im Moment mit großer<br />
Sorge, dass der Handel die Verpflichtung zur flächendeckenden Rücknahme<br />
dadurch untergräbt, dass er sogenannte Insellösungen schafft.<br />
Hier werden Flaschen und andere Verpackungen in der Form mehr oder weniger<br />
umfänglich verändert mit der Folge, dass der Verbraucher diese<br />
Verpackungen nur im jeweiligen Handel zurückgeben kann. Um dagegen<br />
anzugehen, dass auf diese Weise die Rücknahmesituation für den<br />
Verbraucher noch schwieriger wird, brauchen wir Ihre Mithilfe. Wir bitten<br />
alle Verbraucher, sich an die zuständige Landesbehörde zu wenden,<br />
wenn ihre Einwegverpackung im Handel nicht zurückgenommen wird, und<br />
uns insbesondere auch über sogenannte Insellösungen zu informieren.<br />
Wir werden dann dafür sorgen, dass die Gerichte entscheiden, was<br />
eine gleichartige Verpackung ist. Unser Erachtens kann das nicht allein<br />
darin bestehen, das durch eine geringfügige Veränderung der<br />
Verpackungsform es bereits dazu kommt, dass der Handel sich von der Rücknahmeverpflichtung<br />
freikauft. Dieses Hintertürchen muss dringend im Rahmen der anstehenden<br />
Novelle der Verpackungsverordnung geschlossen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Um die Händler zu &quot;verpetzen&quot; bieten Sie unter <a href="http://www.vzbv.de/">www.vzbv.de</a><br />
sogar einen Musterbrief an. &quot;Schädigen&quot; Sie damit nicht<br />
vor allem die kleinen Händler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das sehen wir nicht so. Wir wollen damit insbesondere dafür sorgen,<br />
dass sich der Handel nicht länger der Umsetzung geltenden Rechtes<br />
entziehen kann und die Länderbehörden das tun, was ihre Pflicht<br />
ist: Nämlich Verstöße gegen geltende Gesetze zu ahnden.<br />
Zudem sind Geschäfte unter 200 m² und kleine Kioske von der<br />
Verordnung ausgeschlossen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Märkte unter 200 m² Verkaufsfläche müssen nur Dosen<br />
der Marken zurücknehmen, die sie auch führen, wie Sie sagen.<br />
Der Verbraucher kann ja wohl kaum mit dem Zollstock durch den Laden laufen.<br />
Werden die gekennzeichnet? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also ich denke mal, es handelt sich um kleine, sogenannte Tante-Emma-Läden,<br />
und der klassische große Supermarkt wird immer in der Kategorie<br />
über 200 m² liegen. Im Zweifel werden die Behörden zu entscheiden<br />
haben, ob es sich um einen Laden unter oder über 200 qm handelt.<br />
Das muss nicht der Verbraucher nachmessen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_schmeichel</b>:<br />
Finden Sie nicht, dass dieses real existierende Chaos um das Rücknahmesystem<br />
einen positiven Einfluss auf die Verbraucher und Hersteller hat? Dass<br />
Einwegverpackungen zunehmend verschwinden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist richtig. Ziel der Verpackungsverordnung des Dosenpfandes war,<br />
<br />
die Stabilisierung des Mehrwegsystems. Deshalb hat der Gesetzgeber langfristig<br />
dem Handel angekündigt, dass das Einwegpfand in dem Moment erhoben<br />
wird, in dem die Mehrwegquote unter 72 % absinkt. Der Handel hätte<br />
es also schon seit Jahren in der Hand gehabt, das Einwegpfand zu verhindern<br />
&#8211; wenn er denn verstärkt Mehrwegverpackungen angeboten hätte.<br />
Unsere Empfehlung an die Verbraucher ist daher klar: Ärgern Sie sich<br />
nicht länger mit dem Pfand für Einweg herum, sondern kaufen<br />
Sie Mehrweg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
dazu meint bzw. fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cola</b>: Handelt<br />
es sich also bei der Einführung des Dosenpfands um die größte<br />
je durchgeführte Erziehungsmaßnahme??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja, wenn man so will, ist es das. Es handelt sich aber in erster Linie<br />
um einen sinnvollen Beitrag zur Schonung von Material und Energieressourcen.<br />
Und im übrigen um einen Beitrag zur Unterstützung regionaler<br />
Wirtschaftskreisläufe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kommentar dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>raucherzentrale</b>:<br />
Gute Frage Cola, aber wer sollte erzogen werden? Der Handel oder die Verbraucher?<br />
Und ist das Aufgabe der Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dose</b>: Was passiert<br />
eigentlich, wenn die Mehrwegquote zu hoch wird? Wird dann wieder zurückgeschraubt<br />
und der Einweganteil wieder angepasst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nein, es gibt keine Regelung der Begrenzung nach oben. Wenn sich im Markt<br />
100% Mehrweg durchsetzen wird, wird die Einwegverpackung natürlich<br />
obsolet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Aluminia</b>: Inwieweit<br />
waren Verbraucherschutzverbände in den Gesetzgebungsprozess miteinbezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir haben natürlich sowohl bei der Verordnung von 1998 als auch bei<br />
der Verordnung von 1998 unsere Stellungnahmen abgegeben. Wir haben uns<br />
allerdings für die Einführung einer Abgabe anstelle einer Pfandregelung<br />
eingesetzt. Auf diese Weise wäre das Rücknahmechaos vermieden<br />
worden und bei den Herstellern ein klarer ökonomischer Anreiz zur<br />
Nutzung von Mehrweg gegeben worden. Der Handel hat damals diese Abgaberegelung<br />
1991 und 1998 massiv abgelehnt. Insofern ist es schon äußerst<br />
fadenscheinig, wenn der Handel sich plötzlich für eine Abgaberegelung<br />
stark macht. Im Übrigen waren wir nicht beteiligt bei den vielfältigen<br />
Gesprächen des Bundesumweltministers mit dem Handel, die schon an<br />
eine Art Kuhhandel erinnern und bei denen die Vertreter der Verbraucher<br />
vor der Tür gehalten wurden. Insgesamt hat diese Situation zu annähernd<br />
375 Millionen Euro Mehreinnahmen in den Kassen des Handels geführt,<br />
weil &#8211; wie der Handel selbst erklärt hat &#8211; etwa 25% der Einwegverpackungen<br />
und damit auch des Pfandes von den Verbrauchern nicht zurückgefordert<br />
wurde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was ist mit dem Argument des Handels, man habe Mehrkosten durch die Rücknahme<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist natürlich totaler Blödsinn. Der Handel hat ja gerade<br />
nicht investiert und keine Automaten aufgestellt und insofern müsste<br />
der Handel schon belegen, wo er die 375 Millionen Euro (als vorsichtige<br />
Schätzung) gelassen hat. Im Übrigen ist die Pfandregelung nicht<br />
dafür da, die Investitionen des Handels zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>armesdeutschland</b>:<br />
Bedeutet das konkret, dass Politik und Wirtschaft wissentlich den Verbraucher<br />
blechen lassen haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diesen Eindruck haben wir. Und wir fordern deshalb den Handel auf, die<br />
zurückbehaltenen Pfandbeträge einer Stiftung zuzuführen.<br />
Im Übrigen gilt das auch für den Bundesfinanzminister, der durch<br />
die Erhebung der Mehrwegsteuer auf das Pfand mit über 50 Mio. Euro<br />
an den Mehreinnahmen beteiligt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Frau Müller, was passiert mit den vorher gekauften Dosen? Kann der<br />
Käufer für diese rückwirkend Pfand kassieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nur in den Läden, wo er gekauft hat mit dem entsprechenden Pfandschein,<br />
den er hoffentlich aufbewahrt hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>helena</b>: Die<br />
Prognos-Studie ermittelte, dass der ökologische Nutzen in keinem<br />
Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen (u.a. für Verbraucher)<br />
steht. Teilen Sie diese Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diese Einschätzung teile ich nicht. Insbesondere bedürfte es<br />
hierfür einer wesentlich differenzierteren Betrachtung der Auswirkungen<br />
auf die verschiedenen Branchen und auf die Regionalverteilung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zu den 375 Millionen Euro:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katja2</b>: Wie<br />
will man denn herausbekommen wie die 375 Millionen Euro im Handel verteilt<br />
sind? Wer sollte denn das Geld an welche Stiftung zahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir sind der Auffassung, dass das der Hauptverband des deutschen Einzelhandels<br />
tun sollte, bei dem der Hauptteil des deutschen Einzelhandels organisiert<br />
ist. Die Stiftung wäre eine Stiftung für Verbraucherinformation<br />
und -aufklärung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>müllermilch</b>:<br />
Ist die gegenwärtige Situation eine Niederlage für ihre Lobbyarbeit?<br />
Auch wenn ich ihre Arbeit persönlich sehr begrüße.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ich denke, dass es keine Niederlage ist, sondern dass es deutlich macht,<br />
dass der Verbraucher regelmäßig über den Tisch gezogen<br />
werden kann, wenn er nicht durch eine starke Verbraucherorganisation in<br />
seinen Interessen geschützt wird. Sie können sicher sein, dass<br />
wir in den folgenden Monaten unsere Klagerechte einsetzen und nutzen werden,<br />
um die Situation zu beenden, dass Politik und Handel mit den Verbrauchern<br />
Katze und Maus spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie waren in den 90er Jahren Umweltministerin in Schleswig-Holstein, wissen<br />
also, wie es so in den Ministerien läuft. War die Arbeit von Bundesumweltminister<br />
Jürgen Trittin professionell?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Sie war aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich. Seine Beamten hätten<br />
gut daran getan, ihm deutlich zu machen, dass man eine einmal geschlossene<br />
Regelung nicht einseitig aussetzen darf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Zeit ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die Fragen. Herzlichen Dank, Frau Müller, dass<br />
Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Alle Chat-Transkripte finden<br />
Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen Beteiligten noch einen schönen Tag und ein angenehmes verlängertes<br />
Feiertags-Wochenende. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Vielen Dank!</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es muss eine Kultur der Altersarbeit entstehen.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-muss-eine-kultur-der-altersarbeit-entstehen-280/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-muss-eine-kultur-der-altersarbeit-entstehen-280/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Renteneintrittsalter]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Lührmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Subventionsabbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/es-muss-eine-kultur-der-altersarbeit-entstehen-280/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <span style="color: #000000"><b><b>Anna Lührmann (Grüne), jüngstes Mitglied des Bundestags, am 30. September 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <span style="color: #000000"><b><b>Anna Lührmann (Grüne), jüngstes Mitglied des Bundestags, am 30. September 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von süddeutsche.de. Heute begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio die jüngste Bundestagsabgeordnete aller Zeiten, Anna Lührmann sitzt für die Grünen-Fraktion im Bundestag und ist im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Sie wird in den kommenden 60 Minuten Ihre Fragen beantworten. Frau Lührmann, sind Sie bereit?<b> </b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja. Immer.</span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="/salon/photos/aluehrmann.jpg" alt="Anna Lührmann" align="left" border="0" height="104" width="83" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Steigen wir gleich in die aktuelle Politik ein. Die Herzog-Kommission hat vorgeschlagen, eine abschlagsfreie Rente nur dann zu zahlen, wenn Arbeitnehmer erst mit 67 Jahren in Rente gehen oder mindestens 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben? Das geht doch auch in ihre Richtung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, also der erste Vorschlag, dass Arbeitnehmer erst mit 67 Jahren in die Rente gehen geht in meine Richtung. Allerdings nur wenn es einen langen Übergangszeitraum gibt, so wie Rürup das vorgeschlagen hat. Ich halte allerdings nichts davon, dass man mindestens 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben muss, weil das vor allem Frauen diskriminieren würde, die Pausen zur Kindererziehung genommen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna 2</b>: Bei der Herzog-Kommission wird von &quot;mehr Spielraum für Eigenverantwortung&quot; geredet. Diese nette Formulierung bedeutet doch im Klartext nur, dass der Bürger mehr selbst finanzieren muss, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, aber dazu gibt es keine Alternative. Denn wenn weniger Arbeitnehmer für mehr Rentner aufkommen müssen, dann muss der Einzelne mehr Spielraum haben, um selber vorzusorgen. Dadurch wird das Risiko gestreut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fguzqgfuwe</b>: Aber wollen Sie bis 67 arbeiten und in ein Rentensystem einzahlen, das ihren Lebensstandard trotzdem nicht sichern wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Wenn wir immer kürzer arbeiten und immer länger leben, so wie es bisher der Fall ist, dann ist es doch klar, dass das Rentensystem nicht funktionieren kann. Wenn wir länger arbeiten und privat vorsorgen, dann kann es gelingen, auch im Alter noch ausreichend Geld zur Verfügung zu haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinerStier</b>: Wird durch das steigende Rentenalter nicht das Problem der Arbeitslosigkeit verschärft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das ist leider oft so in der Politik, dass man, wenn man ein Problem löst, dadurch andere eher verschärft. Deshalb müssen wir einen Mittelweg finden und ich glaube, dass die Erhöhung der Lebensarbeitszeit ein solcher ist. Denn wenn die Leute länger einzahlen können, Lohnnebenkosten gesenkt oder stabil gehalten werden und wird somit die Schaffung von Arbeitsplätzen billiger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmmh?</b>: Wie könnte denn ein Mittelweg Ihrer Meinung aussehen? Mir ist das nicht so klar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das habe ich eben beschrieben. Gleichzeitig müssen Anreize zur Früh-Verrentung abgeschafft werden und es muss eine Kultur der Altersarbeit entstehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ReneW</b>: Kann man nicht nur dann selbst vorsorgen oder selbst finanzieren, wenn man genügend Geld zum Vorsorgen hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Konzept soll so aussehen: Der Staat garantiert eine Grundrente, die zum Leben reicht. Und jeder, der einen höheren Lebensstandard haben will, muss privat vorsorgen. Die private Vorsorge soll durch unbürokratische Altersvorsorge-Konten erleichtert werden, auf denen steuerfrei fürs Alter angespart werden kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris-USA</b>: Anna, was sagst du denn dazu, dass in den USA (dort bin ich im Moment) alte Menschen aufgrund einer unzureichenden Rente zum Beispiel bei Walmart arbeiten &quot;müssen&quot;? Also ich hab das jetzt mal live miterlebt und finde es erschreckend von Menschen im hohen Alter bedient zu werden? Also, so stelle ich mir meine Zukunft nicht vor!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="/salon/photos/lauehrmann2.jpg" alt="Anna Lührmann, Grünen-Abgeordnete" align="left" height="150" width="200" />Anna Lührmann</b>: So stelle ich mir meine Zukunft auch nicht vor. Ich habe auch mal ein Jahr in den USA bei Gasteltern im Rentenalter gelebt, die enorme Schwierigkeiten hatten, am Monatsende noch für Nahrungsmittel zu sorgen. Das soll in Deutschland nicht passieren. Deswegen müssen wir unsere sozialen Sicherungssysteme jetzt reformieren. So können wir auch in Zukunft noch ein Leben über der Armutsgrenze für alle ermöglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Kommen wir nun zum Schlagwort Bürgerversicherung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RuckdurchD</b>: Wo liegen ihrer Meinung nach die Vorteile der Bürgerversicherung? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Anna Lührmann: Die Vorteile der Bürgerversicherung liegen darin, dass alle einbezogen werden &#8211; also auch Beamte, Selbständige und Politiker. So werden die Lasten gerechter verteilt und der Faktor Arbeit entlastet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Noch ein aktuelles Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bundestag</b>: Anna, wie stehst Du zu Kochs und Steinbrücks Rasenmäher-Methode?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich halte es für sinnvoll, Subventionen drastisch abzubauen. Da würde ich mir am liebsten natürlich nur bestimmte Subventionen vornehmen wie etwa die Eigenheimzulage oder die Steinkohlesubvention. Aber wenn Subventionsabbau nur nach der Rasenmäher-Methode eine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat findet, dann ist das besser als nichts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Vielzujung</b>: Zum Subventionsabbau: Auch das steuerfreie Jobticket steht zur Disposition. Ist das nicht unglaublich und ökologisch dumm?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, aber dazu gilt das gleiche was ich oben gesagt habe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>His</b>: Zum Subventionsabbau: Warum nicht endlich die EU-Agrarsubventionen abbauen? Die sind gegenüber nicht EU-Ländern sehr ungerecht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, da haben sie vollkommen recht. Es ist auch Politik der Bundesregierung, die EU-Agrarsubventionen stärker abzubauen. Aber andere Länder wie z.B. Frankreich haben da ganz andere Interessen. Deshalb ist es Renate Künast zumindest gelungen, die Zahlung der Subventionen von der Produktion zu entkoppeln, so dass die Bauern nicht mehr unnötig viel produzieren und so die Weltmarktpreise in den Keller drücken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ReneW:</b> Warum gerade die Eigenheimzulage?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die Eigenheimzulage ist die größte Subventionszahlung im Bundeshaushalt und ich sehe nicht ein, warum wir angesichts stagnierenden Bevölkerungszahlen weiterhin den Bau von neuem Wohnraum subventionieren. Sinnvollere Programme sind da z.B. das Altbausanierungsprogramm, mit dem Häuser besser isoliert werden, so dass weniger CO2 verbraucht wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Gehen wir nun nach Europa:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jetzt aber</b>: Wie wollen Sie das Interesse der Deutschen an der Europa-Politik wecken, wo doch alle mit innerdeutschen Problemen beschäftigt sind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Interesse an der Europa-Politik will ich dadurch wecken, dass ich den Leuten deutlich mache, dass Europa auch ganz konkret mit ihrem Leben zu tun hat. Drei Beispiele: Die europäische Einigung garantiert ein stabiles und friedliches regionales Umfeld für Deutschland. Vom europäischen Binnenmarkt und dem Euro profitieren deutsche Unternehmen und somit deutsche Arbeitnehmer in starkem Umfang. Und drittens, für junge Menschen eröffnen sich durch die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes ganz neue Zukunftschancen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmmh?</b>: Wer wird bei der EU-Debatte um die Software-Patente geschädigt? Und wer profitiert von diesen neuen Regelungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die neue Rahmenrichtlinie zu Softwarepatenten ist zum Glück noch nicht beschlossen. Wir Grüne setzen uns stark dafür ein, dass die Methode &quot;Open Source&quot; zu den Gewinnern der Debatte gehört.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris-USA</b>: Anna, was hältst du vom Subsidiaritätsprinzip (Volksabstimmung) in Bezug auf die Europa-Wahlen? Die CDU hat nun gemeinsam dagegen gestimmt, aber in vielen anderen Ländern ist das Alltag. Wie sieht deine Meinung dazu aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass politische Entscheidungen am besten auf der niedrigst möglichen Ebene getroffen werden. Das Prinzip finde ich gut, es hat jedoch mit Volksabstimmung erst mal nichts zu tun, die ich auch gut finde. Die CDU finde ich jedoch nicht gut, weil die meine Forderung nach einem Referendum über die europäische Verfassung blockiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DaRkZeAlOt</b>: Finden Sie, dass das Europaparlament (das bisher doch recht wenig zu sagen hat) mehr Einflussmöglichkeiten bekommen sollte</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, und zum Glück bekommt es in der neuen europäischen Verfassung wesentlich mehr Mitspracherechte. So soll es z.B. in Zukunft den Kommissionspräsidenten wählen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mohammed</b>: Sollte Ihrer Meinung nach die Türkei der EU beitreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Wenn die Türkei die Kopenhagener Kriterien (Einhaltung der Menschenrechte, Demokratie und funktionierende Marktwirtschaft) erfüllt, dann sollten meiner Meinung nach Beitrittsverhandlungen beginnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>giorgos stamtsis</b>: Anna, welche ist die Meinung von jungen Grünen zum europäischen Grundgesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Damit meinst Du wahrscheinlich die europäische Verfassung, die wir gut finden. Denn in der Verfassung ist die Charta der Menschenrechte verbindlich fest geschrieben. Die Europäerinnen und Europäer bekommen mehr Einfluss, weil das Europäische Parlament gestärkt wird und die EU wird handlungsfähiger nach außen, weil sie einen Außenminister bekommt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Hätten Sie Herrn Fischer gerne auf diesem Posten gesehen, oder gefällt er Ihnen besser bei Ihrer Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich glaube schon, wie viele andere, dass Joschka Fischer auch ein guter Europäischer Außenminister wäre. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, denn er ist ja noch vergleichsweise jung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hamburger</b>: Anna, wie stehst du zu den &quot;Vereinigten Staaten von Europa&quot;, also einem europäischen Staatenverbund?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: So eng wie die Vereinigten Staaten von Amerika sollte die EU nicht zusammen wachsen. Ich stelle mir eher ein föderales Modell irgendwo zwischen dem Status Quo und den USA vor. Das heißt z.B., dass die europäische Außenpolitik nun nur noch von der EU gemacht werden sollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Und würden Sie eine europäische Verteidigungsarmee befürworten, die sich gegen die Vereinigten Staaten behaupten kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich halte nichts davon, dass die EU sich als Gegengewicht zu den USA aufbaut. Denn schließlich haben wir viel mehr Gemeinsamkeiten mit den USA als mit anderen Staaten auf der Welt. Ich stelle mir die transatlantische Beziehung eher als selbstbewusste Partnerschaft vor. Dazu gehört dann auch, dass die EU in der Außenpolitik mit einer Stimme spricht und dass die nationalen Armeen in eine europäische Armee überführt werden. Das kann auch durch Effizienz-Steigerungen zu einer Reduktion der Rüstungsausgaben führen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Sind die Europäer dann aber für Amerika ein ernst zunehmender Partner, wenn sie die Rüstungsausgaben kürzen und beispielsweise im Anti-Terror-Kampf nicht viel beisteuern können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die Europäer tragen gerade viele Lasten im Anti-Terror-Kampf wie z.B. in Afghanistan. Außerdem hat gerade der Irak-Krieg gezeigt, dass man um Frieden auf der Welt zu schaffen, gerade auch über Kompetenzen in der zivilen Konfliktprävention und im zivilen Nation-Building verfügen muss. Hier hat Europa seine Stärke.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gruen</b>: Wie lange wird das wohl noch dauern? Der Irak Krieg hat ja gezeigt wie wenig Europa mit einer Stimme spricht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das stimmt, der Irakkrieg war ein schlechtes Beispiel. Fast zeitgleich konnten die Europäer jedoch große Schritte auf dem Weg zu einer wirklichen gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik gehen, z.B. der gemeinsame Militäreinsatz in Mazedonien, das gemeinsame Engagement für das Kyoto-Protokoll und eben auch der europäische Außenminister. Deshalb bin ich optimistisch, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft auch den letzten Schritt zum Ziel einer gemeinsamen Außenpolitik gehen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Brutha</b>: Wurden die Beziehungen zu den USA deiner Meinung nach dauerhaft durch den Irak-Krieg geschädigt? Oder ist das in einem Jahr vergessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich glaube nicht, dass die Beziehungen zu den USA dauerhaft geschädigt sind. Ich war selber ihn Washington im Mai mit unserer Fraktionsvorsitzenden. Wir sind dort sehr freundlich empfangen worden und haben ein gutes und konstruktives Gesprächsklima erlebt, auch bei Regierungsinstitutionen. Deswegen bin ich auch hier optimistisch, dass das auch in den USA akzeptiert wird, dass Partner eben auch manchmal Meinungsverschiedenheiten haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Zurück nach Deutschland und seinen politischen Debatten!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moser</b>: Welche Meinung haben Sie zum Kopftuchverbot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Meiner Meinung nach sollen Frauen selber entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. Und das sollte ihnen auch in Schulen nicht verboten werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Greenpower</b>: Frau Lührmann, wo sehen Sie sich bei Ihrem rasanten Lebenswandel in 10 Jahren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Keine Ahnung, weil mein Lebenswandel eben etwas rasant ist, kann ich das auch nicht voraussehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Kein Streben nach dem Fraktionsvorsitz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich will auf jeden Fall, bevor ich 30 bin, noch einen Studienabschluss machen. Das beißt sich, glaube ich, etwas mit höheren Ämtern 🙂</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Wir werden das beobachten 🙂</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gewinnertyp</b>: Du hast doch vermutlich mehr Interesse an der politischen Förderung junger Menschen als die &quot;älteren&quot; Politiker? Wie, meinst Du, kann man Jugendliche für Politik begeistern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Indem man ihnen zeigt, dass es etwas bringt, sich zu engagieren und das dass auch noch Spaß macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Puschi</b>: Hallo Anna, ich als Studi habe schon wenig Freizeit, aber wie bekommst Du die Doppelbelastung mit Studium und Job eigentlich hin, bzw. hast Du überhaupt noch Zeit, mit Freunden abends ein Bier (oder einen Apfelwein) trinken zu gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Apfelwein mag ich nicht, aber für ein Bier mit Freunden muss immer wieder Zeit bleiben. Sonst würde ich ja auch die Bodenhaftung verlieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Liebe Gäste, die Stunde ist vorbei, herzlichen Dank für Ihr Interesse und die vielen Fragen. Vielen Dank, Frau Lührmann, dass Sie unseren Usern zur Verfügung standen. Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Abend! Am kommenden Donnerstag ist die Vorstandsvorsitzende der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Dr. Edda Müller, von 14.00 bis 15.00 Uhr im tacheles.02-Chat und wird Licht in das Dunkel des Dosenpfand bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, vielen Dank, es war nett hier!</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-muss-eine-kultur-der-altersarbeit-entstehen-280/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach der Euphorie: Digitale Stiftungen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-digi-shtml-2856/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-digi-shtml-2856/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationstechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungsstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Hansen]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Bridge]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Wau-Holland-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Wau Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wissensgesellschaft-digi-shtml-2856/</guid>

					<description><![CDATA[Nach den Utopien des Internet geht es jetzt um die Bewahrung des Ist-Zustandes. Neue Stiftungen wollen jetzt bei den Spielregeln mitreden. Kommt es zu einer Gründungswelle?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den Utopien des Internet geht es jetzt um die Bewahrung des Ist-Zustandes. Neue Stiftungen wollen jetzt bei den Spielregeln mitreden. Kommt es zu einer Gründungswelle?<!--break-->
                    </p>
<p>Von den einstigen hochtrabenden Hoffnungen, die im neuen Medium Internet unbegrenztes Potenzial zur<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/virt1.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratisierung der Gesellschaft</a> gesehen haben, ist wenig geblieben. Szenarien, in denen der Bürger mit Hilfe des Internet zum aktiven (Mit-) Entscheider in sämtlichen politischen und sozialen Lebensbereichen wird, haben sich bis heute bekanntlich nicht in der Weise erfüllt. Doch nicht alle Enthusiasten der ursprünglichen Idee geben sich geschlagen. Insbesondere zwei Stiftungen lassen aufmerksam werden. Beide Initiativen legen ihr Augenmerk auf die Gestaltung und Weiterentwicklung der digitalen Realität mit der Absicht, Netzpolitik mitzugestalten. Handelt es sich bei diesem Phänomen um Einzelerscheinungen oder um einen neuen Trend, der an die anfänglichen Utopien wieder anknüpft?</p>
<p>                    <strong>Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft<br />
                    <br /></strong>Auf aktuelle Bestrebungen, die Spielregeln der Realität im Internet neu zu definieren, reagiert die Stiftung<br />
                    <a href="http://www.bridge-ideas.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bridge</a>, die Frank Hansen im Juni diesen Jahres ins Leben gerufen hat. bridge steht für Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beschränkung der Rechte des Bürgers im Netz auf die öffentliche Agenda zu setzen. Ziel von bridge ist es, „die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen der Einführung von Computertechnologien auf Selbstbestimmung und freie Kommunikation“ zu bewahren und selbstbestimmte und unkontrollierte Kommunikation der Menschen untereinander zu schützen. Gefahren drohen der unzensierten und privaten Kommunikation z.B. durch die bereits durchgesetzte<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verschärfung des Urheberrechts</a> und die von der EU angedachte<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/patent.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patentierung von Software</a>. Mit immer leistungsfähiger werdenden Überwachungstechnologien hielte die digitale Kontrolle schleichend Einzug in die Zivilgesellschaft.</p>
<p>                    <strong>Brainstorming für freie Kommunikation<br />
                    <br /></strong>Um die Öffentlichkeit gegen diese Tendenzen zu mobilisieren, hat der Stifter Frank Hansen 15000 € für einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, mit dessen Hilfe ein geeignetes Konzept für die geplante Awareness-Kampagne gefunden werden soll. Noch bis zum 1. Oktober nimmt die Stiftung<br />
                    <a href="http://www.bridge-ideas.de/bewerbung.html">Vorschläge</a> entgegen, wie online und offline die Aufmerksamkeit auf die Konstitution des noch öffentlichen Raumes im Internet gelenkt werden kann. Möglich wurde die Gründung der Stiftung Bridge durch die Organisation „<br />
                    <a href="http://www.bewegungsstiftung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bewegungsstiftung</a>“, die als Dachorganisation von Stiftungen, Anstöße für soziale Bewegungen geben will. Die Bewegungsstiftung“ betreut Stifter und solche die es werden wollen mit Know-how und gibt potenziellen Wohltätern Hilfestellungen, wie sie ihr privates Vermögen für eine soziale Zwecke einsetzen können.</p>
<p>                    <strong>Visionen der Informationsgesellschaft<br />
                    <br /></strong>Ähnlich gelagerten Themenkomplexen nimmt sich die<br />
                    <a href="http://www.wauland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wau-Holland-Stiftung</a> an. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, das Lebenswerk Wau Hollands archivarisch aufzubereiten, um es der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dabei orientiert sich die Wau Holland Stiftung an den Ansichten und Überzeugungen des legendären Gründers des Chaos Computer Club, der sich bereits sehr früh für die Meinungs- und Informationsfreiheit im Netz engagiert hat. Der erbitterte Gegner jeglicher Zensur war überzeugt davon, dass eine Gesellschaft, die Wissen und Information teilt, zum größten Nutzer aller ist. Daher war Wau Holland gegenüber Ansätzen, die die Freiheit der Nutzer im Umgang mit Informationsgütern einschränken wollten, kritisch eingestellt. Wie er einmal gegenüber dem Netzmagazin Telepolis äußerte, ist es wichtig, „aufmerksam zu sein und Probleme öffentlich mitzuteilen. Die Freiheit lebt von der Initiative ihrer Bürger.“ Die Stiftung wird nach und nach in einem Schriftenarchiv sämtliche Texte und Veröffentlichungen des profilierten Medien- und Gesellschaftskritikers erfassen und per Schlagwort zugänglich machen. Darüber hinaus legt die Wau Holland Stiftung ihren Schwerpunkt auf die intelligente Weitergestaltung der durch Informationstechnologie generierten digitalen Welt. Ganz im Sinne des kreativen Visionärs initiiert, begleitet und fördert die Stiftung Projekte zur digitalen „AlphaBiTisierung“, die technischen Geräten zum Wohl des Menschen „Zusatznutzen“ abringen wollen.</p>
<p>                    <strong>Digitale AlphaBitisierung für den Menschen<br />
                    <br /></strong>In diesem Rahmen widmet sich die Wau Holland Stiftung der Entwicklung und Anwendung einer Kurzschrift. Diese besteht aus Lautkürzeln, die auf der Tastatur eingegeben werden und dann am Bildschirm in gewöhnliche Buchstaben umsetzt werden. Mit Hilfe dieses Informationswerkzeugs kann einerseits das Schreibtempo wesentlich erhöht werden und andererseits Analphabeten der Zugang zum Lesen erleichtert werden. Ein weiteres Betätigungsfeld der Organisation ist die Gründung einer Computerschule für im Krieg verwundete Kinder. Dadurch, dass diese den Umgang mit dem Computer und die Orientierung in der Informationswelt lernen, sollen sie die Chance erhalten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und aktiv an der Informationsgesellschaft teilzunehmen. Damit wird das soziale Engagement des innovativen Vordenkers weitergeführt, der zuletzt Kindern und Jugendlichen an den Umgang mit dem Computer herangeführt hat. Mit dem Sammeln und Aufbereiten von Informationen beschäftigt sich das Projekt „Datengarten“. Diese werden aus dem „Datenwald“ gewonnen, um dann in einer Kombination aus Archiv und News, im sogenannten „Datengarten“ gelistet zu werden. Ausgehend von der Devise, dass Leser mehr über ein Buch wissen als der Schreiber selbst, werden nicht nur offizielle Quellen aufgenommen, sondern auch Fragen und Kommentare der Nutzer. Anhand von ähnlichen Fragestellungen können Sachverhalte vernetzt, vertieft und somit daraus resultierende Handlungen von jedem Bürger beeinflusst werden.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-digi-shtml-2856/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;(&#8230;) Beckstein ist auf dem rechten Auge stark eingetrübt.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/beckstein-ist-auf-dem-rechten-auge-stark-eingetruebt-283/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/beckstein-ist-auf-dem-rechten-auge-stark-eingetruebt-283/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Bause]]></category>
		<category><![CDATA[Margarete Bause]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/beckstein-ist-auf-dem-rechten-auge-stark-eingetruebt-283/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mbause.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="103" width="82" /></b> 
<b><span style="color: #000000"><b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Margarete Bause, Landesvorsitzende der Grünen, ist am 18. September 
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mbause.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="103" width="82" /></b><br />
<b><span style="color: #000000"><b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Margarete Bause, Landesvorsitzende der Grünen, ist am 18. September<br />
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator</b>: Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe<br />
tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und<br />
wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Nach<br />
dem SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget, dem CSU-Generalsekretär Thomas<br />
Goppel und der bayerischen FDP-Vorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger<br />
begrüßen wir zum Abschluss unseres kleinen &quot;Bayern-Special&quot;<br />
vor der Landtagswahl heute die Landeschefin der Grünen, Margarete<br />
Bause. Sie ist live von München aus zugeschaltet und wird in den<br />
kommenden 60 Minuten Ihre Fragen beantworten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Frau Bause, sind Sie<br />
bereit? Können wir loslegen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Jawoll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainer</b>: Wie<br />
stark wird Ihrer Meinung nach der Wahlkampf durch die Reformen der Bundesregierung<br />
beeinflusst? Glauben Sie, dass Sie bessere Chancen hätten, wenn man<br />
bundespolitische Themen nicht thematisieren würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
50 % Bundespolitik und 50 % Landespolitik. Wir selber thematisieren sehr<br />
selbstbewusst die Reformthemen und fühlen uns dabei auch durch die<br />
guten Umfrageergebnisse bestätigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kingtubby</b>:<br />
Frau Bause, werden die Grünen von der Schwäche der SPD profitieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir wollen nicht von der Schwäche von irgend jemandem profitieren,<br />
sondern von unserer eigenen Stärke.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edsa</b>: Warum<br />
konnte es Ihrer Meinung nach zu den Anschlagsplänen der Neonazis<br />
kommen? Sind Versäumnisse der Politik schuld, mangelnde Prävention?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich finde es schon erstaunlich, dass sich ein amtbekannter Neonazi 14<br />
Kilo Sprengstoff besorgen konnte, ohne dass dies dem Verfassungsschutz<br />
auffiel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Harmlos</b>: Was<br />
halten Sie den von der PR-Nummer, die Otto Schily vor ein paar Tagen abgezogen<br />
hat? Danach hatten die bayerischen Nazis ja ganz besonders den SPD-Spitzenkandidaten<br />
Franz Maget im Visier. Innenminister Beckstein sagt, da ist nix dran?<br />
Alles Wahlkampf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Beckstein und Schily instrumentalisieren meiner Meinung nach gleichermaßen<br />
die Anschlagspläne für den Wahlkampf. Wenn man auf Sicherheit<br />
setzt, dürften diese internen Kenntnisse nicht an die Öffentlichkeit<br />
geraten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthias</b>: Ist<br />
die Regierung auf dem rechten Auge blind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich würde sagen, Beckstein ist auf dem rechten Auge stark eingetrübt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Uups</b>: Was hätte<br />
im Vorfeld anders gemacht werden müssen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wichtig ist, ein gesellschaftliches Klima zu haben, in dem Vorurteile<br />
und Ressentiments gegen Minderheiten nicht von der Politik unterstützt<br />
werden. Wichtig ist auch, dass man die Rechtsradikalen sehr genau beobachtet<br />
und nicht bei Gegendemonstrationen das Hauptaugenmerk auf die Nazigegner<br />
richtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Orlando</b>: Die<br />
CSU nährt sich im Moment von der Erfolglosigkeit der Regierung. Motto:<br />
In Bayern ist alles besser. Was können Sie dem entgegenstellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
In Bayern wird auch nur mit Wasser gekocht. Die CSU war in der erfreulichen<br />
Lage, Milliarden von Privatisierungserlösen zur Verfügung gehabt<br />
zu haben in den letzten Jahren. Das ändert sich jetzt. Was den Klimaschutz<br />
und Umweltschutz anbelangt, aber auch Bildung und Kinderbetreuung haben<br />
wir in Bayern Nachholbedarf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gräfin</b>:<br />
Ich bin kein Bayer, habe aber das Gefühl, dass die CSU, Öko<br />
und Natur gleich mitgepachtet haben. Sind die Christsozis auch in ihren<br />
Stammpolitikfeldern eine echte Konkurrenz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Nein. Bayern ist das Bundesland mit dem höchsten Flächenverbrauch.<br />
Beim Klimaschutz hinkt Bayern hinterher, und es waren die Grünen,<br />
die verhindert haben, dass die Donau in einen Kanal gezwängt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jaja</b>: Können<br />
Sie das mit den Privatisierungserlösen kurz erklären?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Die Regierung hat staatliche Beteiligungen an großen Unternehmen<br />
verkauft und den Erlös von etwa 5 Mrd. Euro für Investitionen<br />
zur Verfügung gehabt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herr Rossi</b>:<br />
Frau Bause, was würde sich Ihrer Meinung nach in Bayern ändern,<br />
wenn die CSU die Zwei-Drittel-Mehrheit knackt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Die CSU könnte noch rücksichtloser und egoistischer ihre Machtinteressen<br />
durchsetzen. Sie könnte die Kontrollrechte der Opposition einschränken.<br />
Es wäre noch schwieriger, für Transparenz und Kontrolle zu sorgen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Green_sucks</b>:<br />
Welche Strategie werden die Grünen verfolgen, wenn es tatsächlich<br />
zu einer schwarzen Zweidrittel-Mehrheit in Bayern kommen sollte (bitte<br />
nicht ausweichen nach dem Motto: Wir werden alles tun, dass es dazu nicht<br />
kommt)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir werden natürlich alles tun, dass es dazu nicht kommt. Aber sollte<br />
der &quot;worst case&quot; eintreten, werden wir mit Öffentlichkeitsarbeit<br />
und mit Bündnissen mit gesellschaftlichen Gruppierungen versuchen,<br />
das Schlimmste zu verhindern. Problem ist, dass der Bayerische Verfassungsgerichtshof,<br />
der ja eigentlich die letzte Kontrollinstanz ist, wiederum mehrheitlich<br />
von CSU-Nahen besetzt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchllok</b>:<br />
Sind Sie der Meinung, dass der Klimaschutz zu Lasten von Arbeitsplätzen<br />
gehen darf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich finde, dass sich Klimaschutz und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen<br />
gut ergänzt, bestes Beispiel ist der Boom bei den erneuerbaren Energien.<br />
Trali: Lebenslust in die Politik ist als Motto ziemlich leer. Warum wagen<br />
Sie keinen inhaltlichen Wahlkampf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir führen einen sehr inhaltlichen Wahlkampf, was auch in unseren<br />
Plakaten zum Ausdruck kommt. Bei meinem persönlichen Plakat ging<br />
es mir darum, mein persönliches Motto zum Ausdruck zu bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Plasmid</b>: Sehr<br />
geehrte Frau Bause, welchen Beitrag können die Grünen in Bayern<br />
leisten, damit die wirtschaftliche Top-Position Bayerns gehalten bzw.<br />
noch weiter ausgebaut werden kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir sollten das technologische Know-how, das wir in Bayern haben nutzen,<br />
um eine Pionierposition im Bereich Umwelttechnologie zu erarbeiten. Das<br />
sind Arbeitsplätze mit Zukunft. Die Nachfrage nach Produkten, die<br />
wenig Ressourcen verbrauchen, wird weltweit steigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Neuschwanstein</b>:<br />
Haben die Grünen eine adäquate Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes<br />
in Bayern eigentlich mittlerweile aufgegeben oder steht hierzu noch der<br />
eine oder andere Anlauf auf der Tagesordnung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das steht nach wie vor auf der Tagesordnung. Für uns ist es nicht<br />
akzeptabel, dass schwule und lesbische Lebenspartnerschaften nur beim<br />
Notar geschlossen werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Der Boom kommt aber hauptsächlich durch die vorhandenen Subventionen,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das sind keine Subventionen, sondern die Stromkunden zahlen hier ein klein<br />
wenig mehr. Ich finde, das Geld ist hervorragend angelegt, wenn man sich<br />
die Milliarden-Schäden aus Hochwasser- und Dürrekatastrophen<br />
vor Augen führt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Trali</b>: Warum<br />
haben Sie vier Kandidaten an Stelle eines einzigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Abcd</b>: Was genau<br />
ist der Grund dafür, dass Sie zu viert als Spitzenteam ins Rennen<br />
gehen? Denn hierarchisch ist es doch trotzdem noch, auch wenn vier statt<br />
einer/m regieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir haben vier hervorragende Leute, und zu viert können wir eine<br />
größere Präsenz in ganz Bayern sicherstellen. Wir können<br />
an vier Orten gleichzeitig sein, während die Spitzenkandidaten von<br />
CSU und SPD nur an einem Ort sein können. Wir haben eine hervorragende<br />
Teamarbeit und das ist auch das Führungsmodell der Zukunft, wie moderne<br />
Unternehmen zeigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fan</b>: Aber wo<br />
ist dann das Ende? Mit 10 Leuten hätte man noch mehr Präsenz<br />
erreicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Es sind die beiden Parteivorsitzenden und die beiden Fraktionsvorsitzenden<br />
&#8211; vier ist eine gute Zahl.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fan</b>: Stoiber<br />
legt das gegen Sie aus und sagt, es braucht 4 Grüne, um gegen ihn<br />
anzutreten. Keine gute Publicity</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Was Stoiber dazu meint, kratzt mich wirklich nicht. Wichtig ist, dass<br />
wir erfolgreiche Arbeit leisten und nach den Umfrageergebnissen scheinen<br />
die Wähler das so zu sehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudi</b>: Gibt<br />
es etwas, was Sie an Edmund Stoiber mögen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das ist echt eine schwere Frage. Da müsste ich länger drüber<br />
nachdenken; vielleicht seine selbständigen Töchter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anne jordan</b>:<br />
Wozu raten Sie Herrn Maget, der als ewig glückloser Herausforderer<br />
Stoibers überhaupt nicht ernst genommen zu werden scheint?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich gebe Herr Maget keine Ratschläge. Ratschläge können<br />
manchmal auch Schläge sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Theresa</b>: Edmund<br />
Stoiber kann sich seiner CSU-Sache ja ziemlich sicher sein. Wie geht er<br />
im Wahlkampf mit einer &quot;kleinen&quot; Partei wie den Grünen<br />
um? Sieht er in den Grünen einen Gegner, den er hart attackiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir freuen uns immer, wenn wir die CSU aus der Reserve locken, denn dann<br />
wissen wir, dass wir ins Schwarze getroffen haben. Mit den Attacken von<br />
Herrn Stoiber können wir gut umgehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Liberall</b>: Macht<br />
es Spaß, in einem Bundesland zu leben, in dem etwa 70 % der Bürger<br />
vollkommen zufrieden mit der Regierung sind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich lebe gerne in Bayern. Die Schönheit Bayerns ist nicht von der<br />
CSU geschaffen worden und mein politisches Ziel ist nach wie vor ein Regierungswechsel<br />
in Bayern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ritt</b>: Sie haben<br />
in einem Interview mit dem ZDF gesagt, es passiere den Grünen in<br />
Bayern häufig, dass die CSU Anträge erst ablehne, um sie später<br />
als eigene Vorschläge zu präsentieren. Können sie Beispiele<br />
nennen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Förderung von Frauen an den Hochschulen, Ausbau der Kinderbetreuung,<br />
mehr Kontrolle in der Landwirtschaft nach der BSE-Krise.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joschka</b>: Frau<br />
Bause, wann denken Sie, gibt es in Bayern einen Machtwechsel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wenn Du mithilfst, Joschka, dann recht bald.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und im Ernst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Joschka</b>: 😉</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich halte nichts davon, konkrete Jahreszahlen zu nennen, aber ich weiß,<br />
wenn die CSU erst mal unter 50% rutscht, dann geht es dahin. Für<br />
die CSU ist die 50%-Marke das gleiche, was für uns die 5%-Marke ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Green_sucks</b>:<br />
Was macht eigentlich Bayerns Sonderstellung aus &#8211; seit 1962 eine absolute<br />
Mehrheit einer Partei, die außerhalb ihres Bundeslandes nicht mehrheitsfähig<br />
wäre, das gibt&#8217;s nirgends sonst in Deutschland</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Die Sonderstellung ist, dass Bayern sich schon seit Jahrhunderten als<br />
sehr eigenständig und unabhängig findet. Die CSU hat es verstanden,<br />
dieses Lebensgefühl als ihre Parteimarke zu vereinnahmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nachgefragt</b>:<br />
Wie fühlt man sich als Kandidatin einer kleinen Partei angesichts<br />
einer allmächtig scheinenden CSU? Kommt da nicht manchmal auch Frust<br />
auf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
In Bayern ist es wichtig, eine freche und angriffslustige Oppositionspolitik<br />
zu machen und das macht auch wirklich Spaß &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Neuschwanstein</b>:<br />
Wie ist denn Ihr Gestaltungsspielraum? In welcher Form kann man denn konkret<br />
als Oppositionspartei in Bayern etwas gegen Stoibers Willen durchsetzen,<br />
wenn die CSU mal nicht bereit ist, die Vorschläge anderer letztlich<br />
als die eigenen zu übernehmen&#8230;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir haben Gestaltungsspielraum über unsere Regierungsbeteiligung<br />
im Bund. Damit konnten wir schon manches positive für Bayern bewirken.<br />
Der Ausbau der Solarenergie beispielsweise, der Erhalt vieler mittelständischer<br />
Brauereien durch das Dosenpfand und die Rettung des letzten Stückes<br />
der frei fließenden Donau. Auch so manches unsinnige Straßenbauprojekt<br />
konnten wir über Berlin verhindern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Westfale</b>: Wie<br />
unterscheidet sich der Stil der Opposition im Landtag von SPD und Grünen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir sind frecher und angriffslustiger. Und wir geben uns nicht damit zufrieden,<br />
in der Opposition zu bleiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Theresa</b>: Auf<br />
Bundesebene haben Joschka und Gerhard Schröder bereits eine Neukandidatur<br />
des rot-grünen Tandems für 2006 angekündigt. Wie kommt<br />
eine solche Nachricht bei der grünen Kandidatin in Bayern an? Gibt<br />
es so etwas wie eine rot-grüne Solidarität im Wahlkampf mit<br />
dem abgeschlagenen SPD-Kandidaten Maget?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Jede Partei kämpft zunächst einmal dafür, selbst ein möglichst<br />
gutes Ergebnis zu erreichen. Ich wünsche mir aber, dass auch die<br />
SPD stärker wird. Unser politischer Gegner ist die CSU.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bernd</b>: Hoffen<br />
Sie eigentlich, dass die FDP über 5% kommt, um die mögliche<br />
Zweidrittel-Mehrheit der CSU zu brechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Dazu braucht es nicht die FDP. Möglichst viele Stimmen für die<br />
Grünen erreichen das auch. Gerade die Stimmabgabe für die FDP<br />
oder die Freien Wähler könnte dazu führen, dass die CSU<br />
tatsächlich 2/3 der Sitze hat, wenn nämlich beide kleinen Parteien<br />
draußen bleiben, profitiert die CSU davon.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Thema Dosenpfand. Wie stehen Sie persönlich dazu? Wie werden denn<br />
mittelständische Brauereien durch das Dosenpfand erhalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause:</b><br />
Ich finde das Dosenpfand eine sehr gute Maßnahme, weil es sich gegen<br />
die Wegwerfmentalität richtet. Die mittelständischen Brauereien<br />
haben alle in Mehrwegsysteme investiert und drohten durch die Überschwemmung<br />
des Marktes mit Billigbier in Dosen unter die Räder zu geraten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katja</b>: Frau<br />
Bause, warum sind Sie gegen den Transrapid?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jo2</b>: Eines<br />
Ihrer Plakate zeigt: &quot;(E)s reicht!&quot;. Was werden die Grünen<br />
tun, um den Transrapidbau zu verhindern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Der Transrapid kostet mindestens 2 Mrd. Euro und ist verkehrspolitisch<br />
und wirtschaftlich unsinnig. Er wird immer ein Subventionsprojekt bleiben.<br />
Das Geld sollte man lieber in den Ausbau der S-Bahn und des Schienenverkehrs<br />
stecken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zu Jo</b>: Wir<br />
werden über unsere Möglichkeiten in Berlin versuchen, dass diese<br />
Unsinnsausgabe verhindert wird. Das Parlament hat bekanntlich das letzte<br />
Wort. Da kann Herr Stolpe noch so viele Zusagen machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und jetzt noch einmal zum Dosenpfand: Ein Kommentar, eine Nachfrage&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tine</b>: Ich finde<br />
das Dosenpfand ziemlich unpraktisch, aber die meisten stört das Pfand<br />
nicht. Sie werfen die Dosen trotzdem weg</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Hat sich eigentlich schon mal wirklich jemand Gedanken über die ökologische<br />
Bilanz von Mehrwegflaschen gemacht (Abwasser, Energie für die Reinigung,<br />
etc.) ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Im Moment ist das Dosenpfand wirklich unpraktisch. Das liegt daran, dass<br />
die Industrie das monatelang boykottiert hat. Aber gerade heute hat es<br />
eine Einigung gegeben: Ab 1. Oktober müssen Läden alle pfandpflichtigen<br />
Verpackungen zurücknehmen, egal wo sie gekauft wurden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zu swatchlook</b>:<br />
Natürlich gibt es diese Untersuchungen. Die Umweltbilanz für<br />
Mehrweg ist positiv.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Colner</b>: Frau<br />
Bause, warum stellen sich die Grünen bei der Bundespräsidentenwahl<br />
sofort in ein Lager mit der SPD? Wenn es doch darum geht, eine würdige<br />
Persönlichkeit zu finden, muss doch das rot-grüne Lager nicht<br />
auf Teufel kaum raus einen gemeinsamen Kandidaten stellen (so wie die<br />
FDP ja auch Frau Hamm-Brücher gegen Herrn Herzog kandidieren ließ.)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir stellen uns auch nicht in ein gemeinsames Lager. Ich persönlich<br />
wünsche mir, dass endlich eine hervorragende Frau unser Land in der<br />
ganzen Welt vertritt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Zum Transrapid: Wenn die Technik exportiert werden soll, wäre es<br />
da nicht von Vorteil, das System im eigenen Land zu benutzen, um zeigen<br />
zu können, dass es im harten Einsatz auch funktioniert. Wäre<br />
das nicht eine der Innovationen, von denen immer geredet wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das würde nur dann funktionieren, wenn der Transrapid vom Hauptbahnhof<br />
zum Münchener Flughafen tatsächlich ein Vorzeigeprojekt wäre.<br />
Fakt ist aber, dass dieses Projekt unglaublich teuer wäre und der<br />
Transrapid auf dieser Strecke seine technologischen Vorteile überhaupt<br />
nicht unter Beweis stellen könnte. Die Strecke wäre eher ein<br />
abschreckendes Beispiel. Die Strecke wäre eher eine Negativwerbung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Glauben Sie, dass dieser Chat irgendeinen Einfluss auf die Meinung unentschlossener<br />
Wähler hat? Margarete Bause: Das müssten die unentschlossenen<br />
Wähler jetzt sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Irina</b>: Angenommen<br />
die Grünen scheitern an der 5%-Hürde, was hätten Sie falsch<br />
gemacht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Quatsch!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudolf</b>: Sehen<br />
Sie denn auch Gemeinsamkeiten zwischen Grünen und CSU?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
In manchen ökologischen Fragen gibt es bei aufgeschlossenen CSU&#8217;lern<br />
Zustimmung, aber insgesamt ist die CSU noch sehr weit weg von grünen<br />
Positionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und damit noch einmal zum Transrapid:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jo2</b>: Stimmt<br />
es, dass sich Otto Wiesheu, um sein Transrapid-Projekt zu verwirklichen,<br />
am Nahverkehrsbudget bedienen will?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Er bedient sich jetzt schon daran.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Swatchlook</b>:<br />
Wie müsste eine Transrapidstrecke Ihrer Meinung nach beschaffen sein,<br />
damit die Grünen einverstanden wären?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das ist nicht unser Job, eine Streckenführung für den Transrapid<br />
vorzuschlagen, aber es gibt bestimmte Kriterien: Sie muss ökologisch<br />
verträglich wirtschaftlich und den Energievorteil, den diese Technik<br />
hat, tatsächlich auch umsetzen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jo2</b>: warum<br />
kann man Otto Wiesheu für diese Fremdverwendung des Geldes nicht<br />
in die Mangel nehmen? Margarete Bause: Wir versuchen das im Bayerischen<br />
Landtag. Aber nur durch geänderte Mehrheiten könnten wir da<br />
s wirklich ändern. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Uli</b>: Was unterscheidet<br />
in Bayern die Grünen von der ÖDP?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Wir sind eine weltoffene Partei, in der die Selbstbestimmung des Menschen<br />
einen großen Stellenwert hat. Die ÖDP ist eine eher konservativ<br />
ausgerichtete Umweltpartei.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Neuschwanstein</b>:<br />
Was ist eigentlich das &quot;Bayerische&quot; an den bayerischen Grünen<br />
&#8211; auf der &quot;Heimatwelle&quot; scheint doch in diesem unserem Bundesland<br />
eine Menge Resonanz zu holen zu sein (siehe CSU-Erfolge&#8230;)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Das Bayerische ist, dass wir uns glaubwürdig für den Erhalt<br />
unserer Umwelt einsetzen, man könnte auch sagen für unsere bayerische<br />
Heimat, während die CSU auf der einen Seite diese Heimat beschwört,<br />
sie aber auf der anderen Seite zerstört. Bayerisch sind unsere Politiker/innen,<br />
Sepp Daxenberger allen voran, aber auch ich selbst bin in Niederbayern<br />
aufgewachsen und hier verwurzelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe User, liebe Frau Bause, die Stunde ist fast vorbei. Zwei letzte,<br />
etwas persönlichere Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Linker</b>: Wie<br />
verbringen Sie Sonntag vor 18 Uhr Ihre Zeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mr. Jones</b>:<br />
Was machen Sie, wenn der Wahlkampf vorbei ist? Erst einmal Urlaub?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Ich werde erst einmal ausschlafen und wenn das Wetter schön ist eine<br />
Radtour mit meinem Sohn machen. Wenn der Wahlkampf vorbei ist, geht es<br />
natürlich erst richtig los. Da krempeln wir die Ärmel hoch und<br />
zeigen es der schwarzen Macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gäste, die Stunde ist vorbei, herzlichen Dank für Ihr<br />
Interesse und die vielen Fragen. Vielen Dank, Frau Bause, dass Sie unseren<br />
Usern zur Verfügung standen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Margarete Bause</b>:<br />
Herzlich gerne!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen<br />
Abend! Auch noch herzlichen Dank aus Berlin vom Moderator nach München<br />
zu Frau Bause und zum Team von politik-digital.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/beckstein-ist-auf-dem-rechten-auge-stark-eingetruebt-283/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Neonazis sind in den vergangenen Monaten anscheinend zu wenig intensiv beobachtet word</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_neonazis_sind_in_den_vergangenen_monaten_anscheinend_zu_wenig_intensiv_beobachtet_word-285/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_neonazis_sind_in_den_vergangenen_monaten_anscheinend_zu_wenig_intensiv_beobachtet_word-285/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdie_neonazis_sind_in_den_vergangenen_monaten_anscheinend_zu_wenig_intensiv_beobachtet_word-285/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/sleutheusser-schnarrenberger.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="92" width="82" /></b> 
<b><span style="color: #000000">tacheles.02: Chat mit<b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP-Spitzenkandidatin in Bayern, am 
15. September 2003</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/sleutheusser-schnarrenberger.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="92" width="82" /></b><br />
<b><span style="color: #000000">tacheles.02: Chat mit<b> </b></span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP-Spitzenkandidatin in Bayern, am<br />
15. September 2003</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist<br />
ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Nach dem SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget und CSU-Generalsekretär<br />
Thomas Goppel begrüße ich in unserem kleinen &quot;Bayern-Special&quot;<br />
vor der Landtagswahl heute die bayerische FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.<br />
Sie ist von München aus zugeschaltet und wird in den kommenden 60<br />
Minuten Ihre Fragen beantworten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Herzlich Grüß Gott zum heutigen Chat. Ich freue mich auf spannende<br />
Fragen zu allen Themen. Muss nicht nur Bayern sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine aktuelle Frage vorneweg: Der bayerische SPD-Spitzenpolitiker Franz<br />
Maget ist nach Angaben von Innenminister Otto Schily als Anschlagsziel<br />
im Visier der in München verhafteten Neonazis gewesen. Die Gruppe<br />
hatte mit einer entsprechenden Ausspähung wohl bereits begonnen.<br />
Für wie bedrohlich erachten Sie als Spitzenpolitikerin die Gefahr<br />
von Rechts?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Die Neonazis sind in den vergangenen Monaten anscheinend zu wenig intensiv<br />
beobachtet worden, da der Schwerpunkt der Sicherheitsorgane beim Anti-Terrorkampf<br />
lag. Ich finde es erschreckend, wenn die letzten Tage des Wahlkampfes<br />
mit solchen Bedrohungen überlagert werden. Ich hoffe, dass mein Konkurrent<br />
Franz Maget nicht so im Fokus dieser widerlichen Neonazis steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ddd33</b>: Was<br />
ist denn in München los? Haben die Neonazis in Bayern freie Bahn<br />
und ist Bayern nicht so sicher wie immer von Stoiber und Beckstein behauptet<br />
wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hr4h4</b>: Hat<br />
Herr Beckstein das zu verantworten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Freie Bahn haben Neonazis natürlich nicht. Aber das auch von Herrn<br />
Beckstein zu verantwortende Scheitern des NPD-Verbotsverfahrens hat die<br />
rechtsextreme Szene wohl eher gestärkt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ziehen Sie aus diesem Vorfall auch persönliche Konsequenzen für<br />
Ihre kommenden Wahlkampfauftritte? Sie gelten ja auch eher als links-liberal.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ich nehme die Kritik von Herrn Freitag, Chef der GdP, sehr ernst, dass<br />
die Kapazitäten der Polizei zur Beobachtung und zum Vorgehen gegen<br />
Neonazis und Skins nicht ausreichend seien. Dafür trägt der<br />
bayerische Innenminister die Verantwortung. Ich sehe mich nicht bedroht,<br />
habe keine Anhaltspunkte dafür. Ich werde die letzten Tage des Wahlkampfs<br />
deshalb nicht verändern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jtrzher</b>: Sonst<br />
fordert Herr Beckstein ja sehr schnell härtere Strafen und strengere<br />
Gesetze. Wäre das jetzt nicht auch angemessen, um gegen Gewalt von<br />
Rechts vorzugehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Den Ruf nach schärferen Gesetzen halte ich wie Paul Spiegel für<br />
nicht begründet. Die Sicherheitsorgane haben die Möglichkeiten,<br />
&quot;Verfassungsfeinde&quot; zu beobachten und Informationen zu sammeln<br />
und auszuwerten. Diese Gesetze müssen aber konsequent angewendet<br />
werden, dafür braucht es ausreichend Personal, das anscheinend nicht<br />
zur Verfügung steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>thfdh</b>: Haben<br />
sie nicht selber Angst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>june_carter</b>:<br />
Kann man denn hier von einer &quot;Braunen Armee Fraktion&quot; sprechen?<br />
Oder ist das auch Wahlkampfgetöse?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Zu thfdh: Ich habe keine Angst und ich will mir auch keine Angst machen<br />
lassen.<br />
Zu june: Ich halte es für nicht angebracht, mit dem Begriff &quot;Braune<br />
Armee Fraktion&quot; Parallelen zur RAF herzustellen. Das ist nicht vergleichbar.<br />
Was aber fehlt, ist eine viel intensivere Befassung in unserer Gesellschaft<br />
mit rechtsextremen und antisemitischen Bestrebungen. Da gibt es mehr Anhänger,<br />
als wir uns vorstellen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wefr3wq</b>: Aber<br />
die FDP und die Möllemann Affäre hat den Rechten doch auch gezeigt,<br />
dass sie nicht mehr nur am Rand der Gesellschaft stehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
In diesem Punkt können Sie FDP und Jürgen Möllemann nicht<br />
gleichsetzen. Aber vielleicht erinnern Sie sich, dass ich und die gesamte<br />
bayerische FDP sich sofort und unmissverständlich gegen den Flyer<br />
und die Diskussion davor gestellt haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sally</b>: Wozu<br />
braucht der Bayerische Landtag die FDP? Was fehlte in den letzten neun<br />
Jahren im Maximilianeum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Es fehlte eine liberale Opposition, die die CSU zu mehr Marktwirtschaft<br />
und weniger Staatswirtschaft bringt und gleichzeitig die Grundrechte zum<br />
Gegenstand der Politik der inneren Liberalität macht. Das können<br />
nur die Liberalen. Und so aufregend war die Opposition in den letzten<br />
neun Jahren auch nicht!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heinrich Haller</b>:<br />
Mit welchem Ergebnis der bayerischen Landtagswahl wären Sie persönlich<br />
zufrieden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Mit jedem Ergebnis über 5,0 Prozent.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>doch</b>: Sind<br />
wir Deutschen überhaupt für das Liberale geeignet? Auch in diesem<br />
Chat lese ich nur von Gesetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Natürlich sind die Deutschen für Freiheit und Verantwortung<br />
als liberale Prinzipien geeignet. Der Hang zu immer mehr und immer detaillierteren<br />
Gesetzen darf die Politik allerdings nicht so populistisch nachgeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mzumzt</b>: Derzeit<br />
überlagern die Probleme im Bund die Landespolitik, finde ich. Sehen<br />
sie das auch so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>T.G.</b>: Könnten<br />
Sie bitte einige Stichpunkte zu den Inhalten im bayerischen Wahlkampf<br />
sagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Zu mzumzt: Ja, das sehe ich genauso und das ist ja auch nahe liegend angesichts<br />
der überfälligen Entscheidungen in Berlin.<br />
ZU TG: Das Landtagswahlthema gibt es &#8211; leider &#8211; nicht. Wirtschaftliches<br />
Gefälle von Süd- nach Nordbayern, fehlende Betreuungsplätze<br />
für Kinder, mehr Investitionen in Schulen und eine mögliche<br />
Änderung des Polizeiaufgabengesetzes spielen in fast allen Veranstaltungen<br />
auch eine Rolle.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rosenheimer</b>:<br />
Die wirtschaftspolitische Bilanz der CSU in Bayern ist im Bundesvergleich<br />
relativ gut. Wer FDP wählt, wählt häufig aus wirtschaftspolitischen<br />
Gründen. Was würde die FDP in der Wirtschaftspolitik auf Landesebene<br />
in Bayern anders/besser machen als die CSU?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Die FDP wird im Landtag beantragen,&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmmmh</b>: Wenn<br />
sie denn hineinkommt&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<b><br />
</b>&#8230;dass der Freistaat Bayern seine Beteiligungen an e.on, am Hofbräuhaus<br />
und vielen Dienstleistungsunternehmen aufgibt und damit Spielraum für<br />
Investitionen in Bildung schafft. Weiter wollen wir eine lineare Kürzung<br />
der Subventionen um zehn Prozent, um dann einen Einstieg in einen gezielten<br />
Subventionsabbau zu haben. Die Steuergelder dürfen nicht wie in der<br />
Vergangenheit für Prestigeobjekte und Kirch-Beteiligungen falsch<br />
verwandt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wetfgr</b>: Was<br />
sagen sie zu Stoibers Vorschlägen zur Gemeindefinanzreform? Die SPD<br />
sagt, dass sei Mist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Außer einem Kurzzeitprogramm hat Stoiber keine konkreten Vorschläge<br />
zur Zukunft der Gemeindefinanzen gemacht. Er will die Gewerbesteuer erhalten,<br />
aber nicht inhaltlich verändern. Das ist Murks.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>june_carter</b>:<br />
Sie bemängeln den Hang zum Populismus. Wie klappt dann die Zusammenarbeit<br />
mit Herrn Westerwelle, der auf jeder Welle &#8211; sei es &quot;Spaßgesellschaft&quot;,<br />
sei es &quot;neue Ernsthaftigkeit&quot;- mitschwimmt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Der Spaßwahlkampf gehört der Vergangenheit an. Die &quot;Mobils&quot;<br />
haben wir an Maget und Stoiber abgetreten, die Strategie nach einer Analyse<br />
des Bundestagswahlkampfes zu ändern, ist für mich nicht Populismus,<br />
sondern Einsicht in Fehler.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>leftover</b>: Warum<br />
schaffte es die FDP nicht mal den Leuten klarzumachen, das Bayern längst<br />
nicht so gut dasteht, wie die CSU das darstellt. Ein bisschen mehr Negativ-Kampagne<br />
könnte schon sein, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Meine Erfahrung im Wahlkampf ist, dass die Bürger nicht in erster<br />
Linie wissen wollen, was die anderen alles falsch machen, sondern alternative<br />
Konzepte hören wollen. Deshalb kann man nur mit konkreten Vorschlägen<br />
auch Schwächen der CSU kritisieren. Nur madig machen bringt keine<br />
Wählerstimme. Können Sie sich noch an die Amigo-Affären<br />
erinnern? Sie haben der CSU damals nicht geschadet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">l<b>utz</b>: Stellen<br />
Sie der FDP nicht ein Armutszeugnis aus, wenn Sie die Partei zum bloßen<br />
Instrument degradieren, das eine Zweidrittelmehrheit in Bayern verhindern<br />
soll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Das tun wir gerade nicht. Wir haben die ganzen Wochen im Wahlkampf konkrete<br />
Aussagen plakatiert. In der Endphase des Wahlkampfes und vor dem Hintergrund<br />
der Umfragen ist es aber auch richtig, deutlich zu machen, dass nur eine<br />
vierte Kraft im Landtag, die FDP, eine Zweidrittelmehrheit der CSU-Mandate<br />
verhindern kann. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jhguguz</b>: &quot;Wir<br />
haben unsere Partei so mobilisiert, wie das in den vergangenen Jahren<br />
nie der Fall war&quot;, haben Sie vor kurzem zum Wahlkampf in Bayern gegenüber<br />
der Welt gesagt. Was haben Sie gegenüber früher anders gemacht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Dieses strategische Argument gehört auch in einen Wahlkampf. Die<br />
FDP hat erstmals flächendeckend in jedem Stimmkreis Kandidaten /-innen<br />
aufgestellt. Wie außer uns nur die CSU und ÖDP. Weiter haben<br />
wir eine einheitliche Wahlkampagne und erstmals eine ziemlich bekannte<br />
Spitzenkandidatin. Zu allen landespolitischen Themen beziehen wir klar<br />
Position. Und noch nie war der Wahlkampf flächendeckend so intensiv<br />
und mit so viel Unterstützung der Bundespartei geführt worden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>loren</b>: Wer<br />
aber kennt die konkreten Konzepte der FDP? Sie wurden ins Rennen geschickt,<br />
weil Sie bekannt sind. Inhalte der FDP sind kaum bekannt und das Bedürfnis<br />
der Wähler, Sie zu kennen scheint äußerst gering. Gegenmaßnahmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Das Bedürfnis der Wähler nach FDP-Inhalten ist entgegen Ihrer<br />
Einschätzung sehr groß. Selten war die Nachfrage nach Programmen,<br />
der Zugriff auf unsere Internetseite, und der Besuch in Veranstaltungen<br />
so groß wie dieses Mal. Ich bin nicht geschickt worden, sondern<br />
habe mich gerne zur Verfügung gestellt, um der FDP ein klares inhaltliches<br />
Profil zu geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katarina Mau</b>:<br />
Sind Sie nicht nur das Zugpferd, mit dessen Hilfe die FDP in Bayern wieder<br />
in den Landtag will, das aber im Erfolgsfall zurück in die Bundespolitik<br />
gehen wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ich möchte ab dem 22. September FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag<br />
sein. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rfjhj</b>: Stehen<br />
sie zu Deutschland als Einwanderungsland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Deutschland ist seit vielen Jahren ein Einwanderungsland. Das hat inzwischen<br />
ja sogar die CDU eingesehen, auch wenn sie das Wort sehr ungern ausspricht.<br />
Die FDP war die erste Fraktion im Bundestag, die einen Gesetzentwurf zur<br />
Zuwanderung eingebracht hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ewqewe</b>: Umweltpolitik:<br />
Was sagen sie zum Chaos beim Dosenpfand?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ich kaufe nur noch Mehrwegflaschen, denn das Chaos mit dem Dosenpfand<br />
beherrsche ich nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rhtzrh</b>: Sind<br />
Sie für die Kopfpauschale oder Bürgerversicherung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wanderer</b>: Wieso<br />
keift ihr Westerwelle denn so gegen die Bürgerversicherung. Wenn<br />
es beim Grünen-Vorschlag bliebt, den Arbeitgeber-Beitrag einzufrieren,<br />
kommt ihre Klientel doch gut weg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Die Bürgerversicherung ist der Zwang aller Bürger zu einer Einheitsversicherung<br />
und schafft keine strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen.<br />
Die Einnahmeseite würde mit der Bürgerversicherung verbessert,<br />
die Ausgabenseite massiv ansteigen. An den Grundsatzproblemen des Gesundheitswesens<br />
wird dadurch kaum etwas geändert.<br />
Zu wanderer: Die FDP hat sich schon vor Jahren für ein Festschreiben<br />
des Arbeitgeberanteils ausgesprochen, nicht aus Klientelgründen,<br />
sondern zur Senkung der Arbeitskosten. Das alleine ist aber auch keine<br />
Reform des Gesundheitswesens.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rut hermann</b>:<br />
Wie sieht dann ihr konkreter Gegenentwurf aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Als erstes muss das Kostenerstattungsprinzip mit deutlicher Entbürokratisierung<br />
eingeführt werden. Dann weiß der Patient endlich, welche medizinischen<br />
Leistungen erbracht worden sind. Diese Transparenz im System, die sehr<br />
schnell eingeführt werden könnte, hätte nach Einschätzung<br />
von Experten ein Einsparvolumen von bis zu eine Mrd. Euro! Wir brauchen<br />
im Gesundheitssystem mehr Wettbewerb, auch bei den Tarifen der ca. 350<br />
gesetzlichen Krankenversicherungen. Letztlich wird das System dahin gehen,<br />
die medizinische Grundversorgung sicher zu stellen und zusätzliche<br />
Absicherungen vom Versicherten verlangen. Alles andere ist meiner Einschätzung<br />
nach unrealistisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>stereolab</b>:<br />
Aber die Bürgerversicherung würde doch ein gewisses Maß<br />
an Sicherheit schaffen. oder wollen sie amerikanische Verhältnisse,<br />
wo man als schlecht versicherter auf der Verliererseite steht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Bürgerversicherung oder amerikanische Verhältnisse, die ein<br />
gesetzliches Gesundheitssystem gar nicht kennen, sind nicht der Gegensatz,<br />
sondern Einheitsversicherung oder Wettbewerb auch mit Elementen der sogenannten<br />
Kopfpauschale sind die Alternativen, über die wir uns noch viel Gedanken<br />
machen müssen. Ich halte beide Vorschläge noch nicht für<br />
vollkommen ausgereift und ausdiskutiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>äh?</b>: Frau<br />
Leutheusser-Schnarrenberger, fürchten Sie, dass Ihr bundespolitischer<br />
Einfluss durch Ihr Bayern-Engagement geschmälert wird? Und wenn nicht,<br />
dann warum nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Durch mein Bayern-Engagement wird mein bundespolitisches Standing gestärkt.<br />
Mir ist es gelungen, die bayerische FDP aus ihrem Tief rauszuführen.<br />
Das wird sich in den nächsten Jahren auswirken, unabhängig davon<br />
ob wir 150 Prozent oder 200 Prozent mehr haben am 21.9.2003.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gamsbart</b>: Sie<br />
haben betont, dass die FDP im Wahlkampf &quot;nicht in feinen Hotels tagt,<br />
sondern dort, wohin die Menschen kommen, in den traditionellen Bierkellern<br />
und Festzelten.&quot; Weshalb muss sich die FDP unbedingt volksnah zeigen?<br />
Wir brauchen doch Visionäre und keine Politiker von nebenan.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ein Politiker im Bierkeller ist bzw. kann sehr wohl auch ein Visionär<br />
sein. Oder meinen Sie etwa, dass in Biergärten oder Festzelten nur<br />
Menschen sind, die nicht reflektieren?<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>rut hermann</b>: Wenn Sie ehrlich sind, ist ein Einzug der FDP in den<br />
Landtag nicht sehr wahrscheinlich. Welches Amt auf Bundesebene würde<br />
Sie denn prinzipiell noch interessieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ich widerspreche Ihnen aus tiefer Überzeugung: Dieses Mal schafft<br />
es die FDP in den Landtag. Spekulationen über irgendwelche Posten<br />
sind wirklich fehlangebracht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kommen wir zur Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Rau.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Liberale</b>: In<br />
der Debatte um die Frage nach einem Nachfolger für Rau als Bundespräsident<br />
sprachen Sie von einem &quot;widerlichen Spielchen&quot;, das die SPD<br />
führe, indem sie Süssmuth als geeignete Kandidatin vorschlägt.<br />
Was spricht dagegen eine qualifizierte Kandidatin über Parteigrenzen<br />
hinweg zu empfehlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Wenn SPD und Grüne tatsächlich eine CDU &#8211; Kandidatin vorschlagen<br />
würden, wäre es eine reine Instrumentalisierung und der vordergründige<br />
Versuch, die CDU/CSU in die Defensive zu bringen. Als die SPD einen Bundespräsidenten<br />
hätte durchsetzen können, hat sie keine Frau vorgeschlagen.<br />
Ich fände es sehr gut, wenn zum richtigen Zeitpunkt im Herbst die<br />
Bürger sich mit einem Vorschlag einbringen würden. Die jetzige<br />
Personendebatte birgt nur die Gefahr in sich, das Persönlichkeiten<br />
&quot;zerredet&quot; werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>linke</b>: Wäre<br />
für Sie eine Einigung mit der SPD bei der Wahl des Bundespräsidenten<br />
/ der Bundespräsidentin denkbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Die FDP sollte sich jetzt nicht festlegen und wirklich ihre Entscheidung<br />
an der Persönlichkeit eines Kandidaten oder einer Kandidatin festmachen.<br />
Deshalb begebe ich mich anders als SPD und Grüne nicht in irgendein<br />
Lager.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>durchschaut</b>:<br />
Wer wäre Ihrer Meinung der qualifizierteste Anwärter für<br />
dieses Amt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ich habe derzeit keinen persönlichen Kandidaten und werde mich hüten,<br />
ins Gespräch gebrachte Persönlichkeiten öffentlich zu bewerten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>TERRY</b>: Nervt<br />
Sie eigentlich die Tatsache, dass Frauen für politische Ämter<br />
häufig vorgeschlagen werden, wenn die Wahrscheinlichkeit zu ausreichenden<br />
Mehrheiten gering ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ja, das nervt. Und es zeigt, dass Bundeskanzler Schröder sich bei<br />
seiner Bemerkung zum &quot;Gedöns&quot; nicht versprochen hat. Damit<br />
meinte er Frauen-, Familien- und Jugendfragen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Viktor katz</b>:<br />
Würde Sie das Amt des Bundespräsidenten reizen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Jetzt antworte ich staatstragend: Wie Joseph Fischer zu ähnlichen<br />
Fragen: &quot;Vergiss es!&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und damit zurück nach Bayern:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Herr Macher</b>:<br />
Thomas Goppel sagte bei politik-digital im Chat, die Zweidrittelmehrheit<br />
verändere die politische Landschaft in Bayern nicht. Sie argumentieren,<br />
die FDP sei da, um diese Mehrheit zu verhindern. Warum eigentlich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Die CSU hätte dann eine verfassungsändernde Mehrheit und wäre<br />
auf keinen Kompromiss im Landtag angewiesen. Aber was mich besonders beunruhigt,<br />
ist die Erstarrung unserer Demokratie und ein Verlust an politischer Kultur.<br />
Denn wenn eine CSU mit Zweidrittelmehrheit sich um keine andere Partei<br />
und damit auch um keine anderen Argumente mehr kümmern muss, wird<br />
das viele Bürger erst recht von der Politik fern halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fide</b>: Benachteiligt<br />
das Wahlsystem nicht die FDP, da den meisten Wählern nicht klar sein<br />
dürfte, dass entgegen der Bundestagswahl die Erststimme Einfluss<br />
auf die Sitzverteilung und die fünf Prozent Hürde hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Das ist die beste Frage, zum Schluss: Die FDP braucht natürlich beide<br />
Stimmen, die Erst- und Zweitstimme, damit sie die fünf Prozent schafft.<br />
Und diese beiden Stimmen werden zusammengezählt, anders als bei der<br />
Bundestagswahl. Das kann man gar nicht oft genug sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Chatter, Liebe Frau Leutheusser-Schnarrenberger, die Stunde ist<br />
fast vorbei. Eine letzte recht allgemeine Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>äh?</b>: Was<br />
gehört Ihrer Meinung nach zu einem &quot;Liberalen&quot;? Über<br />
welche Qualitäten sprechen wir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Toleranz in allen Lebenslagen, Engagement für Minderheiten, denn<br />
Grundrechte gelten für alle, und Politik mit Vernunft und Sachverstand<br />
an Stelle von Populismus und Opportunismus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gäste, die Stunde ist vorbei, herzlichen Dank für Ihr<br />
Interesse und die vielen Fragen. Vielen Dank, Frau Leutheusser-Schnarrenberger,<br />
dass Sie unseren Usern zur Verfügung standen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S. Leutheusser-Schnarrenberger</b>:<br />
Ein herzliches Servus und vergesst bitte die FDP am 21.9. nicht. Mir hat<br />
es viel Spaß gemacht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Am kommenden Donnerstag ist die Landesvorsitzende der Grünen in Bayern,<br />
Margarete Bause, von 18.00 bis 19.00 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat.<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen<br />
Abend!</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_neonazis_sind_in_den_vergangenen_monaten_anscheinend_zu_wenig_intensiv_beobachtet_word-285/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Zwei-Drittel-Mehrheit verändert die Politiklandschaft in Bayern (&#8230;) nicht.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_zweidrittelmehrheit_veraendert_die_politiklandschaft_in_bayern_nichtquot-286/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_zweidrittelmehrheit_veraendert_die_politiklandschaft_in_bayern_nichtquot-286/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Goppel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdie_zweidrittelmehrheit_veraendert_die_politiklandschaft_in_bayern_nichtquot-286/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tgoppel.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="89" width="73" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Thomas Goppel, CSU-Generalsekretär, 
war </b></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><b>am 
9. September 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und 
politik-digital.de</b></b></span></span><b>.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tgoppel.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" border="0" height="89" width="73" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Thomas Goppel, CSU-Generalsekretär,<br />
war </b></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><b>am<br />
9. September 2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de</b></b></span></span><b>.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Ich begrüße alle<br />
Politik-Interessierten und den CSU-Generalsekretär Thomas Goppel,<br />
der heute zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen ist. Nach dem SPD-Spitzenkandidaten<br />
Franz Maget ist Herr Goppel der zweite Chat in unserem kleinen &quot;Bayern-special&quot;<br />
vor der Landtagswahl, das wir kommenden Montag mit der Landesvorsitzenden<br />
der bayerischen FDP, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, fortsetzen. Sind<br />
Sie bereit, Herr Goppel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Ja, und vielen Dank für die Einladung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herr Goppel, in der Auftaktdebatte zum Haushalt 2004 im Bundestag hieß<br />
es heute von Seiten der Regierungskoalition immer wieder: Vor der Bayern-Wahl<br />
läuft sowieso nix, CDU und CSU blockieren und halten ihre Vorschläge<br />
zurück. Die Wahlforscher trauen Ihnen sogar 60 plus x Stimmen bei<br />
der Landtagswahl in eineinhalb Wochen zu &#8211; haben Sie Blockade wirklich<br />
nötig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Da muss jemand blind sein. Die eigentlichen und klaren Vorschläge<br />
zur Gestaltung der Politik in Deutschland stammen seit einem Jahr von<br />
der Union und im speziellen von der CSU. Beispiele gefällig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Uztuzgjh</b>: Herr<br />
Goppel, Sie haben die Arbeit der Rürup-Kommission als &quot;reinen<br />
Medien-Gag&quot; kritisiert. Weshalb? Es herrscht doch Einstimmigkeit<br />
darüber, dass wir sparen müssen. Was hätten Sie stattdessen<br />
vorgeschlagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Vor allem dass die Mitglieder der Rürup-Kommission vor der Bekanntgabe<br />
der Ergebnisse die Klappe halten. Wer jeden Teilschritt in die Öffentlichkeit<br />
gibt beweist, dass es ihm um den Gag geht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Filou</b>: Kann<br />
man bei den Machtverhältnissen in Bayern noch von Demokratie sprechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Demokratie gestaltet sich nach den Ergebnissen von Wahlen. Dass die Bayern<br />
so wählen, dass Sie die Demokratie in Frage stellen, ist nicht das<br />
Problem einer Partei, die gute Politik macht. &#8211; Höchstens ein Problem<br />
der Schwächlinge gegenüber. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chrissteins</b>:<br />
Ist es nicht schwierig, die Messlatte so niedrig zu halten, wenn alle<br />
Medien schon 60% von Ihnen erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Umfragen sind Umfragen und keine Ergebnisse. Wer in der Politik aktiv<br />
ist, weiß, dass alles erstens anders kommen kann und zweitens meistens<br />
anders kommt als vorhergesagt. Wir in der CSU sind Realisten und keine<br />
Träumer, auch Demokraten, aber keine Angstmacher.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber die 60% hätten Sie schon gern &#8211; oder noch besser die Zweidrittelmehrheit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Thomas Goppel: Die<br />
Zwei-Drittel-Mehrheit verändert die Politiklandschaft in Bayern entgegen<br />
falscher Angaben, die andere machen, nicht. Die Zweidrittelmehrheit im<br />
Parlament wird immer der Kontrolle durch das Volk (Volksentscheid) unterzogen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber es regiert sich doch deutlich leichter mit dieser?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Mehrheit ist Mehrheit. Aber vor allem in Berlin und Brüssel wird<br />
man ernster genommen, wenn man ein Stimmenrückgrat hat. Schröder<br />
jedenfalls macht sich über die Bayern und ihre Wahlergebnisse nicht<br />
lustig. Er weiß warum.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chatwatch</b>:<br />
Muss eine Partei nicht selbst Angst bekommen vor der eigenen Übermacht<br />
&#8211; das macht doch auch träge&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Das mit der Trägheit treiben uns unsere Mitglieder aus. Sie sind<br />
kritisch und werden kritischer, wenn sie den Eindruck hätten, dass<br />
sich ihre Führungscrew verselbständigt. Angst vor Übermacht<br />
ist ein Begriff der aus dem militärischen stammt. Die CSU jedenfalls<br />
führt keinen Krieg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jsmuc</b>: Horst<br />
Seehofer hat heute im Deutschen Bundestag dazu aufgerufen, dass der &quot;Gesundheitskompromiss&quot;<br />
ein Einzelfall bleiben solle, auch seine &quot;langen Nächte&quot;<br />
mit der Gesundheitsministerin. Ist Horst Seehofer von Ihnen &quot;ins<br />
Gebet&quot; genommen worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Horst Seehofer hat das von Anfang an so gesagt. Wenn er es jetzt wiederholt,<br />
dann ist gewiss, dass er die notwendigen (leider schlechten) Erfahrungen<br />
mit dem Rot-Grünen gegenüber gesammelt hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Flex</b>: Herr<br />
Goppel, Hand aufs Herz: Was kann eine deutsche Regierung heute denn noch<br />
tun ohne dass der BDI, die Gewerkschaften, die Ärzte, die Apotheker,<br />
der ADAC, die Brauwirtschaft, die Opposition, die eigene Fraktionsflügel,<br />
Brüssel, bis zu dem Verband deutscher Brieftaubenzüchter aufjaulen<br />
und den nationalen Notstand ausrufen? Haben wir es nicht eher mit einer<br />
Gesellschaft zu tun, die sich schlicht und einfach nicht reformieren lassen<br />
will? Auch die angekündigte Blockadehaltung von Herr Stoiber lässt<br />
diesen Eindruck nicht abschwächen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Erst einmal ist wichtig dass endlich realisiert wird, dass insbesondere<br />
Edmund Stoiber nicht blockiert. Das beste Beispiel dafür ist die<br />
bayrische Politik. Wir tun und erreichen viel gegen den Strom. Was die<br />
Einflussnahme durch Verbände angeht, ist Ihre Befürchtung sicher<br />
in vielem zu belegen. Aber die Menschen werden gescheiter (auch tatsächlich).<br />
Die Zahl der Wechselwähler steigt. Wollen wir beide denen wirklich<br />
die Unabhängigkeit absprechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
ein Kommentar von:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>[Juso]Mischa</b>:<br />
in Bayern ist die CSU ja auch in der Regierung. Haben Sie schon einmal<br />
eine Regierung gesehen, die sich selbst blockiert???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jana</b>: Die Medien<br />
berichten immer wieder von Diskrepanzen zwischen Ihnen und Herrn Stoiber.<br />
Wie ist derzeit Ihr Verhältnis zu einander?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
An Mischa: So argumentieren die Sozialdemokraten in Bayern immer. Das<br />
ist und bleibt ihr Problem.<br />
An Jana: Edmund Stoiber und ich, wir sind beide lange in der Politik und<br />
haben uns bei aller Übereinstimmung im Grundsätzlichen unseren<br />
je eigenen Kopf bewahrt. Unser Verhältnis ist immer in Ordnung. Die<br />
Temperatur der gegenseitig ausgetauschten Ströme wechselt. Auf beiden<br />
Seiten. Und das ist wirklich gut so.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chrissteins</b>:<br />
Zum Thema Verhältnis zu Herrn Stoiber. Es gehen Gerüchte um,<br />
dass Herr Stoiber Sie zum Nachfolger von Herrn Zehetmair in sein Kabinett<br />
berufen will. Gibt es einen höheren Vertrauensbeweis? Wer wird denn<br />
dann Ihr Nachfolger?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Das müssen Sie Herrn Stoiber fragen. Das Wissenschaftsministerium<br />
wäre in diesen Tagen eine besondere Herausforderung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Warum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Weil wir uns in internationalen Wettbewerb mit einer schwungvoll, hungrig<br />
gebliebenen und international temporeichen Konkurrenz zu messen haben.<br />
Deutsche Skepsis und bayrische Gemütlichkeit sind in diesem Wettbewerb<br />
Grundanlagen, die dringlich angepasst werden müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
noch einmal zu Ihrem möglichen Nachfolger:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Schneider</b>:<br />
Zwei Wochen vor der bayerischen Landtagswahl ist in der CSU-Spitze erneut<br />
ein Streit um den Posten des Generalsekretärs ausgebrochen. In Führungskreisen<br />
wird spekuliert, ob Parteichef Edmund Stoiber weiter an Markus Söder<br />
festhält. Was halten Sie von diesem potenziellen Nachfolger für<br />
ihr Amt? Oder bevorzugen Sie die Strausstochter Monika Hohlmeier?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Oder der Bundestagsabgeordnete Georg Fahrenschon, der war ja auch schon<br />
im Gespräch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
In der CSU gibt es um die &quot;rechte Hand&quot; des Parteivorsitzenden<br />
keinen Streit. Wen er mit seinem Vertrauen ausstattet, entscheidet Edmund<br />
Stoiber selber. Die genannten drei haben alle ihre je eigenen Qualitäten<br />
und sorgen dafür, dass in der Landesleitung mancher Schwerpunkt neu<br />
gesetzt wird. Um der Frage vorzugreifen: Die Präferenz ist Stoibers<br />
Entscheidungssache.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jana</b>: Für<br />
wie wahrscheinlich halten sie ein Amtsantritt Stoibers als neuen Bundespräsidenten?<br />
Glauben sie den Munkeleien, die diesen Spekulationen trotzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Edmund Stoiber ist ein Politiker und nicht zuerst Diplomat. Wer ihn kennt,<br />
weiß das und setzt deshalb die Fragezeichen nicht, die Sie setzen.<br />
Außerdem ist er Parteivorsitzender, ein Amt, das er blendend ausfüllt<br />
und, wie ich weiß, gern hat. Wenn es einen Gesichtspunkt gibt, der<br />
ihre Frage definitiver negativ beantwortet, müssten Sie ihn mir nennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>[Juso]Mischa</b>:<br />
Im Zuge der Frage mit dem Bundespräsidenten: halten Sie es nicht<br />
für gefährlich, dass die SPD mit Jutta Limbach als Kandidatin<br />
ihrer Fraktion einige Stimmen abspenstig machen könnte??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Unser Wunsch (der aller Parteien und Köpfe in Deutschland) muss es<br />
sein, eine Persönlichkeit auszugucken, die den Menschen im Land vermittelbar<br />
ist. Solide Arbeit reicht in einer Institution als Qualifikation nicht<br />
aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Da haben Sie bestimmt ja schon welche im Auge: Nennen Sie uns doch einmal<br />
die drei Topleute.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Wir haben mehr als drei und äußern uns zur rechten Zeit. Auf<br />
den Schröderleim, täglich eine kleine Ablenkung von der Unfähigkeit<br />
der Bundesregierung, gehen wir nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Themenwechsel:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Flex</b>: Noch<br />
einmal, Herr Goppel, ganz konkret: Wieso hat die Union massiv die Lockerung<br />
der Handwerksordnung kritisiert? Sie wollen dem Verbraucher doch nicht<br />
vorschreiben, wem er seine Dienstleistungswünsche aufträgt.<br />
Ich jedenfalls habe ein anderes Verständnis von Marktwirtschaft.<br />
Das gleiche gilt für die FDP, die ihrer Klientel Apotheker keinen<br />
Wettbewerb zumuten will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Wir haben in Deutschland tüchtige Meister und in diesem Berufsstand<br />
weltweit Furore gemacht. Es gibt keinen Grund, diese Qualität aufzugeben,<br />
solange der Nachwuchs dafür reicht und das Problem vor allem darin<br />
liegt, dass die Leistungsfähigkeit der Dienstleister erhalten bleibt.<br />
Bewährtes preiszugeben, ist ein Fehler, den wir schon viel zu oft<br />
gemacht haben. Die Bundesregierung ergötzt sich inzwischen nur noch<br />
an ihrem eigenen Aktionismus. Es geht hier nicht um den Schutz besonderer<br />
Wählerklientels, sondern um den Schutz eines Markenzeichens: der<br />
deutschen Wirtschaft. Gleichmacherei ist eben genau nicht Marktwirtschaft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>[Juso]Mischa</b>:<br />
Ja, aber warum soll man etwas gutes nicht verbessern können in dem<br />
beispielsweise die Handwerksordnung gelockert wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
und: Jeder EU-Ausländer kann allerdings ohne Meister hier seine Arbeit<br />
anbieten, das wird auf die Dauer nicht reichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Lockerungen sind dort angebracht, wo der hohe Standard auf zu viel Realisierung<br />
stößt. Also: Hätten wir zu viele Handwerksmeister, dann<br />
bräuchten wir Zusatzqualifikationen &#8211; oder Platz für Seiteneinsteiger<br />
mit besonderen Qualitäten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hamburg rules</b>:<br />
Was müsste die Türkei Ihrer Meinung nach tun, um von der EU<br />
aufgenommen zu werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Es ist zu billig, wenn wir in der EU ständig unser Niveau senken,<br />
um anderen den Zugang zu unseren eigenen Maßstäben zu erleichtern.<br />
Die Türkei ist, was unsere Zusammenarbeit angeht, ein anerkannt zuverlässiger<br />
Partner in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen.<br />
Trotzdem erwarten wir von jemandem, der sich für die Hausordnung<br />
der EU als qualifiziert betrachtet, dass er den Grundkatalog für<br />
das Zusammenleben innerhalb des &quot;Hauses&quot; anerkennt, bei sich<br />
umsetzt und praktiziert. In den Fragen der Gleichberechtigung von Mann<br />
und Frau, in der Problemzone Einhaltung von Menschenrechten und in der<br />
notwendigen Trennung von Kirche und Staat gibt es in der Türkei gegenüber<br />
der EU einen so großen Nachholbedarf (Anpassungsnotwendigkeit),<br />
dass man nicht voreilig eine Aufnahme zusagen darf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die User sehen das kritisch:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Regensburg</b>:<br />
Das was Sie so abfällig über die Türkei sagten, gilt mehr<br />
oder weniger aber auch für Polen und andere Beitrittsländer,<br />
die die EU nicht als Werte-, sondern als Subventionsgemeinschaft sehen.<br />
Zweierlei Maß, weil Polen katholisch und die Türkei mehrheitlich<br />
muslimisch ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudi</b>: Es geht<br />
doch darum was die Türkei tun soll! Oder schließen sie einen<br />
Beitritt aus z.B. geografischen Gründen aus??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>[Juso]Mischa</b>:<br />
Was spricht ihrer Ansicht nach den gegen eine Mitgliedschaft in der EU?<br />
Nur dass das Land nicht zum christlich-abendländischen Kulturkreis<br />
zählt, kann ja aufgrund der glücklicherweise immer weiter voranschreitenden<br />
Internationalisierung unserer Gesellschaft kein Argument sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Soweit ich das sehe, habe ich mich klar ausgedrückt: Wer die Verbreitung<br />
der Religion als eine verpflichtende Staatsaufgabe ansieht, der praktiziert<br />
nicht das Maß an Toleranz, das den EU-Status (beileibe nicht den<br />
deutschen) kennzeichnet und ich stehe dafür, dass ein Land, in dem<br />
den Frauen gleiche Rechte vorenthalten sind, nicht zu dem Kulturkreis<br />
passt, in dem ich leben und gestalterisch tätig sein möchte.<br />
Es ist interessant, dass mit Mischa und wohl auch anderen ausgerechnet<br />
die Emanzipationisten weich werden, wenn es um die Verpflichtung unsere<br />
türkischen Freunde geht, da eine Entwicklungslücke zu schließen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
dazu noch zwei Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chrissteins</b>:<br />
Zum Thema Europa, das mich als Praktikant beim Europaparlament sehr interessiert:<br />
Herr Stoiber hat dazu aufgerufen, den EU-Verfassungsentwurf nicht zu ratifizieren,<br />
sondern vorher noch mal zu überarbeiten und u.a. den Gottesbezug<br />
mit reinzunehmen. Für wie wahrscheinlich halten Sie eine solche Änderung<br />
und werden die CSU-Europaabgeordneten einer unveränderten EU-Verfassung<br />
nicht zustimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Regensburg</b>:<br />
Apropos &quot;Trennung von Kirche und Staat&quot;: Angeblich herrscht<br />
die auch in Deutschland. Warum bitteschön fordert die CSU dann etwas<br />
so mittelalterliches wie eine &quot;Gottesklausel&quot; in der neuen EU-Verfassung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Es freut mich, dass endlich (vielleicht durch Sie in Regensburg?) die<br />
Frage laut diskutiert wird, was die Eigenheit unseres Kontinentes und<br />
seiner Menschen ausmacht!<br />
Das christliche Menschenbild, von dem viele reden, ohne sich danach zu<br />
richten, verlangt von uns allen, unser Tun und Handeln am Wohl des nächsten<br />
auszurichten. Wie war das mit den Frauen? &#8211; Der Gottesbezug im europäischen<br />
Verfassungsvertrag hat seinen zwingenden Platz dann, wenn wir Europäer<br />
uns darin einig sind, dass die Macht der Menschen jeweils beim nächsten<br />
und seiner Freiheit endet. Wenn wir das postulieren, dann gibt es zumindest<br />
eine virtuelle Instanz, die sich unserem individuellen Zugriff (und Befehl)<br />
entzieht. Wenn ein solcher Ansatz schon unter uns umstritten ist, dann<br />
können wir erst recht das Tor für andere Welten nicht öffnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mr. Ed</b>: Dass<br />
bei dem &quot;Wahl-O-Mat&quot;-Test, den Sie laut &quot;merkur online&quot;<br />
gemacht hatten, erst SPD als präferierte Partei herauskam, muss Sie<br />
ja ziemlich erschrocken haben. Aber ist das gleich ein Grund, der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung &quot;mangelnde Intelligenz&quot; vorzuwerfen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Die Bundeszentrale für politische Bildung ist, was den &quot;Wahl-O-Mat&quot;<br />
angeht (hoffentlich kennt den hier jeder), nach eigener Auskunft kein<br />
Frühchen, sondern äußerst versiert. Ihre Mitarbeiter haben<br />
sich in München gerühmt, ein aus Holland stammendes System perfektioniert<br />
zu haben. Wenn dann mir im ersten Anlauf bei einer 98%igen Übereinstimmung<br />
mit der CSU eine Wahlpräferenz für die SPD attestiert wird,<br />
ist die Frage nach der Intelligenz erlaubt. Zumal dann, wenn sich die<br />
Zweitnutzer in Bonn selbst zur &quot;einsamen Sahne&quot; erklären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ministerpräsident Stoiber hat heute außer bei der Sozialhilfe<br />
auch starke Kürzungen bei der Jugendhilfe verlangt. Zwei bis sechs<br />
Prozent der 19,2 Milliarden Euro, die die Kommunen jährlich ausgeben,<br />
sollen eingespart werden. Eine Bundesratsinitiative soll noch diese Woche<br />
starten. Die richtige Stelle zum Sparen? Jugend ist die Zukunft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Wir geben all die Mittel, die eigentlich in die Familienförderung<br />
gehören inzwischen geballt und konzentriert für eine kleine<br />
Prozentzahl problembehafteter Jugendlicher in der Nachsorge aus. Edmund<br />
Stoiber steht für umfassende und stabile Vorsorge. Dafür brauchen<br />
wir zusätzliche Mittel, die nicht beliebig aus anderen Haushalten<br />
herbeigezaubert können. Die Umschichtung von Nach- auf Vorsorge geht<br />
in Ordnung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chrissteins</b>:<br />
Nervt es Sie eigentlich, was zur Zeit im Münchener Bezirksverband<br />
abgeht und befürchten Sie davon negative Auswirkungen auf die Landtagswahl<br />
oder sind solcherlei Skandale in der Münchener CSU schon so was normales,<br />
dass Sie darüber hinwegsehen können und nicht einzugreifen brauchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Ersteres trifft zu, wenngleich ich weiß, dass Wählerinnen und<br />
Wähler in Bayern zwischen Einzel- und Problemfällen und einer<br />
ansonsten guten Gesamtsituation gerade auch in der CSU unterscheiden können.<br />
Als Generalsekretär bemühe ich mich mit Nachdruck darum, dass<br />
wir auch Schwierigkeiten offen und ehrlich kommunizieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wdp</b>: Die CSU<br />
regiert in Bayern seit 50 Jahren ununterbrochen. Im Bund regierte sie<br />
ca. 30 Jahre lang mit. Frage: Wie lange braucht die CSU noch, um wirkliche<br />
Entbürokratisierung zu schaffen und insbesondere im Steuerrecht endlich<br />
Vereinfachungen herbeizuführen. Bitte bedenken Sie: Entbürokratisierung<br />
ergibt finanziellen Gestaltungsspielraum für den Staat und vor allem<br />
zeitliche Freiräume für die Bürger &#8211; und beides ist sehr<br />
wichtig!!!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Das Steuerrecht ist Berliner Sache und Entbürokratisierung kann nicht<br />
isoliert in Bayern die Erfolge erzielen, die wir uns allesamt wünschen.<br />
Ihre Frage ist schnell gestellt und gut, auch berechtigt, meine Antwort<br />
wird in dem Umfang für Sie zufriedenstellender, indem Sie in der<br />
Zukunft mannhaft neben mir, den Abbau von Bürokratie verteidigen,<br />
wenn die in solchen Fällen Benachteiligten wieder großen Rückhalt<br />
in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung finden. Es<br />
ist viel zu tun. Vorerst sind wir noch nicht die mehreren, die auch tatsächlich<br />
anpacken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jana Müller</b>:<br />
In Zahlen: wie sieht Ihre Wahlprognose aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Ich habe noch nie getippt. Ich halte ein Ergebnis dann erst für gut<br />
(für die CSU Bayern), wenn sich die Wählerinnen und Wähler<br />
ähnlich der Bundestagswahl hinter Edmund Stoiber scharen. Wenn die<br />
rot-grüne Bundesregierung mit dem Desaster, das wir ihr jetzt verdanken,<br />
in beiden Parteien, die 30 % überschreitet (insgesamt), dann fange<br />
ich an, an meiner Fähigkeit zu zweifeln, eine gute Bilanz überall<br />
im Land zum Ausgangspunkt für eine Abstimmung zu machen.</span>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tgoppel2.jpg" alt="Thomas Goppel" align="left" height="150" width="200" /><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edi</b>:<br />
Ich sehe Sie auf der Webcam die ganze Zeit rauchen. Kommt in Ihre Pfeife<br />
auch manchmal Cannabis &#8211; in Bayern auch als &quot;Knaster&quot; bekannt<br />
&#8211; rein? Warum verfolgt die Union, die ich ja sonst ganz okay finde, nur<br />
so eine absolut restriktive und unzeitgemäße Drogenpolitik?<br />
Völlig weltfremd meiner Meinung nach.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Weltfremdheit konzediere ich nicht dann, wenn jemand erwartbare Auswüchse<br />
und zusätzlich absehbare Abhängigkeiten verbietet. Rauchen tue<br />
ich selbst nur deshalb, weil sich die Berliner Politik nur im Nebel ertragen<br />
lässt. Mein Versprechen steht: Wenn in Berlin Einsicht waltet, Schröder<br />
geht, bin ich clean.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gäste, die Stunde ist vorbei, herzlichen Dank für Ihr<br />
Interesse und die vielen Fragen. Vielen Dank, Herr Goppel, dass Sie ins<br />
ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Goppel</b>:<br />
Herzlichen Dank für Ihr Interesse. Sie dürfen sicher sein, dass<br />
ich nachdenklicher nach Hause gehe als ich gekommen bin. Diskussionen<br />
solcher Art haben einen Vorteil: Man konzentriert sich auf das wesentliche<br />
und sieht es in der Wortmeldung des anderen besser als sonst. -Danke auch<br />
den fleißigen Fingern neben mir!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen<br />
Abend!</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_zweidrittelmehrheit_veraendert_die_politiklandschaft_in_bayern_nichtquot-286/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fragen Sie den Reform-O-Mat!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-mat-shtml-2651/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-mat-shtml-2651/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Entscheidungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Reform-O-Mat]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkampagnen-mat-shtml-2651/</guid>

					<description><![CDATA[Die Gesundheitsreform erntet Kritik von allen Seiten. Packen Sie die Reformen doch selbst an. Der Reform-O-Mat zeigt Ihnen, wo Sie als Gesundheitsminister/in den Rotstift ansetzen können.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesundheitsreform erntet Kritik von allen Seiten. Packen Sie die Reformen doch selbst an. Der Reform-O-Mat zeigt Ihnen, wo Sie als Gesundheitsminister/in den Rotstift ansetzen können.<!--break-->
                    </p>
<p>Wann immer sich richtig Ratlosigkeit in der Politik breit macht, tritt eine Online-Entscheidungshilfe in Erscheinung, die uns sagt, welche Entscheidung mit unseren Interessen übereinstimmt. Nachdem uns der Wahl-O-Mat über die Bundestagswahl rettete, verrät uns jetzt der<br />
                    <a href="http://www.gesundheitspolitik.de/">Reform-O-Mat</a>, welche Gesundheitsreform wir beschließen würden.</p>
<p>Niemanden lassen die einschneidenden Veränderungen im Gesundheitssystem unberührt. Doch die wenigsten blicken im Gesundheitsdschungel überhaupt noch durch. Eine eher spielerische Herangehensweise wagt der Reform-O-Mat. Abseits von aller Polemik stellt dieses im Auftrag des Pharmakonzerns Schwarz Pharma entwickelte Online-Reform-Spiel den Benutzer vor die Aufgabe, als Bundesgesundheitsminister/in das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu reformieren. Laut Schwarz Pharma soll der Reform-O-Mat &#8220;zu mehr Transparenz im Reformprozess beitragen und die unterschiedlichen Reformthesen zusammenführen.&#8221;</p>
<p>
                    <strong>Entscheiden Sie als Gesundheitsminister</strong><br />
                    <br />Der Benutzer wird mit einer Finanzierungslücke von 2,9 Milliarden Euro konfrontiert. Um die GKV zu reformieren, steht er vor der Entscheidung, in bestimmten Bereichen Einnahmen zu erhöhen oder Ausgaben zu reduzieren. Die Verteilung der Gesamtausgaben auf einzelne Sektoren ist anschaulich durch farbige Balken illustriert, die das Spiel übersichtlich gestalten. Nimmt der Benutzer bestimmte Reformvorschläge an und so bestimmte Leistungen aus der GKV heraus, paßt sich die Länge der Balken automatisch den beschlossenen Veränderungen an. Das graphisch ansprechend gestaltete Online-Spiel wirkt dadurch dynamisch und interaktiv. Die Auswirkungen jeder beschlossenen Reformmaßnahme werden darüber hinaus in den durchschnittlichen Beitragssatz und die direkte Belastung für den GVK-Versicherten übersetzt. Abwechselnd rot und grün anlaufende Smileys illustrieren mit ihrer Mimik auf witzige Weise, das Ein- oder Unverständnis der Versicherten und Steuerzahler.</p>
<p>
                    <strong>Gesundheitsreform ohne Prognosekraft</strong><br />
                    <br />Die Stärke der Anwendung liegt in ihrer Benutzerfreundlichkeit. Genau wie beim<br />
                    <a href="http://www.wahl-o-mat.de/">Wahl-O-Mat</a>, nach dessen Vorbild das Reform-Spiel entwickelt worden ist, wird der Einstieg in eine komplexe Thematik auf mühelose Weise möglich. Im Unterschied zur der im Bundestagswahlkampf 2002 berühmt gewordenen<br />
                    <a href="/edemocracy/wahlkampf/oewahl5.shtml">Online-Wahlentscheidungshilfe</a>, versetzt der Reform-O-Mat jeden in die Lage selbst zu entscheiden, wo er/sie den Rotstift ansetzt, um das Gesundheitssystem langfristig zu retten.Doch hat die Anwendung mit dem nicht eben bescheidenen Anspruch, Transparenz in die Gesundheitsdiskussion zu bringen, durchaus ihre Grenzen. Sie ist weder in der Lage, die ideale Reform aufzuzeigen noch kann und will sie als Entscheidungsgrundlage für künftig zu treffende Reformen fungieren. So kann dieses Online-Spiel zwar nicht die &#8220;beste Gesundheitsreform&#8221; generieren, doch macht es dem Benutzer deutlich, welchen Ansprüchen eine zukünftige Gesundheitsreform &#8211; hier reduziert auf die Gesetzliche Krankenkasse &#8211; gerecht werden muss.</p>
<p>
                    <strong>Ein neuer Ansatz zur politischen Bildung<br />
                    <br /></strong>Vor die Aufgabe gestellt, entweder die Ausgaben der GVK zu senken oder aber die Einnahmen zu erhöhen, wird deutlich, dass unterschiedliche Anspruchsgruppen und verschiedenste Leistungen bei der Reformierung bedacht werden müssen. Die Leistung des Tools ist in erster Linie eine pädagogische. Es leistet einen Beitrag zur politischen Bildung, indem es den User an eine komplexe Thematik heranführt, nicht ohne dabei zu vereinfachen. Die kurzen Informationstexte zu jedem Reformvorschlag sind dem Spielcharakter der Anwendung geschuldet. Bemängeln könnte man, dass lediglich die Zufriedenheit der GKV-Versicherten und Steuerzahler als Reaktion auf die beschlossenen Reformen optisch dargestellt wird, womit nur zwei Interessengruppen genannt werden. Andere Lobbygruppen wie z.B. Pharmakonzerne und kassenärztliche Vereinigungen bleiben unerwähnt.</p>
<p>
                      
                    </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-mat-shtml-2651/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Andreas Storm zu stabilen Krankenkassenbeiträgen:&#8221;Dieses muss zur Not bei der geplanten Verabschiedung der Gesundheitsreform im</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/andreas-storm-zu-stabilen-krankenkassenbeitraegendieses-muss-zur-not-bei-der-geplanten-verabschiedung-der-gesundheitsreform-im-290/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/andreas-storm-zu-stabilen-krankenkassenbeitraegendieses-muss-zur-not-bei-der-geplanten-verabschiedung-der-gesundheitsreform-im-290/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Storm]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/andreas-storm-zu-stabilen-krankenkassenbeitraegendieses-muss-zur-not-bei-der-geplanten-verabschiedung-der-gesundheitsreform-im-290/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/astorm.jpg" alt="Andreas Storm" align="left" border="0" height="111" width="91" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Andreas Storm, CDU-Gesundheitsexperte, ist am 31. Juli 2003</b></b></span> 
<span style="color: #000000"><b><b> </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/astorm.jpg" alt="Andreas Storm" align="left" border="0" height="111" width="91" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Andreas Storm, CDU-Gesundheitsexperte, ist am 31. Juli 2003</b></b></span><br />
<span style="color: #000000"><b><b> </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b><br />
Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute begrüße ich im ARD-Hauptstadtstudio<br />
den CDU-Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexperten Andreas Storm.<br />
Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, kann’s losgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Jawohl. Ich bin gespannt auf die Fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Keine lange Vorrede, eine ganze Menge Fragen gleich zu dem, was viele<br />
bewegt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edgi</b>: Trotz<br />
der geplanten Gesundheitsreform heben 16 von 250 Betriebskrankenkassen<br />
ihre Beitragssätze an diesem Freitag an. War das so von Ihnen gedacht<br />
und was ist das für eine Strategie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gewusst wie</b>:<br />
Können Sie uns erklären, wie es sein kann, dass die Krankenkassen<br />
jetzt angekündigt haben, ihre Beiträge erhöhen zu wollen?<br />
Kann man dagegen nicht vorgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Krankenkassen, die heute bekannt gegeben haben, dass sie ihre Beiträge<br />
zum ersten August erhöhen wollen, haben erklärt, dass diese<br />
Beitragssatzerhöhungen nichts mit der Gesundheitsreform zu tun haben.<br />
Sie sind vielmehr darauf zurückzuführen, dass die meisten der<br />
betreffenden Kassen ihre Zahlungen an den Finanzausgleich zwischen den<br />
Krankenkassen, den sogenannten Risikostrukturausgleich, zu niedrig angesetzt<br />
haben. Ich halte es für sehr ärgerlich, dass die Kassenvertreter<br />
beim gestrigen Spitzengespräch mit dem Gesundheitsministerium nicht<br />
auf diese bevorstehende Beitragserhöhung hingewiesen haben. Deshalb<br />
muss jetzt alles dafür getan werden, dass es nicht zu weiteren Beitragserhöhungen<br />
kommt und die Krankenkassen, die gestern gemachte Zusage für stabile<br />
Beiträge bis zum Jahresende auch einhalten. Dieses muss zur Not bei<br />
der geplanten Verabschiedung der Gesundheitsreform im September im Bundestag<br />
gesetzlich geregelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Garnix</b>: Warum<br />
haben gestern die Kassenvertreter gestern denn nichts gesagt? Methode?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Das muss man die Kassenvertreter fragen. Ich möchte dazu bewusst<br />
nicht spekulieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cayser</b>: Wird<br />
durch die Beitragserhöhung von heute von einzelnen Kassen das Ziel<br />
der Reform gefährdet? Und was werden Sie dagegen unternehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Wie bereits gesagt, handelt es sich bei den heute bekannt gegebenen Beitragserhöhungen<br />
ja um ein Sonderproblem. Wenn es nicht zu einer Beitragserhöhungswelle<br />
kommt, hat das keinen nachhaltigen Einfluss auf das Erreichen der Reformziele.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nein</b>: Die Stimmen<br />
mehren sich, dass die Reform scheitern wird, wenn es darum geht, die einzelnen<br />
Reformpunkte in Gesetze zu binden. Glauben Sie, dass die Reform in ihrer<br />
jetzigen Form überleben wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Eckpunkte der Konsensrunde müssen als Gesamtpaket umgesetzt werden.<br />
Jeder muss wissen: Wer einzelne Teile des gefundenen Kompromisses in Frage<br />
stellt, gefährdet damit die Reform als Ganzes.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fischer</b>: Die<br />
CDU-Chefin Merkel hat eine Bürgerversicherung befürwortet, während<br />
ihr Rivale, Hessens Ministerpräsident Roland Koch, die Kopfpauschale<br />
bevorzugt. Also wieder ein Zwist wie bei der vorgezogenen Steuerentlastung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Diese Behauptung, die heute in der Presse zu lesen war, ist nachweislich<br />
falsch. Frau Merkel lehnt eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen<br />
nachdrücklich ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angelika S</b>:<br />
Seehofer bezeichnet fast täglich den Gesundheitskompromiss als vorläufig<br />
und setzt sich dafür ein, möglichst schnell eine Bürgerversicherung<br />
einzuführen. Sind Sie seiner Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bürger</b>:<br />
Herr Storm, was halten Sie von der Bürgerversicherung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich halte eine Bürgerversicherung aus vielen Gründen für<br />
einen falschen Weg. Im übrigen sollten wir uns jetzt auf die Umsetzung<br />
der gerade beschlossenen Gesundheitsreform konzentrieren. Die Frage nach<br />
einem Systemwechsel sollte dann zu Beginn der nächsten Wahlperiode<br />
geklärt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wieso erst dann? Solang braucht man doch nicht, um die derzeitigen Pläne<br />
umzusetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die jetzt geplante Gesundheitsreform enthält eine Reihe von neuen<br />
Elementen, wie z.B. veränderte Zuzahlungen oder Zusatzversicherungen.<br />
Wir müssen damit erst einmal Erfahrungen sammeln. Im übrigen<br />
halte ich die beiden Alternativen für einen Systemwechsel, also die<br />
Bürgerversicherung und die Kopfpauschale, noch nicht für so<br />
überzeugend, dass sie bereits jetzt umgesetzt werden könnten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rüruppig</b>:<br />
Wer sich als Sozialpolitiker versteht und jahrelang mit dem bestehenden<br />
Gesundheitssystem gekämpft hat, neigt der Bürgerversicherung<br />
zu. Stimmt das so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Nein. Es gibt auch viele Sozialpolitiker, die das Kopfpauschalenmodell<br />
für besser halten. Die öffentliche Debatte der letzten Tage<br />
hat da vielleicht einen etwas verzerrten Eindruck hinterlassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heiko</b>: Wozu<br />
brauchen wir so viele Krankenkassen? Kann man nicht per Gesetz eine einzige<br />
staatliche machen? Man bedenke die vielen Verwaltungskosten, die eingespart<br />
werden können. Bei Versicherungen wie der Arbeitslosenversicherung<br />
geht das doch auch (Man stelle sich das Chaos mit 200 Arbeitslosenversicherungen<br />
vor).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Früher hatten wir über 1000 Krankenkassen. Heute sind es 315.<br />
Von diesen 315 sind 253 Betriebskrankenkassen. Trotz der heute bekannt<br />
gegebenen Beitragsanhebungen haben die Betriebskrankenkassen immer noch<br />
deutlich niedrigere Beiträge als andere Krankenkassenarten. Das zeigt,<br />
dass ein Zwang zur Fusion von Krankenkassen keineswegs die Beitragssätze<br />
auf breiter Front reduzieren würde. Im Schnitt sind natürlich<br />
die Beiträge niedriger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber ist das nicht gerade ein Teil des Problems?: Die AOK kriegt die schlechten<br />
Risiken (kranke Versicherte) die guten Risiken (höhere Einkommen,<br />
gesünder) wandern in die Bebtriebskrankenkassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Deshalb brauchen wir ja auch in Zukunft einen funktionierenden Finanzausgleich<br />
zwischen den Krankenkassen. Die Konsensrunde hat beschlossen, im nächsten<br />
Jahr den Risikostrukturausgleich zu überprüfen und faire Wettbewerbsbedingungen<br />
zwischen den Krankenkassen zu ermöglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Beitragssenkung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anonymous</b>:<br />
Stoiber fordert, dass die Beiträge um nicht weniger als 0,8 Prozentpunkte<br />
sinken sollen. Ist das erreichbar/realistisch oder Wahlkampf in Bayern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Bei der Umsetzung der Gesundheitsreform werden die Kassen im nächsten<br />
Jahr um rund 10 Milliarden Euro entlastet. Davon sollen 3 Milliarden Euro<br />
zum Abbau der Schulden bzw. zum Auffüllen der Mindestrücklagen<br />
verwendet werden. Wenn die verbleibenden 7 Milliarden Euro vollständig<br />
in die Beitragssenkung gehen, dann würde der durchschnittliche Beitragssatz<br />
um 0,7 Prozentpunkte sinken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Geld</b>: Diese<br />
10 Milliarden trägt der Bürger, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Lasten der Gesundheitsreform werden auf nahezu alle Beteiligte im<br />
Gesundheitswesen aufgeteilt. Neben den Versicherten und den Steuerzahlern<br />
(Tabaksteuer) tragen auch die Leistungserbringer ihren Anteil an der Reform.<br />
So müssen Ärzte und Zahnärzte im kommenden Jahr wieder<br />
eine Nullrunde hinnehmen. Die pharmazeutische Industrie wird direkt mit<br />
rund einer Milliarde Euro belastet. Selbst die Krankenkassen müssen<br />
über gedeckelte Verwaltungsausgaben ihren Teil zu den Sparbemühungen<br />
beitragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seeblick</b>: Die<br />
gesetzlichen Krankenkassen erachten eine Bürgerversicherung nämlich<br />
für sinnvoll, um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung<br />
auch für die Zukunft zu sichern. Haben die Kassen denn nicht recht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Mit der Bürgerversicherung wäre ja in erster Linie eine Ausweitung<br />
des Versichertenkreises auf die noch nicht gesetzlich Versicherten verbunden.<br />
Neue Beitragszahler haben aber auch Leistungsansprüche, so dass die<br />
Einbeziehung weiterer Personenkreise finanziell für die Kassen nahezu<br />
zum Nullsummenspiel wird. Auch werden die langfristig zu erwartenden Ausgabensteigerungen<br />
im Hinblick auf den demografischen Wandel durch eine Bürgerversicherung<br />
nicht gelöst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie sicher sind diese Rechnungen &#8211; was Bürgerversicherung oder Kopfpauschale<br />
bringt oder spart?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Berechnungen hängen natürlich sehr stark von den zugrunde<br />
gelegten Annahmen ab. Neben der Betrachtung der reinen Finanzierungseffekte<br />
ist es aber genauso wichtig, dass beachtet wird, welche gesamtwirtschaftlichen<br />
Auswirkungen eine Veränderung der Finanzierung der Krankenversicherung<br />
hat. Die jetzige Reform wurde ja vor allem deshalb gemacht, um über<br />
eine Senkung der Beitragssätze einen Anreiz für die Schaffung<br />
neuer Arbeitsplätze zu geben. Auch bei der Frage, ob man eine Bürgerversicherung<br />
oder eine Kopfpauschale einführen soll, kommt den Konsequenzen für<br />
den Arbeitsmarkt eine wichtige Bedeutung zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kopfgeld</b>: Die<br />
Kopfpauschale entlastet obere Einkommen besonders, kommt also einer Umverteilung<br />
von unten nach oben gleich. Das ist ungerecht Herr Storm!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">A<b>ndreas Storm</b>:<br />
Weil die Kopfpauschale die unteren Einkommen stärker belastet, kann<br />
sie nur dann ernsthaft in Erwähnung gezogen werden, wenn sie mit<br />
einem starkem sozialen Ausgleich verbunden wird. Das Finanzvolumen für<br />
diesen sozialen Ausgleich wird auf mindestens 25 Milliarden Euro geschätzt.<br />
Für mich kommt das nur in Frage, wenn dieser soziale Ausgleich dauerhaft<br />
sichergestellt und deshalb dem Zugriff des Finanzministers entzogen werden<br />
kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Diego</b>: Herr<br />
Storm, wie hoch sind Ihre Bezüge als Beirat der Barmenia? Sind Sie<br />
Lobbyist? Verträgt sich Ihre Tätigkeit für diese PKV mit<br />
Ihrer Tätigkeit im &quot;Gesundheitsausschuss&quot; des Bundestages?<br />
Und da Sie Herr Storm Beirat bei einer PKV sind, müssen Sie natürlich<br />
GEGEN die Bürgerversicherung sein, nicht wahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich gehöre dem wissenschaftlichen Beirat der Barmenia in meiner Funktion<br />
als Arbeitsgruppenvorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion an. Dieser<br />
wissenschaftliche Beirat ist kein Entscheidungs- oder Kontrollgremium<br />
wie ein Aufsichtsrat, sondern er führt Vertreter aus Wissenschaft<br />
und Politik zusammen. In dem Gremium sind zahlreiche namhafte Gesundheitsökonomen<br />
und Mitglieder der Bundestagsfraktionen vertreten. Dieses hat also schon<br />
von der Aufgabenstellung nichts mit einer Geschäftstätigkeit<br />
für das Unternehmen zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Kopfpauschale und zum sozialen Ausgleich:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Apotheker</b>:<br />
Da der Staat aber häufig klamm ist, befürchten Kritiker der<br />
Kopfpauschale, dass Politiker und Lobbyisten jedes Jahr einen Milliardenringkampf<br />
veranstalten – Gesundheitsreformen würden zur Dauerinstitution.<br />
Hätten sie Lust auf weitere Verhandlungen und steckt die letzte Ihnen<br />
noch in den Gliedern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Knapp drei Wochen intensive Verhandlungen hinterlassen natürlich<br />
ihre Spuren. Der Aufwand hat sich nach meiner Überzeugung aber gelohnt,<br />
denn wenn die Reform umgesetzt wird, gewinnen wir Zeit für die Entscheidung<br />
der Systemfrage am Beginn der nächsten Wahlperiode. Falls man sich<br />
dann für den Systemwechsel zur Kopfpauschale entscheidet, muss von<br />
vornherein sicher gestellt sein, dass der Zugriff auf die erforderlichen<br />
Finanzmittel für die Finanzierung des sozialen Ausgleichs dem Finanzminister<br />
entzogen sein muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Willy</b>: Glauben<br />
Sie, dass diese leichte Absenkung des Versicherungsbeitrages die Kaufkraft<br />
ankurbeln kann? Andererseits müssen die Leute ja jetzt immer etwas<br />
Geld auf der hohen Kante haben, falls sie mal krank werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Entscheidend ist zunächst, dass der Teufelskreislauf aus steigenden<br />
Sozialbeiträgen und wegfallenden Arbeitsplätzen durchbrochen<br />
wird. Dabei ist klar, dass der durch die Senkung der Beitragssätze<br />
gewonnene Spielraum von den Versicherten weitgehend auch wieder für<br />
Gesundheitsausgaben aufgewendet wird muss. Per Saldo erwarte ich aber<br />
schon einen Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung durch<br />
diese Reform.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martinsch</b>:<br />
Ist es nicht ein Widerspruch, auf der einen Seite die Folgen der alternden<br />
Gesellschaft auf die sozialen Sicherungssysteme zu beklagen, auf der anderen<br />
Seite aber Leistungen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft aus<br />
dem Leistungskatalog der GKV herauszunehmen bzw. in einem ganz erheblichen<br />
Umfang zu kürzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen von Rot-Grün<br />
wurden die Leistungen zur künstlichen Befruchtung ja gerade nicht<br />
aus dem GKV-Katalog herausgenommen. Die zugegebenermaßen sehr hohe<br />
Selbstbeteiligung von 50 % halte ich gerade noch für hinnehmbar</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ein Kommentar oder eine Frage, wie Sie wollen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pkv</b>: Aber dieser<br />
Teufelskreislauf wird doch nicht durchbrochen, wenn Sie den Beitragssatz<br />
um 0,7 Prozent senken und gleichzeitig dem Bürger das doppelte Geld<br />
wieder aus der Tasche ziehen! Glauben Sie wirklich, dass die Bürger<br />
so dumm sind!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und eine Nachfrage: Ist es nicht so, dass gilt: Es wird für die Versicherten<br />
künftig definitiv nichts billiger, sondern am Ende alles teurer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Der Beitragssatz wird im nächsten Jahr zunächst auf unter 14%<br />
und in den beiden folgenden Jahren auf 13% abgesenkt. Auch nach Inkrafttreten<br />
der letzten Reformmaßnahmen, voraussichtlich 2007, ergibt sich für<br />
die Versicherten im Durchschnitt selbst unter Anrechnung der Zusatzversicherungen<br />
noch eine geringe Nettoentlastung im Vergleich zur derzeitigen Situation.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber nur eine &quot;geringe&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
In der Tat werden mit dieser Reform die Ausgaben im Gesundheitswesen künftig<br />
etwas weniger über lohnbezogene Beiträge und mehr über<br />
andere Finanzierungsformen wie höhere Selbstbeteiligungen oder Steuern<br />
bezahlt. Eine drastische Verminderung der Ausgaben für das Gesundheitswesen<br />
halte ich nicht für realisierbar. Zumindest dann nicht, wenn auch<br />
weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung für alle Versicherten<br />
gewährleistet sein soll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RolandKochForever</b>:<br />
Welchen Rückhalt hat Seehofers Meinung in punkto Buergerversicherung<br />
eigentlich wirklich in der Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Nach meiner Einschätzung gibt es derzeit in der Union &#8211; zumindest<br />
in der CDU &#8211; keine Mehrheit für die Bürgerversicherung. Aber<br />
Klarheit darüber werden wir erst haben, wenn ein Parteitag mit Mehrheit<br />
über den künftigen Kurs in der Gesundheitspolitik befunden hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheitsreform-Interessierte, die Stunde ist vorbei. Herzlichen<br />
Dank fürs Kommen, Herr Storm, vielen Dank an alle Teilnehmer für<br />
die interessanten Fragen &#8211; wie immer sind noch viele liegengeblieben.<br />
Das wird aber auch mit Sicherheit nicht der letzte Chat über die<br />
Gesundheitsreform gewesen sein. Noch ein Hinweis: Die Transkripte aller<br />
tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de<br />
und politik-digital.de sowie des Unterstützers tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich bedanke mich für die interessanten Fragen. Tschüß.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/andreas-storm-zu-stabilen-krankenkassenbeitraegendieses-muss-zur-not-bei-der-geplanten-verabschiedung-der-gesundheitsreform-im-290/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich bin sogar davon überzeugt, dass wir mehr als 0,5 % Punkte (Krankenkassenbeitragssenkung) erreichen kö</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_bin_sogar_davon_ueberzeugt_dass_wir_mehr_als_05_punkte_krankenkassenbeitragssenkung_erreichen-292/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_bin_sogar_davon_ueberzeugt_dass_wir_mehr_als_05_punkte_krankenkassenbeitragssenkung_erreichen-292/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Gudrun Schaich-Walch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotich_bin_sogar_davon_ueberzeugt_dass_wir_mehr_als_05_punkte_krankenkassenbeitragssenkung_erreichen-292/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gschaich-walch.jpg" alt="Gudrun Schaich-Walch" align="left" border="0" height="133" width="108" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Gudrun 
Schaich-Walch, SPD-Gesundheitsexpertin, am 29. Juli 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gschaich-walch.jpg" alt="Gudrun Schaich-Walch" align="left" border="0" height="133" width="108" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Gudrun<br />
Schaich-Walch, SPD-Gesundheitsexpertin, am 29. Juli 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheits-Interessierte, es geht gleich los. Herzlich willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Heute<br />
ist die SPD-Gesundheitsexpertin Gudrun Schaich-Walch zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Wir haben eine Stunde Zeit &#8211; Frau Schaich-Walch, sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ja, ich bin bereit. Wir können starten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Frau Schaich-Walch, gehen Sie eine Wette ein, dass die Krankenkassen im<br />
kommenden Jahr ihre Beiträge wirklich senken, sagen wir mal um mindestens<br />
0,5 Prozentpunkte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ja, ich würde mit Ihnen die Wette eingehen. Ich bin sogar davon überzeugt,<br />
dass wir mehr als 0,5 % Punkte erreichen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Susi</b>: Dass<br />
der Zahnersatz aus der gesetzlichen Krankenversicherung genommen wird,<br />
widerspricht doch dem Wahlprogramm der SPD, in dem sie versprach, man<br />
dürfe am Lachen eines Menschen nicht seinen sozialen Status erkennen<br />
dürfen. Meinen Sie nicht, dass sich die SPD dadurch wertvolle Wählerstimmen<br />
vergrault?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin über den Kompromiss, dass wir den Zahnersatz aus der paritätischen<br />
Versicherung herausnehmen, nicht glücklich. Es ist mir sehr schwer<br />
gefallen. Ich bin aber überzeugt, dass wir mit dem Ansatz, dass man<br />
sowohl in der gesetzlichen wie in der privaten Versicherung anbieten kann,<br />
einen tragbaren Kompromiss gefunden haben, der uns in der Sozialdemokratie<br />
allerdings weh tut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Samariter</b>:<br />
Unions-Sozialexperte Horst Seehofer befürchtet nach der massiven<br />
Kritik der vergangenen Tage an der geplanten Gesundheitsreform ein Scheitern<br />
des Kompromisses mit der Regierung. Befürchten Sie auch ein solches<br />
Scheitern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Kompromiss nicht scheitern<br />
wird. Alle, die am Zustandekommen des Kompromisses beteiligt waren, haben<br />
sich die konsequente Umsetzung in ein Gesetz vorgenommen, und ich bin<br />
auch davon überzeugt, dass sich letztlich alle daran halten werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25</b>:<br />
Ich verstehe die vielen kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen nicht.<br />
War das nicht abgesprochen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Man kann einen Kompromiss nicht absprechen. Man kann nur mit einer klaren<br />
Zielsetzung in solche Gespräche gehen und für sich eine Kompromisslinie<br />
festsetzen. Das haben wir mit unserer Verhandlungsgruppe getan und wir<br />
werden jetzt natürlich auch innerhalb der Partei, innerhalb der Fraktion,<br />
aber am wichtigsten, innerhalb der Bevölkerung für den Kompromiss<br />
werben müssen und die Details erklären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hansaplast</b>:<br />
Wie beurteilen Sie die jüngste Kritik von SPD-Fraktionschef Franz<br />
Müntefering an der geplanten Zusatzversicherung für Zahnersatz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Es geht mir, wie es Franz Müntefering geht. Wir sind beide über<br />
das, was wir vereinbaren mussten, nicht glücklich. Frau Merkel, die<br />
Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, hatte das aber formuliert,<br />
als einen Punkt, der dringend erforderlich ist, um überhaupt einen<br />
Kompromiss in den anderen Gebieten möglich zu machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Alias</b>: Die<br />
Auswahl der Eckpunkte erscheint mir willkürlich. Wieso geht man an<br />
den Zahnersatz und nicht an Dinge wie die Kur, die nun wirklich in vielen<br />
Fällen überflüssig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Es liegt an dem Finanzvolumen, weshalb man an den Zahnersatz gegangen<br />
ist, und weil man den Zahnersatz medizinisch sehr klar abgrenzen kann.<br />
Das ist im Feld der Re-ha und der Kuren durchaus viel schwieriger. Aber<br />
entscheidend war sicher für die CDU/CSU das Finanzvolumen, die mit<br />
der Herausnahme aus der gesetzlichen Krankenversicherung eine Beitragsabsenkung<br />
erreichen möchte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Unruhig</b>: Die<br />
Reform wirkt überstürzt. Wäre es nicht besser gewesen,<br />
einen Konsens mit Krankenkassen, Ärzten und Experten zu erreichen,<br />
bevor man die Eckpunkte festlegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Die Reform war ganz sicher nicht überstürzt. Wir haben über<br />
ein Jahr mit all den Beteiligten, die sie hier ansprechen, diskutiert.<br />
Wir haben unsere Reformziele dargelegt, nämlich die Verbesserung<br />
der Qualität und der Effizienz des Systems zu erreichen und auch<br />
eine langfristige Beitragsstabilisierung und Absenkung zu erreichen. Der<br />
Konsens mit all denen, die im Gesundheitswesen arbeiten, ist allerdings<br />
oft nicht zu erreichen, weil die Interessenslagen zu unterschiedlich sind<br />
und sich oft nicht mit denen der Versicherten und Patienten decken, deren<br />
Interessen bei dieser Gesundheitsreform im Vordergrund stehen sollten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Bei der CDU hat die Pharma-Lobby Stimmung gegen die Positivliste für<br />
Arzneimittel gemacht &#8211; die ist jetzt auch weg. Welche Lobbyisten klopfen<br />
denn bei der SPD an? Sind es da die Arzneimittelhersteller aus den Wahlkreisen<br />
der Abgeordneten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Bei uns klopfen alle an und natürlich auch die Pharmahersteller.<br />
In der Pharmaindustrie gibt es sehr viele Arbeitsplätze und sie ist<br />
nach wie vor ein entscheidender Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Deshalb<br />
diskutiert natürlich auch die SPD mit der Pharmaindustrie, weil Gesundheitspolitik<br />
inzwischen nicht mehr nur Sozialpolitik, sondern auch Wirtschaftspolitik<br />
ist. Wir haben im gesamten Gesundheitswesen etwa 4,5 Millionen Beschäftigte<br />
mit einem Jahresumsatz von etwas 142 Milliarden Euro alleine bei den gesetzlichen<br />
Krankenversicherungen. Dazu kommen noch mal in der gleichen Höhe<br />
Gesundheitsleistungen aus der privaten Versicherung oder auch aus den<br />
privaten Kassen der Einzelnen. Das macht, finde ich, sehr deutlich, dass<br />
zwar im Vordergrund Gesundheitspolitik stehen muss, aber Arbeitsmarkt-<br />
und Wirtschaftspolitik immer mit bedacht werden müssen und deshalb<br />
Reformoptionen eröffnet werden müssen, bei denen man auch Forschungsoptionen<br />
der Pharmaindustrie mit berücksichtigen muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kilroy</b>: Wie<br />
wäre denn eigentlich die Gesundheitsreform ausgefallen, wenn man<br />
keine Lobbyisten gefragt hätte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Wir hätten die Positivliste bekommen. Und das, was wir an Veränderungen<br />
bei der Versorgung von Patienten und Patientinnen planen, würde sicher<br />
auch schneller umgesetzt werden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Sie behaupten<br />
&quot;das Kollektivvertragssystem hat sich grundsätzlich bewährt&quot;.<br />
Halten sie daran immer noch fest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich glaube nach wie vor, dass es sich grundsätzlich bewährt<br />
hat, bin aber grundsätzlich davon überzeugt, dass es nicht das<br />
einzige Vertragssystem bleiben darf. Deshalb wird es in der Zukunft Direktverträge<br />
geben zwischen Krankenkassen, Arztgruppen und anderen Gesundheitsberufen,<br />
z.B. in der Form von Versorgungszentren oder auch bei der Öffnung<br />
der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>fcschalke04</b>: Kritiker der Bürgerversicherung sagen, eine Umstellung<br />
wäre teuer und würde nur eine minimale Beitragsentlastung bringen?<br />
Stimmt das und wie sehen Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<b><br />
</b>Die Bürgerversicherung wird eine Beitragsentlastung bringen.<br />
In welcher Höhe kann ich Ihnen nicht sagen, weil das entscheidend<br />
von der Ausgestaltung abhängt. Sie bringt Vorteile dadurch, dass<br />
es eine ganz breite Basis der Versicherten gibt. Wir haben allerdings<br />
noch sehr viel ungeklärte Fragen, z.B.: Wie gehen wir mit Beamten<br />
um in der privaten Krankenversicherung, die es ja nun mal gibt? Und ich<br />
glaube, dass alle offenen Fragen beantwortet sein müssen, bevor man<br />
ein Versicherungswesen für 80 Millionen Menschen total verändert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rababer</b>: Bei<br />
der SPD waren es die Wirtschaftspolitiker, die sich kritisch gegen eine<br />
Bürgerversicherung äußern. Der arbeitsmarktpolitische<br />
Sprecher der SPD-Fraktion, Klaus Brandner, sagt: &quot;Manche meinen,<br />
man müsste nur die Einnahmegrundlage der Krankenkassen verbreitern<br />
und schon wären alle Probleme gelöst. Ich halte das für<br />
einen Trugschluss.&quot; Erliegen Sie einem solchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich halte das für einen Trugschluss, genau wie das bei meinem Kollegen<br />
Brandner der Fall ist. Es geht letztendlich nicht um einfach mehr Geld<br />
im System, sondern das Wichtigste sind die strukturellen Veränderungen,<br />
und zu diesen Veränderungen sind die Menschen eher bereit, wenn sie<br />
nicht am Horizont schon den Goldesel sehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin</b>: Hallo<br />
Frau Schaich-Walch, welche Bedeutung hätte die Bürgerversicherung<br />
oder Kopfpauschale für die privat Krankenversicherten und für<br />
die privaten Krankenkassen? Wäre eine sehr hohe Bemessungsgrenze<br />
(diskutiert werden z.Zt. 5100,- Euro) den privaten Kassen gegenüber<br />
vertretbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich habe in einer vorherigen Antwort schon gesagt, dass die Fragen der<br />
Umgestaltung der privaten Krankenversicherung noch sehr offen ist, denn<br />
wenn wir den Weg der Bürgerversicherung gingen, würde sich langfristig<br />
die private Krankenversicherung erübrigen. Sie wäre keine Vollversicherung<br />
mehr wie heute, sondern würde nur noch Zusatzversicherung sein können,<br />
und was das alles bedeutet, ist in den letzten Details auch von den Verfechtern<br />
dieser Versicherungsform noch nicht beantwortet worden. Deshalb ist das<br />
ganze noch nicht entscheidungsreif und sollte auch erst entschieden werden,<br />
wenn in einer gesellschaftlichen Debatte deutlich herausgearbeitet ist,<br />
was die Vor- und Nachteile der Bürgerversicherung und auch der Prämienversicherung<br />
sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Vbnm</b>: Warum<br />
die plötzliche Debatte um Bürger oder Kopf? Wollen sie davon<br />
ablenken, dass nur die Patienten belastet werden und die Besitzstände<br />
der Kassen, Ärzte etc. unberührt blieben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Die Besitzstände der Kassen und Krankenkassen sind nicht unberührt<br />
geblieben. Wir haben Ende letzten Jahres das Beitragssicherungsgesetz<br />
verabschiedet, das Januar diesen Jahres in Kraft getreten ist und Belastungen<br />
in Höhe von ca. 3,5 Milliarden Euro für Pharmaindustrie, Ärzteschaft,<br />
Apotheken, Krankenkassen und Zahntechniker beinhaltet. Ich hätte<br />
mir allerdings gewünscht, dass wir statt über eine neue Finanzierungsform<br />
intensiv über die jetzt zu erarbeitende Gesundheitsreform diskutieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Frau<br />
Schaich-Walch, Herr Seehofer sagt offen seine Meinung. Sie halten hier<br />
Ihre &quot;hinterm Berg&quot;. Das ist nicht in Ordnung. Sie stehen hier<br />
mit dem Wähler im Kontakt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich darf hinzufügen: Horst Seehofer hat erklärt, er sei absolut<br />
sicher, dass die Bürgerversicherung kommt. Hat er Recht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Ich bin ja sehr davon beeindruckt, dass Herr Seehofer trotz all der noch<br />
offenen und noch ungeklärten Fragen bereits eine Antwort hat. Ich<br />
halte mir meiner nicht hinterm Berg. Die Bürgerversicherung steht<br />
in Konkurrenz zu dem Prämienmodell vergleichbar der Schweiz. Es hätte<br />
den Vorteil, dass die Krankenversicherungsbeiträge völlig losgelöst<br />
sind von den Lohnnebenkosten. Aber auch bei diesem Modell sind noch nicht<br />
alle Fragen beantwortet und Rechenbeispiele gibt es schon gar nicht. Für<br />
keines von beiden sind sie bisher befriedigend. Und ich pflege mich erst<br />
dann zu entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind, alle meine Fragen<br />
beantwortet sind. Und das ist bis jetzt nicht der Fall!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heinz-Walter</b>:<br />
Sehen Sie ein wirkliche Möglichkeit für den Bürger Gesundheitskosten<br />
zu reduzieren, denn wenn auf der Lohnabrechnung zwar eine höhere<br />
Nettosumme erscheint aber man dann doch selbst zahlen muss wird es summa<br />
summarum letztendlich teurer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Was wir jetzt machen, ist ein System von kurzfristigen, mittel- und langfristigen<br />
Maßnahmen. Bei den kurzfristigen Maßnahmen mit den Zuzahlungen<br />
gehen wir allerdings auch davon aus, dass sie zum Teil auf das Verhalten<br />
der Patienten einwirken.<br />
Krankenkassen können ihren Patienten z.B. beim Hausarztmodell oder<br />
bei Chronikerprogrammen einen Bonus anbieten, der auch eine Reduzierung<br />
der Zuzahlung beinhalten kann. Bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen<br />
gehen wir z.B. davon aus, dass wir durch die Neugestaltung der Preise<br />
im Arzneimittelbereich Einsparungen von mindestens einer Milliarde Euro<br />
erzielen. Hinzu kommen weitere Einsparungen durch eine freiere Vertragsgestaltung<br />
der Krankenkassen. Am Ende gehen wir von einem Einsparvolumen von 4-6<br />
Milliarden Euro jährlich aus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Logo</b>: Wie rechtfertigt<br />
die SPD gegenüber den betroffenen Patienten und Therapeuten die geplante<br />
Anhebung der Zuzahlungen im Bereich Physiotherapie auf einen Eigenanteil<br />
der Patienten, der je nach Behandlungsposition, zwischen 37-80% der Behandlungskosten<br />
je Behandlung liegen soll? Das deckt sich doch nicht mit dem selbstformulierten<br />
Anspruch die Zuzahlung zu vereinfachen und gerechter zu gestalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Wenn das so wäre, hätten Sie Recht. Die Zuzahlungen sind folgendermaßen<br />
gestaltet: Maximal 2 % des Familieneinkommens. Hinzu kommt die Berücksichtigung<br />
eines Kinderfreibetrages in der Größenordnung von derzeit 3648<br />
Euro je Kind. Das ist die Obergrenze für alle Leistungen, auf die<br />
zugezahlt werden muss. Für chronisch kranke Pattienten gilt die Hälfte<br />
, also 1 % Maximum ebenfalls über alle Leistungen und bei Sozialhilfeempfängern<br />
1 Euro pro Leistung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Berniedo</b>: Das<br />
eigentliche Problem der Krankenkassen sind doch die Verluste auf der Einnahmeseite,<br />
die durch Gesetzesänderungen verursacht wurden (Zahlungen für<br />
Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger). Also, der Staat entlastet seine<br />
Kasse, die Krankenkassen haben ein Defizit und die Beitragszahler werden<br />
zur Kasse gebeten. Warum werden also Lasten der Gemeinschaft auf die Beitragszahler<br />
der gesetzlichen Krankenkassen verlagert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
In dieser Gesundheitsreform gehen wir einen ersten Schritt, dass wir die<br />
sogenannten versicherungsfremden Leistungen über die Steuer finanzieren.<br />
Im ersten Schritt 2004 soll dieses steuerfinanzierte Volumen eine Milliarde<br />
Euro, bis zum Jahr 2007 4,2 Milliarden Euro, betragen. Damit korrigieren<br />
wir einige der Dinge, die Sie angesprochen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GUSI</b>: Auch<br />
Sie haben bis vor kurzem nicht die Systemfrage für das Gesundheitswesen<br />
gestellt. Nun tun Sie dies, wie viele andere auch. Kann Politik erst dann<br />
handeln, wenn jedem klar wurde, dass der herrschende Zustand finanziell<br />
untragbar geworden ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Gesundheitsreform besteht für mich aus mehreren Komponenten.<br />
Die Entscheidendste ist für mich die Qualität und Wirtschaftlichkeit<br />
der Versorgung der Patientinnen und Patienten, die eng verbunden sind<br />
mit den Fragen des Wettbewerbes.<br />
Diese Korrekturen waren dringend notwendig und werden mit Veränderungen<br />
der Gesellschaft auch immer notwendig sein. Im medizinischen Fortschritt<br />
gibt es keinen Stillstand. Ca. alle 5 Jahre haben wir einen neuen Wissensstand.<br />
Also werden auch weiterhin inhaltliche Reformen notwendig sein. Diese<br />
Reformen sind für mich unabhängig von der grundsätzlichen<br />
Finanzierungsfrage. Wenn wir in andere Länder schauen, können<br />
wir sehen, dass die Schweiz für die Umstellung ihrer Finanzierung<br />
für ein Volk von 7 Millionen Menschen 6 Jahre gebraucht hat. Wir<br />
würden ein System umstellen für etwa 80 Millionen Menschen,<br />
und wenn man da einen Fehler macht, kann man den nicht schnell korrigieren,<br />
wie z.B. bei der Zuzahlung. Deshalb muss das sehr gründlich vorbereitet<br />
sein und tiefgehend in der Gesellschaft diskutiert werden, weil ich davon<br />
überzeugt bin, dass man einen eventuellen Systemwechsel auch nur<br />
mit einer sehr breiten Mehrheit im Bundestag beschließen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Chat-Freunde, es gibt noch viele Fragen, die Stunde ist aber leider<br />
vorbei. Am Donnerstag, 30.Juli, geht&#8217;s im Chat wieder um die Gesundheitsreform.<br />
Dann stellt sich Andreas Storm, Gesundheitsexperte der CDU und Widersacher<br />
von Frau Schaich-Walch, hier von 17.00 bis 18.00 Ihren Fragen. Morgen<br />
geht es von 16.00 bis 17.00 Uhr um die Krise in Irak und Iran. Dazu haben<br />
wir die Nahost- und Islam-Expertin Prof. Gudrun Krämer von der Freien<br />
Universität eingeladen. Herzlichen Dank Frau Schaich-Walch fürs<br />
Kommen. Vielen Dank an alle User für die Fragen. Die Transkripte<br />
aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers tagesspiegel.de.<br />
Bis zum nächsten Mal!</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gudrun Schaich-Walch</b>:<br />
Bitte sehr.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_bin_sogar_davon_ueberzeugt_dass_wir_mehr_als_05_punkte_krankenkassenbeitragssenkung_erreichen-292/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Bis Ende des Jahres erwarten wir 20.000 Arbeitslose aus den Apotheken.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotbis_ende_des_jahres_erwarten_wir_20000_arbeitslose_aus_den_apothekenquot-294/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotbis_ende_des_jahres_erwarten_wir_20000_arbeitslose_aus_den_apothekenquot-294/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Günter Friese]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotbis_ende_des_jahres_erwarten_wir_20000_arbeitslose_aus_den_apothekenquot-294/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hfriese.jpg" alt="Karl-Günter Friese" align="left" border="0" height="133" width="95" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung Deutscher 
Apothekerverbände, ist am 21. Juli 200</b>3</b></span><b> 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></span><b>.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hfriese.jpg" alt="Karl-Günter Friese" align="left" border="0" height="133" width="95" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung Deutscher<br />
Apothekerverbände, ist am 21. Juli 200</b>3</b></span><b><br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></span><b>.</b><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<span style="color: #000000"><br />
</span></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute ist Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung<br />
Deutscher Apothekerverbände, unser Gast. Kann es losgehen?<b><br />
</b></span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Hans-Günter<br />
Friese</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">:<br />
Ja, gerne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herr Friese, die Eckpunkte der Gesundheitsreform sind raus, Apotheker<br />
dürfen sich künftig ein bisschen mehr Konkurrenz machen, drei<br />
Apotheken darf künftig jeder besitzen. Ein schlechter Tag für<br />
einen Spitzen-Lobbyisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Damit ist die Apotheke und mit ihr der Apotheker in seiner<br />
Unabhängigkeit tangiert. Denn wir befürchten dass aus Mehrbesitz<br />
Fremdbesitz entsteht<br />
und dann der gewollte unabhängige Ratschlag des Apothekers durch<br />
die Weisung des Fremdkapitals überlagert ist: also ein rabenschwarzer<br />
Tag für den Patienten, der nach wie vor unabhängig beraten werden<br />
will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>spock</b>: Das<br />
Mehrbesitzverbot von Apotheken soll fallen. Mehr Wettbewerb ist doch volkswirtschaftlich<br />
sehr sinnvoll, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Schon jetzt haben die Apotheken in Deutschland wegen der hier<br />
geltenden Niederlassungsfreiheit einen enormen Wettbewerb. Dies ist der<br />
Grund für die Spitzenleistung, die die Apotheken in ihrem Dienstleistungspaket<br />
erbringen. Außerdem ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der deutschen<br />
Apotheken im internationalen Vergleich spitze.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wenn der Wettbewerb die Spitzenleistung erbringt, dann ist eine &quot;Apothekenkette&quot;<br />
aber doch keine wirkliche Gefahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Doch, denn durch Fremdbesitz bzw. Apothekenketten hält<br />
das Kapital Einzug in die Beratungsqualität der Apotheken und überlagert<br />
sie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>franchise</b>:<br />
Warum verhindert Fremdbesitz unabhängige Beratung? Bei McDonalds<br />
werde ich doch auch nicht automatisch schlecht beraten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kapitalgeber auch<br />
sein eingebrachtes Kapital vermehrt sehen will &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das will der Apotheker auch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: &#8230; und damit steht nicht das Optimum an Therapie im Vordergrund.<br />
Außerdem ist der Apotheker in einer Kette weisungsbefugt und in<br />
soweit nicht mehr freiberuflich tätig mit seiner persönlichen<br />
Verantwortung und Haftung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eva</b>: Wenn Sie<br />
ehrlich sind, denken Sie nicht, dass die Apotheken auch ganz gut von den<br />
Patienten gelebt haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Apotheker versteht sich in erster Linie als freier Heilberufler<br />
und so will auch die Gesellschaft diesen Beruf: nämlich unabhängig<br />
und damit optimal beraten werden. Erst in zweiter Hinsicht ist der Apotheker<br />
auch Gewerbetreibender und damit Kaufmann.<br />
Zu Eva: Natürlich brauchen auch Apotheken ein angemessenes Vergütungsvolumen,<br />
um die zu erbringenden Dienstleistungen finanzieren zu können. Über<br />
das Einkommen der Apotheken entscheidet das Preisbildungssystem für<br />
Arzneimittel, das gesetzlich vorgeschrieben ist. Nicht der Apotheker entscheidet<br />
über die Höhe seiner Vergütung pro Arzneimittel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Petra S</b>: Aber<br />
Apotheker verkaufen doch auch Produkte, deren Wirkung zweifelhaft ist,<br />
z.B. Franzbranntwein oder zuckerhaltige Lutschpastillen. Apotheken sind<br />
doch auch ein Wirtschaftsunternehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Apotheker ist gehalten beim Wunsch nach einem Arzneimittel<br />
zuzuraten oder abzuraten. Bedenkliche Arzneimittel werden vom Apotheker<br />
analysiert und im Verhältnis zum Arzt bzw. Kunden entsprechend bewertet.<br />
Wenn dann doch der Kunde ein derartiges Arzneimittel, das immerhin zugelassen<br />
ist, möchte, so ist dies seine freie Entscheidung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kleine Statistik-Frage zwischendurch zur Einordnung der Größenordnung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Patient</b>: Wie<br />
hoch ist denn die Wertschöpfung der Apotheken heute in % zum Gesundheitsmarkt?<br />
Wie viel kann denn durch diese Reform eingespart werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Wertschöpfungsanteil der Apotheken, bezogen auf die<br />
Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung beträgt etwas<br />
2,7 Prozent. Ein derzeit nicht zu definierendes Einsparvolumen muss bedauerlicherweise<br />
immer auch durch Einschränkungen des Dienstleistungsbündels<br />
des Apothekers kompensiert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Beratung: Es gibt offensichtlich auch andere Erfahrungen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kettenmail</b>:<br />
Mir hat noch nie ein Apotheker von was abgeraten, ehrlich!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: <i>Ich befürworte ausdrücklich einen pharmazeutischen<br />
Dienstleistungs-Wettbewerb.</i> Mögen die Patienten doch die übernächste<br />
Apotheke aufsuchen, wenn sie sich nicht gut beraten fühlen. Der Wettbewerb<br />
lässt es ja gerade zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal ein kleiner Kommentar zum Fremdbesitz, dann geht&#8217;s aber gleich<br />
weiter:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patient01</b>:<br />
Herr Friese, ich meine, dass doch die meisten Arzneimittelabgaben in den<br />
Apotheken nicht vom Chef persönlich, von weisungsgebundenen Mitarbeitern<br />
erbracht werden, ohne dass es der Volksgesundheit schadet. Ihre Argumentation<br />
gegen den Fremdbetrieb ist nicht nachvollziehbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fremdbesitzer</b>:<br />
Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen nicht mehr erstattet<br />
werden. Führt das nicht dazu, dass Ärzte jetzt teuere verschreibungspflichtige<br />
Medikamente verordnen, weil der Patient die haben will, und auch der Arzt<br />
auf jeden Patienten angewiesen ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Zu Patient01: <br />
Doch! Der Apothekenleiter ist heilberuflichen Grundsätzen verpflichtet<br />
und diese erarbeitet er in der Regel mit seinem Personal was die Beratungsqualität<br />
und den Beratungsumfang angeht. Bei Fremdbesitz überlagert, ich wiederhole<br />
es, die Mehrung des eingesetzten Kapitals den unabhängigen Rat des<br />
Apothekers. Beispiele in Ländern mit Apothekenketten belegen dies.<br />
Zu Fremdbesitzer:<br />
Das sehen wir genauso und dies bedeutet eine Verschlechterung der Therapie,<br />
weil damit der Patient ein Arzneimittel bekommt, dass eine höhere<br />
Risiko-Nutzen-Relation hat. Außerdem dürfte eine Therapie mit<br />
einem verschreibungspflichtigen Arzneimittel teuer sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das will ich nicht verschweigen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Herr<br />
Friese Achtung, Sie laufen hier bei der Diskussion in eine Falle.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sehe aber keine.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zeliha</b>: Was<br />
ist Positives für Apotheken herausgekommen? Meines Erachtens nichts.<br />
Die CDU ist in diesem Bereich umgefallen. Wer ist glaubwürdig Sie<br />
oder die Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Unsere Verbandpolitik setzt auf Glaubwürdigkeit, unterfüttert<br />
durch nachvollziehbare Daten und Fakten. In der Tat wird sich die Politik<br />
fragen lassen, warum sie zunächst gegen Versandhandel, gegen Mehrbesitz<br />
und gegen Einzelvertragsgestaltungen war &#8211; und jetzt dies.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Calmund</b>: Der<br />
Versandhandel mit Medikamenten soll der Einigung zufolge in Grenzen zugelassen<br />
werden, lese ich. Um welche Grenzen geht es und wie bewerten Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Diese Grenzen müssen offensichtlich noch im Detail erarbeitet<br />
und ausformuliert werden. Ich habe größte Sorge, dass eine<br />
Einengung des Versandhandels unter Berücksichtigung fairer Wettbewerbsbedingungen<br />
mit der öffentlichen Apotheke möglich ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sven</b>: Was halten<br />
Sie von der letzten Studie wonach bei den Kassen eine Milliarde eingespart<br />
werden könnte wenn zu Medikamenten mit gleicher Wirkung bei weniger<br />
Kosten gegriffen wird? Unterstützen das Apotheken bereits?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Sollten hier die Nachahmer-Präparate, Generika, angesprochen<br />
sein, so hat Deutschland hier mit mehr als 70 Prozent des generikafähigen<br />
Marktes schon den höchsten Anteil in Europa.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Yaojishi</b>: Bitte<br />
ein Statement zur Aussage von Herrn Seehofer, mit ihm werde es keinen<br />
Versandhandel geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Bitte fragen Sie ihn selbst. Es dürfte klar sein, dass<br />
wir mit den Vertretern aller Parteien den Aspekt der Glaubwürdigkeit<br />
und die Aufrechterhaltung des Apothekers als Angehöriger eines freien<br />
Heilberufs erörtern werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dobbi2</b>: Denken<br />
Sie nicht, dass nun durch den Versandhandel auch viel mehr gefälschte<br />
Arzneimittel in den Markt kommen werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Dies ist nicht nur nicht auszuschließen, sondern eher<br />
wahrscheinlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Hallo<br />
Herr Friese, Sie wissen doch genau, dass weder die Versandhandelsbeschränkung<br />
noch die Mehrbesitzbeschränkung vor dem Verfassungsgericht Bestand<br />
haben werden, was dann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Durch den Versandhandel wird wiederum eine Lücke im Vertriebsweg<br />
aufgetan, die unnötig ist. Beispielsweise sind in den USA im März<br />
dieses Jahres Arzneimittel durch den Versandhandel an etwa 4.700 Patienten<br />
falsch ausgeliefert worden. Diese durch einen Computerfehler derart massiv<br />
verursachte Falschlieferung wäre durch eine öffentliche Apotheke<br />
kaum möglich gewesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Übrigens zur befürchteten Falle vom gleichen User:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Die<br />
Falle ist, dass Herr Friese, wie für Apotheker üblich, anfängt,<br />
über Kosten der Apotheken zu diskutieren, anstatt zu erklären,<br />
dass wir Leistungserbringer sind, deren Leistung gerecht entlohnt werden<br />
muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parasit</b>: Haben<br />
sie sich nicht zu lange gegen die Veränderungen gesperrt, Versandhandel<br />
und Apothekenmehrbesitz. Wäre es nicht ehrlicher und besser gewesen,<br />
den Wandel vorzubereiten und mit zugestalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Dann droht ein Versorgungschaos mit Arzneimitteln und ist<br />
überhaupt nicht mehr zu vergleichen mit der derzeitigen wohnortnahen<br />
und qualitativ hochstehenden Arzneimittelversorgung der Bevölkerung.<br />
Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Politik nicht diese juristische<br />
Falle sieht bzw. wahrhaben will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich bin mir angesichts der Fragen sicher, dass in mancher Apotheke jetzt<br />
nicht verkauft sondern gechattet wird: Ein Rat für ihre Verbandsmitglieder:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Apofriend</b>:<br />
Versandhandel soll möglich werden. Welche Position wird die ABDA<br />
jetzt einnehmen, was wird sie den 21.000 deutschen Apotheken vor Ort empfehlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Richtig, das Geld muss der Leistung folgen und das Leitungspaket<br />
der Apotheken ist im internationalen Vergleich exzellent.<br />
Zu parasit:<br />
Wir Apotheker haben uns den gesellschaftlichen Entwicklungen gestellt<br />
und eigene offensive Konzeptionen vorgelegt: So ist es z. B. schon seit<br />
zwei Jahren möglich, über das Internet Arzneimittel in einer<br />
Apotheke der Wahl zu bestellen und im Einzelfall auch ausgeliefert zu<br />
bekommen. Für uns bedeutet dies eine Weiterentwicklung des Systems,<br />
aber keine irreversible Zerstörung.<br />
Zu apofriend:<br />
Zunächst gilt es, genau zu prüfen, wie die Details eines einzuführenden<br />
Versandhandels aussehen sollen. Auch hier stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit.<br />
Sollte es z. B. nicht zu einer Steuerung der Arzneimittelströme durch<br />
Krankenkassen kommen dürfen, dürfte die öffentliche Apotheke<br />
auch zukünftig ein erhebliches Plus an Arzneimittelsicherheit, Schnelligkeit<br />
der Versorgung, persönlicher Beratung und Kostengünstigkeit<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>j.Rau</b>: &quot;Die<br />
Apotheker haben uns mit offensichtlichen Falschmeldungen angegriffen&quot;,<br />
sagte Däinghaus, Gründer des niederländischen Internet-Versenders<br />
DocMorris, dem Blatt. Doc Morris zahle Umsatzsteuer in Deutschland. Dies<br />
bestätigten alle Behörden. Dem Bericht zufolge trat Bundespräsident<br />
Johannes Rau wegen der Vorwürfe der Apotheker gegen DocMorris kürzlich<br />
von seinem Amt als Schirmherr des Gründerpreises zurück, weil<br />
die Jury dieses Jahr die Auszeichnung an DocMorris-Gründer Däinghaus<br />
verliehen habe. Ihr Kommentar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das Blatt war übrigens die &quot;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Klarstellung unseres Bundespräsidenten hat der Einordnung<br />
von Recht und Gesetz in unsere Lebenswirklichkeit außerordentlich<br />
gut getan. Wir werden auch die Förderer und Sponsoren des Deutschen<br />
Gründerpreises entsprechend hinterfragen. Zwischenzeitlich hat sich<br />
auch der bayerische Wirtschaftsminister Dr. Wiesheu distanziert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dann frage ich mal anders: Die Apotheker hatten behauptet, Doc Morris<br />
zahlt nur die niedrigere niederländische Umsatzsteuer, das stimmt<br />
offenbar nicht. Geht es schon unter die Gürtellinie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: In dieser Frage befinden sich einige Kammern und Verbände<br />
auf dem Wege von einstweiligen Verfügungen im Rechtsstreit mit DocMorris.<br />
Es wird abzuwarten sein, wie letztendlich in den mündlichen Verhandlungen<br />
bzw. in der Hauptsache entschieden wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Urs</b>: Zur Beurteilung<br />
von Behandlungen wird eine Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit<br />
im Gesundheitswesen gegründet. Sie wird zwar unter die Selbstverwaltung<br />
von Ärzten und Kassen gestellt, das Gesundheitsministerium hat aber<br />
wesentliches Mitspracherecht. Ist das für sie als Heilarbeiter sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nachfrage: Ist Heilarbeiter ein offizieller Begriff?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Mein Selbstverständnis als Freiberufler impliziert, dass<br />
&#8211; in diesem Falle der Arzt &#8211; nach bestem Wissen und Gewissen sowie seiner<br />
Verantwortung und Kenntnis des Patienten entscheidet, nicht durch mehr<br />
oder weniger theoretische Leitlinien. Dies bedeutet aber auch, dass Freiberufler<br />
(Ärzte, Apotheker&#8230;) eine ständige Verpflichtung zur Fortbildung<br />
haben, wobei sie diese Pflicht zur Aktualisierung ihres Wissens auch ausgesprochen<br />
ernst nehmen.<br />
Zum Moderator: <br />
Nein. Es muss heißen, Freiberufler bzw. Angehöriger eines Heilberufs.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthäus</b>:<br />
Gibt es eigentlich schon Zahlen, wie sich der erste, bereits in Kraft<br />
getretene Baustein der Gesundheitsreform, das &quot;Sicherungsgesetz&quot;<br />
von Anfang des Jahres auf die Apothekenlandschaft in Deutschland ausgewirkt<br />
hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Ja. Dem wirtschaftlichen Chaos in vielen Apotheken (40-50<br />
-prozentige Senkung des Einkommens, Vorsteuern) folgt nicht selten eine<br />
menschliche Tragödie: Bis jetzt sind etwa 10.000 Arbeitskräfte<br />
in den Apotheken bedauerlicherweise freigestellt worden. Bis Ende des<br />
Jahres erwarten wir 20.000 Arbeitslose aus den Apotheken. <br />
Die wirtschaftliche Lage wird für viele Apotheken leider das Aus<br />
bedeuten. Und hier ist im Besonderen die Politik zu fragen, warum sie<br />
nicht das eigentliche Sparopfer für die Apotheke mit 350 Mio. Euro<br />
eingehalten hat: Bekanntlich ist der Ertragsverlust dreimal höher<br />
als angeblich gesetzlich gewollt. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bierogen</b>: Können<br />
Sie den &quot;worst case&quot; dieser heute beschlossenen Maßnahmen<br />
beschreiben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Das ist nicht mein Selbstverständnis. Es gilt zu prüfen,<br />
überall zu intervenieren, wo es möglich ist und ich bin sicher,<br />
die deutsche Apotheke nimmt auch diese Herausforderung an und wird &#8211; wenn<br />
auch in reduzierter Anzahl &#8211; überleben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barmer</b>: Auch<br />
nach Ansicht des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen (IKK) wird die<br />
Reform den gewünschten Effekt verfehlen. &quot;Mit dieser Reform<br />
bleiben die Beitragssätze eher bei 14 Prozent, statt auf 13,6 Prozent<br />
zu sinken&quot;, sagte am Montag der stellvertretende IKK-Vorsitzende<br />
Gernot Kiefer. Was denken Sie wie sich die Beiträge entwickeln werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Vorstellung der Politik zielt auf 13 Prozent. Ich muss<br />
erst die Details der Eckpunkte und ihre finanziellen Auswirkungen kennen.<br />
Dazu müssen unsere Fachleute selbstverständlich befragt werden.<br />
Voreilig werde ich mich nicht zu einer Aussage hinreißen lassen<br />
können. Aber eines muss deutlich gesagt werden, im Besonderen gravierend<br />
sind die strukturellen Veränderungen, die uns den Boden entziehen,<br />
die von den Patienten und Kunden gewünschten Dienstleistungen auch<br />
künftig in Gänze erbringen zu können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Idefix</b>: Wie<br />
hoch schätzen die Sie reduzierte Apothekenanzahl?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Ich bin nicht in der Lage, dies vorherzusagen. Apotheken sind<br />
Kleinbetriebe und machen in soweit nicht spektakuläre Pleiten wie<br />
dies Großbetriebe zuweilen tun. Zum Teil müssen Verpflichtungen<br />
wie Mietverträge usw. erfüllt werden, was neben der Enteignung<br />
des Geschäftswertes der Apotheke zu beachten ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Daraus lese ich, dass Sie mit einer höheren Zahl von Apotheken-Pleiten<br />
rechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Das ist nicht auszuschließen und bedeutet im Ergebnis<br />
ein niedrigeres Niveau bezüglich der gewünschten wohnortnahen,<br />
flächendeckenden Arzneimittelversorgung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthäus</b>:<br />
Wird die ABDA bis zur Einbringung der neuen Gesetzesentwürfe in den<br />
Bundestag im September versuchen, noch auf die Inhalte Einfluss zu nehmen?<br />
&#8211; Und wie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Gespräche mit der Politik gehen weiter. Darüber<br />
hinaus wird noch sehr viel &quot;Kleinarbeit&quot; zu leisten sein, wenn<br />
es um die Ausformulierung der Eckpunkte bis hin zu einem Gesetzentwurf<br />
geht. Bekanntlich liegt der Teufel (bzw. für uns die Hoffnung) im<br />
Detail.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheits-, Apotheken- und Politik-Interessierte, unsere Zeit<br />
ist vorbei. Vielen Dank für die vielen Fragen. Herzlichen Dank, Herr<br />
Friese, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Morgen kommt die Beauftragte<br />
für die Stasi-Akten, Marianne Birthler zwischen 15.00 und 16.00 Uhr<br />
zum Chat. Sie sind herzlich eingeladen, mit der derzeit wohl kompetenteste<br />
Person in Sachen Stasi-Akten und alte Westspitzel (Stichwort Rosenholz)<br />
zu diskutieren. Einen schönen Abend Herr Friese, einen schönen<br />
Abend an alle Userinnen und User!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Beantwortung der Fragen hat Spaß gemacht. Keinen<br />
Spaß macht, sich mit den heute bekannt gewordenen Eckpunkten auseinander<br />
zu setzen. Aber wir kämpfen weiter um die Sache des Patienten, um<br />
eine gute Versorgungsqualität mit Arzneimitteln<br />
und &#8211; was legitim ist &#8211; um unsere Apotheke.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotbis_ende_des_jahres_erwarten_wir_20000_arbeitslose_aus_den_apothekenquot-294/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
