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	<title>skoerner &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Das digitale Dorf am Rhein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[skoerner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1997 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Nordrhein-Westfalens Hauptstadt verlangt nach
einer multimedialen Schlüsselrolle</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Nordrhein-Westfalens Hauptstadt verlangt nach<br />
einer multimedialen Schlüsselrolle</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Ein langer Weg: einst war die Stadt  keine Stadt,<br />
sondern nur Dorf am Rhein. Den Titel &quot;Stadt&quot; durfte sie erst tragen,<br />
nachdem ihr 1288 solcherlei Rechte verliehen worden waren. 710 Jahre<br />
später träumt Düsseldorf, eine Stadt über 569 658 Einwohner (laut  online<br />
gestellter Statistik vom 30. Juni 1998) von einer multimedialen<br />
Metropolisierung, von einer Mediatisierung mittels Bits und Bytes,<br />
kurzum der Digitalen Stadt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Verein und sein &quot;Düsseldorfer Modell&quot;</b><br />
Die &quot;Digitale Stadt Düsseldorf&quot; (DSD) ist sowohl Leitbild als auch Name<br />
einer konkreten Initiative, eines gemeinnützigen Vereins, der am 26.<br />
Juni 1995 von den Herren Bickenbach (seinerzeit Stadtdirektor), Eversmann<br />
(Stadt-Sparkasse), Lange (Europäisches Medieninstitut), Grosche (Matrix<br />
GmbH) und wenigen anderen gegründet wurde<br />
<a href="http://www.digitalestadtduesseldorf.de/">(http://www.digitalestadtduesseldorf.de)</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Erklärtes Ziel: die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt durch den Zusammenschluß aller<br />
Anwender in der Stadt, Vernetzung der Unternehmen und Institutionen, zu<br />
einem herausragenden Standort für Multimedia zu entwickeln. Unter den<br />
Mitgliedern der DSD tummeln sich heute die Deutsche Telekom, o.tel.o.,<br />
ISIS, Henkel, die Messe Düsseldorf und zahlreiche Einzelpersonen.<br />
Angeschlossen haben sich die Heinrich-Heine-Universität, die<br />
Fachhochschule, VHS und die Kammern &#8211; in Fachkreisen, so erklärt<br />
DSD-Geschäftsführer Dr. Wolfgang W. Schmitt, spreche man bereits vom<br />
&quot;Düsseldorfer Modell&quot;. Der diplomierte Kaufmann und Psychologe will kein<br />
weiteres Pilotprojekt in Wirtschaft oder Verwaltung leiten, sondern<br />
Dienstleistungen und Kontakte rund um das Internet motivieren und<br />
Existenzgründer im Medienumfeld mit Rat und Tat unterstützen. Glanzstück<br />
seiner bisherigen Arbeit: die Initiative &quot;Schulen ans Netz&quot;, bei der<br />
etliche Klassenräume der Landeshauptstadt mit Rechnern ausgestattet<br />
wurden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die ortsansässige ISIS  sponsert den Schulen mittlerweile das teure<br />
Online-Sein. Mit solcherart Dienstleistung rüttelt Schmitt an Barrikaden<br />
des Alltags: ein vereinsgebundener Lehrer, der für seine Schüler einen<br />
PC organisieren will und von seinem technologiefeindlichen Direktor kein<br />
grünes Licht erhält, wird mit dem ungleich aufgeschlosseneren Amtsleiter<br />
vernetzt &#8211; und die Sache ist geritzt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zehn Arbeitskreise innerhalb der DSD beraten regelmäßig über Themen wie<br />
Multimedia im Handwerk, Digitales Fernsehen oder E-Commerce. Eine<br />
virtuelle &quot;Düsselstadt&quot;, die Artikel wie Bücher und CDs zum Kauf anbieten soll,<br />
ist projektiert &#8211; entsprechende Shopping-Systeme, welche in die<br />
Warenwirtschaft einzelner Unternehmen eingreifen, stehen zur Prüfung an. Schmitts DSD<br />
betreibt Basisarbeit im Dienste der digitalen Ära, die man zwischen<br />
Düssel, Rhein und Anger auf keinen Fall verpassen will.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;De Digitale Stad&quot; &#8211; der Prototyp im Nachbarland</b><br />
Das namentliche Label, das sich der Düsseldorfer Verein gegeben hat,<br />
versteht sich gleichwohl ganz anders. Als Namenspatron und Ideengeber<br />
gilt &quot;De Digitale Stad&quot;, die 1994 von Computerfreaks in Amsterdam entwickelt<br />
wurde, um eine lokale Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien zu<br />
verwirklichen. Innerhalb des WorldWideWeb existiert hier eine virtuelle<br />
Stadt mit lokalen Einrichtungen wie Parlament und Bibliothek. Neben der<br />
Stadtverwaltung, die ihre öffentlichen Sitzungsprotokolle und<br />
Projektbeschreibungen einspeist, beteiligen sich Gruppen wie die<br />
Anne-Frank-Stiftung, amnesty international, Jugend- und Kulturvereine<br />
und einige lokale Zeitungen. Aktivitäten gegen den Ausbau des Flughafens<br />
Schiphol wurden von Projektbeginn an hier koordiniert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das digitale Amsterdam gilt als erfolgreicher Prototyp für viele<br />
ähnliche Projekte, die eng von den Charakteristika des Internet &#8211; jederzeit  und<br />
weltweit zugänglich &#8211; sowie den dezentralen Praktiken der amerikanischen<br />
und kanadischen Free-Nets profitieren: Diese liefern den Bürgern freien<br />
Zugang zu städtischen Informationen und bieten eine Plattform für<br />
elektronische Diskussionen. Einen festen Platz in solchen &quot;Städten&quot;<br />
können sowohl ehrenamtliche Organisationen und Vereine mit gemeinnützigen<br />
Interessen wie interessierte Künstler haben. Da die Digitale Stadt (DS)<br />
potentiell allen Einwohnern Zugang gewähren will, verfielen ihre Anreger<br />
(etwa die des digitalen Wien) auf die Idee, in Caféhäusern, Museen,<br />
Bahnhöfen, Flughäfen, Rathäusern und anderen öffentlich zugänglichen<br />
Räumen, Computer aufzustellen, um auch denjenigen Zugang zu ermöglichen,<br />
die daheim noch keinen Internetzugang haben. Impetus einer DS ist es<br />
also, die Bürokratie zu öffnen und auf der anderen Seite jeder Privatperson<br />
und jedem organisierten Bürger ein wirkungsvolles Werkzeug zur Verbreitung<br />
seiner Ideen und Aktivitäten und damit mehr Macht und Verantwortung zu<br />
geben. Im Idealfall kann eine DS kommunale Politik transparenter und<br />
Entscheidungsprozesse verständlicher machen. Im Idealfall ermöglicht<br />
eine DS dadurch mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der realen Politik.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Website mit dem Charme eines Telefonbuches</b><br />
Die Stadt Düsseldorf rühmt sich gerne, Anfang der 80er Jahre eine<br />
der ersten deutschen Städte mit praktischem Blick für die elektronischen<br />
Medien gewesen zu sein. Die Telekom saß in Düsseldorf, und die Stadt stellte<br />
ein gutes Dutzend BTX-Terminals in den öffentlichen Raum, über welche<br />
Stadtinformationen bisweilen viersprachig abzurufen waren. Leider waren<br />
die freistehenden Kioske, so erzählt man sich heute, ständig zerdeppert.<br />
&quot;Die einzigen, die wirklich zum Gucken kamen&quot;, berichtet  Wolfgang Schroeter,<br />
der im Werbe- und Wirtschaftsförderungsamt die Abteilung Werbung und<br />
Öffentlichkeitsarbeit leitet, &quot;waren Behördenangestellten, die wissen<br />
wollten, ob ihr Name irgendwo auftaucht&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Umso überraschender, daß erst<br />
eine Dekade nach diesen Mißerfolgen, nach langer &quot;Teststrecke&quot; Anfang<br />
der 90er Jahre, alle durchweg defekten Stationen abgebaut wurden. 1995 dann,<br />
zeitgleich mit  dem 1. Forum für digitale Marketing-Kommunikation, der<br />
Düsseldorfer &quot;komm&quot;,  tauchten die vormals über BTX verbreiteten<br />
städtischen Informationen im Internet wieder auf: Düsseldorf startete<br />
seine offizielle Website und kleckerte immer mal wieder ein paar Daten<br />
hinein. Im Hintergrund bastelte man bereits an einem bis heute noch<br />
nicht vollendeten Intranet, das alle internen Dienststellen der<br />
<a href="http://www.duesseldorf.de/">Stadt Düsseldorf</a> verflechten soll.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nach ihrem Redesign im Frühjahr dieses Jahres wirft die Website mit dem<br />
ehrwürdigen Wappen des bergischen Löwen nun monatlich 250.000 Pageviews<br />
ab.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Bildarchiv der Landeshauptstadt wurde überholt und hält  mehr als<br />
100 hochauflösende honrarfreie Aufnahmen im JPG-Format vor, in den<br />
Software-Downloads finden sich hübsche Spielereien wie ein<br />
Bildschirmschoner und ein nützlicher Hotelführer. Dennoch: die Site hat<br />
den Charme eines Telefonbuches. Die Ansprechpartner in den Ämtern haben<br />
keine Namen, sondern sind bloße Nummern, weil die Landesbeauftragte für<br />
Datenschutz bedenklich den Kopf schüttelte und die Stadt es versäumte,<br />
ihre Mitarbeiter um schriftliche Einwilligung zu bitten. Ein 24 Stunden<br />
rund-um-die-Uhr erreichbares Bürgerhaus, aus dem heraus Formulare zum<br />
An- und Abmelden angeboten werden, gibt es noch nicht. Filmische<br />
Stadtrundgänge ebensowenig, &quot;weil die solange laden&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Nutzer, die auf unsere Seiten gehen&quot;, so Schroeter, &quot;wollen erstmal knallharte Informationen. Und<br />
viele verwenden gar nicht die neueste Technik. Was wir anbieten, muß alles<br />
unter Netscape 3.0 laufen&quot;. In der sogenannten &quot;Internetkonferenz&quot;  der<br />
Stadtverwaltung kommen Stadtwerbung und Presseamt zusammen, wenn über<br />
neue Inhalte gesprochen werden soll. Die Praxis obliegt den Mitarbeitern in<br />
den Ämtern: Schroeter und seine Leute pflegen den städtischen<br />
Online-Kalender und andere touristische Informationen selbst ein, wofür sie aus einem<br />
Seitenetat für Öffentlichkeitsarbeit und Elektronische Medien schöpfen.<br />
1997  gab man etwa 50.000 Mark für neue Software und IT-Schulungen aus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Touristische Daten reüssieren vor dem Bürgerinformationssystem</b><br />
Obwohl die Düsseldorfer Verwaltung früh den elektronischen Gang in den<br />
heute als &quot;unreif&quot; apostrophierten Raum &quot;da draußen&quot; unternommen hatte,<br />
ging es und geht es auch bei der nunmehr bevorstehenden Offensive nicht<br />
um den Einwohner. Zunächst sollen mittel- und unmittelbare kommerzielle<br />
Interessen befriedigt werden. Dann erst begibt man sich daran, so etwas<br />
wie eine städtische Öffentlichkeit, ein digitales Rathaus, zu versuchen.<br />
&quot;Wir möchten vor allem den Touristen ansprechen&quot;, gibt Wolfgang Schroeter<br />
unumwunden zu.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit April hat die Firma Siemens Order, eine Handvoll<br />
Terminals zu liefern, die zunächst im Rathaus und den exponierten<br />
Bürgerbüros wie Kaiserswerth und Gerresheim &#8211; später am Flughafen,<br />
Hauptbahnhof &#8211; verteilt werden sollen. In Verbindung mit einer<br />
elektronischen Checkkarte, welche die Stadt-Sparkasse beisteuert, werden<br />
dem Messebesucher und Otto-Normal-Tourist Stadtpläne,<br />
Veranstaltungskalender und allgemeine Informationen über<br />
Sehenswürdigkeiten offeriert. Ehrgeizige Wünsche, die den Nutzer freuen und das Ansehen<br />
heben werden: die Einbuchung ins Hotel, die Ticketreservierung, das<br />
bargeldlose Bezahlen &#8211; Vorgänge, für die erst seit Ende September in der<br />
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post gesetzeskonforme<br />
Weichen gestellt wurden, als man dort die digitale Unterschrift verabschiedete.<br />
Am 1. Januar 1999 sollen die ersten  Zertifizierungsstellen in 800<br />
Geschäftsstellen der Deutschen Telekom in Betrieb gehen. Debis will mit<br />
D-Trus im ersten Quartal 1999 starten, die Sparkassen und die Deutsche<br />
Bank arbeiten daran, ein Starttermin ist derzeit jedoch noch unklar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Keine Teilnahme am &quot;MEDIA@Komm &#8211; Städtewettbewerb&quot;</b><br />
Ein digitales Rathaus steht an den öffentlichen Terminals nicht im<br />
Vordergrund; irgendwann, so Schroeter, wird diese Phase mit drei minder<br />
sensiblen Testfeldern zünden: zum einen der Möglichkeit, eine<br />
Steuererklärung für seinen Hund abgeben  (Schroeter: &quot;Da gibt es<br />
offenbar Bedarf&quot;) &#8211; verbunden mit dem Einzug für das erste halbe Jahr, damit<br />
Nachbar A nicht auf die Idee kommt, dem ungeliebten Nachbarn B  drei Köter auf<br />
einmal anzudichten &#8211; , zweitens der Möglichkeit, entliehene<br />
Stadtbibliotheksmedien zu verlängern, drittens Formulare herunterzuladen<br />
und gleich auszudrucken,  womit sich der erste Weg zum Amt und<br />
irgendwann womöglich der 8-Uhr-Stau vor der Tür mit dem Buchstaben &quot;K&quot; erledigen<br />
würde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Lapidare Aussagen sollen den Skeptiker beruhigen: &quot;Wir haben unseren<br />
Vorsprung genutzt&quot;, &quot;wir sind im vorderen Feld&quot;, &quot;wir wollen führender<br />
Anbieter bleiben&quot;  &#8211; so hört man aus dem Werbe- und<br />
Wirtschaftsförderungsamt hinter der Andreaskirche, wenn man nach den<br />
Visionen fragt, mit denen sich Düsseldorf  zur Jahrtausendwende im<br />
Umfeld anderer Digitaler Städte und Rathäuser positionieren will. Umso<br />
merkwürdiger und zugleich bedauernswert, daß weder dem Land, welches im<br />
übrigen die Ansiedelung der von der Stiftung Bertelsmann initiierten<br />
Medienakademie am repräsentativen Standort Düsseldorf verspielte und<br />
diese in den Mediapark Köln entfleuchen ließ, noch der Düsseldorfer<br />
Stadtspitze, noch Schmitts Verein genug daran gelegen war, die Wiege Harry Heines in<br />
den &quot;MEDIA@Komm &#8211; Städtewettbewerb Multimedia&quot; hineinzubringen. Den nämlich<br />
hatte das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und<br />
Technologie im Februar ausgerufen, um einem augenscheinlichen Defizit<br />
auf kommunaler Ebene zu begegnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Mai wurden die Sieger bereits bekannt gegeben: Die Jury wählte die<br />
zehn besten aus insgesamt 136 Ideen aus und förderte sie mit bis zu 150.000<br />
Mark für die Ausarbeitung eines  detaillierten Konzeptes. So liegt der<br />
Schwerpunkt des Esslinger Projektvorschlags auf virtuellen<br />
&quot;Marktplätzen&quot;, die, wie ihr reales Vorbild, der Abwicklung von Geschäften und der<br />
Kommunikation dienen. Einen erheblichen Raum nehmen<br />
arbeitplatzschaffende Maßnahmen ein. Im Rahmen des  Projektes will die Stadt Esslingen unter<br />
umfassender Nutzung der Möglichkeiten des Signaturgesetzes  eine<br />
Verwaltungsreform durchführen und kommunale Dienste auf elektronischem<br />
Weg anbieten. Die Verknüpfung mit anderen regionalen Initiativen ist<br />
vorgesehen. Die Übertragbarkeit wird durch ein Franchising-Konzept, für<br />
das schon mehrere Lizenznehmer gefunden wurden, erleichtert. Die konkrete<br />
Umsetzung prämierter Ideen wird mit einer Anschubfinanzierung von<br />
insgesamt bis zu 60 Millionen Mark unterstützt, Kooperationen von Verwaltung und<br />
Wirtschaft in der sogenannten <a href="http://www.innovation-aktuell.de/">private public partnership</a> sollen die<br />
späteren Kosten auffangen.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es sieht so aus, als hätten Rüttgers Gewinner die Nase weit im Web.<br />
Berlin, Bremen, Dortmund, Esslingen, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Rathenow, die<br />
Region Nürnberg und der Landkreis Kitzingen &#8211; sie alle könnten Düsseldorf<br />
überholen, da sie nun Geld, Idee und Motivation besitzen, um die ersten<br />
zu sein, die einen umfassenden Dialog zwischen Bürger und Amt  auf der<br />
Basis von Wissensystemen und mittels elektronischer Formulare führen<br />
können. Zu hoffen ist dies: daß die Stadt am Rhein, die sich so gerne eine<br />
führende multimediale Rolle zusprechen möchte, beispielsweise zur Expo 2000 nicht<br />
als digitales Dorf hintenansteht.</span></p>
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