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	<title>Lina Carnap &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Lina Carnap &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Wenn die Möglichkeit da ist, unterrichte ich digital!“ Einblicke in die Lehrerwelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Apr 2017 13:12:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In Zusammenhang mit der Digitalisierung der Bildung wird auch viel über die Lehrer und Lehrerinnen geredet. Kommen sie mit dem Wandel gut klar? Wollen sie überhaupt irgendwas ändern? Um diese Mutmaßungen zu beenden, haben wir nachgefragt. Im Gespräch mit dem Schweizer Deutschlehrer Philippe Wampfler geht es um seinen eigenen digitalen Unterricht, Tipps für Neueinsteiger und das Mädchen-Jungen-Klischee.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><strong>In Ihrem Buch schreiben Sie “Medienkompetenz ergibt sich aus einer Kombination von Wissensaufbau, Mediennutzung und Medienreflexion”. Können Sie dies näher erläutern?</strong></em></p>
<p>Medienkompetenz erlangt man nicht nur darüber, dass jemand vor einem steht und einen Vortrag hält. Um medienkompetent zu werden, muss man die Medien benutzen. Der Umgang mit diesen muss ausprobiert und verankert werden. Gleichzeitig muss man immer wieder die Auswirkung des Einsatzes der digitalen Medien auf einen selber und seine Umgebung reflektieren.</p>
<p><em><strong>Was bedeutet das für die Lehrkräfte?</strong></em></p>
<p>Jeder und jede, die unterrichtet, muss auch jedes Mal wieder dazu lernen. Zu belehren ohne zu lernen führt zu einer sehr einseitigen Angelegenheit. Gerade wenn es um Medien und Mediennutzung geht, muss man sich speziell als Lehrkraft ständig mit neuen, sich wandelnden Trends und Tools auseinandersetzten, mit denen die Schülerinnen und Schüler eventuell besser umgehen können. Passiert dies nicht, kommt es oft dazu, dass Lehrkräfte glauben, ihre Schülerinnen und Schüler vor den Gefahren schützen zu müssen, die das Internet mit sich bringt. Dabei verpassen sie aber oft die richtige Ansprache.</p>
<p><em><strong>Haben Sie dafür ein Beispiel?</strong></em></p>
<p>Ein Paradebeispiel ist die Aktion von vielen Lehrkräften, die ihren Schülerinnen und Schülern etwas über Internetsicherheit beibringen wollen. Dabei rufen sie dazu bei Facebook auf, ihr Bild zu teilen, auf dem sie ein Schild hochhalten mit der Aufschrift „Bitte teilt dieses Bild, damit meine Schülerinnen und Schüler sehen können, wie schnell ein Foto bei vielen Menschen auf der ganzen Welt gesehen werden kann“. In dem Fall hat das nicht wirklich viel mit der Realität zu tun. Man erzeugt einen Effekt, der auf die Schülerinnen und Schüler persönlich so nicht zutrifft und verfehlt dabei über Dinge zu reden, die für die Jugendlichen wirklich wichtig sind.</p>
<p><em><strong>Kommen wir auf Ihren eigenen Unterricht zu sprechen. Ist Ihr Unterricht immer digital?</strong></em></p>
<p>Wenn in meinem Unterricht die Möglichkeit besteht, etwas digital zu bearbeiten, dann versuche ich das auch umzusetzen. Auch die Schülerinnen und Schüler arbeiten dann an ihren Laptops. Wir nehmen jetzt einen neuen Roman im Unterricht durch. Den versuchen wird biographisch aufzuarbeiten. Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler im Internet recherchieren, in Schreibprogrammen dokumentieren und sich dann in Gruppen austauschen.</p>
<p><em><strong>Spielen Stift und Zettel da überhaupt noch eine Rolle?</strong></em></p>
<p>Teilweise greifen wir noch zu Stift und Zettel. Aber das, was geht, versuchen wir am Laptop zu erledigen. Dazu muss man sagen, dass dieses Konzept nur umsetzbar ist, da die meisten ihren eigenen Laptop mitbringen. Anders würde es gar nicht gehen.</p>
<p><em><strong>Abgesehen vom Unterschied zwischen Stift und Tastatur, was ist die Besonderheit Ihres digitalen Unterrichts?</strong></em></p>
<p>Was ich versuche ist, dass alles, was die Schülerinnen und Schüler schreiben, in irgendeiner Form veröffentlicht wird. Auf einem Blog beispielsweise. So merken die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Texte tatsächlich auch wichtig sind, dass es Außenstehende lesen können. Sie bekommen ein Publikum. Dies steigert natürlich auch die Motivation ungemein.</p>
<p><em><strong>Gab es auch schon Situationen, in denen etwas gar nicht funktioniert hat?</strong></em></p>
<p>Natürlich funktioniert mal was nicht. Das kommt immer wieder vor. Aber nur so kann man neue Sachen ausprobieren. Manchmal klappt es und manchmal eben nicht. Der Einsatz von digitalen Medien an sich ist noch lange kein Selbstläufer. Daher ist die Reflexion, wie vorhin schon angesprochen, ein sehr entscheidender Schritt.</p>
<p><em><strong>Sie integrieren auch die Sozialen Medien in Ihren Unterricht. Sind diese unbedingt notwendig?</strong></em></p>
<p>Für vieles, was man im Unterricht machen möchte, ist der Einsatz von Sozialen Medien nicht direkt notwendig. Dennoch gibt es zwei wesentliche Punkte, weswegen es auch sinnvoll sein kann, Soziale Medien in der Schule zu behandeln. Zum einen ist es für Jugendliche wichtig, die Nutzung von Sozialen Medien zu reflektieren. Beispielweise ist es interessant, sich mit den Schülerinnen und Schülern YouTube-Videos anzugucken, um herauszuarbeiten, welche rhetorischen Mittel benutzt werden. So lernen sie auch diese einzuschätzen und zu bewerten. Zum anderen sind Soziale Medien oft mit dem Image behaftet, dass sie sehr unprofessionell und oberflächlich sind und eigentlich nur der Unterhaltung dienen. Hier ist es mir wichtig aufzuzeigen, wie man die Medien professionell nutzen kann.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/wampfler-305x404-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151975" src="/wp-content/uploads/2020/06/wampfler-305x404-1.jpg" alt="wampfler" width="171" height="227" /></a>Philippe Wampfler unterrichtet Deutsch, Philosophie und Medienkunde an der Kantonsschule Wettingen (Schweiz). Als Autor und Berater arbeitet er zu digitaler Bildung. Zudem ist er als Dozent für Fachdidaktik Deutsch an der Uni Zürich in der Lehrerausbildung tätig.</div></div>
<p><em><strong>Was können Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen mitgeben, die gerade überlegen digitale Technologien und Medien im Unterricht zu benutzen? Was sind die drei wichtigsten Regeln für das Digitalisieren des Schulunterrichts?</strong></em></p>
<p>Das erste ist, dass man es einfach mal ausprobiert. Natürlich muss man auch damit rechnen, dass es nicht gleich funktioniert, dass es auch demotivierend am Anfang sein kann. Davon sollte man sich aber nicht entmutigen lassen.</p>
<p>Dies führt dann zur zweiten Regel: Die Interessierten sollten vorerst nicht mit dem größten Projekt anfangen. Sondern sich in kleinen Schritten herantasten. Angefangen eventuell mit der kleinstmöglichen Teststufe: ein Projekt mit einem kleinen Blog zu begleiten. Ganz wichtig ist hierbei natürlich wieder das Reflektieren seitens der Lehrkräfte.</p>
<p>Als drittes ist es natürlich extrem hilfreich, sich mit anderen Lehrkräften zu connecten. Der Austausch mit anderen Lehrerinnen und Lehrern, die sich in ähnlichen Situationen befinden, kann sehr hilfreich sein.</p>
<p><em><strong>Wo findet dieser Austausch statt?</strong></em></p>
<p>Für mich ist beispielsweise Twitter da am entschiedensten. Über verschiedene Hashtags kann man sich mit vielen Lehrkräften austauschen und neue Ideen gewinnen. Aber ich weiß auch, dass Twitter nicht bei allen gut ankommt. Muss es auch nicht, denn es gibt auch zahlreiche Gruppen auf Facebook. Dort unterstützen sich die Lehrer gegenseitig und helfen einander. Vor allem auch für Referendare kann das der anfänglichen Überforderung Abhilfe schaffen.</p>
<p><em><strong>In dem Zusammenhang: unterstützen Sie den Ansatz von Open Educational Resources (OER), Materialien generell zugänglich zu machen?</strong></em></p>
<p>Generell bin ich der Meinung, dass alle Materialien für alle zugänglich sein sollten. Ich selbst veröffentliche meine Materialien, außer eventuell die, die ich schnell mal in kürzester Zeit und auf den letzten Drücker konzipiert habe. Meine Schülerinnen und Schüler können dann darauf zurückgreifen. Aber so können sich auch andere Kolleginnen und Kollegen Ideen oder Anreize holen.</p>
<p><em><strong>Ist es mehr oder weniger Arbeit, digitale Medien im Unterricht einzusetzen?</strong></em></p>
<p>Ich würde nicht sagen, dass das eine mehr oder weniger Arbeit mit sich bringt. Die Arbeitsaufteilung ist aber eine andere. Wenn man digitale Medien im Unterricht einsetzt, ist dabei sehr entscheidend, dass man immer am Ball bleiben muss. Ein konstantes Lernen und sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, ist sehr wichtig. Denn die Jugendwelt generell, aber vor allem auch in Hinblick auf die digitalen und sozialen Medien verändert sich ständig.</p>
<p>Wenn man jedoch weiß, wie man die Medien einsetzen kann, dann ergeben sich daraus viele Möglichkeiten, den Unterricht effektiv und abwechslungsreich zu gestalten. Dies verschafft einem dann schon eine große Erleichterung.</p>
<p><em><strong>Sie befassen sich auch mit dem Thema Gender. Können Sie für den Einsatz digitaler Medien schon Bilanz ziehen, ob überhaupt ein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen in der Annahme der neuen Unterrichtsmethoden besteht?</strong></em></p>
<p>Da Mädchen und Jungen unterschiedlich sozialisiert werden, kann man in Bezug auf Technologien schon verschiedene Muster erkennen. Ganz plakativ gesagt tendieren Jungs dazu, die Möglichkeiten zum Spielen oder Video gucken zu nutzen. Bei den Mädchen kann ich feststellen, dass sie sich vor allem mit dem kommunikativen Aspekt der Medien auseinandersetzen. Dies sind grobe Tendenzen, die mir auffallen. Hier ist auch wichtig, diese zu reflektieren. Was ich immer wieder versuche, ist die Mädchen anzuregen, sich auch mal mit einem Computerspiel auseinanderzusetzen und dieses zu spielen. Andersherum gilt das natürlich genauso für die Jungs, denen ich vorschlage, sich an Foren oder Chats zu beteiligen.<strong> </strong></p>
<p><em><strong>Nun wird den Lehrerinnen und Lehrern oft vorgehalten, dass sie nicht digital-affin sind. Was machen Sie für Erfahrungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen?</strong></em></p>
<p>Natürlich lastet dieses Image auf dem Lehrerbild. Aber ich würde nicht meinen, dass man das so einfach sagen kann. Es gibt viele Lehrkräfte, die sehr motiviert sind, Neues dazu zu lernen und sich Kompetenzen in diesem Bereich aneignen wollen. Natürlich gibt es auch andere, die sehr verunsichert sind. Sie empfinden es als große Herausforderung, einen Unterricht mit digitalen Medien glaubwürdig zu gestalten.</p>
<p>Vor allen bei jungen Lehrkräften sollten digitale Medien aber keine Hürde sein, die sie nicht überwinden können. Wichtig ist hier, Schritt für Schritt Erfahrung zu sammeln und so Verunsicherungen abzubauen.</p>
<p><em><strong>Können dabei Weiterentwicklungen in der Lehrerausbildung helfen?</strong></em></p>
<p>Es gab dazu jüngst einen Beitrag. Darin wurde festgestellt, dass es unbestritten ist das sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte Medienkompetenzen erwerben müssen. Auch das dies in der Ausbildung verankert sein muss, ist akzeptiert. Nicht einig ist man sich jedoch darüber, wie dies in der Ausbildung beigebracht werden sollte. Obwohl es schon Angebote zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht gibt, ist dieses Thema in den einzelnen Fachdidaktiken noch zu wenig präsent. Dies sollte geändert werden.</p>
<p><strong><span style="font-size: 16px;"> </span>Titelbild:</strong><a href="https://pixabay.com/de/lesen-lernen-schule-schüler-2007119/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Read</a> von Wokandapix via pixabay<a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> CC0 Public Domain </a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>(R)Evolution der Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2017 07:47:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[BMBF]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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<p>Eine herbe Enttäuschung ist das derzeitige <a href="https://netzpolitik.org/2017/mehr-ruestung-als-bildung-digitalpakt-fuer-schulen-kommt-in-haushaltsplanungen-nicht-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zurückrudern der Bundesregierung</a> in Bezug auf ihr versprochenes Digitalpaket für die Bildung. Fünf Milliarden Euro sollten für die Digitalisierung der Schulen in den nächsten fünf Jahren ausgegeben werden. Und jetzt? Anstatt in die Zukunft zu investieren, wird diese mit der nun veröffentlichten Haushaltsplanung womöglich nur noch düster. Das Geld geht in die Rüstung. Wie wichtig Bildung ist, müsste der Regierung eigentlich bewusst sein. Und dass ein Nicht-Investieren in die Digitalisierung fatal ist, eigentlich auch.</p>
<p>Auch die Kultusministerkonferenz hatte schon mit dem Papier “Bildung in der Digitalen Welt” geantwortet. Ihre Strategie bezieht sich auf sechs große Themenbereiche: Unterrichtsentwicklung, Ausbildung der LehrerInnen, technische Infrastruktur, Bildungsmedien, E-Government und rechtliche Rahmenbedingungen. Zusammengefasst, digitale Medien sollen integraler Bestandteiler aller Unterrichtsfächer werden. Dabei müssen LehrerInnen durch Aus-, Weiter- und Fortbildung zu Medienexperten werden, um digitale Medien professionell, didaktisch sinnvoll und reflektiert im Schulalltag einzusetzen.</p>
<p>Denn durch die Digitalisierung der Bildung werden die ArbeitnehmerInnen von morgen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und die schon in der Schule digital geschulten SchülerInnen später die digitale Transformation mitgestalten. Dazu müssen digitale Kompetenzen in der Schule erlernt werden. Denn obwohl wir in Deutschland leben und sich viele ein Leben ohne ihren Laptop oder Tablet nicht vorstellen können, gibt es etliche SchülerInnen, denen zu Hause diese Möglichkeiten fehlen. Dies schafft Ungleichheiten, die eigentlich mit der Digitalisierung überwunden werden sollten.</p>
<p>Aber nicht nur in der Zukunft kann es enorme Vorteile mit sich bringen, sondern auch im heutigen Schulalltag. Schon jetzt benutzen einige (vor allem junge) LehrerInnen digitale Lernplattformen, sogenannte Learning Management Systeme. Diese unterstützen die Planung, Koordination und Kommunikation im Klassenverband. Auf diesen Plattformen können die LehrerInnen die Materialien, inklusive Arbeitsbögen, Videos und Fotos, hochladen. Somit haben sie alles immer abrufbar. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die SchülerInnen, die nach einer verpassten Stunde oder wegen eines verschusselten Arbeitsbogens Aufholbedarf haben.</p>
<p>Natürlich gibt es wie bei jeden neuen technologischen Anwendungen auch Hindernisse. Vergessene Passwörter der SchülerInnen kommen selbstverständlich vor. Wenn SchülerInnen mitten im Schuljahr nach einem neuen fragen, weiß man auch, wie oft die Seite aufgerufen wurde. Auch Datensicherheit ist ein Thema. Zusätzlich müssen Schulen aber für diese Plattformen wie beispielsweise Moodle Lizenzen erwerben. Auch für die richtige Breitbandverbindung, samt WLAN, muss gesorgt sein. Beamer und Laptops müssen vorhanden sein. Das kostet alles Geld, welches erstmal organisiert werden muss. Da die finanzielle Unterstützung über den Schulträger meist nicht ausreicht, müssen engagierte Schulen (Schulleitungen) kreativ werden. Fördervereine, externe Akteure, wie Unternehmen, oder EU-Mittel sind hier erste Anlaufstellen. Vermehrt sorgen aber auch die Länder selbst für Sonderprogramme im Bereich Medienkompetenz. Doch können innovativen Schulen seitens <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/it-ausstattung-verstaubte-whiteboards-und-fehlendes-breitband-an-berliner-schulen-24906810" target="_blank" rel="noopener noreferrer">des Senats auch Steine in den Weg gelegt werden.</a></p>
<h3>Digitalisierung zur Unterstützung im Unterricht</h3>
<p>Die Herausforderungen sollten aber nicht vor dem Handeln abschrecken. Denn die vermehrte Notwendigkeit zur Differenzierung im Unterricht, das heißt, die individuelle Förderung von verschiedenen Leistungsstufen in einem Klassenverband, welche zusätzlich durch Inklusion und Integration unumgänglich ist, kann durch die Digitalisierung möglich gemacht werden. Gerade wenn es um das heikle Thema Rechtschreibung (und Digitalisierung) geht, ist der Unterricht mit Hilfe digitaler Medien womöglich sogar effektiver. So kann die Webseite Orthografietrainer.net, als online Rechtschreibtrainer mit Abschlusstests, viel individualisierter mit den SchülerInnen üben, als es einer LehrerIn im Unterricht möglich ist. Dies ist nur ein Beispiel für die Vielseitigkeit von Online-Angeboten interaktiver Apps. Auch die Nutzung von Standard-Programmen wie Schreib- oder Präsentationsprogramme werden erlernt. Videos können geschnitten, Fotos bearbeitet und Texte verfeinert werden. Diese können wiederum auf Blogs veröffentlicht werden. So lernen die SchülerInnen nicht nur die Anwendung. Gleichzeitig werden digitale Medien Mittel zum Zweck, um einen abwechslungsreichen und differenzierten Unterricht zu gestalten.</p>
<p>Nun reagieren auch andere Akteure im Bildungsbereich. Beispielsweise setzen Schulbuchverlage zusätzlich auf digitale Konzepte und bieten zu ihren digitalen Schulbüchern auch auf den Lehrbereich zugeschnittene digitale Plattformen an. Denn bekommen sie in dem Bereich enormen Konkurrenzdruck. Im speziellen von den zuvor erwähnten Angeboten von Lernplattformen. Auch die großen Wirtschaftsunternehmen wie <a href="https://www.fool.com/investing/general/2014/05/16/google-vs-apple-which-will-own-the-education-marke.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft, Google und Apple</a> mischen im Bereich der Bildung mit. durch die sogenannten Open Educational Resources (OER) stehen Verlage unter Druck. OER sind unter anderem Lehrmaterialien und Arbeitsbögen von LehrerInnen, die auf verschiedene Webseiten hochgeladen werden können und dann von anderen LehrerInnen weiter benutzt werden können. Riskiert man darüber hinaus einen Blick auf zahlreiche Messen für digitale Bildung, kann man sich vor Angeboten kaum retten. Der neuste Trend: Virtual Reality Brillen für den Unterricht.</p>
<p>Das Angebot für LehrerInnen kann erschlagend wirken und verunsichern. Das sollte LehrerInnen aber nicht davon abhalten, es nicht einfach mal auszuprobieren. Wichtig ist vor allem die Reflektion über den Einsatz der Medien. Denn hier gilt wie mit jedem anderen Medium auch, dass die Nutzung (digitaler) Medien nicht per se Erfolg bedeutet.</p>
<p>Universitäten haben dabei bislang wenig Unterstützung angeboten. Seminare zum Thema Digitalisierung kommen sehr selten im Vorlesungsverzeichnis für Lehramtsstudierende vor. Und wenn, dann sind sie nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Doch genau hier muss angesetzt werden. Wenn Digitalisierung schon in der Ausbildung und dabei in jeder Fachdidaktik eine wichtige Rolle in Anspruch nehmen würde, wenn zukünftigen LehrerInnen digitale Kompetenzen erlernen und Sicherheit bekommen, wird die Hemmschwelle, diese im Unterricht später zu benutzen deutlich geringer sein.</p>
<p>Genau das sollte auch mit Wankas Paket in Angriff genommen werden. Mit der Zusammenarbeit von Bund und Ländern sollte der Bund für die Finanzierung der Infrastruktur und die Länder für die Konzepte aufkommen. Geld und Ausstattung soll es demnach nur geben, wenn ein Medienkonzept vorhanden ist. Dadurch sollte dem Rumstehen von ungenutzten Computern etc. vorgebeugt werden. Geplant war auch, vermehrt in die LehrerInnen Aus- und Fortbildung zu investieren. Schon längst stellt sich nicht mehr die Frage, ob digitale Bildung eine wichtige Rolle spielen sollte, sondern wie schnell ein fächerübergreifendes Medienkonzept realisiert werden kann. Ideen gibt es schon, nun brauchen wir das Geld, Frau Wanka.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/congerdesign-509903/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=543041">congerdesign</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=543041">Pixabay</a> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0 Public Domain</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Digitale Machtkämpfe in der Türkei &#8211; Im Gespräch mit dem türkischen Gastforscher Melih Kırlıdoğ</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Apr 2017 09:39:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[In sechs Tagen wird in der Türkei über das Referendum abgestimmt. Im Vorfeld konnten wir mit dem türkischen Gastforscher Melih Kırlıdoğ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13346623705_d3a237081f_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151961" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13346623705_d3a237081f_z.jpg" alt="Titelbild: Istanbul von MacPepper via flickr CC BY-NC-SA 2.0" width="640" height="353" /></a>In sechs Tagen wird in der Türkei über das Referendum abgestimmt. Im Vorfeld konnten wir mit dem türkischen Gastforscher Melih Kırlıdoğ über Meinungsfreiheit, soziale Medien und Erdoğans Referendum reden.</p>
<p>Melih Kırlıdoğ war bis vor kurzem Professor an der Nişantaşı Universität in Istanbul. Seine Anstellung wurde ihm aufgekündigt. Kırlıdoğ hatte mit über 2.200 AkademikerInnen eine Petition unterschrieben, in der die Regierung wegen ihres Vorgehens gegen die Kurden kritisiert wird. Die AkademikerInnen nennen sich selbst die „Academics for Peace“.</p>
<p>Kirlıdoğ ist einer von knapp 400 AkademikerInnen, die deshalb entlassen wurden. Er hatte Glück und die Möglichkeit, sich vorerst ins Ausland abzusetzen. Seit drei Monaten ist er Gastforscher am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin.</p>
<p>Obwohl derzeit einige AkademikerInnen das Land verlassen können, bleibt anderen bis auf weiteres die Ausreise verwehrt. Zwar ist ihnen theoretisch erlaubt, eine Anstellung im privaten Sektor zu finden, in der Praxis gestaltet sich dies jedoch schwierig. Private Unternehmen fühlen sich unter Druck gesetzt und fürchten Konsequenzen, sollten sie entlassene AkademikerInnen einstellen.</p>
<p>Wir haben mit Melih Kırlıdoğ reden können. Über die Meinungsfreiheit in der Türkei und die Rolle der sozialen Medien. Und über Erdoğan, das anstehende Referendum und wie seine „Troll-Armee“ ihn im Netz unterstützt.</p>
<h3>politik-digital: Früher war es möglich Erdoğan öffentlich zu kritisieren, wie hat sich das mit der Zeit verändert?</h3>
<p>Melih Kırlıdoğ: Erdoğan war bis zu den Gezi-Aufständen 2013 ein sehr erfolgreicher und angesehener Machthaber. Er hatte es scheinbar geschafft, die Demokratie mit einem moderaten Islam zu verbinden. Doch die Brutalität Erdoğans, mit der er gegen die friedlichen Demonstranten vorgegangen war, hat sein Image zerstört. Seitdem wird es immer schwieriger, sich öffentlich zu äußern. Nehmen wir das Beispiel des bevorstehenden Referendums am 16. April. Auf den Straßen ist es zwar immer noch möglich, die Nein-Kampagne zu unterstützen, doch ist es nicht unüblich, dass man dabei von der Polizei inhaftiert wird. Obwohl die meisten schnell wieder freikommen, ist das schon Einschüchterung genug. Gefahr geht auch von einigen AKP-Anhängern aus. Sie greifen zu physischer Gewalt und werden dabei von der Polizei beschützt.</p>
<h3>Verhält sich das in den sozialen Medien ähnlich?</h3>
<p>Ja, dort gilt das gleiche. Obwohl einige Menschen sehr ängstlich sind, sich kritisch gegenüber Erdoğan zu äußern, formt sich immer mehr Widerstand. Es gibt viele, die Erdoğan oder seine Partei AKP öffentlich bloßstellen und kritisieren. Genug Material liefert Erdoğan ja allemal.</p>
<h3>Wie frei ist die türkische Presse?</h3>
<p>Es gibt einige Nachrichtenportale, die immer noch sehr kritisch berichten. Ein Beispiel für die Standhaftigkeit der Nachrichtenportale ist die Zeitschrift Cumhuriyet. Obwohl elf Journalisten der Zeitung schon im Gefängnis sitzen, ist sie in Print und online präsent und gibt nicht auf. Hunderte andere Nachrichtenportale wurden bereits geschlossen. Es wird zunehmend schwieriger.</p>
<h3>Können die sozialen Medien hier Abhilfe leisten?</h3>
<p>Soziale Medien sind für die türkische Gesellschaft sehr wichtig. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Türkei sehr politisiert. Soziale Medien ermöglichen die Kommunikation und den Nachrichtenaustausch der Erdoğan-Gegner. Einige ignorieren die Gefahr, ins Gefängnis zu kommen und nehmen Morddrohungen gelassen hin.</p>
<h3>Haben Sie ein Beispiel für uns?</h3>
<p>Während der Gezi-Aufstände konnte man erkennen, wie wertvoll soziale Medien sein können. Da die Presse zu eingeschüchtert war, halfen an ihrer Stelle vor allem Twitter-User aus, um von den Aufständen zu berichten und die Situation öffentlich zu diskutieren.</p>
<h3>Wie reagierte Erdoğan darauf?</h3>
<p>Erdoğan hatte als Reaktion darauf Twitter als eine Plage beschimpft. Außerdem konnte Erdoğan das im Jahr 2007 beschlossene Gesetz Nummer 5651 einsetzen, welches ihm in der Praxis dazu bemächtigt, das Internet zu zensieren. Zurzeit sind hunderttausend Webseiten ständig geblockt.</p>
<h3>Zählen zu diesen Webseiten auch die großen internationalen Webseiten wie Facebook, Twitter und Youtube?</h3>
<p>Diese Webseiten sind meist aufrufbar. Nur nach terroristischen Angriffen oder dem Korruptionsskandal gegen Erdoğan und seine Familie hatte die Regierung Twitter vorübergehend abgeschaltet. Wegen des internationalen Drucks schaltet Erdoğan diese Webseiten aber nicht auf Dauer ab. In den letzten Jahren ist die Regierung kreativ geworden. So verlangsamen sie durch Datenratenbegrenzung Twitter nach kritischen Ereignissen so stark, dass kaum jemand Zugriff hat.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mkirlidog.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151957" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mkirlidog.png" alt="mkirlidog" width="174" height="174" /></a>Melih Kırlıdoğ ist Gastforscher am Humboldt Institut für Internet und Gesellschafft in Berlin. Im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie hat er sowohl im Industriesektor als auch als Akademiker gearbeitet. Sein Forschungsinteresse gilt der Internetzensur und der Überwachung.</div></div>
<h3>Wie passt dieses Verhalten von Erdoğan damit zusammen, dass er bei Twitter auf zehn Millionen Follower zurückgreifen kann und auch fleißig tweetet?</h3>
<p>Nachdem Erdoğan Twitter als Plage beschimpft hatte, wechselte er kurze Zeit später seinen Kurs. Wir wissen inzwischen, warum dieser Strategiewechsel stattfand. Erdoğan hatte in der Zeit eine „Social-Media Armee“ mit 6.000 Mann aufgebaut, die sogenannten AKP-Trolle. Sie arbeiten unter anderem daran Bots zu programmieren. Diese unterstützten Erdoğan zahlreich in seinen Kommentaren und Anschuldigungen und verherrlichen ihn bei Twitter. Ein Beispiel dafür war der Hashtag #WeLoveErdogan, der von Twitter mittlerweile entfernt wurde.</p>
<h3>Woher stammen die Informationen zu dem Strategiewechsel?</h3>
<p>Die Details zu der Troll-Armee wurden auf Wikileaks veröffentlicht. Der linksradikalen türkischen Hackergruppe RedHack war es gelungen, an rund 57.000 Emails des Energieministers und Schwiegersohn Erdoğans Berat Albayrak zu gelangen. Diese Emails dokumentierten die Etablierung der Troll-Armee. Auch die Inhaftierung von Deniz Yücel könnte damit zu tun haben. In der <a href="https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article158632936/20-Gigabyte-E-Mails-die-Erdogan-in-Bedraengnis-bringen-koennen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Welt</a> hatte er über den Inhalt der geleakten Emails geschrieben.</p>
<h3>Meinen Sie, dass Yücel verhaftet wurde, weil er über die Troll-Armee berichtet hat?</h3>
<p>Die geleakten Emails, über die auch Yücel berichtet hatte, deckten einen weiteren Skandal auf. So konnte eine Verbindung zwischen Albayrak und dem Unternehmen Powertrans bewiesen werden. Powertrans betreibt Ölhandel mit dem sogenannten Islamischen Staat, obwohl dies von den Vereinten Nationen untersagt ist.</p>
<h3>Welche Rolle spielen digitale Mittel in der türkischen Politik?</h3>
<p>Um die Frage zu beantworten, müssen wir ein wenig zurückblicken. Vor den Gezi-Aufständen verstand sich Erdoğan gut mit der Gülen-Bewegung. Die AKP und die Gülenisten haben sich in dieser Zeit zusammengetan, um den autoritären, säkularen Beamtenapparat zu bekämpfen<strong>. </strong>Denn unabhängig davon, wer die Regierung stellte, zog der Beamtenapparat hier die Fäden.  Beide Parteien bildeten ein erfolgreiches Team mit großer Reichweite. Die Gülenisten scherten die Gebildeten um sich, während die AKP die weniger gebildeten dazu holte. Eine unschlagbare Kombination.</p>
<h3>Wie haben sie es geschafft, den Beamtenapparat aufzubrechen?</h3>
<p>In den Jahren 2009 und 2010 kam es zu mehreren entscheidenden Gerichtsverhandlungen. Diese wurden, wie später rausgefunden wurde, auf Grundlage von gefälschten digitalen Beweisen eröffnet. Die Polizei, die von Gülenisten besetzt war, hatte Beweise angefertigt. Sie wurden an die Computer einiger Oberer Generäle verschickt und dort hinterlegt. Die Polizisten untersuchten die Fälle und verhafteten die Generäle. Staatsanwälte, die auch zu den Gülenisten zählten, klagten sie an und Gülen-Richter verurteilten sie zu mehreren Jahren Gefängnis. Der Gülen-Kader wurde von der AKP in die Polizei und Justiz eingeschleust und genoss Erdoğans vollstes Vertrauen. Erstmals in der Geschichte konnte eine Führungsschicht mit Hilfe von gefälschten digitalen Beweisen aufgebrochen werden und abgesetzt werden.</p>
<h3>Wie wir wissen: Nach der Zusammenarbeit kam schnell der Bruch.</h3>
<p>Die ehemaligen Verbündeten wollten nun für sich die Macht sichern. Beide nutzten verschiedene Strategien, um den anderen zu schwächen. Anhänger der Gülen-Bewegung hatten es geschafft, Erdoğans Telefon anzuzapfen und ihn bei einem Gespräch mit seinem Sohn Bilal aufzunehmen. Erdoğan wies seinen Sohn dabei an, Bestechungsgelder von 10 Millionen Dollar nicht anzunehmen – denn Erdoğan wollte mehr Geld rausschlagen. Ende 2013 wurden Erdoğan und seine Familie von der mit Gülen-Anhängern bestückten Justiz vorgeladen. Vier Kabinettsminister mussten daraufhin zurücktreten. Erdoğan konnte sich jedoch aus den Korruptionsvorwürfen herauswinden und startet seitdem seine eigene Offensive.</p>
<h3>Was war Erdoğans Antwort?</h3>
<p>Nach und nach entließ Erdoğan die Anhänger der Gülen-Bewegung aus ihren Ämtern. Der Putschversuch im Sommer 2016 ist bis jetzt der letzte Höhepunkt in diesem Machtkampf. Den Putschversuch, der, wie ich glaube, tatsächlich von der Gülen-Bewegung geplant wurde, deklarierte Erdoğan als Geschenk des Himmels. So konnte er nicht nur gegen Gülen-Anhänger vorgehen, sondern gegen alle Regimekritiker.</p>
<h3>Nun konnte Erdoğan ein Referendum einfädeln, dass ihm noch mehr Macht geben würde. Wie lauten Ihre Prognosen für den Ausgang des Referendums?</h3>
<p>Die AKP kann während ihrer Kampagne auf unbegrenzte staatliche Mittel zurückgreifen. Die Gegenseite der Nein-Kampagne hat diese Möglichkeiten nicht. Zusätzlich werben fast ausschließlich die Massenmedien inklusive der Öffentlichen, ob Print oder elektronisch, für die Unterstützung des Referendums am kommenden Sonntag. Dennoch liegen nach Umfragen die Nein-Wähler bis dato knapp vorne. Was Erdoğan in den Tagen vor dem Referendum machen wird, ist schwer zu vorherzusagen. Er ist kein Politiker, der sich mit einer Niederlage zufriedengeben wird. Deswegen müssen wir mit allem rechnen.</p>
<h3>Was könnten mögliche Szenarien sein?</h3>
<p>Dass künstliche Krisen mit anderen Nachbarn heraufbeschworen werden könnten, ist kein abwegiges Szenario. Mit den Niederlanden ist ihm das gelungen. Mit Deutschland hat er dies nicht weiterverfolgt. Wahrscheinlich, weil es nicht so erfolgversprechend war. Ich glaube, dass Erdoğan keine großen Pläne entwirft, sondern auf Situationen reagiert. Deshalb weiß niemand, was vor oder nach den Wahlen passieren wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild:<a href="https://www.flickr.com/photos/gwpfae/13346623705/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Istanbul</a> von MacPepper via flickr <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Daten, Bots und Fake-News: Wie wird der digitale Wahlkampf 2017?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/daten-bots-fakenews-wie-wird-der-digitale-wahlkampf2017-151925/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Apr 2017 16:05:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[Social Bots]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
		<category><![CDATA[btw2017]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann Big Data so benutzt werden, dass es eine Wahl entscheidet? Auf der von der Initiative D21 und Deloitte organisierten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/datapolitics1.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151928" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/datapolitics1.png" alt="Titelbild: Data und Politics von Initiative D21/Schnittstelle Berlin  CC by 3.0" width="640" height="368" /></a>Kann Big Data so benutzt werden, dass es eine Wahl entscheidet? Auf der von der Initiative D21 und Deloitte organisierten Veranstaltung „Data und Politics“ ging es genau um dieses heiß debattierte Thema. Denn im Hinblick auf die Bundestagswahl in diesem September blieben einige Fragen zum Wahlkampf bislang offen. Würde es diesmal wirklich digital werden?</p>
<p>Big Data. Ein Wort in aller Munde. Spätestens nach Trumps Wahlsieg auch mit Unsicherheit behaftet. Ein Versuch dieses Wahlergebnis in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Da allein Unzufriedenheit und das Verlangen nach irgendeiner Art von Wandel bei BürgerInnen ja nun diesen Ausgang wirklich nicht erklären vermag, oder vielleicht doch? Aber wie kann man Big Data wirklich nutzen?</p>
<p>In den USA werden neben dem Nutzen von sozialen Medien auch Abermillionen von Emails geschrieben, in denen auch auf nicht so saubere Art für Stimmen geworben werden. Zwar werden dabei Daten genutzt, um die BürgerInnen persönlich zu kontaktieren. Dieses sind aber meist Kontaktdaten aus parteiinternen Datenbänken. Denn es scheint nach wie vor eine große Herausforderung zu sein, große Datenmengen effektiv zu nutzen.</p>
<p>Das Problem für die WahkämpferInnen ist, dass 80 % der Daten unstrukturiert sind. Nur 20 % seien daher vorerst brauchbar, aber diese müsse man erst einmal finden, meint Frank Pörschmann von Digital Analytics Association e.V. Das sei nicht einfach. Noch schwieriger sei es, sie dann zu analysieren, um sie beispielweise für einen Wahlkampf zu nutzen. Dabei spielen die richtigen Algorithmen eine entscheidende Rolle. Doch auch Algorithmen können keine Wunder vollbringen, schlussendlich sind sie immer noch vom Menschen konzipiert und aus einem Modell entstanden. Daher auch fehlerhaft und voreingenommen. Da Algorithmen bis dato nur nach Korrelationen suchen, aber die Kausalität und den Kontext nicht erkennen können, ist ihre Wirksamkeit derzeit noch fragwürdig.</p>
<h3>Ausblick auf den deutschen Wahlkampf</h3>
<p>Spielt Big Data für den Wahlkampf im September dann überhaupt eine Rolle? Deutsche Parteien unterstehen zum einen dem deutschen Datenschutzgesetz. An das muss sich gehalten werden. Im Wahlkampf gibt es dann nochmal spezielle Regeln. Beispielsweise können Parteien einige Wochen vor der Wahl die Melderegister der Wahlberechtigten einsehen. Aber mehr als Name, Alter oder gegebenenfalls Todestag steht da nicht drin. Daher eher nicht so nützlich.</p>
<p>Die Post Direkt bietet hingegen detaillierte Datensätze an. Die Reaktion der auf dem Podium vertretenen Parteien (CDU, SPD, Grüne, Die Linke) war einstimmig. Alle Wahlkampf-Manager erklärten, dass sie diese Daten nicht kaufen würden. Zum einen stellten sie die Nutzung und Effektivität der Daten in Frage. Zum anderen wiesen sie aber auch darauf, dass dies bei den deutschen WählerInnen nicht gut ankäme.</p>
<p>Einig waren die anwesenden parteiinternen Wahlkampfleiter oder Auftragnehmer von Agenturen der großen etablierten Parteien darin, dass der Wahlkampf hart geführt werden könne, dabei aber fair bleiben müsse. Ein schmutziger Wahlkampf sei unbedingt zu vermeiden. Die umfangreichste Selbstverpflichtung zur Fairness präsentierte Robert Heinrich von den Grünen: Dark Campaigning oder Posts, also die zielgruppenspezifische Ansprache, seien erlaubt, aber hier müsse klar erkennbar sein, welche Partei dahinter steckt. Zudem wollen die Grünen auf einer Seite alle Dark Posts einsehbar machen, damit auch die WählerInnen außerhalb der Zielgruppen einen Einblick haben. Außerdem solle man sich an deutschen Datenschutz halten, keine Social Bots benutzen oder Lügen verbreiten. Diese selbst auferlegten Regeln seien für die Grünen zwingend, wenn man glaubhaft als datenschutzsensible Partei agieren wolle, erklärte Heinrich, der die anderen Parteien aufrief, sich diesem Kodex anzuschließen.</p>
<p>Wie wird der Wahlkampf also aussehen, wo schmutzig schon mal ausgeschlossen ist? Der Wahlkampf der etablierten Parteien bleibe sauber, behaupten zumindest die Wahlkampf-Manager. Von anderen Parteien, aber auch aus dem Ausland erwarten jedoch alle Podiumsteilnemer, dass etwas passieren wird, nur was wisse man noch nicht.</p>
<p>Dennoch mit was können wir von den Parteien rechnen? Da der Wahlkampf seit Jahren immer professioneller wird, können wir einiges erwarten. Vor allem werden Soziale Medien stärker bespielt. <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whatsapp</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a> und Facebook und so weiter. Außerdem setzen gerade die größeren Parteien auf den Tür-zu-Tür-Wahlkampf. Online und vielleicht auch mit App organisiert, wie von der CDU bei der Saarländischen Wahl. Durch das föderale Prinzip der Parteien sei ein zentral durchgeplanter Wahlkampf nicht effektiv, meinte Dr. Stefan Hennewig, die Verbände vor Ort wüssten am besten, wo und wie man WählerInnen gewinnt.</p>
<p>Außerdem gibt es gute Gründe, die gegen einen reinen Online-Wahlkampf sprechen. Der sogenannte Straßenkampf, in dem man Plakate anderer Parteien verunstaltet, ist ein wahres Happening, das einfach dazu gehört, meint Pörschmann. Auch der Häuserkampf, wo Freiwillige von Tür zu Tür gehen und Brötchen verteilen ist bei weitem billiger und effektiver als Daten zu kaufen. Bei dem im Vergleich zu den USA kleinen Budget der Parteien sieht es also nicht danach aus, dass dieser Wandel so schnell vollzogen wird. Allerdings werden Online- und Offline-Wahlkämpfe immer enger verzahnt werden.</p>
<p>Durch den Online-Wahlkampf können die Parteien beispielsweise kreative Memes etc. schneller verbreiten. Daher müssen WahlkämpferInnen Trends in den sozialen Medien beobachten und schnell nutzen. Das Unternehmen Dataswarm, welches soziale Medien für Wahlprognosen analysiert, hatte in dem Zusammenhang angemerkt, dass vor allem emotional geladene Tweets und Memes immer noch am besten ankommen.</p>
<p>Ein schwieriges Thema für alle Parteien ist der Umgang mit Fake News. Die Grünen haben eine „grüne Netzfeuerwehr“ ins Leben gerufen, bei der Freiwillige gegen Falschnachrichten vorgehen, Ähnliches gibt es bei den andern Parteien. Allerdings ist das oft nutztlos, merkt Prof. Martin Grothe von der Complexium GmbH an: Die Richtigstellungen erreichen nur diejenigen, die sie auch sehen wollen – und damit viel weniger Menschen.</p>
<p>Den großen Wandel werden wir also auch diesmal nicht sehen. Da der klassische Wahlkampf auch ein soziales Happening ist, wird der Online-Wahlkampf mit der Nutzung von sozialen Medien den klassischen Wahlkampf ergänzen, ihn aber nicht ersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Data und Politics von Initiative D21/Schnittstelle Berlin <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC by 3.0</a></p>
<p>v.l.n.r: Julius van de Laar, Mark Seibert (Wahlkampfleiter DIE LINKE), Robert Heinrich (Wahlkampfmanager Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜN), Mathias Richel (verantwortlich u. a. für Onlinewahlkampf SPD) und Dr. Stefan Hennewig (Leiter Bereich Kampagne und Marketing CDU).</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Wer Deutschland 4.0 will, muss für Sicherheit 4.0 sorgen!“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wer-deutschland4-0-weill-muss-fuer-sicherheit4-0-sorgen-151709/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2017 12:40:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Jakobs]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit 4.0]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder werden wir mit Nachrichten von erneuten Hackerangriffe auf verschiedene Regierungsinstitutionen und wirtschaftliche Unternehmen konfrontiert. Bundestag, Yahoo und Telekom, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/castle-1461009_640.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151717" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/castle-1461009_640.jpg" alt="castle-1461009_640" width="640" height="426" /></a>Immer wieder werden wir mit Nachrichten von erneuten Hackerangriffe auf verschiedene Regierungsinstitutionen und wirtschaftliche Unternehmen konfrontiert. Bundestag, Yahoo und Telekom, um ein paar zu nennen. Aber nicht nur große Player sind im Visier der Angreifer, sondern auch vor allem die einzelnen BürgerInnen. Im Interview erklärt Joachim Jakobs, Autor des Buches „Vernetzte Gesellschaft, Vernetzte Bedrohungen“, mit welchen Problemen wir uns als Einzelne auseinandersetzen müssen und welche Aufgaben dem Staat zukommen.</p>
<p>Die fortschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen, ob beruflich oder privat, hat neben den vielen positiven Aspekten auch seine Schattenseiten. Immer mehr Daten und Unterlagen werden auf Computern oder im Internet gespeichert. Nicht nur bei Wirtschaftsunternehmen sind die Sicherheitsvorkehrungen teils mangelhaft. Oft ist es für Kriminelle nicht schwer, an diese Daten zu gelangen. Es ist an der Zeit, eine grundsätzliche Debatte über die Sicherheit im Netz zu führen, meint Joachim Jakobs. Der Journalist beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Sicherheit im Netz und fordert ein System vernetzter Sicherheit.</p>
<h3>Herr Jakobs, in Ihrem Buch erklären Sie, dass die Aussage “ich habe ja nichts zu verbergen” naiv sei, da unsere persönlichen Daten für Großkonzerne von starkem Interesse sind und dadurch kostbar. Können Sie einige Beispiele geben, wieso sich aber auch der, der nichts zu verbergen hat, Gedanken machen sollte?</h3>
<p>Es sind nicht nur Großkonzerne, sondern auch staatliche Institutionen, die Ihre Daten verarbeiten. Wenn Sie Ihre Daten einmal rausgegeben haben, sind sie weg und Sie wissen nicht, wer sie in welcher Absicht wozu verarbeitet.</p>
<p>Wenn ich beispielsweise über Ihr Geburtsdatum verfüge, kann ich in Ihrem Namen und zu Ihren Lasten bei jedem Versandhändler einkaufen – die Ware geht an eine beliebige Adresse, die ich mit Ihrem Namen beschrifte, die Rechnung letztlich per<a href="http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/identitaetsdiebstahl-beim-online-shopping-das-muessen-sie-wissen-a-1073739.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Schufa</a> und Inkasso-Unternehmen an Sie. Natürlich müssen Sie nicht bezahlen, was Sie nicht bestellt haben, aber ihr guter Ruf gerät in Gefahr. Und Banken, Versicherungen, Vermieter und viele andere Dienstleister reagieren allergisch auf solche Veränderungen, sind fix bereit, auch jahrelange Freundschaften zu kündigen. Deshalb<a href="http://identitaetsdiebstahl.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> ist</a> der Warenkreditbetrug heute ein solches Massenphänomen.</p>
<p>Das lässt sich auch noch steigern: Wenn Sie ein Konto eröffnen wollen oder beim Immobilienmakler eine Wohnung ansehen möchten, müssen Sie – dem<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2008/__2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Geldwäschegesetz</a> sei Dank! – Ihren Personalausweis vorlegen.</p>
<p>Offensichtlich hat Ihr Ausweis einen Wert – deshalb<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/car2go-warnt-kunden-vor-betruegerischer-sms-datenleck-a-1073967.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> versuchen</a><a href="https://www.heise.de/security/meldung/Identitaetsdiebstahl-Banking-Trojaner-Acecard-will-Selfies-von-Opfern-knipsen-3351856.html"> Betrüger</a> an die Kopie Ihres Ausweises heranzukommen; den Dienstleistern ist die Sicherheit der Kunden allzu oft egal und so können Ausweiskopien von der Straße<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/datenpanne-bei-vodafone-kundeninfos-auf-strasse-verstreut-a-926155.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> aufgelesen</a> werden oder sie werden gestohlen. Betrüger schaffen dann „Parallelidentitäten“. Sie eröffnen auf Ihren Namen beispielsweise neue Paypal- und Ebay-Konten und kaufen darüber ein. Die Rechnung geht an Sie.</p>
<p>Das Problem: Die Politik verlangt nach Daten und erklärt aber weder den datensammelnden/profil-bildenden Unternehmen geschweige denn den Bürgern, was im Gesetz steht und was das in der Konsequenz bedeutet.</p>
<hr />
<p><strong>Umfrage:</strong></p>
<p><iframe src="https://widget.civey.com/325" height="500" width="100%" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Zu diesem Artikel gibt es eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey in Kooperation mit politik-digital. Sie haben die Möglichkeit, direkt an der Umfrage teilzunehmen; Sie können sich auch registrieren und so an der repräsentativen Umfrage teilnehmen und Einblick in ihren Verlauf nehmen. Dabei werden Daten wie Geburtsjahr, Geschlecht und Postleitzahl erfasst, diese Daten werden vertraulich behandelt.<br />
Weitere Infos zu Civey und der Methodik finden Sie <a href="https://civey.com/faq/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p><iframe src="https://widget.civey.com/326" height="500" width="100%" frameborder="0"></iframe></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Fakten werden jetzt von Kriminellen geschaffen: Ein Bericht im Auftrag des US-amerikanischen Senats behauptet, „identity kits“ mit personenbezogenen Daten aus Kranken-/Versichertendaten, Personalausweisen und Führerscheinen würden für 1.500 – 2.000 Dollar<a href="http://www.databreachtoday.com/interviews/research-reveals-hacked-patient-records-are-so-valuable-i-3341" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> verkauft</a>. Sollten solche Preise bezahlt werden, bestünde ein überzeugender Anreiz, die Daten weiterer Personen zu akquirieren.</p>
<p>Für den Betroffenen kommt dieses Personenprofil einem Berufsverbot gleich: Schließlich muss jeder Arbeitgeber damit rechnen, dass ein solcher Mitarbeiter erpresst wird. Im vergangenen Sommer will Kaspersky Hinweise darauf<a href="http://newsroom.kaspersky.eu/de/texte/detail/article/kaspersky-bericht-fuer-attacken-auf-telekommunikationsanbieter-werden-insider-rekrutiert-oder-erpre" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> gefunden</a> haben, dass Mitarbeiter von Telekommunikationsunternehmen auf diese Weise gezwungen werden sollten, Kundendaten rauszurücken.</p>
<p>Sollte sich das Phänomen flächendeckend verbreiten, hätte das eine ähnliche Wirkung wie eine Neutronenbombe: Die Gebäude bleiben stehen. Die Technik jedenfalls wäre zweifellos vorhanden, um die lebenslange „Papierspur“ – von der Geburts- bis zur Sterbeurkunde – von allen 80 Millionen Einwohnern zu erstellen. Das könnte nicht nur für Kriminelle, sondern auch Geheimdienste und Terroristen interessant sein: Der Exportweltmeister ist ein attraktives Ziel!</p>
<p>So wie die USA: Vor einem Jahr wurden die personenbezogene Daten von 3000 New Yorker Bürgern im Internet <a href="http://www.nbcnewyork.com/news/local/ISIS-Linked-Hackers-Target-New-Yorkers-Personal-Information-377511431.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a> – mit der Forderung: „Wir wollen ihren Tod!“ Die Herkunft der Daten ist unklar, die Angreifer sollen Verbindung zum „Islamischen Staat“ haben.</p>
<h3>Deutschland sicher im Netz e.V. plädiert für die Aufklärung des einzelnen Menschen im Netz. Demnach sollten wir nicht nur bezüglich Passwortsicherheit aufgeklärt sein, sondern auch Kenntnisse über das Nutzen sicherer Softwares etc. haben, denn oftmals ist genau die Privatperson Angriffsfläche. Unterstützen Sie diese Ansätze?</h3>
<p>Ich halte den Verein für eine reine Alibi-Veranstaltung: Da sind alle möglichen Großkonzerne wie die Datev, Google, Microsoft, SAP und Telekom beteiligt… und wer kennt diesen Verein? Womöglich entzieht sich der Verein allein damit der öffentlichen Kenntnisnahme, dass bis jetzt auf deren Internetseite für 2017 grade mal 24 Termine zu<a href="https://www.sicher-im-netz.de/termine/aktuelle-termine?page=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> finden</a> sind. Angesichts der Potenz der Mitglieder und der Bedrohung wären 24 Termine im Monat angemessen.</p>
<p>Ich glaube, der Verein will gar nicht ernsthaft aufklären – die haben Angst, dass das zum Käuferstreik führen könnte.</p>
<h3>Was kann eine Privatperson dann tun, um für mehr Sicherheit im Netz zu sorgen? Welche Beispiele einfacher Vorsorgen kann jeder und jede in die Wege leiten?</h3>
<p>Das Beste, was ich als Verbraucher tun kann, ist: Daten zu vermeiden, wo immer nur möglich. Wann immer ich Daten aus der Hand geben will/soll, ist Misstrauen ratsam: Wer keine Kreditkarte hat, kann auch bar im Hotel oder Restaurant zahlen und riskiert nicht, dass die Karte illegal<a href="https://www.heise.de/security/meldung/Ab-zwei-Dollar-Ueber-70-000-RDP-Server-auf-Untergrund-Marktplatz-im-Angebot-3238565.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> kopiert</a> und verkauft wird. Die ‚Autorun‘-Funktion von Windows sollte deaktiviert sein und bevor ich einen USB-Speicher öffne, sollte ich zunächst einen Virenscanner drüber laufen lassen.</p>
<p>Sehr wichtig wäre es auch, dass die Menschen lernen, ihre Mails zu signieren und zu verschlüsseln. Jede unverschlüsselte Mail ist interessant. Wenn ich die Mailadresse Ihrer Eltern kenne und weiß, wie Sie miteinander kommunizieren, schreibe ich denen eine Mail in Ihrem Namen und kann unter einem Vorwand Geld<a href="http://www.pfiffige-senioren.de/enkeltrickinternet.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> ergaunern</a>.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/jakobs2.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-151710" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/jakobs2.png" alt="jakobs2" width="165" height="141" /></a>Nachdem Joachim Jakobs Pressesprecher für mehrere Unternehmen wie dem Institut der Frauenhofer Gesellschaft oder der Free Software Foundation Europe war, widmet sich Jakobs seit 2008 als freier Journalist dem Thema „Sicherheit in der Informationsgesellschaft“. 2015 hat er sein zweites Buch veröffentlicht: „Vernetzte Gesellschaft. Vernetzte Bedrohungen – Wie uns die künstliche Intelligenz herausfordert“. Darin fordert er ein „System vernetzter Sicherheit“. Politische und wirtschaftliche Akteure müssen nach seiner Ansicht flächendeckend, systematisch in Sicherheits- und Notfallkonzepte investieren.</div></div>
<h3>In welchen Bereichen ist die Privatperson dennoch machtlos? Wo endet der Handlungsspielraum der einzelnen Person und wo beginnt der Handlungsspielraum der Regierung und der einzelnen Unternehmen? Und welche Rolle müssen die Regierung und Wirtschaft dabei einnehmen?</h3>
<p>Machtlos sind Sie gegenüber dem Staat: Sie müssen Ihren ersten Wohnsitz anmelden und Steuern bezahlen. Und es gibt Dienstleister, die keine Überweisungen akzeptieren, sondern Zugriff auf Ihr Konto verlangen. Dann haben Sie nur die Wahl zwischen Akzeptanz des Diktats und dem Verzicht auf das Angebot.</p>
<h3>Gesetze sollen für mehr Sicherheit sorgen. Bei der schnellen Entwicklung digitaler Technologien und den daraus resultierenden Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft hinkt die langsam arbeitende Gesetzgebung hinterher. Sehen Sie eine Möglichkeit, sich auf die beschleunigte technische Entwicklung einzustellen?</h3>
<p>Die Gesetze, wie z.B. die Europäische Datenschutzverordnung oder das IT-Sicherheitsgesetz – sind mittlerweile vorhanden. Da bleibt abzuwarten, ob sie halten, was die Politik versprochen hat. Ob allerdings ein Unternehmen das Geld hat, überhaupt nur das auferlegte Bußgeld zu bezahlen, ist fraglich. Vom Schadenersatz für die Betroffenen ganz zu schweigen.</p>
<p>Zunächst wäre ja mal ein grundlegendes Verständnis in der Politik erforderlich: Nach eigenem<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kanzlerin-merkel-nennt-bei-obama-besuch-das-internet-neuland-a-906673.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Bekenntnis</a> war das Internet für die Bundeskanzlerin 2013 noch „Neuland“. Die Unkenntnis hindert die Bundesregierung jedoch nicht daran, die Digitalisierung voranzutreiben: Die Kanzlerin<a href="https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/11/2015-11-19-it-gipfel-merkel.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> schlägt</a> sich im Konflikt zwischen Datensicherheit und Datenhandel auf die Seite des Datenhandels, der Verkehrsminister<a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Autonomes-Fahren-Digitales-Testfeld-Autobahn-startet-2805766.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> verlangt</a> nach „Highspeed-Mobilfunk&#8221; fürs vernetzte Fahren, der Innenminister lässt keine Gelegenheit aus, noch mehr Daten zu<a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Eilverfahren-Bundesrat-winkt-BND-Netzueberwachung-im-NSA-Stil-durch-3456437.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> fordern</a>. Und Gesundheitsminister Hermann Gröhe<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/elektronische-gesundheitskarte-groehe-droht-krankenkassen-und-aerzten/11224924.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> droht</a> denen mit Sanktionen, die die „digitale Revolution“ im Gesundheitswesen seiner Ansicht nach „blockieren“. In der Wirtschaft ist das nicht anders:  Obwohl die Telekom nach Angaben ihres Sicherheitschefs erfolgreich<a href="http://www.deutschlandfunk.de/im-visier-der-hacker-cyber-angriffe-machen-staat-und.724.de.html?dram:article_id=334981" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> erpresst</a> wird,<a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Telekom-Chef-Alles-wird-vernetzt-2661572.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> predigt</a> der Chef Timotheus Höttges, alles zu vernetzen, was sich vernetzen lässt. Wie sollte denn ein Autohändler, Immobilien- oder Wertpapierberater angesichts solcher Vorbilder ein Bewusstsein für die Datensicherheit entwickeln?</p>
<p>Das Problem: Keine Massenorganisation aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kümmert sich um DAS Thema der Informationsgesellschaft! Mit dem Spruch vom Neuland hatte Merkel also recht – nur hat weder sie selbst noch sonst wer eine Konsequenz daraus gezogen! Mit unserer Dummheit betteln wir förmlich nach Angriffen!</p>
<h3>Trotz aller Gefahren gibt es viele und bedeutende Verbesserungen durch die digitale Vernetzung. In welches Verhältnis setzten Sie die Chancen der digitalen Vernetzung und deren Gefahren?</h3>
<p>Der technische Fortschritt kann und soll auch gar nicht aufgehalten werden – sonst säßen wir ja heute noch in der Postkutsche. Nur halte ich es für wichtig, dass sich die Handelnden ihrer rollenspezifischen Verantwortung bewusst sind. Und die nimmt mit der Leistungsfähigkeit der Systeme zu: Wenn der Postkutscher nicht aufgepasst hat, hat er womöglich vier Menschenleben gefährdet. Der Fahrdienstleiter im Regionalverkehr kann hundert und der Lokführer eines ICE mehrere hundert Personen gefährden. Das muss Auswirkungen auf Menschen, Organisation und Technik haben: Dienstleister, ihre Mitarbeiter und Lieferanten müssen mit zunehmender Leistungsfähigkeit mehr wissen und können als das in früheren Zeiten notwendig war: Wer Deutschland 4.0 will, muss für Sicherheit 4.0 sorgen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/castle-padlock-metal-capping-1461009/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">castle</a> by TanteTati via pixabay, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 public domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Leistungsschutzrecht und Upload-Filter: “EU-Urheberrechtsreform erklärt”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Mar 2017 17:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Panoramafreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Reform Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Upload-Filter]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Reda]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Auftakt der Diskussionsreihe zu den Vorschlägen der EU-Urheberrechtsreform luden Wikimedia Deutschland e.V. und Mozilla am gestrigen 2. März 2017 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/euurheber.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151604" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/euurheber.jpg" alt="Titelbild: LAN-Kabel vor EU-Flagge by Jana Donat / politik-digital.de, licenced CC BY SA 3.0" width="640" height="339" /></a>Zum Auftakt der Diskussionsreihe zu den Vorschlägen der EU-Urheberrechtsreform luden Wikimedia Deutschland e.V. und Mozilla am gestrigen 2. März 2017 zur Veranstaltung “EU-Urheberrechtsreform erklärt” ein. Thema waren dabei vor allem die hart umstrittenen Artikel 11 und 13 zur Reform des Urheberrechts: das Leistungsschutzrecht und der Upload-Filter.</p>
<p>Die im September 2016 von der europäischen Kommission vorgestellten Reformvorschläge sorgen für viel Aufmerksamkeit. Generell soll das EU-Urheberrecht von 2001 überholt werden. Dies ist dringend notwendig. Anfangs waren vor allem die EU-ParlamentarierInnen noch optimistisch, endlich ein vereinfachtes und an die Zeiten der digitalen Vernetzung angepasstes harmonisiertes Urheberrechtsgesetz zu verabschieden. Mit dem Vorschlag der Kommission machte sich jedoch Ernüchterung breit. Zwar kündigte die Kommission an, Gesetze zu verabschieden, die zum einen mehr Auswahl und leichteren Zugang zu Inhalten über Grenzen hinweg garantieren sollen. Zum anderen sollen die Neuregelungen Verbesserungen im Bereich Bildung und Forschung schaffen und für einen gerechteren Markt für Urheber, Wirtschaft und Presse sorgen soll. Doch die Kritiker weisen auf schwerwiegende Probleme und Schwächen hin. Zum einen geht es um die Einführung des umstrittenen Leistungsschutzrechts, zum anderen auch um die Forderung nach sogenannten Upload-Filter.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese standen auch auf der gestrigen Auftaktveranstaltung “EU-Urheberrechtsreform erklärt” im Mittelpunkt. Nach drei kurzen Inputs ging es in kleineren Expertenrunden um eine Vertiefung der Diskussion über die Urheberrechtsreform. Der Rechtsanwalt und Publizist bei iRights.info, Till Kreutzer, widmete sich dem Artikel 11 zum Leistungsschutz. EU-Parlamentsabgeordnete Julia Reda erklärte, worum es bei Upload-Filtern aus Artikel 13 geht und John Weitzmann, Referent bei Wikimedia Deutschland e.V., wies auf die fehlende Panoramafreiheit in den Reformvorschlägen hin. </span></p>
<p>Zunächst geht es in Artikel 11 um das Leistungsschutzrecht. Dabei geht es grob verkürzt daraum, dass Verlage von Suchmaschinen-Betreibern Geld für die Textausschnitte erhalten wollen, die bei einer Suche angezeigt werden. Nach Auffassung der Verlage verdienen die Suchmaschinen-Betreiber mit der Werbung auf ihren Seiten Geld, das in Teilen den Verlagen zusteht, weil diese für die angezeigten Inhalte sorgen. Gegner des Leistungsschutzrechts sind der Ansicht, dass die Suchmaschinen die Leser erst auf die Artikel aufmerksam machen und weisen darauf hin, dass es den Verlagen freisteht, ihre Artikel nicht für die Suchmaschinen sichtbar zu machen.</p>
<p>Was in Spanien und Deutschland kläglich scheiterte, soll nun auf EU-Ebene erneut versucht werden. Mit einer Ergänzung: das Leistungsschutzrecht solle nun alle betreffen. In den Reformvorschlägen geht es nicht allein um die Unternehmen (wie beispielsweise in Deutschland), denn in den Vorschlägen sind die Betroffenen nicht explizit definiert. Im Umkehrschluss betrifft es alle. Das hat tiefgreifende Folgen. Denn wenn die Reformen in Kraft treten, könnten damit beispielsweise auch Posts von Privatpersonen auf Facebook in den Fokus geraten. Denn selbste kleinste Ausschnitte aus Artikeln zu posten würde rechtswidrig sein. Unter dem Motto <a href="https://savethelink.org/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Save the Link”</a> hat eine Initiative von parteiübergreifenden EU-Parlamentariern auf diese Problematik aufmerksam gemacht.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Artikel 13 befasst sich mit dem sogenannten Upload-Filtern. Was Google und Youtube schon einsetzen, soll den Reformvorschlägen nach nun auch alle anderen Host-Plattformen betreffen. Das ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Ursprünglich hatte der damalige Digitalkommissar Oettinger mit dem Gesetz vor allem die Musikindustrie schützen wollen. Artikel 13 betrifft aber viel mehr als nur die Musikindustrie. Auch Diskussionsforen, Wikipedia und Fotowebseiten würden davon betroffen sein, auch solche, die bis dato keine Probleme mit urheberrechtswidrigen Beiträgen haben. Die Kommission hat sich bislang auch nicht dazu geäußert, ob auch Creative-Commons-Werke davon betroffen sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein grundlegendes Problem der Upload-Filter verdeutlichte Reda an Beispielen auf Facebook und Youtube: Filter sind bis jetzt noch nicht in der Lage, aus einem Kontext heraus Entscheidungen zur Legalität eines Beitrags zu treffen. Müssten Plattformen dafür haften, was auf ihrer Plattform präsentiert wird, wird der Filter so programmiert werden, dass eher mehr als weniger aussortiert wird. Dies kann schwerwiegende Folgen wie die Verletzung elementarer Werte unserer Gesellschaft haben. Stichwort: Meinungsfreiheit und Demokratie.</span></p>
<p>Was bis dato noch nicht in den Reformen thematisiert wurde, aber auf der Veranstaltung zur Sprache kam, ist das Thema Panoramafreiheit. Dabei geht es um die Kunst im Öffentlichen Raum. In Deutschland gilt die Panoramafreiheit; das bedeutet, dass alle Gebäude und jede Kunst, die im öffentlichen Raum ausgestellt ist, fotografiert werden darf ohne dass der Urheber um Erlaubnis gefragt werden muss. In der EU gibt es zu dem Thema insgesamt 28 rechtliche Regelungen. Als Beispiel wurde Frankreich angeführt. Dort ist es erlaubt, den Eiffelturm bei Tag zu fotografieren, doch ist seine nächtliche Lasershow urheberrechtlich geschützt. Des weiteren wurden ein paar Beispiele gezeigt, wie Deutschland ohne Panoramafreiheit aussehen würde:</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/urheber.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151602" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/urheber.png" alt="Titelbild: Vortrag von John Weitzmann über Panoramafreiheit” von Lina Carnap / politik-digital.de, licenced CC BY SA 3.0" width="649" height="376" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Nun muss die Debatte in die Öffentlichkeit getragen werden, da sie die Bürger direkt betrifft. Die Redner der gestrigen Veranstaltung  gehen davon aus, dass die Reformvorschläge in ihrer jetzigen Form nicht verabschiedet werden. Denn es mehren sich kritische Stimmen, die noch Änderungsbedarf sehen. Doch es zeichnet sich ab, dass eine umfassende und zufriedenstellende Reform nur schwer zu bewerkstelligen sein wird. Das letzte Gesetz stammt nämlich aus dem Jahr 2001 und in den 16 Jahren hat sich viel in Sachen digitaler Vernetzung getan und eher wenig in Sachen Urheberrecht. Auch wenn es bis zu einem klug reformierten EU-Urheberrecht noch ein weiter Weg ist,</span> zeigten sich die Vortragenden insgesamt optimistisch, dass dies im Trilog gelingen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Europaflagge von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a>/<a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p>Veranstaltungsfoto: Vortrag von John Weitzmann über Panoramafreiheit” von <a href="http://politik-digital.de/user/lcarnap/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lina Carnap</a>/politik-digital.de, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>Digitalisierung in Guatemala: Alte Probleme und neue Lösungen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitalisierung-in-guatemala-151426/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2017 11:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung in Guatemala]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann die Digitalisierung den Fortschritt in Entwicklungsländern wie Guatemala beschleunigen? Die bisherigen Erfahrungen in Guatemala lassen hoffen. Durch Ideen wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child.png" alt="child" width="640" height="280" /></a>Kann die Digitalisierung den Fortschritt in Entwicklungsländern wie Guatemala beschleunigen? Die bisherigen Erfahrungen in Guatemala lassen hoffen. Durch Ideen wie neu entwickelte Apps im Bereich Migration und die zunehmende Digitalisierung in der Schule könnte Guatemala aufschließen. Doch das Land steht immer noch vor großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderung wie Korruption, Armut und Kriminalität. Ohne Lösungen für diese Probleme bleiben auch viele Chancen des digitalen Fortschritts ungenutzt.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dass das Internet weniger entwickelten Ländern die Chance bietet, zu den prosperierenden Ländern aufzuschließen, gehört zu den Erwartungen, die oft mit der Digitalisierung verknüpft sind. Die Hoffnung ist, dass durch neue Technologien und das Vernetzen per Internet Länder wie Guatemala die Chance bekommen, aufzuholen und beispielsweise durch die Digitalisierung der Bildung die Nachteile einer schlechten schulischen und universitären Infrastruktur auszugleichen. Generell lautete die Annahme, dass durch Leapfrogging, also das Überspringen einzelner technischer Entwicklungsstadien, Entwicklungsländer schneller Anschluss finden. Betrachtet man die Entwicklungen am Beispiel des mittelamerikanischen Landes Guatemala genauer, lassen sich jedoch nicht nur positive Effekte beobachten. Durch die schwierigen strukturellen Gegebenheiten in Guatemala ist das Mithalten in technischen Bereichen schwer. </span><span style="font-weight: 400;">Es besteht sogar die Gefahr, dass Länder mit schlechteren Voraussetzungen wie Guatemala beim rasanten Fortschritt abgehängt werden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch eine schwache Netz-Infrastruktur, vor allem in ländlichen Gebieten, kann Guatemala nur schwer im internationalen Vergleich bestehen. In den Regionen, wo die Menschen in extremer Armut (13,3%) leben und der Analphabetismus verbreitet ist, ist das Radio die einzige Quelle für Informationen. In den anderen Gebieten ist vor allem der Fernseher das Hauptmedium. Im Durchschnitt werden sieben Stunden pro Tag pro Haushalt ferngesehen, meist einer der vier Kanäle von Alba Vision. Dabei dreht sich fast alles um Sport, Fußball um genau zu sein. Wenn man sich in Guatemala länger aufhält, kommt man um die Frage “Madrid oder Barcelona?” nicht rum. Vorsicht bei der Antwort ist hier allemal geboten. Aber die Chancen für die richtige Antwort stehen ungefähr bei 50:50. Regionaler Fußball spielt hier so gut wie keine Rolle. </span></p>
<p>Einen eigenen Computer und Zugriff auf das Internet hat bislang nur ein geringer Teil der Bevölkerung (16%). Davon haben gerade einmal ein Prozent Anschluss über Breitband. Einen Antrag zum staatlichen Ausbau der Breitband-Infrastruktur lehnte die Regierung 2010 ab. Dies führte in Folge zum Ausbau des Mobilfunknetzes von privaten Betreibern.</p>
<p>In Guatemala wird vor allem das Smartphone für den Zugang zum Internet genutzt. Nicht nur für Whatsapp, Facebook und Co, sondern auch um fernzusehen oder Radio zu hören. Besonders für die Jugend Guatemalas spielt das Smartphone eine große Rolle. Mangels Alternativen gehen die Menschen meist mobil ins Internet. Vor allem die sozialen Medien, wie Instagram und Twitter, stehen hier hoch im Kurs. So bekommt man zum Beispiel ein Prepaid-Angebot für umgerechnet 25 Euro, welches 4GB Internet und zusätzlich unbegrenzten Zugriff auf Facebook und Whatsapp im Monat gewährt. In der Hauptstadt allerdings sind Technik und das Internet allgegenwärtig. Auch deswegen zählen guatemaltekische Unternehmen in Lateinamerika zu den Vorreitern der Digitalisierung. So hat selbst das staatlich geförderte Bussystem freien Wifi-Zugang. In der Praxis hapert es allerdings oft noch beim Verbinden.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Obwohl die Digitalisierung in Guatemala insgesamt hinterher hinkt, tut sich in einigen Bereich was. So zum Beispiel in den Bereichen Bildung und Migration.</span></p>
<h3>Digitale Fernschule für guatemaltekische Kinder</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In einem Land, wo der Bildungssektor mit der Unterernährung der SchülerInnen alle Hände voll zu tun hat, wo Dorfschulen überfüllt sind, die Kommunikation zwischen LehrerIn und SchülerInnen durch Sprachbarrieren oft erschwert ist, der Unterricht selten kontinuierlich stattfindet und Kinderarbeit nach wie vor ein Thema ist, spielt dort die Digitalisierung überhaupt eine wichtige Rolle?</span></p>
<p>VertreterInnen aus dem guatemaltekischen Bildungssektor meinen: JA! Und zwar lautstark. Auf einer Präsentation der Stiftung Telefonica wurden im Sommer 2016 einige Pilotprojekte vorgestellt. In einer qualitativen Studie wurden SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen von 17 Schulen befragt. Der Tenor: Wir brauchen mehr davon, mehr Kommunikations- und Informationstechnologien an den Schulen. Denn gerade mal knapp über 10% der öffentlichen Schulen in Guatemala haben Zugang zu technologischen Hilfsmitteln wie Tablets oder Computer. Dabei ist der Zugang zum (funktionierenden) Internet eher die Ausnahme. 2014 ware von insgesamt 32.000 öffentlichen Schulen lediglich 2.000 mit einem Computerraum ausgestattet und nur 193 hatten einen funktionierenden Internetzugang. Das liegt unter anderem auch daran, dass ein Großteil des Landes, vor allem in den abgelegenen Gebieten, keine Elektrizität hat. Oder es fehlt schlichtweg das Geld.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der digitale Analphabetismus, also die Unkenntnis über die Bedienung eines Computer oder das Nutzen des Internets, ist in Guatemala weit verbreitet. Guatemala kämpft immer noch mit einer hohen Rate an Analphabeten, auch wenn offizielle Stellen nur von 13 % Analphabeten sprechen. Doch auch die Quote von 68% digitalen Analphabeten ist erschreckend. Allerdings hat man in Guatemala erkannt, dass Computerkenntnisse immer wichtiger werden. Vor allem ist es den Eltern bewusst. Laut einer Studie der Stiftung Telefonica sehen vor allem die Eltern, welche Chancen den Kindern das Erlernen der Technologien in der Schule eröffnet. Das Wissen über und der Umgang mit Computern kann einen entscheidenden Vorteil bedeuten. Der ist wichtig, um einen guten Job zu bekommen. Einen guten Job meint hier zunächst einen Arbeitsvertrag mit geregelten Arbeitsbedingungen. Denn derzeit ist der informelle Sektor beunruhigend groß. 74% der arbeitenden Bevölkerung zwischen 15 und 29 Jahren arbeitet ohne Arbeitsvertrag. 78% von ihnen haben keine Sozial- und Krankenversicherung. </span></p>
<p>Aber was lernen die Kinder, die Zugriff auf Computer oder Tablets haben? In der Grundschule geht es vor allem um ein erstes Kennenlernen der Computer und Programme. Vor allem Programme wie Paint, Encarta (Enzyklopädie) oder Mecanet (10-Finger-Lernmethode) werden von den SchülerInnen oft benutzt. Aber natürlich stehen auch Spiele bei den Kids hoch im Kurs. In der Oberschule wird vermehrt mit Word, Excel und Powerpoint gearbeitet. Doch auch das Erstellen und Hochladen von selbstgedrehten Videos über die Gemeinde zählen die SchülerInnen begeistert auf. Ein weiteres zentrales Element ist das Wissen darüber, wie man Suchmaschinen zielgerichtet verwendet. Kinder und LehrerInnen berichten übereinstimmend, welche positiven Aspekte die digitalen Medien auf die Lernmotivation haben.</p>
<p>DirektorInnen, Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen sind sich einig: Dringender Verbesserungsbedarf besteht bei der Zahl der zur Verfügung stehenden Computer und bei dem Zugang zum Internet. Außerdem sehen vor allem auch die LehrerInnen selbst den Bedarf von mehr Schulung für das Personal. Sie können das Potenzial, das die Technologien mitbringen, oft nicht ausschöpfen. Eine fundierte Ausbildung und Begleitung könnte den LehrerInnen das fehlende Know-How und die Unsicherheit nehmen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine wichtige Frage ist die der Finanzierung. Generell scheinen vor allem internationale Akteure Computer, Tablets und Know-How zu spenden. Dazu gehören unter anderem die Europäische Union, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Weltbank, aber auch Unternehmen wie Microsoft und Intel. Heftige Kritik entzündet sich an der Rolle der Regierung. Durch Korruption (Korruptionsindex 2016: 136/176) und schlechter Administration wurden beispielsweise in 2016 nur 0.12% des Haushalts für Bildung von insgesamt 1,6 Milliarden Euro für Investitionen genutzt. Ein Bruchteil macht da die Digitalisierung aus, da zunächst Grundlegendes wie Waschräume für die SchülerInnen bereitgestellt werden muss.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch die Zeichen stehen auf Wandel. In Guatemala ist man sich im Klaren, dass das Erlernen der neuen Technologien notwendig ist, um der Gesamtentwicklung des Landes zu helfen. Laut des guatemaltekischen Think Tanks ASIES sind es bislang vor allem Privatschulen, die am technischen Wandel teilnehmen. Dennoch, am heutigen 23. Februar will die Regierung ein Konzept vorstellen, das unter anderem die sogenannte Fernschule einführt. In sechs Departamentos sollen versuchsweise ab der ersten Klasse SchülerInnen und junge Erwachsene die Chance haben, ihren Schulalltag flexibel zu gestalten. Durch eine oder einen TutorIn vor Ort und technologische Ausstattung sollen die SchülerInnen Anleitung und Aufgaben bekommen. Somit können sie einerseits in die Schule gehen und andererseits ihre Eltern bei der Arbeit unterstützen. Dies könnte eine Übergangslösung sein. .</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Guatemala blickt nach vorne und versucht, mit Hilfe der Technologien mehr Kindern die Möglichkeit zur Bildung zu ermöglichen. Dafür muss die Regierung jetzt handeln und investieren. Mit neuen Reformanstößen, die die weitgehende Korruption und Fehler der Justiz bekämpfen will, könnte man diesem Ziel näher kommen.</span></p>
<h3>Neu entwickelte App soll guatemaltekischen Migranten und Rückkehrenden helfen</h3>
<p>Auch bei einem anderen gesellschaftlichen Thema setzen die GuatemaltekInnen auf die Nutzung von Technologien. Migration ist in Lateinamerika seit jeher ein Thema. Das Ziel der meisten: die USA. 2010 lebten beispielsweise rund 13 % der guatemaltekischen Gesamtbevölkerung in den USA. Aber bei weitem schaffen es nicht alle bis in die USA oder dürfen dort bleiben. Einige von ihnen müssen zurückkehren. 2016 waren es 83.166 Guatemaltecos, darunter auch viele Kinder. Diese haben es meist äußerst schwer, in der Gesellschaft wieder aufgenommen zu werden. Das Stigma der RückkehrerInnen ist für einige unüberwindbar. Dies bringt neue Probleme und Schwierigkeiten mit sich. Wie zum Beispiel den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Gelingt der nicht, flüchten sich einige in die Kriminalität oder den Alkohol.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eval Rodas möchte mit seinen neu entwickelten Apps genau hier ansetzen. Während eine App MigrantInnen im Ausland unterstützen soll, versucht die zweite App den RückkehrerInnen die Resozialisierung zu erleichtern. Mit finanzieller Unterstützung der Internationalen Organisation für Migration und der Vereinten Nationen hat Eval ein Tool entwickelt, das über Daten und Zahlen der </span>MigrantInnen verfügt und dadurch gleichzeitig vor allem Kinder und Jugendlichen konsularisch unterstützen kann. Mit der App können MigrantInnen zusätzlich aktuelle Informationen und Adressen der Botschaften und Konsulate abrufen und Termine direkt reservieren. Außerdem kann im Notfall, vor allem bei Naturkatastrophen, schnell Hilfe geleistet werden. Dafür soll nun im nächsten Schritt ein Zentrum für die Koordination entstehen. Zusätzlich soll die App auch als Kommunikationsmittel genutzt werden und der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung der MigrantInnen dienen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für Eval war es klar, dass sich diese Ziele am ehesten mit einer App erreichen lassen. Beinahe alle MigrantInnen haben ein Smartphone.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aktuell arbeitet Eval schon an der nächsten App. Damit greift er ein weiteres Problem direkt auf. Die neue App soll rückkehrenden MigrantInnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die App soll dabei ein Portal werden, in dem Unternehmen Jobangebote reinstellen und rückkehrende MigrantInnen ein Profil erstellen können.</span></p>
<p><b>Ausblick in die guatemaltekische digitalisierte Zukunft </b></p>
<p>Die Digitalisierung sollte Entwicklungsländern wie Guatemala eine Chance geben aufzuholen. Die Realität sieht meistens aber anders aus. Obwohl die Bevölkerung und die Regierung sich der Chancen bewusst sind, verhindern bislang gesellschaftliche Herausforderungen und politische Strukturen den Anschluss.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es bleibt daher abzuwarten wie sich Guatemala weiterhin entwickelt. Sollte die Regierung nicht auf Digitalisierung im großen Stil setzen, wird es schwer werden. Dennoch, abseits der Regierung entwickeln sich an einigen Stellen großartige Ideen, die für Fortschritt sorgen können.</span></p>
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<p>Titelbild:  child by sasint via<a href="https://pixabay.com/en/truth-newspaper-news-printed-text-166853/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>Preisverleihung zum Thema Sicherheit im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2017 15:37:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Digitale Chance]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[klicksafe]]></category>
		<category><![CDATA[klicksafe Preis für Sicherheit im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzung des Internets]]></category>
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					<description><![CDATA[Für den diesjährigen “klicksafe Preis für Sicherheit im Internet&#8221; können bis zum 24. März 2017 noch Bewerbungen mit digitalen Angeboten und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/logo-klicksafe-poldi.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-151275 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/logo-klicksafe-poldi.jpg" alt="logo klicksafe poldi" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Für den diesjährigen <a href="http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/kampagne/klicksafe-preis/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“klicksafe Preis für Sicherheit im Internet</a>&#8221; können bis zum 24. März 2017 noch Bewerbungen mit digitalen Angeboten und Initiativen zum Thema Risiken im Netz eingereicht werden. Durch die Preisverleihung möchte klicksafe auf das Thema Sicherheit im Netz aufmerksam machen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Juni 2017 verleiht <a href="http://www.klicksafe.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klicksafe</a> in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.digitale-chancen.de/index.cfm/lang.1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Digitale Chancen</a> wieder den “klicksafe Preis für Sicherheit im Internet” in Köln. Rund um das Thema sichere Internetnutzung sind alle Ideen und Initiativen willkommen. Diese können bis zum 24. März eingereicht werden. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf der selbstbestimmten und sicheren Nutzung des Internets. Ob digital oder gedruckt, klicksafe begrüßt in diesem Jahr erstmals auch </span><span style="font-weight: 400;">kommunikative und mediale Angebote wie Werbespots, Filme, TV-, Hörfunk- und Onlinebeiträge, Broschüren, Magazine und sonstige Printpublikationen.</span></p>
<p>Dabei zeichnet die EU-Initiative digitale Angebote und Beiträge aus, die die Meinungsfreiheit stärken oder den Umgang mit eigenen Daten thematisieren. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt solange die Sicherheit im Netz im Vordergrund steht. Die Initiative möchte dabei mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema in der Bevölkerung gewinnen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um einen kleinen Vorgeschmack auf die diesjährige Verleihung zu bekommen lohnt sich ein Blick auf die vorigen Gewinner. Im Rahmen der Verleihung des <a href="http://www.grimme-online-award.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award </a>hat die EU-Initiative klicksafe in Zusammenarbeit mit der Stiftung Digitale Chancen in den letzten Jahren Projekte wie zum Beispiel die Theaterstücke Click it! von </span><span style="font-weight: 400;">„Zartbitter Köln e.V.“ und das interaktive Stück von Playback Berlin e.V. </span><span style="font-weight: 400;">über Cybermobbing und sexuelle Angriffe im Internet ausgezeichnet. Diese Angebote richteten sich dabei speziell an Kinder, Jugendliche und deren Eltern oder LehrerInnen. Doch nicht alles ist nur für die Kleinen vorgesehen. So widmet sich die Kampagne </span><span style="font-weight: 400;">„Tu Was! Zeig Zivilcourage! Auch im Netz!“ dem Thema Hate Speech im Internet generell. Auch die journalistische Online-Plattform Netz-gegen-Nazis.de wurde für ihre Arbeit gegen Rechtsextremismus im Internet ausgezeichnet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die externe Experten-Jury hat dann jedes Jahr die Qual der Wahl und muss unter über </span><span style="font-weight: 400;">100 WettbewerbsteilnehmerInnen eine/n GewinnerIn aussuchen, die/der außer dem Preis auch noch das Preisgeld im Wert von 1000 Euro entgegen nehmen darf. Berühmtheiten wie die Schauspieler Philipp Danne und Joe Bausch runden als Preispaten die Veranstaltung ab.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: klicksafe.de by <a href="http://www.klicksafe.de/fileadmin/media/images/ueber_klicksafe/downloads/Logos_Banner/logo_klicksafe_rgb_500.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klicksafe</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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