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	<title>Lea Herrmann &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Lea Herrmann &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 5: Santander</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2018 07:28:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Sensortechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
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					<description><![CDATA[Partizipation, Energieversorgung, öffentliche Sicherheit – die bisher von uns vorgestellten Projekte befassen sich mit den unterschiedlichsten Bereichen der Stadtentwicklung. Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Satander.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154918" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Satander.png" alt="Smart Satander" width="640" height="350" /></a></p>
<p>Partizipation, Energieversorgung, öffentliche Sicherheit – die bisher von uns vorgestellten Projekte befassen sich mit den unterschiedlichsten Bereichen der Stadtentwicklung. Die spanische Küstenstadt Santander versucht nun, mit rund 12.000 in der Stadt platzierten Sensoren einige dieser Bereiche gleichzeitig zu optimieren. Das letzte Projekt unserer Reihe zeigt, dass das Konzept der Smart City nicht nur auf Metropolen anwendbar ist.</p>
<p>Mit ihren rund 175.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gilt die spanische Küstenstadt Santander per Definition zwar nicht mehr als Kleinstadt, dennoch sind ihre Einwohnerzahlen nicht mit denen großer Metropolen vergleichbar. Trotz seiner verhältnismäßig bescheidenen Größe gilt Santander aber als Vorreiter der Smart-City-Bewegung. Mit dem Projekt <a href="http://www.smartsantander.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SmartSantander</a> gründete sich 2009 ein technologisches Versuchslabor, das sich über ganze Städte erstreckt. Neben dem spanischen Santander sind auch die Städte Lübeck, Belgrad und Guildford Teil des Projektes. Ziel ist es, mit Hilfe von verschiedenen in der Stadt installierten Geräten Daten über das Leben in der Stadt zu sammeln und so öffentliche Dienstleistungen zu verbessern. Das geschieht hauptsächlich durch verschiedenen Arten von Sensoren, aber auch Kameras oder von den Bürgerinnen und Bürgern selbst bereitgestellte Daten tragen zum Aufbau der Datenbank bei. Gesammelt werden die Daten auf einer zentralen Plattform, die öffentlich zugänglich ist. Damit versucht Santander, ähnlich wie die Stadt Kopenhagen, datenbasierte Lösungen für die Stadt der Zukunft zu entwickeln. Im Gegensatz zur dänischen Hauptstadt verlässt sich die spanische Küstenstadt dabei allerdings nicht auf das Open-Data-Konzept, sondern sammelt seine Daten lieber selbst. Durch das Projekt habe sich Santander zu „einem wahrhaftigen urbanen Labor“ entwickelt, so die Bürgermeisterin <a href="https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/smart-city-santander-ist-spaniens-digitale-musterstadt/20842232.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegenüber dem Berliner Tagesspiegel.</a> Die Küstenstadt beweist also, dass auch weniger große Städte im Rennen um die Stadt von Morgen mit um die vordersten Plätze buhlen.</p>
<h3>Mehr Sensoren, weniger Probleme?</h3>
<p>Ein Fokus des SmartSantander-Projektes liegt auf der Verteilung von Sensoren in der Stadt. An verschiedenen Stellen sollen diese Verkehrsaufkommen, Lärm, Luftverschmutzung oder andere Parameter messen. So sollen Probleme in der Stadt schneller erkannt und behoben werden. Die Sensoren sind dabei über die ganze Stadt verteilt und decken die unterschiedlichsten Bereiche des alltäglichen Lebens ab. So melden Santanders Müllcontainer beispielsweise selbständig ab einer Füllhöhe von 90%, dass sie geleert werden müssen. Die lokale Müllabfuhr fährt also nur Tonnen an, die auch wirklich geleert werden müssen – so wird nicht nur Geld, sondern auch Zeit gespart. Auch bei der Parkplatzsuche hilft der Datenpool der Stadt. Per App oder digitaler Anzeigetafel werden Autos zu freien Parkplätzen gelotst. Wo sich der freie Parkplatz befindet, wurde vorher ebenfalls per Sensor ermittelt. Doch nicht nur die Sensoren, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger Santanders füttern die Datenbank ihrer Stadt. Mit Hilfe einer App können die Santanderinos beispielsweise Schlaglöcher oder andere Schäden an öffentlichem Eigentum mit Hilfe eines Fotos melden. Im Anschluss kann online und damit öffentlich verfolgt werden, wann das Problem behoben wurde. So versucht die Stadt neben den Informationen zur Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen auch die Bürgerbeteiligung vor Ort zu stärken. Auch in Deutschland gibt es Konzepte, Schäden im öffentlichen Raum durch Apps zu melden, wie beispielsweise mit dem Maerker in Brandenburg.</p>
<h3>Wissen ist Macht</h3>
<p>Das SmartSantander-Projekt verlässt sich mit seiner sensorgesteuerten Stadtentwicklungspolitik darauf, dass datenbasierte Lösungen den zentralen Weg zu mehr Fortschritt darstellen. Das Konzept, die Daten selbst vor Ort zu erheben, bietet dabei einen entscheidenden Vorteil: Maßgeschneiderte Lösungen. Nicht alle Smart-City-Lösungen sind auf alle Städte dieser Welt gleichermaßen anwendbar. Ein Projekt, das eine Stadt smarter macht, kann in einer anderen kaum oder nur schwer umsetzbar sein oder wenig Verbesserung nach sich ziehen. Berücksichtig werden müssen neben den offensichtlichen Parametern, wie der Größe oder dem Entwicklungsgrad einer Stadt, auch weniger offensichtliche Eigenheiten, wie beispielsweise Luftverschmutzung oder Energieverbrauch. Letztendlich gilt es also die Bedürfnisse einer Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner so genau wie möglich zu analysieren, um die Stadt fit für eine smarte Zukunft zu machen. Das SmartSantander-Projekt liefert hier einen ersten Ansatz dafür, wie diese Analyse aussehen könnte.</p>
<p>Neben den Problemen der teilweise einseitigen Finanzierung und des datenschutzgerechten Sammelns der Informationen, stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der Ansatz der datenbasierten Lösungsentwicklung nicht den Blick auf andere fortschrittliche Lösungen verstellt. Nicht immer müssen erst Daten gesammelt werden, um ein bestimmtes Problem zu erkennen. Aufgabe einer effizienten Stadtplanung könnte stattdessen auch sein, selbstständig Impulse für ein nachhaltiges Leben in der Stadt zu geben. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, warum die simple Angebot-Nachfrage-Logik rein datenbasierter Ansätze nicht zwangsweise zu mehr Nachhaltigkeit führt: Ein Sensor, der beispielsweise auf allen Straßen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen misst, signalisiert das Problem überlasteter Straßen. Auf den Fahrradwegen misst der Sensor allerdings kaum Benutzung. Ein Blick auf ausschließlich diese beiden Messungen suggeriert nach klassischer Angebot-Nachfrage-Logik, mehr Straßen und weniger Fahrradwege zu schaffen. Dass das allerdings nicht die Lösung für das Infrastrukturproblem ist, ist nur von außen klar ersichtlich. Datenbasiertes Stadtplanung kann also nur dann effektiv funktionieren, wenn auch von außen die richtigen Impulse gesetzt werden.</p>
<h3>Quo vadis, Smart City?</h3>
<p>Blickt man auf alle von uns vorgestellten Projekte, zeigt sich, dass die Debatte rund um die Smart City dort endet, wo sie begonnen hat: Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Städte. Neben all den Anforderungen, die eine steigende Urbanisierung mit sich bringt, stellt vor allem die transparente Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz der Smart City dar. Dabei gilt es, Berührungsängste gegenüber moderner Technik abzubauen und den Mehrwert der neuen Entwicklungen zu garantieren und verständlich zu erklären. Das beginnt bei einer Gewährleistung des Datenschutzes der Userinnen und User und endet bei der Festsetzung von ethischen Leitlinien für den Umgang mit moderner Technologie. Unabhängig davon, wie schillernd und prachtvoll, wie effizient oder gewinnbringend eine smarte Stadt auch sein mag – wird sie von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern nicht verstanden oder gar nicht akzeptiert wird sie nicht die Stadt der Zukunft sein.</p>
<p><em><strong>Das war der letzte Teil unserer Smart-City-Sommerreihe. Die anderen Stationen der Reise waren: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dubai</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wien</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: Tiia Monto via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Santander_-_Life_Bank.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikimedia</a>, CC-BY-SA 3.0, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 4: Wien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 14:13:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sharing Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Energieversorgung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Buzzword-Bingo der Digitalisierungsdebatte scheint sich ein Wort ohne Wenn und Aber den ersten Platz gesichert zu haben: Der neue [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Wien.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154913 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Wien.png" alt="Smart Wien, Dieter_G via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a></p>
<p>Im Buzzword-Bingo der Digitalisierungsdebatte scheint sich ein Wort ohne Wenn und Aber den ersten Platz gesichert zu haben: Der neue Hype heißt Blockchain. Auch in den Visionen der Smart Cities spielt die Blockchain eine tragende Rolle. Das Wiener Wohnprojekt „VIERTEL ZWEI“ zeigt, wie es der Technologie nun auch gelingen könnte, die Energieversorgung in der Stadt der Zukunft revolutionieren.</p>
<p>Seit einigen Jahren entsteht in der österreichischen Hauptstadt das Stadtentwicklungsprojekt <a href="http://viertel-zwei.at/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VIERTEL ZWEI</a>. Auf mehr als 120.000 m² entwickelt IC Development in unmittelbarer Nähe zum Wiener Prater ein Viertel, in dem Wohn-, Büro- und Geschäftsflächen entstehen sollen. Bis 2021 soll das „VIERTEL ZWEI“ das Zuhause von mehr als 10.000 Menschen werden. Dabei soll der Ortsteil zu einer grünen Oase im Herzen Wiens ausgebaut werden und gleichzeitig Raum für neue Ideen schaffen. Das innovative Wohnprojekt hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Viertel zu entwickeln, in dem es sich sowohl stadtnah als auch grün leben lässt. Neben dem Versuch, die Blockchain für eine Erneuerung der Energieversorgung zu nutzen, arbeitet das Wohnprojekt auch an <a href="http://viertel-zwei.at/images/pages/Zweitung-03.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anderweitigen innovativen Lösungen</a> für ein modernes Zusammenleben. So werden beispielsweise Elektro-Autos zum Car-Sharing angeboten oder Wohnungen entworfen, die mit 32 m² das Konzept des minimalistischen Wohnens umsetzen. Die Idee, Strom per Blockchain weiter zu verkaufen, klingt im Vergleich zu diesen, mittlerweile etablierten Ansätzen äußerst innovativ. Das VIERTEL ZWEI begibt sich dabei auf bisher mehr oder weniger unbekanntes Terrain. Das Pilotprojekt zeigt, dass die Blockchain-Technologie nicht nur für Kryptowährungen, wie zum Beispiel den Bitcoin, Zukunftspotential bereithält.</p>
<h3>Blockchain – was war das nochmal?</h3>
<p>Analog laufen bisher viele Transaktion zwischen zwei Parteien über eine Drittpartei ab. Wer diese Drittpartei ist, hängt vom Produkt ab, das transferiert wird: bei einer Überweisung ist die Bank dieser Intermediär, beim Hauskauf ist es der Notar oder die Notarin. Eine Transaktion über eine Drittpartei auszuführen kostet Geld, verlangsamt den Prozess und setzt voraus, dass alle Beteiligten der Drittpartei vertrauen. Mit der Blockchain-Technologie fällt diese dritte Partei nun weg. Über das Internet können Transaktionen verschiedener Güter dezentral, das heißt ohne zentrale Überwachungspartei, abgewickelt werden. Wie genau eine Transaktion über die Blockchain abläuft, wird dabei oft am <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZU8pMQfnTq0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beispiel eines Kassenbuches</a> erklärt. In einer Art Online-Kassenbuch werden alle Transaktionen notiert, die zwischen zwei Parteien stattfinden. Dieses Kassenbuch ist dezentral. Das bedeutet, dass keine zentrale Instanz, wie beispielsweise eine Bank, das Kassenbuch überwacht, wie das bei einer klassischen Überweisung der Fall wäre. Stattdessen befindet sich das Kassenbuch in tausendfacher Kopie auf den Computern aller Blockchain-Mitglieder. Das Kassenbuch ist daher auch für alle einsehbar, es ist also nicht nur dezentral, sondern auch transparent. Zudem müssen alle Transaktionen verifiziert werden und anschließend für alle Teilnehmer sichtbar in einem sogenannten Block abgelegt werden. Wie genau die Transaktionen verifiziert werden, hängt von der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2473NHJtdFA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art der Blockchain</a> ab. Einmal abgelegt, lassen sich diese nicht mehr verändern. Transaktionen können also lückenlos und unveränderbar festgehalten werden. Das Kassenbuch ist damit potentiell also auch sicherer, da die Transaktionen nicht mehr nachträglich manipuliert werden können. Reihen sich verschiedene Blöcke aneinander, entsteht eine Kette von Blöcken: die Blockchain. Stark vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich bei der Blockchain also um eine Art dezentralisierte Datenbank, die es ermöglicht, Transaktionen über das Internet dezentral, transparent und somit auch potentiell sicherer durchzuführen.</p>
<h3>Strom-Sharing per Blockchain</h3>
<p>Das „VIERTEL ZWEI“ versucht nun, die Blockchain-Technologie im Bereich der Energieversorgung einzusetzen. Anwohnerinnen und Anwohner sollen dabei die Möglichkeit erhalten, den von ihnen zum Beispiel per Solarpanel erzeugten Strom weiterzuverkaufen, wenn sie ihn selbst nicht benötigen. Die Idee, nicht benötigten Strom weiter zu verkaufen, ist nicht neu, wohl aber der Ansatz, diesen <a href="https://politik-digital.de/news/energiewende-per-blockchain-152633/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weiterverkauf per Blockchain-Technologie</a> durchzuführen. Das bietet potentiell einige Vorteile. So fallen beispielsweise Drittparteien, die den Stromverkauf von Partei A zu Partei B normalerweise durchführen würden, weg. Dadurch kann der Prozess gewinnbringender werden, denn Kosten für Dritte, wie beispielsweise bei der Einspeisung ins Netz, entstehen erst gar nicht. Aktuell handelt es sich bei dem Versuch des Strom-Sharings per Blockchain allerdings noch um ein Pilotprojekt. Trotzdem bietet die Blockchain gerade im Bereich der Energieversorgung viel Potential und könnte ermöglichen, sich verändernde Lebensweisen stärker zu berücksichtigen. In Zeiten der zunehmenden Elektromobilität beziehen viele Userinnen und User zukünftig vielleicht nicht mehr nur an einem festen Wohnort Strom. Ein Stromvertrag, der beispielsweise nicht länger an Adressen gebunden ist, sondern stattdessen an Personen, könnte daher im Zusammenhang mit der Blockchain zukünftig an Bedeutung gewinnen, so Andreas Zeiselmair, von der Münchner Forschungsstelle für Energiewirtschaft gegenüber dem Online-Magazin <a href="https://futurezone.at/b2b/wie-die-blockchain-in-der-energiewirtschaft-eingesetzt-werden-kann/400042135" target="_blank" rel="noopener noreferrer">futurezone</a>.</p>
<h3>Grenzen und Grauzonen des Hypes</h3>
<p>Auf der anderen Seite bietet die Blockchain-Technologie auch Nachteile. Da es sich um eine verhältnismäßig neue und komplexe Technologie handelt, stellt derzeit vor allem die Skalierbarkeit noch immer ein Problem dar. Je mehr Menschen innerhalb einer Blockchain mitwirken, desto länger kann es unter Umständen dauern, Transaktionen zu verifizieren. Aus politischer und wirtschaftlicher Perspektive muss außerdem berücksichtigt werden, dass die Rechtslage für Blockchain-Firmen teilweise noch immer nicht eindeutig geklärt ist. Gerade im Energiesektor setzt der Staat strenge Regeln, um den Strombedarf der Bevölkerung zu sichern. Daher stellt die regulatorische Anpassung des Marktes besonders in diesem Sektor eine Herausforderung dar. Trotzdem bietet die Blockchain viel Potential, die Stromversorgung in der Stadt von morgen neu zu gestalten. Gerade die Selbstversorgung mit Öko-Strom könnte für viele Bewohnerinnen und Bewohner attraktiver werden, wenn der Weiterverkauf bei einer Überproduktion neu geregelt wird.</p>
<p>Im VIERTEL ZWEI können Bewohnerinnen und Bewohner in verschiedenen Workshops im Rahmen des „Urban Pioneers Community“-Programmes weitere Ideen für die Anwendung der Blockchain entwickeln. Inspiration für Anwendungsgebiete findet sich dabei in den <a href="https://multimedia.boerse.ard.de/alles-blockchain-oder-was#6133" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedensten Bereichen</a>. So hielt der US-Bundestaat West Virginia beispielsweise im Mai diesen Jahres Wahlen ab, die es bestimmten Wählerinnen und Wählern ermöglichten, ihre Stimme auf einer <a href="https://de.cointelegraph.com/news/us-west-virginia-completes-first-blockchain-supported-state-elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mobilen, blockchain-basierten Plattform</a> abzugeben. Ein weiteres Beispiel bietet die Republik Moldawien, die aktuell versucht Menschenhandel mit Hilfe von <a href="https://www.btc-echo.de/moldawien-blockchain-gegen-menschenhandel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Identitätsnachweisen per Blockchain</a> zu unterbinden. Von Versicherungen bis hin zu politischer Teilhabe, das Potential der Blockchain erstreckt sich sektorenübergreifend. Es gilt also den Begriff Blockchain nicht ausschließlich mit Kryptowährungen, wie beispielsweise dem Bitcoin, zu verknüpfen, sondern auch in anderen Bereichen das Potential der Technologie hervorzuheben. Die Stadt Wien geht hier mit gutem Beispiel voran und bietet im VIERTEL ZWEI erste Ansätze dafür, wie auch die Stromversorgung der Zukunft von der Blockchain-Technologie profitieren könnte.</p>
<p><em><strong>Teil 5 befasst sich mit <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tausenden Sensoren in der spanischen Küstenstadt Santander</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dubai</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: Dieter_G via <a href="https://pixabay.com/de/wien-prater-riesenrad-rummel-748651/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 3: Dubai</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2018 08:31:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154902 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png" alt="Smart Dubai, PublicDomainPictures via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt Dubai versucht aktuell diese Frage mit dem Einsatz von sogenannten „Robocops“ zu beantworten. Mit Hilfe von intelligenter Gesichtserkennung, Live-Videoübertragung oder eingebauten Touchpads sollen die Roboter der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung im öffentlichen Raum helfen.</p>
<p>Im Rahmen seiner <a href="https://smartdubai.ae/en/About/Pages/AboutSmartDubai.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Smart Dubai“ Kampagne</a> hat sich die Stadt Dubai zum Ziel gesetzt, zur „glücklichsten und smartesten Stadt der Welt“ zu werden – so zumindest der Slogan der der Kampagne. Dabei sollen technologische Innovationen dazu beitragen, die Stadt „effizient, sicher und makellos“ zu gestalten. Ganz im Sinne dieses Kredos rollt seit Juni vergangenen Jahres der „Robocop“ (zu dt.: Polizei-Roboter) durch die Straßen der Millionenstadt. Der menschenähnliche Roboter soll mit Hilfe von verschiedenen technologischen Features der Polizei dabei helfen, die Stadt der Zukunft sicherer zu machen. In Zeiten von abstrakten Digitalisierungsbegriffen wie Big Data, Künstlicher Intelligenz (KI) oder Block Chains öffnet der Einsatz von Robotern einen Bereich des Fortschrittes, der weniger abstrakt erscheint. Denn roboterartige Helfer im Alltag symbolisieren das Klischee einer digitalisierten Zukunft so konkret, wie bisher wenig andere Erfindungen. Dubais „Robocop“ greift so die scheinbar verlorengegangene Debatte darüber auf, inwiefern es Robotern gelingen wird, die Zukunft durch direkte Interaktion mit dem Menschen zu verändern.</p>
<h3>Mit dem „Robocop“ zu mehr Sicherheit in der Stadt</h3>
<p>Mit seinen 1,70m, den 100kg Gewicht und der menschenähnlichen Statur erinnert der „Robocop“ durchaus an einen echten Polizisten. Eine dunkelgrüne Uniformkappe signalisiert schon von Weitem die Zugehörigkeit des Roboters, der Hände schütteln und salutieren kann. Eine Waffe trägt der neue Helfer der dubaiischen Polizei allerdings nicht. Stattdessen sollen die Robocops mit anderen technischen Features Verbrechen bekämpfen. Eine eingebaute Kamera ermöglicht beispielsweise die Gesichtserkennung vorbeilaufender Passantinnen und Passanten. Die Live-Bild-Übertragung soll der Polizei zusätzlich ermöglichen, belebte Orte in der Stadt besser zu überwachen und so beispielsweise unbeaufsichtigte Gepäckstücke schneller zu identifizieren. Ein etwa auf Brusthöhe des Roboters integriertes Touchpad soll außerdem die Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung verbessern. Auf dem Bildschirm können verschiedene Servicefunktionen ausgewählt werden, wie beispielsweise das Melden eines verloren gegangenen Gegenstandes oder eines Unfalls. Zudem soll der Roboter in der Lage sein, Anzeigen oder Zahlungen von Strafzetteln entgegennehmen. In dringenden Fällen ermöglicht ein SOS-Button eine direkte Live-Schaltung zu einer Polizei-Zentrale in der Nähe, wie die lokale Tageszeitung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_7zTP3LnHqc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Khaleej Times in einem Videobeitrag</a> berichtet. Der Roboter des spanischen Herstellers Paal Robotics soll nach Angaben der lokalen Polizei allerdings kein Pilotprojekt bleiben. Bis zum Jahr 2030 plant der Golfstaat, 25% seines Streifendienstes durch den Roboter zu ersetzen.</p>
<h3>Sicherheitsgewinn oder Orwell‘sche Rundum-Überwachung?</h3>
<figure id="attachment_154905" aria-describedby="caption-attachment-154905" style="width: 192px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1.jpg"><img decoding="async" class="  wp-image-154905" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1-305x542.jpg" alt="REEM_1, PAL Robotics, Judith Viladomat, bearbeitet. " width="192" height="341" /></a><figcaption id="caption-attachment-154905" class="wp-caption-text">Der neue Helfer der Polizei trägt eine Uniformkappe, um seine Zugehörigkeit zu signalisieren.</figcaption></figure>
<p style="text-align: left">In Dubai ist man überzeugt von den Vorteilen des „Robocops“, vor allem von seiner Betriebswirtschaftlichkeit. Der maschinelle Helfer von morgen sei in der Lage rund um die Uhr zu arbeiten, werde nicht krank und brauche keinen Urlaub, so der Generaldirektor des Automatisierungsprogramms der lokalen Polizei <a href="https://www.reuters.com/article/us-emirates-robocop/robocop-joins-dubai-police-to-fight-real-life-crime-idUSKBN18S4K8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters</a>. Auf der anderen Seite stößt die Vorstellung des Polizeiroboters auch auf kritische Stimmen. Vor allem die intelligente Gesichtserkennung knüpft dabei an eine Debatte an, die auch in Europa aktuell geführt wird. Die Diskussion darüber, ob mehr oder weniger Überwachung die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht ist, wird auch in Deutschland schon länger geführt. Spätestens seit der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/test-zur-gesichtserkennung-an-bahnhof-in-berlin-startet-15132099.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einführung des Pilotprojektes</a> am Berliner Südkreuz, wird auch hier über die Vor- und Nachteile einer intelligenten Überwachung diskutiert. Neben der Grundsätzlichkeit der Debatte stellt sich dabei auch die Frage nach dem Datenschutz der Passanten und der observierten Personen. Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert und was passiert mit sensiblen Daten? Muss ein explizites Einverständnis zum Filmen gegeben werden? Auch die Frage, ob ein Roboter in der Lage ist, in emotional herausfordernden Situationen das gleiche zwischenmenschliche Geschickt aufzuweisen, wie ein realer Mensch, bleibt offen. Mit der Einführung des Polizeiroboters erkundet Dubai auf vielfältige Weise bisher unentdecktes Terrain. Auch wenn sich Roboter in Bereichen wie Produktion und Fertigung mittlerweile längst etabliert haben, ist ihr Einsatz an der Schnittstelle zur direkten Interaktion mit dem Menschen nach wie vor gering.</p>
<h3>Der Roboter, dein Freund und Helfer</h3>
<p>Das US-amerikanische Magazin Forbes beschreibt den „Robo Cop“ bereits direkt nach seiner Vorstellung mit dem Adjektiv „<a href="https://www.forbes.com/sites/susannahbreslin/2017/06/03/robot-cop-dubai/#4946a9f36872" target="_blank" rel="noopener noreferrer">terrifiying</a>“ (zu dt.: erschreckend, angsteinflößend). Denn entgegen der Fiktion in Film und Fernsehen hat sich in der Realität die direkte Interaktion von Roboter und Mensch noch immer nicht etabliert. Über 35 Jahre ist es her, dass mit der Ausstrahlung der ersten Star-Wars-Filme die Idee des Roboters als Freund und Helfer der Menschen über die Leinwände flimmerte. Obwohl der Einsatz von Robotern auf vielfältige Weise helfen könnte, das Leben in der Stadt effizienter zu gestalten, dominiert noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber den maschinellen Helfern. Laut der Medienpsychologin Martina Maar gilt es, diese Skepsis abzubauen. In einem <a href="https://www.zeit.de/2018/11/kuenstliche-intelligenz-roboter-alltag-haustier-betreuung-menschen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem ZEIT ONLINE Magazin</a> appelliert die Forscherin, Mensch und Maschinenwesen zu Freunden zu machen. Dabei liege der Schlüssel zum Glück darin, künstliche Intelligenz so zu programmieren, dass sich das menschliche Gegenüber wohlfühlt. Was schafft Vertrauen in Maschinen und wie kann dieses Vertrauen in der Roboterproduktion umgesetzt werden? Das Forschungsfeld der sogenannten „Robopsychology“ setzt sich mit genau diesen Fragen auseinander. Maar ist überzeugt: Roboter so zu programmieren, dass ihr Verhalten verständlich und vorhersehbar wird, nimmt den Menschen die Angst, von der Technik überholt oder gar ersetzt zu werden. Auch das Design des Roboters sei wichtig, so Maar. Der sogenannte „Uncanny-Valley-Effekt“ besagt, dass menschliche Züge einen Roboter sympathisch machen. Werden die Züge allerdings zu menschlich, überwiegt die Furcht vor der Maschine. Die Optik des „Robocops“ befolgt die Gesetze dieser Regel immerhin. Auch wenn der Polizei-Roboter teilweise menschliche Züge trägt, erinnert das schlichte, aus weißem Plastik geformte Gesicht klar an eine Maschine. Auch die Rollen, auf denen sich der „Robocop“ im Ernstfall schnell durch die Stadt bewegen kann, verdeutlichen auf den ersten Blick den Unterschied zu seinen menschlichen Kolleginnen und Kollegen. Wie die Bevölkerung Dubais nach einer Zeit der Eingewöhnung auf den Robocop reagiert, wird gespannt erwartet. Erste Evaluationsberichte zum Projekt „Robocop“ wurden bisher nicht veröffentlicht.</p>
<p><em><strong>Teil 4 befasst sich mit <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiener Wohnprojekt „VIERTEL ZWEI“</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a>, und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: PublicDomainPictures via <a href="https://pixabay.com/de/dubai-strand-meer-himmel-71072/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild im Text:©PAL Robotics</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 2: Kopenhagen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2018 13:32:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data Policy]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Innovationen schaffen möchte, die Lösungen generieren, muss erst einmal Daten über das Problem sammeln. Damit möglichst viele Unternehmen selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Kopenhagen.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154896 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Kopenhagen.png" alt="Smart Kopenhagen" width="640" height="350" /></a>Wer Innovationen schaffen möchte, die Lösungen generieren, muss erst einmal Daten über das Problem sammeln. Damit möglichst viele Unternehmen selbst aktiv nach Lösungen für ein besseres Zusammenleben in der Stadt suchen können, arbeitet Dänemarks Hauptstadt aktuell daran, ihre Stadtnutzungsdaten online zu veröffentlichen. Geschaffen wird also eine Art „Big Data Marketplace“, auf dem Daten erkundet, erworben oder selbst hochgeladen werden können.</p>
<p>Bis zum Jahr 2025 soll Dänemarks Hauptstadt nicht nur CO<sub>2</sub>-neutral werden, sondern auch zur Smart-City. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen möglichst viele Investoren mit anpacken. Mit einem digitalen Marktplatz, auf dem der Kauf und Verkauf sowie die gemeinsame Nutzung von Daten ermöglicht werden soll, versucht Kopenhagen nun, Innovationen im Bereich der Stadtentwicklung voran zu treiben. Die Online-Plattform trägt den Namen „<a href="https://www.hitachivantara.com/en-us/pdf/white-paper/hitachi-service-overview-city-data-exchange.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">City Data Exchange (CDE)</a>“ und ist eine Kollaboration der Stadt Kopenhagen, der Hauptstadtregion Dänemark und des Technik-Konzerns Hitachi. Ziel des Projektes ist es, eine Plattform zu schaffen, die öffentliche und private Daten kombiniert. So soll der Informationsaustausch zwischen öffentlichem Sektor und Privatwirtschaft gefördert werden.</p>
<p>Aktuell stellt die Plattform hauptsächlich Rohdaten zur Verfügung, im weiteren Verlauf soll das Angebot aber auch durch entsprechende Analysewerkzeuge ergänzt werden. Dabei bietet der CDE Daten in verschiedenen Kategorien an, wie beispielsweise in den Bereichen Infrastruktur, Geschäftsdaten und Wirtschaft, Klima und Umwelt oder Wohnhäuser. Kunden der Plattform sind damit alle, die ein Interesse daran haben, was Kopenhagen, seine Unternehmen und seine Bevölkerung bewegt. Von Behörden über Stadtplanungsämter bis hin zu Telekommunikationsnetzwerken oder Geschäftsinhaberinnen und -inhabern: vielfältige Branchen haben ein potentielles Interesse an den Daten. Kopenhagens digitaler Daten-Marktplatz zeigt, dass die Frage nach dem Umgang mit „Big Data“ letztendlich entscheidend dazu beiträgt, ob sich eine Stadt zur Smart City entwickeln kann.</p>
<h3>Ein digitaler Marktplatz für öffentliche und private Daten</h3>
<p>Das Prinzip des digitalen Marktplatzes ist nicht neu, sondern setzt letztendlich um, was seit Jahrhunderten auf Marktplätzen rund um den Globus funktioniert. Statt Obst oder Gemüse werden Datenmengen zum verkauften Produkt und finden einfach und transparent Abnehmerinnen und Abnehmer. Das Besondere daran: Datenanalyse ist damit nicht länger nur denen vorbehalten, die in der Lage sind, große Datenmengen selbst zu sammeln. Anders ausgedrückt, nicht jeder der Gemüse verarbeitet, muss nun noch einen Acker besitzen. Kopenhagens digitaler Big-Data-Marktplatz ermöglicht Unternehmen und Privatpersonen exakt die Daten zu erwerben, die sie für ihre Zwecke benötigen. Das schafft mehrere Vorteile. Zum einen müssen Daten nicht für jedes Projekt neu gesammelt werden, sondern können zeitgleich für verschiedene Projekte benutzt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Arbeitskraft, die bisher vor jeder Datenanalyse in den Prozess der Datenerhebung fließen musste. Mit den CDE soll also auch kleineren Unternehmen die Chance geboten werden, sich an der Gestaltung der Stadt von morgen zu beteiligen. Zudem ermöglicht der Daten-Marktplatz eine bessere Übersicht bezüglich bisher gesammelter Informationen. Das generiert ein besseres Bewusstsein für Nutzungsbereiche, in denen bisher wenig oder gar keine Daten vorliegen. Schlussendlich, so erhofft sich zumindest die Stadt Kopenhagen, bietet der Big-Data-Marketplace eine Chance, Kreativität und Innovation im Bereich der Stadtentwicklung zu steigern. Probleme, die das Leben in der Stadt erschweren, sind unter Umständen noch gar nicht identifiziert und können an Hand der zur Verfügung gestellten Daten schneller und effizienter lokalisiert werden.</p>
<h3>Wer zahlt die Standgebühren?</h3>
<p>Mitinitiiert wird das Projekt vom japanischen Technik-Konzern Hitachi. Das Unternehmen entwickelte selbst beispielhaft zwei Anwendungen auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten, um den Mehrwert der Plattform zu veranschaulichen. Wie so oft auf dem Markt der „Smart City“ Innovationen, steht also auch hier ein Konzern hinter der Entwicklung und Realisierung des Projektes. Die Problematik der Abhängigkeit besteht daher auch beim CDE. Auch wenn die Plattform in Zusammenarbeit mit der Stadt Kopenhagen und der Hauptstadtregion Dänemark entstand, so birgt die Zusammenarbeit mit Technik-Riesen wie Hitachi immer die Gefahr, die Anwendung des entsprechenden Anbieters zu präferieren. Dass sich der CDE den Austausch von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Daten zu Aufgabe macht, erklärt die Kooperation zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Trägern des Projektes aber zumindest teilweise. Laufende Kosten der Online-Plattform werden aktuell noch durch Service-Gebühren und Abonnements gedeckt. Auch wenn der Datenzugang damit nicht komplett „for free“ ist, sind die Kosten noch immer um ein vielfacheres geringer als die einer eigenen Datenerhebung.</p>
<h3>„Big Data“ als Konsumgut</h3>
<p>Letztendlich beschäftigt sich Kopenhagens digitaler Daten-Marktplatz mit der Frage, ob Datenmengen künftig als „normales“ Konsumgut etabliert werden können. Der Abstraktionsgrad von Begriffen wie „Big Data“ ist nur einer der zahlreichen Gründe, die bisher verhinderten, dass Daten, wie andere Produkte auch, erworben und konsumiert wurden. Datenmengen erscheinen für Fachfremde oft wenig greifbar und laufen daher Gefahr, den Status eines „normalen“ Produkts zu verlieren. Obwohl sich viele Anbieter heutzutage nicht direkt mit der von Ihnen angebotenen Dienstleistung, sondern mit den dabei erworbenen Daten finanzieren, besitzen Datenmengen bisher kaum transparente Preisschilder. Userinnen und User willigen oftmals ein, ihre Daten zu abzugeben und sind sich dabei teilweise nicht bewusst, dass diese Daten überhaupt einen Wert besitzen. „I want to know how much I pay for my data. Do I pay to much?“ so auch Dr. Monika Lessl, Leiterin der Abteilung „Corporate Innovation and Research &amp; Development“ des DAX-Unternehmens BAYER, vergangene Woche bei einer Veranstaltung der Telefonica in Berlin. Wie viel sind meine Daten wert, wem nutzen sie und wie können wir einen transparenten Markt schaffen, auf dem nachvollzogen werden kann, wer welche Daten wie konsumiert? Ein Bewusstsein für den finanziellen Wert von Daten bildet die Grundlage für eine effektive und sichere Nutzung von Big Data. Der City Data Exchange der Stadt Kopenhagen könnte dabei einen ersten Meilenstein am Rande des Weges hin zu einem transparenten, sicheren und nutzerfreundlichen Umgang mit dem Konsumgut „Big Data“ markieren.</p>
<p><em><strong>Teil 3 befasst sich mit den <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Robocops&#8221; in Dubai</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wien</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: saskiakoopmans0 via <a href="https://pixabay.com/de/kopenhagen-segeln-urlaub-858271/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Zeitgemäßer Stundenplan &#8211; Medienbildung als Kernkompetenz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/medienbildung-als-kernkompetenz-154880/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jul 2018 09:07:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgemäße Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinder und Jugendliche sind dem Einfluss verschiedener Medienformate heutzutage von klein auf konstant ausgesetzt. Dabei werden sie immer früher selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child-865116_1920_640_350.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154881 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child-865116_1920_640_350.jpg" alt="child-865116_1920_640_350, picjumbo_com via pixabay, CC0, bearbeitet. " width="1810" height="990" /></a>Kinder und Jugendliche sind dem Einfluss verschiedener Medienformate heutzutage von klein auf konstant ausgesetzt. Dabei werden sie immer früher selbst zu Nutzerinnen und Nutzern der meist digitalen Angebote. Die Generation X bedient diese Angebote gewohnt problemlos, die Nutzung wurde nicht erlernt, sondern intuitiv erschlossen. Im Interview mit politik-digital.de spricht Medienbildnerin Kathleen Lindner darüber, ob und wie Medienkompetenz erlernt werden kann und wessen Aufgabe das eigentlich ist.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lindner.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154882 size-thumbnail" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lindner-195x119.jpg" alt="Lindner" width="195" height="119" /></a></p>
<p>Kathleen Lindner studierte Medienbildung „Visuelle Kultur und Kommunikation“ an der Otto-von- Guericke Universität Magdeburg. Nach Abschluss ihres Studiums sammelte Sie zunächst praktische Erfahrungen in Bereichen internationales Druckmanagement, Design, Filmredaktion, Storytelling, Text, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentarfilmproduktion. Diese berufliche Praxis lässt sie seit 2013 unter „echthelle – Medienbildung trifft Kreation“ in Konzepte für die digitale Medienbildung einfließen. Heute ist sie besonders mit Projekten der kreativen Medienbildung, der Kulturarbeit, der Demokratiebildung und des Coachings in verschiedenen Bildungseinrichtungen und Unternehmen aktiv.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: Vielerorts herrscht Konsens darüber, dass zeitgemäße Bildung auch Medienkompetenz beinhaltet. Darüber was genau unter diesem Begriff verstanden wird, herrscht allerdings weniger Einigkeit. Wie definieren Sie Medienkompetenz?</h3>
<p>Medienkompetenz ist die Fähigkeit, bewusst und reflektiert mit Medien umzugehen, Medien zu gestalten und kritisch als visuellen Spiegel für gesellschaftliche Entwicklungen einzusetzen. Und was mir heutzutage in einer immer komplexer werdenden Welt wichtig erscheint: Medien als Werkzeug für die eigenen Lebensvisionen und eigene Zwecke sinnvoll nutzen zu können. Denn Medien können jedem Menschen als Spiegel für die eigenen Stärken dienen. Es gilt zu verstehen, dass Medienkompetenz auch eine wichtige Rolle im Kontext der Veränderung von der Konsumentenrolle in die Produzentenrolle spielt, da u.a. das Internet eine große Chance in sich birgt, neue nachhaltigere Lebensentwürfe zu entwickeln, wie zum Beispiel „Digitale Nomaden.“ Das geht aber über einen Kompetenzbegriff hinaus. Ich nenne das Transferwissen, das in Zukunft eine immer größer werdende Rolle spielen wird. Wir brauchen zukünftige Generationen, die diese Zusammenhänge verstehen, um Verantwortung für gesellschaftliche Herausforderungen übernehmen zu können.</p>
<h3>politik-digital.de: Sie bieten unter anderem Workshops an, die Schülerinnen und Schülern schon im Grundschulalter eine gewisse Medienkompetenz vermitteln sollen. Wie sieht so ein Workshop aus und was sind die Lernziele eines solchen Trainings?</h3>
<p>Ich gebe in meinen Workshops einen gewissen inhaltlichen Rahmen vor, und innerhalb dessen können die SchülerInnen Themen mithilfe von Medien reflektieren und erproben. Die Workshops sprechen derzeit die vier Säulen aus dem Basiscurriculum Medienbildung an: reflektieren, präsentieren, kommunizieren und analysieren. Ich nutze keine analogen Hilfsmittel für meine Workshops, sondern ausschließlich digitale, je nach Schulausstattung. Am Ende entsteht immer ein kleines Medienprodukt, in dem die Bildungsinhalte aus dem Rahmenlehrplan oder im Zusammenhang mit demokratischer oder gewaltfreier Wertebildung eingearbeitet werden oder es geht auch zum Teil um Präventionsthemen wie Cybermobbing oder Datenschutz. Das können Plakate, Foto-Storys, VR-360 Geschichten, Schnitzeljagden, Handy-Filme, Blogs, Grafiken, Collagen, Wissensspiele, Comics, Hörspiele und vieles mehr sein. Diese Medienprodukte werden bestenfalls im Unterricht weiterverwendet. Lehrer sind in den meisten Fällen in meinen derzeitigen Projekten in den Workshops dabei und lernen mit. Obwohl es mir mittlerweile sinnvoller erscheint, eher die Lehrer auszubilden. Das macht aber nur Sinn, wenn sich das Schulsystem ändert. Wie soll ein Lehrer zusätzlich Medienkompetenz bei diesem derzeitigen Lehrplan vermitteln?</p>
<h3>politik-digital.de: Schulen können Sie als externe Expertin anwerben um Medienkompetenz vor Ort zu vermitteln. Das Wissen über Medienkompetenz ist damit nicht in den Schulen selbst angesiedelt, sondern kommt von außen. Wessen Aufgabe ist es Ihrer Meinung nach, Schülerinnen und Schülern Wissen in diesem Bereich zu vermitteln?  Sollten Lehrkräfte hier mehr Weiterbildung erfahren?</h3>
<p>Lehrkräfte können diesen Übergang zur Digitalisierung nicht alleine stemmen. Dafür fehlt oft auch die Zeit, gerade mit Blick auf den Lehrplan. Ich denke, eine bessere Lösung wäre, wenn alle Zielgruppen zu Medienlaboren unter dem Denkmantel eines bundesweiten Dachverbandes für Medienbildung gehen und sich dort regelmäßig bilden lassen, um dann auf allen Ebenen multiplikatorisch agieren zu können. Der Vorteil hierbei wäre, dass sich die Labore an einem Ort konzentrieren lassen und diese sich immer wieder den aktuellen Gegebenheiten anpassen können. Das heißt, sie bleiben auf dem neuesten Stand. Hier müssten aber Medienberater sicherstellen, dass die Schulen das Wissen regelmäßig in den Unterricht integrieren und die notwendige Ausstattung erhalten, je nach Lernzielen und Ausrichtung der Schule. Dafür könnten zum Beispiel Medienbildner grundständig in den Schulen als Ansprechpartner eingesetzt werden. Voraussetzung hierbei ist, dass der Staat „Medienbildung“ einen noch einen höheren Stellenwert beimisst, Visionen dazu erarbeitet und somit die Finanzierung auch nachhaltiger gestaltet. Manchmal werden Gelder unnötig ausgegeben. Zum Beispiel die Ausstattung von Schulen mit Smartboards, die einfach nicht genutzt werden, weil Lehrkräfte teilweise feststellen, dass sie diese Ausstattung für ihren Fachunterricht schlicht und ergreifend nicht benötigen, sondern eher eine Tablet-Ausstattung.</p>
<h3>politik-digital.de: Viele Kinder und Jugendliche sind sich den drohenden Gefahren der täglichen Smartphone-Nutzung in Bereichen wie Datenschutz, Bildrecht oder Werbefallen durchaus bewusst. Risiken für sich und andere nehmen sie dabei in Kauf. Wie kann das scheinbar bereits vorhandene Wissen über Medien in die Kompetenz, diese verantwortungsvoll zu nutzen, überführt werden?</h3>
<p>Ich denke, das fängt bei uns Medienbildner an und bei den Entscheidungen, die selbst auf konzeptioneller Ebene getroffen werden. Also dass wir zum Beispiel durch stetigen Austausch die Programme und Inhalte empfehlen, die auf allen Ebenen Sinn machen.  Das heißt, wenn junge Klassen von Anfang alle Grundlagen erfahren, dann bilden sich ganz andere Wissensstrukturen im Kopf. Aber das ist nicht alles. Ich denke Kinder und Jugendliche brauchen Orientierung: „Wo soll es hingehen mit der Digitalisierung?“, „Was für eine Rolle spiele ich dabei?“ Das heißt, wir brauchen Konzepte, die über die Zukunft der Digitalisierung sprechen, so dass Jugendliche mögliche Fallbiografien/ Fallentwicklungen erleben: Was passiert, wenn viele Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden? Was passiert mit meinen Daten, wenn eine Ideologie herrschen würde? Was passiert mit einem Menschen, der nur noch in den sozialen Medien lebt? Also kurz: Zukunftsszenarien entwickeln, die auf eine positive und verantwortungsbewusste Zukunft hindeuten durch Vergleich von Worst-Case Szenarien.</p>
<h3>politik-digital.de: Autoren wie Manfred Spitzer versammeln mit plakativen Buchtiteln wie „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ eine wachsende Gruppe an Digitalisierungsgegnern hinter sich. Die Angst vor dem Unbekannten befeuert die Skepsis gegenüber frühkindlicher Medienbildung bei Eltern oder Lehrenden. Gibt es auch Bildungsbereiche, die nicht in Berührung mit Medien kommen sollten, oder braucht eine digitalisierte Gesellschaft auch eine allumfassende digitale Bildung?</h3>
<p>Wie wir heute schon sehen, verlagert sich das gesamte Leben in den digitalen Raum, dazu gehören auch alle Bildungsbereiche.  Daher denke ich, dass hier kein Bereich in Zukunft ausgelassen wird. Wie im Buch „Die granulare Gesellschaft“ sehr gut nachzulesen ist. Was nicht digital überzogen werden kann? Ich denke, Visionsbildung und Innovationen des Menschen, denn damit müssen wir die Maschinen von morgen füttern und das sinnvollerweise mit einer erhöhten Portion Bewusstheit.</p>
<h3>politik-digital.de: Abmahnungen, Filesharing, Cybergrooming &#8211; Oft stehen bei Medienkompetenz Diskussionen um die Gefahren im Mittelpunkt. Teilen Sie diese Fokussierung auf den die Minimierung von Risiken? Welche neuen Möglichkeiten zur Partizipation, Kommunikation oder Kreativität würden Sie stärker in den Mittelpunkt stellen?</h3>
<p>Ich teile eher die Fokussierung auf die Chancen und auf die bewusste Reflexion der Risiken. Die Minimierung sollte ja auch bewusst gestaltet werden, denn zu viel Regulierung bedeutet auch Einschränkung von Kreativität. Z.B. aktuell die Datenschutzverordnung, die jeden Straßenfotografen zum Verzweifeln bringt, weil er keine Schnappschüsse mehr machen kann, ohne vorher eine Datenschutzerklärung ausgehändigt zu haben und die Bestätigungsunterschrift zu erhalten. Wie schon eingangs erwähnt, finde ich die Diskussion der Selbstwirksamkeit über die Produzentenrolle viel wichtiger.  Welche Lebensentwürfe entstehen durch digitale Medien bzw. wie kann ein Leben durch Kreativität sinnvoll werden? Menschen brauchen mehr denn je Orientierung und fragen nach dem Sinn des Lebens. Medien können dabei helfen, diesen zu finden. Denn es sind Werkzeuge, um Lebenszüge zu zeigen, sie können Entwicklungen visualisieren und sie können den Menschen selbstbestimmt werden lassen, so dass er frei leben kann, siehe Beispiel der „Digitalen Nomaden.“ Feste Arbeitsstrukturen werden in geraumer Zeit von gestern sein, umso wichtiger ist es, Kinder sinnvoll darauf vorzubereiten und ihnen zu ermöglichen, ihre selbstbestimmten Biografien zu bauen.</p>
<h3>politik-digital.de: Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Wie sieht Medienkompetenzbildung Ihrer Meinung nach in 10 Jahren aus? Welche Entwicklungen kommen auf uns zu?</h3>
<p>Dazu müsste ich einen Blick in die Zukunft der Bildung werfen. Meine Vorstellung dazu ist, dass wir noch mehr online sein werden und digitale Lernstrukturen selbständiger nutzen, von klein bis groß. Die Lehrkraft wird eher eine Begleitrolle spielen. Der Mensch als solches wird immer mehr den Drang haben, sich selbst zu verwirklichen und sein gesammeltes Wissen im besten Fall mit anderen zu teilen und daraus Hybride zu gestalten. Schon heute finden sich viele Gruppen zusammen, um vom digitalen Raum aus hinaus in die Welt mit verschiedenen Aktionen etwas zu verändern und weiterzuentwickeln. Schon heute werden ja sinnstiftende und innovative Projekte finanziert, wie beispielsweise über startnext. Bildung wird zum Ziel haben müssen, dass Menschen eigenverantwortlich Beiträge für eine bessere Gesellschaft bzw. Welt leisten können, wobei hier der digitale Raum eine entscheidende Rolle spielt und spielen wird.</p>
<p>Titelbild: picjumbo_com via <a href="https://pixabay.com/de/kinder-kind-spielen-studie-farbe-865116/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild der Interviewpartnerin: © Maximiliane Wittek, Visual Artist Berlin, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 1: Rio de Janeiro</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jul 2018 09:50:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Data Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „Smart City“ suggeriert westlichen Wohlstand und kostspielige Investitionen. Die App „Smart Favela“ zeigt, dass auch weniger wohlhabende Gebiete [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Rio.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154889 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Rio.png" alt="Blick auf Rio de Janeiro, ASSY via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Der Begriff „Smart City“ suggeriert westlichen Wohlstand und kostspielige Investitionen. Die App „Smart Favela“ zeigt, dass auch weniger wohlhabende Gebiete von neuen Technologien profitieren können. Eine interaktive, dreidimensionale Stadtkarte ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Slums der brasilianischen Großstadt, aktiv und basisdemokratisch an der Entwicklung ihrer Stadt mitzuwirken.</p>
<p>Egal an welchen Ort der Welt wir reisen, der Kartendienst unseres Smartphones ermöglicht uns direkte Orientierung vor Ort, unabhängig von Landessprache oder Stadtkenntnissen. Dank Google Maps wissen wir immer, wo wir uns gerade befinden und wie lange der Supermarkt um die Ecke heute noch geöffnet hat. Auch Wirtschaft und Politik profitieren von den Kartendiensten privater Anbieter. Dass Großmächte wie Google und Co. noch nicht alle Ecken und Enden dieser Erde kartographiert haben, erscheint gerade deshalb aus europäischer Perspektive kaum vorstellbar. Der erste Artikel unserer Sommerreihe stellt daher ein Projekt aus Rio de Janeiro vor, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Stadtentwicklung mit Hilfe von interaktiven Kartendiensten zu demokratisieren. Das Projekt zeigt, wo Großkonzerne in Sachen Stadtplanung an ihre Grenzen stoßen und weshalb das Konzept „Smart City“ auch in weniger wohlhabenden Gebieten funktionieren kann.</p>
<h3>Nicht kartographierte Gebiete bleiben Niemandsland</h3>
<p>In Rio de Janeiro leben schätzungsweise 30% der Bevölkerung in sogenannten Favelas, den Slums der Stadt. Trotzdem wurden bis 2014 nur etwa 0,001% Prozent der Favelas kartographiert. Zahlreiche kleine Gassen, unentdeckte Abkürzungen und provisorische Unterkünfte prägen das Bild der Favelas als undurchdringbares Dickicht des Großstadtdschungels. Die soziale Spaltung der Bevölkerung Brasiliens macht sich demnach auch auf der Stadtkarte bemerkbar. Gebiete, die als schwarzer Fleck auf der Karte erscheinen, bleiben unsichtbar. Die fehlende Präsenz der Favelas auf den Karten steht dabei stellvertretend für das fehlende Bewusstsein über die Bedürfnisse ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Ein Gebiet, in dem weder Straßennamen, Kanalisation oder Orte der medizinischen Erstversorgung erfasst sind, bietet wenig Aufschluss darüber, wie die Situation der Menschen vor Ort verbessert werden kann. Dass ein Großteil der Bevölkerung in den Favelas mit dem eigenen Smartphone online ist, könnte jetzt genau das ändern. Denn auch wenn es an vielen grundlegenden Dingen wie Infrastruktur oder Wasserversorgung noch immer mangelt, das Smartphone zählt mittlerweile auch in den Slums zu den grundlegenden Helfern des Alltags.</p>
<h3>Stadtplanung als Virtual Reality Game</h3>
<p>Die Initiative „tá no mapa“ (zu Dt.: Es ist auf der Karte) versuchte bereits vor einigen Jahren, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Favelas umfassende Karten der Regionen zu erstellen. Das französische Tech-Start-Up „toolz“ wagt sich mit der <a href="http://www.toolz.fr/uk/en_EN/projet_en.php?inc_smart_favela_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App „Smart Favela“</a> noch einen Schritt weiter. Mit Hilfe ihres Smartphones können die Bewohnerinnen und Bewohner der Favelas selbst aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitwirken. Die App bildet einen digitalen Avatar der Favela ab, der alle Details dreidimensional wiedergibt.</p>
<figure id="attachment_154891" aria-describedby="caption-attachment-154891" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Favela-Screenshot.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-154891 size-medium" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Favela-Screenshot-305x225.jpg" alt="Smart Favela Screenshot" width="305" height="225" /></a><figcaption id="caption-attachment-154891" class="wp-caption-text">Anwohnerinnen und Anwohner können direkt in der App über neue Investitionen abstimmen.</figcaption></figure>
<p>Doch die Gebiete sollen im Gegensatz zu vorangegangenen Projekten nicht vorrangig kartographiert, sondern mit Hilfe von „Smart Favela“ interaktiv gestaltbar werden. Stadtplanerinnen und Stadtplaner können zukünftige Investitionen innerhalb des 3D-Models problemlos visualisieren. Diese werden dann von der Bevölkerung in der App bewertet. Anwohnerinnen und Anwohner erhalten so die Möglichkeit, Anregungen oder Kritik zu üben oder selbst Vorschläge für neue Projekte einzureichen. Konzipiert ist die App in Anlehnung an ein Virtual Reality Game, in dem spielerisch ausprobiert werden kann, in welche Richtung sich eine Stadt effektiv entwickelt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Smart Favela“ ermöglicht Teilhabe und Entscheidungsfreiheit</h3>
<p>Als die brasilianische Regierung vor wenigen Jahren in teure Seilbahnen investierte, die über die Favelas schwebten, zeigte sich die lokale Bevölkerung wenig beeindruckt. Der Vorwurf, lieber in prestigeträchtige Projekte zu investieren anstatt in die Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort, wurde laut. Auch ein Versuch des Anbieters Google Maps, die Favelas von Rio zu kartographieren, traf auf wenig Unterstützung in der Bevölkerung. Der Konzern hatte Straßen beispielsweise in Eigeninitiative benannt und sorgte so für erhebliche Missverständnisse. Im Gegensatz zu bisherigen Versuchen, Gebiete wie die brasilianischen Favelas zu kartographieren, bezieht die „Smart Favela App“ erstmals die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in den Gestaltungsprozess ihrer Heimat mit ein. Die Möglichkeit Vorschläge einzureichen schafft dabei ein besseres Bewusstsein für die Probleme der Anwohnerinnen und Anwohner. Zudem schafft die App, was bisher keinem der Großprojekte Rio de Janeiros gelang: Legitimation. Die Einbindung der Bevölkerung sorgt so auf simple Weise letztendlich auch für eine größere Akzeptanz der neuen Investitionen.</p>
<h3>Data Crowdsourcing als Zukunftsmodell?</h3>
<p>Viele Projekte, die die Städte von morgen intelligenter und digitaler machen sollen, stoßen schon heute auf erhebliche Finanzierungsprobleme. Die Währung, an der es mangelt, ist dabei nicht immer Geld, auch Daten sind knapp. Große Technikkonzerne verfügen sowohl über die finanziellen Mittel, als auch über zahlreiche Userdaten – beides erscheint unerlässlich, um Innovation zu schaffen. Der Ansatz des „Data Crowdsourcing“ erfreut sich deshalb nicht nur bei den Macherinnen und Macher der „Smart Favela“-App großer Beliebtheit. Dabei werden die Daten dort erhoben, wo sie entstehen: bei den Benutzerinnen und Benutzern einer Anwendung. Einfacher gesagt, unter „Data Crowdsourcing“ versteht man den Aufbau eines Datensatzes mit Hilfe einer großen Gruppe an Helferinnen und Helfern, die den Datensatz auf freiwilliger Basis nach eigenem Wissenstand optimieren und ergänzen.</p>
<p>Auch wenn „Data Crowdsourcing“ das Problem der Finanzierung zu schmälern weiß, so bleibt der Datenschutz der Benutzerinnen und Benutzer ein Problem. Unabhängig von der Quelle der Daten stellt sich die Frage, wie genau der digitale Avatar der Stadt beispielsweise privates Eigentum abbildet. Wie genau bildet die App meinen Hinterhof ab, wenn dieser an eine öffentliche Straße anschließt? Auch wenn sich mittlerweile andere Großstädte, wie beispielsweise Paris oder Bordeaux, interessiert an der „Smart Favela“ App zeigen, bleibt Datenschutz eine der zentralen Herausforderungen des Pilotprojektes. Das Prinzip des Data Crowdsourcing birgt trotzdem Zukunftspotential. Spätestens seit der Erfolgsgeschichte von Wikipedia steht außer Frage, dass Schwarmwissen in den unterschiedlichsten Kontexten gewinnbringend eingesetzt werden kann. Auch für die „Smart City“ bietet sich hier also eine Chance. Besonders da große Teile der Bevölkerung vielen neuen Entwicklungen in ihrem direkten Lebensumfeld noch immer skeptisch gegenüberstehen, bieten neue Formen des Feedbacks Chancen für einen verbesserten Austausch. Geplante Projekte könnten mit Hilfe von Virtual Reality beispielsweise erfahrbarer werden und auch Feedback könnte einfacher integriert werden. Hier bietet sich zumindest theoretisch die Chance, den Menschen mit Hilfe von Technik verstärkt in die Entwicklungen einzubinden, die sein direktes Lebensumfeld betreffen. Ob wirklich alle Bewohnerinnen und Bewohner offen wären, ein solches Angebot auch zu nutzen, ist dabei allerdings nicht gegeben.</p>
<p><em><strong>Teil 2 befasst sich mit einem <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalen Marktplatz für öffentliche und private Daten in Kopenhagen</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dubai</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wien</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: ASSY via <a href="https://pixabay.com/de/rio-de-janeiro-blick-auf-corcovado-1145762/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild im Text: Screenshot toolz.fr</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Smart Cities: Eine Reise durch die Städte von morgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jul 2018 08:53:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
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					<description><![CDATA[Strom-Sharing mit den Nachbarn, Polizei-Roboter mit Webcam oder Stadtnutzungsdaten, die für alle Anwohnerinnen und Anwohner frei zugänglich sind. Sogenannte „Smart [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Bild-Smart-City.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154874 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Bild-Smart-City.png" alt="12019 via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CCo, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Strom-Sharing mit den Nachbarn, Polizei-Roboter mit Webcam oder Stadtnutzungsdaten, die für alle Anwohnerinnen und Anwohner frei zugänglich sind. Sogenannte „Smart Cities“ sollen den Problemen der steigenden Urbanisierung mit Hilfe von modernster digitaler Technik kreativ entgegenwirken. Doch was ist dran an den Lösungsansätzen der Digitalisierung? Bietet das digitale Zeitalter ausreichend Möglichkeiten, die wachsenden Herausforderungen des Städtewachstums zu meistern oder droht dabei eine Kollision mit dem Datenschutz? In unserer Sommerreihe stellen wir fünf Beispiele aus Großstädten vor, in denen die Smart City längst zur Realität geworden ist.</p>
<p>Im Jahr 2050 werden voraussichtlich rund <a href="https://esa.un.org/unpd/wup/publications/files/wup2014-highlights.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">75% der Weltbevölkerung</a> in urbanen Regionen ansässig sein, Tendenz steigend. Wachsende Treibhausgasemissionen, ein Mangel an Wohnraum und eine nicht ausreichende Infrastruktur sind nur einige Beispiele für die Probleme, die steigende Urbanisierung mit sich bringt. Die Smart City – die intelligente und vernetzte Stadt – ist zum Schlagwort für die Lösung dieser Probleme avanciert. Laut dem „Committee of Digital and Knowledge-Based Cities“ ist die Smart City eine Stadt, in der Ziele wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum und ein hoher Lebensstandard mit Hilfe von modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) umgesetzt werden. Kurz gesagt, eine Smart City setzt IKT gezielt ein, um das Leben in der Stadt auf vielfältige Art und Weise zu verbessern. Dabei gilt vor allem das Gebot der Effizienz, denn Zeit-, Geld- und Energieersparnis sind die deklarierten Ziele der intelligenten Stadt. Verbesserte Infrastruktur, intelligenter Wohnraum oder mehr Sicherheit sind nur wenige Beispiele für die potentiellen Gewinne der Smart Cities, wie in diese <a href="https://de.rs-online.com/web/generalDisplay.html?id=i/smart-city-technologien-einfach-erklart" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infografik</a> dargestellt. Vor allem in Kombination mit den sich verändernden Werten und Einstellungen der <a href="https://www.zeit.de/2013/11/Generation-Y-Arbeitswelt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Generationen Y und Z</a>, die andere Ansprüche an das Leben in der Stadt stellen als vorherige Generationen, erscheinen neue Gestaltungsansätze essentiell.</p>
<h3>Grenzgebiet Datenschutz und Finanzierung</h3>
<p>Ungeachtet der Vorteile der Smart City bereitet vor allem die Frage nach dem Datenschutz vielerorts Sorge. Müssen Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Besucherinnen und Besucher explizit ihre Erlaubnis geben, wenn die Straßenlaterne in ihrer Straße zukünftig Bewegungsmuster speichert? Welche Rückschlüsse erlaubt der von einem Smart Meter protokollierte Stromverbrauch über mein Leben? Und wer erlaubt dem „Robo Cop“ (zu dt.: Polizei-Roboter) eigentlich, mich zu filmen, während ich meine täglichen Einkäufe in der Stadt erledige? Besonders für die Bewohnerinnen und Bewohner der intelligenten Stadt könnte der Schutz ihrer Daten zum Problem werden. Denn eine Stadt, die die Daten ihrer Bürger ungefragt sammelt, stößt auch auf Widerstand. So hat die Stadt Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien im Mai dieses Jahres beispielsweise ein neues Gesetz erlassen, das dieses Problem aufgreift. Entschieden wurde, dass eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern einen Bericht über die Auswirkungen von neu in der Stadt eingesetzten Technologien verfasst. Von dieser Bewertung hängt dann ab, wie diese Technologie zukünftig in der Stadt eingesetzt wird. Ein erster Versuch einer Stadt, ihren Bürgerinnen und Bürgern mehr Gestaltungsfreiräume im Hinblick auf die Entwicklung ihres Umfelds zu gewähren.</p>
<p>Neben dem Datenschutz stellt sich auch die Frage nach der Finanzierung der Städte von morgen. Tech-Konzernriesen wie Intel oder Huawei sehen in aufwändigen Pilotprojekten ihre Chance, den technologischen Wandel im Bereich Stadtentwicklung zu beflügeln. Da die eigene Technologie dabei selbstverständlich als Universallösung vermarket wird, kommt technischen Mängeln oder preisgünstigeren Alternativlösungen unter Umständen nicht die Aufmerksamkeit zu, die ihnen zusteht. Auf Grund der fehlenden finanziellen Mittel bleibt der Markt der Zukunftsstädte daher nur bedingt ein Markt, der bottom-up von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Städte gestaltet werden kann.</p>
<h3>Der Begriff „SmartCity“ bleibt vor allem eines: abstrakt</h3>
<p>Unabhängig von seinen Vor- oder Nachteilen ist der Begriff „Smart City“ ist zum Buzzword für Innovation und Zukunftsvision geworden. Dabei bleibt er vor allem eines: abstrakt. Was genau an der Smart City eigentlich smart ist, darunter können sich viele Bürgerinnen und Bürger noch immer wenig vorstellen. Eine <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Was_die_Deutschen_ueber_Algorithmen_denken.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der Bertelsmann Stiftung</a> beispielsweise zeigt, dass 45% der Befragten zum Begriff „Algorithmus“ spontan nichts einfällt. Weitere 43% der Befragten sind unentschieden, ob Algorithmen mehr Chancen oder Risiken bedeuten. Diese Ergebnisse untermauern ein Problem, das in vielen Bereichen auftritt, in denen der technologische Fortschritt Einzug hält. Vor allem das fehlende technologische Verständnis verursacht Berührungsängste bei Userinnen und Usern. Ähnlich geht es der Smart City. Fehlendes technisches Know-How verstärkt das Gefühl des Kontrollverlustes. Rasante technologische Entwicklungen, so gewinnbringend sie auch sein mögen, erfordern gerade deshalb auch immer eine Betrachtung und Akzeptanz von allen Seiten. Dabei sollte gerade Fachfremden ermöglicht werden, sich ausreichend zu informieren.</p>
<h3>Die Sommerreihe „Smart Cities: Eine Reise durch die Städte von morgen“</h3>
<p>Auch wenn sich Befürworter und Gegner noch nicht einig sind, wie die Umsetzung der Smart City voranschreiten soll, so ist vor allem eines sicher: Die Smart City kommt. Vielmehr noch, an vielen Orten ist sie – zumindest in Teilbereichen &#8211; bereits zur Realität geworden. Dabei bieten sich neben Vorteilen für Bewohnerinnen und Bewohner auch attraktive Investitionsmöglichkeiten für Wirtschaft und Handlungspotenziale für die Politik. Der Markt wächst und es gilt, sich umzuschauen. Wie setzen andere Städte Projekte um, die ihrer Stadt zu einer intelligenten und vernetzten Zukunft verhelfen sollen?</p>
<p>In unserer Sommerreihe stellen wir fünf konkrete Beispiele vor, die zeigen, dass die Smart City kein Begriff ist, der abstrakt blieben muss. Wir beleuchten Projekte aus Großstädten rund um den Globus und berichten dabei nicht nur über deren Aufbau, sondern fragen auch nach dem Mehrwehrt, den das Projekt für Verbraucherinnen und Verbraucher darstellt. Wie steht es um den Datenschutz der einzelnen Projekte und wie finanziert sich das, was nach einer glänzenden Zukunft aussieht? Unsere Reise durch die Städte von morgen bietet erste Antworten.</p>
<p><strong><em>Teil 1 befasst sich mit dem Projekt <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Favelas in Rio de Janeiro</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dubai</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wien</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>.</em></strong></p>
<hr />
<p>Titelbild: Hong Kong via <a href="https://pixabay.com/de/hong-kong-stadt-st%C3%A4dtischen-1990268/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Hass kann man nicht mit Hass bekämpfen.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hate-speech-interview-das-nettz-154850/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jul 2018 08:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[hate speech]]></category>
		<category><![CDATA[Hassrede]]></category>
		<category><![CDATA[verbale Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Anfeindungen, Beleidigungen oder Drohungen – das Internet reduziert die Hemmschwelle für den Ausdruck von verbaler Gewalt und bietet gleichzeitig eine Plattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-Nettz.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154863 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-Nettz.png" alt="Smartphone mit DAS NETTZ Logo, JEESHOTScom via pixabay, (CC0); ©Logo DAS NETTZ, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Anfeindungen, Beleidigungen oder Drohungen – das Internet reduziert die Hemmschwelle für den Ausdruck von verbaler Gewalt und bietet gleichzeitig eine Plattform für anonymisierten Hass. In den letzten Jahren hat sich das Phänomen der sogenannten „Hate Speech“ auf diversen Online-Plattformen vermehrt ausgebreitet. Im Interview mit politik-digital.de sprechen Hanna Gleiß und Nadine Brömme aus dem Projektteam von DAS NETTZ über diese Entwicklung und erklären, wie ihr aktiv begegnet werden kann.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-NETTZ-hanna-und-nadine-klein1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-thumbnail wp-image-154858" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-NETTZ-hanna-und-nadine-klein1-195x119.jpg" alt="Das-NETTZ-hanna-und-nadine-klein" width="195" height="119" /></a></p>
<p>Hanna Gleiß und Nadine Brömme bauen seit Herbst 2017 gemeinsam Das NETTZ &#8211; Die Vernetzungsstelle gegen Hate Speech des betterplace labs auf. Hanna Gleiß hat Politikwissenschaft in Berlin und Internationale Beziehungen in Paris studiert und acht Jahre als Projektmanagerin im Bereich Völkerverständigung bei der Robert-Bosch-Stiftung gearbeitet. Nadine Brömme beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit digitaler Kommunikation &#8211; zunächst als Analystin, später als Strategin bei der Digitalagentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Ihr besonderes Interesse gilt dem Einfluss der Digitalisierung auf den gesellschaftlichen Diskurs.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: DAS NETTZ gründete sich 2017 mit dem Ziel, gegen &#8220;Hate Speech&#8221; im Internet vorzugehen. Was genau versteht man unter &#8220;Hate Speech&#8221; und wie hat sich das Phänomen in den letzten Jahren verändert?</h3>
<p>Der Begriff Hate Speech (auf Deutsch Hassrede) ist relativ neu und es gibt keine von allen akzeptierte Definition, es ist auch kein eigener juristischer Tatbestand. Häufig damit gemeint sind die Tatbestände Volksverhetzung oder Beleidigung. Eine gängige und auch von uns benutzte Definition ist der Ausdruck von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Das bedeutet, dass jemand beleidigt oder bedroht wird, weil er/sie mit einer bestimmten Gruppe identifiziert wird, z.B. eine Kopftuchträgerin. Auch Menschen, die sich für bestimmte Themen engagieren, wie z.B. Rechte für Frauen oder Geflüchtete, sind häufig Opfer von Hassrede. Es scheint, dass Hassrede in Deutschland in den letzten 2 bis 3 Jahren zugenommen hat.</p>
<h3>politik-digital.de: DAS NETTZ soll als Vernetzungsstelle gegen Hate Speech fungieren. Wie findet diese Vernetzung statt und welche anderen Angebote bietet DAS NETTZ?</h3>
<p>Wir haben verschiedene analoge Vernetzungsformate ins Leben gerufen: Unser monatlicher Stammtisch in Berlin (Termine erfahrt ihr in unserem Newsletter und auf unserer Facebook-Seite), unser jährliches <a href="https://www.das-nettz.de/unser-community-event-geht-die-naechste-runde-13-140918" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Community Event</a> vom 13.-14.09.18 sowie weitere thematische Events im Verlauf des Jahres. Eine digitale Vernetzung ermöglichen wir über einen Slack-Kanal. <a href="https://www.das-nettz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf unserer Website</a> bündeln wir Wissen zum Thema Hate Speech: wissenschaftliche Publikationen sowie praktische Arbeitsmaterialien für den konkreten Umgang. Außerdem stellen wir verschiedene Initiativen und ihre Ansätze vor und machen sie so sichtbarer. Wir möchten einen Erfahrungsaustausch untereinander ermöglichen. Wir glauben, dass so alle voneinander lernen können und ihre wichtige Arbeit wirkungsvoller ausüben können. Auch mit MitarbeiterInnen von IT-Plattformen, politischen EntscheidungsträgerInnen und Medienschaffenden tauschen wir uns aus und möchten Bedarfe aus der Zivilgesellschaft weitertragen, um damit langfristig zu verbesserten Rahmenbedingungen für Engagierte beizutragen. Im Juni haben wir unseren ersten &#8220;Hack Day for Good&#8221; ins Leben gerufen, um gemeinsam mit AktivistInnen, AnalystInnen und EntwicklerInnen Lösungen auf einer technischen Ebene zu überlegen. Daraus sind organisationsübergreifend tolle Ideen für erste Prototypen entstanden, die wir demnächst veröffentlichen. Ab sofort ist auch unser jährlicher <a href="https://www.das-nettz.de/foerderwettbewerb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderwettbewerb</a> (Anmeldungen bis zum 25.08.) ausgeschrieben, bei dem wir insgesamt 20.000 Euro an kleinere Projekte weiterreichen.</p>
<h3>politik-digital.de: Damit knüpft die Initiative an die Frage an, wie mit Hass im Netz umgegangen werden soll. Ignorieren, melden oder ausdiskutieren &#8211; viele Betroffenen sind zu Beginn zunächst verunsichert, wie sie auf Hate Speech reagieren sollen. Welche Reaktion empfehlen Sie?</h3>
<p>Sicher gibt es nicht die eine Lösung, da die jeweiligen Situationen sehr komplex und auch unterschiedlich sind. Das heißt, in den meisten Fällen empfiehlt sich eine Mischung unterschiedlicher Maßnahmen. Menschenfeindliche Angriffe, Drohungen und Aufrufe zur Gewalt sollten in jedem Fall gemeldet und auch zur Anzeige gebracht werden. Beleidigungen können je nach Situation und Fülle auch mal ignoriert werden &#8211; vor allem dann, wenn deutlich ist, dass der/die AbsenderIn nicht an einer konstruktiven Diskussion interessiert ist. Diskutieren sollte man mit jenen, die an einer Debatte interessiert sind. Natürlich ist es völlig menschlich, frustriert zu sein und manchmal muss das raus, aber eben in Form eines respektvollen Miteinanders. Bei solchen sachlichen Diskussionen leistet z.B. die Gegenrede-Community <a href="https://www.facebook.com/groups/718574178311688/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#ichbinhier</a> auf Facebook wertvolle Arbeit. Wenn man selbst sehr stark betroffen ist, sollte man sich unbedingt Hilfe holen, z.B. beim Projekt <a href="https://hateaid.me/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Hate Aid&#8221;</a> von Fearless Democracy.</p>
<h3>politik-digital.de: Die <a href="https://www.ardmediathek.de/tv/funk/L%C3%B6sch-Dich-So-organisiert-ist-der-Hass-/funk/Video?bcastId=51955908&amp;documentId=51935246" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD Dokumentation &#8220;Lösch dich!&#8221;</a> zeigt, wie organisierte Communities online gezielt Hass verbreiten. Dabei ist eine sehr kleine Minderheit von Userinnen und Usern online überproportional sichtbar. Angenommen es steckt wirklich eine geringe Zahl an realen Personen hinter dem gezielt verbreiteten Hass im Netz &#8211; wie konstruktiv kann ein Dialog mit diesen Personen dann überhaupt werden?</h3>
<p>Bei extremen Meinungen und radikalisierten VertreterInnen dieser Anschauungen ist (Online-)Dialog oder auch Gegenrede sicher nur begrenzt wirkungsvoll. Hier ist pädagogische Expertise gefragt, um die Ursachen der Radikalisierung zu bekämpfen. Die Bereitschaft zum Dialog und auch ein Vertrauensverhältnis sind im Digitalen große Herausforderungen. Dennoch gibt es Organisationen wie das <a href="http://www.violence-prevention-network.de/de/?gclid=EAIaIQobChMIu5LDiNqR3AIVTdwZCh37BQc7EAAYASAAEgK9L_D_BwE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Violence Prevention Network</a>, die wichtige pädagogische Arbeit leisten und dies auch zunehmend in den digitalen Raum übertragen. Bei der organisierten Verbreitung von Hass durch eine Minderheit ist Dialog und Gegenrede dennoch ein wichtiger Ansatz, um vor allem die &#8220;stillen Mitlesenden&#8221; zu erreichen. Es darf sich nicht der Eindruck manifestieren, dass die laute Minderheit einen Großteil der Gesellschaft repräsentiert. Gegenrede soll genau das leisten, um auch politisch Unentschlossene zu erreichen. Falschinformationen und Hass in der Netzöffentlichkeit dürfen wir nicht stehen lassen. Wir alle müssen diese Dialoge führen, um einer Diskursverschiebung gesellschaftlicher Themen entgegenzuwirken.</p>
<h3>politik-digital.de: Mittlerweile organisieren von rechts bis links sich viele Menschen in Gruppen, um gezielt Einfluss auf Diskussionen und Wahrnehmung der Stimmung in der Bevölkerung zu nehmen. Auch das NETTZ dockt hier an. Werden zukünftig immer mehr &#8220;digitale Truppen&#8221; aufeinanderprallen und der individuelle Austausch &#8211; zumindest bei polarisierenden Themen &#8211; auf der Strecke bleiben?</h3>
<p>Gegenrede ist nur ein Teil der Maßnahmen gegen Hassrede. Die Frage ist, warum gibt es diesen Hass in unserer Gesellschaft? Was führt dazu, dass er seit 2-3 Jahren im Netz immer sichtbarer wird? Individueller Austausch und damit die Auseinandersetzung mit den Ursachen ist unbedingt notwendig, um etwas zu verändern. Das ist sicher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann nicht vorrangig bei kleinen zivilgesellschaftlichen Organisationen liegen. Medien, Politik, Wirtschaft und die Zivilgesellschaft müssen hier gemeinsam Lösungen entwickeln. Genau da setzen wir mit unserem Projekt Das NETTZ an. Wir wollen intersektional zusammenarbeiten, um die Rahmenbedingungen zu verändern, sodass die Verbreitung von Hass und Hetze nicht mehr in der Form möglich ist. Was das Auseinanderdriften der Gesellschaft betrifft, sind wir natürlich alle gefragt. Und wie Sie richtig anmerken, ist das Risiko einer weiteren Polarisierung durch die entsprechenden Gegenreaktionen durchaus vorhanden und auch alle Engagierten sollten hier immer wieder selbstkritisch die eigene Wirkung hinterfragen. Hass kann man nicht mit Hass oder Gegenaggression bekämpfen. Vielleicht sind die Kommentarspalten von Facebook, Twitter &amp; Co. auch nicht der richtige Ort, um über Werte zu diskutieren. Wir brauchen eine Weiterentwicklung dieser Angebote um neue Plattformen oder Formate. Das Angebot von <a href="https://www.diskutiermitmir.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskutier mit mir e.V.</a>, eines der Gewinnerprojekte unseres letzten Förderwettbewerbs, setzt beispielsweise genau hier an, indem sie Menschen, die politisch möglichst weit voneinander entfernt sind, einen anonymen 1:1 Chat anbieten.</p>
<h3>politik-digital.de: Der Aufbau von parallelen Netzwerken wie Gap, VK oder Minds, in denen rassistische oder hetzerische Posts geduldet werden, steigt. Kann diese Entwicklung als Konsequenz des rigorosen Content-Managements von traditionellen Anbietern wie Facebook und Co. gewertet werden? Wenn ja, wie gelingt der Spagat zwischen Meinungsfreiheit und konstruktiver Debattenkultur in einem Netzwerk, das für alle zugänglich bleibt?</h3>
<p>Es gab schon immer parallele Netzwerke zu Facebook und Co., auf denen sich unterschiedliche Interessengruppen zusammenfinden. Die gegenwärtige Entwicklung von parallelen Netzwerken hat bestimmt teilweise mit dem Content-Management der großen sozialen Plattformen zu tun, die jetzt durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz im Zugzwang sind. Sicher kann man über die Rigorosität ihres Vorgehens aber auch streiten. Viele Betroffene wünschen sich einen konsequenteren Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen. Teilweise werden Gewaltandrohungen nicht entfernt, weil sie nicht gegen die Gemeinschaftsregeln verstoßen. Opfer von Hassrede fühlen sich damit allein gelassen und fordern u.a. personelle Aufstockungen. Einen Spagat zwischen Meinungsfreiheit und konstruktiver Debattenkultur sollte es nicht geben. Es muss aus gesellschaftlicher Sicht vielmehr möglich sein, respektvoll miteinander umzugehen. Das heißt auch, dass Menschenfeindlichkeit einfach nicht geduldet werden darf &#8211; weder auf den größeren Plattformen, noch auf kleineren Netzwerken. Denn das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Es ist unbedingt notwendig, dass wir moralisch argumentieren, dass wir ethische Rahmenbedingungen für unseren Online-Diskurs setzen. Diese ethischen Rahmenbedingungen sollten alle einhalten, die Plattformen im Internet anbieten &#8211; egal wie groß sie sind. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Entsprechend konsequent muss auch vorgegangen werden.</p>
<h3>politik-digital.de: Denken wir fünf Jahre in die Zukunft. Was hätte DAS NETTZ konkret erreicht, um von einer erfolgreichen Umsetzung der Initiative zu sprechen?</h3>
<p>Wir wünschen uns, dass diejenigen, die sich gegen Hass und Hetze im Netz und für ein respektvolles Miteinander engagieren, wesentlich stärker wahrgenommen werden als aktuell und dass sie ihre Arbeit wirkungsvoll machen können. Wenn wir dazu beigetragen haben, dass die Initiativen gegen Hate Speech alle miteinander vernetzt sind, sich rege austauschen über ihre Herausforderungen und Erfolge und voneinander lernen, dann sind wir einen großen Schritt weiter. Wenn wir es darüber hinaus schaffen, dass seitens der Politik, Justiz, Medien und Polizei entsprechende Rahmenbedingungen und der Diskurs verändert wird, dann kommen wir dem Ziel näher. Wenn all das zur Eindämmung von menschenfeindlichen Kommentaren und Handlungen führt und wir von einer positiven Debattenkultur sprechen können, dann haben wir unser Ziel erreicht.</p>
<p>Titelbild: JEESHOTScom via <a href="https://pixabay.com/de/iphone-smartphone-anwendungen-410324/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a> (<a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>); ©Logo DAS NETTZ, bearbeitet.</p>
<p>Bild der Interviewpartnerinnen: ©betterplacelab.org</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>DATA AND POLITICS VOL. 2 &#8211; Digitalisierung als neue Gefahr für Demokratie?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/data-and-politics-vol-2-digitalisierung-als-neue-gefahr-fuer-demokratie-154683/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 May 2018 15:54:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Datenbasierter Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
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					<description><![CDATA[Der arabische Frühling symbolisierte noch vor wenigen Jahren die Hoffnung, das Internet sei in der Lage, demokratische Tendenzen zu unterstützen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Data-and-Politics.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154684 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Data-and-Politics.jpg" alt="Seemann bei der Data nd Politics Konferenz by D21" width="640" height="280" /></a>Der arabische Frühling symbolisierte noch vor wenigen Jahren die Hoffnung, das Internet sei in der Lage, demokratische Tendenzen zu unterstützen. Mittlerweile macht sich Pessimismus breit. Die Konferenz „Data und Politics“ beschäftigte sich daher mit der Frage, ob die Digitalisierung mittlerweile eine Gefahr für die Demokratie darstellt.</p>
<p>Demokratie bedeutet in erster Linie Partizipation und Partizipation wiederum bedeutet Austausch. Die Digitalisierung bietet nach wie vor große Chancen, diesen Austausch auf vielfältige Art und Weise zu gestalten. Doch in Zeiten von Fake News, Chatbots und Cyberangriffen stehen nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken für die Demokratie dabei verstärkt im Fokus. Bringt die Digitalisierung also mehr oder weniger Demokratie mit sich? Wie sehen die Chancen und Risiken einer digitalisierten Demokratie konkret aus und was bedeutet das alles eigentlich für Wählerinnen und Wähler? Diskutiert wurden diese und weitere Fragen auf der „Data und Politics“ Konferenz, die die <a href="https://initiatived21.de/veranstaltungen/data-politics-vol-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a> am 24.06.2018 in Berlin bereits zum zweiten Mal in Folge veranstaltete.</p>
<h3>Datenbasierter Wahlkampf</h3>
<p><strong> </strong>Zu den Chancen, die die Digitalisierung der Politik bietet, gehöre spätestens seit den Obama-Kampagnen von 2008 und 2012 auch der datenbasierte Wahlkampf, so Guilliaume Liegey, CEO von Liegey Muller Pons (LMP). Mit Hilfe von Wählerdaten könne Wahlkampfwerbung dabei passgenau auf den Wähler zugeschnitten werden. Liegey betont jedoch, dass die Kombination aus Mensch, Technologie und Daten dabei essentiell für den Erlog der Kampagne sei. Um alle drei Aspekte erfolgreich miteinander zu vereinen, setzt LMP, wie mittlerweile diverse Agenturen, daher auf datenbasierte Haustürwahlkämpfe. Mit Hilfe eines statistischen Modells wird zunächst anhand von Wählerdaten errechnet, in welchem Wahlbezirk sich ein<a href="http://politik-digital.de/news/datenabsierter-haustuer-wahlkampf-was-ist-drin-150744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Tür-zu-Tür-Wahlkampf</a> lohnt. In einem zweiten Schritt wird die Arbeit vor Ort dann per App koordiniert. Dies sei jedoch nur die heiße Wahlkampfphase, ein professioneller Wahlkampf, ob analog oder digital, müsse auch weit vor und nach der Wahl stattfinden. Außerdem sei ein datengestützter Wahlkampf nur ein Mosaikteil, das nicht allein über Wahlsieg oder -niederlage entscheidet, betonte Liegey.</p>
<h3> „Social Media und Algorithmen tragen keine Schuld“</h3>
<p>Der Begriff Fake News steht mittlerweile symbolisch für das Gefühl des öffentlichen Misstrauens und zeigt, dass eine digitalisierte Demokratie auch Risiken birgt. Die Suche nach den Ursachen für die Verbreitung von Fake News geht daher Hand in Hand mit Schuldzuweisungen der Öffentlichkeit. Social Media und Algorithmen seien dabei jedoch nicht als die Wurzel allen Übels anzuprangern, sondern auch psychologische Prozesse spielen eine entscheidende Rolle, so Michael Seemann. Der Autor und Blogger spricht dabei in seinem Vortrag vom sogenannten „<a href="http://www.ctrl-verlust.net/digitaler-tribalismus-und-fake-news/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Tribalismus</a>“. Die Mitglieder eines „digitalen Stammes“ finden ihre Identität in einer Gruppe und durch Abgrenzung zu anderen Gruppen. Daher beurteilen sie Informationen nicht nach ihrem Wahrheitsgehalt, sondern einzig und allein danach, ob deren Verbreitung den Zielen und Werten des eigenen „Stammes“ entspricht. Angewendet auf das Phänomen der Fake News bedeutet das, dass Fake-News-Verbreiter zwar erfahren, dass sie Fake News streuen, diese aber nicht richtigstellen, da das nicht ihrem Kommunikationsziel entspricht.</p>
<h3> Datenanalyse ist keine „Rocket Science“</h3>
<p><strong> </strong>Noch vor einer Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken, die die Digitalisierung für eine moderne Demokratie bereithält, stehen allerdings oftmals die technischen Hürden und die Berührungsängste der User und Userinnen. So machte der Datenanalyst David Kriesel zum Ende der Veranstaltung vor allem dem fachfremden Publikum noch einmal Mut. Anhand seines Projekts „<a href="http://www.dkriesel.com/spiegelmining" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Mining</a>“ illustriert er anschaulich, was aus Daten auszulesen ist, die sich online frei zugänglich befinden und auf den ersten Blick wenig interessant erscheinen. Seit 2014 sammelt der Informatiker diverse Informationen über Artikel des Online-Nachrichtenportals Spiegel Online. Anhand von Länge, Veröffentlichungsdatum, Verschlagwortung, Autor oder Autorin der Artikel lassen sich dabei mit Hilfe von einfachen Datenanalyse Tools Zusammenhänge auslesen, die überraschend viel Aufschluss über gesellschaftliche Entwicklungen geben können. Kriesel gelingt es für den Zuschauer anschaulich und leicht verständlich zu erklären, was passiert, wenn ausnahmsweise einmal nicht der Riesenkonzern Daten über seine Userinnen und User sammelt, sondern umgekehrt. Dabei appelliert er an sein Publikum, Berührungsängste fallen zu lassen und Datenanalyse nicht länger als „Rocket Science“ zu betrachten, sondern sich selbst aktiv damit zu befassen.</p>
<p>Neben einer Podiumsdiskussion, in der über die potentiellen Gefahren einer digitalisierten Demokratie diskutiert wurde, erhielten die Besucher die Möglichkeit in verschiedenen Panelsitzungen tiefer in Teilbereiche des Themas einzutauchen. Beleuchtet wurden die Bereiche Fake News und politische Kommunikation, Politik und Künstliche Intelligenz (KI) und der datenbasierte Wahlkampf. Dabei gelang es der Konferenz anschaulich zu untermauern, auf welche Größe die Schnittmenge zwischen Politik und Digitalisierung bereits heute angewachsen ist. Diese Größe bedingt in letzter Instanz auch den Bereich, dem aktuell noch am meisten Arbeit bevorsteht. Denn die Definition von ethischen Leitlinien und die Regulierung im Umgang mit einer digitalisierten Demokratie konnten mit den rasanten technologischen Fortschritten bisher kaum Schritt halten und erfordern daher eine aktive Gestaltung.</p>
<p>Titelbild: © D21, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;Mobile Recruiting&#8221; &#8211; mit einem Wisch zum Traumjob?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mobile-recruiting-mit-einem-wisch-zum-traumjob-154653/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 May 2018 14:01:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
		<category><![CDATA[Personalwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Recruiting]]></category>
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					<description><![CDATA[Anschreiben formulieren, Lebenslauf überarbeiten, Zeugnisse scannen und professionelles Bewerbungsbild erstellen lassen. Der Weg zu einer soliden Bewerbung, wenn auch online [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opportunity_640280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154660" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opportunity_640280.jpg" alt="opportunity_640:280" width="640" height="280" /></a>Anschreiben formulieren, Lebenslauf überarbeiten, Zeugnisse scannen und professionelles Bewerbungsbild erstellen lassen. Der Weg zu einer soliden Bewerbung, wenn auch online versendet, beinhaltet noch immer viele Schritte. Doch ist dieser Prozess überhaupt noch zeitgemäß? Die Bewerbung per Smartphone verspricht Abhilfe. Aber wie genau verändert „Mobile Recruiting“ den Bewerbungsprozess und welche Vor- und Nachteile entstehen dabei für Privatpersonen und für Firmen?</p>
<p>Kaum ein Unternehmen setzt heutzutage noch auf Printanzeigen, wenn es um die Rekrutierung von neuem Personal geht. Stellenanzeigen in verschiedenen Online-Portalen gehören längst zum guten Ton im Personalmanagement von Unternehmen aller Art, ob Mittelständler oder Großkonzern. Doch nicht nur der Stellenmarkt, sondern auch der Bewerbungsprozess selbst steht dabei im Wandel der Digitalisierung. So versprechen zahlreiche Apps, den Bewerbungsprozess zu erleichtern, indem sie umfassend auf diesen vorbereiten oder gar versuchen ihn komplett zu erneuern. Vereinfachte Bewertungssysteme oder mit Hilfe von Algorithmen optimierte Auswahlprozesse sollen dabei helfen, Job und Bewerberin oder Bewerber noch besser auf einander abzustimmen. Besonders die typischen Wünsche der <a href="https://www.zeit.de/2013/11/Generation-Y-Arbeitswelt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Generation Y</a>, wie beispielsweise Flexibilität, Mobilität und schnelle Informationsbeschaffung, erhalten dabei die Möglichkeit endlich auch bei der Jobsuche Berücksichtigung zu finden.</p>
<h3>Bewerbung per App – it’s a match!</h3>
<p>Laut einer <a href="https://www.ibusiness.de/aktuell/db/758877veg.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> der Hochschule Rhein Main und der Jobbörse Jobware, benötigen die Hälfte aller Befragten noch immer zwischen ein und drei Stunden für eine Bewerbung. Zeitersparnis, das höchste Gut der Generation Y, steht deshalb im Vordergrund jeder App. Jobportale wie Monster.de oder Stepstone.de werben daher mit Kurzbewerbungen, die versprechen die Bewerbung mit einem Klick zu versenden. Gleichzeitig bekommen Unternehmen standardisierte Bewerbungen, die einfacher vergleichbar sind.</p>
<p>Die App <a href="https://talentcube.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„TalentCube“</a> geht einen Schritt weiter. Mit Hilfe von selbstgedrehten Kurzvideos soll das klassische Bewerbungsgespräch künftig bequem mit dem Smartphone von zu Hause geführt werden. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, die App mit job- oder persönlichkeitsbezogenen Fragen zu füttern. Die Bewerberinnen oder Bewerber beantworten diese Fragen dann mit Hilfe von kurzen Videos, die sie selbst mit der Frontkamera ihres Smartphones drehen. Der Clou: Dabei erhalten alle nur einen Take um die Fragen zu beantworten, so wird die Situation eines klassischen Bewerbungsgesprächs simuliert und simultan die Spontanität getestet. Keine Anreisekosten, keine Wartezeit und trotzdem ein persönlicher Eindruck der Jobanwärter. Ein Gewinn an Zeit und Effizienz sowohl für Jobsuchende als auch für die Personalabteilung, so zumindest die Hersteller der App.</p>
<h3>Beim „Robot Recruiting“ entscheidet der Algorithmus</h3>
<p>Nicht nur der Bewerbungsprozess, sondern auch das Auswahlverfahren selbst wird zunehmend durch moderne Technik optimiert. Beim sogenannten „Robot Recruiting“ liest nicht die Personalabteilung, sondern der Computer den Lebenslauf der Jobinteressenten. Dabei entscheidet ein Algorithmus, wer für den Job geeignet ist. Unter dem Deckmantel der fairen Bewertung gleicht der Algorithmus dabei ab, ob die für den Job geforderten Eigenschaften erfüllt sind. Welche Eigenschaften gefragt sind, entscheidet die Person, die den Algorithmus programmiert. Hard-Skills wie Sprachkenntnisse oder Jahre an Berufserfahrung sind dabei für die meisten Algorithmen selbstverständlich einfacher auszulesen als Soft-Skills, wie beispielsweise Teamfähigkeit. Trotzdem könnte ein transparentes Bewertungssystem frei von menschlichen Vorurteilen für ein Plus an Fairness auf dem Arbeitsmarkt sorgen, wenn auch (unter Umständen) auf Kosten des Bauchgefühls, das bisher noch in den meisten Unternehmen darüber entscheidet, wer wirklich ins Team passt.</p>
<p>Damit sind Algorithmen in der Lage, nicht nur unter Personen auszuwählen, die sich aktiv für den Job beworben haben, sondern auch selbständig in verschiedenen Netzwerken nach passenden Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Welche Seiten wurden geliked, worüber wird gepostet und vor allem wer verfügt über ein ausreichend großes Netzwerk? Wer kennt die führenden Köpfe der Branche? Ist eine passende Kandidatin oder ein passender Kandidat gefunden, bewirbt sich das Unternehmen bei diesen. Damit dreht sich der klassische Bewerbungsprozess und Unternehmen buhlen aktiv um ihr zukünftiges Personal. Setzt sich diese Form des „Robot Recruitings“ durch, bedeutet das, dass sowohl Firmen als auch Privatpersonen, ob auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle oder nicht, darauf angewiesen sind, Präsenz auf Online-Plattformen zu zeigen. Laufen damit alle, die nicht bereit sind ihre Daten online preiszugeben Gefahr, auf dem Arbeitsmarkt abgehängt zu werden?</p>
<h3>Risiken und Nebenwirkungen</h3>
<p>Um die Vorteile der Digitalisierung im Bewerbungsprozess langfristig nutzen zu können, gilt es nach offenen Baustellen in der aktuellen Entwicklung zu suchen. Die Suche danach beginnt mit der Zielgruppe. Die Generation Y, die gerade erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt unternimmt, bewegt sich gewohnt intuitiv und damit problemfrei in digitalen Gewässern. Sie ist gewöhnt an schnelle Bewertungssysteme und kurze Kommunikationswege. Damit liegt ein naheliegendes Problem auf der Hand: Andere Generationen sind gewohnt an alte Bewerbungsprozesse und sind weniger präsent auf den entsprechenden Plattformen. Diese Beobachtung geht Hand in Hand mit der, über die Art der Jobs, die auf den neuen digitalen Pfaden wandern. Scheinbar naturgegeben erscheinen Sektoren die ihr täglich Brot auf die eine oder andere Weise durch oder mit Hilfe von medialen Prozessen verdienen, offener für neue digitale Entwicklungen. Eine Stelle in einer Redaktion oder einer Marketing Abteilung wird daher potentiell eher Gebrauch von den neuesten Bewerbungstools machen, als ein Ausbildungsplatz in einer Autowerkstatt.</p>
<p>Eine weitere Herausforderung bietet der Datenschutz. Was passiert mit sensiblen Bewerberdaten nach dem Bewerbungsverfahren und wie erkläre ich dem Algorithmus, dass ich nicht möchte, dass meine Daten in autonomen Headhuntings Berücksichtigung finden? Letztendlich birgt die mobile Bewerbung damit die Gefahr, die gläserne Bürgerin  oder Bürger zum Optimum des Bewerbungsmarktes zu erheben. Privates und Berufliches versmischen sich unwiderruflich, wenn auf sozialen Netzwerken nur noch das geteilt wird, was dem zukünftigen Arbeitgeber oder der zukünftigen Arbeitgeberin potentiell gefallen könnte. Wird der Arbeitsplatz zudem beispielsweise auf dem eigenen Profil angegeben, stellt sich außerdem die Frage, ob auf der entsprechenden Plattform noch als Privatperson agiert wird, oder doch als Repräsentant des Unternehmens.</p>
<p>Letztendlich erscheinen besonders kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland noch immer im Dornröschenschlaf hinsichtlich der Akzeptanz neuer Techniken. An innovativen Ideen, die versprechen den Bewerbungsprozess einfacher, transparenter und damit letztendlich effektiver zu machen mangelt es jedenfalls nicht. Denn die Bewerbung per Smartphone bietet nach wie vor viel Potential. Neben der Zeitersparnis stellt vor allem die objektive Bewertung einen großen, potentiellen Vorteil des Mobile Recruitings dar. Ob zwischenmenschliche Prozesse und das Recht auf Privatsphäre dabei jedoch genügend berücksichtigt werden, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Titelbild: © mohammed_hassan via <a href="https://pixabay.com/de/gelegenheit-rekrutierung-3185099/">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a> </strong></p>
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