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	<title>Laura Kastner &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Laura Kastner &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Human Enhancement: Risiken und Nebenwirkungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2016 08:53:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und sie werden in verstärktem Maße eingesetzt werden. Dadurch ergeben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cyborg-Andres_Nieto_Poras-CC_by_SA_2.0-via_flickr.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-148882 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cyborg-Andres_Nieto_Poras-CC_by_SA_2.0-via_flickr.jpg" alt="311/365: Cargando las pilas von Andres Nieto Poras unter CC by SA 2.0 via flickr" width="640" height="280" /></a>Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und sie werden in verstärktem Maße eingesetzt werden. Dadurch ergeben sich neue Chancen, sowohl für den einzelnen Anwender, wie auch für die Gesellschaft. Auf der anderen Seite ergeben sich aus neuen Technologien auch neue Herausforderungen für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Diese Chancen und Herausforderungen lohnt es genauer zu beleuchten.</p>
<p>Der Begriff Human Enhancement <a href="http://politik-digital.de/news/human-enhancement-und-die-kuenstliche-verbesserung-des-menschenschoener-schneller-klueger-148808/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bezeichnet</a> verschiedene Technologien, die zur (Selbst-) Erweiterung und Optimierung von Menschen eingesetzt werden. Die Technologien, die in diesem Zusammenhang am häufigsten genannt werden, sind mechanische Erweiterungen, Medikamente, die zur Leistungssteigerung genutzt werden, und gentechnische Verfahren. Die beteiligten Akteure reichen dabei von Forschungseinrichtungen und dem Militär bis zu DIY-Cyborgs und Transhumanisten, die von einer Evolution hin zu einer neuen Spezies mit Hilfe von Technik träumen.</p>
<h3>Träume von einer besseren Zukunft</h3>
<p>Human Enhancement weckt verschiedenste Träume und Hoffnungen. Mit Hilfe neuer technischer Entwicklungen sollen sich alle Probleme der Menschheit lösen lassen, so die Vision. Körperliche Gebrechen und Alterungsprozesse werden durch Medizin und Mechanik aufgehoben. Geringe geistige und emotionale Fähigkeiten werden durch Neuroenhancement verbessert und eröffnen neue Möglichkeiten. Spätestens wenn wir nur noch Bewusstsein in einer Maschine sind, werden alle Geschlechter-, Rassen-, oder ökonomischen Ungleichheiten aufgehoben.</p>
<p>Dieser glorreichen Zukunftsvision stehen einige Befürchtungen entgegen. Manche beziehen sich auf spezielle Themen, wie Doping im Sport. Andere sind viel breiter und umfassen die gesamte Enhancement-Debatte.</p>
<h3>Menschen und Übermenschen</h3>
<p>Befürwortern von Human Enhancement hoffen, dass durch die Technik soziale Gräben überbrückt werden. Wenn alle Menschen durch Technologie auf ein gleiches Level an Leistungsfähigkeit gehoben werden, so die Theorie, haben alle die gleichen Chancen auf Teilhabe. Kritiker befürchten jedoch genau das Gegenteil, weil viele Enhancement-Technologien darauf ausgelegt sind, die Leistung des Einzelnen im Konkurrenzkampf zu verbessern.</p>
<p>Neue Technologien werden tatsächlich oft zuerst in sozial privilegierten Schichten genutzt, wie früher Computer oder Mobiltelefone. Wenn diese Schichten auch leistungssteigerndes Enhancement als erste nutzen, können sie sich noch größere Vorteile verschaffen. Die Technologien würden dann nicht zu einer größeren Annäherung, sondern im Gegenteil zu einer größeren Kluft zwischen verschiedenen sozialen Schichten führen. Je nachdem wie radikal diese Entwicklung ist, könnte die Kluft unüberbrückbar werden und (hier treffen sich die Kritiker mit enthusiastischen Transhumanisten) gleichsam statt einer Klassen- eine Rassen-Gesellschaft entstehen, bei der die Verbesserten die volle Kontrolle und Hoheitsgewalt besitzen und ihre Macht nicht teilen wollen. Aber auch das ist nur eine mögliche Zukunftsvision. Ihr wird entgegengehalten, dass neue Technologien in der Regel schnell billiger werden und sich dann schnell verbreiten. Gerade kompaktere Technologien können so neue Möglichkeiten schaffen, wie das Beispiel der Handynutzung in <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-in-entwicklungslaendern-148704/">Entwicklungsländern</a> zeigt.</p>
<h3>Human Enhancement zur Leistungssteigerung</h3>
<p>Wie sehr trifft diese Diskussion eigentlich das Problem? Schaut man sich bisherige Entwicklungen an, hat es bis jetzt noch keine Technologie gegeben, die für sich alleine für den Aufstieg oder Fall einer Bevölkerungsgruppe gesorgt hätte. Genauso wenig lässt sich das eine Persönlichkeitsmerkmal bestimmen, das entscheidend für den persönlichen Erfolg ist. Technologien haben natürlich einen Einfluss auf Entwicklungen. Aber auch z.B. Erziehung, Rohstoffvorkommen, Umweltbedingungen, Bildung oder materielle Grundausstattung.</p>
<p>Enhancement-Begeisterten wird oft vorgeworfen, sich nicht für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft zu interessieren.  Das vorrangige Ziel sei die Selbstoptimierung und gemacht werde, was möglich ist. Probleme würden dabei aus einer rein technischen Perspektive angegangen und der gesellschaftliche Kontext außen vor gelassen.</p>
<p>Die Bewegung wird als neoliberal und egozentrisch bezeichnet. Ein Vorwurf, der sich auch auf die gesamte Diskussion beziehen lässt. Denn die Leistungsfähigkeit wird sowohl von Gegnern als auch Befürwortern als allein ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg angesehen, andere Faktoren, wie etwa soziale Fähigkeiten, werden außer Acht gelassen. Die Frage wäre dann nur noch, ob alle die Möglichkeit haben sollen, ihre eigene Leistungsfähigkeit so zu steigern. Vielleicht sollte die Debatte aber auf einer viel grundlegenderen Ebene geführt werden: Wollen wir eine Gesellschaft, in der es vor allem darum geht, möglichst leistungsfähig zu sein, egal um welchen Preis?</p>
<h3>Selbstoptimierung um jeden Preis?</h3>
<p>Manchmal geht es aber nur um das Wohlbefinden einzelner Nutzer und nicht um den gesellschaftlichen Kontext. Als erstes stellt sich dann die Frage: Warum will man sich überhaupt optimieren? Für manche ist das Motiv für die technische Veränderung nicht so sehr die Optimierung im Sinne einer Anpassung an die Leistungsgesellschaft. Stattdessen geht es um Selbstverwirklichung und die Erweiterung der Sinne und Möglichkeiten.</p>
<p>Für die Meisten dürfte jedoch die Verbesserung im Vordergrund stehen. Bei  einigen wenigen, radikalen Vertretern  geht es letztlich sogar um als minderwertig betrachteten menschlichen Körper, hin zu einem besseren Maschinenkörper. Sie machen aber nur einen kleinen Teil derer aus, die sich verbessern wollen.</p>
<p>Ein viel häufigerer Grund dürfte allerdings die Anpassung an einen äußeren Konkurrenzdruck sein. Wenn man das Gefühl hat, in einer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft nicht mithalten zu können, scheint Leistungssteigerung eine sinnvolle Option. Wenn manche Menschen anfangen sich zu optimieren, steigen damit nach und nach die Standards. Das kann dann dazu führen, dass Enhancement zum Beispiel von Arbeitgebern erwartet wird und Menschen sich genötigt sehen, sich gegen ihren Willen zu enhancen. Eine ähnliche Entwicklung hat sich schon bei Mobiltelefonen gezeigt. Mittlerweile kommt man ohne Handy kaum noch zurecht. Freunde und Arbeitgeber erwarten, dass man ständig erreichbar ist. Um dem vorzubeugen hilft wahrscheinlich eher ein generelles Umdenken und Entschleunigung statt dem Verbot einzelner Techniken.</p>
<p>Auch in der Technologie selbst können Gefahren stecken. Komplexe technische Erweiterungen müssen meist von außen steuer- und wartbar sein. Wenn es Zugriffsmöglichkeiten von außen gibt, wird die Technik immer auch angreifbar. Wer sich zum Beispiel einen über Funk auslesbaren Chip (RFID) einpflanzt oder seine Vitaldaten aufzeichnet, muss damit rechnen, dass auch andere (gegen den eigenen Willen) das Gerät auslesen können. Teilweise ist die Gefahr aber nicht so offensichtlich. Auch Geräte wie zum Beispiel Herzschrittmacher haben oft Zugangsmöglichkeiten von außen. Diese Zugangsmöglichkeiten sind notwendig, um die Funktionsfähigkeit zu kontrollieren und im Notfall Fehler ohne schwere invasive Eingriffe zu beheben. Solche Geräte vollkommen unhackbar zu machen ist extrem schwer, vielleicht unmöglich. Ist das ein <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-12/32c3-herzschrittmacher-hacker" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Risiko</a>, das man in Kauf nehmen muss?</p>
<h3>Gute und böse Technik</h3>
<p>Der amerikanische Technikhistoriker Melvin Kranzberg hat den Satz geprägt „Technik ist weder gut noch böse; noch ist sie neutral“. Er meint damit, dass das Ergebnis bestimmter Techniken immer von dem Kontext abhängt, in dem sie genutzt werden. Wenn Techniken verwendet werden, haben sie einen Einfluss auf ihre Umgebung und dieser Einfluss muss nicht immer der sein, der beabsichtigt wurde.</p>
<p>Das trifft auch auf die verschiedenen Human Enhancement-Technologien zu. Weder werden sie den Untergang der Menschheit herbeiführen, noch werden sie unsere Welt zu einem strahlenden Utopia machen. Je nach dem Kontext, in dem sie angewendet werden, können sie zu einer besseren, wie zu einer schlechteren Welt beitragen.</p>
<p>Eines wird jedoch geschehen: Mit dem Fortschreiten der Technik werden neue Human Enhancement-Technologien entstehen und in verstärktem Maße eingesetzt werden. Von daher ist es wichtig, sich möglichst früh mit der Entwicklung auseinanderzusetzen und nicht erst dann regulierend einzuschreiten, wenn die Entwicklung längst an den Regelungen und Lebenskonzepten vorbeigezogen ist.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/anieto2k/6323054995/in/photolist-aCKiXz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">311/365: Cargando las pilas</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/anieto2k/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andres Nieto Poras</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC by SA 2.0</a> via flickr</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Human Enhancement und die künstliche Verbesserung des Menschen: schöner, schneller, klüger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2016 08:04:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soldaten, die niemals müde werden, Sportler, die immer schneller laufen, und Schüler, die pausenlos lernen können: die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Menschen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Congreso_Wearbales_Big_Data_Salud_2-COM_Salud-CC_by_SA_2.0-via_Flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148809 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Congreso_Wearbales_Big_Data_Salud_2-COM_Salud-CC_by_SA_2.0-via_Flickr.jpg" alt="Congreso_Wearbales Big Data_Salud 2 COM Salud CC by SA 2.0 via Flickr" width="640" height="280" /></a> Soldaten, die niemals müde werden, Sportler, die immer schneller laufen, und Schüler, die pausenlos lernen können: die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Menschen mit technischen Geräten und wissenschaftlichen Verfahren zu verändern, hat längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten und die Themen werden im Bundestag diskutiert. Eine Einführung in das Thema Human Enhancement.</p>
<p>Menschen auf mechanische, chirurgische oder gar genetische Weise zu verbessern klingt nach Science-Fiction. Aber während vollautomatische externe Skelette zu Unterstützung der Körperkraft und der Röntgenblick noch in ferner Zukunft liegen, versuchen Menschen schon jetzt in vielen Bereichen, die biologischen Grenzen ihrer Spezies zu überschreiten. Im englischen Sprachraum und wissenschaftlichen Debatten spricht man in dem Fall von „Human Enhancement“, also menschliche Verbesserung oder Erweiterung.</p>
<p>Meist geht es um drei Varianten: Erstens um mechanische Erweiterungen wie Prothesen, Herzschrittmacher und Hörgeräte. Zweitens um Medikamente, die zur Leistungssteigerung genutzt werden. Und drittens um gentechnische Verfahren, die von Präimplantationsdiagnostik bis zur Gentherapie reichen.</p>
<h3>Wie Menschen sich durch Technik verbessern</h3>
<p>Auch wenn das Thema nicht unter dem Begriff Human Enhancement diskutiert wird, hat die Debatte über konkrete Beispiele längst die Mitte der Gesellschaft erreicht. Medien und Politik beschäftigen sich damit, z.B. beim Sport. Weil dort der direkte Vergleich von Leistungen im Vordergrund steht, haben auch leichte Veränderungen der Leistungsfähigkeit große Auswirkungen. Seit Jahren taucht das Thema Doping bei fast jeder sportlichen Großveranstaltung in den Medien auf. Relativ neu ist hingegen die Frage, wie Sportler mit künstlichen Körperteilen einzuordnen sind. Der unterschenkelamputierte Oscar Pistorius bekam 2008 vom Internationalen Sportgerichtshof das Recht zugesprochen, mit Prothesen als Läufer bei den regulären Olympischen Spielen anzutreten. Dies entfachte eine Debatte darüber, ob Prothesen leistungsfähiger als normale Gliedmaßen sind und wie man sportlich fair damit umgeht. Im Jahr der Entscheidung verfehlte Pistorius die Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele, 2012 in London startete er dann jedoch bei der 400-Meter-Staffel.</p>
<p>Der medizinisch nicht notwendige Einsatz von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Leistungssteigerung ist ein weiteres Thema, das immer wieder in den Medien auftaucht und auch auf politik-digital.de schon <a href="http://politik-digital.de/news/hirndoping-und-supermenschen-was-war-was-kommt-148730/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diskutiert</a> wurde. Menschen versuchen, sich durch das Einnehmen von Medikamenten wie Ritalin oder Modafinil Vorteile im stressigen Lern- oder Arbeitsalltag zu verschaffen.</p>
<p>Auch der Umgang mit menschlichem Erbgut steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, zuletzt durch die Bundestagsdebatten zur Präimplantationsdiagnostik. In diesem Fall ist die aktuelle Anwendung fast ausschließlich therapeutisch. Kritiker sehen jedoch die Gefahr, mit Hilfe der selben Technologien „Wunschbabys“, bei denen spezielle genetische Anlagen bevorzugt werden, zu erzeugen.</p>
<p>Für die Technikinteressierte besonders spannend sind elektronische Implantate, zurzeit noch vor allem Herz- oder Hirnschrittmacher. Zentral ist dabei die Frage nach der Sicherheit dieser Geräte. Wie in vielen anderen Bereichen muss eine Nutzen-Risiko-Abwägung stattfinden: Die Implantate senden ihre Daten an den behandelnden Arzt. Dabei ist es einerseits hilfreich, wenn die Implantate die Daten drahtlos an den Arzt schicken. Dadurch können kritische Veränderungen festgestellt werden und in einem Notfall, etwa bei einem Herzinfarkt, erfolgt ein automatischer Notruf. Andererseits öffnet die drahtlose Verbindung einen Zugang von außen. Unbefugte könnten darüber vertrauliche Daten abrufen oder die Geräte im schlimmsten Fall hacken.</p>
<figure id="attachment_148814" aria-describedby="caption-attachment-148814" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Oscar_Pistorius_at_the_2012-Jim_Thurston-CC_by_SA_2.0-via_Wikimedia_Commons1.jpeg"><img decoding="async" class="wp-image-148814 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Oscar_Pistorius_at_the_2012-Jim_Thurston-CC_by_SA_2.0-via_Wikimedia_Commons1-630x324.jpeg" alt="" width="630" height="324" /></a><figcaption id="caption-attachment-148814" class="wp-caption-text">Oscar Pistorius bei den Olympischen Spielen 2012</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Cyborgs in der Mitte der Gesellschaft</h3>
<p>Viele Human Enhancement-Techniken werden auch in therapeutischen Verfahren eingesetzt. Dadurch ist die Grenze zwischen Therapie und Verbesserung fließend. Die Grenze ist auf jeden Fall überschritten, wenn die Technik Möglichkeiten eröffnet, die über die Fähigkeiten der menschlichen Spezies hinausgehen. Andere Fälle sind nicht so klar einzuordnen: Ein Hörgerät ist normalerweise eine therapeutische Maßnahme, die eingesetzt wird, wenn das Gehör durch Unfall oder Krankheit geschädigt ist. Wenn man mit dem Hörgerät dann Frequenzen wahrnehmen kann, die außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen, gilt es als Enhancement.</p>
<p>In letzter Zeit wird zudem eine Theorie mit einem sehr breiten Human Enhacement-Begriff immer mehr populärer. Dieser Theorie zufolge sind wir durch unsere alltägliche enge Verknüpfung mit technischen Geräten sowieso schon alle mehr oder weniger Cyborgs. Die Geräte erweitern dabei unsere Sinne und geben uns Zugang zu Wissen, das kein Mensch im Kopf behalten könnte. Viele Menschen haben so eine engen Verbindung zu ihrem Smartphone, dass sie ohne es einen tatsächlichen Verlust und eine Einschränkung ihrer Sinne und Kommunikationsmöglichkeit erleben. Fast als wäre das Smartphone ein fester Teil von ihnen.</p>
<p>Auf einer weniger abstrakten Ebene können Wearables wie Fitness-Armbänder oder Google Glasses wie Implantate funktionieren. Die in die Kleidung integrierten oder unmittelbar am Körper getragenen Geräte können oft die verbessernden Funktionen übernehmen, die in klassischen Science-Fiction-Stories Implantate haben. Manchen Kritikern geht diese Definition von Human Enhancement zu weit:  Nach ihrer Ansicht sollten nur unumkehrbare Eingriffe als „Human Enhancement“ im strengen Sinne gelten. Brillen, die man weglegen, und Kleidung, die man ausziehen kann, zählen dann nicht.</p>
<p>In dieser <a href="https://www.flickr.com/photos/ursonate/22750359393/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grafik</a> finden Sie einen Überblick über die derzeitigen Enhancement-Möglichkeiten.</p>
<h3>Human Enhancement für alle</h3>
<p>Nicht nur Wissenschaftler und hochgerüstete militärische Labore entwickeln neue Human Enhancement-Techniken. Auch viele mehr oder weniger normale Menschen haben sich der Idee der Selbstoptimierung und –erweiterung verschrieben. Das beginnt ganz einfach bei Schönheitsoperationen und Body-Modifications und geht bis zu selbsternannten „Bio-Hackern“. Diese Hacker versuchen, sich nach dem Motto „do it yourself“ zu optimieren. Manche tun dies auf herkömmliche Art, indem sie versuchen, durch gezielte Diäten oder Training das Beste aus sich herauszuholen. Andere implantieren sich selbst Magnete oder <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/cebit-2016-wie-ich-in-hannover-zum-cyborg-wurde-a-1080672.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über Funk auslesbare Chips (RFID)</a>. Mit diesen Chips können dann Türen geöffnet und persönliche Informationen „sicher“ gespeichert werden.</p>
<p>Die Gründe, den Schritt zur dauerhaften Veränderung zu wagen, unterscheiden sich so wie die Anwender. Bei manchen ist der Grund Leistungsdruck oder das Gefühl, ohne Verbesserungen nicht mit der Gesellschaft mithalten zu können. Bei anderen lautet der Grund schlicht: „Es ist möglich.“</p>
<figure id="attachment_148815" aria-describedby="caption-attachment-148815" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/transhumanist-evolution-Laura-Kastner-CC0.png"><img decoding="async" class="wp-image-148815 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/transhumanist-evolution-Laura-Kastner-CC0-630x320.png" alt="transhumanist evolution-Laura Kastner-CC0" width="630" height="320" /></a><figcaption id="caption-attachment-148815" class="wp-caption-text">Die transhumanistische Vorstellung der Evolution</figcaption></figure>
<p>Andere Menschen haben sich der Weiterentwicklung als Ideologie verschrieben. Die Transhumanistische Bewegung verfolgt die Idee, dass sich Menschen mit Hilfe von Technik jenseits der biologischen Evolution weiterentwickeln können. Dadurch, so der Gedanke, wird es irgendwann eine neue Spezies jenseits des biologischen Menschen geben, die die Begrenzung des menschlichen Körpers und der menschlichen Psyche hinter sich lässt.</p>
<p>Ob es nun um Träume von einem besseren Menschen geht, gedopte Sportler oder Menschen, die versuchen, in einer Leistungsgesellschaft mithalten zu können: Human Enhancement ist es ein Thema, das mit seinen verschiedenen Facetten in der Mitte der Gesellschaft präsent ist und nach einer differenzierten und konsequenten Auseinandersetzung verlangt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bilder:<br />
Titelbild <a href="https://www.flickr.com/photos/com_salud/15337748109/">Congreso Wearables Big Data Salud 2</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/com_salud/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COM Salud</a> via flickr unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a>/Original zugeschnitten<br />
Bild 1 <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oscar_Pistorius,_the_first_round_of_the_400m_at_the_London_2012_Olympic_Games.jpeg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oscar Pistorius, the first round of the 400 m at the London 2012 Olympic Games</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/jimthurston/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jim Thurston</a> via Wikimedia Commons unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a>/Original zusgeschnitten<br />
Bild 2 <a href="https://pixabay.com/en/evolution-human-walking-24560/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evolution-human-walking</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/ClkerFreeVectorImages-3736/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ClkerFreeVectorImages</a> via pixabay unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>; <a href="https://pixabay.com/en/man-side-robot-cyborg-android-320268/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">man-side-robot-cyborg-android</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/DrSJS-149538/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DrSJS</a> via pixabay unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>/Originale zusammengeschnitten</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hirndoping und Supermenschen: Was war, was kommt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hirndoping-und-supermenschen-was-war-was-kommt-148730/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2016 14:04:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Supermenschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Angenommen, es gäbe ein Medikament, das uns ohne Nebenwirkungen zu einer besseren „Version“ von uns selbst macht – was würden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/view-high-above-top_Alex-Wong_CC0_via_pexels.jpeg" rel="attachment wp-att-147353"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148732 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/view-high-above-top_Alex-Wong_CC0_via_pexels.jpeg" alt="view high above top-Alex Wong-CC0-via pexels.jpeg" width="640" height="280" /></a>Angenommen, es gäbe ein Medikament, das uns ohne Nebenwirkungen zu einer besseren „Version“ von uns selbst macht – was würden wir tun? Im Diskursprojekt „Supermenschen“ wurde unter anderem diese Frage gestellt und die komplexe Debatte um Hirndoping mit verschiedenen Experten in mehreren Videochats beleuchtet. Neben einem Blick auf die individuelle Betroffenheit – Motive, Suchtpotential und mögliche gesundheitliche Schäden – gab es auch Hangouts zu den Folgen der Einnahme leistungssteigernder Mittel für unsere Gesellschaft und rechtlichen Fragen. In unserem letzten Videochat haben wir mit jungen Menschen über ihre Meinung und Erfahrungen zum Thema gesprochen.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=eTjS1NyqsA4" title="Hirndoping und Supermenschen: Was war, was kommt?" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/eTjS1NyqsA4?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Bestreben der Menschen, sich mental zu verbessern, gab es wahrscheinlich schon immer. Hirndoping ist dabei eine der viel diskutierten Möglichkeiten, die eine Steigerung der persönlichen Leistung versprechen. Das Projekt „Supermenschen“ will einen Beitrag zur kontroversen Debatte um Hirndoping leisten und insbesondere jungen Menschen eine Plattform für eine lebhafte Diskussion bieten. Gemeinsam mit vier Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben wir in unserem letzten Videochat noch einmal die wichtigsten Fragen der vergangenen Hangouts diskutiet. Was sind mögliche Gründe dafür, Hirndoping zu betreiben? Ist es in Ordnung, anderen gegenüber dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu haben? Warum hat Hirndoping eigentlich einen so schlechten Ruf?</p>
<p>Diese und weitere Fragen diskutiert Moderator <a href="http://www.kommunikationsbuero.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frank Ulmer</a> am<strong> 23.03. ab 17 Uhr </strong>mit folgenden Gästen:</p>
<ul>
<li><strong>Nadire Biskin,</strong> Masterstudentin Philosophie/Ethik und Spanisch<strong><br />
</strong></li>
<li><strong>Tim Sippel</strong>, Absolvent Empirische Politik und Sozialforschung</li>
<li><strong>Stefanie Ruf</strong>, Masterstudentin Business Coaching und Chance Management</li>
<li><strong>Lena Krumbein</strong>, Bachelorstudentin Kommunikationswissenschaft</li>
</ul>
<p>Habt Ihr Fragen zum Thema? Meldet Euch bei uns unter redaktion@politik-digital.de oder stellt Eure Fragen über die Kommentare oder direkt auf <a href="http://supermenschen.info/live-hangout/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>supermenschen.info</strong>.</a></p>
<p><a href="http://supermenschen.info/ueber-das-projekt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier</a> gibt es weitere Information zu dem Projekt supermenschen.</p>
<p>Hier geht es zum <a href="http://politik-digital.de/news/kleine-pille-grosse-wirkung-launch-der-seite-supermenschen-info-zum-thema-hirndoping-146163/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/die-allzeit-bereit-pille-was-macht-hirndoping-mit-unserem-koerper-146835/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/hangout-zu-gesellschaftlichen-auswirkungen-von-hirndoping-147352/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> und <a href="http://politik-digital.de/news/was-darf-ich-mit-meinem-koerper-hirndoping-aus-rechtlicher-sicht-148473/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vierten</a> Videochat unserer Hangout-Reihe. <strong><br />
</strong></p>
<p>Bild: <a href="https://unsplash.com/photos/ssrbaKvxaos" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alex Wong </a>, <a class="external" href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Wahlprogramme in Rheinland-Pfalz: Von Breitbandausbau bis eAgriculture</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2016 14:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlprogramme]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 13.03 sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen. Durch den wahrscheinlichen Einzug der AfD und den möglichen erneuten Einzug der FDP wird [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mainz_Deutschhaus-Andreas_Praefcke_CC-by-SA-4.0-via-wikimedia_commons.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148658 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mainz_Deutschhaus-Andreas_Praefcke_CC-by-SA-4.0-via-wikimedia_commons.jpg" alt="Mainz Deutschhaus-Andreas_Praefcke CC by SA 4.0 via wikimedia commons" width="640" height="280" /></a>Am 13.03 sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen. Durch den wahrscheinlichen Einzug der AfD und den möglichen erneuten Einzug der FDP wird sich die politische Lage im Land verändern und neue Koalitionsmöglichkeiten eröffnen. In den Wahlprogrammen aller Parteien, die Chancen auf den Einzug in den Landtag haben, tauchen dabei Internet und digitale Infrastruktur als Wahlkampfthemen auf. Wie sehr unterscheiden sich dabei die Positionen der Parteien? Oder wollen am Ende doch alle das Gleiche?</p>
<p>Die digitale Welt, da sind sich alle untersuchten Parteien (SPD, CDU, die Grünen, AfD, FDP, die Linke) einig, ist heute in vielfältiger Weise für die Rheinland-Pfälzer von Bedeutung. Wo genau sie jedoch ihre Schwerpunkte setzen, da unterscheiden sich die Parteien. Wir haben die Wahlprogramme der Parteien in Rheinlandpfalz auf netzpolitische Themen untersucht.</p>
<h3>SPD- weiter wie bisher</h3>
<p>Die SPD setzt auf Bewährtes und vertritt keine überraschenden oder außergewöhnlichen netzpolitischen Standpunkte. Sie ist die führende Partei der aktuellen Regierungskoalition und die meisten konkreten Pläne sind Weiterführungen bereits bestehender Projekte, wie etwa beim Thema Breitband (50 Mbit/s bis 2018), eGovernment (Open Government Portal und elektronische Akte) oder Onlineschlichtungsverfahren. Bei geplanten Projekten wählt sie viele sehr vorsichtige Formulierungen. Die Partei will sich für „Die Freiheit des Einzelnen, sich in der digitalen Welt frei zu bewegen“ einsetzen, wobei jeder dabei „möglichst selbstbestimmt“ über seine Daten verfügen können sollte. Weder wie man sich in der digitalen Welt frei bewegt, noch wie viel Selbstbestimmung denn möglich ist, wird dabei genauer definiert.</p>
<p>Die digitale Wirtschaft ist auch ein Thema im Wahlprogramm der Sozialdemokraten. Hier wollen sie vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen. Außerdem planen sie, ganz in der SPD-Tradition, die Gewerkschaften mit einbinden und wollen die Digitalisierung für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen.</p>
<h3>Umwelt als roter Faden bei den Grünen</h3>
<p>Neben der CDU haben die Grünen das umfangreichste Wahlprogramm. Bei ihnen zieht sich eindeutig das grüne Kernthema „Umwelt“ als roter Faden durch das Parteiprogramm. Abgesehen von der CDU sind die Grünen die einzige Partei, die eine smarte Infrastruktur für wünschenswert hält, weil sie umweltschonend ist. Ähnlich sieht es in der Wirtschaftspolitik aus: Die Grünen möchten die Chancen der Digitalisierung nutzen und Unternehmen dabei unterstützen, weil damit eine effizientere Ressourcennutzung und damit eine ökologischere Wirtschaft möglich ist.</p>
<p>Weitere große Themen der Grünen sind Transparenz und Teilhabe der Bürger am digitalen Leben. Die Teilhabe, unabhängig vom Einkommen, wollen sie zum Beispiel durch öffentlich zugängliche Internetzugänge und den Gebrauch von Open-Source Software in Schulen und Verwaltung erreichen. Außerdem soll es digitale Angebote geben, um den Kontakt von Bürgern und Verwaltung zu verbessern. Zudem möchten die Grünen Politik, Verwaltung und Recht transparenter gestalten, etwa durch Livestreaming von Rats- und Parlamentssitzungen oder online abrufbare Gerichtsurteile und einen öffentlich zugänglichen Haushalt in einem „Open-Government-Data-Portal Rheinland-Pfalz“.</p>
<p>Auch bei anderen netzpolitischen Themen weichen die Rheinland- Pfälzer nicht so weit von der Parteilinie ab und sprechen sich gegen Vorratsdatenspeicherung und für Netzneutralität aus. Das Thema Netzneutralität erwähnen sie sogar als einzige der untersuchten Parteien.</p>
<p>Auch die Grünen nutzen ihr umfassendes Wahlprogramm, um auf einige Herzensthemen einzugehen. Als einzige Partei erwähnen die Grünen Flüchtlinge nicht nur als Objekt, über das im Netz diskutiert wird, sondern als aktive Internetnutzer. Sie möchte daher freie WLAN Zugänge an allen Erstaufnahmestandorten einrichten, damit Flüchtlinge über das Internet mit ihren Familien kommunizieren können.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Entwurf-Breitbandausbau-RLP.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148666 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Entwurf-Breitbandausbau-RLP-630x418.png" alt="Breitbandausbau Wahlprogramme Rheinland-Pfalz by Danielschumacher CC by SA 3.0" width="630" height="418" /></a></p>
<h3></h3>
<h3>Die CDU zwischen Tradition und Moderne</h3>
<p>Die CDU in Rheinland -Pfalz präsentiert sich sowohl als Bewahrerin alter Werte als auch als moderne, zukunftsorientierte Partei. Als einzige Partei bewertet sie Digitalisierung als Querschnittsaufgabe, die von „eAgriculture“ über „eGovernment“ bis „Studium 4.0“ reicht. Dass die CDU nicht auf bedingungslose Zustimmung zur Digitalisierung setzt, zeigen Abschnitte wie dieser: „[Wir] müssen […] in den Menschen stark machen, was Computer nicht können: Fragen stellen, abwägen und kritisch urteilen, inhaltliche Bildung und Werte leben. Wir brauchen starke ‚Menschen 1.0‘ für eine neue ‚Welt 4.0‘“.</p>
<p>In vielen Bereichen ist die CDU die einzige Partei, die sich zur Digitalisierung äußert. Beispielsweise in der Landwirtschaft mit „eFarming/eAgriculture“: Hier will die CDU einen verstärkten Einsatz neuester Technologien vorantreiben. Und während andere den Bereich Telemedizin (bei der CDU „eHealth“) nur kurz erwähnen, hat die CDU dazu ein Konzept ausgearbeitet, das etwa selbstverwaltete elektronische Patientenakten vorsieht.</p>
<p>Das Regierungsprogramm der CDU ist 103 Seiten lang und so nehmen sich die Christdemokraten mehr Raum, Vorhaben genauer zu erklären als manch andere Partei. Das gilt zum Beispiel auch für das Thema Breitbandausbau. Zum einen möchte die CDU mehr Geld in den Ausbau investieren. Zum anderen möchte sie aber auch andere Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, was letztlich meist zur einer stärkeren Beteiligung der Industrie führt. Sie schlägt zum Beispiel „Public Private Partnerships“ vor oder Profit-Sharing Modelle, bei denen das Netz gemeinsam von Telekommunikationsanbietern, Tiefbauunternehmen und Energieversorgern aufgebaut und betrieben wird.</p>
<p>Auch wenn sich die CDU für Zukunftsthemen wie SmartCitys und fahrerloses Fahren stark machen will, zeigen sich grade im juristischen Bereich („eJustice“) die traditionellen Werte der CDU, zum Beispiel beim Thema Vorratsdatenspeicherung: „Datenschutz genießt in Zeiten der Digitalisierung hohe Priorität. Deswegen ist es auch richtig, dass der Bundestag jetzt die Vorratsdatenspeicherung beschlossen hat.“ Auch sonst setzt sie sehr auf das traditionelle CDU-Thema Sicherheit. So möchte sie zum Beispiel mehr Geld und Personal im Kampf gegen CyberCrime einsetzen und bekennt sich „klar zur Notwendigkeit nachrichtendienstlicher Maßnahmen zur Erkennung von Gefahren für die freiheitliche-demokratische Grundordnung“.</p>
<h3>Die FDP bleibt sich treu</h3>
<p>Der netzpolitische Schwerpunkt der FDP liegt klar im Bereich Justiz. In den anderen Bereichen vertritt die FDP Positionen, die auch in den Programmen fast aller anderen Parteien zu finden sind: Ausbau des eGovernment, verstärkter Einsatz neuer Technologien und Breitbandausbau.</p>
<p>Auch bei der FDP sind es die klassischen liberalen Kernthemen, bei denen sich die Partei abhebt. Als einzige Partei setzt sie bei der Finanzierung des Breitbandausbaus fast ausschließlich auf marktgetriebene Prozesse. Dabei ist es ihr wichtig, dass der Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt erhalten bleibt.</p>
<p>Die FDP spricht sich wie SPD, Grüne und Linke gegen Kommunikationsüberwachung und für einen besseren Datenschutz aus. Als einzige Partei fordert sie jedoch „Zentralstellen für Datenschutzverstöße bei den Staatsanwaltschaften“ und appelliert an den Gesetzgeber, „durch verständliche, rechtsstaatlich einwandfreie und vor allem praktikable Vorgaben den Umgang mit persönlichen Daten zu regeln“.</p>
<p>Außerdem will die FDP verstärkt Cyberkriminalität bekämpfen. Dazu sollen Experten eingesetzt und Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte, soweit datenrechtlich möglich, besser elektronisch vernetzt werden um die Strafverfolgung zu erleichtern.</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Entwurf-Datenschutz-RLP.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148667 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Entwurf-Datenschutz-RLP-630x418.png" alt="Datenschutz Wahlprogramme Rheinland-Pfalz by Daniel Schumacher CC by SA 3.0" width="630" height="418" /></a></h3>
<h3></h3>
<h3>Die Linke kann es sich leisten</h3>
<p>Die Linke bewegt sich in den Umfragen zur Landtagswahl bei circa fünf Prozent. Das bietet den Vorteil, dass die Partei kreativere Positionen als zum Beispiel die Regierungspartei SPD vertreten kann. Während andere Parteien vermeiden wollen, dass das Bundesland einen Großteil des Breitbandausbaus finanziert, schlägt die Linke genau das vor. Der Ausbau soll „nicht länger vor allem Aufgabe des Bundes und der Kommunen“ sein. Außerdem „darf der Breitbandausbau nicht alleine gewinnorientierten Unternehmen überlassen werden“ Eine stärkere Beteiligung des Landes scheint da unvermeidlich.<br />
Ansonsten unterscheidet sie sich netzpolitisch nicht so sehr von den Grünen, sie formuliert es nur radikaler, etwa mit Formulierungen wie „[…] lehnt DIE LINKE den weiteren Ausbau der staatlichen Überwachungsinfrastruktur ab“. Auch die Linke fordert mehr Möglichkeiten für Transparenz und Teilhabe und will staatliche Daten für Bürger zugänglich machen, Opern-Education-Verfahren in Schulen und offene WLAN-Zugänge in Landesbehörden etablieren.</p>
<h3>AfD- kurz und knapp</h3>
<p>Das Wahlprogramm der AfD ist mit 31 reich bebilderten Seiten mit Abstand das kürzeste Parteiprogramm der untersuchten Parteien. Dementsprechend knapp fallen auch ihre Aussagen zu Netzthemen aus. Das größte Potenzial der Digitalisierung sieht die AfD im Bereich Transparenz und direkter Demokratie, hier fordert sie interaktive Verfahren zur Information der Bürger und die Etablierung elektronischer Wahlverfahren für Volksentscheide.</p>
<p>Die AfD fordert wie die anderen Parteien auch den Ausbau des Breitbandnetzes, ohne jedoch weiter auf technische oder finanzielle Einzelheiten einzugehen. Sie hofft, dass dadurch abgelegene Standorte attraktiver werden und sieht die Vernetzung als Voraussetzung für Heimarbeitsplätze. Außerdem soll die Verwaltung digitalisiert werden, auch dazu gibt es keine konkreteren Ideen im Wahlprogramm.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Und wollen die Parteien das gleiche? Irgendwie schon. Vor allem in den Themen, die allen Parteien wichtig sind, wie Breitbandausbau oder elektronische Verwaltung, unterscheiden sich die Positionen nicht so sehr. Zwarhaben sie unterschiedliche Standpunkte, wann und wie das Breitbandnetz ausgebaut werden soll, aber dass es geschehen soll, darin sind sich alle einig.<br />
Wenn sich die Positionen der Parteien wirklich unterscheiden, wie etwa in der Sicherheitspolitik, oder in Finanzierungsfragen, dann sind auch das keine großen Überraschungen. Die netzpolitischen Positionen der Parteien in Rheinland-Pfalz entfernen sich insgesamt nicht weit von den angestammten Positionen der Parteien in anderen Bereichen.</p>
<p>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mainz_Deutschhaus_img01.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Praefcke</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 4.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Digitale Bürgersprechstunde mit der Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2016 13:49:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bürgersprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Steffi Lemke]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Grüne-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke war am 24. Februar 2016 in der Digitalen Bürgersprechstunde zu Gast. Dabei beantwortete die Diplomagraringenieurin Fragen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ankuendigung-Lemke-poldi.png"><img decoding="async" class="  alignnone wp-image-148348 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ankuendigung-Lemke-poldi.png" alt="Ankuendigung Lemke poldi" width="640" height="280" /></a>Die Grüne-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke war am 24. Februar 2016 in der <a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/steffi-lemke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Bürgersprechstunde</a> zu Gast. Dabei beantwortete die Diplomagraringenieurin Fragen zu aktuellen Themen wie der Flüchtlingssituation, zu ihrem Wahlkreis Dessau – Wittenberg, der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und zu ihren bundespolitischen Themen Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/8oAitW6gJSI" width="640" height="360" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><strong>Über die Abgeordnete</strong></p>
<p>Die 1968 in Dessau geborene Diplomagraringeneurin war von 1994 bis 2002 und ist seit 2013 wieder Mitglied des Bundestages für Bündnis 90/ Die Grünen. Sie ist Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft. In der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen agiert <a href="https://steffi-lemke.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steffi Lemke</a> als Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion und Sprecherin für Naturschutz. 1990 war sie eines der Gründungsmitglieder der Grünen Partei in der DDR.</p>
<p>Artikelbild: Original von  <a href="http://www.gruene-bundestag.de/fraktion/abgeordnete_ID_4389869/abgeordnete/lemke-3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Kaminski</a></p>
</div>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Was darf ich mit meinem Körper? Hirndoping aus rechtlicher Sicht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/was-darf-ich-mit-meinem-koerper-hirndoping-aus-rechtlicher-sicht-148473/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2016 13:55:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstoptimierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hirndoping]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungssteigerung]]></category>
		<category><![CDATA[Supermenschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Für unser Projekt supermenschen.info veranstalteten wir am 16.02.2016 einen Hangout zum Thema &#8220;Hirndoping aus rechtlicher Sicht&#8221;. Hier finden sie das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pharmaceuticals-Allan-Ajifo-SA-byCC-2.0-via-wikimedia-commons.jpg" rel="attachment wp-att-147353"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148474 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pharmaceuticals-Allan-Ajifo-SA-byCC-2.0-via-wikimedia-commons.jpg" alt="Pharmaceuticals Allan Ajifo SA by CC 2.0 via wikimedia commons" width="639" height="279" /></a>Für unser Projekt supermenschen.info veranstalteten wir am 16.02.2016 einen Hangout zum Thema &#8220;Hirndoping aus rechtlicher Sicht&#8221;. Hier finden sie das Video des Hangouts und ein kurze Einführung in die Fragestellung.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=DhyDCh-0jts" title="Was darf ich mit meinem Körper? Hirndoping aus rechtlicher Sicht" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/DhyDCh-0jts?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Neuro-Enhancement Präparate sind Medikamente, die für Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern wie ADHS oder Depressionen gedacht und nur auf Rezept erhältlich sind. Die Nutzung der Medikamente zur Leistungssteigerung ist eine Zweckentfremdung und stellt uns vor eine Fülle von rechtlichen Problemen:</p>
<p>Welche juristischen Konsequenzen ergeben sich für „gesunde“ Konsumenten durch die Einnahme von Hirndoping Präparaten? Welche Rolle spielen dabei Ärzte? Und inwieweit dürfen wir eigentlich laut Gesetz selbst über unsere Körper bestimmen? In unserem vierten Videochat am 16.02. diskutierten wir über rechtliche Aspekte des Hirndopings.</p>
<p>Allen voran steht dabei die Frage nach dem Recht auf Selbstbestimmung und dessen Grenzen. Die Einnahme von Neuro-Enhancern betrifft in erster Linie die eigene Person und den eigenen Körper. Inwiefern darf aber der Gesetzgeber bestimmen, welche Substanzen ich meinem Körper zuführen darf und welche nicht?</p>
<p>Damit zusammen hängt auch die Problematik der möglichen Verzerrung von Leistungen, beispielsweise in Prüfungssituationen durch die Einnahme leistungssteigernder Medikamente. Inwiefern können Leistungen, die unter Einfluss von Neuro-Enhancern erbracht wurden, juristisch angefochten werden?</p>
<p>Darüber hinaus berührt die rechtliche Dimension von Hirndoping auch die Frage nach den Beschaffungswegen der entsprechenden leistungssteigernden Mittel. So schaffen es scheinbar viele gesunde Konsumenten, trotz Rezeptpflicht die Medikamente von Ärzten zu bekommen. Welche Konsequenzen drohen Patienten, die beispielsweise Symptome vortäuschen um ein entsprechendes Rezept zu erhalten? Und mit welchen Folgen müssen Ärzte rechnen, die Patienten wissentlich Rezepte für Medikamente ausstellen, die sie gesundheitlich nicht brauchen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese und weitere Fragen diskutierte unser Moderator <a href="http://www.kommunikationsbuero.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frank Ulmer</a> am <strong>16.02. ab 17 Uhr </strong>mit folgenden Gästen:</p>
<ul>
<li><strong><a href="https://www.jura.uni-augsburg.de/lehrende/professoren/lindner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Dr. Josef Franz Lindner</a>:</strong> Professor für Öffentliches Recht, Medizinrecht und Rechtsphilosophie Universität Augsburg</li>
<li><strong><a href="http://www.suchtmedizin.de/team.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karsten Strauß</a>:</strong> Arzt und Sozialpädagoge, Suchttherapeut und Mitbegründer von „Strauß und Partner- Institut für Suchtmedizin“</li>
<li><strong><a href="http://www.law-school.de/deutsch/lehre-forschung/lehrstuehle-professoren/professor-dr-jens-pruetting-llmoec/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prof. Dr. Jens Prütting:</a></strong> Stiftungs-Juniorprofessor Bucerius Law School</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hangout4_3.jpg" rel="attachment wp-att-147369"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148475 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hangout4_3.jpg" alt="Hangout 4 Gäste" width="1010" height="300" /></a></p>
<p>Habt Ihr Fragen zum Thema oder möchtet Ihr Euch bei den kommenden Hangouts einbringen? Meldet Euch bei uns unter redaktion@politik-digital.de oder stellt Eure Fragen über die Kommentare oder direkt auf <a href="http://supermenschen.info/live-hangout/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>supermenschen.info</strong>.</a></p>
<p><a href="http://supermenschen.info/ueber-das-projekt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier</a> gibt es weitere Information zu dem Projekt supermenschen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier geht es zum <a href="http://politik-digital.de/news/kleine-pille-grosse-wirkung-launch-der-seite-supermenschen-info-zum-thema-hirndoping-146163/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/die-allzeit-bereit-pille-was-macht-hirndoping-mit-unserem-koerper-146835/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> und <a href="http://politik-digital.de/news/hangout-zu-gesellschaftlichen-auswirkungen-von-hirndoping-147352/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Videochat unserer Hangout-Reihe. <strong><br />
</strong></p>
<p>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pharmaceuticals.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Allan Ajifo</a>, <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Viele Internetnutzer kennen Hassbotschaften, wenige tun etwas dagegen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/viele-internetnutzer-kennen-hassbotschaften-wenige-tun-etwas-dagegen-148427/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2016 08:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[hate speech]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskommentare]]></category>
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					<description><![CDATA[Hassbotschaften sind im Internet in Deutschland weit verbreitet. Dies ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hatespeech-Mielon-cc0-via-wikimedia-commons.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-148435 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cyberprzemoc-630x272.png" alt="Cyberprzemoc via Wikimedia Commons CCO 1.0" width="630" height="272" /></a>Hassbotschaften sind im Internet in Deutschland weit verbreitet. Dies ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands der Internetwirtschaft eco durchführte.</p>
<p>Ein Drittel der Befragten sind laut der Umfrage im Internet schon auf fremdenfeindliche Kommentare gestoßen. Bei den jungen Befragten zwischen 18 und 24 Jahren geben sogar 62% an, schon mit rassistischen Äußerungen in Kontakt gekommen zu sein. Das dürfte daran liegen, dass diese Gruppe verstärkt soziale Medien nutzt, denn grade dort sind solche Kommentare häufig zu finden. Dass Hassbotschaften nicht nur abstrakt sind, sondern sich gegen Personen richten, zeigt sich daran, dass nach eigenen Angaben 3% der Befragten (7% der 18-bis 24-jährigen) sich schon mal selbst von rassistischen Kommentaren angegriffen fühlten.</p>
<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage lag auf dem Umgang mit Hassbotschaften. Oft werden diese Kommentare ignoriert: Fast die Hälfte der Befragten gab an, sich so zu verhalten. Die häufigste aktive Reaktion besteht darin, die Äußerung zu melden. 20% nutzen den kürzesten Weg und melden die Äußerung direkt beim betroffenen Plattform-Betreiber. 10% melden die Verstöße bei externen offiziellen Beschwerdestellen. Nur 14% der Befragten reagieren nach eigenen Angaben öffentlich sichtbar, indem sie mit eigenen Kommentaren auf die Äußerungen antworten und sich diesen direkt entgegenstellen. Absolut hat die Zahl der Meldungen stark zugenommen: Laut einer Statistik der Beschwerdestelle des eco haben Beschwerdefälle im Bereich Rassismus von 2014 auf 2015 um 150% zugenommen.</p>
<p>Eine mögliche Erklärung für den geringen Prozentsatz an reagierenden Nutzern ist, dass sich viele User auf sich allein gestellt fühlen. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihnen keine einzige Initiative gegen Fremdenfeindlichkeit im Internet bekannt ist. Dieses Ergebnis der Umfrage kann man als Aufruf an die staatlichen und privaten Initiativen werten, sich noch stärker zu engagieren und mehr auf sich aufmerksam zu machen.</p>
<p>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cyberprzemoc.svg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mielon</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCo Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Facebooks Umgang mit Hasspostings: Zwei Initiativen, ein Ziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2016 15:16:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskommentare]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook_Initiative_Fotor.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148341 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook_Initiative_Fotor.jpg" alt="Facebook Initiative Gisela Giardino CC by SA 2.0 via flickr" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Facebook hat zwei Initiativen angekündigt, um dem stark in die Öffentlichkeit gerückten Problem von „Hasskommentaren“ in sozialen Netzwerken entgegenzuwirken. Das soziale Netzwerk fährt dabei eine Doppelstrategie: Verstärkte Kontrolle im Netz und gezielte Gegenrede. Dazu wurde ein in Deutschland ansässiges Team gebildet, das gemeldete Kommentare untersuchen und gegebenenfalls löschen wird. Zum anderen wurde die Gründung der &#8220;Initiative für Zivilcourage Online&#8221; bekanntgegeben, die effektive Strategien zum Umgang mit Hasskommentaren entwickeln soll.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Initiative I: Zivilcourage Online</h3>
<p>Für allgemeine Überraschung sorgte die von Facebook gegründete &#8220;Initiative für Zivilcourage Online&#8221;. Die Initiative setzt sich aus Mitgliedern der Amadeu Antonio Stiftung, des International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) sowie des Institute for Strategic Dialogue (ISD) zusammen. „Es handelt sich um ein großartiges Konzept, weil es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt“, so Judith Rahner, Bildungsreferentin bei der Amadeu Antonio Stiftung. Diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgt die Initiative vor allem mit der gezielten Förderung von Nichtregierungsorganisationen zur effektiven Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus um Netz. Dazu wurde ein Fördervolumen von mehr als einer Million Euro eingesetzt. Die Förderung setzt sich zusammen aus freien finanziellen Mitteln und der Unterstützung von Marketing-Aktivitäten auf Facebook.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image002.png"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-148384" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image002-305x408.png" alt="image002" width="305" height="408" /></a><br />
Hierbei gelte es bei dem Übergang von interaktiven Hasskommentaren und etwaigen realen Aktionen anzusetzen, so Rahner. Das zeige sich konkret bei Jugendlichen bzw. in der Jugendarbeit, wie sie Rahner in dem Projekt ju:an täglich erlebt: „Einige Jugendliche laufen Gefahr, sich schnell in einer virtuellen, ideologischen Welt zu verlieren“. Hasskommentare begünstigen die virtuelle Spirale von Gewalt und Hass gegen andere Menschen und Personengruppen. Gerade bei Jugendlichen muss der Hass hierbei nicht an erster Stelle stehen. Vielmehr dient er als Katalysator für eigene Probleme und ungelöste Konflikte.</p>
<h3>Hasskommentare: (K)ein Jugendproblem</h3>
<p>Soziale Netzwerke bieten Jugendlichen wie auch fremdenfeindlichen Personen und Gruppen (z.B. Pegida) die Möglichkeit eine Gemeinschaft zu finden, auch wenn diese sich manchmal nur durch Hass gegen Andere definiert. Hier könnte die neue Initiative für Zivilcourage Online ansetzen und effektiv entgegensteuern. Was es zum Counterspeech aber braucht, sind „coole Leute, die Jugendliche glaubhaft ansprechen und mitziehen“, betont Rahner. Zudem müssten den digitalen Maßnahmen in jedem Fall ergänzende Ansätze zur Seite gestellt werden. Zielführend sei eine Strategie langfristig nur dann, wenn sie u.a. Jugendliche nicht nur online abfängt. Auf der einen Seite sei es vor allem wichtig, mit präventiven Maßnahmen der Gefahr entgegenzutreten, dass sich Personen und Jugendliche in einer virtuellen Blase verlieren, sagte Rahner. Es käme darauf an, den Betroffenen die Auswirkungen von Hatespeech nahezubringen. Sie mit ihren Postings zu konfrontieren, stellt eine Möglichkeit dar, wobei es darauf ankommt, niemand vorzuführen. Vielmehr können die betroffenen Kommentatoren auf diese Wiese für den Inhalt und die Wirkung ihrer Postings sensibilisiert werden.</p>
<p>Vor allem aber braucht die &#8220;Initiative Zivilcourage Online&#8221; die Unterstützung der Facebook-Community. Bei einem Blick auf die Facebook-Seite der Initiative wird schnell das allgemeine Problem deutlich: Hasskommentare. Den nachhaltigen Forderungen an Facebook, effektive Maßnahmen gegen die Hasskommentare zu ergreifen, müssten nun auch Taten folgen. Das erstreckt sich nicht nur auf das soziale Netzwerk, auch dessen Nutzer müssen aktiv werden. Hierbei gilt: Rassistischen, rechten und anderen Hetzern nicht das Feld überlassen – sondern gemeinsam einzustehen.</p>
<h3>Initiative II: Verstärkte Kontrolle im Netz</h3>
<p>Bereits im Herbst 2015 kündigte Facebook an, dass es nun vermehrt gegen Hass-Postings vorgehen wolle. Dazu wurde nun eigens ein Arbeitskreis gegründet, der künftig für die Löschung anstößiger Kommentare zuständig sein wird. Dass es nun mehr Kontrolleure gibt, heißt noch nicht, dass die Regeln darüber, was gepostet werden darf, nun verschärft werden. Lediglich wie schnell gemeldete Posts überprüft werden, kann von den Kontrolleuren direkt beeinflusst werden. Die Grundlagen, nach denen sich die neuen Kommentar-Überprüfer richten sollen, sind die Gesetze des jeweiligen Landes und die Facebook Community Standards. Danach ist immer noch eine Menge möglich – auch das, was nicht jedem gefällt.</p>
<p>Auf Anfrage danach, nach welchem Verfahren genau die Posts überprüft werden, verwies die von Facebook beauftragte Agentur APCO auf die Community Standards. Aufgrund des Fehlens anderer Informationen lohnt sich also ein Blick in eben jene Community Standards und Gesetze um zuerkennen, nach welchen Regeln ein Post gelöscht werden kann.</p>
<h3>Löschung nach den Community Standards</h3>
<p>Facebooks Community Standards sind in Bezug auf Hass-Postings auf den ersten Blick ziemlich eindeutig. Demnach verpflichtet sich Facebook „sämtliche Hassbotschaften, d.h. Inhalte, die Personen aufgrund der folgenden Eigenschaften direkt angreifen: Rasse, Ethnizität, nationale Herkunft, religiöse Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Geschlecht bzw. geschlechtliche Identität oder schwere Behinderungen oder Krankheiten“ zu entfernen.</p>
<p>Für diese Regelung gibt es aber auch Ausnahmen. So ist es beispielsweise kein Löschgrund, wenn Nutzer Inhalte mit Hassbotschaften zitieren, um darüber aufzuklären und sich dabei eindeutig von ihnen abgrenzen. Weniger eindeutig ist diese Formulierung: „Humor, Satire oder soziale Kommentare zu diesen Themen sind zulässig.“ Leider konnte uns auf Anfrage nicht genau beantwortet werden, was ein „sozialer Kommentar“ ist, daher lässt sich nur spekulieren, was darunter fällt. Unklar liegt der Fall ebenfalls bei dem Aspekt &#8220;Humor&#8221;, denn auch Humor kann ja bekanntlich rassistisch sein. Darf man also als Witz posten wie: „Was haben Schwarze und Pokemon gemeinsam? Man fängt sie und lässt sie Illegal gegeneinander kämpfen.“? Und ist es erlaubt ein Bild von einem Baseballschläger zu teilen mit der Aufschrift „Dolmetscher“ und dem Text „Wer uns nicht versteht…wir haben einen Übersetzer dabei“ (Beides sind auf Facebook gefundene Beispiele)? Wahrscheinlich liegt es dann im Ermessen des Prüfers, ob so etwas gegen die Community Standards verstößt oder nicht.</p>
<h3>Löschen nach deutschen Gesetzen</h3>
<p>Eigentlich ist Facebook, als US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Irland, nicht an deutsches Recht gebunden. Trotzdem hat es sich verpflichtet, bei Kommentaren aus Deutschland auch nach deutschem Recht vorzugehen. Was bedeutet das für die Kommentare? Es gibt mehrere in Bezug auf Hasskommentare relevante Gesetze, die eine Löschung und strafrechtliche Verfolgung möglich machen können.</p>
<p>Gerade Verfasser von umstrittenen Kommentaren zitieren oft einen Teil des Artikels 5 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten(…) Eine Zensur findet nicht statt“, weit seltener zitiert heißt es dort jedoch im nächsten Absatz: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“ So kann also nicht argumentiert werden, dass das Recht auf Meinungsfreiheit über allen anderen Gesetzen steht und uneingeschränkt alles geäußert und veröffentlicht werden kann.<br />
Hasskommentare können gegen verschiedene Gesetze verstoßen. Wenn eine Person direkt beleidigt oder angegriffen wird, kann der Strafgesetzbuchartikel zur Beleidigung zum Tragen kommen. Das gilt aber nur dann, wenn eine einzelne Person direkt angesprochen wird, und nur diese kann dann Strafanzeige stellen oder die Löschung fordern. In der Debatte um Hasskommentare trifft das am ehesten zu, wenn etwa ein Politiker oder eine Person, die öffentlich Stellung bezieht, beleidigt wird, aber nicht auf große Gruppen wie „die Flüchtlinge“.</p>
<p>Dort kommen andere Gesetze zum Tragen. Wenn abwertende oder falsche Aussagen über Einzelpersonen oder abgrenzbare Gruppen verbreitet werden, kann das als Verleumdung oder üble Nachrede verfolgt werden. Da liegt aber das Problem in der Definition der eingrenzbaren Gruppe und der Beschuldigung. „Die Asylanten aus dem Asylantenheim X haben ein junges Mädchen vergewaltigt“ fällt auf jeden Fall darunter. „Alle Flüchtlinge sind Verbrecher“ eher nicht.</p>
<p>Das Gesetz, das bei der Beleidigung von Volksgruppen oder anderen Minderheiten am ehesten eingesetzt werden kann, ist Volksverhetzung. Der Tatbestand der Volksverhetzung besteht, wenn „gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung“ gehetzt wird, wenn jemand gegen diese „zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert“ oder sie „beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet“. Dieses Gesetz gilt also für große Gruppen und viele Tatbestände. Dies wird allerdings wieder eingeschränkt, denn es muss sich um eine sehr drastische Aussage handeln die „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“. Ob eine bestimmte Aussage den öffentlichen Frieden stören kann hängt damit wieder vom Einzelfall ab und bedarf einer juristischen Untersuchung.</p>
<p>Es zeigt sich, wie bei den Community Standards, gibt es auch bei den Gesetzen einen weiten Auslegungsspielraum und es ist zumindest bezweifelbar, dass alle neu angestellten Kommentar-Prüfer Volljuristen sind. Und da es sowohl bei den Community Standards wie auch bei den Gesetzen weniger eindeutige Formulierungen gibt, wird viel von dem, was nun gelöscht wird, von einzelnen Personen und deren Ansichten und Einstellungen abhängen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image001.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148383" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image001.png" alt="image001" width="158" height="23" /></a></p>
<p>Artikel in Zusammenarbeit mit <a href="http://politik-digital.de/user/khellmys/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katja Hellmys</a></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/gi/127555697/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gisela Giardino</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>„Sesame-Credits“ – Macht China Überwachung zum Spiel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2016 10:19:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Sesame Credits]]></category>
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					<description><![CDATA[In China wurde Ende letzten Jahres ein neues Kreditsystem eingeführt, das seine Nutzer die eigene Kreditwürdigkeit über soziale Medien teilen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/China-Fingerprint-Kurios-CC0-via-pixabay.jpg.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148276 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/China-Fingerprint-Kurios-CC0-via-pixabay.jpg.png" alt="China Fingerprint by Kurios CC0 via pixabay" width="640" height="280" /></a>In China wurde Ende letzten Jahres ein neues Kreditsystem eingeführt, das seine Nutzer die eigene Kreditwürdigkeit über soziale Medien teilen lässt. Dieses System wurde von privaten Unternehmen entwickelt, doch im Zusammenhang mit Plänen der chinesischen Regierung gibt das Anlass zur Sorge.</p>
<h3>Spielend gute Zahlungsmoral</h3>
<p>Es gibt eine Art der Motivationssteigerung, die in immer mehr Bereichen eingesetzt wird: Gamification. Gamification bedeutet, dass Elemente, die normalerweise in Computerspielen auftauchen, auch in anderen Lebensbereichen genutzt werden. Das können Fortschrittsanzeigen sein, die zeigen, wieviel Prozent eines Formulars man schon ausgefüllt hat, oder Highscores, bei denen man mit Freunden vergleichen kann, wer am meisten für seine Fitness tut. So soll die Motivation gestärkt und Unangenehmes, wie der Name schon sagt, spielerisch bewältigt werden.</p>
<p>Manche Angelegenheiten sind absolut unverspielt. Rechnungen zahlen und Kreditwürdigkeit zum Beispiel. Einige chinesische Firmen haben sich nun überlegt, dass es doch gut wäre, wenn man die Nutzer durch Spielelemente zu einer besseren Zahlungsmoral bringen könnte.</p>
<p>Anfang 2015 ging das so genannte „Sesame Credit“-System auf den Markt. Betrieben wird es von acht chinesischen Großunternehmen, unter anderem dem chinesischen Amazon-Pendant und Onlinehandelsgiganten Ali Baba, der für 80% des Onlinehandels in China verantwortlich ist sowie Ebay- und PayPal-ähnliche Dienste anbietet, und Tencent Holdings Limited, das verantwortlich für fast alle größeren Social Media-Plattformen in China und Teilhaber an einigen großen US-amerikanischen Computerspielunternehmen ist.</p>
<p>In erster Linie errechnet Sesame Credits einen persönlichen Bonitätsscore. Da der Bonitätsscore von einem Zusammenschluss privater Unternehmen errechnet wird, ist natürlich zum Beispiel Unternehmenstreue ein wesentlicher Faktor. Insgesamt gibt es <a href="http://qz.com/519737/all-chinese-citizens-now-have-a-score-based-on-how-well-we-live-and-mine-sucks/">fünf</a> Teile, aus denen sich der Score zusammensetzt: Das Einkaufsvolumen bei den teilnehmenden Unternehmen, persönliche Informationen wie Arbeitsplatz oder Familienstatus, als jeweils eigene Kategorien die Zahlungsmoral bei Rechnungen und bei Kreditkartennutzung und als letzter Faktor die Zahl der Freunde, die „Sesame Credits“ nutzen.</p>
<p>Diese Faktoren zusammen ergeben einen persönlichen Punktestand von 350 bis 950 Punkten, der die eigene Kreditwürdigkeit widerspiegelt. Hinzu kommt, laut <a href="http://www.bbc.com/news/world-asia-china-34592186">diversen</a> <a href="http://english.caixin.com/2015-03-02/100787148.html">Berichten</a>, eine Analyse dessen, was eingekauft wird (Wer viele Computerspiele kauft ist faul, wer als Elternteil Windeln kauft verantwortungsvoll). Der ungefähre Punktestand und die Fortschritte in den einzelnen Kategorien werden dem Nutzer dann als Grafik mittels einer App angezeigt, ebenso der Punktestand der teilnehmenden Freunde.</p>
<h3>Prestige und handfeste Vorteile</h3>
<p>Der Einfluss von „Sesame Credits“ geht jedoch weit darüber hinaus, dass man nur für sich selber seine Bonität (bei den teilnehmenden Firmen) anzeigen lassen kann. Das liegt zum einen an den chinesischen Nutzern und zum andere an der Menge und Größe der teilnehmenden Unternehmen.</p>
<p>Nutzer veröffentlichen ihre Punkte in sozialen Netzwerken und vergleichen sie miteinander, wie die Highscores in einem Spiel. So will natürlich jeder der oder die Beste sein und dieses „Gamification“-Verfahren ist auch mit verantwortlich für den großen Erfolg von „Sesame Credits“, das, obwohl es noch in der Betaphase ist, schon viele begeisterte Anhänger hat.</p>
<p>Doch durch die vielfältigen Sparten der mitwirkenden Unternehmen kann man bei einem guten Punktestand auch in anderen Lebensbereichen Vorteile erwerben. Vor allem ist der Punktestand natürlich maßgeblich dafür, wie leicht man einen Kredit bei „Ant Financial Services Group“, dem für das Punktesystem verantwortlichen Finanzarm von Alibaba, bekommt. Bei guten Punkteständen erwarten den Nutzer jedoch auch für ein Kredit-System ungewöhnliche Vorteile wie etwa eine vereinfachte Hotelbuchung oder ein besseres Ranking auf einer von Chinas größten Dating-Seiten und im besten Fall, bei sehr hohen Highscore-Werten, ein vereinfachtes Visum nach Luxemburg.</p>
<p>„Sesame Credits“ scheint also vor allem ein von privaten Unternehmen entwickeltes System zu sein, das ihre Kunden durch Wettbewerb und Vorzüge dazu anhalten soll, bei ihnen zu kaufen, viel zu kaufen, Freunde zu werben und vor allem die Sachen, die sie kaufen, zu bezahlen.</p>
<h3>Die Pläne der chinesischen Regierung</h3>
<p>Die Unternehmen, von denen „Sesame Credits“ stammt, sind jedoch nicht die Einzigen, die den chinesischen Bürgern eine gute Zahlungsmoral beibringen wollen. Im Juni 2014 veröffentlichte die chinesische Regierung ein <a href="https://chinacopyrightandmedia.wordpress.com/2014/06/14/planning-outline-for-the-construction-of-a-social-credit-system-2014-2020/">Dokument</a> zur Aufstellung eines „Social Credit System“, also eines Systems, mit dem soziales Verhalten bewertet werden soll. Dieser Entwurf sieht Maßnahmen vor, mit denen das Verhalten chinesischer Bürger und Institutionen in Richtung eines „sozialen“ Verhaltens beeinflusst werden soll, das, je nach Lesart, als gesellschaftsverträglich oder als staatskonform gedeutet werden kann. Das erklärte Anliegen der Regierung ist es, die vor allem finanzielle Aufrichtigkeit in der Gesellschaft zu stärken. Das blumig formulierte Dokument sieht Anregungen zur Korruptionsbekämpfung und Möglichkeiten für kleine Unternehmen, Kredite aufnehmen zu können, vor.</p>
<p>Das hört sich erst einmal harmlos, sogar lobenswert an. Schaut man sich das Dokument jedoch genauer an, zeigt sich, dass die Vorstellung, wie dies erreicht werden soll, einige nicht so harmlose Ideen enthalten. Der tiefere Sinn darin, Aufrichtigkeit zu stärken ist es, eine „harmonische sozialistische Gesellschaft“ aufzubauen. Der Ausgangspunkt aller Bemühungen müssen daher die (von der Regierung vertretenen und vorgelebten) sozialistischen Grundwerte sein. Das heißt weiter gedacht, wer diese ablehnt oder nicht befolgt ist nicht vertrauenswürdig.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund lesen sich viele Forderungen in einem anderen Licht: So sollen etwa Zuwiderhandlungen gegen den Vertrauensaufbau bestraft und das Befolgen der Regeln belohnt werden. Es soll, natürlich nur zum Vertrauensaufbau, eine Klarnamenpflicht im Internet eingeführt werden. Wer im Internet das Vertrauen bricht, soll etwa mit beschränktem Internetzugang bestraft werden. Es soll ein System zur Belohnung von Meldungen über Vertrauensbrüchen geben und wer etwas meldet soll belohnt werden.</p>
<p>Um eine möglichst umfangreiche Bewertung der Vertrauens- und Kreditwürdigkeit zu gewährleisten, müssen nun möglichst viele Daten über die einzelnen Bürger gesammelt werden. Bis zum Jahr 2020 soll jeder chinesische Bürger dann eine „Social Credit“-Einstufung haben. Und hier treffen sich das „Social Credit“-System der Regierung und das „Sesame Credit“-System der AliBaba Group.</p>
<h3>Was haben „Sesame Credits“ und „Social Credits” mit einander zu tun?</h3>
<p>Obwohl die Betreiber der „Sesame Credits“ private Unternehmen sind, sind sie nicht unabhängig von der chinesischen Regierung. „Sesame Credits“ ist es ein von der chinesischen Regierung unterstütztes <a href="http://blogs.wsj.com/chinarealtime/2015/11/06/china-wants-to-tap-big-data-to-build-a-bigger-brother/">Pilotprojekt</a>. Damit soll die Möglichkeit getestet werden, Personen aufgrund von Informationen aus verschiedenen Quellen einen persönlichen Kredit-Punktestand zuzuordnen. Die chinesische Zentralbank, die auch die Erlaubnis für ein unabhängiges Kreditsystem gab, ließ verlauten, dass das „Sesame Credit“-System dann später auch eine Rolle in dem größer angelegten „Social Credit“-System spielen solle. Dies würde dann der Regierung ermöglichen, in den von ihr errechneten Aufrichtigkeitswert neben behördlich zugänglichen Daten, wie etwa Straftaten, Verkehrsverstöße oder Familienstand, auch das private Konsum- und Internetverhalten der Bürger einzubeziehen.</p>
<h3>Also, macht China jetzt Überwachung zum Spiel?</h3>
<p>Ich denke, die Antwort lautet: Noch nicht, aber die Entwicklung ist bedenklich genug. Schon das aktuell bestehende „Sesame Credit“-System ist als Kreditsystem wesentlich allumfassender als andere Kreditsysteme und regt durch seinen Spielaspekt dazu an, ein guter Konsument zu sein. Aber man kann das System, das ja ein Pilotprojekt ist, nicht unabhängig von den Plänen der chinesischen Regierung sehen und dann enfaltet dieses System ein dystopisches Potential.</p>
<p>Schon das „Sesame Credit“-System gewährt bei bestimmten Punktezahlen Vorteile, dies kann die chinesische Regierung übernehmen. Zugleich kann sie besser schlechte Werte sanktionieren.</p>
<p>Hinzu kommt das zum Beginn erwähnte Gamification-Prinzip. Wenn die chinesische Regierung auch den Spielaspekt des Systems wie etwa die Highscores und die Vergleichbarkeit des eigenen Standes mit Freunden übernimmt, hat das System viele der Pläne der Regierung automatisch eingebaut. Wenn ein Freund niedrige Punkte hat, und diese Punkte darauf beruhen, wie unzureichend er an das sozialistische System angepasst ist, dann wäre es vielleicht besser, nicht allzu eng mit ihm befreundet zu sein. Das könnte ja den eigenen Punkten schaden. Damit man wegen eines schlechten Rankings nicht von Freunden gemieden wird, sollte man also einen guten Punktestand haben und nicht zu sehr negativ auffallen… vor allem wenn ein niedriger Punktestand auch sonst Nachteile mit sich bringt, etwa erschwerte Bedingungen bei der Arbeitsplatzsuche und ein positiver Stand Vergünstigungen wie erleichterte Reisen ins Ausland.</p>
<p>In diesem Sinn ist die Gefahr, die durch dieses System besteht, wohl nicht so sehr staatliche Überwachung und damit verbundene Repression, sondern viel mehr eine umfassende Selbstüberwachung und sozialer Druck. Eine „nettere“ Art seine Bürger linientreu zu halten.</p>
<p>Der chinesische Journalist Zheping Huang sagt dazu: „Selbst wenn mein schlechter Punktewert [bei Sesame Credits] noch nicht viel bedeutet, nehme ich an, es ist das Beste, wenn er nicht zu niedrig wird. Also werde ich – warum auch nicht? – mehr bei Taobao [dem zu Alibaba gehörenden chinesischen Ebay-Äquivalent] kaufen. Hmm, vielleicht dieses Buch; Xi, Jinping: China regieren. Gesammelte Reden des Präsidenten? Damit kann ich nicht falsch liegen.”</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/china-flag-fingerprint-country-652856/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kurios</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCo Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Digitale Bürgersprechstunde: Ministerin-Spezial mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-buergersprechstunde-ministerin-spezial-mit-der-bundesumweltministerin-barbara-hendricks-148259/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jan 2016 14:28:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bürgersprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Hendricks]]></category>
		<category><![CDATA[Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesumweltministerin]]></category>
		<category><![CDATA[Reaktorsicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20. Januar war Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in der Digitalen Bürgersprechstunde zu Gast. Die SPD-Bundestagsabgeordnete [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hendricks-poldi.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148260 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hendricks-poldi.png" alt="" width="640" height="280" /></a>Am 20. Januar war Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in der <a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/">Digitalen Bürgersprechstunde</a> zu Gast. Die SPD-Bundestagsabgeordnete beantwortete zwischen 16.15 und 17.00 Uhr die Fragen der Teilnehmer rund um die Themen Umwelt, (Energie-)Wirtschaft, Klima- und Naturschutz.<br />
<span id="more-1431"></span></p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=PV1li_IJEZo" title="Digitale Bürgersprechstunde mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/PV1li_IJEZo?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Über die Bundesumweltministerin</strong></p>
<p>Barbara Hendricks sitzt seit 1994 für den <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahlkreise13?wknr=112" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkreis Kleve</a> im Deutschen Bundestag. Bevor sie 2013 zur <em>Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit</em> ernannt wurde, war Hendricks (u.a.) zwischen 1998 und 2007 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen.</p>
<p>Als Bundesumweltministerin ist sie hauptverantwortlich für die verschiedenen Kernkompetenzen des Ministeriums, darunter unter anderem den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Umweltgiften und Strahlung, aber auch einen klugen und sparsamen Umgang mit Rohstoffen. Seit 2013 wurden dem Ministerium außerdem die Zuständigkeiten für Stadtentwicklung, ländliche Infrastruktur und öffentliches Bauwesen übertragen. Auch der Bereich Klimaschutz fällt unter den Aufgabenbereich des Ministeriums, weswegen Hendricks bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember anwesend sein wird.</p>
</div>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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