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	<title>llorenzmeyer &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Auf dem Weg in ein vernetztes Hamburg</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Hindernisse und Chancen der Hansestadt werden von Lorenz Lorenz-Meyer ergründet</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Hindernisse und Chancen der Hansestadt werden von Lorenz Lorenz-Meyer ergründet</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Wenn man die schöne Webseite mit<br />
dem stilisierten Stadtplan der Digitalen Stad vor sich hat, findet man<br />
dort auch einen Platz mit dem Titel »Uit« &#8211; gewissermaßen die Ausfahrt<br />
aus der Stadt. Klickt man diesen Platz an, so wird man nicht auf<br />
magische Weise aus der virtuellen Umgebung ins wirkliche Leben<br />
zurückgeführt, wie man vielleicht erträumen könnte, sondern man gelangt<br />
zu Verbindungswegen, die einen zu anderen digitalen Städten in den<br />
Niederlanden führen, die sich alle an dem Amsterdamer Vorbild<br />
orientiert haben.<br />
Wenn man dann auf dieser Ausfahrt aus dem virtuellen Amsterdam in eine<br />
der eingerichteten »Seitenstraßen« abbiegt, kann man sich eine<br />
komplette Bedienungsanleitung für die Einrichtung einer solchen Stadt<br />
herunterladen, mit Personal- und Kostenplan und politischen Tips und<br />
Tricks. Diese Bedienungsanleitung ist zwar nicht ganz auf dem neuesten<br />
Stand, aber sie ist immer noch eine hervorragende Orientierungshilfe.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nachdem wir Geert Lovinks<br />
informativen Vortrag über das Amsterdamer Projekt gehört haben, stellt<br />
sich natürlich die Frage, ob es nicht auch hier vergleichbare<br />
Einrichtungen oder Initiativen gibt, und wenn nein, ob man sie schaffen<br />
könnte. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nun, in unserem geliebten Hamburg<br />
gibt es bislang nichts auch nur annähernd Vergleichbares. Ich werde<br />
gleich näher auf die Situation hier in der Hansestadt eingehen. Im<br />
übrigen Deutschland existieren durchaus einige Einrichtungen mit<br />
ähnlicher Zielsetzung, zum Beispiel die bayerischen Bürgernetze oder<br />
die sogenannten »Internationalen Städte« in Bremen und Köln, die sich<br />
auch explizit an den Holländern orientieren. Eine weitere<br />
Internationale Stadt in Berlin ist vor kurzem eingestellt worden. Wir<br />
haben hier heute zwei Bürger der Stadt Münster zu Gast, die ebenfalls<br />
ein eindrucksvolles Bürgernetz auf die Beine gestellt haben. Ich glaube<br />
aber, man kann sagen, daß keines dieser Projekte in Anspruch und<br />
Dynamik mit dem einschüchternden Vorbild vergleichbar ist. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um die Gründe dafür zu verstehen,<br />
muß man sich zum einen die Geschichte der Bürgernetzprojekte vor Augen<br />
führen, und man muß sich zum anderen genauer anschauen, worin<br />
eigentlich das Erfolgsrezept der Amsterdamer besteht.<br />
Bis vor wenigen Jahren gab es für Privatleute praktisch noch keine<br />
erschwingliche Möglichkeit, einen Internet-Zugang zu bekommen. Einige<br />
wenige Privilegierte hatten über ihre Arbeitsplätze an Universitäten<br />
oder Forschungseinrichtungen Zugang zum Netz, aber normale Sterbliche<br />
mußten, wenn sie über ihren Computer mit anderen kommunizieren wollten,<br />
mit eingeschränkteren Möglichkeiten vorliebnehmen. Sie konnten sich<br />
beispielsweise per Telefonleitung mit einer lokalen Mailbox verbinden.<br />
Dort gab es dann im relativ intimen Kreis kleine Diskussionsforen, man<br />
konnte miteinander chatten oder sich Software für den eigenen Computer<br />
herunterladen. Einige Mailboxen waren untereinander vernetzt und<br />
vergrößerten so den kommunikativen Raum, indem sie über Nacht ihre<br />
eingesammelten Informationen, zum Beispiel Diskussionsbeiträge oder<br />
elektronische Post, miteinander austauschten. Mit dem Internet verband<br />
einen bestenfalls ein Gateway, ein Nadelöhr, über das man von Zeit zu<br />
Zeit Informationen in die große weite Welt der akademischen Netze<br />
weiterleiten konnte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In dieser Zeit entstanden die<br />
ersten Freenets und Bürgernetze, und eine ihrer großen Leistungen<br />
bestand darin, auch dem Normalverbraucher einen Zugang zu größeren<br />
Computernetzen, und bald eben auch zum Internet, zu verschaffen. Und<br />
dadurch, daß die Bürgernetze zu den ersten Anlaufstellen gehörten, die<br />
diesen Zugang zu erschwinglichen Preisen bereitstellten, bekamen diese<br />
Projekte eine ungeheure Dynamik. Das gilt in gewisser Weise auch noch<br />
für die Digitale Stad Amsterdam. Von den zwei Organisationen, die an<br />
der Gründung des Projekts beteiligt waren, ist eines das Hackernetzwerk<br />
HackTic. Und aus eben diesem Hackernetzwerk entstand neben der<br />
Digitalen Stad auch der Internet-Provider mit dem programmatischen<br />
Namen XS4ALL, »Zugang für alle« &#8211; ein durchaus kommerzielles<br />
Dienstleistungsunternehmen, das aber gleichzeitig ein politisches<br />
Programm in Angriff nahm.<br />
Mittlerweile ist Zugang zum Internet ein zwar immer noch recht<br />
kostspieliges, aber relativ leicht zu erhaltendes Gut, um das zumindest<br />
keine Bürgerinitiativen mehr zu kämpfen brauchen. Und das Internet<br />
selbst wird als globales Kommunikationsmedium gepriesen, das uns<br />
Informationen von Anbietern aus der ganzen Welt liefert. Über all den<br />
bunten Inhalten im Netz sind die lokalen und regionalen<br />
Anwendungsmöglichkeiten, die die Bürgernetze ausmachten, ein wenig in<br />
Vergessenheit geraten. Diese Entwicklung hat dafür gesorgt, daß viele<br />
dieser Projekte mittlerweile eingegangen sind (siehe Berlin) oder nur<br />
noch vor sich hindümpeln. Diejenigen aber, die es richtig gemacht<br />
haben, haben mittlerweile einen fast uneinholbaren Vorsprung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ich glaube allerdings, daß<br />
Bürgernetze und ähnliche Unternehmungen eine Renaissance erleben<br />
werden. Es wird zur Zeit viel davon geredet, daß das Netz die Bildung<br />
virtueller Gemeinschaften befördere oder geradezu erzwinge. Das ist<br />
sicher richtig. Die Wirtschaft verspricht sich viel davon, Kunden in<br />
Form von virtuellen Gemeinschaften an ihre Marken und Produkte zu<br />
binden. Hier bin ich allerdings skeptisch, zumindest was den<br />
Consumermarkt angeht. Es gibt einfach zu viele Anbieter und damit auch<br />
zu viele potentielle virtuelle Gemeinschaften. Und die Tatsache, daß<br />
ich erwäge, mir einen VW Golf zu kaufen, schafft nicht genug Nähe, um<br />
mit anderen VW-Kunden dauerhaft elektronisch anzubändeln.<br />
Vor diesem Hintergrund wird meines Erachtens deutlich, daß virtuelle<br />
Gemeinschaften nur auf der Basis dauerhafter realer Beziehungen<br />
wirklich sinnvoll und überlebensfähig sind. Gemeinsame Hobbys sind ein<br />
Beispiel für solche realen Beziehungen, und je exotischer die Hobbys,<br />
desto wertvoller ist natürlich ein Kommunikationsmittel, das so mühelos<br />
Distanz überwindet, wie das Internet. Und eines der stärksten und<br />
reichhaltigsten sozialen Beziehungsgeflechte entsteht eben durch<br />
tatsächliche Nachbarschaft, durch eine gemeinsame Heimatstadt, die<br />
gleiche Behörden, das gleiche Veranstaltungsangebot, den gleichen<br />
Fußballverein usw. Deshalb glaube ich, daß es trotz allem einen großen<br />
Bedarf an lokaler elektronischer Kommunikation gibt, und daß dieser<br />
Bedarf weiter wachsen wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiterer Grund, warum viele<br />
Stadt- und Bürgernetzprojekte zur Zeit nicht recht vom Fleck kommen,<br />
liegt meines Erachtens darin, daß in ihnen eine der grundlegenden<br />
Einsichten der Amsterdamer Städtegründer nicht genügend berücksichtigt<br />
worden ist. Wer sich die Mühe macht, die schon erwähnte<br />
Bedienungsanleitung genau zu lesen, wird dort den Hinweis finden, daß<br />
es für den Erfolg solcher Projekte unbedingt erforderlich ist, eine<br />
Balance zwischen drei Faktoren zu erhalten: Da gibt es erstens die<br />
Obrigkeit, wie die Niederländer sagen, die Verwaltung und Behörden.<br />
Zweitens ist die lokale Wirtschaft beteiligt. Und drittens sind da<br />
schließlich die einzelnen Teilnehmer, die Bürger selbst, die sich zum<br />
Beispiel in Form von Nutzergruppen, Bürgerinitiativen usw. organisieren<br />
und artikulieren können.<br />
Nur im gleichberechtigten Zusammenspiel dieser drei Instanzen wird es<br />
möglich, daß das Projekt wirklich zu einem Integrationssystem wird, das<br />
auf natürliche Weise wachsen kann und dabei für alle Beteiligten<br />
spannend bleibt. Wenn eine der Parteien Übergewicht bekommt, bricht die<br />
Angelegenheit auseinander und wird unattraktiv. Das einheitliche<br />
Interface, in dem die verschiedensten Interaktionsformen und<br />
Webangebote der Verwaltung, der Unternehmen und einzelner Nutzer auf<br />
gleicher Ebene nebeneinander stehen, entspricht dem Bild einer<br />
wirklichen Stadt. In dieser Metapher spiegelt sich der ganze Reichtum<br />
unseres realen Lebens, so daß wir uns in einem solchen System mit allen<br />
unseren Interessen, Bedürfnissen und Eigenheiten wiederfinden können.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie schaut es nun hier in Hamburg<br />
mit den Aussichten für die Einrichtung einer digitalen Stadt aus? Wir<br />
sind, wie gesagt, nicht mehr in den Pioniertagen des Internet, und in<br />
den letzten Jahren hat sich bereits eine ganze Menge getan. Die<br />
Hamburger Obrigkeit hat ein bißchen gebraucht, bis sie die Zeichen der<br />
Zeit erkannt hat, aber mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von<br />
Einrichtungen, die ich hier nennen kann.</span></p>
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