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	<title>mmueller &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Helden, Söhne, Sportler &#8211; Bildstrategien im US-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mmueller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mit Bildern wird nicht nur geworben, mit Bildern wird gewonnen! Der
amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ist auch ein Wettbewerb um das überzeugendste Image.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mit Bildern wird nicht nur geworben, mit Bildern wird gewonnen! Der<br />
amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ist auch ein Wettbewerb um das überzeugendste Image.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit Beginn des Massenwahlkampfes und den ersten Kandidatenporträts auf Plakaten für den späteren Gewinner der<br />
Wahl des Jahres 1828 &#8211; den Demokraten Andrew Jackson &#8211; haben sich neun verschiedene Bildstrategien herausgebildet,<br />
die auch noch im neuen Jahrtausend, in unterschiedlichen Kombinationen, Verwendung finden. Im Vorwahlkampf 2000<br />
konnten bislang jedoch lediglich vier Bildstrategien beobachtet werden: die Helden-, die Ahnen-, die &quot;Common-man&quot;-<br />
und die Negativ-Strategie. Während das Demokratische Duell zum <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/tuesday.shtml">&quot;Super Tuesday&quot;</a> Anfang März<br />
schon entschieden zu sein scheint &#8211; für den gegenwärtigen Vizepräsidenten Al Gore, gegen den sich als<br />
Sportstar und ehemaligen New York Knicks-Helden präsentierenden Ex-Senator Bill Bradley &#8211; bleibt das Rennen<br />
zwischen dem selbsterklärten Gewinner George Bush jun. und dem Überraschungsverfolger John McCain<br />
noch für kurze Zeit spannend.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;natural born hero&quot; vs. &quot;presidential son&quot;</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Was die Heldenstrategie für das Amt des Präsidenten so attraktiv macht, ist die mit diesem Image verknüpfte<br />
Führungskompetenz und Amtsautorität. <img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/mccain_commander.jpg" alt="Commander McCain, Richard Nixon (1973)" align="left" height="162" width="138" /><br />
Normalerweise eher eine typische Amtsinhaberstrategie, kann das überzeugende Heldenimage eines<br />
Outsider-Kandidaten seine innerparteilichen Mitbewerber in arge Bedrängnis bringen, wie dies die<br />
Kandidatur des Republikanischen Senators und Vietnam-Veteranen John McCain<br />
anschaulich illustriert. Der Journalistenliebling verfolgte von Anfang an eine <a href="http://63.224.30.9/story/biography.html"><br />
Kriegsheldenstrategie</a>,<br />
die auf seiner fünfeinhalbjährigen Gefangenschaft in Vietnam basiert.<br />
Anfänglich belächelt und von George Bush jun. nicht ernst genommen,<br />
änderte sich diese Einstellung nach McCains überwältigendem Sieg in New<br />
Hampshire. McCains Lebensgeschichte macht ihn zum idealen Heldentypen,<br />
der keine Strategie konstruieren muß. Allerdings &#8211; und dies ist in den<br />
an Delegiertenstimmen zahlreichen Staaten Kalifornien, New York und<br />
Florida ein Hindernis &#8211; McCain ist landesweit nicht so bekannt wie<br />
Bush. Aber auch hinsichtlich &quot;name recognition&quot; holte McCain dank der<br />
ausführlichen Berichterstattung über ihn auf. McCains bevorzugte Themen<br />
sind Reformen, besonders die Reform der Wahlkampffinanzierung, für die<br />
er zusammen mit dem Demokratischen Senator Feingold schon seit Jahren<br />
kämpft. Als &quot;natural born hero&quot; stellte er für den Frontrunner Bush<br />
zunächst ein heißes Eisen dar, denn wer Helden mit Steinen bewirft,<br />
wird selbst erschlagen. Angreifbar machte sich McCain erst während des<br />
Wahlkampfes in South Carolina und dies durch seinen eigenen Fehler.<br />
Dort schaltete er Negativ-Spots, in denen er &#8211; wenig überzeugend &#8211; Bush<br />
jun. mit dem parteipolitischen Erzfeind Bill Clinton verglich. Das kam<br />
bei den erzkonservativen Südstaatlern, die immer noch die Flagge der<br />
konföderierten Sklavenhalter hissen, gar nicht gut an. Denn das war<br />
nicht die feine Art eines &quot;Southern gentleman&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/gwbush.jpg" alt="Die Familie Bush (1956)" align="right" height="252" width="202" /><br />
Bush als leibhaftiger Sohn von Clintons Amtsvorgänger setzte von Anfang an auf sein Geld und die Bekanntheit seines Namens.<br />
Der texanische Gouverneur bediente sich der naheliegenden <a href="http://www.georgewbush.com/georgelaura/history/1946topresent_c.html">Ahnenstrategie</a>,<br />
zumal es ein historisches Vorbild der Vater-Sohn-Nachfolge gibt: Der<br />
sechste Präsident der Vereinigten Staaten, John Quincy Adams, war der<br />
Sohn des zweiten Präsidenten, John Adams. Ob dies allein zum<br />
endgültigen Sieg ausreicht, ist allerdings höchst zweifelhaft. Neben<br />
einem beispiellosen finanziellen Polster von über 70 Millionen Dollar<br />
(das mittlerweile auf magere 10 Millionen geschrumpft ist) und der<br />
direkten Erbschaftslinie zum Präsidentenamt, warb George Bush jun. vor<br />
allem auf negative Weise und diskreditierte seinen überraschend starken<br />
innerparteilichen Konkurrenten John McCain erfolgreich im<br />
rechtskonservativen Republikanischen Spektrum. Bushs sonstige<br />
Wahlkampfauftritte und Photo-ops gehören eher in die Rubrik<br />
&quot;belanglos&quot;. Neben dem obligatorischen &quot;babykissing&quot; und<br />
&quot;elderly-hugging&quot; zeigte er sich auf einem Pressetermin auch mit<br />
Feuerwehrhelm als Freund der &quot;firefighters&quot;. Wer hat schon etwas gegen<br />
Kinder, Alte und Feuerwehrmänner? Warum man Bush wählen soll, wird aus<br />
diesen, für die Kameras inszenierten Auftritten, allerdings kaum<br />
deutlich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Reform oder Remake?</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei hätte auch McCain eine, wenn auch konstruierte, Ahnenstrategie zum Einsatz bringen können, tat es aber zu<br />
spät und nicht visuell. Wieder auf widrigem Wahlkampfterrain, diesmal bei den christlichen Virginiern,<br />
Ende Februar, berief sich McCain zum ersten Mal explizit auf sein präsidentielles Vorbild:<br />
&quot;we are the party of  Theodore Roosevelt, not special interests&quot;. Was sich zunächst ganz harmlos anhörte, war Sprengstoff<br />
im Kontext der Christlichen Rechten, einer von dem Geistlichen Pat Robertson aus Virginia ins Leben gerufenen<br />
erzkonservativen Lobbygruppe, die schon immer gegen McCains Wahlkampfreformen waren, weil damit der Einfluß von<br />
Interessengruppen wie der &quot;Christian Right&quot; empfindlich beschnitten würden. Im Bild tauchte der immer noch populäre<br />
und ebenfalls als Kriegsheld bekannte 26. Präsident der USA, dem die Teddybärenindustrie ihre Daseinsberechtigung verdankt,<br />
bislang noch nicht auf. Ein würdiger Ahne für McCain wäre er allemal, denn er gehörte zu dem &quot;Progressive Movement&quot;<br />
innerhalb der Republikanischen Partei, das vor exakt einhundert Jahren seine reformerische Hochphase erlebte.<br />
Teddy Roosevelt war 1900 Vizepräsident unter Präsident McKinley. Nach dessen Ermordung im Jahre darauf wurde<br />
Roosevelt sein Nachfolger. Auch heute noch einer der populärsten U.S.-Präsidenten, könnte sich exakt einhundert Jahre<br />
später nicht nur McCain, sondern auch Vizepräsident Al Gore bemüßigt fühlen, das Bärenmaskottchen als Ahnenutensil<br />
in die Internet-Campaign-Shops aufzunehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Wer hat Angst vorm &quot;Common man&quot;?</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/gore-vietnam.jpg" alt="Al Gore in Vietnam (1971)" align="left" height="200" width="150" />Während McCain ein Selfmademan ist,<br />
stammen sowohl Bush als auch Gore aus dem politischen Establishment. Albert Gores Vater war lange<br />
Zeit Senator von <a href="http://www.algore2000.com/gorefamily/gorefamily.html">Tennessee</a>, ein Amt, in das ihm sein Sohn nachfolgte. Als eher steif und<br />
langweilig verschrien, versuchte sich Gore an den Heldentrubel um McCain anzuhängen und veröffentlichte ein Foto<br />
aus seiner Zeit als Militärberichterstatter in Vietnam, wo er sechs Monate lang diente, zwischen Dezember 1970<br />
und Mai 1971. In Tropenbekleidung mit Marschgepäck und geschultertem Gewehr zielte die Fotografie darauf ab, die<br />
<a href="http://www.billbradley.com/bin/article.pl?path=110499/2">populären Basketballattitüden</a><br />
seines damals noch scharfen Konkurrenten Bill Bradley zu<br />
konterkarieren. Die Imagewende vom Washington-&quot;geek&quot;-politician zum<br />
&quot;native son&quot; brachte eine konsequent angewandte &quot;Common-man&quot;-Strategie,<br />
innerhalb derer Anzüge, Krawatten und weiße Hemden tabu waren. Um das<br />
traditionell den Vorwahlkampf eröffnende ländliche Iowa zu gewinnen,<br />
trat Gore mit Cowboystiefeln, Jeans und braunem Baumwollhemd in<br />
Scheunen und auf Schweinefarmen auf. Dort propagierte er sein astreines<br />
&quot;Pro-Farming&quot;-Abstimmungsverhalten im Kongress. Die Anbiederung an die<br />
&quot;Common men&quot; funktionierte und sie betrachteten Gore als einen der<br />
ihren. Bill Bradley war in Iowa von Anbeginn chancenlos, nicht weil man<br />
in Iowa kein Basketball spielt, sondern weil er als Senator des eher<br />
auf Industrie, Handel und Dienstleistungen setzenden Ostküstenstaats<br />
New Jersey auch schon mal gegen &quot;farm subsidies&quot; gestimmt hatte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/bradley.jpg" alt="Bill Bradley im Trikot der New York Knicks" align="right" height="180" width="97" /><br />
McCain hat sein Helden- und Reformerimage, Bush das Geld und die Unterstützung des Republikanischen Establishments.<br />
Wer gewinnt, bleibt weiterhin spannend. Die politischen Bildstrategien dienen jedoch nicht nur den einzelnen<br />
Kandidaten. Sie sind vielmehr Teil eines die Nation umfassenden Rituals. In der Präsidentenwahl wird dem Volk<br />
als Souverän und zugleich dem Föderalismus Reverenz erwiesen. Die visuellen Strategien helfen dabei, die<br />
Gegenwart mit der Vergangenheit zu verbinden. Insofern ist der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ein immer<br />
wiederkehrendes Ritual der Erneuerung. Die Bilder, die dabei hervorgebracht werden, eröffnen Zugänge in das politische<br />
Leben und damit die Teilhabe am Gemeinwesen &#8211; und das auch noch auf unterhaltsame Art.<br />
</span></p>
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			</item>
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		<title>Hurrah, the Campaign is over.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mmueller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Am 31. Juli ist es wieder soweit. Der amerikanische
Präsidentschaftswahlkampf startet in seine heiße Phase. An jeweils vier Tagen feiert sich eine, in den
USA zunehmend an Bedeutung verlierende, politische Institution - die Partei.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Am 31. Juli ist es wieder soweit. Der amerikanische<br />
Präsidentschaftswahlkampf startet in seine heiße Phase. An jeweils vier Tagen feiert sich eine, in den<br />
USA zunehmend an Bedeutung verlierende, politische Institution &#8211; die Partei.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der zeitliche Vortritt bei den Nominierungsparteitagen gebührt der präsidentiellen <i>out-party</i>.<br />
Im Jahr 2000 sind dies die Republikaner, die zwischen dem 31. Juli und dem 3. August in Philadelphia, der<br />
Wiege der Republik, tagen. Amerikanische <i>national conventions</i> erfüllen mehrere Funktionen: zunächst<br />
dienen sie der offiziellen Nominierung des Präsidentschafts- und des Vizepräsidentschaftskandidaten, für die<br />
sie zugleich eine wichtige Wahlwerbefunktion übernehmen. Denn kaum ein anderes Ereignis im Wahlkampf ist<br />
von so viel kostenloser Medienaufmerksamkeit begleitet. Auf den Parteitagen werden aber auch Programme,<br />
sogenannte platforms, verabschiedet, die als locker geschnürtes Regierungspaket kaum konkrete<br />
Handlungsvorgaben enthalten. Die Langzeitwirkung einzelner <i>soundbites</i> sollte dabei jedoch nicht<br />
unterschätzt werden. So haftet den Republikanern seit der Convention 1992 das moral-konservative<br />
<i>family values</i>-Motto auch heute noch an.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mythos, Metamorphose, Medienspektakel</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die U.S.-Parteitage haben eine klare Struktur und einen rituellen Ablauf, der über ein Jahrhundert hinweg<br />
annähernd gleich geblieben ist:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/gop2000.gif" alt="Logo der Republican Convention" align="right" /><br />
<b>Order of Business</b><br />
<i><br />
Monday<br />
Welcome Speeches; Keynote Address</p>
<p>Tuesday<br />
Reports of Convention Committees; Adoption of Platform</p>
<p>Wednesday<br />
Presidential Nominating Speeches; Ballotting<br />
Selection of Presidential Candidate<br />
Selection of Vice Presidential Candidate</p>
<p>Thursday<br />
Acceptance Speeches by Vice Presidential and Presidential Candidate<br />
Campaign rally with balloons and marching bands<br />
</i><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Spannungskurve steigt mit jedem Tag und kulminiert in der programmatischen <i>acceptance speech</i> des<br />
Präsidentschaftskandidaten, die zugleich der Startschuss für den Hauptwahlkampf ist. Die Akzeptanz der Rede in<br />
der wahlberechtigten Bevölkerung ist ausschlaggebend für die Positionierung des Kandidaten. Ob der<br />
<i>post-convention boost</i> statistisch groß oder eher gering ausfällt, kann über Sieg oder Niederlage am<br />
Wahltag im November entscheiden. Weil jedes Detail und jeder Moment ausschlaggebend sein kann, werden<br />
National Conventions minutiös geplant. Der Sinn des Ereignisses ist die politische Metamorphose des<br />
Kandidaten zum zukünftigen Präsidenten. Jede Convention in ihrer Gesamtheit und jeder einzelne der vier<br />
Tage wird unter ein Motto gestellt. Der Ort, an dem der Parteitag stattfindet, ist symbolstrategisch gewählt und<br />
liegt entweder in einem an Wahlmännerstimmen reichen Einzelstaat oder er ist parteihistorisch bedeutend, wie<br />
etwa die Wahl Philadelphias für die 37. Republican National Convention 2000.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Republican Renaissance?</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Philadelphia ist nicht nur die Gründungsstadt der Vereinigten Staaten, weil dort vor 225 Jahren der<br />
Kontinentalkongress tagte. Zudem hielten die Republikaner ihre historisch bedeutsame erste National Convention<br />
1856 in Philadelphia ab und ebenfalls dort versammelten sich exakt vor 100 Jahren die <i>Republicans</i> um den<br />
späteren Gewinner der Wahl, William McKinley, zu ihrem Präsidentschaftskandidaten zu küren. Auf diese<br />
raum-zeitlichen Parallelen weist der Parteivorsitzende Jim Nicholson auf der Republikanischen Convention-Homepage<br />
ausdrücklich hin (<a href="http://www.rnc.org/ConventionNews">www.RNC.org/ConventionNews</a>). Die<br />
Entscheidung für eine Stadt als Parteitagsort fällt im jeweiligen Parteivorstand und wurde 1999 einstimmig für die<br />
Hauptstadt Pennsylvanias getroffen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Vorbereitungen des Parteitages beginnen bereits ein Jahr zuvor und liegen bei den beiden großen Parteien in<br />
der Hand des jeweiligen <i>National Party Chairman</i> &#8211; des Parteivorsitzenden, der, im Unterschied zu seinen<br />
deutschen Kollegen, weder im Wahlkampf noch im Regierungsalltag eine wesentliche Rolle spielt. Dass der<br />
Nationalkonvent ein Erfolg wird, ist eine zentrale Aufgabe des <i>Chairman</i>. Welche Herausforderung die<br />
Organisation dieses Mega-Events darstellt, machen die Zahlen deutlich, mit denen die Parteizentrale &#8211; das<br />
<a href="http://www.rnc.org/">Republican National Committee (RNC)</a> &#8211; auf ihrer Homepage wirbt. Für den<br />
Parteitag 2000 werden 45.000 Besucher erwartet, darunter 2.066 Delegierte, 15.000 Pressevertreter<br />
sowie 10.000 freiwillige Helfer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um diese organisatorische Herausforderung bewältigen zu können, setzt der Parteivorsitzende mindestens ein<br />
Jahr vor dem Parteitag einen Organisationsausschuss &#8211; das <i>Committee on Arrangements (COA)</i> &#8211; ein. Das<br />
RNC-COA besteht aus 62 Mitgliedern und ist so etwas wie das Managementgremium des Parteitages. Die<br />
Zusammensetzung erfolgt nach einem föderalen Prinzip: jeder Einzelstaat und jedes Territorium entsendet<br />
zumindest einen Vetreter. Der jeweilige Gastgeberstaat des Parteitages, in diesem Fall Pennsylvania, stellt drei<br />
Mitglieder. Das Leitungsgremium des COA besteht aus sechs Personen, darunter ist mit<br />
Jim Nicholson auch der Parteivorsitzende, der das Amt in Personalunion ausübt. Das COA Leitungsgremium<br />
ernennt einen <i>Convention Manager</i>, der für den Gesamtablauf des Parteitages verantwortlich ist. Zu diesen<br />
Gremien treten 12 Unterausschüsse hinzu, die sich mit den Details der Convention-Planung befassen: <i>Facilities,<br />
Program, Security, Transporation, Entertainment, News Media, Housing, Family &amp; Youth, Special Events,<br />
Technology, Tickets &amp; Badges, Volunteers</i>. Das Ganze hat zunächst wenig mit Politik und viel mit<br />
Organisation zu tun. Aufgrund des gigantischen Planungs- und Koordinationsaufwandes wurden Parteitage zu<br />
recht mit Choreographie und Aufführung von Opern verglichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Motto und Ablauf der Politshow werden ganz auf den designierten Präsidentschaftskandidaten,<br />
George Bush jr., zugeschnitten. Die Convention 2000 steht unter dem Motto <i>&quot;Renewing America&#8217;s Purpose.<br />
Together.&quot;</i> Das &quot;amerikanische Anliegen&quot; wird dann an den folgenden Tagen auf unterschiedliche Politikfelder<br />
übertragen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><i><br />
Monday, July 31 &#8211; Opportunity with a Purpose: Leave no Child Behind.<br />
Tuesday &#8211; August 1 &#8211; Strength and Security with A Purpose: Safe in our Homes and in the World.<br />
Wednesday, August 2 &#8211; Prosperity with a Purpose: Keeping America Prosperous and Protecting Retirement Security.<br />
Thursday, August 3 &#8211; President with a Purpose: A strong leader who can unite our country and get things done.<br />
</i><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bildung, innere Sicherheit, Verteidigungs- und Rentenpolitik sind damit bei den Republikanern thematisch<br />
festgelegt. Eine Neuerung im sonst so festgefügten Programmablauf ist die Vorverlegung der <i>acceptance<br />
speech</i> des Vizepräsidentschaftskandidaten auf den Abend des 2. August. Hier scheint sich eine<br />
personalpolitische Überraschung anzubahnen. Parteitage sind stets auch technologische Leistungsschauen. So<br />
warten die Republikaner in diesem Jahr nicht nur mit einem erstmaligen Intranet-Service für die Medienvertreter<br />
auf, sondern bieten unter der Adresse <a href="http://www.gopconvention.com/">www.gopconvention.com</a><br />
auch den interessierten Internet-Zuschauern die Möglichkeit, das Spektakel virtuell im Plenum sowie<br />
<i>backstage</i> zu verfolgen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Democratic Continuity?</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/dems2000.gif" alt="Logo der Democratic Convention" align="right" /><br />
Zu ihrem Parteitagsort 2000 wählten die Demokraten mit Los Angeles eine Stadt im bevölkerungsreichsten und<br />
damit auch die meisten Wahlmänner und -frauen stellenden Bundesstaat Kalifornien. Die<br />
<i>National Democratic Convention</i> findet zeitlich nach dem Republikanischen Parteitag statt, zwischen<br />
dem 14. und dem 17. August. Die Anzahl der erwarteten Medienvertreter und Gäste ist der von den<br />
Republikanern erwarteten Zahl vergleichbar. Die Delegiertenzahl ist jedoch mehr als doppelt so groß.<br />
Auf dem Parteitag 2000 werden 4.339 Parteidelegierte erwartet (<a href="http://www.dems2000.com/">www.dems2000</a>).<br />
Die Struktur des Vorbereitungskomitees ist vergleichbar dem RNC-COA, allerdings weniger rigide.<br />
Der Vorsitzende des <a href="http://www.democrats.org/">Democratic National Committee (DNC)</a>, Joe Andrew,<br />
ist zugleich der Präsident des DNCC &#8211; der <i>Democratic National Committee Convention</i>. Statt 12<br />
Unterausschüssen bei den Republikanern begnügen sich die Demokraten mit neun: <i>Media Logistics, Event<br />
Logistics, Housing, Production, Communications, Community Affairs, External Affairs, Business Development,<br />
Technology and Special Projects</i>. Die Schwerpunktsetzung ist dadurch anders gewichtet. Während bei den<br />
Republikanern organisatorisch die Sicherheit sowie die Unterhaltung und inhaltlich Familie und Jugend einen<br />
eigenständigen Ausschuss haben, spielen bei den Demokraten <i>community affairs</i> eine wichtige Rolle.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/la2000.gif" alt="Democrats take over L.A." align="left" /><br />
Mit der Festrednerin Caroline Kennedy-Schlossberg bleibt der Kennedy-Mythos auch in diesem Wahlkampf<br />
das harmonisierende Herzstück der Demokratischen Kampagne. Ob Al Gore die Chance der Convention nutzen<br />
wird, um sich zumindest stilistisch von Bill Clintons pathetischem Hollywoodflair abzugrenzen, wird die<br />
Parteitagsinszenierung zeigen.</span></p>
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