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	<title>mblock &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<item>
		<title>Der Kampagnen-Plan</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagnenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kampagnen sind 
kommunikative Feldzüge - Serien von Kommunikations-Events, die planmäßig angelegt 
sind und ein doppeltes Ziel haben: einerseits Informationen über die Wählerschaft 
(oder ein bestimmtes anderes Publikum) zu sammeln, andererseits geeignete Informationen 
unter die Leute zu bringen. Dabei greift eine Kampagne auf drei kritische Ressourcen 
zurück: Geld, Organisation und den Kandidaten.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kampagnen sind<br />
kommunikative Feldzüge &#8211; Serien von Kommunikations-Events, die planmäßig angelegt<br />
sind und ein doppeltes Ziel haben: einerseits Informationen über die Wählerschaft<br />
(oder ein bestimmtes anderes Publikum) zu sammeln, andererseits geeignete Informationen<br />
unter die Leute zu bringen. Dabei greift eine Kampagne auf drei kritische Ressourcen<br />
zurück: Geld, Organisation und den Kandidaten.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Herausragende Kampagnen<br />
&#8211; wie zum Beispiel der von Jürgen W. Möllemann geführte FDP-Landtagswahlkampf<br />
in Nordrhein-Westfalen &#8211; vereinbaren jedoch zuallererst eiserne Regeln für das<br />
eigene Kampagnen-Management, vor allem gegenüber der Partei. So sollte es sein:<br />
Die Kampagne führt ein Management<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> </p>
<li>mit einem einzigen Entscheider<br />
als Gegenüber,
</li>
<li>als einziges Gegenüber<br />
der Werbe-, PR- und Onlineagenturen,
</li>
<li>außerhalb der Parteiorganisation,
</li>
<li>mit einem professionellen,<br />
kleinen Team,
</li>
<li>an einem kommunikativen<br />
Platz,
</li>
<li>mit einer guten technischen<br />
Ausstattung und
</li>
<li>ohne jede Bürokratie.
<p>
Manche nennen das nach<br />
US-Vorbild &quot;War Room&quot; oder wie die Sozialdemokraten seit 1998 eine &quot;Kampa&quot;.<br />
Die Professionalität aber wird durch die Grundregeln bestimmt, nicht durch<br />
die Etiketten.
</p>
<p>
Professionalität beweist<br />
sich darin, planen zu können und sich nicht borniert, aber diszipliniert an<br />
einen Plan zu halten. Einen schriftlichen Plan, fixiert schwarz auf weiß auf<br />
Papier (aber nicht in Stein gemeißelt). Eine Wahl- oder andere Kampagne ohne<br />
einen Plan ist wie eine Reise ins Ungewisse ohne Karte und Kompass: Die Wahrscheinlichkeit,<br />
dass man dort ankommt, wo man hinwollte, ist gering. Der Prozess der Planung,<br />
Bewertung, Korrektur und Ausführung eines typischen Wahlfeldzugs zieht sich<br />
ohne weiteres über ein Jahr hin. Dessen sollte man sich bewusst sein. Und<br />
vor allem der Tatsache, dass es hier um eine Reihe von Verteilungsentscheidungen<br />
geht. Ressourcenallokation, sagen die Betriebswirte, oder schlicht: Wer kriegt<br />
was, wann und wie? Und wer tut was, wann wie &#8211; und wer zahlt dafür?
</p>
<p>
Ob im Zentrum einer Kampagne<br />
nun eine Partei steht, ein Sachthema oder das Image einer Person oder Organisation,<br />
ist die erste Entscheidung der Kampagnenmacher. Aber von diesen drei strategischen<br />
Grundtypen verwendet eigentlich jedes Team, abhängig vom politischen Kontext<br />
(Art des angestrebten Mandats oder Ziels, allgemeine Trends, Stimmungen, Lager),<br />
immer einen Mix. Der Kampagnenplan sollte diese zwölf Kapitel umfassen:
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Recherche und Analyse</b><br />
des politischen Gegners und seiner Planungen, der demographischen Zusammensetzung<br />
und Lebensstile der Wählerschaft, ihrer sozialen und politischen Verhaltensweisen,<br />
aber auch der eigenen Stärken und Schwächen. Um zu wissen, wie man verlieren<br />
könnte. Und unter welchen Startbedingungen man beginnt. </p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Quantitative Umfrageforschung</b>:<br />
Dabei kommt es nicht darauf an, sich durch teure Demoskopen berichten zu lassen,<br />
wo man steht. Sondern was sich wo bewegt, wo der Gegner Schwächen zeigt, welche<br />
Themen heiß sind und als Vehikel für die eigene Sache genutzt werden können.<br />
Ob die Daten nun von einem befreundeten Uniprofessor kommen oder von einem großen<br />
kommerziellen Institut, ist zweitrangig: Wichtig ist die Unabhängigkeit der<br />
Quelle, die einem ohne strategische Interessen die harten Fakten mitteilt. </p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Politische Bündnisse</b>:<br />
das klassische Coalition-Building innerhalb und außerhalb der Partei, befreundeter<br />
Verbände und Vereine, Lobbies und Interessengruppen, aber auch befreundeter<br />
Medien. Gesucht werden Meinungsführer und Multiplikatoren, die entweder selbst<br />
für die Kampagne streiten oder andere mobilisieren können.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Werbung</b>: die bezahlte<br />
und kontrollierbare Kommunikation je nach Budget. Zeitungsanzeigen, Plakate,<br />
Radio- und TV-Werbespots, Kinospots, Internet-Websites, Werbepost (Direct Mailings).<br />
Alle diese erfordern Vorbereitung durch die Agenturen (sog. Briefings), eine<br />
Phase des Entwerfens und Verwerfens von Konzepten, eine Phase der Produktion<br />
der Werbemittel und Anzeigen &#8211; und schließlich des Platzierens, also des Kaufs<br />
von Werbeplatz und Sendeminuten. Das ist nichts für Amateure. </p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Straßenwahlkampf und<br />
Events</b>: organisierte Aktionen der Partei- bzw. Aktivistenbasis mit oder<br />
ohne Prominente &#8211; Infostände, Telefonaktionen, Canvassing (Klinkenputzen) von<br />
Tür zu Tür. Das erfordert Personalmanagement nicht nur der Profis, sondern auch<br />
der freiwilligen Helfer &#8211; und erheblichen Logistikaufwand. Das gilt erst recht<br />
für Großereignisse wie z.B. Parteitage, die von vielen Aktionen begleitet werden<br />
(etwa spezielle Internet-Angebote, Pressekonferenzen oder schlicht kamerataugliche<br />
Stunts und Symbole).</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Pressearbeit</b>: Kommunikation,<br />
die über die Information und Beeinflussung unabhängiger Medien läuft, um in<br />
den redaktionellen und damit glaubwürdigeren Teil der Nachrichtenmedien zu kommen<br />
(im Gegensatz zu den Werbeseiten und -blöcken). Das sollte nicht den spontanen<br />
Einfällen des Pressesprechers überlassen sein, sondern sich der Gesamtkommunikationsstrategie<br />
unterordnen.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Koordination und Zeitplanung<br />
des Kandidaten </b>(oder Spitzenpersonals): definiert die Regeln für die Zu-<br />
und Absagen von Terminen einschließlich ihrer jeweiligen politischen und kommunikativen<br />
Ziele. Zumindest muss ein System her, nach dem Einladungen akzeptiert oder abgesagt<br />
werden &#8211; und die Logistik vorbereitet wird (Kombination mit anderen Terminen,<br />
Hin- und Rückfahrt, Reden schreiben, persönliche Vorbereitung, Medienrummel,<br />
Nacharbeitung). Aber statt nur auf Einladungen zu warten, sollte man selbst<br />
proaktiv Events kreieren und sie vermarkten.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Finanzplan</b>: ist<br />
nicht nur eine einfache Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben, sondern muss<br />
präzise definieren, was mindestens für bestimmte Aufgaben in der Kasse sein<br />
muss &#8211; und auch zu welchem Zeitpunkt Geld rein- und rausgeht (Cash Flow). Je<br />
früher das Geld kommt, desto mehr kann es wie Hefe wirken und den politischen<br />
Effekt vermehren; aber wer in der heißen Phase kurz vor Schluss pleite ist,<br />
hat selber Schuld.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Fundraising-Plan</b>:<br />
Kommunikation ist teuer. Nur wer vor und während einer Kampagne systematisch<br />
viele Kleinspenden sammelt, wird seine Mittel aus wenigen Großspenden, öffentlichen<br />
Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen ausreichend aufstocken können. Nicht jede<br />
Kampagne benötigt ein externes Fundraising-Team, wie es die FDP mit der Bonner<br />
Agentur Weber Shandwick und dem Konzept &quot;<a href="http://www.achtzehnzweitausendzwei.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">18/2002<br />
Bürgerfonds für Deutschland</a>&quot; einführt. Aber Beratung durch erfahrene Spendensammler<br />
und Sozialmarketing-Profis (etwa von Wohlfahrtsverbänden) ist nötig &#8211; egal,<br />
ob es um Online-Spenden, Bettelbriefe, Benefiz-Entertainment oder Kandidaten-Dinners<br />
geht.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Verwaltung und Buchhaltung</b>:<br />
Auch ein kleines Team und kleine Parteigremien benötigen ein Mindestmaß an Büroroutine,<br />
Assistenz und Office Management, außerdem klare Verantwortlichkeiten bei der<br />
Abwicklung der Finanzen (Schatzmeister!).</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Mobilisierung am Wahltag</b><br />
(oder anderem Höhepunkt der Kampagne wie einer Großdemonstration, einem landesweiten<br />
Aktionstag, einer Abstimmung): Der &quot;letzte Ruck&quot; muss präzise vorbereitet sein,<br />
um das Maximum kurz vor Toresschluss aus allen Ressourcen einer Kampagne herauszuholen.  </p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>Zeitplan</b>: für alle<br />
Themen, Werbung, PR-Aktionen, Fundraising und Finanzen müssen die Ziele nicht<br />
&quot;irgendwann&quot;, sondern auf konkrete Termine hin definiert werden.</p>
<p>
Was hier in Stichworten<br />
aufgezählt ist, sind nur die ersten Schritte in einem Kampagnenplan &#8211; eine<br />
Art Aufgabenkatalog mit lauter leeren Arbeitsblättern, die zu füllen sind.<br />
Aber Kampagnenplanung ist kein Geschäft, das sich nach Patentrezepten führen<br />
ließe. Intuition, Instinkt und Kreativität gehören ebenso dazu wie professionelle<br />
Erfahrung &#8211; die Erfahrung, die es möglich macht, Entscheidungen sofort und<br />
eindeutig zu treffen und auch &quot;nein&quot; zu sagen. Ebenso gehören dazu Geld und<br />
Organisation als Startkapital einer Kampagne. Vor allem aber an der Spitze<br />
ein eigenständiger politischer Kopf, seine Fähigkeit, die richtigen Profis<br />
zu verpflichten und seine Durchsetzungskraft, die Laien bis zum Wahlsieg fernzuhalten.
</p>
</li>
<p></span></p>
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