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	<title>Michael Mahler &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Zwischen neuen Chancen und alten Grenzen: Gehörlose im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2016 08:34:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sprechen, sich austauschen, Kontakt haben: Für Gehörlose ist die Kommunikation der hörenden Mehrheitsgesellschaft praktisch eine unerreichbare Welt. Eigene Schulen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-150387 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/barrier-gates-280628_640x314_CC0_by_Ben_Kerckxvia_pixabay.jpg" alt="Schranke auf einem Weg im Wald, barrier gates by Ben_Kerckx CC0 via Flickr" width="640" height="314" />Sprechen, sich austauschen, Kontakt haben: Für Gehörlose ist die Kommunikation der hörenden Mehrheitsgesellschaft praktisch eine unerreichbare Welt. Eigene Schulen und Vereine waren deshalb für sie lange Zeit die einzigen Orte, in denen sich ihnen diese Welt auftat. Mit dem Internet hat sich das geändert: Das Netz beeinflusst nicht nur die Kultur der Gehörlosen. Dass deren Herzstück, die Gebärdensprache, auch beim Videochat eingesetzt werden kann, ist für taube Menschen inzwischen sogar der Hauptgrund, online zu gehen. Doch bei allem Fortschritt: Taube Menschen treffen auch online immer noch auf alte Barrieren.</p>
<p>Inzwischen klingen die Buchstaben schon fast banal: WWW, weltweites Netz. Dabei schafft das Internet manchmal sogar weit mehr, als die eine Welt zu verbinden: Manchmal eröffnet es regelrecht neue Welten. Zum Beispiel für Gehörlose.</p>
<p>Denn dass im Analogen oft Welten zwischen Hörenden und Gehörlosen liegen, erfahren taube Menschen alltäglich: Anders als für Hörende ist es für Gehörlose ohne Dolmetscher alles andere als einfach, jemanden auf der Straße mal kurz anzusprechen und nach dem Weg zu fragen oder einkaufen zu gehen. Verständnisprobleme sind immer vorprogrammiert. Eigentlich besitzen taube Menschen mit der Gebärdensprache eine perfekte Möglichkeit sich mitzuteilen und zu verständigen. Aufgrund eines von der hörenden Mehrheitsgesellschaft bestimmten Kommunikationssystems sind Gehörlose jedoch de facto immer auf andere Mitglieder der eigenen Minderheit angewiesen, um sich austauschen zu können. Lange Zeit waren deshalb Gehörlosenschulen und eigene Vereine praktisch <a href="http://fzgresearch.org/PDF_VUGS/(41)%20Hohl%202004.pdf%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die einzigen Örtlichkeiten der Gehörlosengemeinschaft</a>, in denen sich ihnen die weithin unerreichbare Welt der Alltagskommunikation erschloss.</p>
<p>Mit dem Internet ist ein neuer Ort dazugekommen, der – wie bei Hörenden auch – die menschliche Kommunikation teilweise sogar überflüssig gemacht hat: Wer nach einer Straße sucht, fragt einfach schnell Google-Maps. Und wer shoppen oder eine Reise buchen will, kann dies mit wenigen Klicks auch zuhause online erledigen. Für Gehörlose ist das nicht nur genauso bequem wie für Hörende. Es bedeutet für sie auch, im Alltag ohne Dolmetscher weniger mit Verständigungsschwierigkeiten konfrontiert zu sein. „Das Internet ermöglicht Gehörlosen also eine stärkere Individualisierung. Es schafft Unabhängigkeit“, erklärt Andreas Bittner. Bittner ist nicht nur selbst taub, sondern auch Dozent am <a href="https://www.reha.hu-berlin.de/lehrgebiete/gsd/lehre-und-studium/ds" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deaf-Studies-Lehrstuhl der Humboldt-Universität in Berlin</a>. Für ihn steht fest: „Es hat durch das Internet einen großen Wandel für Gehörlose gegeben.“</p>
<h3>Das Internet prägt die Kultur der Gehörlosen mit</h3>
<p>Seit den 1990er Jahren gibt es etwa eigene Webseiten für die sprachliche Minderheit. Der spätertaubte Bernd Rehling gehört dabei zu den „Dinosauriern“ des Deaf Internet (Gehörlosen-Internet), wie er sich selbst nennt. Er hat 1997 das Portal <a href="http://taubenschlag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taubenschlag.de</a> mitgegründet, das Informationen aus der Deaf World bündelt. Seine Motivation beschreibt er so: „Im Internet habe ich gerade für Hörgeschädigte eine große Chance gesehen, um Informationen zu bekommen, zu kommunizieren und zu lernen.“ Und der 73-Jährige sieht die Chancen auch zu einem guten Stück erfüllt, nicht zuletzt auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die eigenständige Kultur der Gehörlosen: „Es gibt kulturelle Angebote für Gehörlose wie nie zuvor. Die wären überregional ohne das Internet kaum zugänglich, ja, viele gäbe es gar nicht.“ Erst durch das Internet seien ausländische Impulse wie die Deaf Poetry Slams in Deutschland schnell verbreitet worden. Auch das Entstehen einer selbstbewussten Jugendkultur habe das Netz beschleunigt. Und durch Online-Veröffentlichungen finden lokale Angebote wie Museumsführungen für Gehörlose überhaupt erst ein breites Publikum, so Rehling.</p>
<p>Um ein vielfaches verbessert habe sich auch der Informationserwerb, sagt der pensionierte Lehrer. So würden zumindest einige öffentlich-rechtlichen Sender inzwischen 90 Prozent ihres Angebots untertiteln. Und über das Live-Streaming kämen Gehörlose nun sofort an aktuelle Informationen. Zum Medium schlechthin sei für Gehörlose der Video-on-demand-Dienst Netflix geworden: Dort werden alle Filme und Serien ausnahmslos untertitelt. Und selbst Facebook ermöglicht jetzt Werbetreibenden – wenn auch primär aus Rücksicht auf mobile Nutzer und deren Klickzahlen – <a href="https://www.facebook.com/business/news/updated-features-for-video-ads" target="_blank" rel="noopener noreferrer">automatisch Untertitel in Videos einzubauen</a>. Eine wichtige Entwicklung, schließlich nimmt dort die Zahl der Videos im Newsfeed rasant zu. Und Andreas Bittner vom Berliner Deaf-Studies-Lehrstuhl bestätigt, dass durch das Internet Gehörlosen so grundsätzlich mehr Informationen zugänglich gemacht werden: „Man bekommt stärker mit, was in der hörenden Gesellschaft passiert.“</p>
<h3>Das barrierefreie Netz gibt es noch nicht</h3>
<p>Trotzdem gibt es auch online immer noch starke Einschränkungen für Gehörlose. <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">So rufen schon jetzt 53 Prozent der Mehrheitsgesellschaft mindestens einmal wöchentlich audiovisuelle Inhalte im Netz auf, um sich zu informieren. </a>Werden diese in Zukunft nicht überall barrierefrei angeboten, wird die Kluft zwischen Hörenden und Gehörlosen bei der Informationsbeschaffung wieder zunehmen, die sich durch die <a href="http://www.deutsche-gesellschaft.de/fokus/tagesspiegel-inklusion-im-fernsehen-untertitel-ersetzen-keine-gebaerden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gestiegene Zahl an Untertiteln im Fernsehen</a> gerade langsam vermindert. Momentan sehen sich laut einer aktuellen Studie der Rheinischen Fachhochschule Köln 76 Prozent der Gehörlosen ausgebremst, wenn es um audiobasierte Inhalte im Netz geht.</p>
<p>Andreas Bittner von der HU Berlin sieht aber auch unabhängig davon noch lange kein barrierefreies Netz. Zu tun habe das mit der Schriftsprache, von der es natürlich im Internet ebenfalls nur so wimmelt. So wie sie von der Mehrheitsgesellschaft gebraucht wird, unterscheidet sich die Schriftsprache von der Gebärdensprache nicht nur durch die fehlende visuelle Ausdrucksweise. Für taube Menschen ist sie auch deshalb nur mit Mühe zu verstehen, weil ihr eine andere Grammatik zugrunde liegt. Bittner: „Deutsche Schriftsprache ist wie eine Fremdsprache für deutsche taube Menschen.“ Eine entscheidende Rolle für Gehörlose spiele daher auch im Internet ihre Schriftsprachkompetenz. Und die brauche es oft schon zum Verstehen von Untertiteln, so der Deaf-Studies-Experte. „Erst die Gebärdensprache wäre ein wirklicher Vorteil“, findet Bittner. „Doch die ist im Internet noch die absolute Ausnahme.“ Das gilt auch für die <a href="http://www.bpb.de/apuz/179341/leichte-und-einfache-sprache-versuch-einer-definition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Leichte Sprache“</a>. Gehörlose profitieren also bislang – abhängig von ihrer Schriftsprachkompetenz – unterschiedlich stark von den Vorzügen des Internet.</p>
<h3>Deaf World: Gehörlose können jetzt auch in die Ferne mittels Gebärdensprache kommunizieren</h3>
<p>Von unschätzbarem Wert für alle tauben Menschen sind dagegen die Kontakt- und Vernetzungsmöglichkeiten, die das Netz bietet. Welche große Rolle die Vernetzung für sie spielt, beweist allein schon Achim Feldmann: Er hat lange vor Facebook und Co 1995 mit gehoerlos.de das erste Diskussionsforum für taube Menschen in Deutschland gegründet: „Ich wollte, dass die Gehörlosen weniger isoliert sind. Zuvor mussten sie erst in die nächste Großstadt fahren, um sich mit anderen Gehörlosen zu unterhalten. Das hat Zeit und Geld gekostet.“ Zwar nutzten Gehörlose damals auch Faxgeräte oder seit 1975 schon Schreibtelefone, um in die Ferne zu kommunizieren. Mit einem schnellen Chat vermögen diese Geräte aber freilich nicht mitzuhalten. Mehr noch: Heute können auf Skype, Whatsapp oder per Email auch Videos verschickt werden. Und damit wird der Austausch in Gebärdensprache über Entfernungen hinweg möglich. „Das ist ein Quantensprung in der Entwicklung“, findet auch taubenschlag.de-Gründer Rehling. „Gehörlose können jetzt weltweit Kontakte pflegen, sogar in ihrer Muttersprache.“</p>
<p>Tatsächlich bietet das Internet die Chance, dass der Bedeutung der Gebärdensprache für taube Menschen auch bei der Kommunikation in die Ferne noch Rechnung getragen wird: Weil die Gebärdensprache die Gehörlosengemeinschaft überhaupt erst stiftet, gilt sie als <a href="http://fzgresearch.org/PDF_VUGS/(41)%20Hohl%202004.pdf%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Herzstück der Gehörlosenkultur“</a>. Das bedeutet, dass sogar Gehörlose die Gebärdensprache lernen oder weiter pflegen, denen ein Cochlea-Implantat das Hören und Verstehen der Lautsprache ermöglicht. Sie wollen damit ihrer Gemeinschaft treu bleiben. Florian Lothmann, Leiter der erwähnten Studie aus Köln, hat in seiner Umfrage von 2015 sogar folgendes festgestellt: Die gebärdensprachliche Kommunikation räumlich unabhängig einsetzen zu können, ist für Gehörlose inzwischen sogar der Hauptgrund, das Internet zu nutzen und nicht die erleichterte Informationsbeschaffung. Doch überraschenderweise war das nicht immer so.</p>
<h3>Neue Möglichkeiten im Netz trafen zunächst auf alte Nutzungsgewohnheiten</h3>
<p>Eine Studie der HU Berlin aus dem Jahr 2012 zur Nutzung sozialer Medien durch Gehörlose zeigt, dass der Trend, die Gebärdensprache zu pflegen, online erst verzögert eingesetzt hat. So ergab die Studie damals folgendes Bild: Von 106 befragten Gehörlosen und einigen wenigen Schwerhörigen setzte nur eine Person ausschließlich auf Video-Chats. Dagegen gaben umgekehrt mehr als 61 Prozent der Befragten an, sich dort nur schriftlich mit anderen auszutauschen und damit sogar ganz auf das Gebärden zu verzichten. Die Übrigen nutzten beide Möglichkeiten. Studienleiterin Laura Schulze hatte ferner festgestellt, dass es bei der Wahl des Netzwerks keinen Unterschied zur Mehrheitsgesellschaft gibt: Auch bei den befragten Gehörlosen waren die meisten bei Facebook angemeldet. Und das, obwohl es seit 2007 ein visuell orientiertes Netzwerk gegeben hatte, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Hörschädigung abgestimmt war.</p>
<p>Andreas Bittner vom Deaf-Studies-Lehrstuhl erklärt diese Ergebnisse mit ausgeprägten alten Nutzungsgewohnheiten, die erst mit der Zeit zurückgegangen sind. Noch heute kommunizierten ältere Gehörlose teils immer noch lieber per Fax als sich etwa via Skype in ihrer Muttersprache mit anderen auszutauschen – „weil sie es so gewohnt sind.“ Technikaffinität und digitale Nutzungsgewohnheiten sind also offenbar ausschlaggebender als die Nähe zur eigenen Muttersprache. „Und ich denke: Wenn man die Gebärdensprache über Video und Webcam einsetzt, zeigt man gleichzeitig sehr viel von sich persönlich, der ganze Mensch in seiner Verfassung ist dann sichtbar“, so Bittner. Wenn Gehörlose also im Internet ihre Muttersprache einsetzen wollen, ist das – anders als bei Hörenden – zwangsläufig mit Sichtbarkeit verbunden. Und setzt damit – genau umgekehrt zu den Hörenden, die problemlos auch unsichtbar kommunizieren können – immer die Überwindung einer gewissen Hemmschwelle voraus.</p>
<h3>Die Muttersprache liegt bei tauben Menschen inzwischen auch online  im Trend</h3>
<p>Dass Video-Nachrichten inzwischen im Trend liegen, hängt für Deaf-Studies-Experte Andreas Bittner auch damit zusammen, dass die technischen Voraussetzungen dazu immer besser geworden sind: Videonachrichten setzen geeignete Endgeräte, schnelles Internet, gute Videoqualität und ausreichendes Datenvolumen voraus. Bittner: „Ist das alles erfüllt, schafft das zusätzliche Anreize, die Gebärdensprache auch digital einzusetzen.“ Gerade bei gehörlosen Jugendlichen führen die neuen Videochatmöglichkeiten nach Angaben der <a href="http://www.gehoerlosen-jugend.de/allesueberdgj/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Deutschen Gehörlosen Jugend e.V.“</a> dazu, dass diese sich ihrer Muttersprache stärker bewusst werden.</p>
<p>Trotzdem kann Andreas Bittner der Schriftform nach wie vor etwas abgewinnen. Und zwar was das Verhältnis zu Hörenden angeht: „Wenn man nur schreibt, merkt man nicht zwangsläufig, ob jemand hörend ist oder nicht. Und auch wenn Gehörlose in der Schriftform nicht immer grammatisch perfekt sind: Der Kontakt zu Hörenden wird erleichtert.“ So gaben von den 241 Gehörlosen, die in der bereits genannten Studie der Rheinischen Fachhochschule befragt wurden, zwei Drittel an, durch das Internet sogar häufiger mit Hörenden zu kommunizieren. Den digitalen Austausch in Schriftform hält der taube Softwareentwickler Achim Feldmann dabei vor allem in der Arbeitswelt für wichtig: „Die Selbstständigkeit von Gehörlosen am Arbeitsplatz hat dadurch zugenommen. Und damit auch die Verantwortung und das Selbstbewusstsein.“ Aufgrund der Unabhängigkeit von Dolmetschern zieht Feldmann im Kontakt mit hörenden Arbeitskollegen Emails sogar <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Relay-Dienst" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Relay-Diensten</a> vor.</p>
<h3>Filter Bubble: Auch online trennen Gehörlose und Hörende oft noch Welten</h3>
<p>Doch konnte das Internet auch insgesamt dabei helfen, die Welten zwischen Gehörlosen und Hörenden wegzuräumen? Führen die neuen digitalen Kontaktmöglichkeiten beide Seiten stärker zusammen? Bernd Rehling bringt es mit Blick auf die sozialen Netzwerken so auf den Punkt: „Wie alle Nutzer schmoren auch Gehörlose dort im eigenen Saft, gründen also Gruppen zu ihren Interessengebieten und tauschen Informationen aus der Gehörlosenwelt aus.“ Die taube Lippenleserin und Inklusionsaktivistin Julia Probst hält Rehling dabei für eine Ausnahme: <a href="https://twitter.com/einaugenschmaus?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Probst hat auf Twitter mehr als 34.000 Follower</a>, hauptsächlich Hörende. Doch bei allen sprachlichen Barrieren und, in ihren Augen, nach wie vor ungenügender Inklusion im Netz, sieht die 34-Jährige selbst die Lage weniger pessimistisch: „Das Internet spielt eine wichtige Rolle, das Verständnis von Gehörlosen und Hörenden zu verbessern – auch wenn es nicht immer gelingt. Und es hat sich auch schon etwas verändert, aber eher bei Menschen, die schon immer offener waren.“</p>
<p>Denn bei allem technischen Fortschritt bleiben zwischen Hörenden und Gehörlosen in der Regel unterschiedliche Interessen und Denkweisen bestehen. Schon allein aufgrund ihrer visuellen Ausrichtung nähmen Gehörlose manches ganz anders wahr als Hörende, so Bernd Rehling. Das beginne schon bei Witzen und höre längst noch nicht bei einem unterschiedlichen Zugang zu Musik und Literatur auf. Rehling: „Nach anfänglicher Begeisterung brechen Kontakte zwischen hörenden und gehörlosen Jugendlichen daher meistens schnell ab – es sei denn, die Hörenden erlernen die Gebärdensprache und begeben sich in die deaf world. Solche Kontakte lassen sich dann aber besser real als im Internet pflegen.“</p>
<p>So viel das Internet also auch für Gehörlose verbessert haben mag: Mentalitätsunterschiede lassen sich eben dann doch nicht mal eben schnell wegdigitalisieren.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/barrier-gates-walking-pfad-natur-280628/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Barrier Gates von Ben Kerckx via Pixabay</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>eGovernment-Monitor: Die digitale Verwaltung lässt auf sich warten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2016 11:36:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unübersichtliche Papierdschungel an Formularen oder lange Wartezeiten in Bürgerämtern: Die Bürokratie hat zweifellos großes Potential, Bürgern den letzten Nerv zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Buchhaltung-by-jackmac34-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150326 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Buchhaltung-by-jackmac34-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="buchhaltung-by-jackmac34-cc0-public-domain-via-pixabay" width="640" height="313" /></a>Unübersichtliche Papierdschungel an Formularen oder lange Wartezeiten in Bürgerämtern: Die Bürokratie hat zweifellos großes Potential, Bürgern den letzten Nerv zu rauben. Dabei könnte vieles schon jetzt ganz einfach sein. Staatliche Dienstleistungen sind immer öfter online bequem verfügbar. Doch der eGovernment-Monitor 2016 zeigt: Dieses Potential der Verwaltung bleibt in Deutschland noch bei weitem unausgeschöpft. Im Weg stehen etwa alte Nutzungsgewohnheiten und der Datenschutz.</p>
<p>Quantensprung, Meilenstein, Revolution: Viele Superlative werden bemüht, wenn es um den digitalen Wandel der Gesellschaft geht. Das eigentlich Revolutionäre zeigt sich aber im Alltäglichen. Und tatsächlich ist die Nutzung von Online-Diensten in vielen Bereichen ganz normal geworden: Vom Online-Einkauf über die Google-Navigation bis zum Verschicken von Kurznachrichten. Die Nutzung von Informationen und Dienstleistungen staatlicher Behörden ist dagegen noch alles andere als selbstverständlich. Das zeigen die aktuellen Zahlen des am vergangenen Freitag vorgestellten <a href="http://www.egovernment-monitor.de/die-studie/2016.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eGovernment-Monitors 2016</a>; eine Studie der <a href="http://www.initiatived21.de/ueber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a> und des „insitute for public information management“ (ipima).</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-Nutzungsquote-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150328" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-Nutzungsquote-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg" alt="e-government-monitor-2016-nutzungsquote-by-initiative-d21-cc-by-2-0-via-flickr" width="640" height="341" /></a></p>
<p>So haben im vergangenen Jahr gerade mal 45 Prozent der befragten Deutschen E-Government-Angebote in Anspruch genommen. Damit hinken die Deutschen den Schweizern und Österreichern um 20 beziehungsweise fast 30 Prozentpunkte hinterher. Am häufigsten wurden dabei noch Informationen zu Zuständigkeiten über die städtische Internetseite eingeholt (59 Prozent) oder aber Infos zu kommunalen Freizeitangeboten online nachgesehen (56 Prozent). Viele Funktionen sind den Nutzern aber unbekannt. Nur rund ein Viertel der Befragten wusste etwa von Möglichkeiten, online Anzeige erstatten oder Mängel wie kaputte Gehsteige melden zu können. Dabei würden 46 beziehungsweise 59 Prozent diese Funktionen durchaus gerne in Anspruch nehmen. Doch selbst wenn den Bürgern die Angebote bekannt sind, heißt das offenbar noch lange nicht, dass sie sie auch nutzen. So kannten zwar 70 Prozent der Befragten etwa die rein elektronische Steuererklärung. Ihre Steuererklärung auf diesem Weg bereits abgegeben hatten aber nur 36 Prozent.</p>
<h3>eGovernment wird beliebter, liegt aber noch nicht im Trend</h3>
<p>Unterm Strich stieg 2015 die Nutzung von eGovernment im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte. „So richtig hebt die Trendkurve aber noch nicht ab“, konstatierte Malthe Wolf, Leiter des Future Research Centre Kantar TNS, bei der Vorstellung des eGovernment-Monitors. Schließlich sei der diesjährige Gesamtwert von 45 Prozent schon in den Jahren 2012 und 2014 gemessen worden. Und das, obwohl 78 Prozent der Bevölkerung im Internet unterwegs sind. Trotzdem: „Das Potential ist relativ hoch“, glaubt Wolf. Schließlich wollten grundsätzlich bei allen abgefragten eGovernment-Angeboten deutlich mehr Bürger diese künftig nutzen als bislang.</p>
<p>Doch was steht der stärkeren Nutzung noch im Weg? Professor Helmut Krcmar, Scientific Director bei ipima, wies auf die mangelnde Bekanntheit als zentrale Barriere hin: „Was die Leute nicht kennen, nutzen sie auch nicht.“ Hinzu komme eine „undurchschaubare Angebotsstruktur“, also dass Bürger im Internet gar nicht die eGovernment-Angebote finden, die sie suchen. Ob diese in Anspruch genommen werden, werde darüber hinaus immer noch vom Bildungsgrad mitbestimmt: So machten 72 Prozent der höher Gebildeten von staatlichen Online-Dienstleistungen Gebrauch, aber nur 41 Prozent der geringer Gebildeten.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-gesellschaftliche-Gruppen-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150329" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-gesellschaftliche-Gruppen-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg" alt="e-government-monitor-2016-gesellschaftliche-gruppen-by-initiative-d21-cc-by-2-0-via-flickr" width="640" height="263" /></a></p>
<p>Weitere Hindernisse zeigen sich aber auch mit Blick auf die technischen Voraussetzungen. So können bislang nur gut ein Sechstel der Befragten überhaupt etwas mit einem De-Mail-Konto anfangen, das im Geschäftsverkehr die Vorteile der herkömmlichen E-Mail mit der Verlässlichkeit und Vertraulichkeit eines Briefes verbinden soll. Ein Großteil weiß zwar von einem solchen Konto, sieht aber keinen Mehrwert darin. Und obwohl offenbar knapp jeder zweite Bürger einen neuen Personalausweis besitzt, haben nur 13 Prozent den „elektronischen Identitätsnachweis“ (eID-Funktion) darauf freigeschaltet. Mit dieser Funktion können sie sich online gegenüber den beteiligten Institutionen ausweisen, sofern sie ein entsprechendes Lesegerät besitzen. Allerdings haben ein solches Gerät auch nur vier Prozent der Befragten. Pikant: 42 Prozent sahen sich bei der Freischaltung des eID-Funktion durch die Behörden nicht ausreichend unterstützt, 16 Prozent gaben sogar an, ihnen sei von Mitarbeitern der Behörden davon abgeraten worden.</p>
<h3>Bürokratie leicht gemacht: ein bundesweites Verwaltungsportal soll für Durchblick sorgen</h3>
<p>Immerhin: Die Barrieren nehmen insgesamt ab. Das zeigt sich nicht nur am gestiegenen Bekanntheitsgrad der eGovernment-Angebote, sondern vor allem auch am deutlichen Rückgang von Datenschutz- und Datensicherheitsbedenken. In Deutschland sind diese im Vergleich zum Vorjahr um etwa die Hälfte (minus 32 Prozentpunkte) gesunken. Außerdem: Diejenigen, die das eGovernment-Angebot bereits nutzen, sind so zufrieden damit wie noch nie (62 Prozent). Eine gute Voraussetzung findet Helmut Krcmar, denn die Zufriedenheit sei ein „wesentliches Nutzungskriterium“.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-Barrieren-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150330" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Government-Monitor-2016-Barrieren-by-Initiative-D21-CC-BY-2.0-via-flickr.jpg" alt="e-government-monitor-2016-barrieren-by-initiative-d21-cc-by-2-0-via-flickr" width="640" height="172" /></a></p>
<p>Deshalb müsse der Zugang zu den staatlichen Online-Dienstleistungen noch einfacher werden, meint Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik. „Die eGovernment-Angebote müssen aus Sicht der Nutzer und Unternehmen strukturiert sein“, betonte der Staatssekretär in einer Diskussion nach der Vorstellung des eGovernment-Monitors 2016. „Denn wenn man nicht nach drei Klicks findet, was man sucht, lässt man es bleiben.“ Bund, Länder und Kommunen planten deshalb einen Portal-Verbund: „Sodass es egal ist, wo der Bürger im Internet einsteigt. Er meldet sich einmal an und wird dorthin weitergeleitet, wo sein Anliegen bearbeitet wird.“ Das Momentum der Zusammenarbeit mit den Ländern zur Optimierung der Asyl-Verfahren müsse nun genutzt werden, um bundesweit auch ein vergleichbares Niveau an eGovernment-Angeboten zu erreichen.</p>
<p>Im Kleinen gibt es ein solches Portal bereits in Bayern. Dort profitieren aber nicht nur die Bürger davon. Auch den Kommunen werden wichtige Basisdienste, wie digitale Authentifizierung, der digitale Postkorb oder digitales Bezahlen, vom Land kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Anbieten von eGovernment-Diensten wird somit auch für kleine Gemeinden bezahlbar. Trotzdem können Nutzer noch nicht immer vollelektronisch mit Behörden kommunizieren, da teils nur PDF-Dokumente verfügbar sind. Carolin Stimmelmayr vom zuständigen bayerischen Finanzministerium stellte jedoch in Aussicht, dass bereits in einem Jahr ein Formular-Server ähnlich dem Elster-Verfahren bei der Steuererklärung im <a href="https://www.freistaat.bayern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayern-Portal</a> zur Verfügung stehen könnte.</p>
<h3>Bis die Bürger die Verwaltung gar nicht mehr spüren</h3>
<p>Dass es bald auch bundesweit einen solchen Portal-Verbund geben soll, hält auch Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats, für die richtige Antwort auf den Föderalismus: „So langsam gibt es ein Erwachen.“ Denn dass die Politik auf oberster Ebene aktiv die Initiative ergreife, sei der „springende Punkt“ für den Erfolg, so Ludewig. Bislang würde vieles an eGovernment-Angeboten völlig unkoordiniert in vielen verschiedenen Kommunen angefangen: „Jeder will die Welt neu erfinden.“ Doch genau das verzögere die Digitalisierung.</p>
<p>„Das Commitment auf politischer Ebene ist unbedingt notwendig!“, bestätigt auch Roland Ledinger. Er ist Bereichsleiter für Digitales und eGovernment im österreichischen Bundeskanzleramt und kann auf eine eGovernment-Nutzungsquote von 74 Prozent in seinem Land verweisen. Seit 2003 habe die Bundesregierung in Wien die Digitalisierung der Verwaltungsdienste forciert. Außerdem werde in der Alpenrepublik gezielt auf Anreizsysteme gesetzt, damit immer mehr Bürger eGovernment-Angebote in Anspruch nehmen: „Wenn man Nutzen schafft, holt man die Leute auch ab“, so Ledinger. So müssten etwa Jäger in Österreich für die regelmäßige Nachmeldung ihrer Waffen beim Händler 50 Euro je Stück bezahlen. Wickelten sie die Nachmeldung dagegen online ab, sei das für sie kostenlos. Ermäßigte Gebühren könnten also ein Stellhebel zu mehr eGovernment sein. Staatssekretär Vitt möchte gegebenenfalls aber nicht nur auf Anreize setzen, sondern auch die Bürger direkt in die Pflicht nehmen, indem etwa die eID-Funktion mit Erhalt des neuen Personalausweises sofort freigeschaltet wird.</p>
<p>Denn dass in eGovernment ganz neue Möglichkeiten stecken, darin waren sich die Experten einig. Staatssekretär Vitt hält es etwa für möglich, dass die Daten, die verschiedene staatliche Stellen vom Bürger haben, nur noch einmal zentral gespeichert werden. Der Österreicher Roland Ledinger führt die Vorteile davon so aus: Wenn Behörden über gebündelte Informationen, einschließlich der Konto-Nummer seiner Bürger, verfügten, könnten staatliche Leistungen ohne vorherige Beantragung einfach überwiesen werden. Oder bei einem Umzug könnte es genügen, wenn der Vermieter die Informationen, einschließlich einer möglichen Namensänderung, ein Mal weiterleitet: „Der Mieter müsste sich dann um nichts mehr kümmern.“ Und auch wenn es noch dauern werde, bis das alles soweit sei: „Es geht darum, dass die Bürger die Verwaltung gar nicht mehr spüren“, so Ledinger.</p>
<h3>eGovernment spart Geld und steigert die Lebensqualität</h3>
<p>Kai Whittaker, eGovernment-Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sieht in eGovernment jedenfalls „eine Riesenchance für die Modernisierung unseres Landes.“ Ähnlich wie Ledinger kann sich auch Whittaker vorstellen, dass etwa mit der Geburt eines Kindes ohne formale Antragstellung sofort das Elterngeld überwiesen wird und den Eltern sogar schon ein Vorschlag zur Kita-Anmeldung ihres Kindes gemacht wird. „Lebenssituationen-orientiert“ nennt er das. „Das einzige, was der Staat bei uns bislang macht, ist, dass er sofort eine Steuernummer vergibt“, kritisiert Whittaker. Für ihn ist Estland die Top-Benchmark für Europa: <a href="http://www.huffingtonpost.de/kai-whittaker/reise-digitale-zukunft_b_11237132.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Bundestagsabgeordnete hat sich die digitale Staatsverwaltung dort vor Ort genau angeschaut</a>. Sein Befund: Die Esten hätten nach 15 Jahren eGovernment nicht nur Verwaltungskosten und damit zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts eingespart, die Vorteile zeigten sich auch ganz konkret im Alltag. So sei das Land etwa komplett kartographiert und die Daten zu allen Grundstücken und ihren Besitzern digitalisiert. Auf diese Weise könnten diese bei drohendem Hochwasser zur Vorsorge direkt informiert werden. „Viele Dinge müssen dann im Nachhinein nicht mehr repariert werden. Das sorgt für eine höhere Lebensqualität“, so Whittaker.</p>
<p>Ein Hindernis für eine solche Online-Verwaltung ist jedoch hierzulande der Datenschutz. Auch wenn Whittaker glaubt, dass trotz der Vernetzung der Daten in Estland dort der Datenschutz viel eher gelingt als in der Bundesrepublik. Schließlich werde jeder Datensatz nur einmal zentral gespeichert. Die Daten daraus stünden den jeweiligen Behörden auch nur dann eingeschränkt zur Verfügung, wenn sie sie für die Erbringung einer Dienstleistung benötigen, mit der die Bürger sie beauftragt haben. Whittaker: „Wir können also den Bürger bevollmächtigen, wie und wann er seine Daten nutzt.“</p>
<p>Wie der eGovernment-Monitor zeigt, bleiben neben dem Datenschutz vorerst aber auch die Nutzungsgewohnheiten eine Barriere zur neuen digitalen Bürokratie. „Wenn ich es nicht gewohnt bin, nutze ich es nicht“, erklärt Cornelia Gottbehüt von der Unternehmensberatung Ernst &amp; Young die schleppende Digitalisierung der Verwaltungsdienste. Die Digitalisierung dürfe deshalb nicht erst bei der elektronischen Steuerklärung anfangen, sondern müsse stärker in den erlebten Alltag gebracht werden. Das betreffe etwa Online-Parkscheine oder die schnelle Info übers Internet, ob die Erzieherin des eigenen Kindes heute krank ist. Vermutlich wäre die digitale Revolution in der Verwaltung dann schon zur Hälfte geschafft.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/arbeitsmappe-banknoten-buchhaltung-1205044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buchhaltung</a> von <a href="https://pixabay.com/de/arbeitsmappe-banknoten-buchhaltung-1205044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jackmac34</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/de/arbeitsmappe-banknoten-buchhaltung-1205044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Smart Hero Award verliehen: Die kleinen Helden des Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2016 10:39:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es gibt die kleinen Helden des Alltags. Und es gibt auch sowas wie die kleinen Helden des Internet: Gestern wurden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Hero-Award-2016-Pressefoto-Homepage-des-Awards.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150270 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Hero-Award-2016-Pressefoto-Homepage-des-Awards.jpg" alt="Smart-Hero-Award-2016-Pressefoto-Homepage-des-Awards" width="640" height="327" /></a>Es gibt die kleinen Helden des Alltags. Und es gibt auch sowas wie die kleinen Helden des Internet: Gestern wurden fünf Initiativen mit dem Smart Hero Award 2016 ausgezeichnet, die sich in den Sozialen Medien für die gute Sache einsetzen. Dabei übten die Gewinner des Publikumspreises deutliche Kritik an Mitveranstalter Facebook.</p>
<p>Zum dritten Mal haben die Stiftung Digitale Chancen und Facebook Deutschland den <a href="https://www.smart-hero-award.de/ueber_den_award/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Hero Award</a> verliehen. Die <a href="https://www.smart-hero-award.de/presse/index2.cfm/secid.226" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Organisatoren</a> des Wettbewerbs wollen damit Projekte ehren, die sich über die Sozialen Medien für mehr Anerkennung, Respekt und Toleranz in der Gesellschaft einsetzen. Der Preis wurde in insgesamt fünf Kategorien vergeben.</p>
<p>In der Kategorie „Couragiertes politisches Engagement“ setzte sich die Initiative <a href="https://www.facebook.com/gesichtzeigen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.“</a> durch. Der Verein möchte dazu ermutigen, sich aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus einzusetzen. Krebskranken helfen, sich selbst wieder schön zu finden: Das hat sich wiederum <a href="https://www.facebook.com/Recoveryoursmile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Nana – Recover your smile e.V.“</a> zum Ziel gesetzt und wurde in der Kategorie „Leben mit Krankheit“ ausgezeichnet. Mit Blick auf den Einsatz für „Akzeptanz in der Gesellschaft“ überzeugte die Jury <a href="https://www.facebook.com/querblick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">queerblick e.V.</a> am meisten, ein Medienprojekt speziell für junge schwule, lesbische, bi- und trans-Jugendliche. Da die Flüchtlingssituation in Deutschland im vergangenen Jahr zum bestimmenden gesellschaftlichen Thema geworden war, gab es erstmals auch in der Kategorie „Flüchtlingshilfe“ einen Preis zu vergeben. Hier gewann die Initiative <a href="https://www.facebook.com/fluechtlingewillkommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Flüchtlinge Willkommen“</a>, die hilft, WG-Zimmer an Flüchtlinge zu vermitteln. Und bei der Abstimmung der Internetnutzer kamen die <a href="https://www.facebook.com/HoGeSatzbau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Hooligans gegen Satzbau – Initiative gegen Rechts-Schreibung“</a> am besten an: Das Projekt, das ironisch auf rechtes Gedankengut aufmerksam macht, erhielt den Publikumspreis.</p>
<h3>Kritik an Facebook: „Wir könnten überflüssig sein, wenn ihr handeln würdet“</h3>
<p>Wie die <a href="http://www.mopo.de/news/panorama/-smart-hero-award---hooligans-gegen-satzbau--greifen-facebook-wegen-hass-postings-an-24777266" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Morgenpost</a> berichtet, machten bei der Preisverleihung die Publikumslieblinge aus ihrem Unmut über die Vorgehensweise von Facebook keinen Hehl. In ihrer Dankesrede kritisierten die „Hooligans gegen Satzbau“ Facebook in scharfen Worten: „Wir sind es leid, als Antwort auf Meldung von Hass und Hetze eine Nachricht zu bekommen, dass nicht gegen eure Gemeinschaftsstandards verstoßen wurde, während wir eure Nutzer täglich animieren, sich gegen Menschenfeindlichkeit einzusetzen.“ Das Preisgeld von 2500 Euro, das das Unternehmen für jede Preiskategorie stifte, sei nur dazu da, um sich eine weiße Weste zu erkaufen. „Wir könnten überflüssig sein, wenn ihr handeln würdet“, so die drei Vereinsvertreter.</p>
<p>Insgesamt haben nach Angaben der Organisatoren über 350 Initiativen an dem Wettbewerb teilgenommen, dem ersten seiner Art im deutschsprachigen Raum. Das seien rund 100 Einreichungen mehr gewesen als noch 2015. „Auch die Art und Weise, wie die eingereichten Projekte soziale Medien nutzen, hat an Qualität gewonnen“, sagte Jutta Croll, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Digitale Chancen. „Wir sehen, dass gemeinnützige Organisationen und Einzelinitiativen soziale Medien immer stärker strategisch-koordiniert einsetzen.“ Der Smart Hero Award 2016 steht unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.smart-hero-award.de/transfer/assets_orig/orig_6214.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressefoto</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Was bringen Pranger gegen Hasskommentare im Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2016 08:22:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor knapp einem Jahr antwortete die Bild-Zeitung auf Hass-Kommentare im Internet mit einem groß angelegten Online-Pranger, veröffentlichte also Fotos und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pranger-DigitArtClips-CC0-Public-Domain-Pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150263 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pranger-DigitArtClips-CC0-Public-Domain-Pixabay.jpg" alt="pranger-digitartclips-cc0-public-domain-pixabay" width="640" height="301" /></a>Vor knapp einem Jahr antwortete die Bild-Zeitung auf Hass-Kommentare im Internet mit einem groß angelegten Online-Pranger, veröffentlichte also Fotos und Klarnamen der Kommentatoren. Medienwissenschaftler haben nun die Wirkung des sogenannten „Prangers der Schande“ untersucht. Ihr Befund: Die öffentliche Bloßstellung von Hetzern ist kein adäquates Mittel.</p>
<p>Der Hass war schon längst online gegangen. Doch im Oktober 2015 schienen die verbalen Ausfälle im Netz ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht zu haben. Vor allem gegen Flüchtlinge. „So viel offener Hass war nie in unserem Land“, zeigte sich zumindest Deutschlands größte Tageszeitung überzeugt. Und veröffentlichte am 20. Oktober auf zwei Doppelseiten und im Internet 42 Hass-Kommentare mit den dazugehörigen Nutzernamen und Profilfotos: <a href="http://www.bild.de/news/inland/social-media/der-pranger-der-schande-43073084.bild.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„BILD stellt die Hetzer an den Pranger!“</a> Ein halbes Jahr später stellte das Oberlandesgericht München klar: <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/eine-aktion-und-zwei-gegensaetzliche-urteile-gericht-pranger-der-schande-bei-bild-unzulaessig/13350898.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Juristisch gesehen war das unzulässig</a>. Doch hat der „Pranger der Schande“ wenigstens sein Ziel erreicht und den Hass im Netz durch eine solche Ächtung eindämmen können?</p>
<p>Das haben jetzt Katharina Neumann und Florian Arendt von der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität untersucht. Das Ergebnis ihrer <a href="https://www.springerprofessional.de/der-pranger-der-schande/10342086" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Inhaltsanalyse</a> fällt ambivalent aus: So ging die Zahl der Hasskommentare zwei Tage nach der Veröffentlichung des Bild-Prangers zwar auf 5,6 Prozent aller abgegebenen Kommentare auf der Bild-Facebookseite zurück. Das waren gegenüber dem zuvor gemessenen Durchschnittswert 2,4 Prozentpunkte weniger. Gleichzeitig nahmen aber auch die Kommentare zu, die zwar nicht als Hatespeech zu werten sind, jedoch eine sehr kritische Haltung zum Ausdruck bringen („Das Boot ist voll – keine weitere Aufnahme“ oder „Mittlerweile habe ich nur noch Angst“). Sie stiegen um 5,6 Prozentpunkte auf 78,3 Prozent. Mit der Zeit verflüchtigten sich all diese Effekte wieder.</p>
<p>Die Medienwissenschaftler Neumann und Arendt erklären die vorübergehende Zunahme der negativen Kommentare damit, dass der Bild-Pranger ein Gefühl der Bedrohung der individuellen Meinungsfreiheit ausgelöst habe. Dieses Gefühl, so die Annahme der beiden Forscher, könne Flüchtlingsgegner und Skeptiker erst recht dazu ermuntert haben, ihre Meinung offen zu äußern. Die Forscher vermuten dabei auch einen Zusammenhang mit den gleichzeitig weniger gewordenen expliziten Hass-Kommentaren: So hätten einige über den gemäßigten Stil der negativen Kommentare ihren Gedanken weiter freien Lauf lassen können, ohne sich jedoch dabei der von der Bild-Zeitung geforderten Strafverfolgung („Herr Staatsanwalt, übernehmen Sie!“) oder der Gefahr von sozialen Sanktionen auszusetzen.</p>
<p>Katharina Neumann und Florian Arendt ziehen daraus die Konsequenz, „dass die öffentliche Bloßstellung von Hasskommentatoren kein adäquates Mittel“ gegen Hatespeech darstellt. Schließlich habe sich die Bild-Zeitung mit dem Pranger nicht nur zum Ziel gesetzt, so strafrechtlich relevante Äußerungen einzudämmen, sondern auch die öffentliche Meinung über Flüchtlinge zu verbessern. Die habe sich aber „zumindest kurzfristig verschlechtert“. Bestätigt sehen die Wissenschaftler die Forschungsergebnisse durch Empfehlungen der UNESCO, die im Kampf gegen Hasskommentare der inhaltlichen Auseinandersetzung und Gegenargumenten den Vorzug geben. Jede Reaktion, die die Meinungsfreiheit einschränke, sei dagegen sorgsam abzuwägen und nur in Ausnahmefällen zu rechtfertigen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/pranger-mittelalter-ritter-m%C3%B6rder-1126124/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pranger</a> von <a href="https://pixabay.com/de/users/DigitArtClips-29345/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DigitArtClips</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/de/pranger-mittelalter-ritter-m%C3%B6rder-1126124/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>EuGH-Urteil zur Störerhaftung enttäuscht Befürworter offener Netze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2016 14:07:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Freifunker haften nicht für Rechtsverstöße, die Nutzer ihres WLAN-Hotspots begehen. Das hat heute der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Allerdings müssen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WLAN-Gerd-Altmann-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150252 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WLAN-Gerd-Altmann-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="wlan-gerd-altmann-cc0-public-domain-via-pixabay" width="640" height="367" /></a>Freifunker haften nicht für Rechtsverstöße, die Nutzer ihres WLAN-Hotspots begehen. Das hat heute der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Allerdings müssen Anbieter von freien WLAN-Netzen diese gegebenenfalls mit einem Passwort schützen. Für Befürworter offener WLAN-Netze eine Enttäuschung.</p>
<p>Das heutige Urteil des EuGH bewahrt Freifunker vor Schadensersatzklagen, wenn Dritte über den von ihnen zur Verfügung gestellten Internetzugang Urheberrechte verletzt haben. Die Richter wollen damit eigenen Angaben zufolge dem Recht der Anbieter von Internetzugangsdiensten auf unternehmerische Freiheit und dem Recht der Internetnutzer auf Informationsfreiheit entsprechen. Jedoch kann von dem Anbieter eines öffentlich zugänglichen WiFi-Netzes gerichtlich verlangt werden, ein Passwort einzurichten, um den Verstoß gegen das Urheberrecht zu beenden oder allein schon, um einem solchen vorzubeugen. Maßnahmen, wie die Überwachung der durch das Netz übermittelten Informationen oder gar die vollständige Abschaltung des Internetanschlusses, erteilte das Gericht in Luxemburg allerdings eine Absage.</p>
<h3>&#8220;Herber Rückschlag für eine flächendeckende Versorgung mit offenen Netzen&#8221;</h3>
<p>Befürworter offener WLAN-Netze zeigen sich trotz allem von dem Richterspruch enttäuscht. Sie stoßen sich besonders an dem Hinweis des EuGH, dass Nutzer im Falle einer angeordneten Verschlüsselung für ein zuvor frei zugängliches WLAN-Netz, „ihre Identität offenbaren müssen, bevor sie das erforderliche Passwort erhalten.“ Völlig unklar bleibe nämlich, wie diese Identitätsfeststellung erfolgen solle und wie lange und in welcher Weise die Daten aufbewahrt werden müssten, <a href="https://digitalegesellschaft.de/2016/09/eugh-stoererhaftung-fragen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärte etwa Volker Tripp</a>, politischer Geschäftsführer des Vereins Digitale Gesellschaft: „Muss ich im Café demnächst meinen Ausweis vorlegen und einscannen lassen, um an das WLAN-Passwort zu gelangen?“ Das Urteil sei deshalb „ein herber Rückschlag für eine flächendeckende Versorgung mit offenen Netzen.“</p>
<p>Ähnlich äußerte sich Kläger Tobias Mc Fadden. Er hatte ein frei zugängliches WiFi-Netz zur Verfügung gestellt, über das 2010 ein musikalisches Werk illegal zum Herunterladen angeboten worden war. Die Folge war ein bis jetzt andauernder Rechtsstreit. Das abschließende Urteil des EuGH werten Beobachter als Schritt zu mehr Rechtssicherheit: Denn trotz der kürzlich erfolgten Abschaffung der Störerhaftung in Deutschland durch das reformierte Telemediengesetz, sei die <a href="https://netzpolitik.org/2016/abschaffung-der-wlan-stoererhaftung-fuer-jubel-ist-es-zu-frueh/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gefahr von Abmahnungen</a> gegen WLAN-Betreiber nicht explizit ausgeräumt gewesen. Anwälte hätten sich nach wie vor auf Unterlassungsansprüche stützen können.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/telefon-wlan-wifi-handy-anrufen-1582893/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WLAN</a> von <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gerd Altmann</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/de/telefon-wlan-wifi-handy-anrufen-1582893/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Hassplattform Internet: Tun Google &#038; Co genug dagegen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hassplattform-internet-tun-google-und-co-genug-dagegen-150195/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2016 12:17:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auch wenn es genügend Gründe gibt, in diesen Tagen den 25. Geburtstag des Internet zu feiern: Das Netz hat die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hatespeech-sarinhars-CC0-Public-Domain-pixabay.png"><img decoding="async" class="wp-image-150201 size-large alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/computer-rage-630x465.jpg" alt="computer-rage" width="630" height="465" /></a></p>
<p>Auch wenn es genügend Gründe gibt, in diesen Tagen den 25. Geburtstag des Internet zu feiern: Das Netz hat die Gesellschaft in den letzten Jahren auch das Fürchten gelehrt. Menschen radikalisieren sich in sozialen Netzwerken und nicht selten erwachsen daraus ganz reale Gewalttaten. Kurz: Das World Wide Web scheint nicht nur, aber auch zur Hass-Plattform zu verkommen. Doch wie lässt sich das verhindern? Das war eine der Fragen, der sich die Expertenrunde bei der telegraphen_lounge der Deutschen Telekom am vergangenen Mittwoch stellte. An der Rolle von Facebook, Google und Co schieden sich dabei besonders die Geister.</p>
<p>Bald zehn Monate ist es jetzt her, dass die vom Bundesjustizministerium initiierte Task Force erste Ergebnisse vorstellte, wie gegen Hassinhalte im Netz vorgegangen werden kann. Daran beteiligt waren nicht nur zivilgesellschaftliche Organisationen, sondern auch Vertreter von Facebook und Google. Mit ihnen wurden konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Hass-Inhalten vereinbart. Doch wie ist der Stand heute? Wurden die Zusagen eingehalten? Und wo reichen die Schritte noch nicht aus? Das war eine zentrale Streitfrage bei der Diskussionsrunde <a href="http://blog.telekom.com/2016/09/08/wir-alle-muessen-etwas-gegen-den-digitalen-extremismus-tun/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitaler Extremismus: Verkommt das Netz zur Hass-Plattform?“</a> in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG.</p>
<p>Simone Rafael von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die an der Task Force des Justizministeriums teilgenommen hatte, forderte die sozialen Netzwerke dazu auf, noch stärker Verantwortung zu übernehmen: „Es ist ein guter Zwischenschritt, wenn Nazis und Terroristen nicht mehr dort sind, wo sie auf sehr, sehr viele Einfluss nehmen können.“ Und wenn man als Unternehmen in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen schreibe, dass man keinen Rassismus und Antisemitismus dulde, solle man das auch umsetzen.</p>
<h3>Hatespeech: Google verweist auf eigene Grenzen</h3>
<p>Lutz Mache, der sich im Google-Hauptstadtbüro mit Hate Speech befasst, wies solche Aufrufe nach einem noch stärkeren Engagement der Netzbetreiber indirekt zurück: „Es ist klar, dass wir gegen rechtswidrige Inhalte im Netz vorgehen.“ Google wolle schließlich vor allem den rechtmäßigen Meinungen eine Plattform bieten. Allerdings sei die Unterscheidung zwischen zulässiger und unzulässiger Äußerung schwierig. Das zeige schon das Gerichtsurteil zum umstrittenen Böhmermann-Schmähgedicht: „Das ist ein schmaler Grat, das zu entscheiden.“ Außerdem würden allein auf You Tube pro Minute 400 Stunden Video-Material hochgeladen. „Das ist für kein Unternehmen möglich, diese proaktiv zu durchsuchen. Deshalb bauen wir darauf, dass Nutzer uns diese melden“, so Mache. Und Google stelle dafür – wie in der Task Force vereinbart – die Produkt-Tools bereit. Eine technische Lösung von Seiten des Unternehmens zur Bekämpfung von Hass-Inhalten scheide allerdings aus – anders als bei Urheberrechtsverstößen mit vorab verfügbarem, klar überprüfbarem Material: „Die Rechtsverstöße sind da anders zu erkennen als bei Hassinhalten“, sagte Mache.</p>
<p>Der parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium, Ulrich Kelber (SPD), widersprach Mache und berichtete von eigenen Erfahrungen mit Hasskommentaren. Bislang würden etwa Äußerungen, die mit Worten wie „Judenschwein“ und „Untermensch“ ganz klar diskriminierten, nach angemeldeter Prüfung bei Facebook durchgehen. Kelber: „Das hat nichts mit zweifelhaft zu tun, sondern da funktioniert der Prozess nicht.“ Er erwarte, dass bei den Betreibern angezeigte Inhalte von Leuten geprüft werden, die die Landessprache beherrschen und wissen, was rechtlich in Deutschland verboten ist.</p>
<h3>Zentrale Zusage der Internetbetreiber noch nicht eingehalten</h3>
<p>Überhaupt: „Die Zusage der Internetbetreiber, dass Inhalte innerhalb von 24 Stunden geprüft und auch im Falle einer Straftat gelöscht werden, wird noch nicht eingehalten“, so der SPD-Politiker. „Da ist noch deutlich Raum zur Verbesserung.“ Auch mit Blick auf die Technik sei das der Fall. Intelligente Systeme könnten etwa einen hochgeladenen und wahrscheinlich strafrechtlich relevanten Inhalt „in eine Art Zwischen-Quarantäne stecken, bis ihn sich jemand angeschaut hat“, schlug Kelber vor. „Das verletzt das Recht von niemandem, wenn der Inhalt erst nach einer Stunde online ist.“ Ferner könnten Filter-Bubbles durch Veränderung der Algorithmen durchbrochen werden. Es sei nicht in Ordnung, dass Menschen, die sich in ihrer Ansicht zu radikalisieren begännen, in eine laufende digitale Selbstbestätigung gebracht würden, so der Staatssekretär. Da stimmte auch Google-Vertreter Mache zu.</p>
<p>Susann Rüthrich, Sprecherin der Arbeitsgruppe „Strategien gegen Rechtsextremismus“ der SPD-Bundestagsfraktion, beschrieb die Chancen einer Algorithmus-Veränderung so: „Wenn jemand nach einschlägigen Begriffen sucht, soll er nicht nur auf Seiten kommen, die er eigentlich gesucht hat, sondern auch auf Seiten, die aufklären.“</p>
<h3>„Da braucht es klare Ansagen von Demokratinnen und Demokraten“</h3>
<p>Und was kann der Staat tun? In den Augen von Simone Rafael von der Amadeu-Antonio-Stiftung braucht es jedenfalls keine Gesetzesverschärfung. Allerdings seien bei Staatsanwaltschaften und Polizeistellen weitere Spezialisten nötig, die sich mit Hate Speech im Internet auskennen. Staatssekretär Kelber sah die Behörden schon personell gestärkt. Durchaus gälte es aber, die Justiz fit zu machen: „Manchmal ist es auch einfach nur notwendig, besonders eklatante Beispiele besonders schnell zu ahnden.“ Kelber erhofft sich davon eine Signalwirkung auf Internetnutzer. Die helfe mehr, als wenn nach zwölf Monaten langsam jeder einzelne Fall abgearbeitet werde. Es gehe um Bewusstseinsschaffung. Lutz Mache von Google hat bereits beobachtet, dass die Sensibilisierung im Netz gestiegen ist: „Die Zahl der Nutzer hat sich erhöht, die Inhalte bei uns melden und sich aktiv auf unseren Plattformen gegen Hass aussprechen.“ Sich für demokratische Werte einzusetzen, sei schließlich Aufgabe aller. Darin war sich die Runde einig.</p>
<p>Von allen Diskutanten wurde daher die eigenständige Rolle der Gesellschaft im Kampf gegen Hass-Inhalte hervorgehoben. Staatssekretär Kelber sieht die Nutzer etwa vor allem dann gefordert, wenn es sich bei Kommentaren zwar nicht um Straftaten, trotz allem aber um Hate Speech handelt: „Da kann man nichts verbieten oder Löschanträge stellen, da braucht es klare Ansagen von Demokratinnen und Demokraten.“ Die Abgeordnete Susann Rüthrich unterstrich dabei die Bedeutung der Medienkompetenz. Dazu gehöre nicht nur ein reflektierter Umgang mit Inhalten im Netz: „Man muss die Menschen auch kompetent machen, sich persönlich nicht komplett angreifbar zu machen.“ Das schließe ein Bewusstsein ein, was man von sich selbst online preisgeben will und was nicht: „Denn aus einer digitalen Auseinandersetzung kann sehr schnell etwas ganz reales werden.“</p>
<p>Titelbild: Hatespeech von <a href="https://pixabay.com/de/laptop-computer-computer-pc-1155173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sarinhars</a> und <a href="https://pixabay.com/pl/w%C5%9Bciek%C5%82o%C5%9B%C4%87-walki-faust-sp%C3%B3r-strony-1564031/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ToNic-Pics</a> via <a href="https://pixabay.com/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>EuGH-Urteil zu Hyperlinks: Entlastung für Einzelpersonen, Belastung für Redakteure</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2016 13:03:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer Hyperlinks auf seiner Webseite setzt, muss in der Regel nicht fürchten, damit gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Das stellte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bloggen-StockSnap-CC0-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150180 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bloggen-StockSnap-CC0-via-pixabay.jpg" alt="bloggen-stocksnap-cc0-via-pixabay" width="640" height="352" /></a>Wer Hyperlinks auf seiner Webseite setzt, muss in der Regel nicht fürchten, damit gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Das stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute klar. Belangt werden kann demnach nur, wer Nutzern vorsätzlich Zugang zu einem geschützten Werk verschafft.</p>
<p>Die Richter entlasten damit Einzelpersonen, weil es für diese oft schwierig zu überprüfen sei, ob es sich auf den Seiten um geschützte Werke handelt oder nicht. Durchschnittliche Internetnutzer dürfen also grundsätzlich weiter auf unbefugt im Internet veröffentlichte Inhalte verlinken, vorausgesetzt sie sind sich dessen nicht bewusst. Anders verhält es sich im Falle einer Gewinnerzielungsabsicht. Dann könne erwartet werden, so die Richter, dass vorab genau geprüft wurde, ob das betroffene Werk nicht unbefugt veröffentlicht wurde.</p>
<h3>Fachanwalt spricht von einem &#8220;richtig schlimmen Urteil&#8221;</h3>
<p>Der EuGH will damit nach eigener Aussage einen angemessenen Ausgleich schaffen: Zwischen den Interessen der Urheberrechtsinhaber einerseits und dem Schutz der Interessen und Grundrechte der Nutzer andererseits, um insbesondere deren Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit Rechnung zu tragen. Kritiker wie Jörg Heidrich, Fachanwalt für IT-Recht, sprechen dagegen von einem „richtig schlimmen Urteil für alle Formen der Online-Berichterstattung“. Mit seiner Entscheidung bürde das Gericht Redaktionen auf, verlinkte Inhalte auf Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen: „Dann werden die Redaktionen eben alle nicht notwendigen Links weglassen“, so Heidrich auf Twitter. Das nutze der Pressefreiheit ebenso wenig wie den Urhebern.</p>
<p>Grund für das EuGH-Urteil war ein Fall aus den Niederlanden. Dort hatte 2011 die Skandal-Webseite GS Media in einem Online-Artikel auf eine australische Webseite verlinkt, die Nacktfotos des niederländischen Fernsehstars Brit Dekker zeigten. Die Aufnahmen waren jedoch ohne Genehmigung des niederländischen „Playboy“-Herausgebers Sanoma veröffentlicht worden. Als die Bilder auf Verlangen von Sanoma von der australischen Webseite gelöscht wurden, verlinkte GS Media auf ein anderes Portal, wo die Fotos ebenfalls unerlaubt zu sehen waren. Entsprechend dem EuGH-Urteil hat GS Media gegen das Urheberrecht verstoßen, da die Links in voller Kenntnis der Rechtswidrigkeit der Veröffentlichung gesetzt worden waren.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/wordpress-bloggen-schreiben-eingabe-923188/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bloggen</a> von <a href="https://pixabay.com/de/users/StockSnap-894430/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">StockSnap</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/de/wordpress-bloggen-schreiben-eingabe-923188/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Zivilgesellschaft 4.0 – Wie Non-Profit-Organisationen neue Spender ins Netz gehen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zivilgesellschaft-4-0-wie-non-profit-organisationen-neue-spender-ins-netz-gehen-150169/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2016 10:18:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Spendenbereitschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[Junge Erwachsene sind Spendenmuffel. Und für Non-Profit-Organisationen damit eine echte Herausforderung. Die sozialen Netzwerke könnten ihre Chance sein, diese wichtige [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Spende-von-Jana-Donat.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150170" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Spende-von-Jana-Donat.jpg" alt="Online-Spende von Jana Donat" width="638" height="331" /></a><br />
Junge Erwachsene sind Spendenmuffel. Und für Non-Profit-Organisationen damit eine echte Herausforderung. Die sozialen Netzwerke könnten ihre Chance sein, diese wichtige Zielgruppe der Zukunft für sich zu gewinnen.</p>
<p>Eigentlich sind die Deutschen richtig hilfsbereit. Das hat sich nicht nur in der legendären Willkommenskultur gezeigt, sondern auch beim <a href="http://www.spendenrat.de/wp-content/uploads/2016/02/Bilanz_des_Helfens_2016.pdf%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenverhalten</a>: Vergangenes Jahr haben die Deutschen so viel Geld für einen guten Zweck ausgegeben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und mehr als jeder dritte Bürger war dabei. Dennoch: Der Erfolg hat graue Haare. Vier von zehn Spendern sind über 70. Und nur jeder siebte Euro der hohen Zugewinne kommt von neuen Spendern.</p>
<p>Aber wie können Non-Profit-Organisationen neue Leute für sich gewinnen? Und vor allem Jüngere, die die Spender der Zukunft sind? Laut einer <a href="https://yougov.de/news/2014/10/01/spenden-studie-spendenaufrufe-erreichen-jungere-be/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouGov-Umfrage</a> erreichen Spendenaufrufe 18- bis 24-Jährige besonders über soziale Netzwerke. Und auch wenn das Internet insgesamt noch nicht der wichtigste Kanal zu Spendern ist, sondern der Brief: „Die nächsten fünf bis zehn Jahre wird sich die Gewichtung definitiv verschieben“, sagt Marketing-Expertin Eva Hieninger, die Non-Profit-Organisationen wie „Die Johanniter“ oder „Save the Children“ berät. Für Jörg Reschke, ebenfalls Berater für digitale Kommunikationsstrategien, liegt das auf der Hand: „Die Spender erwarten, dass man mit ihnen auf den Kanälen kommuniziert, auf denen sie schon sind“ Und wenn es um unter 30-Jährige gehe, gehörten soziale Medien für jede Organisation unbedingt dazu. Die Frage ist nur, wie Nutzer dort am besten zu erreichen sind.</p>
<h3>Online-Fundraising: Schlägt Facebook bald den Brief?</h3>
<p>„Nur auf Facebook zu sein, bringt noch keine Spenden“, betont Eva Hieninger. Die richtige Strategie sei auch online unverzichtbar. „Es ist wichtig, dass Organisationen eine Beziehung zum möglichen Spender aufbauen und aufrechterhalten.“ Transparenz und Vertrauen seien hier zentral und müssten Schritt für Schritt hergestellt werden: Was ist genau das Problem, dessen sich die Organisation annehmen will? Was macht sie mit den Spenden? Und welche Erfolge erzielt sie damit? Ideal zur Beantwortung dieser Fragen seien Bilder-Galerien und Videos. „Dadurch kann man eine Geschichte erzählen, um die potentiellen Spender zu emotionalisieren. Und über die sozialen Medien geht das hervorragend.“</p>
<p>Die Anliegen der Organisation herunterzubrechen und über Videos oder Bilder vielfältig aufzubereiten, hält auch Marketing-Experte Jörg Reschke für einen entscheidenden Vorteil: „Das schaffe ich mit einem bloßen Brief nicht.“ So könne mit den potenziellen Spendern auch eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe entstehen: „Und die ist sogar viel intensiver, weil bei dem Medium durch die Kommentarfunktion Dialoge möglich sind. Man holt die Leute dann einfach ganz woanders ab.“ Dabei spiele auch eine Rolle, dass man beim „Geschichtenerzählen“ mehr auf Inhalte setzen und die Menschen im Netz „uneigennütziger“ an die Organisation heranführen könne, so Reschke: „Man ist nicht einzig auf Spenden-Call-to-action aus.“</p>
<h3>Vielleicht reicht das Netz nicht aus, um Spenden zu fischen</h3>
<p>Diese direkte Ansprache brauche es allerdings nach wie vor, findet Eva Hieninger: „Sich auf Facebook ein Video anzuschauen, auf das man stößt, heißt nicht, dass man dann auch spendet.“ Die direkte Ansprache sei immer noch nötig; über eine E-Mail oder eben bald über das Messaging. Überhaupt: Es brauche durchschnittlich sieben Kontakte bis sich jemand zu einer Spende entschließe, so Hieninger. „Und in der Regel muss die Botschaft der Organisation auf verschiedenen Kanälen an den Spender herangetragen werden.“ Analoge Wege wie Plakate auf der Straße gehörten da genauso dazu wie Facebook oder Instagram. „Außerdem sind soziale Netzwerke ausgesprochen flüchtige, oberflächliche Medien, in denen man sich nicht damit auseinandersetzen will, dass man gleich spendet“, so Hieninger. „Vor einer Spende steht ein gewisser Gedankenprozess.“</p>
<p>Das sieht auch Reschke so: „Menschen zu überzeugen funktioniert jeweils nur über Gespräche.“ Er glaubt aber, dass sich Internetnutzer durchaus auch allein über mehrere Kontakte mit einer Organisation auf Facebook zu einer Spende bewegen lassen – vorausgesetzt diese Organisation hat sich bereits einen Namen gemacht hat. Reschke ist dabei nicht der Meinung, dass mögliche Spender in den sozialen Netzwerken grundsätzlich anders gewonnen werden können als in der analogen Welt: „Außer dass ich als Organisation bei möglichen Dialogen mit Nutzern gleichzeitig auch viele andere erreiche, die diese Diskussion verfolgen. Und ich kann dort den Kontakt leichter wiederholen.“</p>
<h3>Soziale Netzwerke: „Die gute Tat will auch gesehen werden“</h3>
<p>Doch lässt sich nicht auch immer wieder beobachten, wie ganz unvermittelt regelrechte Wellen der Solidarität durch&#8217;s Netz schwappen? User tauchen nach Terroranschlägen ihre Profilbilder in die Nationalfarben des getroffenen Landes oder Hashtags wie #JeSuisParis oder #RefugeesWelcome verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Und bei der beispiellosen Ice-Bucket-Challenge schütteten sich Leute sogar Eiswasser über den Kopf, um ihre Freunde zum Spenden aufzurufen. Stecken somit in Facebook und Co nicht ganz neue Möglichkeiten für die Hilfsbereitschaft?</p>
<p>Sozialpsychologin Catarina Katzer sieht in den Plattformen jedenfalls gleich mehrere begünstigende Faktoren. Angefangen beim Selbstdarstellungsdrang: „Dieses Bedürfnis tragen wir alle immer schon in uns und leben es aus, sobald wir vor die Tür gehen“, so Katzer. Der Reiz, sich über das Internet einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren, sei dabei enorm hoch: „Nicht zuletzt dafür nutzen Menschen soziale Medien.“ Und durch Profilbilder in den je nach Ereignis aktuellen Farben der Solidarität oder durch eiskaltes Duschen gegen ALS wird das eigene Image-Building geschickt verpackt: <a href="http://www.carta.info/74091/icebucketchallenge-soziales-grossexperiment-in-sachen-selbstdarstellung/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weil ich es ja nicht für mich selbst tue, sondern für die gute Sache eines Dritten</a>. „Man zeigt damit allen eine soziale Seite von sich – ob man sie in Wirklichkeit hat oder nicht“, erklärt Katzer. Außerdem beweisen schon Plaketten auf Parkbänken: „Die gute Tat will auch gesehen werden.“</p>
<h3>Wenn eine Spende wie „Gefällt mir“-Drücken ist</h3>
<p>Gleichzeitig stellt man damit den anderen Mitgliedern der Netzgemeinde die Frage: Wie hältst du es eigentlich mit den Ereignissen? Bist du solidarisch? Für die Sozialpsychologin steckt dahinter ein weiterer Dreh von Social Media: „Der Nutzer will das Gefühl haben, dass er ein Teil von vielen ist, dass er dazugehört. Und das ist noch nie so einfach gewesen wie heute: Ich muss nur Knöpfchen drücken.“ Schließlich kämen Nutzer dabei auch mit Themen in Kontakt, die sie normalerweise gar nicht interessieren würden. „Aber wenn schon hunderttausend Leute gesagt haben: Da müssen wir Solidarität zeigen! Dann like ich das auch mal eben und bin dabei.“</p>
<p>Viele Leute für sich zu gewinnen, sei so über die sozialen Netzwerke viel leichter, findet Katzer: „In sozialen Medien fallen Hemmschwellen.“ Und zwar nicht nur Richtung Hass und Gewalt, sondern auch hin zu sozialem Verhalten. „Denn ich bin physisch rausgenommen, fühle mich alleine, obwohl ich eigentlich mit vielen virtuell verbunden bin.“ Jedes Handeln werde deshalb online oft anders gewertet, erklärt die Sozialpsychologin. Prinzipiell gelte das auch bei Einkäufen oder Spenden. Organisationen müssten es potentiellen Spendern jedoch einfach machen: „Gut ist immer, wenn ein geringer Betrag vorgegeben wird. Wenn es heißt: ,Mit nur einem Euro bist Du dabei&#8217;, dann denken die Leute nicht groß darüber nach. Dann ist Spenden wie ein Like-Setzen.“</p>
<h3>Die Jugend ist schon heute online zu gewinnen</h3>
<p>Trotzdem: „Das Netz macht zwar vieles einfacher“, so Katzer. „Aber auch dort gibt es wiederum sehr vieles. Da kommt es darauf an, die Leute zu überzeugen, dass sie bei meiner Organisation richtig aufgehoben sind.“ Und das Überzeugen beginnt schon früh, sagen Eva Hieninger und Jörg Reschke. Denn selbst wenn für viele unter 30-Jährige Spenden jetzt oft noch kein Thema ist: „Wenn man junge Leute die ganzen Jahre ignoriert, kann man sie später auch nicht mehr gut überzeugen“, so Reschke. „Spenden will gelernt sein.“ Hieninger hält fest: „Wenn der WWF jetzt schon die jungen Leute auf <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLk4hSXXBG8k-33Q5ShddX1G2ZmFFHdepj" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube</a> oder <a href="http://www.justforthis.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> anspricht, wird sich diese Zielgruppe später eher an den WWF erinnern als an eine andere Umwelt- oder Artenschutzorganisation.“</p>
<p>Ein Kochbuch zur erfolgreichen Spender-Generierung gebe es gleichwohl nicht, so die Online-Fundraising-Expertin: Weder seien Knaller wie die Ice-Bucket-Challenge planbar, noch dürfe sich eine sozial orientierte Organisation dabei zu sehr verkaufen. Wichtig sei aber, dass für die Online-Ansprache überhaupt erst die Grundlagen geschaffen würden, wie ein funktionierendes Social-Media-Konzept oder Möglichkeiten, online spenden zu können. „Und die fehlen noch ganz vielen Organisationen“, so Hieninger. Schon jetzt würden Organisationen, die aktiv Online-Fundraising betreiben, 28 Prozent ihrer Spenden aus dem Netz bekommen, konstatiert Reschke. Jedoch gäbe es dafür auch erst seit einem knappen Jahr Ausbildungskurse. „Die Non-Profit-Organisationen in Deutschland brauchen da unbedingt einen Professionalisierungsschub!“, so der Kommunikationsberater. Schließlich steht eines fest: Wer will, dass die Deutschen auch in Zukunft noch richtig hilfsbereit bleiben, kommt an der Zivilgesellschaft 4.0 nicht vorbei.</p>
<p>Titelbild: Online-Spende von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a class="external" href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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