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	<title>Oliver Wolff &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2016 12:20:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149910 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png" alt="Quran Reader" width="639" height="406" /></a>„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg […]“, lautet die ersten Sure des Koran. Doch in den Zeiten des Internet ist der gerade Weg manchmal schwer zu erkennen, vielfältig ist der Fortschritt. Neue Fragen verlangen neue Antworten. Gemeinsam mit Islamwissenschaftler Samet Er (27) gehen wir der Digitalisierung des Islam auf den Grund.</p>
<p>Unserer Glaubensreise führt uns vorbei an Kopimisten, den digitalen Brücken des Papa Francesco, hin zu alles vernetzenden Godspots. Das Internet hat neue Welten eröffnet, neue Möglichkeiten und Kanäle geschaffen, um Religion zu leben und zu verstehen. Je weiter sich das Internet aber in unsere Lebensbereiche ausbreitet, desto häufiger stellt es uns vor neue Herausforderungen und Fragen an unseren Glauben.</p>
<p>Auf der Suche nach der Verbindung zwischen Digitalem und Religionen fällt unser Blick auf den Islam. Keine Religion leidet unter mehr Vorurteilen und Unwahrheiten. Als „mittelalterliche“ Religion verschrien, verzerren Terror und Unterdrückung ihr mediales Bild. Vorurteile, denen Glaubensgrundlagen und die gemäßigte Mehrheit der Muslime entgegenstehen. Diese Mehrheit zeigt auch, dass der Islam nicht im analogen Zeitalter stehen geblieben ist. Die Digitalisierung hat auch ihn erfasst: Individuell, vielfältig und modern.</p>
<h3>Glaubensfragen zwischen Google und Koran</h3>
<p>Tagein, tagaus gehen wir auf die Suche nach Antworten in den digitalen Weiten des Internet. Google ist das allwissende Medium der Gegenwart. Aber auf unsere persönlichen Fragen, Fragen der Religion, weiß die Suchmaschine meist keine klaren Antworten. Wo also um Rat fragen?</p>
<p>Um als Muslim den „geraden Weg“ nicht zu verlieren, gibt es die sogenannten Fatwas. Das sind Ratschläge einer religiösen Vertrauensperson zu Glaubensfragen. Bei Unklarheiten lautet die Devise also: kommt Mufti, kommt Rat. Muftis, muslimische Rechtsgelehrte, geben den Fragenden eine unabhängige Einschätzung. Grundlage ihrer Position ist das komplexe Normen- und Rechtssystem des Islam, welches religiöse Vorschriften, die Beziehung zu Mitmenschen und Verpflichtungen gegenüber Gott definiert. Es speist sich aus den zentralen Werken Koran, Sunna, Konsensus und Qiya – den Analogieschlüssen der Religionsrechtler. Die Einschätzung der Muftis basiert auf einem individuellen Glaubensverständnis sowie ihrer eigenen Religionsrechtslehre und ist daher immer subjektiver Natur.</p>
<p>Wichtig ist deshalb, dass eine Fatwa kein bindendes Gesetz ist. Muslimen steht es daher frei, eine Fatwa anzunehmen – ein Sachverhalt der besonders bei kontroversen Fatwas wichtig ist. Wenn der Ratschlag eines Religionsrechtlers also nicht im Einklang mit dem eigenen Religionsverständnis zu sein scheint, steht es Gläubigen frei, weitere Muftis um eine Einschätzung zu bitten. Letztlich entscheidet also der Gläubige selbst: Die Klugheit gibt nur Rat, die Tat (des Gläubigen) entscheidet.</p>
<h3>Mit Online-Fatwas zur neuen Glaubenskultur?</h3>
<p>„Moderne Zeiten verlangen nach modernen Fatwas“, meint Miriam Seyffarth, Islamwissenschaftlerin und Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung in Saudi-Arabien. Sie ist Expertin für Online-Fatwas. Das Internet hat nicht nur Zusammenleben, Arbeit und Kommunikation verändert, sondern auch die Bandbreiten unseres Glaubens erweitert. So läuteten Online-Fatwas in den 1990er Jahren die digitale Revolution der muslimischen Religionspraxis ein.</p>
<p>Anstatt traditionell eine einzelne religionsrechtliche Einschätzung einzuholen, stehen heute grenzenlose Online-Fatwas zu Verfügung. Die geografische Begrenztheit, lediglich einen einzelnen Mufti der ortsnahen Gemeinde um Rat zu fragen, ist <a href="http://politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">überwunden</a>. Gläubige können heute von den unterschiedlichen Positionen, Interpretationen und Sichtweisen verschiedener Muftis profitieren – von wo und wann sie wollen.</p>
<p>Die heutigen Online-Dienste überwinden dadurch viele Hindernisse. So bietet <a href="https://islamqa.info/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamQA</a>, eine der größten Plattformen für Online-Fatwas, die Möglichkeit, auf 16 Sprachen religionsrechtliche Ratschläge zu formulieren und einzuholen. Related Fatwas weisen den Weg zu immer neuen Glaubensfragen.</p>
<h3>Pokémon vs. Schneefiguren</h3>
<p>„<a href="https://islamqa.info/en/225149" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich würde gerne wissen, ob es zulässig ist, Pokémon zu schauen</a>“, fragt ein 16-jähriger in seiner Fatwa auf islamQA. Ungeachtet dessen, dass die Einschätzung der Webseite die Unvereinbarkeit der Comic-Serie mit den Glaubenslehren des Islam damit begründet, dass die Serie auf evolutionstheoretischen Annahmen aufbaut, eröffnen derartige Online-Angebote neue Religionshorizonte. Sie rücken den Islam in die Moderne und verjüngen ihn. Ob der junge Muslim dem Ratschlag von islamQA schließlich folgt, steht natürlich auch zwischen Html-Codes und den Sternen. Vielleicht findet sich ja ein anderer Mufti…</p>
<p>Der Ruf nach modernen Fatwas verstärkt sich auch durch den Einzug von Smartphones und religiösen Apps. So wird in einer anderen <a href="http://islam.stackexchange.com/questions/11892/is-it-allowed-in-islam-to-load-quran-into-smart-phone-as-pdf-or-audio-format" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwa</a> etwa danach gefragt, ob es erlaubt sei, den heiligen Koran via <a href="https://itunes.apple.com/de/app/quran-deutsch-moslem-gebetszeiten/id365557665?mt=8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App</a> auf das Smartphone zu laden und gegebenenfalls mit in das Bad zu nehmen. Da die Heilige Schrift nur in digitaler Form, also als Code gespeichert ist, hat der Religionsrechtler keine Bedenken, digitales Endgerät und religiöse Schrift zu verbinden.</p>
<p>Parallel zu dieser Modernisierung des traditionellen Fatwawesens fällt auch die aufkommende Demokratisierungstendenz bei religionsrechtlichen Einschätzungen auf. Kontroverse Online-Fatwas lösen dabei immer häufiger religiöse Shitstorms aus. So werden Muftis durch die virale Kritik der moderaten muslimischen Internetglaubensgemeinde immer häufiger zu Änderungen ihrer Ratschläge gezwungen.</p>
<p>Ein bekanntes Beispiel stammt aus Saudi-Arabien. Als der Norden des Landes im Januar 2015 von ungewöhnlich hohem Schneefall überrascht wurde, fragte die Umma, die muslimische Weltglaubensgemeinschaft, nach der Vereinbarkeit von Schneefiguren und Islam. Die Einschätzung fiel negativ aus, da sich die Gläubigen mit dem Bau der Schneefigürchen über die göttliche Schöpfung stellen würden. Es hagelte überwältigende Kritik. Folglich zwang die „Umma 2.0“, als Gegengewicht zu den traditionellen religiösen Autoritäten des Islam, den verantwortlichen Mufti schließlich zur Revision seiner Fatwa.</p>
<h3>Von Fatwa-Shopping und Pseudo-Muftis</h3>
<p>Gemeinsam führen die Modernisierungs- und Digitalisierungstendenz zu einer Verschiebung der traditionellen Positionen von Gläubigen zu Religionsrechtlern im Islam. Gleichzeitig verstärkt sich dadurch aber auch der Unmut einzelner traditioneller Autoritäten. Dabei wird besonders das Phänomen des „Fatwa-Shoppings“ kritisiert. Das umfangreiche Angebot digitaler Fatwas führt zu Selektion, wird da behauptet. Gläubige wählten nur noch das, was sich am besten mit ihren Lebensumständen vereinbaren lässt. Die Gelehrten warnen vor einem zunehmenden Werteverlust und sinkendem Pflichtbewusstsein der Gläubigen.</p>
<p>Die Kompatibilität von Religion und Internet wird schließlich immer wieder in das Zentrum von Argumentationen und Diskursen gestellt. Ist es nicht so, fragen da etwa einzelne Religionsrechtler, dass bereits die Inhalte des Internet, des digitalen Sündenpfuhls, nicht mit den religiösen Grundlagen des Islam vereinbar seien?</p>
<p><a href="http://sameter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samet Er</a> (27) Islamwissenschaftler aus Kirchheim/Teck nutzt selber viele digitale Angebote und Kanäle sozialer Netzwerke. Er ist von den positiven Potentialen und der Verbindung von Islam und Internet überzeugt: „Religion war für mich der einzige Grund, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Anfangs habe ich alles über meine Religion in den sozialen Netzwerken gesucht. Besonders Videos und Podcasts waren mir immer wieder sehr von Nutzen, um mich über meine Religion zu informieren.“</p>
<p>Dennoch sieht auch Er Probleme digitaler Religionsangebote: „Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass viel Falsches und Individuelles in den sozialen Netzwerken kursiert.“ Viele digitale Angebote vermitteln ein verzerrtes Bild des Islam und bauen ihre Interpretationen schlichtweg auf falschen Behauptungen auf. Aus diesem Grund sind auch viele „Pseudo-Muftis“ im Internet aktiv und geben „Pseudo-Fatwas“ heraus, merkt Er an. Ein Islamwissenschaftler mag hier noch differenzieren können und Einschätzung von vermeintlich religionskonformen Ratschlägen identifizieren; Laien und besondere Jugendliche sind aber häufig überfordert. Die Gruppe derjenigen, die sich neu auf die Suche nach religiösen Antworten machen und sich an eine „Vertrauensperson“ wenden wollen, sei deshalb am meisten gefährdet. „Falsche Sachverhalte werden da meist nicht erkannt.“</p>
<p>Im Gegensatz zu der Kritik religiöser Autoritäten, die von einem zunehmenden Einflussverlust gegenüber digitalen Angeboten gekennzeichnet sind, sieht der Islamwissenschaftler die größte Gefahren religiöser Online-Angebote bei falschen Glaubensinterpretationen. Außerdem seien vor allem religiös-fundamentale Glaubensauslegungen im Internet präsent. Hier steht auch islamQA immer wieder stark in der Kritik. So wird dem Hauptverantwortliche Mufti, Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjidein, sein salafistisches Religionsverständnis zur Last gelegt. Dennoch verfolgt die Webseite einen progressiven Ansatz und wird vom Webseiten-Analyse-Dienstes <a href="http://www.alexa.com/topsites/category/Society/Religion_and_Spirituality/Islam" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexa</a> als eine der weltweit meistbesuchten Webseiten zum Thema Islam gelistet.</p>
<p>Aus diesem Grund komme auch vielen islamischen Gemeinden in Deutschland eine besondere Verantwortung zu. „Hier gibt es noch viel Nachholbedarf“, bemängelt Er. Die wenigen Gemeinden, die überhaupt im Internet aktiv sind, verfügen selten über qualifizierte Socialmedia-ExpertInnen. Vielerorts sei das Thema noch Tabu. Um das Online-Angebot daher weiter zu diversifizieren und auszubauen, müsse man daher selbst digitale Angebote bereitstellen und in sozialen Netzwerken aktiv werden.</p>
<h3>Mit Cafés zum Glaube 2.0</h3>
<p>Digitale Angebote wie Videos, Podcasts, Apps und Online-Fatwas helfen dabei, geografische und sprachliche Grenzen zu überwinden. Sie machen den Islam greifbar und verknüpfen ihn mit den modernen Lebenswelten junger Muslime. Dienste wie <a href="http://www.islamicfinder.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamicfinder</a>, deren Fokus auf den muslimischen Gebetsriten liegt, verstetigen diese Tendenz. Via Geotracking wird da die genaue Gebetszeit angezeigt und per Webseiten-internem „Prayer Finder“ der direkte Weg zum nächstgelegenen Gebetsort gewiesen. Auch Samet Er unterstützt diese Entwicklung. Er plädiert aber auch dafür, dass speziell Angebote von Jugendlichen für Jugendliche stärker unterstützt werden.</p>
<p>Die YoutuberInnen des Kanals <a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datteltäter</a> haben sich dieses Plädoyer jetzt schon zu Herzen genommen. Mit Videos wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YyohkP3fOno" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wenn Google ein Imam wäre“</a> begegnen sie Vorurteilen und leisten Aufklärungsarbeit. Dabei weisen sie gezielt auf die Wirrungen und unergründlichen Weiten der Religion hin, denen Gläubige im Internet mit ihren Fragen begegnen.</p>
<p>Begegnung ist auch zentrales Medium im <a href="https://cafeabraham.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Café Abraham</a>. Die Dialogplattform für intellektuellen und theologischen Austausch regt deshalb zu intensiven Gesprächen über Meinungs- und Glaubensunterschiede an und verbindet durch Offline- und Online-Kanäle. Mit ihrem modernen, interreligiösen Ansatz zielt das Projekt darauf ab, das Glaubensverständnis junger Menschen zu erweitern und mit den heutigen Lebenswelten in Einklang zu bringen.</p>
<p>Trotz vieler Kritikpunkte können Online-Fatwas und digitale Religionsangebote Glaube und Internet neu verknüpfen, Hindernisse beseitigen und verzerrte Bilder auflösen. Insbesondere die moderate muslimische Mehrheit kann deshalb von den Potentialen neuer Zugangsmechanismen profitieren und den Glauben im digitalen Zeitalter bewahren. So sagte auch bereits der Prophet Mohammed: „Gott gehört der Osten wie der Westen. Er leitet, wen er will, auf dem rechten Weg zur rechten Zeit.“ Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit und das Internet der rechte Weg, um in der heutigen Welt seinen Glauben zu leben. Auch wenn Religion im Internet vielen Hürden begegnet, ist der eingeschlagene Weg der richtige. as-salamu ’alaikum, Friede sei also mit euch, liebe LeserInnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/4916995430/in/photolist-8uuTrh-8vCeoM-eaTSak-Ch2Sar-Chdjc4-s6rM7w-AKfnw3-vbKDgN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eqra&#8217;a اقرأ</a> von <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von Yutaka Tsutano" href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yutaka Tsutano</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 08:01:52 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
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					<description><![CDATA[95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-149782 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/godspot_gendarmenmarkt_01_640x280.jpg" alt="Pressebild Godspot " width="640" height="280" />95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig veränderten. Nun rückt der 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenschlag am 31. Oktober 1517 immer näher. Aber wie geht die evangelische Kirche mit den neuen Thesen unserer Zeit um, erwartet uns etwa eine neue (digitale) Reformation?</p>
<p>Dass ein einziger Mensch – Martin Luther – mit einem einzigen Blatt Papier und 95 Thesen den Anstoß zur Spaltung des Christentums in Konfessionen und der größten kirchlichen Erneuerungsbewegungen geben könnte, hatte die römisch-katholische Kirche Anfang des 16. Jahrhunderts sicher nicht erwartet. Lange Zeit hatte man den Ablasshandel forciert, Korruption gebilligt und die Käuflichkeit kirchlicher Ämter ignoriert. So unterstützten die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Umwälzungsprozesse der Zeit revolutionäre Strömungen und säten den Nährboden für Neues. Dabei nahm der Buchdruck, der sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts als neustes Verbreitungsmedium etablierte, die zentrale Rolle bei der Vervielfältigung von Luthers Texten ein.</p>
<p>Auch heute begegnen wir sozialen Umwälzungen, werden stetig von immer neuen technologischen Revolutionen zum Fortschritt gedrängt. Ebenso wie der Buchdruck die Verbreitung des Reformationsgedankens unterstützte, ist heute das Internet das revolutionäre Medium unserer Zeit. Kontinuierlich wird unserer Gesellschaft von einer (digitalen) Reformation verändert. Alles ist vernetzt, jegliche Information online abrufbar, Thesen werden in 140 Zeichen jede Sekunde an unsere Timelines geschlagen. Das Internet bestimmt unser Leben. Wo bleibt dabei unser Glaube, wo bleibt Gott?</p>
<h3>Das Netz auswerfen!</h3>
<p>Begeben wir uns heute im Internet auf die Suche nach dem Glauben, gibt uns Suchmaschinengigant Google ungefähr 51.100.000 Ergebnisse in ca. 0,52 Sekunden. In derselben Zeit weist uns der digitale Wegweiser die Richtung zu weiteren 1.840.000 Ergebnissen zum Thema „evangelische Kirche“. Da erscheint es fast unmöglich sich noch zu orientieren, Glaube und Kirche verlieren sich in den Weiten digitaler Entitäten.</p>
<p>So ist die christliche Kirche zunehmend mit einem steigenden Bedeutungsverlust konfrontiert. Hat der Glaube gar seine Anziehungskraft verloren, büßt Religion an Leuchtkraft in den unendlichen Weiten des Internet ein? Genauso wie der Apostel Paulus zu Beginn des ersten Jahrtausends Briefe als neues Medium für sich entdeckte, um seine christlichen Botschaften zu verbreiten, engagiert sich deshalb auch die evangelische Kirche seit dem Spätherbst 1995 im Netz.</p>
<p>Die evangelische Kirche hat ebenso wie andere Religionen und Konfessionen erkannt, dass das Internet nicht nur offenlegen und anprangern kann, sondern dass digitale Glaubensangebote auch vermitteln, verknüpfen und vor allem anziehen können. Dabei werden Grenzen überwunden und neue (Glaubens-)Welten eröffnet. So erscheint auch Jesu Botschaft an Petrus, „Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen“, in einem ganz neuen Licht. Heute können Kirchen dabei aber ein anderes Netz nutzen, um Halt und Orientierung zu bieten, Kontakt zu Gemeinden zu halten und die evangelische Botschaft zu vermitteln.</p>
<h3>Cyber-Church?</h3>
<p>Nicht nur bei der virtuellen <a href="http://3d-top-event.info/spur8/#pano=99" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3D Tour</a> in der Dresdner Frauenkirche kann man die evangelische Kirche heute online entdecken. Christliche Inhalte, Tageslosungen, Predigten, die 10 Gebote, das Vater unser, Andachten, Bibelausgaben, Pressemitteilungen aber auch interaktive Angebote für Seelsorge werden von kirchliche Medienfachleute aufbereitet und stellen einen professionellen kirchlichen Internetauftritt sicher: Protestantismus 2.0.</p>
<p>Trotzdem bestehen an vielen Stellen Gestaltungshemmnisse oder es fehlt an ausreichenden Mitteln, um attraktive Angebotsmöglichketen und Internetauftritte umzusetzen. So wird das Internet vielerorts lediglich dazu genutzt, die kirchliche Printpublizistik digital zu spiegeln. Dienststellen und Gemeinden erledigen den Job oft „nebenbei“, sind schnell mit zu viel Arbeit belastet. Webbasierte Angebote können dann häufig nicht fokussiert betrachtet und bespielt werden, versauern lieblos für dürftige Imagepflege und vereinzelter Informationsverbreitung. Wenn es dann an Koordinationsstellen und einer konzeptionellen Entwicklung von Internetangeboten fehlt, besteht besonders für kleinere Gemeinden die Gefahr, den Anschluss an die digitale Revolution und den Kontakt zu Gläubigen zu verlieren.</p>
<h3>„Auf Online-Baukästen und Sozialen Medien will ich meine Kirche bauen!“</h3>
<p>Das Evangelische Medienhaus setzt deshalb gezielt auf eine zeitgemäße Verbindung von Kirche und Medien, unterstützt Gemeinden mit diversen Angeboten, Seminaren und Dienstleistungen. Mit dem <a href="https://www.gemeindebaukasten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetgemeindebaukasten</a> soll es zum Beispiel leichter gemacht werden, das Potential interaktiver Kommunikationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Mit dem Baukasten können schnell und einfach Webseiten erstellt werden. Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten individuelle Anpassungen, Bilder und Inhalte können eingespielt werden, um eine ansprechende Webpräsenz zu schaffen. Dabei werden auch direkt optimierte Ansichten für mobile Endgeräte angeboten. Gläubige können den Kontakt zur evangelischen Kirche und zu Gott also direkt von ihren Smartphones, Tablets und Co. ansteuern.</p>
<p>Dennoch besteht vor allem im Bereich Sozialer Medien weiterhin Nachholbedarf. Obwohl Landeskirchen wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) bereits Vorreiterrollen eingenommen haben und ein attraktives und vor allem aktuelles Angebot auf Facebook, Twitter und YouTube anbieten, hinken andere Stellen hinterher. Als zusätzlicher Service scheint die EKBO beispielsweise Mails direkt an Gott weiterzuleiten. Schade nur, dass diese Kommunikation dann eher einseitig ist. Gottes Wege sind eben manchmal einfach unergründlich.</p>
<p>Um in der digitalisierten Welt Gläubige kontinuierlich zu erreichen, ist es deshalb notwendig, Kirchen, Gemeinden und Beratungsstellen zu vernetzen und Ansprechpersonen einzubinden. Hier kommt auch besonders PfarrerInnen eine besondere Rolle in der Internetarbeit zu. Gerade bei geistigen Fragen und beim Thema Seelsorge müssen sie online aktiv werden und den Kontakt über digitale Medien suchen, sich der breiten Gesellschaft öffnen, den „verlorenen“ Schäfchen nachgehen.</p>
<p>Soziale Medien bieten dabei Verknüpfungspunkte, um Gläubige zusammenzubringen, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Ein großartiges Potential für die evangelische Kirche. Denn die Zahl der Gläubigen, die sich im Sonntagsgottesdienst unter die Kanzel setzen, sinkt stetig. Mehr und mehr Menschen können nur noch über andere Kanäle erreicht werden. Soziale Medien sind einer dieser Kanäle. Im Gegensatz zu einseitigen Kommunikationsmöglichkeiten von Hörfunk und Fernsehen, bieten sie außerdem Partizipations- und Dialogmöglichkeiten, fördern einen intensiven Diskurs mit der evangelischen Kirche und Religion insgesamt.</p>
<h3>Mit der Emoji-Bible auf Spur8 ins Land des Glaubens</h3>
<p>Damit kirchliche Angebote in der Gemengelage der Internetinhalte nicht untergehen, setzt die evangelische Kirche auf „Relitainment“. Kirchliche Produktionsgesellschaften laden deshalb auch vermehrt zu digitalen Denk-, Spiel- und Entdeckungsreisen oder Online-Bibelkreisen ein. Eine Schnittstelle von Protestantismus im Netz und Glaube in der realen Welt bietet dabei die App <a href="http://kulturkirchen.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturkirchen</a>. Interessierten werden Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen gegeben und der Weg zu ortsnahen evangelischen Kirchen in ganz Deutschland gewiesen. So hält die Digitalisierung der Kirche auch mit der persönlichen Digitalisierung zunehmend Schritt.</p>
<p>Sich schrittweise dem Glauben nähern, ist auch das Thema von <a href="http://www.online-glauben.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spur8-Online</a>. Auf der digitalen Entdeckungsreise ins Land des Glaubens können Interessierte das oftmals weitgehend unbekannte Land erkunden und vielleicht selber heimisch werden. Damit schafft die evangelische Kirche eine digitale Pforte für Menschen, denen der Zugang zu Glaube und Religion verwehrt ist, die keinen Kontakt finden können. Als „altehrwürdig“ und „nur schwer zugänglich“ beschreibt die EKD den Glauben selbst. Dennoch zeigt dieser Ansatz, dass „erklären statt verklären“ die Faszination für das Land des Glaubens bei einigen Menschen erhöhen kann.</p>
<p>Wer noch weiter ins Land des Glaubens vordringen und Digitales und Evangelisches in seiner Symbiose erleben möchte, kann die Heilige Schrift, das Buch der Bücher, jetzt auch als <a href="https://itunes.apple.com/de/book/bible-emoji/id1114722991?mt=11&amp;ign-mpt=uo%3D4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emoji-Bible</a> „lesen“. Ob die Bibel mit Emoji wirklich so viel besser ist, bleibt den Gläubigen selbst überlassen. Begeisterung und Freude beim Lesen schafft das eBook auf jeden Fall. Denjenigen, bei denen sich nach dem Lesen Unsicherheit verbreitet, oder die sich fragen was sie überhaupt noch sind und wie sie zum evangelischen Glauben stehen, hilft <a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelisch.de</a>. NutzerInnen bietet dort der <a href="http://www.evangelisch.de/protestantomat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protestant-o-Mat</a> die Einordnungshilfe: „Du bist evangelisch wie…“.</p>
<h3>Mit Godspots zur digitalen Erleuchtung!</h3>
<p>Die evangelischen Kirchen Berlins, Brandenburgs und der schlesischen Oberlausitz gehen ab sofort sogar noch einen Schritt weiter. Hier geht es in Zukunft direkt mit Gott ins Netz. Mit insgesamt 220 sogenannter <a href="http://godspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„godspots</a>“ will die EKBO Vorreiter in Sachen religiöser Digitalisierung werden und auch infrastrukturell vorlegen. Langfristiges Ziel ist es, alle 3.000 Kirchen und kirchlichen Gebäude mit kostenlosen WLAN-Verbindungen auszustatten. NutzerInnen gelangen beim Einloggen in den jeweiligen godspot zunächst auf eine landing page zum Thema Glaube und Leben der jeweiligen Gemeinde. Von dort aus eröffnet die EKBO dann aber ein direkter Zugriff auf alle digitalen Inhalte des World Wide Web; und das innerhalb und außerhalb der Kirchen.</p>
<p>Die Präsenz des Internet führt dazu, dass Menschen zunehmend oder auch ausschließlich über digitale Wege den Kontakt mit dem Glauben, Religion und Kirche suchen. Besonders junge UserInnen haben das Bedürfnis, sich im Internet über religiöse Fragen auszutauschen, wollen in Foren, Sozialen Medien und Blogs über Glaubensinhalte diskutieren. Das Internet und Soziale Medien eröffnen der evangelischen Kirche dabei die Möglichkeit, Gläubige für sich zu gewinnen und die protestantische Botschaft zu verbreiten. Die vielen Anknüpfungspunkte, die die evangelische Kirche zwischen Internet und Kirche bereits entdeckt hat, zeigen, dass man dies verstanden hat und nicht im Konflikt mit „neuen Medien“ steht. Genauso wie es bereits in der Offenbarung des Johannes heißt: „[…] ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann“, scheint die evangelische Kirche auch die Tür zum Internet schon weit aufgestoßen zu haben und sich der digitalen Reformation zu öffnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://godspot.de/faq-presse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressebild</a> Godspot, © EKBO</span><span class="licensetpl_attr"><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Weg nach Robonien – Besserer Mensch oder perfekte Maschine?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/roboter-als-teil-unserer-gesellschaft-149643/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 14:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Robotik]]></category>
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					<description><![CDATA[Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149640 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" alt="" width="640" height="406" /></a>Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen und fahren uns. Doch zwischen maschineller Automatisierung und sozialer Roboterarbeit stolpern wir über unsere ethischen Wertvorstellungen. Wo soll die Reise also hinführen, zum besseren Menschen oder zur perfekten Maschine?</p>
<p>Längst sind die Zukunftsphantasien früher Science-Fiction Klassiker technische Realität geworden. Roboter sind fester Bestandteil industrieller Produktionsmechanismen, drehen als automatisierte Staubsauger ihre Bahnen in unseren Wohnzimmern, kümmern sich um den Rasen oder spielen in der FIRA-Roboterfußballweltmeisterschaft um den Sieg. Doch wie geht die Entwicklung weiter und welche Lebensbereiche werden Roboter in Zukunft erobern? Und welche Regeln müssen wir im Umgang mit Robotern etablieren?</p>
<ol>
<li>Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.</li>
<li>Der Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.</li>
<li>Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.</li>
</ol>
<p>Mit diesen drei Gesetzen der Robotik, die Isaac Asimov bereits 1942 in seiner Kurzgeschichte Runaround aufzeigte, ging er sogar schon einen Schritt weiter. So zielen die „Grundregeln des Roboterdienstes“ darauf ab, das soziale Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln. Doch was basteln wir zwischen den vielen Drähten und der Software eigentlich zusammen, was ist ein solcher Roboter überhaupt?</p>
<h3>Von Halbautomaten und metallenen Hinterteilen</h3>
<p>Der Begriff „Roboter“ leitet sich vom tschechischen Wort „robota“, zu Deutsch, „Frontdienst“ oder „Zwangsarbeit“ ab. Eine passende Bezeichnung will man meinen, schließlich sind die technischen Helferlein dazu auserkoren, dem Menschen Arbeit abzunehmen. Auch die früheren Bezeichnungen als „Automaten“ oder „Halbautomaten“ zielt in diese Richtung und gibt Hinweis auf den Charakter des Roboters. So bestand seine Hauptaufgabe darin, automatisiert mechanische Aufgaben zu übernehmen.</p>
<p>Doch Entwicklung bleibt bekanntermaßen nie stehen. So wurde der Sieg des Computers Deep Blue über den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow im Jahr 1996 zum Wendepunkt der modernen Robotik. Eine künstliche Intelligenz bezwang das menschliche Denkvermögen. Roboter wurden zunehmend weiterentwickelt, lernten selbstständig, agierten und reagierten. Zur reinen Mechanik gesellten sich komplexe Denkprozesse. Nun stehen wir vor einer neuen Entwicklungsphase. Nicht nur Arbeitsbereiche, auch unser soziales Lebensumfeld soll nun von Robotern erobert werden. Wahrnehmungsmechanismen sollen das Agieren in sozialen Kontexten ermöglichen.</p>
<p>Die <a href="http://collaboratory.de/w/Hauptseite">Experten- und Interventionsplattform Co:llaboratory (CoLab) &#8211; Internet &amp; Gesellschaft</a> befasste sich deshalb mit dem Thema <a href="http://blog.collaboratory.de/einladung-zum-smart-country-fruehstueck-29-06-robotik-und-mensch-maschine-interaktion/">sozialer Interaktion und Beziehung von Mensch und Maschine</a>. „Der technische Fortschritt weist den Weg hin zu Robotern mit sozialen Kompetenzen. Wir wollen Roboter, die als Gefährten, Familienmitglieder und Lehrer mit uns interagieren. Dazu müssen wir sie in gesellschaftliche Kontexte und Sozialnormen einbetten“, schaut Hans-Dieter Burkhard, emeritierter Professor für künstliche Intelligenz und intelligente autonome Roboter an der HU Berlin, voraus.</p>
<p>„Von allen Freunden die ich je hatte bist du der Erste“, meint Bender, der metallene Roboter-Kumpel des Pizzaboten Fry in der Serie Futurama. So überspitzt wie dieses Beispiel auch sein mag, gibt es dennoch Hinweis darauf, welcher Folgen wir uns durch die technischen Entwicklungen der Robotik, bewusst werden müssen. „The humanity can bite my shiny metal ass“, ist Benders Markenspruch. Vielleicht bekommen wir diesen Spruch bald auch im echten Leben zu hören; dann nämlich, wenn intelligente Roboter Teil unserer Lebenswelten und eigene Mitglieder der Gesellschaft werden. Ob dann die drei Gesetze der Robotik hier noch genügen, um das Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln?</p>
<h3>Auch Roboter brauchen Gefühle</h3>
<p>Medizinroboter sind bereits heute <a href="http://politik-digital.de/news/medizinrobotik-die-arzthelfer-von-heute-148750/">fester Bestandteil hochkomplexer Medizin</a>. Transportroboter, virtuelle Assistenzärzte und Chirurgie-Roboter sind zu einer nicht wegzudenkenden Unterstützung in modernen OP-Sälen geworden. Wo Krankenhäuser von der modernen Technik profitieren, fallen aber andere Stellen des Gesundheitssystems zurück. So kann die Pflege, die einen steigenden Anteil älterer PatientInnen versorgen muss, bisher nur wenig von den technischen Neuerungen profitieren. Pflegeroboter sollen hier Abhilfe schaffen.</p>
<p>Auch als soziale Agenten sollen sie handeln und mit dem Menschen interagieren, ihm in Notlagen helfen und bei gesundheitlichen Problemen unterstützen. Um diese Aufgabe zu übernehmen, braucht es zweierlei: Handwerkszeug, um eine ausreichende Unterstützung mechanisch zu realisieren, aber auch Sozialkompetenz, um gegebenenfalls für PatientInnen Entscheidungen zu übernehmen. Ähnlich wie im Film „Der 200 Jahre Mann“ müssen Roboter dann lernen, was ein Mensch ist, was ihn ausmacht. In Japan laufen hierzu bereits erste Feldversuche mit einem Hotel, das nur noch von Robotern betrieben wird. Sollten solche Tests langfristig funktionieren, könnte man ein ähnliches Prinzip auf Krankenhäuser übertragen.</p>
<p>Für Karsten Weber, Professor und Technikphilosoph, und Dr. Martin Meister, Techniksoziologe, liegt hier aber die zentrale technische Herausforderung: die Programmierbarkeit von Sozialität. So erscheint es äußerst schwierig, Robotern das beizubringen, was sich Menschen in Jahrzenten des sozialen Lernens aneignen. Sollten dann einmal die falschen Entscheidungen getroffen werden, ist es äußerst schwierig, einen Verantwortlichen für die Fehlentscheidung zu finden, ergänzt Burkhard.</p>
<p>Je mehr Roboter zu Begleitern in unseren Lebenswelten werden, je intelligenter und selbstständiger sie handeln, desto häufiger werden wir auf Konflikte mit unseren normativen Werten von Selbstbestimmung und Selbstbestimmtheit treffen. Wenn die Anknüpfungspunkte zwischen Mensch und Maschine zunehmend diverser und Teil unseres sozialen Umfelds werden, müssen wir letztlich entscheiden, in welcher Beziehung wir zu Robotern stehen. Sollen sie unsere Mittel, unsere Werkzeuge, Partner, Freunde oder sogar mehr sein? Auf dem Weg zu einer Antwort darauf müssen wir darüber diskutieren, wie Roboter aussehen sollen und wie nicht; wir müssen uns darüber klar werden, was Roboter eigentlich sind, und festlegen, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft einnehmen sollen.</p>
<h3>More human than human?</h3>
<p>Betrachtet man das Einsatzgebiet der Pflege, scheint die Frage nach dem Erscheinungsbild sozialer Roboter bereits geklärt. Der Mensch überholt sich selbst. Vielleicht leitet sich der Roboter also doch eher vom englischen Namen „Rob“ ab: denn „der Erhabene“ humanoide Roboter rückt zunehmend ins Zentrum der Entwicklung und eröffnet den Raum für weitere Gedankenspiele.</p>
<p>Längst weisen Roboter typisierte ästhetische Formen auf, längst bauen wir Roboter nach unserem Ebenbild. Denn der Mensch anthropomorphisiert, er neigt zur Vermenschlichung von Robotern. So gehören unförmige Maschinen, die strikt Befehlen befolgen und einzelne Aufgaben erledigen, der Vergangenheit an.</p>
<p>Die Wahl zwischen der „perfekten Maschine“ und dem „besseren Menschen“ scheint also bereits entschieden. Die moderne Robotik baut am „Mensch 2.0“: Intelligent, lernfähig, sozial und allzeit bereit, ein Allroundtalent eben. „More human than human is our motto“, heißt es da vom Hersteller menschlicher Replikaten im Film Blade Runner über die Natur humanoider Roboter.</p>
<h3>Zwischen Dienern und Gynoide</h3>
<p>In vielerlei Hinsicht haben uns Science-Fiction Klassiker bereits die zentralen Probleme auf dem Weg zum Bau des „besseren Menschen“ gezeigt. So begegnet Batty, einer der humanoiden Replikanten in Blade Runner, dem Protagonisten mit den Worten: „That&#8217;s what it is to be a slave.” Aber auch der Gynoid (weiblicher Androide) Cho in Gwyneth Ann Jones Roman „Divine Endurance“ leidet unter ihrer Unterdrückung. Als „perfekte Frau“ ist sie dazu auserkoren, jeden Wunsch des Menschen zu erfüllen, doch ihre Schönheit und stereotypischen Geschlechtsattribute verstärken Unterdrückung und Diskriminierung.</p>
<p>Schon heute bevölkern Chatbots die Singlebörsen des Netzes und täuschen soziale Kontakte vor. Auf diese Weise sind Roboter nicht mehr nur noch Werkzeuge oder Helfer, die für uns Aufgaben erledigen. Sie erfüllen menschliche Wünsche nach Liebe, Anerkennung und Partnerschaft. In Japan beispielsweise wird Singles durch Roboter Aufmerksamkeit geschenkt, indem sie mit ihnen reden, Geborgenheit vortäuschen, ihnen das Gefühl von Liebe und Nähe vermitteln. Dabei fördert diese Verfügbarkeit aber auch eine zunehmende Beliebigkeit, fördern sogar Sexualisierung und Diskriminierung.</p>
<p>Vielleicht brauchen wir gerade deshalb geschlechtsneutrale Roboter, wie es die Ethik der Robotik vorschlägt. Vielleicht sollten wir weniger den „besseren Menschen“ bauen wollen, als uns auf die Entwicklung der „perfekten Maschine“ zurückzubesinnen. Wenn aber Sexualisierung und Unterdrückung von künstlicher Intelligenz und Robotern dazu führen, dass Geschlechtsdiskriminierung und „Master-Slave“ Konstellationen unsere Umgangsweise mit Robotern bestimmt, dann steht es nämlich vielleicht auch schlecht um unsere ethischen Wertevorstellungen.</p>
<h3>Mein metallener Freund und Helfer?</h3>
<p>In erster Linie bleibt der Roboter eine Maschine: Intelligent, sozial, aber eben ohne Gefühle. Auch die Entwicklung humanoider Roboter steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch dürfen wir die ethischen und gesellschaftlichen Fragen nicht ignorieren, die uns beim Bau von Robotern begegnen. Denn die Schöpfung einer menschenähnlichen Dienerschaft, die uns gehorsam folgt und unsere Arbeit verrichtet, wird nicht ohne Folgen an uns vorbeigehen. Wozu brauchen wir Roboter? Welche Eigenschaften wollen wir ihnen zuschreiben? Sollen sie aussehen wie Bender, geschaffen nach unserem Abbild, als Freund oder lediglich ein Industrieroboter zur reinen Arbeitshilfe sein?</p>
<p>Die Mechanisierung und der technische Fortschritt werden weitergehen. Roboter werden den Alltag immer mehr mitbestimmen und begleiten. Die Frage bleibt, in welche Richtung dies gehen soll. „Da waren lauter Nullen und Einsen und ich dachte, ich hätte sogar eine zwei gesehen“, schildert der Roboter Bender seine Erfahrungen. Es bleibt also noch viel zu entwickeln, zu entdecken und zu hinterfragen auf dem Weg zum Roboter der Zukunft.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-09312,_Berlin,_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin, Roboter mit seinem Erfinder; Bild 102-09312</a> by </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Bundesarchiv" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">Bundesarchiv</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedicommons</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Online-Partizipation muss reale Prozesse abbilden“ – Kerstin Franzl im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2016 10:51:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149552 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png" alt="" width="640" height="366" /></a>OPIN ist eine Toolbox, mit der internetbasierte Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendorganisationen geschaffen werden sollen. Im Interview erläutert EUth-Projektkoordinatorin Kerstin Franzl die Ankerpunkte des Konzepts und beschreibt zentrale Elemente für erfolgreiche Partizipation.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Europäische Union hat erkannt, dass Jugendliche den europäischen Institutionen immer weniger vertrauen. Im Rahmen des <a href="https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/what-horizon-2020">Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms</a> fördert die Europäische Union deshalb neue Zugangskanäle für Jugendliche. Das Innovationsprojekt <a href="http://www.euthproject.eu/">EUth – Tools and Tipps for Mobile and Digital Youth Participation in and across Europe</a> hat hierfür den Partizipationsbaukasten <a href="https://opin.me/de/">OPIN</a> entwickelt.</p>
<p>Kerstin Franzl, Mitarbeiterin des <a href="http://www.nexusinstitut.de/">nexus Instituts für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, organisiert das EUth-Projekt und koordiniert die Arbeit mit den Pilotprojekten. Wir haben uns mit ihr getroffen und sie zur Grundidee und deren Umsetzung befragt. Unser Weg führt dabei vorbei an den Anfängen des Projekts zu den innovativen Kernpunkten der Online-Partizipationstoolsbox. Eine Erkenntnis unseres Gesprächs war, dass erfolgreicher Partizipation weiterhin zentrale Probleme entgegenstehen. Die Gradwanderung zwischen Idealismus und technischen Herausforderungen wird dabei schnell zum Balanceakt:</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Als Projektkoordinatorin beim nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung betreuen Sie das EUth-Innovationsprojekt. Wie hat sich die Idee des EUth-Projekts und der OPIN Toolbox entwickelt, wie sehen Ihre Erfahrungen aus?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class=" wp-image-140839" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Franzl_Profilbild_v1.jpg" alt="N" width="205" height="230" /> <strong>Kerstin Franzl</strong> ist Mitarbeiterin im <a href="http://www.nexusinstitut.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nexus Institut für Koopartionsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, betreut das EUth-<br />
Partizipationsprojekt und koordiniert die Entwicklung des OPIN-Partizipationstools.</div></div>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Der erste Bezug zum Projekt rührt von den zwei Standbeinen des nexus Instituts. Im Bereich der geförderten Forschung nehmen wir an verschiedenen nationalen und internationalen Förderprogrammen teil. Hier sind die Nachfrage und der Forschungsbedarf an Partizipationsprojekten in den letzten Jahren enorm gestiegen. Seit ich 2010 im nexus Institut angefangen habe, beantrage ich deshalb kontinuierlich Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der Partizipation. Unser zweites Standbein baut auf die Beratung und Durchführung von Partizipationsprojekten sowie dem Erstellen von Gutachten für Städte und Länder. Wir bringen also Partizipation in ganz unterschiedliche Kontexte ein.</p>
<p>2012 sind wir dann erstmals in Kontakt mit <a href="https://liqd.net/de/">Liquid Democracy e.V.</a> gekommen. Mit ihrer Adhocracy-Software waren sie die ersten auf dem Markt, die Online-Partizipation ermöglichten. Durch die Kooperation mit Liquid Democracy e.V. haben wir damals die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Onlinepartizipationsprojekten von vorne bis hinten kennengelernt und konnten im Rahmen des damaligen <a href="https://ypart.eu/static/youthpart">Ypart-Projekts</a> evaluieren, wo aktuelle Barrieren zu finden sind. Die Begleitung des Projekts von der Konzeptions- bis zur Durchführungsphase war sehr, sehr hilfreich im Verständnis aktueller Hindernisse und Grenzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit der Online-Partizipationstoolbox OPIN setzen sie jetzt genau an dieser Stelle an?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Zum Teil, die Erfahrungen früherer Projekte fließen natürlich ganz klar mit in das EUth-Projekt ein, der Ansatz ist aber unabhängig von früheren Projekten zu sehen. Als wir die Idee für das EUth-Projekt entwickelt haben, war ein Ansatzpunkt, sich die Technikentwicklung fördern zu lassen, da es daran momentan am meisten mangelt. Leider ist es hier ja noch nicht so, dass sich die Technik für die Bedürfnisse entwickelt. Im Gegenteil, die Partizipationsprojekte müssen sich davon abhängig machen, was technisch umsetzbar ist. Neben der technischen Komponente ist uns aber auch klar geworden, dass erfolgreiche Partizipation ganz stark Beratung braucht. Die ist aber wiederum sehr teuer. Das ist natürlich im Bereich der Jugendarbeit extrem schwierig, weil hier einfach wenig Geld für Projekte zur Verfügung gestellt wird. Unsere Lösung ist daher, möglichst automatisiert Hilfe bereitzustellen. Das ist eigentlich auch der Hauptankerpunkt des Projekts: automatisiert Prozesse für Jugendarbeit bereitstellen, die es auch Laien ermöglichen, Partizipationsprojekte zu konzipieren und aufzusetzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln Sie das Projekt innerhalb verschiedener Test- und Entwicklungsphasen und arbeiten mit mehreren Pilotprojekten aus dem Bereich der Jugendarbeit und der Verwaltung zusammen. Praxisnähe und konkrete Fall- und Anwendungsbezüge scheinen also besonders im Fokus ihres Projekts zu stehen. Wie wichtig ist dieser Ansatz bei der Umsetzung des Projekts?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Die Zusammenarbeit und Rückmeldung der Pilotprojekte, im Rahmen von Workshops und Usability-Checks, ist ganz wichtig für uns, um Feedback zu bekommen. Wir wollen ja schließlich wissen, ob das funktioniert, was wir machen. Darüber hinaus wird an uns natürlich die Anforderung gestellt, das umzusetzen, was die Pilotprojekte für die Durchführung von Partizipationsprojekten brauchen. Hier sind die Wünsche ganz unterschiedlich. Wir müssen dann schauen, wie wir verschiedene Methoden entwickeln und gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit gewährleisten können. Schlussendlich wollen wir die Partizipationsprozesse aber so entwickeln, dass sie auch für ganz andere Projekte in anderen Kontexten genauso anwendbar sind. Hier liegt die Herausforderung bei uns, eine Übertragbarkeit herzustellen.</p>
<p>Trotzdem ist im Rahmen eines begrenzten Budgets auch nur ein begrenzter Testraum da, der an die lokalen Begebenheiten gebunden ist. Hier ist es auch ein wenig schade, dass die Europäische Union das Thema Online-Partizipation im Moment so stark auf Entwicklung ausrichtet und nicht so stark auf die Forschung. Eine tiefgreifende Analyse ist da äußerst schwierig. Weitere Forschung wäre aber natürlich wichtig, um zu sehen, wie es genau in den einzelnen europäischen Ländern mit Partizipationsprojekten aussieht.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Also vermuten Sie auch unterschiedliche nationale Hemmnisse und Herausforderungen für Partizipation allgemein?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Nein, das eigentlich nicht. In unseren Workshops haben wir uns mit verschiedenen nationalen VertreterInnen zusammengesetzt und aktuelle Barrieren diskutiert. Umsetzungsschwierigkeiten bestehen da vor allem aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstands und der Akzeptanz von Online-Partizipation, auch innerhalb Deutschlands fällt das auf. Einige Kommunen haben schon vor 10 Jahren mit Partizipationsprojekten angefangen, da ist die Anerkennung von Online-Partizipation natürlich deutlich höher. Trotzdem treten dann aber doch häufig bereits Probleme beim Finden des passenden Partizipationskonzepts auf. Die Motivation der TeilnehmerInnen und die Realisierung einer Kooperation mit der Entscheidungsträgerebene erschwert die Umsetzung von Projekten ebenfalls. An dieser Stelle müsste man zum Beispiel weitere Forschung betreiben.</p>
<p>Insgesamt bewegt sich Online-Partizipation aber auch einfach in einem schwierigen Feld. Jeder erwartet, dass die Beteiligungszahlen hoch sein müssen, da jeder einen Internetzugang zuhause hat. Das Resultat ist aber häufig nicht viel besser als bei Offline-Partizipation. Trotzdem muss man unterstreichen, dass sich Online-Partizipation aber vor allem deswegen Legitimität verschafft, weil sie jedem zugängig gemacht werden kann. Die Beschränkungen sind hier deutlich niedriger als bei Offline-Partizipation, die immer nur beschränkt existieren kann.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit OPIN wollen Sie nun diesen Problemen begegnen? Wie sieht da Ihre genaue Umsetzung aus?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle diese Probleme im Rahmen eines einzelnen Projektes lösen zu wollen ist natürlich nicht möglich. Aktuell sind wir ja auch noch in der ersten Testphase der OPIN-Toolbox, da befinden wir uns wirklich noch im Abstimmungsprozess. Im Moment schauen wir konkret, was wir realisieren wollen und was sich im Rahmen des Projekts wirklich umsetzen lässt. Die großen technischen Herausforderungen wie das automatische Abbilden von Partizipationsprozessen in verschiedenen Sprachen und eine automatische Strukturierung von Diskussionsinhalten sind weiterhin ungelöste Probleme. Besonders letzteres kann schnell zum Schocker werden, wenn man sich beteiligen möchte und dann auf seitenweise Diskussionsinhalte trifft, ohne sich übersichtlich über Sachverhalte informieren zu können. Welche dieser Themen wir aber speziell herausgreifen ist weiterhin offen.</p>
<p>Momentan fokussieren wird uns auf die Modularisierung und die Verschränkung von Online- und Offlineprozessen. Bisher gibt es kein Tool, das Partizipationsprozesse wirklich als Prozesse abbildet. Wir verstehen Partizipation aber als das, was sie ist: als Mehrebenenprozess, in dem online und offline nicht gesondert betrachten werden sollten. Deshalb wollen wir mit OPIN den Partizipationsprozess von Anfang bis Ende in einer Timeline darstellen, online und offline. Mit unserem halbmodularen Baukasten wollen wir denjenigen die Möglichkeit geben Partizipationsprojekte durchzuführen, die Laien auf dem Gebiet sind und auch keine finanziellen Mittel haben, um sich teure Unterstützung einzukaufen. Unser Ansatz zielt deshalb darauf ab, die Partizipationswege vorzuschlagen, deren Methoden auch eine Lösung herbeiführen. Wir zeigen also Proven-Solutions für Partizipationsprojekte auf. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Pilotprojekten schauen wir jetzt individuell, welche Hauptwege sich zeichnen lassen und welche dann in die finale Version integriert werden können.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Im Vergleich zu bestehenden Online-Partizipationsmöglichkeiten ist das ein spannender und innovativer Ansatz. Trotzdem scheint Online-Partizipation aber immer noch vor hohen Hürden zu stehen. Wie soll es da langfristig mit dem Projekt weitergehen und bleibt der eigene Idealismus vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen nicht auch manchmal auf der Strecke?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle, die sich in diesem Feld engagieren und arbeiten, sind irgendwo Idealisten und Visionäre. Da ist man immer damit konfrontiert, dass der Status quo ein anderer ist als der, den man sich gerade wünscht. Es wird aber mehr und mehr deutlich, dass der Kulturwandel auf jeden Fall initiiert wurde. Es gibt eine große Bereitschaft. Das sieht man allein an den Geldern, die in die Entwicklung von Online-Partizipationsprojekten, Prozessen und Tools gesteckt werden. Auch auf lokaler und europäischer Ebene nimmt man Partizipationsprojekte zunehmend wahr. Immer mehr Länder und Städte institutionalisieren Bürgerbeteiligung. Diese Ansätze sind aber immer noch punktuell. Der Kulturwandel ist also noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Bei unserem Projekt wünsche ich mir natürlich besonders, dass OPIN letztlich auch genutzt wird – wir stellen das Tool schließlich im Auftrag der EU zusammen. Leider ist noch offen, inwieweit Online-Partizipationsprojekte auf europäischer Ebene institutionell installiert werden. Mit OPIN versuchen wir diesem Ziel näher zu rücken. Ob das dann auch zu 100 Prozent erreicht wird, kann ich natürlich nicht sagen. Trotzdem ist es aber auch schön, an der Entwicklung eines neuen Trends beteiligt zu sein. Das Interesse ist auf jeden Fall da, und auch die EU-Kommission befindet sich mitten drin im Prozess des Kulturwandels. Aus diesem Grund setzen wir hier mit unserem Projekt an, geben der Partizipation ein digitales Zuhause und schaffen ein Bewusstsein. Dabei denjenigen zu helfen, die eine offene Partizipation ermöglichen wollen, hat etwas sehr Befriedigendes.</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.euthproject.eu/app/download/12920997132/opin+banner-01.png?t=1458136850" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OPIN-Banner</a> via <a href="http://www.euthproject.eu/project/downloads/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">euthproject</a>, bearbeitet<br />
Porträt: Bereitgestellt von <a href="http://www.nexusinstitut.de/de/institut/mitarbeiterinnen-mitarbeiter/7-mitarbeiterinnen-a-mitarbeiter/450-kerstin-franzl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kerstin Franzl</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Politik in 120 Sekunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2016 10:56:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter gehören mittlerweile zum Standardrepertoire vieler deutscher Abgeordneter. Etwa die Hälfte der Parlamentarier ist bei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marco_buelow_v2.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-149443 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Schreenshot_Buelow-630x363.png" alt="Screenshot MdB Marco Bülow auf YouTube" width="630" height="363" /></a>Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter gehören mittlerweile zum Standardrepertoire vieler deutscher Abgeordneter. Etwa die Hälfte der Parlamentarier ist bei Twitter aktiv. Der Dortmunder MdB Marco Bülow (SPD) hat jetzt auch die Videoplattform YouTube für sich entdeckt.</p>
<p>Mit seinem neuen Videoformat <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7FGIzr-EAxk">120 Sekunden Bülow</a> will der Abgeordnete den Austausch mit BürgerInnen intensivieren, Interessierte erreichen und neue Zielgruppen für Politik begeistern. Damit folgt Bülow dem Trend zu einer transparenteren Außendarstellung. Kurz, kompakt und aktuell will der Dortmunder über seine Arbeit im Bundestag berichten und in den zweiminütigen Videos die Themen klar benennen, für die er sich einsetzt.</p>
<h3>Traut euch!</h3>
<p>Bülow ist nicht der erste deutsche Politiker, der mit einem eigenen Kanal aktiv ist. In den vergangenen Monaten haben u.a. auch die NRW-Ministerpräsidentin <a href="https://www.youtube.com/channel/UCaYY9DlXBP3CTHhZzjPj5cw">Hannelore Kraft</a> und der bayrische Finanzminister <a href="https://www.youtube.com/channel/UCUU75ILewpBVf9zzXaNiD-w">Markus Söder</a> das Format für sich entdeckt. Die Grünen-Abgeordnete des bayrischen Landtags <a href="https://www.youtube.com/channel/UC1FoC4tPo3za4j77gZlbLeg">Katharina Schulze</a> hatte ihre Videoreihe „Katha Aktuell“ bereits vor etwa einem Jahr gestartet. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hielt im Wahlkampf 2012 seine AnhängerInnen, 100-Tage lang, mit täglichen YouTube-Clips auf dem Laufenden und auch die Bundestagsfraktionen (<a href="https://www.youtube.com/user/cducsu">CDU/CSU</a>, <a href="https://www.youtube.com/user/spdfraktion">SPD</a>, <a href="https://www.youtube.com/user/GRUENE">BÜNDNIS 90/GRUENE</a>, <a href="https://www.youtube.com/user/linksfraktion">DIE LINKE</a>) nutzen die Videoplattform.</p>
<p>Dennoch wird ganz unterschiedlich an das Medium herangegangen. Bülow und Schulze greifen in ihren 1-3-minütigen Videos einzelne Themen heraus und erklären ihre Position. Auch weniger politikinteressierte BürgerInnen können dadurch nachvollziehen, wofür PolitikerInnen einstehen und sich stark machen. Söder hält sich dagegen betont kurz, gibt aber dafür persönliche Ein- und Ausblicke ins Tagesgeschäft des bayrischen Finanzministers. Die Karpfensaisoneröffnung in Franken darf da natürlich nicht fehlen – im traditionsverbundenen Bayern gewinnt er dadurch an Nähe zu BürgerInnen. Kraft besticht durch ihre teils ungeschnittenen Videos aus dem politischen Alltag der NRW-Landeschefin. Dass sie die Kamera dabei selbst in der Hand hält und es an einigen Stellen etwas wackelig zugeht, schadet überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, das wirkt authentisch.</p>
<h3>Hautnah und aktuell</h3>
<p>Politik muss nachvollziehbar, transparent und verständlich sein. Auch für diejenigen, die sich weniger für Politik interessieren. Die letzte Rede im Plenarsaal ins Netz zu stellen hilft dabei nicht weiter. BürgerInnen ist häufig nicht bewusst, wie der politische Berufsalltag aussieht und was „die da oben“ eigentlich machen. Da stellt sich schnell die klassische Frage, warum die eigentlich im Bundes- oder Landtag sitzen.</p>
<p>Der Ansatz von Bülow, Schulze, Kraft und Söder ist deshalb genau der richtige Weg mit der Materie umzugehen. Durch die Einblicke in ihren beruflichen Alltag, schaffen sie es, nicht künstlich zu wirken.</p>
<h3>Die Mühe lohnt sich</h3>
<p>Selbst wenn der Arbeitsaufwand für die kurzen Videosequenzen zu Beginn hoch sein mag, der Aufwand zahlt sich aus. Besonders videobasierte Netzwerke wie YouTube haben das Potential, persönliche Einblicke in die Arbeit der Abgeordneten aufzuzeigen und Vorurteilen zu begegnen – das schafft Vertrauen.</p>
<p>Natürlich laufen auf YouTube nicht nur Katzen- und russische Dash-Cam-Videos, alle Bereiche des öffentlichen Lebens finden auf digitalen Plattformen ihren Platz. Politik gehört dazu. In den USA, dem Land des medialen Wahlkampfes, hat man dies bereits erkannt. Derartige Formate sind dort deshalb schon lange zentraler Bestandteil des politischen Tagesgeschäfts. Übrigens ist auch die Digitale Bürgersprechstunde von politik-digital, in der sich PolitikerInnen den Fragen und Antworten von BürgerInnen stellen, auf <a href="https://www.youtube.com/channel/UCTMiM020d1Z1T4deIBI8iVA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube</a> zu finden.</p>
<p>YouTube bietet dabei zusätzlich die Möglichkeit, besonders mit jüngeren BürgerInnen in Kontakt zu kommen. Sie machen die größte Gruppe der YouTube-NutzerInnen aus. Wollen PolitikerInnen alle BürgerInnen in ihre Politik miteinbeziehen, sind die hautnahen und persönlichen Einblicke von Bülow und Co. erfolgsversprechend. Und das nicht nur auf YouTube, mittlerweile haben PolitikerInnen auch Instant Messenger wie <a href="http://www.christina-schwarzer.de/whatsapp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whatsapp</a> und <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2016/02/politik-auf-snapchat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> für sich entdeckt und vernetzen sich mehr und mehr.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Screenshot aus dem YouTube-Video <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7FGIzr-EAxk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">120 Sekunden Bülow &#8211; Obszöne Ungleichheit</a> von Marco Bülow MdB<br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Menschenrechte im Cyberspace zwischen Panoptikum und Privatsphäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 09:19:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unsere Gesellschaft kämpft mit steigender Intransparenz, Internetüberwachung und sinkendem Vertrauen in traditionellen politischen Institutionen. Unsere demokratischen Rechte und unsere Privatsphäre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Think_global_pixabayjpg.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149413 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Think_global_pixabayjpg.jpg" alt="Think global by geralt via pixabay.jpg" width="640" height="280" /></a>Unsere Gesellschaft kämpft mit steigender Intransparenz, Internetüberwachung und sinkendem Vertrauen in traditionellen politischen Institutionen. Unsere demokratischen Rechte und unsere Privatsphäre im digitalen Raum werden gleichermaßen ausgehöhlt. Eines wird deutlich, die Potentiale der Digitalisierung sind von ihren Problemen eingeholt worden. Doch wie sollen wir ihnen begegnen?</p>
<p>Das Internet hat unser Verständnis von Machtstrukturen revolutioniert. Die Grenzenlosigkeit der globalen Vernetzung fordert unsere etablierten Gewalten heraus und bricht traditionelle Strukturen auf. Dabei werden wir aber auch mit den Kehrseiten der Digitalisierung konfrontiert. So ist das, was da alles online passiert und was wir machen könnten, nicht immer mit dem demokratischen Wertesystem und einer friedlich harmonisierenden internationalen Gesellschaft in Einklang zu bringen.</p>
<h3>Die (un)begrenzten Weiten der digitalen Welt</h3>
<p>Mit ca. 3,5 Milliarden NutzerInnen ist das Internet das allumfassendste Territorium der Welt – anders als unsere traditionellen Staatensysteme, grenzenlos. Anarchisch fließen unüberschaubare Mengen von Daten entlang eines nie endenden Stromes aus Bits und Bytes.</p>
<p>Bereits 1996 machte sich Internetpionier John Perry Barlow mit seiner <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/1/1028/1.html">Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace</a> Luft und stellte das Internet den traditionellen Staatsstrukturen gegenüber. Seine Schrift ist eines der bekanntesten Werke zur Legitimation staatlicher Kontrolle im Internet. In dieser neuen Heimat des Geistes haben die etablierten politischen Institutionen keine Macht mehr. So erschaffe die Zivilisation des Internet schließlich das, was Regierungen nicht erreicht haben, eine humanere und gerechtere Welt: „Wir glauben daran, dass unsere Regierungsweise sich aus der Ethik, dem aufgeklärten Selbstinteresse und dem Gemeinschaftswohl eigenständig entwickeln wird.“</p>
<p>Fest steht: Das Internet kann nicht regiert werden, zumindest nicht im konventionellen Sinne und schon gar nicht von oben herab. Anders als Staaten, mit ihren festen Grenzen, Regeln und nationaler Bevölkerung, sind die Grundfesten des Internet fluide.</p>
<h3>Der Teufelskreis der Digitalisierung</h3>
<p>In Zeiten eines steigenden Sicherheitsbedürfnisses und der verstärkten Auseinandersetzungen mit Hass und Hetze im Internet stoßen wir immer häufiger an die Grenzen dessen, was erlaubt und was richtig ist. Wir sind zerrissen zwischen Angst, Sicherheit und Freiheit. Wir wollen das Internet frei und anonym nutzen, auf keine der unzähligen Möglichkeiten der Digitalisierung verzichten und gleichzeitig staatliche Machtstrukturen aus dem Cyberspace verbannen. Demgegenüber stehen die neuen Herausforderungen, Misstrauen und Gefahren.</p>
<p>Denn die breite Gesellschaft ist nicht der einzige Profiteur der Digitalisierung. Auch TerroristInnen und Cyberkriminelle haben die Potentiale des Internet für sich erkannt. Als Folge fordert die Gesellschaft mehr Sicherheit. Um wieder Herr der Lage zu werden, reagieren unsere etablierten politischen Institutionen und Sicherheitsorgane mit Überwachung und Datenspeicherung. Dabei werden aber immer häufiger die Grenzen der grundrechtskonformen Strafverfolgung überschritten. So werden Persönlichkeitsrechte missachtet und die individuelle Privatsphäre verletzt. Auch geltende Menschenrechte im digitalen Raum werden nebensächlich. Gleichzeitig fehlen wirkungsvolle Durchsetzungs-, Deutungs- und Kontrollmechanismen, weshalb Staaten zwar grenzüberschreitend im Internet agieren, aber keine internationalen Grundlagen für ihr Handeln bereitstehen.</p>
<p>Doch nicht nur Staaten sind im Internet aktiv. Auch IT-Großkonzerne haben ihren internationalen Einfluss gesteigert und sind zu ebenbürtigen Gegenspielern im digitalen Roulette um unsere Persönlichkeitsrechte geworden. Trotzdem gehört diesen Unternehmen das Internet ebenso wenig wie den Staaten. Letzten Endes sinkt nicht das Risiko, sondern unser Recht auf Privatsphäre und unser Vertrauen in traditionelle Staatsstrukturen.</p>
<p>Wir sind gefangen im Teufelskreis der Digitalisierung – auf Kosten der Freiheit im Internet. Schließlich beeinflusst die Art und Weise, wie sich das Internet entwickelt, die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen: Vorsichtiger, besonnener, unfreier?</p>
<h3>Überwachen und Staaten: Internoptikum vs. Internet Governance</h3>
<p>Von einer ähnlichen Unfreiheit handelt auch das 1975 veröffentlichte Werk „Überwachen und Strafen“ des französischen Philosophen Michel Foucault. In ihm beschreibt er das Macht- und Wahrheitsregime des Panoptikums, eines von Jeremy Bentham ersonnenen „perfekten Gefängnisses“, in dem strahlenförmig angeordnete Zellen von einem zentralen Turm permanent eingesehen und überwacht werden können. Für ihn repräsentiert es die Konstellation der modernen Disziplinargesellschaft.</p>
<p>Erschreckend ist: Die von Foucault aufgezeigten Strukturen sind vielerorts Ansatzpunkt für Diskussionen um die Struktur der heutigen Internetgesellschaft und Ordnungsmechanismen des Cyberspace. Es wird deutlich, dass das Internet zunehmend in Konkurrenz mit traditionellen Staatsstrukturen steht und nationale Sicherheitsinstitutionen und Rechtssysteme an der Unüberschaubarkeit des der digitalen Weltmeere scheitern. Letztlich wissen sich Staaten nur mit Überwachung zu helfen. Dahin ist die Privatsphäre, willkommen im Internoptikum.</p>
<p>Trotz dieses düsteren Szenarios ist auch Hoffnung am digitalen Horizont zu erkennen: so zum Beispiel das Projekt der Internet Governance. Was in erster Linie nach Relaunch oder Regierung 2.0 klingt, verfolgt einen innovativen Ansatz: das Internet regierbar machen, in einem dezentralen, internationalen Netzwerk. Die zentrale Grundannahme dafür ist, dass Staaten nicht die einzigen Akteure sind, die das Internet strukturieren und Handlungen vorgeben können. Das Internet besteht aus verschiedenen Entitäten, die nur gemeinsam Regeln und Prinzipien vorgeben können. Aus diesem Grund kann die Internet Governance nur als global verbundenes Netzwerk ohne zentrales Leitungsgremium bestehen, dessen „Regierung“ aus VertreterInnen der Zivilgesellschaft, des Privatsektors und der Regierungen besteht. Die Vielfalt dieser Akteure soll dazu beitragen, dass gemeinsame Regeln, Normen und Entscheidungsmechanismen gefunden werden können, die die Evolution und Nutzung des Internet ausformen.</p>
<h3>Eine Charta für die Zukunft der Informationsgesellschaft</h3>
<p>Was zunächst nach einer fixen Idee klingt, dessen wirkliche Umsetzung in weiter Ferne liegt, wird auf internationaler Ebene bereits in Form von globalen Plattformen Realität. Eine dieser Plattformen ist das IGF, das <a href="http://www.intgovforum.org/cms/">Internet Governance Forum</a>, welches 2005 beim internationalen Dialog der Vereinten Nationen zur Internet Governance ins Leben gerufen wurde und sich seitdem für digitale Menschenrechte einsetzt. Als Diskussionsforum zu Themen der Internet Governance verkörpert das IGF also schon jetzt den dezentralen Archetyp der digitalen Regierung.</p>
<p>Der Schutz unserer Rechte im digitalen Raum ist dennoch kein Selbstläufer, so innovativ die Internetregierung der Zukunft auch sein mag. Wir müssen sie in einen lesbaren Code übersetzen und Hardware schaffen, die diesen auslesen und verstehen kann. In Zeiten, da jeder Bestandteil, jedes lokale Netzwerk sein eigenes Regelwerk etabliert, müssen wir unsere Menschenrechte als letzte Bastion und einziger international gemeinsamer Nenner im grenzenlosen Raum des Internet verteidigen.</p>
<p>Das IGF tut genau das und steht seit 2013 mit der <a href="http://www.internetrightsandprinciples.org/site/wp-content/uploads/2014/06/IRPC_booklet_29May2014_German.pdf">Charta der Menschenrechte und Prinzipien für das Internet</a> für unsere Rechte ein. Neben dem eingängigen 1. Artikel, der angelehnt an die <a href="http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf">Menschenrechtscharta der UN</a> die Universalität und Gleichheit aller Menschen online sowie offline unterstreicht, stechen vor dem Hintergrund von Überwachung, algorithmischer Entscheidungsfindung und sinkender Privatsphäre ebenso Artikel 4 und 5 hervor. Da jede Person das Recht haben soll, Informationen im Internet frei von Zensur oder anderen Eingriffe zu suchen, zu empfangen und weiterzugeben, ist auch das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz fest in der Charta des IGF verankert. So habe jede Person das Recht auf Privatleben im Internet. Das setzt die Freiheit von Überwachung sowie das Recht auf Verschlüsselung und Anonymität im Internet voraus. Personenbezogene Daten gelte es zu schützen und die Sammlung, Speicherung, Verarbeitung und Bekanntgabe persönlicher Daten zu kontrollieren.</p>
<p>Die im Dezember vergangenen Jahres von der UN-Generalversammlung ratifizierte <a href="http://www.un.org/depts/german/gv-70/band1/ar70125.pdf">Resolution 70/125</a> schließt an diese ambitionierten Projekte zum Thema Internet an. Sie verstärkt die Bestrebungen, einen international geltenden Grundlagenkatalog zu finden. Unterstrichen werden dabei besonders die Neutralität im Cyberspace und der Stellenwert eines Internetzugangs für alle. Als Zeichen gegen die zunehmenden Überwachungs- und Sicherheitsmaßnahmen wird zudem an die Freiheiten des Internet appelliert. Um einen Gegenpol zu Cyberkriminalität, Cybersicherheit und Cyberüberwachung zu etablieren und den Schutz der Freiheits- und Persönlichkeitsrechte im Internet zu stärken, sei schließlich ein am Gemeinwohl orientiertes Handeln aller Akteure unabdinglich.</p>
<p>Bis dato werden digitale Bedrohungspotentiale häufig auf Kosten unserer Privatsphäre bekämpft. Um die grenzenlosen Potentiale des Internet nicht einzuschränken, ist es aber unabdingbar, das Internet als Medium der Privatsphäre zu erhalten und die UserInnen vor dem Zugriff, Verkauf und der Veröffentlichung ihrer Daten, zu schützen. Staaten müssen sich deshalb auf ihre demokratischen Verpflichtungen zurückbesinnen, mit und nicht gegen BürgerInnen handeln. Dafür stehen politische Institutionen schon heute ein, doch werden ihre Ansätze aufgegriffen und überhaupt beachtet? Die Vereinten Nationen nehmen wie so oft eine Vorreiterposition in dieser Rückbesinnung ein. Nationale Institutionen müssen jetzt nachlegen, um dem ihnen gewährten Vertrauen nicht langfristig zu schaden und einen verantwortungsvollen Weg für die Zukunft der Informationsgesellschaft zu bereiten.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/social-media-social-networks-ball-748101/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Think Global</a> by <a href="https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Algorithmen: Denn sie wissen schon was du tun wirst</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/algorithmen-denn-sie-wissen-schon-was-du-tun-wirst-149269/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 10:33:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Berechenbarkeit der Zukunft, einer der ältesten Träume der Menschheit, wird immer realer. Schon jetzt können Algorithmen erfolgreich unser Suchverhalten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/lindau-232172_1920.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149281 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/lindau-232172_1920.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Die Berechenbarkeit der Zukunft, einer der ältesten Träume der Menschheit, wird immer realer. Schon jetzt können Algorithmen erfolgreich unser Suchverhalten und unsere Interessen vorhersagen, Facebook könnte Wahlen beeinflussen und die Software PredPol sagt uns wo Verbrechen stattfinden werden. Steuern wir auf die digitale Entmündigung zu?</p>
<p>Unendliche Weiten bevölkert von Daten, Informationen, Bits und Likes. Und wir, inmitten dieser Untiefen endloser Datenstränge. Immer größer sind die Wellen der digitalen Weltmeere geworden, längst höher als jeder Mensch in der Lage wäre zu überblicken. Tagtäglich werden wir deshalb von Algorithmen geleitet, die uns durch das Meer von Informationen lenken und uns den Weg zu unserem gewünschten Ziel leuchten: der Algorithmus als neuzeitlicher Leuchtturm?</p>
<p>Algorithmen sind digitale Helfer, welche durch komplexe Berechnungen und Analysen eingespeister Daten, Entscheidungen erleichtern und für uns Informationen filtern. Nicht erst seit der Einbindung des Hummingbird Algorithmus von Google im September 2013, der Suchanfragen semantisch verarbeitet und auf die Bedeutung einer Anfrage schließt, sind Algorithmen in aller Munde. Überall begegnen wir diesen digitalen Wegweisern, die unsere Suchanfragen, Interessen und letztlich auch Entscheidungen auf Grundlage wiederkehrender Muster abschätzen und so durch das Internet leiten. Obwohl die Wirkungsweisen, Risiken und Chancen der digitalen Wegweiser zunehmend bekannt und wissenschaftlich diskutiert werden, sind die Auswirkungen von Algorithmen auf NutzerInnen häufig immer noch zu abstrakt. Wenige NutzerInnen werden deshalb wirklich aktiv oder sprechen sich gegen die mathematische Informationsselektion aus. Zu groß ist die Bindung an Anbieter einschlägiger Programme für Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste.</p>
<h3>Herrschaft der Datensammler: Wir oder die Daten?</h3>
<p>Prominentestes Beispiel ist natürlich Google. So schlägt uns die Suchmaschine mögliche Suchanfragen vor, bevor wir sie überhaupt vollständig eingegeben haben. Auch unzusammenhängende Wörter werden sinngemäß verbunden und unserem Suchverhalten zugeordnet. Mögliche Ergebnisse werden dann abschließend in der Reihenfolge der Antwortwahrscheinlichkeit gelistet. Ein Riesenvorteil will man meinen. Nicht fassbar wäre die Dauer, die wir bräuchten, um das Internet manuell nach einer Antwort zu durchforsten. Ein weiteres Beispiel ist Amazon. Auf Basis unserer Käufe und Suchanfragen, schlägt uns der größte digitale Marktplatz der Welt unsere zukünftigen Kaufwünsche direkt vor. Umständliches Suchen wird also zusehends durch Aussuchen ersetzt. Auch hier wird für uns selektiert.</p>
<p>Eines ist klar, Selektion passiert nicht nur online. Auch in der nicht-digitalen Welt folgen wir individuellen Mustern, filtern Informationen und folgen unseren Interessen. Dennoch besteht hier ein deutlicher Unterschied. Offline sind wir die Entscheider, bestimmen welche Informationen wir konsumieren, welche wird ausschließen, welche wir uns anschauen und auf Basis welcher ethischen Werte wir schließlich handeln. In den von Algorithmen bestimmten Bereichen des Internet tun wir das nur noch bedingt.</p>
<h3>Von Wahlbeeinflussung und Verbrechensvorhersagen</h3>
<p>Die Beziehung zwischen Algorithmen, Objektivität und Regeln wird also in der Diskussion um Governance im digitalen Raum immer wichtiger. Hier eröffnet sich die Frage, wer die Algorithmen eigentlich steuert und über unsere digitale Welt entscheidet?</p>
<p>Facebook demonstrierte bereits im Rahmen der US-amerikanischen Kongresswahlen 2010, wie BürgerInnen durch Algorithmen in ihrem Wahlverhalten beeinflusst werden können. In einer groß angelegten <a href="http://www.nature.com/news/facebook-experiment-boosts-us-voter-turnout-1.11401">Studie</a> &#8211; veröffentlicht im Wissenschaftsjournal <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v489/n7415/full/nature11421.html">nature</a> &#8211; mit 61 Mio. zufällig ausgewählten US-amerikanischen NutzerInnen, testete das Unternehmen die Möglichkeiten der sozialen Einflussnahmen und politischen Mobilisierung. Unter Rückgriff eines sogenannten „I-voted Buttons“ wurde einzelnen NutzerInnen die Möglichkeit gegeben, auf ihre Wahlteilnahme aufmerksam zu machen und sich über naheliegende Wahlurnen zu informieren. Griffen die NutzerInnen auf die Funktion zurück und machten auf ihre Wahlbeteiligung aufmerksam, wurde dies im „News-Feed“ der Freunde angezeigt. Ergebnis: Die Wahlbeteiligung der Gruppe, denen der Button angezeigt wurde, lag höher als die der Kontrollgruppe, der lediglich konventionelle Informationen zugespielt wurden.</p>
<p>Auch die Möglichkeit der Vorhersage von Verbrechen ist keine Zukunftsmusik mehr. Was zunächst besorgniserregend klingt, ist bereits in vielen US-amerikanischen Städten fester Bestandteil der täglichen Polizeiarbeit. Die Software <a href="http://www.predpol.com/">PredPol</a>, „Predictive Policing“, analysiert mit Hilfe eines komplexen Algorithmus Kriminalstatistiken und sagt so voraus, wann und wo die Wahrscheinlichkeit für Verbrechen am höchsten ist. Städte werden dabei in 150x150m Kacheln eingeteilt und Hotspots zukünftiger Straftaten markiert. Zusätzlicher Service: die NutzerInnen können nach Art der Verbrechen filtern. Dennoch unterstreicht PredPol, dass sie keinesfalls mit Science Fiction wie dem Spielfilm „Minority Report“ gleichzusetzen sind. Man speise keine personenbezogenen oder demographischen Daten in den PredPol-Algorithmus ein.</p>
<h3>Herrschaft durch Algorithmen vs. Herrschaft über Algorithmen</h3>
<p>Wichtiger als die Feststellung, dass Utopien à la „George Orwell“ gar nicht mal so unwahrscheinlich sind, ist allerdings die Tatsache, dass sich politische Institutionen des Themas annehmen und Lösungen finden müssen. Bei vielen digitalen Fragen ist der technische Fortschritt deutlich schneller als der gesellschaftspolitische Diskurs die Folgen der digitalen Entwicklung überhaupt greifen kann. Dabei kommt es zu einer Machtverschiebung von den InhaberInnen der Daten zu Unternehmen, die diese Daten speichern und verarbeiten. Gleichzeitig versagen Staaten dabei, ihren BürgerInnen ausreichenden Schutz zu gewährleisten und Unternehmen Grenzen aufzuzeigen: ein Machtvakuum entsteht. Als Folge dieses Vakuums sinkt unter anderem das Vertrauen der BürgerInnen in politische Institutionen und der Einfluss einzelner Unternehmen steigt.</p>
<p>Im Zentrum einer breiten Diskussion müssen daher Verlässlichkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Objektivität von Algorithmen stehen. Aktuell gibt es leider noch wenige Räume, in denen die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von Algorithmen überhaupt thematisiert werden. Zu den wenigen Pionieren dieses Diskurses zählen, neben der in der vergangenen Woche vorgestellten Initiative <a href="http://algorithmwatch.org/">Algorithm Watch</a>, das <a href="https://cihr.eu/eoa2015web/">Centre for Internet and Human Rights (CIHR),</a> welches sich mit der Ethik algorithmischer Entscheidungsfindung beschäftigt. Auch Vortragsreihen wie die „<a href="http://governingalgorithms.org/">Governing Algorithm Conference</a>“ der New York University greifen das Thema auf und wollen einen Anstoß für einen gesellschaftlichen Diskurs geben. Dennoch sind diese Projekte weiterhin Einzelfälle. Politisch wird das Thema allenfalls beiläufig angesprochen.</p>
<p>Wenn Bundesjustizminister Heiko Maas im Jahr 2015 zum „Vorreiter“ <a href="http://www.bmjv.de/SharedDocs/Interviews/DE/2015/Namensartikel/12092015_DieZeit.html">digitaler Grundrechte</a> wird und als einer der ersten deutschen Politiker in seinem „Artikel 4“ den folgenden Grundsatz vertritt: „Kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden“, dann ist das zwar ein Ansatz, es wird aber auch deutlich, dass für die Definition institutioneller Handlungsrahmen für Algorithmen, noch viel Luft nach oben ist. Dass die automatisierte Informationsverarbeitung mit Artikel 22 Teil der neuen Datenschutzgrundverordnung geworden ist, tröstet dabei nur wenig. Denn die Bildung von Personenprofilen wird hier gleichzeitig als normale Datenverarbeitungstechnik angesehen.</p>
<p>Um ein Machtgleichgewicht zwischen Algorithmen, EntwicklerInnen und NutzerInnen herzustellen, muss Nachvollziehbarkeit gewährleistet werden. Algorithmen bieten viele Vorteile und helfen die Informationen zu finden, die wir wirklich suchen. Hierfür ist es aber wichtig, dass NutzerInnen aufgezeigt wird, nach welchen Grundsätzen ihre Suche unterstützt und geleitet wird. Wir brauchen eine vertrauenswürdige digitale Governance, AnsprechpartnerInnen, die uns transparent und objektiv über die Wirkungsweisen von Algorithmen aufklären können, und Grenzen, innerhalb derer unsere gesellschaftlichen Freiheiten nicht von Algorithmen angetastet und selektiert werden dürfen.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/lindau-port-lighthouse-232172/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lindau Port Lighthouse</a> by <a href="https://pixabay.com/en/users/Hans-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans </a>via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay </a>licensed <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Wenn Algorithmen zu Entscheidern werden – AlgorithmWatch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 12:30:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8220;KundInnen, die diesen Artikel kauften, kauften auch (… ).&#8221; Algorithmen erinnern uns und leiten unsere Wege im Internet. Doch Algorithmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/wenn-algorithmen-zu-entscheidern-werden-algorithmwatch-149194/attachment/ball-457334_640-1/" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-149197" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ball-457334_640-1.jpg" alt="ball-457334_640 (1)" width="640" height="280" /></a>&#8220;KundInnen, die diesen Artikel kauften, kauften auch (… ).&#8221; Algorithmen erinnern uns und leiten unsere Wege im Internet. Doch Algorithmen vergessen nie. Das machen sich Regierungen und die öffentliche Hand zu Nutze. Die Initiative AlgorithmWatch hat diese Gefahren erkannt und nimmt ihre gesellschaftliche und technologische Relevanz unter die Lupe.</p>
<h3>Algorithmen als Straßenschilder im Netz</h3>
<p>Algorithmen bestimmen unsere Wege im Internet und unterstützen unser Surfverhalten im Netz – das ist vielen NutzerInnen bewusst. Die Prozesse helfen uns Entscheidungen in den unüberschaubaren Weiten des Internet zu treffen, sie bestimmen Richtungen, geben Vorschläge. Für NutzerInnen verspricht das viele Vorteile, denn oft wird uns genau das vorgeschlagen, was wir sowieso schon gesucht hatten.</p>
<p>So grenzenlos wie die Weiten des Internet sind aber auch die Möglichkeiten algorithmischer Entscheidungsfindung. Von selbstfahrenden Autos über internetfähige Kühlschränke bis Smart-Homes, auch Unternehmen greifen immer häufiger auf Algorithmen zurück. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Je weniger wir eigene Entscheidungen treffen müssen, desto mehr gewinnt der Algorithmus die Oberhand in unserem Handeln.</p>
<h3>Verkehrsregeln auch für Algorithmen</h3>
<p>Der Einfluss den Algorithmen auf unsere Gesellschaft haben wird immer deutlicher. Besonders dort, wo Regierungen und die öffentliche Hand sich ebenfalls diese Prozesse zu nutzen machen wollen, sollten wir aber nicht unreflektiert zuschauen. Die Initiative <a href="http://algorithmwatch.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AlgorithmWatch</a>, die sich um Prof. Dr. Katharina Zweig von der TU Kaiserslautern gegründet hat, sieht hier deutliche Gefahren. Das Forscherteam setzt sich interdisziplinär aus JournalistInnen, SozialwissenschaftlerInnen und InformatikerInnen zusammen.</p>
<p>Ziel von AlgorithmWatch ist es, NutzerInnen dafür zu sensibilisieren, dass die vermeintlich objektiven, technischen Prozesse immer menschengemacht sind und damit bestimmten Werturteilen folgen. Aus diesem Grund nimmt das Team gesellschaftlich relevante Technologien unter die Lupe und zeigt uns, wie wichtig demokratische Kontrolle ist. Welchen gesellschaftlichen Einfluss können Algorithmen auf unsere politische Entscheidungsfindung haben? Wer kontrolliert sie, wie werden sie entwickelt?</p>
<p>Pünktlich zur re:publica TEN (02. bis 04. Mai) geht ihre <a href="http://algorithmwatch.org/">Plattform</a> nun online. Im Rahmen der Netzpolitik-Konferenz geht das Team um AlgorithmWatch erstmals diesen komplexen Fragen nach und versucht Antworten darauf zu finden.</p>
<p><span class="licensetpl_attr"><a href="https://pixabay.com/de/kugel-rund-ball-bin%C3%A4rball-457334/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Titelbild</a>: <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/">geralt</a> via <a class="external" href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a class="external" href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a> </span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Vectoring: Technischer Fortschritt oder Bremsklotz für den Glasfaserausbau?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2016 12:08:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Deutsche Telekom möchte das umstrittene Vectoring als Übergangstechnologie einsetzen, um kurzfristig schnelleres Internet bei geringeren Investitionskosten anbieten zu können. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/telephonecable_brebooks_flickr_CC-BY-SA-2.0_v1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149140 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/telephonecable_brebooks_flickr_CC-BY-SA-2.0_v1.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Die Deutsche Telekom möchte das umstrittene Vectoring als Übergangstechnologie einsetzen, um kurzfristig schnelleres Internet bei geringeren Investitionskosten anbieten zu können. Wo liegen die Vor- und Nachteile und was ist Vectoring eigentlich?</p>
<p>Anstatt den Glasfaserausbau weiter voranzutreiben, möchte die Deutsche Telekom – das größte Telekommunikationsunternehmen Deutschlands – nun in Vectoring investieren. Konkurrenten und Verbände üben jedoch scharfe Kritik. Re-Monopolisierung, langfristiger Schaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland und Fehlinvestition in eine veraltete Technologie lauten ihre Einwände. Ist Vectoring also nur ein Hemmschuh gegenüber dem Heilsbringer Glasfaser? Mittlerweile haben sich insgesamt 25 deutsche und europäische Wirtschaftsverbände in einem Brief direkt an die EU-Kommission und Digital Kommissar Günther Oettinger gewandt. Neben vielen ITK-Branchenorganisationen wie BREKO und VATM, wenden sich aber auch der Deutsche Landkreistag, Digitale Gesellschaft e.V., der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Landfrauenverband gegen die Vectoring-Pläne von Bundesnetzagentur und Telekom. Gegenstimmen kommen also nicht nur von Seiten der direkten Telekom-Konkurrenz. In dem gemeinsamen Schreiben sprechen sie sich gegen den Antrag der Telekom aus. Eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ist in Planung. Was ist also dran an diesem Vectoring und woher rührt die große Kritik?</p>
<h3>Vectoring: Was ist das?</h3>
<p>Vectoring ist ein technischer Lösungsansatz, der aktuelle Datenübertragungsmethoden optimieren soll. Mithilfe der Technologie kann die bestehende Telekommunikationsinfrastruktur, welche vorwiegend auf Kupferleitungen aufbaut, aufgewertet werden. Laut <a href="https://www.telekom.com/medien/156156">Telekom</a> könnte das zu einer Steigerung der Datendurchsatzraten von bis zu 100 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload führen. Ein deutlich höherer Wert als bei vielen alternativen Methoden – zum Vorteil für VerbraucherInnen. Doch wie ist das möglich?</p>
<p>Bisher stellen sogenannte „Übersprechungseffekte“ einen limitierenden Faktor für einen optimalen Datendurchsatz dar. Mithilfe von Vectoring können nun gegenseitige Störsignale in den betroffenen Hauptkabeln gefiltert und höhere Durchsatzraten erzielt werden. Klingt zunächst ganz hervorragend!</p>
<p>Dennoch hat der Einsatz von Vectoring einen deutlichen Nachteil. Wirtschaftlich rentiert sich der Einsatz von Vectoring erst, wenn er flächendeckend erfolgt. Sind mehrere Technologien von verschiedenen Anbietern gleichzeitig in einer Hauptleitung im Einsatz, sinken die Optimierungseffekte von Vectoring – Durchsatzraten blieben ungewiss. Kundenfreundliche Vertragsangebote könnten auf einer solchen Basis nur schwerlich realisiert werden. Um alleinigen Zugang zu den etwa 8.000 Hauptverteilern des deutschen Telekommunikationsnetzwerkes zu erhalten, hat sich die Deutsche Telekom deshalb am 23. November vergangenen Jahres mit einem ersten Konsolidierungsantrag an die Bundesnetzagentur gewandt. Nur so könne ein wirtschaftlicher und flächendeckender Einsatz von Vectoring gewährleistet werden.</p>
<p>Moment, ein einzelner Netzbetreiber, Zugriff auf einen gesamten Hauptverteiler? Ja, hier werden die Probleme von Vectoring deutlich. Sie beziehen sich vor allem auf die Frage nach dem Wettbewerb. Bisher besteht dieser nämlich zwischen Netzanbietern und wäre nun durch die Zusage der Bundesnetzagentur zumindest beeinflusst. Das bemängeln auch Konkurrenten und protestieren gegen den am 07. April veröffentlichten <a href="http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK3-GZ/2015/2015_0001bis0999/BK3-15-0004/Konsolidierungsverfahren/Konsolidierungsentwurf_final.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1">Vectoring-II Antrag</a>.</p>
<h3>„Telekom-II Antrag“?</h3>
<p>Die Bundesnetzagentur gibt sich gegenüber dieser Kritik diplomatisch. Forderungen und konstruktive Vorschläge wurden ausführlich im neuen Entscheidungsentwurf beachtet. In der <a href="http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1432/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/160407_Vectoring.html;jsessionid=3F4B936D6990DAB941674A263E23C210">Pressemitteilung</a> der Bundesnetzagentur führt Jochen Homann, Präsident der Regulierungsbehörde, dazu aus: „[…] Wir kommen auch nach nochmaliger intensiver Analyse zu dem Schluss, dass ein Vectoring-Ausbau der Nahbereiche hilft, den Breitbandausbau zu fördern. Es werden weder der Wettbewerb außer Kraft gesetzt noch werden andere Technologien ausgebremst.“</p>
<p>Vor dem Hintergrund der weitreichenden Kritik habe die Bundesnetzagentur den neuen Antrag entschärft. Hierzu sei Wettbewerbern die Möglichkeit eingeräumt worden, Nahbereiche ebenfalls durch die Vectoring-Technologie zu erschließen. Dadurch sei der Wettbewerb weiter gewährleistet, so die Bundesnetzagentur. Mitbewerbern werde außerdem ein hochwertiges Vorleistungsprodukt angeboten, sollten sie aus Hauptverteilern gedrängt werden. Außerdem verweist die Bundesnetzagentur auf die neuesten Ausbau- und Investitionszusagen der Deutschen Telekom, welche vor dem aktuellen Antrag noch nicht feststanden. Nun wolle sich die Telekom aber einseitig dazu verpflichten, bis 2018 alle Nahbereiche auch wirklich mit Vectoring zu erschließen. Der Antrag sei deshalb an die europäische Kommission übermittelt worden. Sollte die Kommission keine Einwände gegen den Vorschlag vorbringen, steht dem Antrag nichts mehr entgegen.</p>
<h3>Stau auf dem Weg zum schnelleren Internet?</h3>
<p>Auf der Seite der VerbraucherInnen ist der Einsatz der Übergangstechnologie, Vectoring, zunächst sehr vielversprechend. Haushalte in Nahbereichen die kurzfristig nicht mit höheren Bandbreiten durch Glasfasernetze versorgt werden könnten, sind klare Profiteure der Technologie. Kurzfristig schnelleres Internet: Vectoring schafft hier Abhilfe.</p>
<p>Aus der Perspektive der Verbände und Konkurrenten sind die Reaktionen und Zugeständnisse der Bundesnetzagentur aber lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn der Zugang zu Hauptverteilern bedeutet eine massive Einflusssteigerung der Deutschen Telekom. Daher ist es einseitig, an dieser Stelle mit der Restriktion der Vectoring-Technologie zu argumentieren und darauf  zu pochen, dass ein optimaler Einsatz der Technologie nur gewährleistet werden kann, wenn er flächendeckend durch einen einzelnen Netzbetreiber umgesetzt wird. Zudem stellt sich die Frage, ob hier die Unternehmensanteile der Bundesrepublik Deutschland an der Deutschen Telekom (14,3 Prozent) Einfluss auf die Entscheidung hatten. Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), vertritt die Interessen von etwa 100 Telekommunikations- und Multimediaunternehmen. Er verdeutlicht in einer Pressemeldung: „[…] Grundsätzlich gestattet die BNetzA weiterhin nach fast 20 Jahren erfolgreichen Wettbewerbs erstmals einem Unternehmen den weitgehend monopolistischen Einsatz einer Technologie“.</p>
<p>Selbstverständlich sind Unternehmen darauf angewiesen Übergangstechnologien zu nutzen, um Gewinne zu erwirtschaften und weiter in den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur zu investieren. Probleme entstehen aber, wenn einzelne Markteilnehmer von Regulierungsbehörden bevorteilt werden. Hier eröffnet sich beispielsweise in „Maßnahmenpunkt 11“ der Breitbandstrategie der Bundesregierung ein deutlicher Widerspruch: „Bei der konkreten Ausgestaltung der Anreizmechanismen wird die Bundesregierung im Interesse des Wettbewerbs darauf achten, dass niemand vom Netzzugang ausgeschlossen wird und das Prinzip der Nicht-Diskriminierung gewahrt bleibt. Auch dürfen die Regelungen nicht zu Wettbewerbsverzerrungen im Markt führen.“ Vor diesem Hintergrund der Telekom dennoch den Zugang zu Hauptverteilern zuzusprechen und Wettbewerber mit Vorleistungsprodukten zu vertrösten, ist daher problematisch.</p>
<p>Die Breitbandstrategie der Bundesregierung zielt zudem darauf ab, eine zukunftsfähige Netzmodernisierung sicherzustellen und zu beschleunigen. Kupferstrecken sollen dabei gezielt durch Glasfaserausbau ersetzt und Fehlinvestitionen vermieden werden. Entgegen dieser Zielsetzung eröffnet die Bundesnetzagentur nun den Einsatz von Vectoring. Durch die Möglichkeit, bei geringeren Investitionskosten schneller Gewinne zu erzielen als durch den Ausbau von Glasfasernetzen, werden Alternativen zum Vectoring gehemmt. Auch Wettbewerber der Telekom werden aktiv in ihren Glasfaserausbauplänen gebremst, da eine parallele Investition in Glasfaser- und Kupferleitungen nicht wirtschaftlich ist. Die Integration von Vectoring in die Telekommunikationsinfrastruktur führt deshalb schließlich zu einer Abnahme der Investitionen in die deutschen Glasfasernetze. Deren flächendeckender Ausbau verzögert sich so weiter. Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs nach noch schnelleren Internetverbindungen, ist das ein Problem. Die fehlenden Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur entwickeln sich dann auch zum langfristigen Nachteil für Nahbereiche. Insgesamt sollte der neue Vectoring-II Antrag daher kritisch betrachtet werden. Hier gilt es, Vor- und Nachteile des Vectoringeinsatzes für den Wettbewerb der Telekommunikationsbranche, den langfristigen Breitbandausbau in Deutschland und schließlich für VerbraucherInnen abzuwägen.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/brewbooks/7780990192/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(011): 200 pair telephone cable model of corpus callosum </a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/brewbooks/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">brewbooks</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> is licensed under <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>BigBrotherAwards 2016 – Die Rückkehr der Datenkrake</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2016 16:00:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149084 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet werden Größen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz, change.org und IBM Deutschland. Zudem beteiligt sich die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit einem Gastbeitrag.</p>
<p>Seit 2000 verleiht <a href="https://digitalcourage.de/">Digitalcourage e.V.</a> nun die BigBrotherAwards an „Datenkranken“ in Deutschland. Die Verleihung weist auf missbräuchliche Verwendung von Technik und Information hin und will mit den Awards den Diskurs zum Thema Datenschutz intensivieren. Das erste Mal wurden die Awards 1989 in Großbritannien von der Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.privacyinternational.org/">Privacy International</a> verliehen. Prominenten Zuspruch erhält die diesjährige Verleihung von der ehemaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Vor dem Hintergrund der Vorratsdatenspeicherung, PNR-Fluggastdatenspeicherung und Co. verteidigt sie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre gegenüber staatlichen Institutionen.</p>
<h3>Diesjährige Preisträger: Verfassungsschutz, Change.org, IBM Deutschland und viele mehr</h3>
<p>Besser kann es eigentlich nicht passen: pünktlich zu „65 Jahren Verfassungsschutz“, wird das Bundesamt in der Kategorie „Lifetime“ mit einer „Datenkrake“ geehrt. Laudator Dr. Rolf Gössner beschreibt den Verfassungsschutz als im Kalten Krieg geprägten, antikommunistischen, skandalgeneigten und intransparenten Inlandsgeheimdienst. Erstaunt sei er nur, dass dieser trotz Lizenz zur Infiltration, Täuschung und Desinformation erst jetzt durch die BigBrotherAwards ausgezeichnet wird.</p>
<p>Kritikwürdig ist ebenfalls die Strategie von Change.org, dem diesjährigen Preisträger der Kategorie „Wirtschaft“. Zielstrebig wurde das Unternehmenskonzept laut der Laudatoren auf Datenmissbrauch ausgelegt; nun wird Geld mit dem Verkauf personenbezogener Daten gemacht. Strategie: entgegen europäischer und deutscher Datenschutzbestimmungen sammelt das Unternehmen nicht nur Namen, Adressen und Mailadressen von PetitionsunterzeichnerInnen, sondern auch Informationen zu den unterstützten Petitionen. Mit den Informationen über gesellschaftliche, soziale und politische Positionen der UnterzeichnerInnen, könnten so Meinungsbildungsprozesse gezielt beeinflusst werden. Da fällt es nur gering ins Gewicht, dass es auch nicht für notwendig erachtet wird, die unzulässigen Datenschutzregeln von Change.org auf einen aktuellen Stand zu bringen. Personenbezogene Daten von NutzerInnen werden trotz des für unwirksam erklärten „Safe Habour“-Abkommens weiterhin in den USA gespeichert.</p>
<p>In eine Reihe mit diesen Größen reiht sich dieses Jahr auch die IBM Deutschland GmbH mit seinem „Social Dashboard“ im firmeneigenen sozialen Netzwerk „Connections“. Die findige Idee des Unternehmens: ArbeitnehmerInnen anhand ihrer sozialen Reputation „qualitativ“ bewerten. Der soziale Status wird dabei durch das Vernetzungsverhalten der MitarbeiterInnen sowie dem „teilen“ und „liken“ von Nachrichten und Kommentaren in „Social Scores“ errechnet. Die JurorInnen sagen: IBM Deutschland hat sich den Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“ verdient!</p>
<p>Die Berliner Verkehrsbetreibe BVG punkten mit ihrer Idee elektronischer Fahrkarten, die das Fahrverhalten von KundInnen abspeichern, bei den diesjährigen Awards in der Kategorie „Technik“. Auch die Generali-Versicherung wird mit einem Preis in der Kategorie „Verbraucherschutz“ geehrt, Anreizprogramme die dazu anregen das eigene Fitness- und Einkaufverhalten zu melden und Bonuspunkte abzugreifen müssen sich schließlich auszahlen. Hier gibt’s die Datenkrake für das bewusste Aushebeln unseres Sozialsystems.</p>
<p>Die Verleihung kann am 22.04.2016 ab 18 Uhr im „<a href="https://bigbrotherawards.de/stream">Live-Stream</a>“ verfolgt werden.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/10491083295/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Datenkrake in ihrem Versteck</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frerk-Meyer</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> is licensed under <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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