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	<title>Pia Thiele &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Pia Thiele &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Bring Your Own Device“: Bildungsgerechtigkeit 2.0?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2015 16:21:16 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>An deutschen Schulen kommen elf Schüler auf einen Schulcomputer – ein schlechter Schnitt für das IT-Land Deutschland im 21. Jahrhundert. Dabei gibt es seit Längerem innovative Konzepte zur Integration digitaler Endgeräte in den Unterricht. Eines ist „Bring Your Own Device“ (BYOD), mit der Kernidee, dass Schüler ihr eigenes Gerät am besten kennen und seine Potenziale voll ausschöpfen können. Der Mediendidaktiker Richard Heinen berichtet im Interview über erste Erfahrungen mit dem Konzept an Schulen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><b><i>politik-digital.de:</i></b>Seit wann gibt es in der Schule die „Bring Your Own Device“-Bewegung? Wo kam BYOD zuerst auf?</p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Seit 2010 hat es international schon größere Projekte vor allem in den USA gegeben. Unser Projekt „<a href="http://www.school-it-rhein-waal.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">School IT Rhein Waal</a>“, das vom <a href="http://mediendidaktik.uni-due.de/learninglab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Learning Lab</a> der Universität Duisburg-Essen initiiert wurde, war das erste systematisch angelegte Schulentwicklungsprojekt zu diesem Thema in Deutschland. 2011 startete die Projektkonzeptionsphase, angefangen haben wir im Jahr 2012. Das Projekt wurde von der <a href="http://www.euregio.org/seiten/index.cfm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Euregio Rhein Waal</a> gefördert. So hatten wir die Gelegenheit, mit Schulen in Deutschland und den Niederlanden zu arbeiten. Es gab aber natürlich davor auch einzelne Lehrer, die BYOD im Unterricht eingesetzt haben.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche pädagogischen Ziele kann man mit BYOD besser verfolgen?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Das Entscheidende ist, überhaupt pädagogische Ziele zu haben. Eine Schule muss sich zunächst Gedanken darüber machen, was sie pädagogisch erreichen möchte und im zweiten Schritt überlegen, wie BYOD dabei sinnvoll eingesetzt werden kann. In unserem Forschungsprojekt wurde deutlich, dass BYOD beziehungsweise das Lernen mit mobilen Endgeräten für die individuelle Förderung, Inklusion, Schüleraktivierung und kooperative Arbeit entscheidende Vorteile bringt.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche Vor- und Nachteile ergeben sich beispielsweise für die Inklusion?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Im Sinne der Inklusion sollen ja SchülerInnen mit Besonderheiten integriert werden. Im Projekt haben wir einerseits gesehen, dass Kinder mit Hörschädigungen mithilfe von Software, die Tonbeiträge untertitelt, wunderbar ihre Aussprache trainieren können. Andere Kinder mit Knochenkrankheiten, die einen Stift nicht halten</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class="size-full wp-image-160759 alignleft" src="https://politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/RHeinen.jpg" alt="" width="160" height="240" /></p>
<p><strong>Richard Heinen</strong> ist Mediendidaktik-Forscher und Mitarbeiter am Learning Lab (<strong>Lehrstuhl für Mediendidaktik</strong>) der Universität Duisburg-Essen. Dort initiierte er das Projekt “School IT – Rhein Waal” mit.</div></div> können oder Probleme mit dem Bedienen einer Tastatur haben, kommen gut mit Touchscreen aus – das sind nur zwei von vielen Beispielen. Wo vorher viele teure und aufwändige Geräte notwendig waren, reicht auf einmal ein Tablet aus, um SchülerInnen mit Besonderheiten besser in den regulären Unterricht zu integrieren.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Mit BYOD hat man ganz verschiedene Geräte zur Verfügung. Wie geht man mi</i><i>t der Gerätevielfalt um?</i></p>
<p><b>Richard Heinen:<i> </i></b>Das ist eine der Hauptherausforderungen, aber auch einer der großen Vorteile. Vorteilhaft ist es, weil die Schüler lernen zu überlegen, welches Gerät welche Lernsituation am besten unterstützt. Ein anderer Vorteil dieser Heterogenität ist natürlich auch, dass jeder Schüler sein eigenes Gerät hat, es besonders gut kennt und auch gut damit umgehen kann. Für den Lehrer bedeutet es, dass er nicht mehr die Übersicht haben kann, was in seinem Unterricht passiert. Es geht bei BYOD also nicht nur um das Gerät, sondern auch darum, Schüler zum selbstbestimmten Arbeiten zu motivieren.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Muss ein Lehrer sich also mit dem Kontrollverlust abfinden?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Genau. Einerseits ist das ein Kontrollverlust. Ein Lehrer muss in diesem Zuge lernen, sich darauf zu verlassen, dass der Schüler die richtige Software und das richtige Gerät für seine Zwecke auswählt. Die Rolle des Lehrers als Ansprechpartner in allen Fragen wandelt sich – er wird vielmehr zum fachlichen Berater.</p>
<p><b><i>politik-di</i></b><b><i>gital.de: </i></b><i>Der Lehrer als Lernbegleiter </i>–<i> was bedeutet BYOD dann für die Organisati</i><i>on des Unterrichts? Braucht man vielleicht sogar neue Strukturen, eine neue Form des Unterrichts?  </i></p>
<p><b>Richard H</b><b>einen<i>: </i></b>„Braucht man“ ist eigentlich die falsche Frage. Die Frage muss sein, was BYOD für einen modernen Unterricht bringen kann. In Unterrichtsbeobachtungen haben wir gesehen, dass es Lehrer gab, die mit BYOD die einen sehr klassischen Frontalunterricht gemacht haben, in dem die Geräte dann auch weniger genutzt worden sind. Andere haben einen stark schülerzentrierten Unterricht gemacht, in dem die Schüler selbstbestimmt überlegt haben, was sie machen wollen und die Geräte auch sehr intensiv genutzt haben. Das heißt, BYOD oder mobiles Lernen alleine verändert Unterricht nicht. Wenn Lehrer ihren Unterricht aber verändern wollen, kann es ihnen dabei sehr helfen.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Eine der wichtigsten Fragen ist auch die nach dem Zugang. Wie lässt sich verhindern, dass finanzschwächere Schüler durch schlechtere Hardware benachteiligt w</i><i>erden? Gibt es da neue Lösungswege,  außer dass Schulen oder Fördervereine einspringen könnten?</i></p>
<p><b>Richard He</b><b>inen<i>: </i></b>Wenn wir in die <a href="http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JIM-Studie</a> gucken, die im Dezember erschienen ist, stellen wir fest, dass die 12-19-Jährigen in Deutschland zu 90 Prozent ein Smartphone besitzen, die 14-19-Jährigen nahezu zu 100 Prozent. Schulen müssen also größere Geräte bereitstellen, die dann stundenweise ausgeliehen werden können. Zu betonen ist, dass BYOD nicht die schulische Ausstattung ersetzt, sondern ergänzt. Bei BYOD soll zudem individuell an unterschiedlichen Themen gearbeitet werden: Die Gleichwertigkeit von Geräten ist somit gar nicht so wichtig. Beim Recherchieren im Internet kann es mit einem schwächeren Gerät natürlich sein, dass es mal ein bisschen länger dauert, das ist aber kein großes Problem. Das viel entscheidendere Problem ist ja eigentlich, dass wir Bildungsungerechtigkeit durch die verschiedenen sozialen Schichten haben. Bildungsgerechtigkeit entsteht erst dadurch, dass man die Geräte in die Schule bringt. Das scheint um die Ecke gedacht, ist aber eine ganz logische Schlussfolgerung.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche anderen Aspekte haben sie im Projekt erforscht?</i></p>
<p><b>Richard He</b><b>inen:<i> </i></b>Einer der wichtigsten Aspekte war es herauszufinden, welche Rahmenbedingungen für das Lernen mit mobilen Geräten vorhanden sein müssen. Es ging also weniger um den einzelnen Unterricht als um Schulorganisationsfragen.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Wie muss die Netzwerkinfrastruktur aussehen, damit BYOD überhaupt gelingen kann?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Zunächst einmal muss vernünftiges WLAN vorhanden sein, idealerweise ein möglichst breitbandiger Anschluss der Schule ans Internet. Da muss man kreativ sein und sich beispielsweise mit einer sogenannten Richtfunkstrecke weiterhelfen oder auf Angebote von Kabelanbietern zurückgreifen, denn oft reichen die Verbindungen der Telekom nicht aus. Internet für Schulen muss offen und sicher sein. Offen heißt, dass möglichst viele Seiten erreichbar sind und dass möglichst viele Apps funktionieren. Sicherheit ist gewährleistet, wenn ein Contentfilter geschaltet ist, damit die SchülerInnen nicht auf gewaltverherrlichende oder jugendgefährdende Seiten gelangen. Und es sollte grundsätzlich möglich sein, durch individuelle Anmeldeinformationen Logfiles anzulegen, damit im Falle eines Gesetzesverstoßes der einzelne Nutzer und nicht die Schule in die Verantwortung genommen wird. Diese Logfiles dürfen aber auch nur dann ausgewertet werden, wenn eine Anfrage der Staatsanwaltschaft vorliegt. In unseren Projektschulen ist das so gelöst worden.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Gibt es weitere rechtliche Bedenken oder Hindernisse, die die Entwicklung von BYOD behindern?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>In der Anfangsphase ist die Frage um Schadensfälle immer sehr präsent. Die ist aber insofern geklärt, als die Verantwortung bei den Eltern verbleibt. Der Schulträger kann keine Haftung übernehmen. Wir haben aber auch in Projekten die Erfahrung gemacht, dass wir in acht Klassen in zwei Jahren keinen einzigen Schadensfall gemeldet bekommen haben. Mit den privaten Geräten gehen die Kinder meist sehr sorgfältig um. Falls etwas kaputt gegangen sein sollte, wurde es nicht gemeldet, und die Eltern haben die Kosten übernommen.</p>
<p><b><i>politik-digital.</i></b><b><i>de: </i></b><i>Wie wird das Projekt fortgesetzt?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Grundsätzlich hat sich im Projekt gezeigt, dass BYOD ein gangbarer Weg ist, Medienarbeit in Schulen zu integrieren und zu intensivieren. Wir wollen in Zukunft immer Schulen einer Kommune miteinander vernetzen. Die technische Infrastruktur bereitzustellen ist Aufgabe des Schulträgers, die haben ein großes Interesse daran, dass ihre Investitionen auch sinnvoll sind und von den Schulen genutzt werden. Durch die Vernetzung der Schulen können diese gemeinsam konkrete Rechtsfragen und Versicherungsfragen klären und Nutzungsordnungen entwickeln. Wichtiger aber noch ist die Zusammenarbeit, um den Austausch in den Kollegien anzuregen. Zunächst werden die engagierten Lehrkräfte unterstützt, die sich in einer Erprobungs- oder Pilotphase engagieren. Später können gute Beispiele besser vermittelt werden, wenn man auf die gebündelte Erfahrung des Kollegiums zurückgreifen kann. In Duisburg hat diese Zusammenarbeit von fünf Schulen bereits im Dezember begonnen. Im neuen Jahr folgen weitere Kommunen am Niederrhein und im Ruhrgebiet.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.flickr.com/photos/eriksimages/6387992479/in/photolist-aJu8Bn-4m5ojv-29drWm-2991TV-fKkZKS-298Xer-e3StDP-e3XZyu-e3RYhV-e3SfKZ-e3SxQD-6x7YTS-bmxgnq-9zGBmS-tCqYS-tCqYZ-mSmeDr-X23T7-Gxrer-c3mZUo-66Z9BS-GxreP-29dnTS-dZau8h-WXdQk-7Hxk7G-298Zy4-5GUsYb-NeZxR-8vBW7x-8vBW22-3bbsTp-drKSyb-oSxTfL-8vHsBS-7M6JDi-aecKj8-e4hh57-bGdNcn-cdaEDL-dU9XbG-5Zt2Wy-asTXM7-eqxQSg-e1sXyr-fK4qHg-fKkZYL-26zVJr-drKHMX-drKSod" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erik Tjallinks</a>, <a href="https://www.flickr.com/photos/96218136@N08/9127629271/in/set-72157634331784093" target="_blank" rel="noopener noreferrer">richardhe51067</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Medienbildung: Länder entscheiden über Zukunft ihrer Kinder</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/medienbildung-laender-entscheiden-ueber-zukunft-ihrer-kinder-143805/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2014 17:22:51 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>In der erstmals veröffentlichten „<a href="http://ifs-dortmund.de/assets/files/icils2013/ICILS_2013_Presseinformation.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Computer and Information Literacy Study</a>“ (ICLIS) landen deutsche Schüler im internationalen Vergleich auf Platz 10 von 20. Angeführt wird die Liste von Tschechien und Kanada, wo Schüler sehr viel bessere Computerkenntnisse haben. Bemängelt wird in der Untersuchung unter anderem die schlechte technische Ausstattung an deutschen Schulen.<br />
Diese Ergebnisse bestätigt die ebenfalls im November veröffentlichte Studie der Initiative D21 zu <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2014/11/141106_Medienbildung_Onlinefassung_komprimiert.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienbildung in deutschen Schulen</a>. Sie zeigt, dass teilweise zwar projektbezogen zu Medienkompetenz-Themen in den Schulen gearbeitet wird. In den meisten Bundesländern ist Medienbildung jedoch überhaupt nicht strukturell verankert. Insgesamt sind die auch 25 Jahre nach der Wende noch sogenannten neuen Bundesländer fortschrittlicher in der Einbindung neuer Technologien in den Unterricht. Unsere interaktive Grafik visualisiert die Ergebnisse der D21-Studie und gibt einen Überblick über den Stand der Medienbildung in den 16 Bundesländern. Bitte fahren Sie mit der Maus über die jeweiligen Punkte auf der Karte.<br />
Die Autoren der Studie haben die Medienbildung in einzelnen Bundesländern nach drei Faktoren bewertet. Wichtig ist zum einen die strukturelle Verankerung im schulischen  Bildungsauftrag und in der Bildungspolitik. Des Weiteren muss die erforderliche Infrastruktur vorhanden sein. Schließlich nützen die besten Konzepte nichts ohne eine Umgebung, in die sie implementiert werden können. Als dritten maßgeblichen Faktor untersuchten die Autoren die Lehrerausbildung. Die Studie ordnet die verschiedenen Medienbildungsstrategien der Länder in die Kategorien „verbindliche Medienintegration“, „projektorientierte Medienintegration“ und „geringe strukturelle Verankerung“ ein. Diese Einteilung schafft eine gute generelle Übersicht. Dennoch verlaufen die Linien oft nicht so klar.<br />
<img decoding="async" class="alwaysThinglink" src="//cdn.thinglink.me/api/image/601456724599111681/1024/10/scaletowidth#tl-601456724599111681;1043138249'" alt="" /><br />
<b>Fazit</b>:<br />
Wie in allen Bildungsfragen hat auch beim Thema Medienkompetenzförderung jedes Land ein anderes Konzept  für seine Schüler. Dabei ist fraglich, welcher Weg erfolgreicher ist: die verpflichtende Integration von Medienbildungsinhalten in die Lehrpläne oder projektorientiertes Arbeiten zur Medienbildung. So oder so: Stets kommt es darauf an, wie die Kompetenzvermittlung stattfindet. Die Multiplikatorenausbildung, also die Ausbildung von Erziehern und Lehrern, scheint eine besonders zielführende Maßnahme, da die Kompetenz des Lehrpersonals zwingende Voraussetzung für eine gute Vermittlung ist. Doch auch die Verbindlichkeit von Lerninhalten im Bereich Medienbildung ist ein wichtiger Faktor: Damit wird sichergestellt, dass alle Schüler eines Landes die gleichen Chancen haben und nicht das Engagement einzelner Lehrer darüber bestimmt. Um Medienbildung ernsthaft betreiben zu können, muss aber auch eine ausreichende Infrastruktur vorhanden sein. Im besten Falle sind alle drei Faktoren erfüllt und werden auch entsprechend engagiert umgesetzt. Davon kann momentan noch nicht die Rede sein. Schulen, Länder und Landesmedienanstalten sind nun gefragt, weiterführende Konzepte und Infrastrukturmaßnahmen voranzutreiben.<br />
[1] <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nach-wir-koennen-alles-ausser-hochdeutsch-neue-kampagne-fuers-land-gesucht.e638ad83-2edb-41aa-8866-aee7a6c5d8ce.html">Stuttgarter Zeitung</a><br />
[2] <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uellmynA34U">Rainald Grebe: Brandenburg</a><br />
[3] <a href="http://www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de/2731.html">Internationaler Vergleich: Schüler pro Computer</a><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/zionfiction/14229163349" target="_blank" rel="noopener noreferrer">r.nial bradshaw</a><br />
Deutschlandkarte: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a0/Deutschlandkarte_%28Bunt%29.svg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a><br />
<span style="text-decoration: underline;">Länderprofilbilder</span>: Bayern: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d2/Bayern_Wappen.svg/359px-Bayern_Wappen.svg.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Baden-Württemberg: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/Heilbronn_Weinbau_20050904.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Berlin: <a href="https://www.flickr.com/photos/ntrinkhaus/14593212964/in/photolist-oey2N5-66ie7T-eGJ35P-4PsKvv-eM1J7-65TqTG-prpqeC-pUj3TF-nXfr1U-2uopQg-4p5wzY-9DWcp-9AaDpX-95yq64-p2yayG-4dY1Fb-6Qznc7-4WFsPp-9Acibv-obgrff-9jaT1o-bbLub8-4sDDuX-4WpTbZ-ounChH-2KSHb-4Ps9Ga-bos2ub-g6nBEi-c73cyj-cS1PvS-6nL46L-ASpqk-ouYbm6-r6odC-3fzL3U-bes8gz-o8NyCy-7icSC4-dKcrWP-mrc5eV-eWvJEa-bEfmFr-iveG5-z8cof-pDFi8a-4Pwpfo-7Uo959-28VrTk-pL5rjX" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nico Trinkhaus</a>, Brandenburg: <a href="https://www.flickr.com/photos/intercultura/2533478113/in/photolist-4RSJM8-pTnPH-35wbZ4-egzyqS-4RWXYb-4RWYRu-4RSHUD-4RWZYN-9QjAaj-----e1Rr7D-e1X3Em-e1RqZM-e1X3kG-e1X4EL-e1RrvR-e1X5By-e1X47y-e1Rp4H-e1X2Zs-e1RqSn-e1X5hY-e1Rqr8-e1RrYT-3K2vrz-3JvUWf-3JvYFd-3JrLHc-3Jv58h-3K7Qoy-3Jw8Tb-3Jw3rf-3JvRTw-3K3u2c-3Jv9oq-3JvgYm-ogmRfQ-8hJjb9-8oY9hy-8oYbcU-9QgHhc-fiFwXi-fiVJFW-fiFwRg-fiVJMu-fiVKeu-fiFwtg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Noema Pérez</a>, Bremen: <a href="https://www.flickr.com/photos/rammlightdesign/8838911626" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Günther Ramm</a>, Hamburg: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Speicherstadt_abends.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Hessen: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cd/Coat_of_arms_of_Hesse.svg/199px-Coat_of_arms_of_Hesse.svg.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Mecklenburg-Vorpommern: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Caspar_David_Friedrich%27s_Chalk_Cliffs_on_R%C3%BCgen.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Niedersachsen: <a href="https://www.flickr.com/photos/lehnin78/13293077155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Lehner</a>, Nordrhein-Westfalen: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bb/Coat_of_arms_of_North_Rhine-Westfalia.svg/417px-Coat_of_arms_of_North_Rhine-Westfalia.svg.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Rheinland-Pfalz: <a href="https://www.flickr.com/photos/poly-image/8217404170" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heribert Pohl</a>, Saarland: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e6/Coa_de-saarland.svg/212px-Coa_de-saarland.svg.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Sachsen: <a href="https://www.flickr.com/photos/rcdesigner/4263423861" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RC Designer</a>, Sachsen-Anhalt: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/53/Wappen_Sachsen-Anhalt.svg/200px-Wappen_Sachsen-Anhalt.svg.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a>, Schleswig-Holstein: <a href="https://www.flickr.com/photos/arne-list/3456956244" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arne List</a>, Thüringen: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Weimar_Goethe-Schiller-Denkmal_2012_02.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedia</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>&#034;Slow Politics&#034;: Der neue Geist des Politischen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 13:57:09 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-2332d615-0694-408a-feb0-7c17088631fa"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-143405" alt="Gazette_crop2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg" width="640" height="280" /></a>Unter dem Vorzeichen „What Europe needs in the Age of Crisis“ nahm die 14. Jahreskonferenz der Berliner Gazette die Vielfalt von Bürgerbewegungen unter die Lupe. Themen waren unter anderem: Die Konsequenzen der NSA-Affäre, die Vernetzung von Aktivistengruppen und der Umgang mit Migranten in Europa. Seit heute ist eine umfangreiche <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz-Dokumentation</a> mit Dokumenten, Projekten, Videos etc. online. politik-digital.de sprach mit Krystian Woznicki, dem Gründer der Berliner Gazette, über die Ergebnisse.</p>
<p><em><strong>politik-digital.de</strong>: Was ist &#8220;Slow Politics&#8221;? Was verbirgt sich hinter dem Namen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Es ist der Versuch, den neuen Geist des Politischen einzufangen. Die Leute engagieren sich wieder verstärkt. Noch nie in der Geschichte waren so viele auf den Straßen, um zu protestieren. Gleichzeitig war die Unsicherheit noch nie so groß darüber, ob das Aufbegehren ein Echo findet, ob sich daraufhin etwas verändert. &#8220;Slow Politics&#8221; setzt an dieser Stelle an und versucht die Kraft des Politischen in nachhaltige Bahnen zu lenken. &#8220;Slow&#8221; bedeutet hier: Wir müssen zwar schnell handeln, aber Ergebnisse nicht genauso schnell erwarten. Wir brauchen einen langen Atem und wir müssen verschiedene Bewegungen besser vernetzen, damit wir wieder anfangen, an einem größeren gemeinsamen Projekt zu arbeiten.<br />
<em><strong>politik-digital.de</strong>: Wie unterschied sich das Format der Konferenz von anderen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir versuchen einen starken Akzent auf Zusammenarbeit zu legen. Die Konferenz diente damit nicht nur als Plattform zum Socializing, sondern auch als einmalige Gelegenheit, Menschen an einen Tisch zusammenzubringen, die sonst nicht zusammenarbeiten, geschweige denn an einem gemeinsamen Produktionsprozes beteiligt sind.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong> Wen wolltet Ihr mit der Konferenz errei</em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-143411 alignright" alt="Gazette640" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg" width="321" height="214" /></a><em>chen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> VertreterInnen von Bürgerbewegungen, Medienleute und ForscherInnen. Also Menschen, die  sich politisch engagieren, und Menschen, die das im Bereich der Wissensproduktion begleiten und unterstützen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em></b><em> Zu welchen Ergebnissen sind die verschiedenen Arbeitsgruppen gekommen? Was waren die Highlights?<br />
</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Die Arbeitsgruppen waren sehr produktiv. Entstanden sind multimediale Geschichten über die unbekannten Gesichter der Migration in Europa. Positionspapiere zu der Eingliederung der Snowden-Papiere in öffentliche Bibliotheken sowie zu Organisationsstrategien von Bürgerbewegungen. Dazu gibt es auch Anleitungen für Einsteiger und experimentelle Apps. Spannend sind auch &#8220;Netzwerk&#8221;-Karten, die Beziehungen unter den AktivistInnen sichtbar machen, die vorher unbekannt waren und somit neue Grundlagen für Zusammenarbeit legen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie fließen diese Ergebnisse in zivilgesellschaftliche Institutionen zurück?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir haben diese Projekte zusammen mit diversen Dokumenten wie Videos, Fotos, Pressestimmen und einem Twitter-Archiv auf einer Website gebündelt und stellen sie zur freien Nutzung und weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Hier der Link: <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://berlinergazette.de/slow-politics-results/</a><br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie war die Resonanz auf den dritten, öffentlichen Konferenztag?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Bei den Panels und Vorträgen haben wir versucht, das Publikum von Anfang an in die Debatten einzubinden, und das hat erstaunlich gut geklappt. Was nicht selbstverständlich ist, bei so einer heterogenen Crowd, in der Menschen aus den USA und Afrika, aber auch unterschiedlichen Teilen Europas sowie aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern vertreten sind. Das Gefühl eines vielstimmigen Gesprächs war für diesen Tag prägend.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Auf welche Konferenz können wir uns als nächstes freuen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Auf die Berliner Gazette-Jahreskonferenz 2015 natürlich, die wird wieder im Herbst stattfinden, voraussichtlich Anfang November.<br />
Bilder: Berliner Gazette, 1: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15682908778/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Postcard for &#8220;Slow Politics&#8221;</a> 2: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15844554406/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Poster for Public Talks at &#8220;Slow Politics&#8221;</a><br />
Dieses Interview entstand unter der Mitarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/fwiesner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziska Wiesner</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Silver Surfer: Brücken über den digitalen Graben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2014 11:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[(N)Onliner-Atlas]]></category>
		<category><![CDATA[Silver Surfer]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
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		<category><![CDATA[Digital-Index 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren-Computerclubs]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-2"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mit der Digitalisierung ist das so eine Sache: Da hat man 50, 60 oder 70 Jahre lang gut gelebt und muss plötzlich etwas lernen, wovon man keinen blassen Schimmer hat. Trotzdem steigt die Internetnutzung in der Altersgruppe über 50 Jahren am stärksten an. Wie nutzen die sogenannten Silver Surfer das Internet, welche Bedenken gibt es und wo liegt das größte Potenzial für sie?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der soeben erschienene <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2014/11/141103_digitalindex_web.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital Index 2014</a> der Initiative D21 beziffert den Anteil der 60- bis 69-jährigen „Onliner“ mit 64,5 Prozent (2013: 63,7 Prozent) und bestätigt damit den Trend des überproportionalen Wachstums in der Altersgruppe (im Vergleich: In der Gesamtbevölkerung stieg die Zahl der Onliner seit 2013 nur um 0,3 Prozent an). Von den über 70-Jährigen hingegen sind nach wie vor lediglich 29,4 Prozent online, Tendenz sogar leicht abnehmend. Trotz des relativen Anstiegs in der Generation 60+ liegen die Zahlen nach wie vor unter dem Durchschnitt der deutschen Internetnutzer über 14 Jahren (76,8 Prozent). Woran liegt das?<br />
Menschen, die bewusst offline sind oder planen, sich künftig einen Internetzugang zuzulegen, nennen am häufigsten Datenschutzbedenken als Grund für ihre Internet-Abstinenz, wie der <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2013/05/digialindex_03.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(N)ONLINER-Atlas 2013</a> belegt. An zweiter Stelle geben sie an, dass sie Kinder, Enkel, Freunde oder Bekannte haben, die Dinge für sie im Internet erledigen. Als weitere Gründe führen die Befragten an, das Internet aus Altersgründen oder Mangel an Erfahrung nicht zu nutzen, weil sie es zu kompliziert finden, keinen Mehrwert darin sehen oder niemanden kennen, der ihnen den Weg ins Netz erklären könne. Diese Daten wurden für alle Offliner erhoben; gesonderte Daten nach Altersklassen liegen nicht vor. Da sich jedoch der größte Teil der Offliner in der Altersgruppe der 60- bis über 70-Jährigen finden lässt, treffen die Gründe offenkundig vor allem auf SeniorInnen zu.<br />
<b>Ältere Onliner surfen anders</b><br />
Auffällig ist auch, dass es für SeniorInnen nur schwarz oder weiß zu geben scheint: Entweder sind sie vollständig offline oder mit Begeisterung online. Trotzdem unterscheidet sich ihr Nutzungsverhalten merklich von anderen Altersgruppen. SeniorInnen greifen eher auf die altbewährten Instrumente des Internets zurück. So erfreut sich beispielsweise die E-Mail großer Beliebtheit. Auch Nachrichtenseiten, der Wetterbericht und Enzyklopädien werden <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/surfende-senioren-wenn-schon-denn-schon-fotostrecke-60562-3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von Älteren geschätzt</a>. Kenntnisse in Bildbearbeitung oder Reiseplanung sind ebenfalls Bereiche, die SeniorInnen als hilfreich für ihr Leben erachten, wie die Kursprogramme verschiedener <a href="http://politik-digital.de/13-berliner-hinterhofgespraech-nonliner-und-silver-surfer-die-generation-60-in-der-digitalen-welt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senioren-Computerclubs</a>, die sich in der ganzen Republik gegründet haben, zeigen. Gegenüber Online-Banking bestehen häufig Vorbehalte, dennoch wagen sich einige auch an dieses Thema heran. In den vergangenen Jahren haben viele SeniorInnen Videotelefonie-Programme wie Skype für sich entdeckt. Deren Vorteile schätzen sie insbesondere deshalb, weil sie so mit der jungen Generation leichter und über große Distanzen hinweg in Kontakt bleiben können. Für interaktive Dienste wie Social Media oder Videoplattformen sind SeniorInnen hingegen bisher keine relevante Zielgruppe. Möglicherweise sind sie von der Vielfalt der Angebote und Formate schlicht überfordert. Dabei verfügen auch diese Dienste über großes Potential für Ältere.<br />
<b>Internetnutzung: Luft nach oben</b><br />
Seit September 2012 ist „<a href="http://www.seniorbook.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seniorbook</a>“ Teil der Social Network-Landschaft in Deutschland. Die Gründer haben den <a href="https://www.seniorbook.de/inhalt/b2b" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anspruch</a>, ein <i>„zeitgemäßes, zukunftsweisendes Bild vom Älterwerden [zu] fördern“</i>. Zunächst können Netzwerke dieser Art einfach Mittel sein, um SeniorInnen zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen. Dass  Ältere sich nicht schon früher über derartige Dienste vernetzt haben, ist genau genommen verwunderlich, bedenkt man, dass viele von ihnen bereits Partner oder Freunde verloren haben und häufig einsam sind. Soziale Netzwerke können insbesondere ältere Menschen, die weniger mobil sind, wieder verbinden und ihnen zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verhelfen. Ob ältere Menschen sich durch spezielle Netzwerke für ihre Altersgruppe überhaupt angesprochen fühlen, sei jedoch dahingestellt. Ebenso fraglich ist es, ob ein exklusives Netzwerk für Ältere die generationsübergreifende Kommunikation, die für eine Gesellschaft von großer Bedeutung ist, zu fördern vermag.<br />
Nicht nur soziale Netzwerke können SeniorInnen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen – der verstärkte Einsatz digitaler Technologie in der <a href="http://www.collaboratory.de/index.php?action=ajax&amp;title=-&amp;rs=SecureFileStore::getFile&amp;f=/f/f4/SmartCountry_ExecutiveSummary.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pflege</a> würde es ihnen ermöglichen, länger in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Denn: Gerade in höherem Alter spielen die regionale Verbundenheit und die Integration in die vertraute Umgebung eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden. Angebote wie das medizinische Portal  <a href="https://washabich.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Was hab‘ ich“</a> können den erneuten Gang zum Arzt ersparen. Mit dem Projekt <a href="http://portal.sehr-mobil.de/sehrmobil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sehr Mobil“</a> wurde eine Mobilitätsplattform speziell für die Bedürfnisse älterer Menschen geschaffen. Das Portal zeigt private wie öffentliche Transportwege an und hat eine besonders intuitiv zu handhabende Oberfläche.<br />
Damit SeniorInnen sich an die Technologie herantrauen, ist die Bedienungsfreundlichkeit ausschlaggebend. Während Kinder und Jugendliche auch komplexe Technik annehmen und sie einfach ausprobieren, ist eine nutzerfreundliche Oberfläche eine wichtige Voraussetzung dafür, dass SeniorInnen sich damit beschäftigen. Diese scheint Apple mit seinem iPad zu <a href="http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1437452/Mit-dem-iPad-gewinnt-Apple-Senioren-als-Zielgruppe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erfüllen</a>: Obwohl der Konzern das Tablet nicht speziell für die ältere Zielgruppe designt hatte, fand das Tablet  im Gegensatz zu anderen Geräten großen Anklang bei ihnen.<br />
<b>Lernen: Langsamer, aber nicht schlechter</b><br />
In der aktuellen Hirnforschung ist schon seit Langem die landläufige Meinung entkräftet, dass Menschen mit zunehmendem Alter schlechter lernen: Das Vorurteil „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, ist <a href="http://www.zeit.de/2013/49/interview-lernforscher-aeltere-neues-lernen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wissenschaftlich</a> widerlegt. Lediglich die Annahme, dass ältere Menschen langsamer lernen, diskutieren einige Forscher kontrovers. Denn langsam ist keinesfalls mit schlecht gleichzusetzen. Im Gegenteil – dank ihres großen Erfahrungs- und Wissensreichtums behandeln ältere Menschen neue Informationen <a href="http://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/vdk-zeitung/26027/interview_warum_aeltere_anders_lernen_als_junge" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selektiver</a> und können sie so leichter einordnen und abspeichern. Diese Komponente der Intelligenz beschrieb der Psychologe Raymond Bernard Cattell als „kristalline Intelligenz“. Was hingegen die „fluide Intelligenz“, also die Kompetenz, Probleme zu lösen, neue Dinge zu lernen und Muster zu erkennen, anbelangt, mögen SeniorInnen derzeit einen Nachteil haben: Tätigkeiten, die ausschließlich mit Computern und Internet zu tun haben, müssen <a href="http://www.zeit.de/2002/48/Lernen-Alter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">komplett neu gelernt werden</a>, denn hier kann nicht aus Erfahrungen geschöpft werden. Kinder und Jugendliche hingegen erwerben diese Kompetenzen von Anfang an und können sie als Wissen in Form von Erfahrung abspeichern. Dass der Erwerb digitaler Kompetenzen für SeniorInnen mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist also nachvollziehbar – bedeutet aber nicht, dass er unmöglich ist.<br />
Je stärker der demographische Wandel voranschreitet, desto wichtiger wird lebenslanges Lernen. Laut des <a href="http://www.bmbf.de/de/lebenslangeslernen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesministeriums für Bildung und Forschung</a> (BMBF) sollte lebenslanges Lernen als <i>„lebensbegleitendes Lernen“ </i>verstanden werden.<i>  </i>Bildung im Sinne lebensbegleitenden Lernens ist demnach<i> „kein Prozess, der in einer bestimmten Lebensphase begonnen und abgeschlossen wird“. </i>Ein Leben lang zu lernen, um eine attraktive Arbeitskraft für den Arbeitsmarkt zu bleiben, ist dabei nur ein Aspekt. Darüber hinaus geht es vielmehr um die Fähigkeit zur politischen und gesellschaftlichen Teilhabe. Genau hier stellt die Digitalisierung eine wichtige Chance für die Einbeziehung auch älterer Menschen dar.<br />
SeniorInnen bewegen sich im Internet wie „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/senioren-testen-tablets-a-851638.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kinder, die im Meer planschen und endlich schwimmen lernen wollen</a>“, so beschrieb die damals 85-jährige Silver Surferin Ilse Sturk es in einem Spiegel-Artikel. Mithilfe <a href="http://www.50plus-ans-netz.de/Digitale-Integration/Aeltere-Erwachsene" target="_blank" rel="noopener noreferrer">generationsübergreifender Patenschaften</a> und dank Projekten wie dem <a href="http://lernkanal.bsnf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lernkanal</a> könnten die Integration älterer Menschen gelingen und die digitale Spaltung der Gesellschaft langfristig überwunden werden.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/garryknight/6197662378/in/photolist-8XEPpP-arED6U+" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Garry Knight</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Jung, online, kompetent: Die neue Generation im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jung-online-kompetent-die-neue-generation-im-netz-142661/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2014 14:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[KIM-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Kleinkinder, die ein Smartphone bedienen, bevor sie laufen oder sprechen können. Grundschüler, die in sozialen Netzwerken aktiv sind. Teenager, die eigene Videokanäle betreiben und bloggen. Das gehört längst zur medialen Realität. Doch die Anforderungen an den Erwerb digitaler Kompetenz von Kindern und Jugendlichen sind hoch.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Spielzeugbranche hat es längst erkannt: Sogar die Allerkleinsten sind fasziniert von Tablets und Smartphones. Früh haben sie begriffen, dass man über das Display wischen muss, um das nächste Foto aufzurufen. Kinder erleben täglich, wie ihre Eltern mobile Endgeräte nutzen und wollen es ihnen gleichtun. Dementsprechend haben inzwischen fast alle großen Spielzeuganbieter das Kindersmartphone in ihrem Sortiment. Ausgezeichnet sind die Produkte für die Altersgruppe ab sechs Monaten. Die Firma Fisher-Price bietet eine kindgerechte iPhone-Halterung an, damit auch Kleinstkinder das elterliche Telefon benutzen können, ohne dass das Display in tausend Scherben zerspringt. Blinkende und laute Spielzeuge sind ohnehin extrem beliebt – doch sollen Kinder, die noch nicht einmal ein Jahr alt sind, schon mobile Endgeräte bedienen? Und wie sinnvoll sind Apps speziell für Kleinkinder?<br />
<b>Digitale oder analoge Kleinkinder? </b><br />
Die vom Bundesfamilienministerium (BMFSJF) gemeinsam mit ARD, ZDF, Vodafone und TV Spielfilm geförderte Ratgeber-Initiative <a href="http://www.schau-hin.info/extrathemen/medien-und-kleinkinder.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Schau Hin“</a> empfiehlt den von Eltern begleiteten Medienkonsum ab einem Alter von drei Jahren. Es sei wichtig, dass die Kinder zuvor die „reale“ Welt kennenlernen und im Kreise der Familie, mit Gleichaltrigen und in der Natur spielen. Diese Empfehlung ergibt durchaus Sinn, denn Kleinkinder sind noch nicht in der Lage, <a href="http://kita-gesundheit.de/entwicklung/elektronische-medien-im-vorschulalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Realität von Fiktion</a> zu unterscheiden. Frühkindlicher Medienkonsum kann zu eingeschränktem Realitätsbezug und Störungen in der Entwicklung, Aufmerksamkeit, Sprache und Motorik führen. Das gilt auch für ältere Kinder, wenn diese zu viele oder <a href="http://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/mediennutzung/medien-risiken/">unangemessene</a> Medien konsumieren.<br />
Bei der Nutzung von Apps <a href="http://www.eltern.de/kleinkind/erziehung/apps-fuer-kinder.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scheiden sich die Geister</a>. Es gibt sehr aufwendig und liebevoll gestaltete Apps, die es kleinen Kindern ermöglichen, sich mit Inhalten ihrer eigenen Lebenswelt zu beschäftigen. Für Eltern kann es praktisch sein, nicht verschiedene Bücher mit sich herumtragen zu müssen und sie stattdessen auf dem Tablet abzuspeichern. Kritiker wenden jedoch ein, dass das Kind bei der Medienauswahl auf dem Tablet immer Unterstützung braucht und nicht selbst ein Buch aussuchen kann, indem es dies aus dem Regal zieht.<br />
Für Kinder ab drei Jahren empfiehlt „Schau Hin“ Mediennutzung daher <i>„in steter Begleitung der Eltern und in überschaubarem Maße (&#8230;), wenn das Kind auch Interesse daran zeigt. Dabei sind Tablets leichter und intuitiver zu bedienen als Laptops oder Computer. Diese sind erst ab dem Vorschulalter geeignet.“ </i>Ähnlich äußern sich auch die Autoren des <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">zweiten Zwischenberichts der Enquete-Kommission</a> Internet und Digitale Gesellschaft. Sie merken an, dass kindgerechte Angebote sich auch an den motorischen Fähigkeiten der jungen NutzerInnen orientieren müssen. Weiterhin sollten Kinder die Chance haben, das im Internet erworbene Wissen selbständig in ihr eigenes Lebensumfeld einzuordnen.<br />
<b>Kindliche Medienwelten: Für Erwachsene schwer verständlich</b><br />
Während für Klein- und Vorschulkinder die Frage im Vordergrund steht, ob überhaupt Medien genutzt werden sollten, wird mit zunehmendem Alter auch das „Wie“ relevant. Mit dem Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz erweitert sich auch das Spektrum der digitalen Möglichkeiten. Auf die Förderung von Medienkompetenzerwerb sollte in diesem Alter sogar verstärkt Wert gelegt werden. Denn zunehmendes Alter bedeutet zugleich zunehmende Autonomie und Selbstständigkeit der Mediennutzung. Oft wird der selbstbestimmte Konsum auch von den Kindern selbst eingefordert. Grundsätzlich ist das positiv zu werten, doch Kinder brauchen dann Regeln, die sicherstellen, dass nur altersgerechte Angebote wahrgenommen werden. Aber was ist altersgerecht?<br />
Der Bericht <a href="http://www.medienkompetenzbericht.de/pdf/Medienkompetenzfoerderung_fuer_Kinder_und_Jugendliche.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Medienkompetenzförderung für Kinder und Jugendliche – Eine Bestandsaufnahme“</a> des Bundesfamilienministeriums zitiert Forschungsergebnisse, die belegen, <i>„dass Kinder aktive Rezipienten sind, d. h., sie interpretieren viele Medieninhalte ganz anders, als es Erwachsene tun. Dies macht die Medienerziehung in der Familie und im Kindergarten nicht gerade leichter, denn die Scheinsicherheit von „pädagogisch gut“ und „schlecht“ ist dadurch infrage gestellt. Ein kindorientiertes Urteil über eine Sendung (oder andere Medienangebote) lässt sich ohne die Aussagen und Sichtweisen der Kinder kaum finden“.</i> Der Stempel „pädagogisch wertvoll“ ist also eigentlich wertlos, da Kinder nicht denselben Geschmack wie Erwachsene haben. Es ist vielmehr sinnvoll, sich mit dem Kind über seine Vorliebe für bestimmte Figuren oder Themen auszutauschen, um zu verstehen, woher diese kommt, rät das <a href="http://www.lmz-bw.de/fruehkindlich.html">Landesmedienzentrum Baden- Württemberg</a>. Andere <a href="http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/24_2011_1/vom%20Orde.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a> haben herausgefunden, dass Kinder medial gezeigte Gefühle anders verarbeiten als Erwachsene. So haben Kinder tendenziell Probleme damit, emotionale Darstellungen zu verstehen, wenn diese durch Figuren oder Puppen stattfindet.<br />
Laut des oben zitierten Berichts des Familienministeriums ist auch widerlegt, dass Kinder medial reizüberflutet werden. Ganz im Gegenteil – sie sind in der Lage, Inhalte bewusst auszuwählen und in ihren Alltag zu integrieren. Kann ein Sechsjähriger also bedenkenlos das Egoshooter-Computerspiel „Call of Duty“ spielen? Mit Sicherheit nicht. Die Wissenschaft <a href="http://www-de.scoyo.com/eltern/kinder-und-medien/scoyo-im-gespraech-mit-dr-ingrid-moeller-ballerspiele-auf-dem-pruefstand" target="_blank" rel="noopener noreferrer">streitet sich</a> allerdings über den Einfluss von gewaltverherrlichenden Bildern auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Fest steht jedenfalls: Jugendschutz ist notwendig, um Kinder und Jugendliche auch vor sich selbst zu schützen. Sie sind noch nicht in der Lage, zu differenzieren. Diese Unerfahrenheit bringt es auch mit sich, dass sie nicht um die Möglichkeiten wissen, sich selbst zu schützen.<br />
Laut der jüngsten <a href="http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf12/KIM_2012.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KIM-Studie</a> („Kinder+Medien, Computer+Internet“) des medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (gefördert von den Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg) sind 44 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen bereits in sozialen Netzwerken aktiv. Das ist insofern problematisch, als das von der Mehrheit dieser Gruppe (55 Prozent) genutzte soziale Netzwerk Facebook laut Community-Richtlinien erst ab 13 Jahren erlaubt ist. Eine wirksame Barriere stellt diese Regel nicht dar &#8211; die Schwelle kann durch die Angabe eines höheren Alters ganz leicht umgangen werden.<br />
Darüber hinaus steht Facebook wegen seiner Datenschutzpolitik in der Kritik. Selbst ältere Jugendliche und Erwachsene haben meist Probleme, die richtigen Datenschutzeinstellungen zu treffen. Wie schwierig – wenn nicht gar unmöglich – muss dies erst für Kinder sein? Die Autoren der KIM-Studie, die Kinder regelmäßig zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt, stellen fest: <i>„[Es] dürfte (…) vor allem für Kinder sehr schwer sein, die Diskussion zum Thema Datenschutz und Datensparsamkeit zu verstehen und die möglichen Folgen der Veröffentlichung von privaten Informationen vorauszusehen.“ </i>Im Folgenden listen sie die von Kindern im Internet hinterlegten Informationen auf. Nur wenige nennen ihre Handynummer oder veröffentlichen Internettagebücher. Fotos von sich selbst und Freunden oder Informationen über Hobbies werden jedoch wesentlich häufiger und freimütiger preisgegeben, als das noch in den vorhergehenden KIM-Studien 2010 und 2008 dokumentiert war. Es fällt auf, dass ältere Kinder eher dazu tendieren, ihr Profil zugangsbeschränkt einzustellen. Dies ist sicher ein Indiz dafür, dass diese bereits mehr für das Thema Datenschutz sensibilisiert sind.<br />
<b>Jung, medienkompetent und verantwortungsvoll?</b><br />
Der „große Bruder“ von KIM, die <a href="http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf13/JIMStudie2013.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JIM-Studie</a>, bestätigt diesen Trend: Je älter die Jugendlichen, desto skeptischer werden sie in puncto Datensicherheit. Das ist grundsätzlich positiv zu werten, doch berichteten die Jugendlichen zugleich, dass sie viel mehr Informationen in Form von Fotos, Videos oder Kontaktdaten von sich im Internet hinterlegen. Ein Paradoxon?<br />
Aus entwicklungspsychologischer Perspektive dient das Internet den Jugendlichen vor allem als Plattform, um sich medial selbst zu inszenieren. Der Austausch mit Gleichaltrigen findet unter anderem statt, um digital die eigene Identität zu erproben. In diesem Lebensabschnitt ist es so wichtig wie nie zuvor, Autonomie durch den Erwerb von Medienkompetenz zu erlangen. Diese wird Grundlage für die Fähigkeit zur <a href="http://politik-digital.de/medienkompetenz-schluesselqualifikation-des-21-jahrhunderts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mediengestaltung</a>.<br />
Doch das selbstständige Medienhandeln im digitalen Raum hat auch Schattenseiten: Cybermobbing ist insbesondere für 14- bis 16-Jährige ein Thema. Die <a href="http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes</a> stellt klar: „<i>Das Internet scheint die Hemmschwelle für Mobbingaktivitäten zu senken. Viele Kinder und Jugendliche trauen sich in der scheinbar anonymen virtuellen Welt eher, eigene Angriffe gegen andere, Beleidigungen oder Bloßstellungen von Menschen zu vollziehen.“ </i>Dabei fehlen ihnen häufig das Unrechtsbewusstsein und die Sensibilität für das eigene Handeln. Die Reaktionen der Betroffenen erleben sie nicht unmittelbar. Dass Cybermobbing-Opfer bis „ins Kinderzimmer“ verfolgt werden, so dass sie sich der Drangsalierung gar nicht entziehen können, mache Cybermobbing noch schwerwiegender als klassisches Mobbing, wie das <a href="http://www.bündnis-gegen-cybermobbing.de/index.php?id=19" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bündnis gegen Cybermobbing</a> auf seiner Website schreibt. Zudem bedenken die TäterInnen oft nicht, dass sie mit ihren vermeintlich scherzhaften Aktionen Straftaten begehen. Stetige Aufklärung bleibt also ein wichtiger Bestandteil von Medienbildung.<br />
Mediale Räume geben Jugendlichen die Möglichkeit, die eigene Lebenswelt selbst zu gestalten und sie mit der sozialen, kulturellen und politischen Welt in Beziehung zu setzen. Ein Bewusstsein für Datenschutz hat sich bei vielen schon herausgebildet, muss aber weiter gestärkt und unterstützt werden, um ihnen zu verdeutlichen: Wer große Mengen an Information über sich veröffentlicht, wird auch im Privaten zu einer öffentlichen Person. Die Häufigkeit von Cybermobbing unter Jugendlichen zeigt, dass sie die Konsequenzen ihres eigenen Handels noch nicht vollständig überblicken können. Dazu bedürfen sie kompetenter Anleitung. Wie wichtig mündige MedienbürgerInnen für die digitale Gesellschaft sind, ist hinlänglich bekannt. Sie dazu zu befähigen, ist Aufgabe der Eltern, des Staates und insbesondere der Bildungseinrichtungen.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/donnieray/15198147976/in/photolist-pa1tU5-kHfSfM-sjCDK-5BSv3M-5sPqok-5f1Zt6-bX4UVK-5L4r5J-5f6qiA-5JUU5j-5G9GkM-59buK9-7hU6CU-5JUU5y-4Xtgen-8yksB8-psd3HJ-4YoxoJ-2C3bo8-2C7AzC-8xVs2p-YmmeW-Ympxo-4ToNpz-5G9Gjp-274v1V-5GdYoN-5BSv3H-Ympx9-twJRt-5G9G1D-5BSv3D-6gBoNx-5G9FWB-5f1ZwB-5G9Got-oiSM9C-9VcF9g-6naKtj-8yktgg-9k5FFA-4Cnamd-5MV9hk-psd3ww-6jdFeg-dyPHnn-5FYWXp-51pt5M-5XwK9W-5rCM7k/">Donnie Ray Jones</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 14:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die digitale Revolution wartet auf niemanden – sie schreitet einfach voran. Und wir als Mediennutzer müssen uns anpassen. Gesagt, getan? Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur 38 Prozent der Deutschen ihre Internetkenntnisse als „gut“ oder „mittelmäßig“ einschätzen. So einfach ist es also wohl nicht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Schon wieder einer dieser schwammigen Begriffe, die einen viel zu großen Themenkomplex umfassen. Doch wie auch immer man den Begriff definiert: Medienkompetenz beschreibt eine Fähigkeit, die mit zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft immer wichtiger wird. MediennutzerInnen – egal ob alt oder jung – wird zunehmend abverlangt, nicht nur mehr Informationen zu konsumieren, sondern das Konsumierte auch weiter zu verarbeiten und kritisch zu hinterfragen. Aber auch das Wissen um die Entstehung von Technologie wird immer wichtiger. „Jeder muss ein Auto fahren können, aber nicht wissen, wie es zusammengesetzt ist“  &#8211; so wurde 2013 in Hamburg der Einführung von Informatik als Pflichtfach eine <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116363150/Protest-gegen-Kuerzungen-bei-Informatik.html">Absage erteilt.</a> Indessen stellen sich einige Bundesländer die Frage, ob Informatik obligatorischer Bestandteil des Lehrplans oder der kompetente Umgang mit Medien in alle Schulfächer integriert werden sollte. Für ältere Menschen hingegen geht es schlichtweg darum, ob sie in der Lage sein werden, weiterhin aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.</p>
<h3>Worum geht es also?</h3>
<p>Die Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags hat Medienkompetenz in ihrem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">Zwischenbericht</a> 2011 wie folgt <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">definiert</a>:</p>
<blockquote>
<p><i>„[Medienkompetenz ist] die Fähigkeit zum richtigen, angemessenen Umgang mit Medien und [gilt] somit als Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft.“</i></p>
</blockquote>
<p>Eine Wortbedeutung meint also das nötige Know-how für die Nutzung digitaler Medien. Wenn man der viel zitierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz">Definition der Medienkompetenz von Dieter Baacke</a> folgt, kann dieser Aspekt unter dem Begriff <b>Mediennutzung</b> subsumiert werden. Neu ist, dass User insbesondere im Hinblick auf digitale Medien zu  „Prosumenten“ werden, also zu Verbrauchern, die zugleich Produzenten sind. So ist Twitter beispielsweise mit seinem Retweet-Button voll auf die Reproduktion von Konsumiertem ausgelegt. Die meisten Online-Ausgaben deutscher Tageszeitungen oder Videoportale geben ihren Nutzern die Möglichkeit, das Gelesene oder Gesehene zu kommentieren – Interaktivität ist hier das Motto.<br />
Hand in Hand mit Mediennutzung geht, folgt man Baacke, die <b>Medienkunde</b>. Der Mediennutzer sollte ein Wissen darüber besitzen, welche Informationsquelle für welchen Informationszweck die richtige Wahl ist. Dass ein Wörterbuch und nicht ein Lexikon über ein fremdsprachliches Wort informiert, ist zwar ein einfaches Beispiel, muss aber in der Tat irgendwann erlernt werden. Das geschieht spätestens in der Schule, wenn SchülerInnen mit verschiedenen Informationsquellen und -methoden konfrontiert werden.<br />
Dieter Baacke konnte sich in den 1970er Jahren, als er seine Definition verfasste, sicher nicht vorstellen, welchen Wandel der Medienkompetenzerwerb durch die Entstehung neuer Technologien und Geräte durchmachen würde. Umso wichtiger ist im vergangenen Jahrzehnt die „instrumentell-qualifikatorische“ Dimension der Medienkunde geworden. So führt die Enquete-Kommission richtig an, dass derjenige <i>„[m]edienkompetent ist, [d]er mit vertretbarem Zeitaufwand selbstständig in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm Serienbriefe erstellen kann, ohne es zuvor gelernt zu haben“. </i>Es geht also nicht darum, zu verstehen, wie ein Gerät einer bestimmten Marke funktioniert – sondern darum, zu verstehen, wie Laptops, Tablets oder Smartphones generell strukturiert sind. Medienkunde ermöglicht die Teilnahme an der Informationsgesellschaft durch technisches Verständnis der Empfangsgeräte. Noch weiter gehen diejenigen, die Informatikkenntnisse für alle fordern – damit auch die „Technologie hinter der Technik“ verstanden wird und entsprechend selbstständig verändert werden kann.<br />
Diese Kompetenz würde die Menschen auch zur <b>Mediengestaltung</b> befähigen, namentlich die Fähigkeit, neue, kreative und ästhetische Varianten von bereits bestehenden Werken zu schaffen. Auch hier ist die Definition <a href="https://www.bpb.de/veranstaltungen/format/kongress-tagung/medienkompetenz-2014/181193/dieter-baackes-definition-von-medienkompetenz">nicht ganz klar umrissen</a> und kann erst durch das Aufkommen neuer Technologien umgesetzt werden. Bildbearbeitungsprogramme gelten als Paradebeispiel; der Umgang mit ihnen erfordert zugleich auch Medienkunde.<br />
Ein weiteres Element ist die <b>Medienkritik</b>, sie ist zentral für Informationsgesellschaften. In der schnelllebigen digitalisierten Welt kann jeder Akteur Informationen erzeugen und veröffentlichen. Der mündige Mediennutzer sollte in der Lage sein, diese zu bewerten und das analytische Wissen reflexiv auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Auch muss er in der Lage sein, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu begreifen.</p>
<h3>Warum das so wichtig ist</h3>
<p>Die Enquete-Kommission stellte fest: <em>„Kompetenz wird grundsätzlich überall dort zum Thema, wo sie nicht hinreichend vorhanden ist.“</em> Was die generellen Internetkenntnisse angeht, landen <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/8477_80451.aspx?utm_content=bufferc249e&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die Deutschen im europäischen Vergleich auf Platz 27</a>, wie eine aktuelle Bitkom-Studie festgestellt hat. Lediglich 38 Prozent der Deutschen geben an, mittelmäßige bis gute Internetkenntnisse zu haben, bei den Jüngeren sind es immerhin 72 Prozent. Gegen die Spitzenreiter Island (95 Prozent), Dänemark und Litauen (94 Prozent) sehen aber selbst die Jungen blass aus.<br />
Im internationalen Vergleich wird erneut deutlich, dass Kinder nicht als <a href="http://politik-digital.de/digital-natives-von-ureinwohnern-und-einwanderern/">„Digital Natives“</a> geboren werden. Auch wenn die frühe Gewöhnung an Technik es leichter macht, Neues zu erlernen, müssen sich auch die vermeintlichen Ureinwohner digital-mediale Kompetenzen erarbeiten. Das scheint in den Ländern an der Spitze des Rankings besser zu klappen. Der Vergleich zeigt auch, dass Kompetenzen zwar zum Teil vorhanden, aber durchaus ausbaufähig sind. Gerade Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, sollten großes Interesse an der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. In der Technologie- und Informatikbranche gibt Deutschland schon längst nicht mehr den Ton an. Länder wie Estland, Israel oder Südkorea hingegen sind in diesen Bereichen höchst innovativ, was der schulischen Förderung ebenso wie kontinuierlichen Fortbildungen zu verdanken ist.<br />
Ein anderer Aspekt betrifft die Teilhabe an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Es kann nicht ausschließlich die Aufgabe jedes Einzelnen sein, sich selbstständig in Medienkompetenz weiterzubilden. Hier ist auch der Staat gefragt, der Medienkompetenz mit zahlreichen Initiativen auf Bundes- und Länderebene fördert. So hat jedes Bundesland eine Landesmedienanstalt, die neben der Beaufsichtigung der Rundfunkanstalten auch für die Förderung von Medienkompetenz zuständig ist. Die durch Rundfunkgebühren finanzierten Landesmedienanstalten initiieren und betreuen Medienkompetenz-Projekte für verschiedene Zielgruppen.<br />
Die Landesanstalt für Medien in NRW gibt in Zusammenarbeit mit anderen Landesmedienanstalten das <a href="http://internet-abc.de/kinder/">Internet-ABC</a> heraus, das Eltern und Pädagogen Empfehlungen zur Medienerziehung ihrer Schützlinge gibt. Das Bundesfamilienministerium fördert die Kinder-Suchmaschine <a href="http://blindekuh.de/">„Blinde Kuh“</a>. <a href="http://www.klicksafe.de">Klicksafe</a>, eine Initiative der EU in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten, klärt über Sicherheit im Internet auf. Der Dachverband der Senioren-Organisationen gibt die Broschüre <a href="http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Wegweiser/rz_bagso_digitaler_wegweiser_84_seiter_einzelseiten_web.pdf">„Wegweiser durch die digitale Welt“</a> heraus, die vom ehemaligen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Eine Liste aller von Bund und Ländern geförderten Maßnahmen zum Erwerb von Medienkompetenz ist ab Seite 40 des Zwischenberichts der Internet Enquete <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">hier</a> abzurufen.</p>
<h3>Digitale Kompetenz ermöglicht Teilhabe</h3>
<p>Im Englischen heißt Medienkompetenz „digital literacy“, wörtlich übersetzt „digitale Alphabetisierung“. Es muss dafür gesorgt werden, dass nicht ein Teil der Bevölkerung zu digitalen Analphabeten wird. Denn diese Menschen könnten – wie jene, die nicht des Schreibens und Lesens mächtig sind – nicht voll an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben. E-Government-Maßnahmen oder Online-Wahlen stellen wichtige Chancen dar. Doch was, wenn ein älterer Mensch nicht die Medienkunde besitzt, um daran teilzuhaben? Das wäre eine vertane Chance, zumal virtuelle Behördengänge körperlich Eingeschränkten mehr Autonomie verschaffen könnten, weil sie nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen sind.<br />
Das Netz generiert Informationen in Echtzeit, aktueller als jede Tageszeitung oder Fernsehsendung. Wer nicht in der Lage ist, solche Angebote zu nutzen, hat einen Nachteil. Denn: Informationskultur bedeutet politische Teilhabe.<br />
Ebenso sind viele Menschen – spätestens seit dem NSA-Skandal – verunsichert, ob sie und ihre Daten online ausreichend geschützt sind. Verstärkte Aufklärung könnte zur Entdämonisierung des Netzes beitragen und dazu ermutigen, vertrauter mit der digitalisierten Welt zu werden und seine Vorteile stärker zur Erleichterung des täglichen Lebens zu nutzen.<br />
Oft wird die Digitalisierung der Gesellschaft mit der industriellen Revolution verglichen. Damals veränderten sich Fertigungsprozesse und -techniken – und mit ihnen die Lebenswelt der Menschen. Was damals ein Jahrhundert dauerte, geschieht heute um ein Vielfaches schneller. Die Menschen werden sich den rasanten technischen Veränderungen immer wieder anpassen müssen – ein Leben lang. Digitaler Medienkompetenzerwerb ist nichts für Ungeduldige und muss langfristig ein wichtiger Bestandteil bildungspolitischer Programme bleiben.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lukew/10430507184/in/photolist-gTH5oL-7vu4Uq-4Cf4Az-dYPPLV-qx9Kn-anHyXn-anLcHu-8272cg-anLArh-anLpJ5-4G6iyq-cSweR7-NRZZj-anHsXT-7t4jkq-cSf5LW-4KcxFC-dVKKrF-ob7eJr-bmbZgo-9s8vPL-dRfa29-ccjB1w-gS7w4S-eh7vF6-dRfa5C-9im8iV-3BMCAx-dakU8U-cJUp9j-dpu5tk-7A6MZA-gTHaLb-gVGFnK-dZzhhr-cJUpbJ-98iaso-nwWEow-anLiRL-ekYLQy-nSzmUw-fzT481-dT2ZE7-nSzG6L-9ipduJ-gS8eNF-gTH8Co-gTH2YL-cSf5UG-hQHV5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luke Wroblewski</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div>
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		<title>Wanka will IT-Sicherheit stärken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2014 16:28:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[BMI]]></category>
		<category><![CDATA[Cloud-Computing]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete heute ein Forschungsforum zu Privatheit und selbstbestimmtem Leben in der digitalen Welt. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BMBF_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142538" alt="BMBF_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BMBF_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete heute ein Forschungsforum zu Privatheit und selbstbestimmtem Leben in der digitalen Welt. Bildungsministerin Wanka will den Schutz der Privatsphäre in der digitalen Welt zur Selbstverständlichkeit werden lassen.<br />
Laut Ministerium ist Cybersicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger relevant und stellt zugleich einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland dar. Das Ministerium nennt vier Arbeitsbereiche, zu denen weiterhin geforscht werden muss, um den Datenschutz und die Privatsphäre von Bürgern im Netz zu gewährleisten.<br />
Der Wandel hin zur „Industrie 4.0“ bedeutet, dass durch bessere Vernetzung der Fertigungsprozesse Produkte hergestellt werden können, die individuell an den Endverbraucher angepasst sind. Kommunikation ist einerseits die technische Voraussetzung für diesen Prozess und ermöglicht es andererseits, autonom zu optimieren und umzuplanen. Weil „schlaue“ Maschinen und Geräte intensiv untereinander Daten austauschen, muss Datensicherheit laut Ministerium einen größeren Stellenwert einnehmen, damit Firmen angemessen vor Industriespionage geschützt sind.<br />
Die Digitalisierung erfasst nicht nur den Industriesektor, sondern unsere komplette Lebensumwelt. Nie zuvor war es möglich, so viele Daten über die Lebensgewohnheiten von Menschen zu sammeln. Doch bleibt die Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter ein hohes Gut. Hierfür sollen Verfahren entwickelt werden, die es jedem Bürger ermöglichen, selbst zu bestimmen, wie öffentlich sie im Netz sein wollen.<br />
Nicht nur Industriemaschinen sind schlau. Auch Versorgungsinfrastrukturen wie Strom oder Wasser und Kommunikationsnetze, sogenannte „kritische Infrastrukturen“, werden immer intelligenter und können sich zunehmend selbst regulieren. Während in die Weiterentwicklung von intelligenter Technologie bereits investiert wird, will man auch den Schutz dieser Systeme nicht vernachlässigen, um Angriffe und Störungen auf die Infrastruktur zu vermeiden.<br />
Ein anderer Bereich, den das Ministerium als schützenswert betrachtet, ist Cloud Computing. Die Technologie ermöglicht es, Daten von überall auf der Welt mit Endgeräten abzurufen. Derzeit problematisch ist, dass konventionelle Sicherheitstechnologien auf das Cloud Computing nicht anwendbar sind und so Sicherheitslücken entstehen können. Vor dem Hintergrund des letzten Skandals um geleakte Nacktfotos von Prominenten haben viele Nutzer seit Kurzem immer mehr Zweifel an der Anwendung dieser Technologie. Mit der Förderung neuer Sicherheitskonzepte will man dazu beitragen, das Vertrauen der User zurückzugewinnen.<br />
Das BMBF arbeitet in IT-Sicherheitsfragen schon seit 2009 mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Wirtschaftsministerium (BMWi) zusammen. Seit 2011 unterhält es Kompetenzzentren in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe, in denen universitäre und externe Einrichtungen zusammen zum Thema Cybersicherheit forschen. Auch unterstützt es seit Längerem Projekte, die Themenfelder wie „Privatsphäre im Internetzeitalter“ und „Verschlüsselte Kommunikation“ erforschen. Dass das Ministerium die Erforschung der IT-Sicherheit nun endlich verstärkt fördern will, ist zwar ein wichtiger Schritt, er kommt aber reichlich spät. Es ist zu hoffen, dass die geförderten Maßnahmen sich als hilfreich und nachhaltig herausstellen.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/96913861@N04/9637127712">Christian Schnettelker</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Ein gutes Urteil? – Google-Expertenbeirat diskutiert Recht auf Vergessenwerden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2014 08:57:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Schmidt]]></category>
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		<category><![CDATA[Recht auf Vergessenwerden]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie soll Europa mit dem „Google-Urteil“ umgehen, mit dem der Europäische Gerichtshof ein Recht auf Vergessenwerden geschaffen hat? – vermeintlich, denn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eric-Schmidt_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142455" alt="Eric Schmidt_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eric-Schmidt_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Wie soll Europa mit dem „Google-Urteil“ umgehen, mit dem der Europäische Gerichtshof ein Recht auf Vergessenwerden geschaffen hat? – vermeintlich, denn diese Lesart wird kontrovers diskutiert. Google hat zur Beantwortung offener Fragen eine Reihe von europaweiten Expertengesprächen organisiert. Am Dienstag kam das Gremium in Berlin zusammen und traf auf deutsche Experten.<br />
Eric Schmidt, der eigens nach Berlin angereiste CEO von Google, eröffnete das Panel mit den Worten: „Google begrüßt dieses Urteil nicht, respektiert aber die Autorität des Gerichtes“. Er meint damit die gemeinhin als <a href="http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=152065&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1">„Google-Urteil“</a> bekannt gewordene Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Mai dieses Jahres. Man sei nun verpflichtet, europäischen Bürgern das „Recht auf Vergessen“ einzuräumen. Die Experten, darunter Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und Frank La Rue, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UNHCR), hatten vorher bereits Madrid, Rom, Paris und Warschau besucht und sich dort mit nationalen Experten ausgetauscht. In den kommenden zwei Wochen folgen noch Veranstaltungen in London und abschließend in Brüssel.<br />
Laut Schmidt seien bereits 146.000 Anträge auf Löschung eines Eintrags in der Suchmaschine eingegangen. Kurz zählte der Google-Chef auf, welche Anträge unproblematisch entfernt würden, beispielsweise Berichte über Personen, die Opfer eines Verbrechens geworden sind. Nicht entfernt hingegen werden Löschanträge, die sich auf pädophile Straftaten beziehen, oder Links, die auf Beteiligte eines politischen Skandals hinweisen. Strittig hingegen ist die Entfernung sensibler persönlicher Daten, illegaler Inhalte aus politischen Reden mit Personenbezug oder solcher Inhalte, die sich auf länger zurückliegende Verbrechen beziehen.</p>
<h3>Was ist privat, was öffentlich?</h3>
<p>An vielen Stellen kamen die Diskutanten immer wieder auf die dem Urteil zugrundeliegende hochinteressante Frage zurück, wo die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit gezogen werden sollte. Denn: Informationen, die von öffentlichem Interesse sind, sind von der Löschung ausgenommen. Aufschlussreich waren hier die Ausführungen von Susanne Dehmel, Juristin und Bereichsleiterin für Datenschutz beim BITKOM e.V.: „Öffentliches Interesse liegt vor, wenn der Sachverhalt für das politische Leben relevant ist und zur Meinungsbildung beiträgt“, so Dehmel. Sie stellte klar, dass das Urteil des EuGH nicht viele Anhaltspunkte in dieser Frage gebe. Trotz allem habe das Gericht Hinweise darauf gegeben, wie die Unterscheidung getroffen werden könne. Laut Gericht sollten das Presse- und Persönlichkeitsrecht herangezogen werden, um eine Entscheidung treffen zu können. Da der Schutzbereich der Informationsfreiheit betroffen sei, sollte zusätzlich das Interesse der Öffentlichkeit an der Information hinzugezogen werden; wirtschaftliche Interessen der Suchmaschine müssten in diesem Falle eine untergeordnete Rolle spielen. In einem anderen Urteil habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Unterscheidung zwischen absoluten und relativen Personen der Zeitgeschichte vorgenommen. Die Abwägung müsse jeweils ereignisbezogen stattfinden.<br />
Ein Regierungsmitglied ist beispielsweise von öffentlichem Interesse – aber nur in dieser Funktion und nicht als Privatperson. Ob Informationen irrelevant geworden sind und somit für die Löschung in Frage kommen, müsse jeweils im Moment des Sperrbegehrens entschieden werden. Dehmel sieht in der Einzelfallentscheidung das am besten geeignete Mittel. Auf die Frage von Luciano Floridi, Professor für Informationsphilosophie und Informationsethik an der Universität Oxford, welche Entscheidung im Falle, dass eine Person aufhöre, eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, zu treffen sei, entgegnete Dehmel, dass eine gewisse Öffentlichkeit auch dann bestehen bleibe. Hinsichtlich veröffentlichter Informationen, die auf Minderjährige verweisen, hält Dehmel es für überlegenswert, diese generell als privat einzustufen. Ähnlich sah das auch Moritz Karg, Referent beim Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Hamburg. Er sprach sich ebenfalls für Sonderrechte für Minderjährige aus; allerdings solle man im jeweiligen Einzelfall nach Informationsquelle und Alter der Betroffenen die Entscheidung abwägen.<br />
Matthias Spielkamp von Reporter ohne Grenzen wies darauf hin, dass die Unterscheidung von privat und öffentlich in der deutschen Rechtspraxis bislang so gut wie keine Relevanz hat. In anderen Rechtsräumen sei sie hingegen durchaus üblich. Doch hält er es für unangebracht, dass ein privates Unternehmen wie Google nun gerade diese schwierige Abwägung leisten soll.</p>
<h3>Der Faktor Zeit</h3>
<p>Neben der Debatte um die Definition von Öffentlichkeit und Privatheit wurde auch die Entscheidung des Gerichtes, Zeit zu einem maßgeblichen Kriterium für die Löschung zu machen, diskutiert. Es ist durchaus eine Frage der Auslegung, wann eine Information irrelevant wird. Im Falle des Urteils des EuGH waren dies nach Ansicht der Richter 16 Jahre – doch hätten vielleicht auch 15 gereicht? Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), findet, dass es mehr als nur den Zeitfaktor brauche. Weitere zu berücksichtigende Kriterien seien zum Beispiel die Rolle, in der sich der Betroffene befinde, oder die Frage, wie sensibel die Information sei. Ein Kriterienkatalog, der weitere zu definierende Faktoren festlege, sei daher vonnöten. Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin und Professor an der Viadrina-Universität, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auch Informationen gebe, die nach einiger Zeit erst wieder relevant werden könnten.</p>
<h3>Lokal, kontinental oder global löschen?</h3>
<p>In der Frage, in welchem geografischen Ausmaß gelöscht werden sollte, bestand die größte Uneinigkeit zwischen den Panel-Beteiligten. Michaela Zinke (vzbv) sprach sich gegen eine länderspezifische Beschränkung der Löschung aus, da diese kaum umzusetzen sei. Die Löschung müsse europäisch gedacht werden. Matthias Spielkamp hingegen plädierte für eine lokale Löschung, um die europäische Vielfalt zu wahren. Anders würde seiner Meinung nach ein Dilemma entstehen: Sollte man Löschanträge aus demokratischen und solche aus autoritären Staaten gleich behandeln? Christoph Fiedler vom Verband deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) äußerte sich ähnlich. Globale Harmonisierung würde nicht zu mehr Freiheit führen. Kulturelle Normen seien „kein Fluch, sondern ein Segen“. Rechtsanwalt Niko Härting sprach sich für ein „territoriales Denken“ aus: Der Löschanspruch eines Spaniers gelte bis zu den Grenzen Spaniens und nicht darüber hinaus. Der spanische Jurist José-Luis Piñar entgegnete mit der Frage: „Aber ist das Internet nicht immer extraterritorial?“ Zweifellos, aber in juristischer Hinsicht wird diese Tatsache durchaus in Frage gestellt.</p>
<h3>Ist das Urteil gut?</h3>
<p>Auch diese Frage wurde von dem Expertenkreis diskutiert. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wertete das Urteil als ein „wichtiges“. Das Recht auf Privatheit hat ihrer Ansicht nach mit dem Urteil ein stärkeres Gewicht bekommen. Allerdings müsste auch das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit mit berücksichtigt werden. Peggy Valcke, Jura-Professorin an der Universiteit Leuven, stellte klar, dass das Urteil nur so gut wie die Klage selbst sein könne, da es die spezifischen Fragen der Klage kläre. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung Frank La Rue positionierte sich klar gegen das Urteil. Er findet es nicht angemessen, dass ein privates Unternehmen nun den Auftrag hat, über Privatsphäre und Datenschutz zu entscheiden. Sylvie Kauffmann, Chefredakteurin von Le Monde, lobte das Urteil als Impulsgeber für die nun stattfindende Debatte. Dass Google eine Expertenanhörung organisiert, die eigentlich in den Aufgabenbereich der Politik fällt, findet sie nicht bedenklich: „Es ist okay, wer auch immer das organisiert“. Denn es gehe ausschließlich um die Sache. Dass Google sich nun darum kümmert, zeige, dass das Unternehmen das Urteil ernst nehme und bestrebt sei, verbindliche Regelungen zu finden.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/techcrunch/5033339673">TechCrunch</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
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		<title>Social Media Week: Was bedeutet Verantwortung im Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2014 13:44:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sollen Twitter und Facebook Selbstzensur für gewisse Inhalte vornehmen? Wer soll sich um die Einhaltung von nationalem und internationalem Recht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/5280585822_ed883a633a_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142009" alt="Weltkarte Facebook Connections" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/5280585822_ed883a633a_z.jpg" width="640" height="269" /></a>Sollen Twitter und Facebook Selbstzensur für gewisse Inhalte vornehmen? Wer soll sich um die Einhaltung von nationalem und internationalem Recht im Internet kümmern? Auf einem Panel der Social Media Week in Berlin diskutierten Experten  diese und andere Fragen unter dem Motto „Aktivismus in Social Media und Privatsphäre“.<br />
Eine Menschenrechtsaktivistin, die ihre Festnahme am Flughafen von Bahrain twittert und unmittelbar ein internationales Echo erzeugt. Eine Gruppe in Armenien, die via Facebook den Bau eines Einkaufszentrums verhindert. Das sind nur zwei Beispiele für den Einsatz von Social Media, um einen politischen Zweck zu verfolgen oder sofortige Aufmerksamkeit zu erreichen. Das Interessante daran: Das Internet dient als virtueller Ort, in dem Protestierende vor Verfolgung relativ geschützt sind.<br />
Die aktuell stattfindende <a href="http://socialmediaweek.org/berlin/">Social Media Week </a> beschäftigt sich damit, wie neue Medien und Technologie unser Leben beeinflussen – von Startups über Kreativität bis hin zu ethischem Wirtschaften. Aber auch der Einfluss sozialer Medien auf Protestkultur ist Thema. Unter diesem Vorzeichen diskutierte gestern eine Expertenrunde  aus Journalisten und NGO-Vertretern über die Verantwortung von Staaten, einzelnen Akteuren und großen sozialen Netzwerken in Zeiten des digitalen Wandels. Die zentrale Frage: Wie können wir von Social Media profitieren, während gleichzeitig unsere sensiblen Daten geschützt werden? Was bedeutet Verantwortung im Internet?<br />
Eine aktuelle <a href="http://derstandard.at/2000004653503/Zensur-Netzaktivisten-kritisieren-Bann-von-Enthauptungsvideo">Debatte</a> dreht sich um die Propaganda des Terrornetzwerks Islamischer Staat (IS) und die Frage, ob soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Google Inhalte ihrer User zensieren sollten, um eine Verbreitung von gewalttätigen und menschenverachtenden Inhalten zu verhindern. Dürfen private Unternehmen überhaupt Zensur betreiben?<br />
In Deutschland gehört die Meinungs- und Pressefreiheit zu den wichtigsten Grundrechten. So widersinnig und absurd eine Meinung erscheint, sie wird geschützt, solange sie nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt. <a href="http://www.tagesschau.de/inland/is-deutschland-102.html">Im Falle von IS</a> ist dieser Verstoß gegeben: Alle Aktivitäten des IS, darunter die Verbreitung und Veröffentlichung von Propagandavideos, sind auf deutschem Territorium untersagt. Höhlen Twitter, Facebook&amp; Co. die staatliche Befugnis, Zensur zu betreiben, aus? Interessante Anstöße gab Marek Tuszynski, Mitbegründer der Organisation  <a href="https://www.tacticaltech.org/">„Tactical Technology Collective“,</a> die sich dafür einsetzt, <a title="Aktivist" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aktivist">Aktivisten</a> digitale Informationen und Hilfsmittel bereitzustellen. Er sieht das Kernproblem woanders: Von sozialen Netzwerken werde nun etwas erwartet, wofür sie nie geschaffen worden sind – Netzwerke seien lediglich Infrastruktur, ein Instrument, um Inhalte zu generieren, nicht mehr und nicht weniger. Die Technologie an sich sei weder gut noch schlecht, aber auch niemals neutral. Und genau das ist derzeit das Dilemma.<br />
Doch wer sollte für Verantwortung im Internet sorgen? Der Internet- und Völkerrechtler <a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/konferenz-net-mundial-signal-an-ueberwachungsstaaten-dass.954.de.html?dram:article_id=283445">Matthias Kettemann erklärt in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur</a>, dass das Völkerrecht die Prinzipien regelt, nach denen das Internet reguliert ist. Somit gilt die allgemeine Erklärung der Menschenrechte auch im Netz. Es ist von der Staatengemeinschaft einzufordern, dass dies auch eingehalten wird. Private Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen können und sollen eine solche Aufgabe schlicht und einfach nicht übernehmen.<br />
Es wird deutlich, dass die Frage um Verantwortung im Netz weiter debattiert werden muss. Die Einhaltung nationaler Datenschutzgesetze ist hier ein weiteres Dilemma. In Deutschland dient dieser Appell dem Schutz von Bürgern und deren Privatsphäre, aber wie sieht es in autokratischen Regimen aus, in denen grundlegende Menschenrechte von staatlicher Seite verletzt werden? Wer wird dort durch die Einhaltung von nationalem Recht geschützt? Wenn die Identität eines Oppositionellen dadurch offengelegt werden kann, mit der Folge, dass dieser inhaftiert wird, wem wurde dann gedient? Ob Netzwerke politische Neutralität wahren und jegliches nationales Recht ungeachtet der Konsequenzen für die Bürger respektieren sollten, ist eine Frage, der sich die Netzwerke stellen und für die sie eine Antwort finden müssen.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/mikecogh/5280585822">Michael Coghlan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
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