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	<title>esnakker &#8211; politik-digital</title>
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	<title>esnakker &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Videodialog geht in die zweite Runde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2008 16:24:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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		<category><![CDATA[Webwahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Viel Resonanz, erste Videoantwort online: Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Spitzenkandidat in Hessen, hat per Webvideo Fragen seiner Wähler beantwortet und will dies weiter tun. Die SPD Hessen hatte ein Video mit der Aufforderung zu Kritik und Anregungen auf die Seite <a href="http://www.schaefer-guembel.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.schaefer-guembel.de</a> gestellt. 400 Fragen gingen ein, über 50.000 Mal wurde das Video angeklickt. Das Antwortvideo fällt aber  in Sachen Nutzerzahlen ab.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viel Resonanz, erste Videoantwort online: Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Spitzenkandidat in Hessen, hat per Webvideo Fragen seiner Wähler beantwortet und will dies weiter tun. Die SPD Hessen hatte ein Video mit der Aufforderung zu Kritik und Anregungen auf die Seite <a href="http://www.schaefer-guembel.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.schaefer-guembel.de</a> gestellt. 400 Fragen gingen ein, über 50.000 Mal wurde das Video angeklickt. Das Antwortvideo fällt aber  in Sachen Nutzerzahlen ab.<!--break--></p>
<p>
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</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Für die kommenden Wochen verspricht Schäfer-Gümbel weitere thematische Videos, um noch vertiefter Antworten auf die<br />
vielen Fragen geben zu können. Der<br />
zweite Clip hatte einen Tag nach der Veröffentlichung knapp 550 und<br />
am zweiten Tag etwas über 1000 Aufrufe, kann damit also bisher nicht an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen.
</p>
<p>
<b>Antworten </b><b>im Web-Wahlkampf</b>
</p>
<p>
Zwei<br />
wichtige Themen, die er anspricht sind Studiengebühren und BAföG. So<br />
gibt der Spitzenkandidat der SPD den jungen Wählern ganz klar zu<br />
verstehen: „Wir sind der Garant dafür, dass es keine Mehrheit<br />
zugunsten von Studiengebühren gibt.&quot;
</p>
<p>
Die Tatsache, dass der Großteil der Fragen über die gängigen<br />
Social Networks wie z.B. studiVZ oder Facebook eingereicht wurde,<br />
spricht für eine junge Zielgruppe.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nein, mit Roland Koch geht gar nichts.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 14:01:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, 16. Dezember 2008 war der Spitzenkandidat der Hessen-SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de
Der SPD-Politiker, der bereits durch seinen <a href="http://politik-digital.de/spd-will-im-hessen-wahlkampf-online-punkten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web-Wahlkampf auffiel</a>, nutzte die Chance, um auf digitalem Wege die Fragen der Nutzer zu beantworten. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 16. Dezember 2008 war der Spitzenkandidat der Hessen-SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de<br />
Der SPD-Politiker, der bereits durch seinen <a href="http://politik-digital.de/spd-will-im-hessen-wahlkampf-online-punkten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web-Wahlkampf auffiel</a>, nutzte die Chance, um auf digitalem Wege die Fragen der Nutzer zu beantworten. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich Willkommen zum tagesschau-Chat.<br />
Der Kampf um die Macht in Hessen geht in die nächste Runde: Nach<br />
Ypsilantis Scheitern stehen am 18. Januar vorgezogene Landtagswahlen<br />
an. Am vergangenen Wochenende wurde Thorsten Schäfer-Gümbel mit knapp<br />
97 Prozent der Delegierten-Stimmen zum Herausforderer von Roland Koch<br />
gewählt. In Frankfurt begrüße ich jetzt den Spitzenkandidaten der<br />
hessischen SPD! Herr Schäfer-Gümbel, sind Sie bereit zum Chatten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Ja!
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Seit wann haben Sie den Wunsch, Ministerpräsident zu werden?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Seit dem 8. November 9:15 Uhr.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wirklich zum ersten Mal?!
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Ja!
</p>
<p>
<b>Felix</b>:<br />
Warum distanzieren Sie sich nicht deutlich von Andrea Ypsilanti, die<br />
durch ihr Verhalten viele Ihrer potentiellen Wähler enttäuscht hat.<br />
Wollen Sie etwa nach der Wahl verstärkt mit ihr zusammenarbeiten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Die hessische SPD hat schwierige Entscheidungen nach einem von uns<br />
nicht gewünschten Wahlergebnis am 27. Januar 2008 getroffen und diese<br />
haben wir gemeinsam getroffen. Diese Entscheidungen haben wir uns nicht<br />
einfach gemacht. Wir müssten uns also von uns selbst distanzieren, was<br />
auch etwas eigenartig wäre. Deshalb haben wir die Probleme und Fehler<br />
benannt und entsprechend Konsequenzen gezogen. Damit sind wir bisher<br />
alleine. Andere Parteien haben bisher keine erkennbaren Konsequenzen<br />
aus den hessischen Verhältnissen gezogen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Wollen Sie Andrea Ypsilanti als Partei- und Fraktions-Chef beerben?<br />
Wäre es nicht ehrlicher, vor der Wahl die Verhältnisse zu klären?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Die Verhältnisse sind geklärt.
</p>
<p>
<b>ThinkTank</b>: Wie wollen Sie die SPD in Hessen aus dem Keller holen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Indem wir uns mit den konkreten Problemen beschäftigen und dafür<br />
konkrete Antworten liefern. Beispielsweise in der Frage der<br />
Bildungspolitik, aber auch in der Frage der Wirtschafts- und<br />
Arbeitspolitik, ebenso wie in der Frage der sozialen Gerechtigkeit und<br />
der Energiewende. Genau mit diesem Programm haben wir vor einem Jahr<br />
Menschen bis weit in die gesellschaftliche Mitte erreicht und deshalb<br />
sind wir auch überzeugt davon, dass dies wieder gelingen kann, wenn man<br />
zu seinen inhaltlichen Antworten steht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Dazu auch die Top1-Frage der User:
</p>
<p>
<b>eddie</b>:<br />
Herr Schäfer-Gümbel, Wolfgang Clement hielt die energiepolitischen<br />
Pläne der hessischen SPD für so falsch, dass er von der Wahl abriet.<br />
Halten Sie an den Plänen fest?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Ja.
</p>
<p>
<b>Joerg</b>:<br />
Wie erklären Sie sich die schlechten Umfragewerte der SPD, obwohl Frau<br />
Ypsilanti immer wieder von einer Mehrheit der hessischen Wähler<br />
gesprochen hat, die eine neue Politik wollen und die keinen MP Koch<br />
mehr haben wollen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: An<br />
der Grundlage hat sich auch nichts verändert. Es gab aber<br />
Enttäuschungen darüber, dass wir den Versuch der Bildung einer<br />
Minderheitsregierung gemacht haben, und Enttäuschung darüber, dass die<br />
Bildung einer Regierung nicht funktioniert hat und dass dieses doppelte<br />
Dilemma sich natürlich in den Umfragen derzeit widerspiegelt.
</p>
<p>
<b>wähler</b>: Welches Wahlversprechen der letzten<br />
Wahl Anfang 2008 in Hessen ist ihnen wichtiger: Roland Koch abzulösen<br />
oder nicht mit der Linken zusammen zu arbeiten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir hatten insgesamt drei Wahlversprechen: den Politikwechsel in<br />
Bildung, Gerechtigkeit und Energiewende, die Ablösung der Regierung<br />
Koch sowie den Beweis anzutreten, dass das Thema Gerechtigkeit bei der<br />
SPD am besten aufgehoben ist und es die Partei DIE LINKE nicht braucht.<br />
Diese sind alle gleich gewichtig und genau das war ja unser Problem<br />
nach dem 27. Januar, dass die Wählerinnen und Wähler entschieden haben,<br />
dass Die Linke im hessischen Landtag ist und wir mussten mit dieser<br />
Situation umgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wie wollen Sie die Linkspartei aus dem Parlament heraushalten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Indem wir uns glaubwürdig und entschlossen auf unsere Stärken<br />
konzentrieren. Das heißt eben auf die konkreten Probleme,<br />
beispielsweise in der Bildungspolitik, konkrete und realistische<br />
Antworten zu geben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Warum glaubt Ihre Landes- und Fraktionsvorsitzende nicht daran? Sie stellt sich auf ein Fünf-Parteien-Parlament ein.
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir müssen natürlich zur Kenntnis nehmen, dass Politik kein<br />
Wunschkonzert ist. Wir arbeiten daran, so erfolgreich wie möglich im<br />
Interesse unserer Inhalte und den damit verbundenen Angeboten für die<br />
Menschen zu sein. Das schließt aber nicht aus und das ist ja auch die<br />
Erfahrung des 27. Januars, dass die Wählerinnen und Wähler das anders<br />
sehen. Also das eine ist sozusagen meine Zielbestimmung und das andere<br />
ist die Frage, was wird real passieren? Und wir haben uns gewünscht,<br />
dass die LINKE nicht im Landtag ist, sie ist aber mit rein gekommen und<br />
vor derselben Situation stehen wir am 18. Januar erneut.
</p>
<p>
<b>Edel</b>: Würden Sie eine große Koalition auch mit Roland Koch akzeptieren ?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Nein. Nein, mit Roland Koch geht gar nichts.
</p>
<p>
<b>Noah</b>: Wie sehen Sie Roland Koch als Politiker?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Roland Koch ist ein intelligenter Mensch, dem ich auch den nötigen<br />
Respekt gegenüber bringe. Es ist nie bestritten worden von uns oder<br />
mir, dass er in der Lage ist, Politik zu gestalten. Er gestaltet aber<br />
die falsche Politik und außerdem ist er der Ministerpräsident in<br />
Hessen, der das Land sozial und kulturell spaltet. Gerade in einem<br />
toleranten, weltoffenen Land wie Hessen ist das ein großes<br />
Qualifikationsdefizit.
</p>
<p>
<b>henrikMS</b>: Schließen Sie irgendwelche Koalitionsoptionen aus?
</p>
<p>
<b>Eule</b>:<br />
Sie sagen, Sie würden keine Koalition ausschließen. Heißt das, dass Sie<br />
auch als Juniorpartner in eine große Koalition gehen würden?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir haben nach den Ereignissen dieses Jahres gelernt, dass wir keine<br />
Konstellation ausschließen sollten. Wir werden Koalitionen danach<br />
bilden, wenn die Wählerinnen und Wähler uns dazu in die Lage versetzen.<br />
In welchem Umfang und in welcher Zuverlässigkeit wir den Politikwechsel<br />
umsetzen können, beispielsweise in der Bildungspolitik und dies in<br />
möglichst stabilen Konstellationen, diese Entscheidungen treffen jetzt<br />
zunächst die Wählerinnen und Wähler und nicht die Parteistrategen in<br />
den Hinterzimmern.
</p>
<p>
<b>Politiknerd</b>: Ist eine Koalition mit den Linken kategorisch ausgeschlossen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Die Frage ist mit der Antwort vorher beantwortet.
</p>
<p>
<b>Jimmy Hosseini</b>: Roland Koch spaltet das Land, wen vereint Herr Schäfer-Gümbel?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Derzeit auf jeden Fall meine sozialdemokratische Partei, dies hat ja<br />
der Parteitag eindrucksvoll demonstriert. An allem Weiteren arbeite<br />
ich. Ich bin ja erst seit 39 Tagen Spitzenkandidat, aber in den<br />
Veranstaltungen &#8211; wenn ich bisher aufgetreten bin &#8211; konnte man ein<br />
Gefühl dafür entwickeln, in welcher Art ich arbeite, wie ich arbeite<br />
und dass das Zusammenführen von Menschen, Positionen und Interessen<br />
eines meiner zentralen Anliegen ist. Weil nicht der politische Streit<br />
über den besseren Weg zum Selbstzweck werden darf, sondern am Ende auch<br />
eines politischen Streites möglichst die beste Antwort stehen muss.
</p>
<p>
<b>Spiegelturm</b>: Wie wollen Sie das Land sozial und kulturell zusammenführen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Indem wir beispielsweise in der Bildungspolitik neue Akzente setzen,<br />
indem wir Schule zukünftig von den Kindern her denken und sie<br />
befähigen, die sozialen Kompetenzen auch wieder zu leben. Zweitens<br />
durch einen intensiven Dialog, beispielsweise mit den<br />
Tarifvertragsparteien über die notwendige Entwicklung in der<br />
Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Und drittens durch den<br />
intensiven Dialog mit den Vertreterinnen und Vertretern der<br />
unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Diese Aufzählung ist nur<br />
exemplarisch und nicht abschließend.
</p>
<p>
<b>JakobW</b>: Was halten Sie von Studiengebühren? Halten Sie eine Verbesserung der Lehre nicht für notwendig?
</p>
<p>
<b>Nietzsche</b>: Wie stehen Sie zur Förderung von privaten Bildungseinrichtungen wie der Frankfurter School of Finance?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir halten eine Verbesserung der Lehre für notwendig. Deswegen haben<br />
wir auch, als wir die Studiengebühren in diesem Sommer im hessischen<br />
Landtag abgeschafft haben, zugesagt, dass die Mittel für die<br />
Hochschulen aus dem Haushalt ersetzt werden. Studiengebühren selbst<br />
werden von mir entschieden abgelehnt, weil nicht soziale Herkunft und<br />
Einkommenssituation den Bildungserfolg bestimmen dürfen sondern<br />
persönliche Leistungsfähigkeit und wir daher keine weiteren Hürden im<br />
Bildungssystem brauchen. Im Gegenteil: Diese müssen abgebaut werden.
</p>
<p>
<b>elchico</b>: Können sie das konkretisieren? Wie wollen sie Kompetenzen fördern, Akzente setzen etc.?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir weisen die Mittel den Hochschulen zu und das muss in den<br />
Hochschulen umgesetzt werden. Beispielsweise Tutorensysteme, die in<br />
bestimmten Fachbereichen die Lehrtätigkeit unterstützen. Bis zur Frage,<br />
ob in bestimmten Bereichen die technische Ausstattung ausreichend ist.
</p>
<p>
<b>loew</b>:<br />
Ihr Programm scheint kaum verändert. Die Probleme in Bildungspolitik<br />
etc. bestehen weiter. Werden Sie die Finanz- und Wirtschaftskrise<br />
thematisieren? Welche Lösungen bieten Sie für Arbeitnehmer und<br />
Unternehmen in Hessen an?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich habe bereits vor 14 Tagen ein Zehn-Punkte-Programm vorgestellt mit<br />
konkreten Maßnahmen, die wir in Hessen zur Unterstützung der<br />
Wirtschafts- und Konjunkturlage vornehmen können. Dieses Programm<br />
unterscheidet sich von vielen anderen dadurch, dass es nicht abstrakte<br />
Forderungen an Dritte sind, sondern Maßnahmen, die wir in Hessen<br />
machen. Dazu gehört die Neustrukturierung der Förderinstitute, die<br />
Frage der Stärkung der öffentlichen und privaten Investitionen, die<br />
Technologieförderungen, die energetische Sanierung von Häusern, die<br />
Breitbandausstattung des ländlichen Raumes bis zum Vorschlag einer<br />
verringerten Mehrwertsteuer auf energieeffiziente Produkte.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement der Kanzlerin?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Sub-Optimal. Man kann die Dinge nicht einfach nur wegmoderieren,<br />
sondern muss auch die Entscheidungen treffen. Eine der wesentlichen<br />
Fehlleistungen der Kanzlerin in diesen Tagen ist die Rücknahme der<br />
Klimaschutzziele im Rahmen der europäischen Verabredungen. Nur die<br />
Standorte, die zukünftig am energieeffizientesten und<br />
ressourceneffizientesten arbeiten, werden wirtschaftlich nachhaltigen<br />
Erfolg haben. Arbeit und Umwelt oder Wirtschaft und Umwelt sind keine<br />
Gegensätze, sondern bedingen sich einander. Gerade in einer<br />
Volkswirtschaft wie der unsrigen. Wir werden nicht in Lohnkonkurrenz zu<br />
Südostasien bestehen, sondern durch innovative Produkte. Von der<br />
Kanzlerin und auch der Union erlebe ich aber derzeit nur falsche<br />
Antworten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Reicht das beschlossene<br />
Maßnahmenpaket der Bundesregierung aus? Wie hoch sollte Ihrer Meinung<br />
nach das zweite Paket im Januar ausfallen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Es wird ganz sicher zu einem zweiten Paket kommen, die Höhe ist dabei<br />
nicht so entscheidend. Entscheidend ist, ob die richtigen Maßnahmen<br />
ergriffen werden. Einer der wesentlichen Aspekte dabei ist, ob es<br />
gelingen kann und ich sage, es muss gelingen, einen Beschäftigungspakt<br />
unter dem Namen &quot;Keine Entlassungen 2009&quot; zwischen den<br />
Tarifvertragsparteien und der Politik zu vereinbaren.
</p>
<p>
<b>loew</b>:<br />
Die Konjunktur anzuregen in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs ist<br />
sinnvoll. Doch wann ist für Sie die Schmerzgrenze für<br />
Staatsverschuldung erreicht?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Die Frage kann man abstrakt nicht beantworten, dafür gibt es keine<br />
konkreten Zahlen. Wir müssen darauf achten, dass der Staat insgesamt<br />
handlungsfähig bleibt, damit die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen<br />
vorgenommen werden können. Nach aktuellen Berechnungen wird<br />
beispielsweise der Modernisierungs- und Sanierungsbedarf bei<br />
Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Straßen auf jährlich 80<br />
Milliarden Euro geschätzt. Die öffentliche Hand (Bund, Länder,<br />
Kommunen) investieren derzeit jährlich zwischen 14 und 16 Milliarden.<br />
Wir leben also von der Substanz und daher kann die Frage nicht abstrakt<br />
beantwortet werden.
</p>
<p>
<b>pessoist</b>: Klima- und<br />
Finanzkrisen verteuern das Fliegen. Wozu braucht es einen<br />
Flughafenausbau langfristig? Die Flugkorridore sind doch schon voll in<br />
Deutschland!
</p>
<p>
<b>Bruno</b>: Wie ist Ihre Meinung zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir haben als hessische SPD immer erklärt, dass wir den Ausbau des<br />
Frankfurter Flughafen unter den Bedingungen der Mediation für sinnvoll<br />
und notwendig erachten. An dieser Position ändert sich nichts.
</p>
<p>
<b>Schekker</b>: Hallo Herr Schäfer-Gümbel. Haben Sie die persönlichen Angriffe nicht-politischer Art in den vergangenen Wochen verletzt?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich habe sie ausdrücklich als eine Art der Respektlosigkeit erfahren<br />
und natürlich geht man danach nicht einfach zur Tagesordnung über. Aber<br />
wer in die Politik geht, der weiß, dass er ein dickes Fell braucht und<br />
es gibt eine einfache Methode: Man liest einfach nicht mehr alles.
</p>
<p>
<b>Frank</b>:<br />
Mal was anderes: Wie beurteilen sie diese Obama-Schäfer-Gümbel-Aktion?<br />
Könnte man daraus nicht eine nette Werbekampagne starten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Also ich finde das sehr humorvoll, habe auch über vieles herzlich<br />
gelacht. Eine Kampagne daraus wird unsererseits aber nicht gemacht. Die<br />
Hessen sind zwar alle selbstbewusst aber nicht größenwahnsinnig.
</p>
<p>
<b>FRAN</b>: Wie sind Sie eigentlich in die Politik gekommen? Sie waren doch eigentlich Wissenschaftler.
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich habe mit 16 Jahren bereits angefangen Politik zu machen. Davor habe<br />
ich mich auch in der Schule bereits an politischen Aktionen beteiligt.<br />
Insofern hat Politik immer eine Rolle in meinem Leben gehabt. Ich komme<br />
zudem aus einem sehr politischen Elternhaus und ich habe ja auch<br />
Politikwissenschaften studiert. Insofern lag es jetzt nicht so ganz<br />
fern. Es war aber nicht meine persönliche Karriereplanung, irgendwann<br />
hauptamtlich Politik zu machen. Ich komme aus der Universität und habe<br />
dort in der Verwaltung gearbeitet. Ich habe mir viele Jahre gut<br />
vorstellen können, bei der Europäischen Kommission arbeiten zu können.<br />
Aber nicht als Kommissar, sondern als Mitarbeiter der Verwaltung und es<br />
gab auch eine Zeit in der ich Entwicklungshelfer werden wollte.
</p>
<p>
<b>hors</b>: Herr Schäfer-Gümbel, wen würden Sie als Ihr politisches Vorbild bezeichnen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ganz sicherlich Jacques Delors, der mich als Europäer immer fasziniert<br />
hat und die Europäische Integration auch stark vorangebracht hat. Aber<br />
auch Menschen wie Willy Brandt und Helmut Schmidt. Auch wenn das für<br />
viele ein Gegensatz ist, haben sie mich immer interessiert und haben<br />
mir immer imponiert.
</p>
<p>
<b>Jutta</b>: Ist Franz Müntefering ein Vorbild für Sie?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Franz Müntefering ist ein sehr erfahrener Politiker, mit dem ich gerne<br />
zusammenarbeite, aber aus meiner vorhergehenden Antwort ist auch<br />
deutlich geworden, dass es &quot;das&quot; Vorbild für mich nicht gibt, sondern<br />
mich einfach Menschen mit ihren jeweiligen Lebensleistungen faszinieren<br />
und ich dort auch sehr genau hinschaue und versuche zu lernen, weil das</p>
<p>Lernen bei Menschen nicht mit dem Abgang von der Schule endet.
</p>
<p>
<b>Rozo</b>:<br />
Dem amtierenden Ministerpräsidenten ist sein katholischer Glaube ein<br />
Fundament seines Handelns. Welche Rolle spielt Religion in Ihrem Leben?
</p>
<p>
<b>Benedikt</b>:<br />
Herr Schäfer-Gümbel, ich möchte nicht indiskret sein; aber darf man<br />
erfahren, warum Sie von der katholischen zur evangelischen Kirche<br />
konvertiert sind?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Also<br />
Religion spielt in meinem Leben eine gewisse Rolle. Mein Wechsel der<br />
Religionszugehörigkeit hat im ersten Teil politische und im zweiten<br />
Teil religiöse Gründe. Ich habe die katholische Kirche in den frühen<br />
90er Jahren aufgrund der Reaktion des katholischen Erzbischofs von<br />
München anlässlich des Kruzifix-Urteils verlassen. Also nicht aus<br />
theologischen, sondern aus politischen Gründen. Damit bin ich aber<br />
nicht in einen religions- oder glaubensfreien Raum getreten. Nach dem<br />
Tod meiner Mutter vor einigen Jahren hat bei mir eine stärkere<br />
Auseinandersetzung mit Religion wieder stattgefunden, an deren Ende &#8211;<br />
vor der Geburt meines dritten Kindes &#8211; die Entscheidung stand, wieder<br />
in die Kirche einzutreten. Da ich in meinem privaten und beruflichen<br />
Umfeld in den vergangenen Jahren sehr stark mit evangelischen Pfarrern<br />
und Kirchenvorständen zu tun hatte, bin ich dann aber in die<br />
evangelische Kirche Hessen-Nassau eingetreten.
</p>
<p>
<b>timtomkin</b>: Was ist Ihre wichtigste Erfahrung/Eigenschaft, die Sie zum Ministerpräsident auszeichnet?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Dass ich erst zuhöre und nachdenke und dann entscheide.
</p>
<p>
<b>aelmstee</b>:<br />
Nach dem Debakel mit Frau Ypsilanti hat die SPD in Hessen und auch<br />
landesweit einiges an Ansehen verloren.Wie wollen Sie das Image der<br />
Partei verbessern?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Indem ich rund um die Uhr arbeite und Menschen erkläre, dass es bei uns<br />
um Inhalte geht und sie am 18. Januar schlicht die Frage entscheiden<br />
müssen, ob der alte Ministerpräsident Koch die Probleme und<br />
Herausforderungen des Landes meistern kann oder ein neuer<br />
Ministerpräsident Thorsten Schäfer-Gümbel.
</p>
<p>
<b>Amadeus</b>:<br />
Warum sollen insbesondere diejenigen, die beim letzten Mal SPD gewählt<br />
haben, (wie ich) in absehbarer Zeit auch nur irgendwelchen<br />
Wahlkampfaussagen Glauben schenken?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich kann nicht mehr tun als Ihnen sagen, dass wir einen Neuanfang<br />
gemacht haben. Dass wir zu unseren politischen Inhalten stehen und Sie<br />
um Ihr Vertrauen bitten. Ich kann Ihnen ihre Unsicherheit nicht nehmen,<br />
weil Sie diese Frage selbst beantworten müssen, ob Sie nach dem, was<br />
ich Ihnen sage, dieses Vertrauen neu aufbauen können, das notwendig ist.
</p>
<p>
<b>andreas</b>: Wie stehen Sie zu den Flügeln Ihrer Partei und wo ordnen Sie sich politisch ein?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wenn mich in den letzten Monaten etwas genervt hat, dann der permanente<br />
Versuch, Diskussionen in und um die SPD in Schablonen zu pressen.<br />
Politische Gruppen in Parteien sind völlig normal. In der Union heißen<br />
sie Mittelstandsvereinigung oder Arbeitnehmerflügel, bei den Grünen<br />
Realos und Fundis, bei der SPD Links und Rechts. Wenn Sie allerdings<br />
genau hinschauen, stimmen diese Schablonen selten mit dem richtigen<br />
Leben überein und so ist es auch in der hessischen SPD. Das heißt<br />
nicht, dass es nicht unterschiedliche Gruppen auch in der SPD gibt,<br />
sondern dass diese Gruppen in der Außenwahrnehmung völlig überschätzt<br />
werden, weil es in der Regel nicht mehr als Gesprächszusammenhänge<br />
sind, die aber unter dem Dach der SPD am gemeinsamen Ziel arbeiten.<br />
Wenn Sie Bildungsgerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, die Energiewende<br />
und ein Konjunkturprogramm als links bezeichnen wollen, bin ich ein<br />
Linker in der SPD. Ich kann auch gut mit der Kategorie &quot;pragmatischer<br />
Linker&quot; leben. Sie können aber auch einfach zu mir sagen, dass ich<br />
Sozialdemokrat bin oder einfach zu mir Thorsten Schäfer-Gümbel sagen.<br />
Ich will damit deutlich machen, dass die Flügelbetrachtungen an der<br />
Oberfläche bleibt und niemals dazu beitragen wird zu verstehen, wie und<br />
was in einer Partei diskutiert wird.
</p>
<p>
<b>Ypsilanti</b>: Dürfen die SPD-Abgeordneten im nächsten Parlament wieder ihre Meinung frei äußern?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Sie tun das auch jetzt.
</p>
<p>
<b>Jimmy Hosseini</b>: Erklären Sie bitte in einfachen Worten, was falsch an einem Bündnis mit den Linken ist.
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Sie können nicht erwarten, dass ich den Entscheidungsprozess der<br />
letzten Monate und unzähliger Debatten in der SPD in eine kurze<br />
Zusammenfassung bringe.
</p>
<p>
<b>tankwart</b>: Ich finde<br />
Dagmar Metzger gut. Metzger verzichtet auf eine neue Kandidatur. Hätten<br />
Sie es besser gefunden, wenn Metzger wieder antreten würde? Oder sind<br />
sie froh, Ypsilantis Gegnerin in Sachen Linkspartei nicht im Landtag<br />
erwarten zu müssen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Ich<br />
habe mit Dagmar Metzger vor einiger Zeit telefoniert und wie bei allen<br />
vertraulichen Gesprächen handhabe ich das auch in diesem Fall so. Wir<br />
schauen nicht mehr zurück. Menschen haben Entscheidungen für sich<br />
getroffen. Die habe ich in der einen wie in der anderen Richtung zu<br />
akzeptieren. Insoweit richte ich jetzt den Blick nach vorne und<br />
versuche wieder über die Inhalte zu reden.
</p>
<p>
<b>KarlHeinz</b>: Haben Sie mit den vier &quot;Abweichlern&quot; Kontakt? Wenn ja, in welcher Form?
</p>
<p>
<b>xy</b>: Haben Sie das Gefühl von den Abweichlern Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und Silke Tesch unterstützt zu werden?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Nein, ich hatte in der Zeit keinen Kontakt. Es geht nicht um ein<br />
Gefühl. Ich freue mich über jeden Sozialdemokraten und jede<br />
Sozialdemokratin, die sich in eine Kampagne für einen Politikwechsel in<br />
Hessen einbringt.
</p>
<p>
<b>Arne</b>: Wie beurteilen Sie das Verhalten der anderen Abweichler?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich schaue nicht mehr zurück, sondern muss eine Partei in einer sehr<br />
schwierigen Situation in einen Wahlkampf führen. Zu den vier<br />
Abgeordneten ist aus meiner Sicht alles gesagt.
</p>
<p>
<b>Edel</b>: Warum tun sich alle Parteien, auch die SPD, so schwer, wenn es um ein Verbot der NPD geht?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ein Parteienverbotsverfahren ist in einer parlamentarischen Demokratie<br />
wie der Bundesrepublik Deutschland ein sehr schwerer Eingriff. Deshalb<br />
muss er auch gut geprüft werden. Dazu erwarte ich, dass sich Bund und<br />
Länder auf eine gemeinsame Linie verständigen und danach gemeinsam<br />
agieren. Die derzeitigen Profilierungsversuche des bayerischen<br />
Ministerpräsidenten sind deshalb nicht hilfreih. Unabhängig davon steht<br />
die NPD für eine rassistische und nationalchauvinistische Politik, die<br />
zunehmend von militanten Personen begleitet wird. Und die jüngsten<br />
Ereignisse in Passau, aber auch in Nordhessen, sind der abscheuliche<br />
Beweis, dass sich die NPD nicht auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Würden Sie persönlich ein NPD-Verbotsverfahren begrüßen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich würde meine Antwort von eben ad absurdum führen, wenn ich Ihnen<br />
dazu jetzt ein Ja oder Nein geben würde. Es muss zu einer gemeinsam<br />
abgestimmten Linie zwischen Bund und Ländern kommen. Und zwar zügig.
</p>
<p>
<b>Jacke Wahnsihn</b>: Haben sie ein Konzept gegen &quot;Gewalt von Rechts&quot;, wie sie gerade verstärkt medienpräsent ist?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich war in den vergangenen fünf Jahren in der Landtagsfraktion der SPD<br />
zuständig für das Thema Rechtsextremismus. In diesem Kontext sind viele<br />
Vorschläge entstanden, wie präventiv gegen rechtsextreme Vorstellungen<br />
vorgegangen werden kann. Dies gilt für die Medien, für die Jugendarbeit<br />
und die Schule ebenso wie für die Polizei, aber auch die<br />
Finanzbehörden, wenn es um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit von<br />
Rechtsextremen Vereinen, Stiftungen oder Burschenschaften geht.
</p>
<p>
<b>Schleichmichel</b>: Wie beurteilen Sie das Internet als Wahlkampfmedium?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Wir nutzen in diesen Tagen das Internet sehr intensiv als<br />
Kommunikationsmedium. Beispielsweise über Videoblogs mit der<br />
Aufforderung, Anregungen zu geben. Die erste Welle ist aufgearbeitet<br />
worden. Wir haben brandaktuell die Beantwortung von einer Reihe von<br />
Fragen im Internet vorgenommen. Dazu gehört auch die Nutzung<br />
verschiedener Foren und Blogs. Insoweit spielt das Internet eine<br />
zunehmend große Rolle.
</p>
<p>
<b>BigNick</b>: Herr Schäfer-Gümbel, was wird Ihre erste Maßnahme sein, wenn Sie gewählt werden sollten?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Die erste Maßnahme wird die Abschaffung der so genannten<br />
Sternchen-Regelung für die Bildung neuer Klassen in Hessen sein, da<br />
kleine Klassen einen Beitrag für bessere Bildung leisten können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Wir haben eine Umfrage unter den Chattern gemacht: Wird Thorsten<br />
Schäfer-Gümbel nächster hessischer Ministerpräsident? Was glauben Sie,<br />
wie ist die Abstimmung für Sie gelaufen?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Ich vermute, dass die Wetten im Moment noch nicht so sehr hoch auf mich<br />
fallen. Aber unter anderem deswegen bin ich ja auch im Wahlkampf. In<br />
Oberhessen sagt man: Die Hühner werden am Ende gezählt.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: 23 Prozent ja, 77 Prozent nein.
</p>
<p>
<b>cboenig</b>:<br />
Haben Sie Pläne für den Fall, dass sich doch nicht der Traum vom<br />
Ministerpräsident erfüllen könnte? Weiter Landespolitik oder gleich die<br />
Chance ergreifen, über die Europa- und Bundestagswahl über Hessen<br />
hinaus aktiv zu werden?
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>:<br />
Das ist kein Widerspruch. Ich werde erstmal ein paar Tage Urlaub machen<br />
und danach weiter für unsere Inhalte und Überzeugungen arbeiten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Das war eine Stunde tagesschau-Chat. Vielen Dank, liebe User, für die<br />
zahlreichen Fragen! Leider konnten wir nicht alle stellen. Herzlichen<br />
Dank, Herr Schäfer-Gümbel, für Ihre Zeit. Grüße von Berlin nach<br />
Frankfurt. Das Team von tagesschau.de wünscht allen noch einen schönen<br />
Tag.
</p>
<p>
<b>Thorsten Schäfer-Gümbel</b>: Ich darf mich auch<br />
herzlich bedanken für die angeregte Debatte im Netz. Ich hoffe nur,<br />
dass sie die Umfrage nicht bei Forsa in Auftrag gegeben haben. Ich<br />
wünsche allen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wenn, dann wäre es natürlich Infratest dimap gewesen!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Thomas Querengässer, tagesschau.de</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>PEP-NET</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 15:35:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[E-Participation]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[PEP-NET]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem Mai 2008 gibt es das europäische Projekt PEP-NET, ein Netzwerk für alle relevanten Stakeholder aus dem Bereich der E-Partizipation. Es wird von der Europäischen Kommission gefördert und soll eine grenzübergreifende Vernetzung aller europäischen Akteure mit Schwerpunkt eParticipation unterstützen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Mai 2008 gibt es das europäische Projekt PEP-NET, ein Netzwerk für alle relevanten Stakeholder aus dem Bereich der E-Partizipation. Es wird von der Europäischen Kommission gefördert und soll eine grenzübergreifende Vernetzung aller europäischen Akteure mit Schwerpunkt eParticipation unterstützen.<!--break--></p>
<p>
PEP-NET &#8211; das steht für &quot;Pan European eParticipation Network&quot; &#8211; umfasst 20 ordentliche und weitere 14 außerordentliche Mitglieder, steht aber weiterhin für neue Interessenten offen. Die Mitglieder sollen mit Hilfe des Netzwerkes besser international miteinander kommunizieren und ihre Erfahrungen austauschen können. Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch politik-digital.de.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/pep-map.jpg" width="300" height="279" />
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Auf der <a href="http://www.pep-net.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetpräsenz von PEP-NET </a>posten Wissenschaftler, Experten und Journalisten aus verschiedensten Ländern interessante Artikel aus dem Bereich E-Partizipation in Europa. Diese können dann  vom Leser kommentiert werden. Ein <a href="http://pep-net.eu/wordpress/?feed=rss2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RSS-Feed</a> oder die Möglichkeit <a href="http://twitter.com/pepnet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PEP-NET auf Twitter</a> zu folgen sind  ebenso integriert, wie ein Kalender, in dem ständig aktualisierte Termine an internationalen Schauplätzen eingetragen werden.</p>
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		<item>
		<title>Datenschützer: &#8220;Gefahr der Gefälligkeitskontrolle&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/datenschuetzer-gefahr-der-gefaelligkeitskontrolle-4179/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 19:03:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Datensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Durchsuchung]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch, 10. Dezember 2008 war Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig Holstein zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Datenschutzexperte äußerte sich zu den gesetzlichen Neuregelungen im Datenschutz und ging auch auf die Problematiken und Versäumnisse ein.  
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch, 10. Dezember 2008 war Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig Holstein zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Datenschutzexperte äußerte sich zu den gesetzlichen Neuregelungen im Datenschutz und ging auch auf die Problematiken und Versäumnisse ein. <br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen zum tagesschau-Chat. Am Wochenende ist der neueste Datenskandal bekannt geworden: Offenbar waren Bankdaten von 21 Millionen Bürgern auf dem Schwarzmarkt zu haben. Wie sicher sind unsere persönlichen Daten? Dazu wollen wir heute chatten: In Kiel begrüße ich jetzt Thilo Weichert. Er ist der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz und Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein. Vielen Dank Herr Weichert, dass Sie sich die Zeit nehmen! Kann es losgehen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Es kann losgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das Bundeskabinett hat auf die Serie von<br />
Datenschutzskandalen reagiert und heute Vormittag Neuregelungen zum<br />
Datenschutz beschlossen. So dürfen persönliche Daten zukünftig nur<br />
noch mit Einwilligung weitergegeben werden. Außerdem ist ein<br />
Gütesiegel für Unternehmen geplant, die sich regelmäßigen<br />
Datenschutzkontrollen unterziehen. Sie haben den Gesetzesentwurf als<br />
&quot;Katastrophe&quot; bezeichnet. Was genau kritisieren Sie?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Der Gesetzentwurf regelt das<br />
Permission-Marketing, also die Nutzung von Daten für Werbezwecke<br />
sowie das Datenschutzaudit. Die Wirtschaft hat im Vorfeld gegen das<br />
Gesetz viel Lobbyarbeit gemacht. Trotzdem ist das Grundprinzip<br />
beibehalten worden, dass bei der Nutzung von Fremddaten die<br />
Einwilligung der Betroffenen nötig ist. Dies ist okay. Kritisiert<br />
wird von uns vor allem das Auditgesetz, das alle Fehler enthält, die<br />
man machen kann: Es sieht weder Transparenz noch Qualitätssicherung<br />
vor und schafft weder Vertrauen noch Rechtssicherheit.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Was genau wird im Auditgesetz geregelt und was<br />
stört Sie im Detail?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Das Auditgesetz soll es der Wirtschaft<br />
ermöglichen, durch Experten &#8211; ohne Einschaltung der staatlichen<br />
Aufsicht und schon präventiv &#8211; ein Verfahren oder ein IT-Produkt auf<br />
Datenschutzkonformität hin zu überprüfen. Damit sollen die<br />
Unternehmen auch nach außen hin werben können. Unsere Kritik<br />
besteht darin, dass die Ergebnisse der Prüfung durch die Gutachter<br />
nicht veröffentlicht werden sollen, so dass die Verbraucher keine<br />
Transparenz haben. Auch eine Qualitätsprüfung durch eine<br />
unabhängige Instanz ist nicht vorgesehen. So läuft das Audit<br />
Gefahr, zur Gefälligkeitskontrolle zu werden. Ein inhaltlicher<br />
Gewinn wäre damit nicht verbunden. Vielmehr hätten wir<br />
Aufsichtsbehörden nur mehr Arbeit beim Beschwerden Bearbeiten.
</p>
<p>
<b>MatthiasKD</b>: Das Kabinett hat einen Gesetzesentwurf<br />
beschlossen, nach dem persönliche Daten nur noch weitergegeben<br />
werden dürfen, wenn die Betroffenen ausdrücklich zustimmen. Gibt es<br />
eigentlich Regelungen, wie solche Zustimmungen kenntlich zu machen<br />
sind? Man muss ja zum Beispiel für die Teilnahme an<br />
Onlinegewinnspielen oder bei Registrierungen im Netz immer die<br />
Datenschutzerklärung bestätigen, die kaum einer liest. Kann hier<br />
die Zustimmung im Kleingedruckten versteckt sein?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Der Entwurf sieht vor, dass die<br />
Einwilligung ausdrücklich erfolgen muss. Es genügt also nicht, die<br />
Einwilligung irgendwo im Kleingedruckten zu verstecken. Das ist im<br />
Grunde gut geregelt. Nur ist die Regelung selbst so monströs<br />
geraten, dass sie für normale Nutzer kaum verstanden werden kann.<br />
Außerdem gibt es ein Koppelungsverbot. Das heißt,<br />
Vertragsabschlüsse dürfen nicht davon abhängig gemacht werden,<br />
dass man der Werbenutzung zustimmt. Dies gilt aber nur für Dienste,<br />
für die es keine Alternativen auf dem Markt gibt. Dadurch wird das<br />
Koppelungsverbot weitgehend nutzlos.
</p>
<p>
<b>KV</b>: Gemeinnützige Organisationen sollen weiterhin Daten<br />
ohne die direkte Einwilligung der Betroffenen nutzen können. Sehen<br />
Sie einen Unterschied zwischen einem Werbebrief von Greenpeace und<br />
zum Beispiel dem Otto-Versand?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Es ist richtig, dass eine ganze Menge von<br />
Ausnahmen zugelassen werden, so auch für gemeinnützige<br />
Organisationen. Unsere Erfahrung ist, dass dort Daten nicht sorgsamer<br />
verarbeitet werden als bei anderen Stellen. Es gibt also aus<br />
Datenschutzsicht keinen Grund für diese Ausnahme. Offensichtlich<br />
wollte die Politik mit ihr den Widerstand gegen den Entwurf etwas<br />
mildern.
</p>
<p>
<b>OllyEden</b>: Aktuell ist ja noch das Thema Datenklau im<br />
Bereich der Kontodaten im Gespräch. Eine gesetzlich verankerte<br />
härtere Gangart ist das eine. Doch was wird man an technischen<br />
Vorgaben machen (können), um den Anwender und somit seine Daten<br />
besser zu schützen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Leider hat insofern der Gesetzgeber alle<br />
unsere Vorschläge übergangen. Die Datenschutzbeauftragten haben<br />
gefordert, dass die Daten mit ihrer Herkunft und der zulässigen<br />
Nutzung markiert werden sollen, so dass niemand sich herausreden<br />
kann, er wüsste nicht, woher er die Daten hat und für was sie<br />
genutzt werden dürfen. Dies lässt sich technisch abbilden. Wurde<br />
aber leider bisher nicht Gesetz.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Warum wurde das nicht mit in den Entwurf<br />
aufgenommen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Die Wirtschaft hat einen gewaltigen<br />
Widerstand gegen das gesamte Gesetzespaket organisiert. Bei SPD und<br />
CDU sowie den Ministerien sind scheinbar die Telefone nicht<br />
stillgestanden. Die Politik hat sich daher auf einige Punkte<br />
beschränkt, die bei Schäubles Datenschutzgipfel am 4.9. zugesagt<br />
wurden, und hat sinnvolle und nötige Ergänzungen unter den Tisch<br />
fallen lassen.
</p>
<p>
<b>ich</b>: Die Erfahrung zeigt, dass selbst sensible Daten in den<br />
Umlauf kommen, auch wenn sie nicht weitergegeben werden dürfen.<br />
Selbst wenn der &quot;Schuldige&quot; bestraft wird, sind die Daten<br />
dann im Umlauf. Muss ich jetzt jedes mal meine Kontodaten ändern?<br />
Oder kann ich Schadensersatz einfordern?
</p>
<p>
<b>Datenkrake</b>: Was kann ich tun, um meine im Umlauf<br />
befindlichen Daten zu sichern? Identität wechseln? Abmahnungen<br />
verschicken?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Wichtig ist in jedem Fall Datensparsamkeit.<br />
Aber oft müssen Daten herausgegeben werden. Da sollte man sich der<br />
Vertrauenswürdigkeit des Partners versichern. Wenn die Daten erst<br />
mal im Umlauf sind, gibt es wirklich kaum noch ein Halten. Kontrolle<br />
des Kontos ist wichtig. Wenn der Missbrauch festgestellt wird, sollte<br />
man sich bei den beteiligten Unternehmen beschweren. Wenn dies nichts<br />
bringt, hilft vielleicht die Beschwerde beim Datenschutz und beim<br />
Verbraucherschutz. Wenn der Missbrauch dadurch nicht beendet werden<br />
kann, hilft tatsächlich nur ein Identitätswechsel, also konkret<br />
zumeist der Austausch der Kontonummer.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Dazu eine Nachfrage:
</p>
<p>
<b>Eismann</b>: Wie soll ich mich dieser Vertrauenswürdigkeit<br />
versichern? Heute arbeiten selbst sehr seriöse Firmen mit<br />
Drittanbietern, von denen ich unter Umständen gar nichts weiß. Wie<br />
soll ich da denn wissen, ob die vertrauenswürdig sind oder nicht?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Das ist tatsächlich ein gewaltiges<br />
Problem. Seriöse Firmen überprüfen oft nicht genügend die<br />
eingeschalteten Dienstleister. Vielleicht wird es bald zu einem<br />
Markenzeichen von Unternehmen, dass sie sich gegenüber den Kunden<br />
verpflichten, keine Dienstleister bei ihrem Angebot einzuschalten.<br />
Natürlich ist Transparenz wichtig. Je offener ein Unternehmen<br />
bezüglich seiner Privacy-Policy ist und je genauer die Datennutzung<br />
beschrieben wird, desto bessere Kontroll- und<br />
Entscheidungsmöglichkeiten hat der Verbraucher. Dies ist eine<br />
wichtige Grundlage für das Vertrauen. Eine andere ist eine bisherige<br />
positive Erfahrung mit dem Unternehmen.
</p>
<p>
<b>Nr6655321</b>: Die Problematik ist doch eigentlich nicht neu,<br />
die Bürger waren schon immer unvorsichtig mit ihren Daten. Welchen<br />
Einfluss haben insbesondere die medienwirksamen Vorfälle der letzten<br />
Zeit auf die Gesetzgebung?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Wir können schon eine zunehmende<br />
Zurückhaltung feststellen, vor allem bei Internetangeboten und<br />
Gewinnspielen. Richtig ist aber, dass immer noch viele Menschen sich<br />
keinen Kopf machen um den möglichen Missbrauch ihrer Daten. Die<br />
Skandale haben meines Erachtens einen großen Einfluss auf die<br />
Gesetzgebung. Hätte es den 21-Millionen-Daten-Skandal nicht gegeben,<br />
so wäre der Entwurf wahrscheinlich jetzt nicht ins Kabinett<br />
gekommen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zum Thema persönliche Daten im Netz:
</p>
<p>
<b>pommes-olaf</b>: Viele Leute geben ihre Daten bereitwillig in<br />
Facebook oder StudiVZ ein, wissentlich, dass jeder sie sehen kann.<br />
Wollen die Leute nur Datenschutz, wenn er keinen Verzicht bedeutet?
</p>
<p>
<b>sureshot</b>: Werden meine Daten auf Xing, Facebook etc. auch<br />
für Zwecke genutzt, die ich gar nicht kenne? Kann ich den Netzwerken<br />
vertrauen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Ich denke, die Blauäugigkeit ist noch weit<br />
verbreitet. Viele denken nicht über den Tag hinaus. Garantiert<br />
möchte niemand, dass irgendwelche Selbstdarstellungen im Netz von<br />
einem künftigen Arbeitgeber genutzt werden, wenn sie anstößig sein<br />
können. Selbstbeschränkung muss nicht Verzicht sein. Alles, was im<br />
öffentlichen Teil des Netzes verfügbar ist, kann bezüglich des<br />
Zweckes nicht mehr eingeschränkt werden. Das heißt, die Daten<br />
können von allen und von jedem für alle und jede Zwecke verwendet<br />
werden, vom Finanzamt über den Arbeitgeber bis zur Polizei und zum<br />
Nachbarn.
</p>
<p>
<b>Frank Scheun</b>: Gibt es Gratis-Emaildienste, die sicherer<br />
sind als andere? Wir wissen überhaupt nicht, was amerikanische<br />
Anbieter wie Google, Yahoo und MSN mit unseren Daten machen.
</p>
<p>
<b>pommes-olaf</b>: Sollte der Staat stärker gegen die<br />
Datensammlung von Google vorgehen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Dienste in Deutschland sind sicher<br />
zuverlässiger als Dienste aus dem Ausland &#8211; vor allem in den USA, wo<br />
es kein wirksames Datenschutzrecht gibt. Aber auch bei deutschen<br />
Anbietern würde ich meine Hand in kein Feuer legen. Die<br />
Datenverarbeitung von Google ist ein riesiges Feld. Im Unabhängigen<br />
Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein haben wir gerade<br />
mit der härteren Auseinandersetzung begonnen. Google ist<br />
gesprächsbereit. Ob die Firma auch bereit ist, auf Forderungen der<br />
Datenschützer einzugehen, kann ich noch nicht bestätigen.
</p>
<p>
<b>j.a.n.s</b>: Im Dorf weiß und wusste jeder über jeden<br />
Bescheid. Durch die Globalisierung ist nur das Dorf größer<br />
geworden. Damit auch die Konsequenzen. Doch dies kann doch nur durch<br />
ein Umdenken der Menschen geändert werden. Aber die sammeln<br />
Bonuspunkte, stellen Persönlichstes in Soziale Internetnetzwerke.<br />
Was muss passieren, dass Menschen hier sensibler werden?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Ich bin sicher, dass dieser Prozess lange<br />
dauert, aber zu einem Umdenken führen wird. Wenn die Menschen<br />
merken, dass ihre Daten zu Schäden und Nachteilen führen, dann<br />
werden sie vorsichtiger werden. Leider werden viele Menschen erst<br />
durch Schaden klug.
</p>
<p>
<b>Storm</b>: Welche Risiken für meine Daten birgt die<br />
&quot;elektronische Gesundheitskarte&quot;? Kann ich mich weigern,<br />
meiner Krankenkasse ein Foto zu schicken?
</p>
<p>
<b>Prof.H.R.</b>: Krankenakten- Daten, wie kann ich diese für<br />
Ärzte freigeben?
</p>
<p>
<b>nummer5</b>: Welchen Schutz gibt es bei der neuen<br />
elektronischen Gesundheitskarte gegen den Datendiebstahl- und Handel?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Die eGK, also die Gesundheitskarte, ist ja<br />
noch nicht eingeführt. Die Vorbereitungen sehen aus meiner<br />
Datenschutzsicht gar nicht schlecht aus: Das Gesetz ist ganz gut. Die<br />
Umsetzung ist bisher auch okay. Es gibt aber natürlich Zwänge.<br />
Einer ist die Pflicht, ein Bild abzugeben. Da geht wohl kein Weg<br />
vorbei. Die Freigabe von Patientendaten ist eine Anwendung bei der<br />
eGK. Insofern sollen die Patienten vollständige<br />
Entscheidungsfreiheit haben. Das wird technisch auch so umgesetzt.<br />
Der Handel mit Gesundheitsdaten ist absolut verboten. Es gibt auch<br />
technische Sicherungen: Die Telematik-Infrastruktur ist ein<br />
Virtual-Private-Network. Die Daten werden mit einem öffentlichen<br />
Schlüssel verschlüsselt und können nur mit dem privaten auf der<br />
eGK entschlüsselt werden. Außerdem soll es differenzierte<br />
Zugriffsregelungen auf technischer Ebene geben.
</p>
<p>
<b>ringo</b>: Was kann man gegen die Weitergabe personenbezogener<br />
Daten durch die Einwohnermeldeämter tun?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Meldebehörden eröffnen die Möglichkeiten<br />
zu Widersprüchen, z.B. Weitergabe an Adressbücher, an politische<br />
Parteien usw.. Dies muss man nicht begründen. Will jemand eine<br />
generelle Sperre einrichten lassen, was auch möglich ist, dann muss<br />
dies damit begründet werden, dass die Weitergabe der Daten direkte<br />
Schäden zur Folge haben kann.
</p>
<p>
<b>Romeyer</b>: Welche Wahl hat denn der Bürger, wenn Unternehmen<br />
Daten für Verträge etc. erheben? Sind die Datenpools bei Behörden<br />
und Unternehmen nicht das eigentliche Problem?
</p>
<p>
<b>Palatius</b>: Wie sieht es dann z.B. mit den &quot;berühmten<br />
Schufaauskünften&quot; aus?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Wir haben Privatautonomie, das heißt, wenn<br />
einem die Vertragsbedingungen nicht passen, muss man es bleiben<br />
lassen. Künftig soll es das schon erwähnte Koppelungsverbot geben,<br />
so dass man nicht zu stark über den Tisch gezogen werden kann. Dann<br />
gibt es natürlich die Kontrolle. Die Schufa ist auch ein weites<br />
Feld. Künftig soll es das Recht geben, sich regelmäßig selbst<br />
unentgeltlich eine Schufaauskunft einzuholen. Damit nichts Falsches<br />
an Dritte beauskunftet wird, sollten viele dieses kommende Angebot<br />
auch nutzen.
</p>
<p>
<b>akala</b>: Thema Vorratsdatenspeicherung:<br />
Bundesjustizministerin Zypries behauptet immer wieder, mit der<br />
Einführung der Vorratsdatenspeicherung hätte sich für den Bürger<br />
nicht viel geändert, die Telekommunikationsdaten wären ja auch<br />
vorher schon gespeichert worden. Was ist also das Neue und<br />
Gefährliche an der Vorratsdatenspeicherung? Oder ist sie tatsächlich<br />
harmlos?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Diese Dauerbehauptung von Frau Zypries wird<br />
mit ihrer Wiederholung nicht richtiger. Das Problem ist, dass künftig<br />
alle Verbindungsdaten gespeichert werden, auch wenn sie für<br />
Abrechnungen nicht nötig sind. Angesichts von Flatrates ist dies<br />
eine gewaltige Menge. Diese Daten sind sehr aussagekräftig. Auch nur<br />
deshalb haben Polizei und Geheimdienste hieran ein so großes<br />
Interesse.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Auch bei diesem Chat konnten die User schon<br />
vorab Fragen stellen. Diese hat die meisten interessiert:
</p>
<p>
<b>John</b>: Wird Schäuble versuchen, durch die<br />
Vorratsdatenspeicherung/Onlinedurchsuchungen illegale Film-, Musik-<br />
und Spieldownloads einzugrenzen?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Es ist gut möglich, dass Herr Schäuble<br />
dies versuchen will. Die Urheberindustrie macht insofern gewaltige<br />
Lobbyarbeit. Nur läuft die Rechtsprechung des<br />
Bundesverfassungsgerichts in eine ganz andere Richtung. Es ist<br />
relativ klar, dass bei Bagatellen wie einzelnen<br />
Urheberrechtsverstößen die Nutzung der Vorratsdaten nicht<br />
zugelassen wird.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Leider müssen wir zum Schluss kommen, ein<br />
Hilferuf:
</p>
<p>
<b>Matthias L.</b>: Ist es nicht der blanke Hohn, dass die<br />
Bundesregierung angeblich so viel für den Datenschutz tut und<br />
mittlerweile selbst die größte Datenkrake überhaupt ist? Wer<br />
schützt mich vor der Regierung mit der Vorratsdatenspeicherung?
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Schutz vor Datenmissbrauch durch den Staat<br />
gibt es von &#8211; möglichst unabhängigen &#8211; Datenschutzbehörden. Aber<br />
wichtiger ist die öffentliche Diskussion und die Einflussnahme auf<br />
die Politik. Insofern stehen wir in Deutschland besser da als zum<br />
Beispiel in den USA oder in England. Wenn die Regierung etwas<br />
Positives tut, sollten wir das auch positiv kommentieren. Aber<br />
Vorsicht ist immer sinnvoll.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das war eine Stunde tagesschau-Chat zum Thema<br />
Datenschutz. Vielen Dank, liebe User, für Ihre Fragen! Herzlichen<br />
Dank, Herr Weichert, für Ihre Zeit und Grüße von Berlin nach Kiel.<br />
Das Team von tagesschau.de wünscht allen noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Thilo Weichert</b>: Ich habe gerne am Chat mitgemacht. Liebe<br />
Grüße.
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Thomas Querengässer,<br />
tagesschau.de.</i>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>EU interaktiv &#8211; Nach der Diskussion ist vor der Diskussion</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-interaktiv-nach-der-diskussion-ist-vor-der-diskussion-4176/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 16:34:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Portal]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Bürgerkonferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Blick auf das EU-Wahljahr 2009 ist am 03. Dezember.2008 die erste Phase der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009 gestartet. Die Bürgerinnen und Bürger aller EU-Mitgliedstaaten können in einer Online-Debatte über die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas diskutieren. 
<p>
<img src="/sites/politik-digital.de/files/europbuergergesellsch.jpg" height="177" width="250" />
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Blick auf das EU-Wahljahr 2009 ist am 03. Dezember.2008 die erste Phase der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009 gestartet. Die Bürgerinnen und Bürger aller EU-Mitgliedstaaten können in einer Online-Debatte über die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas diskutieren. </p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/europbuergergesellsch.jpg" height="177" width="250" />
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die deutsche Version ist unter<br />
<u><a href="http://www.europaeische-buergerkonferenzen.eu/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.europaeische-buergerkonferenzen.eu/de/</a></u><br />
zu erreichen. Hier erwartet die Bürger ein Portal<br />
auf dem sie nach der Anmeldung über verschiedenartige Themen<br />
debattieren und Vorschläge unterbreiten oder über die Vorschläge<br />
anderer Bürger abstimmen können.
</p>
<p>
<b>Diskutieren, nochmal diskutieren und<br />
dann präsentieren</b>
</p>
<p>
Die europaweite Debatte soll zehn<br />
Vorschläge hervorbringen, die auf der Europäischen Bürgerkonferenz<br />
am 28. und 29. März 2009 von nach dem Zufallsprinzip ausgewählten<br />
Bürgern in Berlin diskutiert und dann den nationalen<br />
Entscheidungsträgern präsentiert werden. Die Europäischen<br />
Bürgerkonferenzen sollen an drei Wochenenden zeitgleich in jeweils<br />
neun Ländern stattfinden. Für April 2009 ist geplant,<br />
Zusammenfassungen der insgesamt 270 Empfehlungen aus allen 27 Ländern<br />
noch einmal zum Kommentieren auf die nationalen Portale zu stellen.<br />
Abschließend werden alle Bürger, die bereits an den nationalen<br />
Debatten teilgenommen haben, über diese Empfehlungen abstimmen, so<br />
dass letztlich 15 Stück übrig bleiben. Auf dem Europäischen<br />
Bürgergipfel am 10. und 11. Mai 2009 in Brüssel sollen diese<br />
Empfehlungen dann endgültig abgefasst und den europäischen<br />
Entscheidungsträgern unterbreitet werden. Was diese dann damit<br />
machen, ist die Preisfrage.
</p>
<p>
<b>Design mit kleinen Macken</b>
</p>
<p>
Die Seite ist recht übersichtlich<br />
gestaltet und will scheinbar den Anspruch erfüllen, auch weniger<br />
erfahrenen Internetnutzern die Navigation zu erleichtern. Das Design<br />
setzt auf große Buttons, die typischen Web 2.0-Farben, sowie<br />
Tag-Clouds, um die häufigsten Schlagworte zu verlinken. Ebenso ist<br />
eine Google-Maps-Einbindung vorhanden, auf der die Herkunftsorte der<br />
Nutzer eingetragen sind. Selbstverständlich fehlt auch die<br />
obligatorische <u><a href="http://www.dailymotion.com/video/k64aIhbnFEHRilRutN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a></u>-Einbettung<br />
auf der Startseite nicht, um das Portal kurz vorzustellen.
</p>
<p>
Da das Layout scheinbar für die<br />
<u><a href="http://www.european-citizens-consultations.eu/uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">englischsprachige<br />
Version</a><a href="http://www.european-citizens-consultations.eu/uk/"><br />
</a></u>des Portals entwickelt und erst später<br />
regionalisiert wurde, trifft man in der deutschen Variante hin und<br />
wieder auf unschöne Verschiebungen im Design.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;De-Mail soll E-Mail geschäftsfähig machen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chattranskript-de-mail-4172/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 10:18:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Zebralog]]></category>
		<category><![CDATA[BMI]]></category>
		<category><![CDATA[De-Mail]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Stach]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesministerium des Innern]]></category>
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					<description><![CDATA[2010 soll die De-Mail als neues rechtssicheres Internet-Kommunikationsmittel in Deutschland eingeführt werden. Am Mittwoch, 03.12.2008 beantwortete Dr. Heike Stach, Leiterin des Projekts Bürgerportale im Bundesinnenministerium, in einem Chat organisiert von Zebralog e.V. in Zusammenarbeit mit politik-digital.de, Fragen zur konkreten Umsetzung und ging auf Bedenken zur Sicherheit und zum Datenschutz ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2010 soll die De-Mail als neues rechtssicheres Internet-Kommunikationsmittel in Deutschland eingeführt werden. Am Mittwoch, 03.12.2008 beantwortete Dr. Heike Stach, Leiterin des Projekts Bürgerportale im Bundesinnenministerium, in einem Chat organisiert von Zebralog e.V. in Zusammenarbeit mit politik-digital.de, Fragen zur konkreten Umsetzung und ging auf Bedenken zur Sicherheit und zum Datenschutz ein.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Können Sie zum Einstieg das Projekt De-Mail in wenigen Sätzen<br />
beschreiben, damit alle Chatterinnen und Chatter auf einem<br />
einheitlichen Stand sind?<br />
Dazu passt<br />
auch diese Frage:</p>
<p><b>Maik<br />
Friedrich:</b> Gibt es schon konkrete<br />
Vorstellungen, wann De-Mail starten soll?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Also, bei De-Mail geht es darum, die E-Mail geschäftsfähig zu<br />
machen. Dabei soll De-Mail so einfach sein wie E-Mail und so sicher<br />
wie die Papier-Post. <br />
Ziel ist, dass<br />
künftig Rechnungen, Kündigungen, Verträge, Bescheide und<br />
verbindliche und vertrauliche Kommunikation allgemein elektronisch<br />
und rechtssicher versendet werden können.<br />
Dabei<br />
bauen wir keine staatliche Infrastruktur auf, sondern zertifizieren<br />
Provider aus der Privatwirtschaft bezüglich Sicherheit, Daten- und<br />
Verbraucherschutz. Nur zertifizierte Provider können De-Mail<br />
anbieten. Wir hoffen, dass erste De-Mail-Anbieter 2010 online gehen.</p>
<p><b>Robert<br />
Helling:</b> Wenn mir auf diesem Weg<br />
Nachrichten rechtsverbindlich zugestellt werden können, muss ich<br />
konsequenter Weise regelmäßig in kurzen Abständen meine<br />
Nachrichten auch abrufen? Dies scheint mir, mich sehr unter Druck zu<br />
setzen. Kann ich nicht eine rechtsverbindliche Zustellung über das<br />
Portal an mich ausschließen oder nur bestimmte Absender zulassen?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Mit De-Mail muss ein Bürger einer Behörde den Zugang eröffnen. Das<br />
bedeutet, bevor eine Behörde mich per De-Mail anschreibt, muss ich<br />
ihr dieses gestatten und ihr meine De-Mail-Adresse bekannt geben. Ich<br />
kann mir also aussuchen, ob und mit welcher Behörde ich auf diesem<br />
Weg kommunizieren möchte.
</p>
<p>
Wenn ich den<br />
Zugang für alle Behörden eröffnen möchte, also der gesamten<br />
deutschen Verwaltung meine De-Mail-Adresse bekannt geben möchte,<br />
sieht der derzeitige Gesetzesentwurf vor, dass ich meine<br />
De-Mail-Adresse in einem Melderegister veröffentlichen kann. Das ist<br />
freiwillig!
</p>
<p>
Bei der<br />
Kommunikation mit Unternehmen ist es im Grunde ähnlich. Auch dort<br />
muss ich meine De-Mail-Adresse bekannt geben, bevor sie verwendet<br />
werden kann.<br />
Zur Frist: Die<br />
Zustellfiktion tritt wie bei der Papierpost drei Tage nach Versand<br />
ein. Man muss also nicht minütlich in sein De-Mail-Postfach schauen,<br />
genau wie beim Briefkasten.</p>
<p><b>NIco:</b><br />
Bei De-Mail wird immer von der rechtssicheren Kommunikation<br />
gesprochen. So sollen Anträge in Zukunft per De-Mail übermittelt<br />
werden. Nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz ist hierfür die<br />
qualifizierte Signatur erforderlich. Ist die Kommunikation über<br />
De-Mail auf Bürger-seite/Behördenseite mit der qualifizierten<br />
elektronischen Signatur möglich ?
</p>
<p>
<b>Heike Stach</b>:<br />
De-Mail ersetzt nicht die qualifizierte elektronische Signatur.<br />
Letztere ersetzt im Kern die persönliche Unterschrift. Wenn die<br />
persönliche Unterschrift, also die Schriftform, erforderlich ist,<br />
muss ich nach wie vor qualifiziert elektronisch signieren und kann<br />
das Dokument dann per De-Mail versenden.<br />
Die<br />
qualifizierte elektronische Signatur löst ein anderes Problem als<br />
De-Mail. Bei ersterer geht es um dauerhafte Nachweisbarkeit der<br />
Unterschrift unter einem Dokument. Bei De-Mail geht es um die<br />
Sicherheit, Vertraulichkeit und Nachweisbarkeit eines<br />
Kommunikationsaktes, also eben der Zusendung.</p>
<p><b>Wieland<br />
Ravenstein:</b> Wie bitte ist der Stand<br />
heute: Gibt es schon Interessenten wie die Telekom, ab wann ist eine<br />
Registrierung möglich, wo wird ein Test stattfinden? Hat man nicht<br />
die Sorge, dass es eine ähnliche Übererwartung wie bei der<br />
digitalen Signatur gibt?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Auf dem IT-Gipfel wurde eine Pilotierungsvereinbarung unterzeichnet,<br />
in der eine Reihe von Firmen und Institutionen die Absicht erklären,<br />
im kommenden Jahr einen Piloten zu De-Mail zu starten. Diese Firmen<br />
sind unter anderen die United Internet AG (Web.de, Gmx, 1&amp;1),<br />
T-Home und T-Systems, Mentana-Claimsoft sowie auch<br />
Anwender-Unternehmen aus der Versicherungsbranche, den Banken und<br />
Sparkassen und Großunternehmen aus Friedrichshafen und Handwerker &#8230;</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Wie wird garantiert, dass die Verschlüsselung keine Backdoor<br />
enthält, die der Regierung erlaubt, meine E-Mails zu lesen?
</p>
<p>
<b>Heike Stach</b>:<br />
De-Mail unterliegt den gesetzlichen Rahmenbedingungen der<br />
elektronischen Kommunikation. Das heißt, das Mitlesen von Inhalten<br />
ist grundsätzlich nur nach entsprechender richterlicher Anordnung<br />
möglich, wie es auch bei Papierpost der Fall ist.<br />
Ansonsten<br />
wird die gesamte Kommunikation und Datenablage standardmäßig vom<br />
Provider verschlüsselt. Zudem sind alle Provider verpflichtet, die<br />
„Ende-zu-Ende-Verschlüsselung&quot; zu unterstützen. Die Provider<br />
werden zertifiziert und müssen dabei nachweisen, dass der Zugriff<br />
auf die von ihnen verwendeten Schlüssel nur in berechtigten Fällen<br />
erfolgen kann.</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Wieso werden denn die bereits vorhandenen Lösungen wie Truecrypt und<br />
PGP nicht genutzt? Das wäre billiger, die Programme sind quelloffen<br />
und werden von vielen Bürgern bereits verwendet.</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Erst einmal kann man sagen: Diese Technologien können weiter<br />
verwendet werden.<br />
Dadurch, dass es<br />
möglich wird, seine Verschlüsselungszertifikate in den<br />
Verzeichnisdienst seines Providers zusammen mit der De-Mail-Adresse<br />
zu veröffentlichen, wird „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung&quot; sogar<br />
erleichtert.<br />
Die Erfahrung zeigt,<br />
dass sich solche „Ende-zu-Ende-Verschlüsselungstechnologien&quot; in<br />
der Breite nicht durchgesetzt haben, da das Schlüssel-Handling und<br />
der Umgang mit der erforderlichen Software für die meisten Menschen<br />
zu unkomfortabel oder zu schwierig ist.<br />
Deshalb<br />
sollen die Provider die Aufgabe der Verschlüsselung und den Umgang<br />
mit Sicherheitstechnologien dem Bürger soweit wie möglich abnehmen.<br />
„Ende-zu-Ende-Verschlüsselung&quot;<br />
gewährleistet zudem, anders als De-Mail, nicht die Nachweisbarkeit<br />
der Zustellung und auch nicht die Authentizität des Absenders und<br />
des Empfängers.</p>
<p><b>Datenreisender:</b><br />
Wie kann ich einer Verschlüsselung vertrauen, bei der nicht ich,<br />
sondern der Provider im Besitz der hierfür notwendigen Keys ist?<br />
Eine Verschlüsselung ist grundsätzlich immer nur dann sicher, wenn<br />
der geheime private Schlüssel niemandem außer mir bekannt ist!</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Wie gesagt, Sie können auch mit De-Mail „Ende-zu-Ende&quot;<br />
verschlüsseln. Damit Sie Ihren Providern vertrauen können, werden<br />
die beim Provider vorgenommenen Maßnahmen vorgeschrieben und eben<br />
auch geprüft.<br />
Die Anforderungen an<br />
den Umgang mit den Schlüsseln beim Provider sind vergleichbar mit<br />
Verfahren, die Banken einsetzen, um die Vertraulichkeit der Konten &#8211;<br />
auch gegenüber eigenen Mitarbeitern &#8211; zu gewährleisten.</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Wieso sollten Nutzer angesichts der aktuellen Vorfälle vor allem in<br />
den Bereichen IT-Sicherheit und Datenschutz ausgerechnet dem<br />
Bundesinnenministerium (heimliche Online Durchsuchung) und der<br />
Deutschen Telekom (Bespitzelungsaffäre, Kundendatenverlust)<br />
vertrauen?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Das Erste ist: Der Provider, den Sie wählen, ist ein Provider IHRER<br />
Wahl.<br />
Sie müssen also nicht zur<br />
Telekom gehen, wenn Sie dies nicht wollen, siehe oben.<br />
Zum<br />
Bundesministerium des Innern: Zuständig für die Zertifizierung bzw.<br />
Akkreditierung ist das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der<br />
Informationstechnik). Das BSI ist eine präventive Sicherheitsbehörde<br />
und hat eine starke Kompetenz in Fragen der IT-Sicherheit.<br />
Das<br />
Zertifizierungsverfahen selbst, also die geprüften Kriterien, werden<br />
veröffentlicht und Sie können sich selbst ein Bild machen, ob Sie<br />
die Prüfung ausreichend finden.<br />
Sie<br />
müssen also nicht vertrauen, sondern können selbst prüfen.</p>
<p><b>Stefan<br />
Salz2:</b> Ich frage mich, wie man<br />
verhindert, dass zukünftige De-Mail Anbieter den Ansatz gefährden<br />
oder stark beeinträchtigen könnten, indem sie einen zu hohen Preis<br />
pro De-Mail verlangen &#8211; also das „e-Porto&quot; zu hoch ist? Denn wir<br />
sehen ja immer wieder, dass eine neue Technik erst dann richtig<br />
boomt, wenn sie auch sehr preiswert wird.</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Die Verantwortung für die Ausarbeitung von Geschäftsmodellen und<br />
Preisen liegt bei der Wirtschaft. Der Staat sollte hier nur<br />
regulierend eingreifen, wenn das wirklich erforderlich ist.
</p>
<p>
Da es den<br />
Providern darum gehen wird, viele Kunden zu akquirieren, ist es auch<br />
in ihrem Interesse, vernünftige und akzeptierte Angebote zu<br />
machen.</p>
<p><b>Peter<br />
Cornelius:</b> Es gibt jetzt schon<br />
web-basierte E-Mail-Systeme von Mobilfunk-Anbietern. Wären die auch<br />
potentielle Teilnehmer am Pilotbetrieb ?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Mobilfunkanbieter? Bisher hat<br />
sich noch keiner gemeldet. Wenn vernünftige Vorschläge kommen, kann<br />
man das natürlich diskutieren.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
De-Mail soll ja auch aus dem Ausland nutzbar sein:</p>
<p><b>Wieland<br />
Ravenstein:</b> Wie ist die Sicherheit<br />
beim Grenzübergang? Wenn ich aus Guatemala teilnehme, gibt es dann<br />
größere Risiken, als wenn ich in der Godesberger Allee neben dem<br />
BSI wohne und maile?</p>
<p>
<b>Heike Stach</b>:<br />
Die Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Provider läuft über einen<br />
gegenseitig verschlüsselten und authentisierten Kanal, auch wenn Sie<br />
im Ausland sind. Grundsätzlich ist damit eine vergleichbare<br />
Sicherheit gegeben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zum Thema Datentresor und Speicherung der über De-Mail versandten<br />
Mails:</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Werden die Dokumente zwischen Privat und Behörde auf einem zentralen<br />
Server gespeichert? Es besteht immer die Möglichkeit, dass ein<br />
Privat-PC abstürzt oder ein kompletten Blackout hat. Somit sind die<br />
Daten und Dokumente bei Privat verloren. Kann er diese von der<br />
Behörde wieder einfordern?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Jeder Provider kann einen<br />
Dokumentensafe (De-Safe) anbieten. In diesem werden die Daten sicher<br />
aufbewahrt. Auch wenn Sie Schwierigkeiten mit Ihrem PC bekommen. Zum<br />
nochmaligen Einfordern bei der Behörde: Dies ist bei De-Mail nicht<br />
anders als bei der Papier-Post.</p>
<p><b>CID-PM2010:</b><br />
Auf welche Weise authentisiert sich der Nutzer von De-Mail gegenüber<br />
seinem Dienste-Anbieter?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Wenn ich ein De-Mail-Postfach eröffnen möchte, muss ich mich bei<br />
meinem Provider identifizieren, ähnlich wie bei der Eröffnung eines<br />
Online-Bankkontos. Wenn ich mich dann später bei meinem Account<br />
anmelden möchte, kann ich das auf zwei Sicherheitsniveaus tun: Zum<br />
einen auf dem Niveau &quot;normal&quot;, zum Beispiel mit Username<br />
und Password. Zum anderen auf dem Niveau &quot;hoch&quot;, das<br />
durch Besitz und Wissen gekennzeichnet ist.  Zum Beispiel mit<br />
modernen Bankkarten, dem künftigen elektronischen Personalausweis<br />
und gegebenenfalls aber auch geeigneten USB-Token.</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Ist das mit dem Grundsatz der Datensparsamkeit aus dem<br />
Datenschutzgesetz irgendwie zu vereinen? Für einen E-Mail-Dienst<br />
sind fast alle dieser Daten nicht erforderlich und dürfen von daher<br />
nicht erfasst werden.</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Damit man über De-Mail rechtssicher kommunizieren kann, ist es<br />
zumindest im Streitfalle erforderlich zu wissen, wer mit wem redet.<br />
Dazu werden bei der Erstregistrierung die Daten erhoben, die auf dem<br />
Personalausweis stehen. Das ist das Minimum, das man dazu<br />
benötigt.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Noch einmal zum Thema De-Safe:</p>
<p><b>Robert<br />
Helling:</b> Die große Preisfrage dabei<br />
ist natürlich, in welchem Umfang man dort Daten ablegen kann.<br />
Mehrere GB sollten da schon eingeplant werden, sonst stößt es zu<br />
schnell an die Grenzen. (Gerade wenn auch E-Mail und zum Beispiel<br />
gescannte Dokumente aufbewahrt werden.)</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Vorgeschrieben sind mindestens 100 MB, die Provider ihrem Kunden<br />
anbieten müssen, nach oben hin gibt es jedoch keine<br />
Beschränkung.</p>
<p><b>Datenreisender:</b><br />
Kann ich bei De-Mail auch selbst mein eigener Provider sein, also zum<br />
Beispiel zu Hause einen eigenen Mailserver betreiben?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Dann müssten Sie sich<br />
zertifizieren lassen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Ist das Verfahren aufwändig?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Das hängt davon ab, wie Ihre<br />
Infrastruktur heute schon aussieht.<br />
Wenn<br />
Sie Ihrem Kunden bereits ein hohes Sicherheits- und Datenschutzniveau<br />
bieten und das nachweisen können (auf technischer und<br />
organisatorischer Ebene), ist der Aufwand geringer, als wenn das<br />
nicht der Fall ist.</p>
<p><b>Gast:</b><br />
Kann ich Dateien in meinem Safe legen, die ich vorher mit Truecrypt<br />
gegen staatliches Mitlesen geschützt habe?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Ja.</p>
<p><b>Peter<br />
Cornelius:</b> Es sollte auch Systeme<br />
geben, die vernünftiges Arbeiten ohne Anonymisierung als Grundlage<br />
haben. Ich finde die Überlegungen für De-Mail gut.
</p>
<p>
<b>Heike Stach</b>:<br />
Danke.</p>
<p><b>BRichter:</b><br />
Wie teuer wird so eine Zertifizierung in etwa?</p>
<p><b>Heike<br />
Stach</b>: Das ist schwer zu sagen und<br />
hängt von den Voraussetzungen ab, die ein Provider heute schon<br />
erfüllt.</p>
<p><b>yoyo:</b><br />
Gibt es vergleichbare Projekte schon in anderen Ländern?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
In anderen Ländern gibt es &#8211; wie in Deutschland auch &#8211; eine Reihe<br />
von Ansätzen, die elektronische Kommunikation mit z.B. nur den<br />
Behörden oder nur einer Stadt, nur einem Unternehmen, sicher und<br />
verbindlich zu machen. Einen übergreifenden Ansatz wie bei De-Mail,<br />
bei dem es um die Kommunikation aller mit allen geht, gibt es so<br />
meines Wissens nicht.</p>
<p><b>pomox:</b><br />
Wie kann Interoperabilität und Plattformneutralität sichergestellt<br />
werden?</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Interoperabilität sichern wir durch die Zertifizierung, in deren<br />
Rahmen die Provider nachweisen müssen, dass sie untereinander gemäß<br />
einer definierten Interoperabilitätsspezifikation kommunizieren. Die<br />
Plattformunabhängigkeit beim Nutzer wird dadurch sichergestellt,<br />
dass die Provider alle gängigen Web-Browser unterstützen müssen.</p>
<p><b>mal sehen:</b><br />
Welche E-Government-Anwendungen (Umzug, KFZ-Ummeldung,<br />
Rentenbescheid, Steuer usw.) werden beim Start von De-Mail eine<br />
funktionierende Schnittstelle über De-Mail anbieten? Werde ich das<br />
überhaupt können &#8211; von Geburtsurkunde ausstellen und ähnlichem<br />
abgesehen.</p>
<p><b>Heike Stach</b>:<br />
Bei De-Mail geht es eher um die Bescheiderteilung als um die<br />
Antragsstellung. Letztere läuft im Idealfall über Online-Formulare<br />
der zuständigen Behörden.  Damit die Behörden Bescheide und<br />
sonstigen Schriftverkehr per De-Mail zusenden können, müssen sie<br />
sich an den De-Mail-Verbund anschließen. Das ist nicht sehr<br />
aufwändig. Ich gehe davon aus, dass deshalb eine ganze Reihe von<br />
Behörden und Verfahren in 2010 an dem Verfahren<br />
teilnehmen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Das war der Chat mit Dr. Heike Stach, Leiterin des Projekts<br />
Bürgerportale im Bundesministerium des Innern, zum Thema De-Mail und<br />
sichere Kommunikation im Internet. Vielen Dank an Frau Dr. Stach für<br />
Ihre Teilnahme und vielen Dank an die Chatterinnen und Chatter für<br />
die Fragen. Das Transkript dieses Chats gibt es in Kürze auf<br />
<a href="http://www.e-konsultation.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.e-konsultation.de</a> zum Nachlesen. Das Chatteam wünscht allen<br />
Beteiligten noch einen schönen Tag.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich bin nicht fehlerlos und ich bin nicht Gott&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 17:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Sodann]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsidentenwahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 01.12.2008 war Peter Sodann zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Schauspieler und Bundespräsidenten-Kandidat der Linkspartei beantwortete Fragen zu seiner Kandidatur, sprach über sein Demokratieverständnis und erklärte, was er besser machen würde als Horst Köhler. Eines stellte der ehemalige Tatort-Kommissar ganz klar heraus: er geht nicht davon aus, dass er die Wahl gewinnen wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 01.12.2008 war Peter Sodann zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Schauspieler und Bundespräsidenten-Kandidat der Linkspartei beantwortete Fragen zu seiner Kandidatur, sprach über sein Demokratieverständnis und erklärte, was er besser machen würde als Horst Köhler. Eines stellte der ehemalige Tatort-Kommissar ganz klar heraus: er geht nicht davon aus, dass er die Wahl gewinnen wird.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Herzlich willkommen beim<br />
tagesschau-Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Heute bei uns zu Gast: Peter<br />
Sodann, der Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten<br />
&#8211; und vielen von Ihnen sicher auch bekannt als ehemaliger<br />
„Tatort&quot;-Kommissar Ehrlicher. Er wird in den kommenden 60 Minuten so<br />
viele Ihrer Fragen wie möglich beantworten. Herzlich willkommen auch an<br />
Sie, Herr Sodann. Schön, dass Sie sich Zeit genommen haben! Können wir<br />
beginnen?
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Ja, wenn Sie wollen.
</p>
<p>
<b>diro</b>: Herr Sodann, werden Sie Ihre Kandidatur mit Bestimmtheit bis zum Wahltermin aufrechterhalten?
</p>
<p>
<b>friday</b>:<br />
Könnten Sie sich vorstellen, um eine zweite Amtszeit des jetzigen<br />
Bundespräsidenten zu verhindern, doch noch zugunsten von Gesine Schwan<br />
Ihre Kandidatur zurückzuziehen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Nein, warum? Ich trete nicht gegen Herrn Köhler an, ich trete auch<br />
nicht gegen Frau Schwan an. Ich trete für die Linkspartei an. Warum<br />
soll ich zugunsten von jemandem zurücktreten? Jeder macht sein Brot und<br />
das ist gut.
</p>
<p>
<b>Einheit</b>: Warum haben Sie sich als Bundespräsident beworben, obwohl Sie keine Erfahrung haben?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich weiß ja nicht, ob man als Bundespräsident überhaupt Erfahrung haben<br />
muss oder geschult wird. Ich glaube, man muss als Mensch Erfahrung<br />
haben und das reicht.
</p>
<p>
<b>Fragesteller</b>: Wo sehen Sie Ihre Stärken gegenüber dem derzeitigen Bundespräsidenten Horst Köhler?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Das ist schwierig zu sagen, aber ganz sicher darin, dass ich den<br />
Artikel 1 des Grundgesetzes stärker durchsetzen würde als Herr Köhler:<br />
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Klingt zwar pathetisch, aber<br />
das ist nun mal der wichtigste Artikel.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Können Sie konkret sagen, wie Sie den Artikel besser umsetzen würden?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Das ist schwierig zu beantworten. Ich glaube, man kann nicht nur für<br />
den Frieden oder gegen den Krieg sein, man muss auch Namen nennen.
</p>
<p>
<b>wolf</b>: Herr Sodann, Sie sagen, wir würden nicht in einer Demokratie leben. Glauben Sie, dass Demokratie funktioniert?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich denke schon. Wenn man sehr wachsam ist und Demokratie nicht durch<br />
Politik oder andere Dinge im großen weltpolitischen Geschehen<br />
missachtet wird. Die Demokratie ist immer gefährdet durch Gier, was wir<br />
jetzt gerade sehen, oder durch Dummheit.
</p>
<p>
<b>SingSachseSing</b>:<br />
Die Kritik an Ihrer Nominierung lässt ja nicht nach &#8211; selbst aus den<br />
Reihen der Linkspartei. Fühlen Sie sich ein wenig wie die Sarah Palin<br />
der Linkspartei?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Fühle ich mich nicht.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Tut die Kritik denn weh?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Wenn man weiß, von wem sie kommt, dann nicht.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Auch wenn sie aus den Reihen aus der Linkspartei kommt?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Sie werden mir beipflichten, dass es dumme und gute Lehrer, Polizisten<br />
und Mediziner gibt. Deshalb kann es auch dumme Leute und kluge Leute in<br />
der Linkspartei geben, wie in anderen Parteien auch.
</p>
<p>
<b>tim</b>: Wie finden Sie die Behandlung Ihrer Kandidatur durch die Medien?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Unterschiedlich. Es gibt natürlich auch kluge und dumme Journalisten.<br />
Es gibt solche, die auf der Haut des anderen ihre eigene Existenz<br />
aufbauen wollen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Was hat Sie an der bisherigen Berichterstattung am meisten geärgert?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Das Nichtverstehen meiner Position oftmals, weil sie sie nicht verstehen wollen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Erste Nachfrage: Was wird nicht verstanden?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich bin in einem anderen Umfeld aufgewachsen und Sie als Westdeutsche<br />
sind in einem anderen System aufgewachsen &#8211; wie auch immer. Ich habe<br />
andere Erfahrungen gemacht als sie und man muss natürlich auch die<br />
Erfahrungen des anderen in Betracht ziehen, wenn man ganz ehrlich<br />
durchs Leben gehen will.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Das heißt, &quot;westdeutsche&quot; Journalisten berichten anders als &quot;ostdeutsche&quot;?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Nein, das hat damit nichts zu tun. Inzwischen sind wir ein einiges<br />
Deutschland. Wissen Sie, die Menschwerdung des Affen bedeutet, dass wir<br />
uns noch eine ganze Weile über die Menschwerdung unterhalten müssen.<br />
Ich weiß es aus eigener Erfahrung: Der Rhonegletscher am Furkapass ist<br />
schon nicht mehr da.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Zweite Nachfrage: Sie haben gerade gesagt, Journalisten würden Ihre Position nicht verstehen wollen. Was lässt Sie so denken?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Die Dummheit, mit der manche Argumente geführt werden, weil sie zu eigenem Nutzen sind.
</p>
<p>
<b>p0lise</b>:<br />
Sie sagen, es gibt dumme und gute Linke, Lehrer, Mediziner, als Antwort<br />
auf die Frage nach Ihren Kritikern? Ist wer Sie kritisiert dumm?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Nein, der kann teilweise auch recht haben, denn ich bin nicht fehlerlos und ich bin nicht Gott.
</p>
<p>
<b>Alexander</b>: Bitte, Herr Sodann, was verstehen Sie unter Demokratie?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Wir wissen, dass es Volksherrschaft heißt. Aber unter Demokratie<br />
verstehe ich ein Sinnbild, dass die Menschen gleich sein sollten. Es<br />
ist ein ständiger Vorgang. Wir haben in der DDR noch gesagt: Égalité,<br />
Fraternité, Pfefferminztee. Demokratie ist eine Geschichte, die ständig<br />
bedacht, gefördert, überwacht werden muss. Sie bewegt sich aber immer<br />
nach vorn, nach etwas Besserem.
</p>
<p>
<b>Alexander</b>: Herr Sodann, bitte ganz explizit, was möchten Sie als Bundespräsident in diesem Lande ändern, anders gestalten?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Man kann nicht alles ändern und man kann nicht alles gestalten. Aber<br />
Chancengleichheit. Kinderarmut, Hartz IV, also Nicht-Teilnehmen an<br />
Bildung und Kultur ist schädlich für eine Demokratie. Sehr wichtig ist<br />
mir die Würde des Menschen und ein Bildungs- und Kulturprogramm, was<br />
auch die industrielle, wirtschaftliche Globalisierung im Auge hat, ohne<br />
die wertvollen Hinweise unserer Altvorderen zu vergessen. Ich weiß,<br />
dass ich jetzt ausgelacht werde, aber der Goethe-Spruch &quot;Edel sei der<br />
Mensch, hilfreich und gut&quot;, hat nach wie vor eine eminente Bedeutung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wir werden noch konkreter und kommen noch einmal zurück zum Stichwort Kinderarmut:
</p>
<p>
<b>Posaunenengel</b>:<br />
Die deutsche Kinderarmut im doppelten Sinn, zu wenig an der Zahl und<br />
dann noch materiell arme Eltern, halte ich für das größte politische<br />
Problem. Wie würden Sie als eventueller Bundespräsident gegensteuern?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Vielleicht Frau Merkel zu bitten, ein vielleicht nicht ganz so großes,<br />
aber großes Paket zu schnüren, was von unserer Regierung für Wirtschaft<br />
und Banken geschnürt wird. Ein so großes Paket, dass die Kinder auf<br />
diesem Erdball nicht vor Hunger sterben müssen.
</p>
<p>
<b>Dirk L.</b>: Inwiefern würden Sie Änderungen am Bildungssystem vornehmen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Erstmal würde ich versuchen, dass alle Länder Deutschlands zumindest<br />
ein gleiches Bildungssystem haben, ohne dabei die Besonderheiten eines<br />
jeglichen Landes zu verletzten. Also den Bayern das Bayerische (man<br />
kann dort sehr gut essen), den anderen Ländern ihres und weniger<br />
Amerikanisierung. Keine vollendete Antwort.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Haben Sie keine?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Eine vollendete Antwort hat wohl niemand außer Gott. Ich könnte darüber<br />
noch lange reden. Aber Sie fragen mich als<br />
Bundespräsidentschaftskandidat. Da muss ich etwas vorsichtig sein, ich<br />
bin es noch nicht.
</p>
<p><b>Moderatorin</b>: Das heißt, die Antworten liegen in der Schublade?</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Wie heißt das so schön: Der Weg kommt mit dem Gehen. Allerdings weiß<br />
ich auch, ich würde in meiner Tätigkeit nicht nur die Verbindung mit<br />
dem Westen, sondern auch etwas mehr mit dem Osten suchen, weil ich<br />
spüre, da stimmt etwas nicht mit unserer Bewegung.
</p>
<p>
<b>benson</b>:<br />
Wie stehen Sie den Auslandseinsätzen der Bundeswehr gegenüber? Sehen<br />
Sie Deutschland als NATO-Partner und im Zuge seiner historischen<br />
Verantwortung auch dazu verpflichtet, sich für Frieden und<br />
Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Für Frieden und Gerechtigkeit schon, aber nicht mit militärischen Einsätzen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Konkret: Raus aus Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Abzug. Dazu gehört allerdings auch ein Volksentscheid.
</p>
<p>
<b>C-Rode</b>: Glauben Sie, dass der Beruf des Schauspielers und das Amt des Bundespräsidenten Gemeinsamkeiten haben?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
So wie der Schuhmacher Gemeinsamkeiten hat mit dem Beruf des<br />
Bundespräsidenten, möglicherweise auch der Tischler oder Literat, so<br />
hat auch ein Schauspieler das Recht, Bundespräsident zu sein. Und er<br />
kann es vielleicht sogar, wenn er ein guter Schauspieler ist.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Nochmal: Gibt es Gemeinsamkeiten?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich möchte kein schauspielender Politiker sein. Aber als<br />
Bundespräsident muss man das ja nicht, da man keiner Partei sondern<br />
seiner eigenen Person und dem Volk verpflichtet ist. Im ernsten Sinn<br />
ist das sicherlich eine Gemeinsamkeit mit der Schauspielerei.
</p>
<p>
<b>Gast</b>:<br />
Würden Sie, falls Sie bei der Wahl scheitern sollten, auch weiterhin<br />
versuchen auf parlamentarischer Ebene Politik mitzugestalten?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich habe schon immer Politik mitgestaltet, also in der ehemaligen DDR,<br />
in der Bundesrepublik und selbstverständlich werde ich mich bis ans<br />
Ende meiner Tage in irgendeiner Weise politisch äußern.
</p>
<p>
<b>elchico</b>: Bleiben Sie als Kandidat der Linkspartei auch für weitere Wahlen (außer der nächsten) erhalten?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Nein, das glaube ich nicht, Ich bin jetzt 72. Würde ich<br />
Bundespräsident, müsste ich bis 77 durchhalten. Und ich glaube, das<br />
reicht. Anschließend würde ich mich allerdings nicht zur Ruhe setzen.
</p>
<p>
<b>weltbürger</b>: Wie hoch schätzen Sie Ihre Möglichkeit ein, dass Sie Bundespräsident werden?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich nehme stark an, dass Horst Köhler den ersten Platz einnimmt, Frau<br />
Schwan die Vorletzte wird und ich bekomme die bronzene Medaille.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Warum kandidieren Sie dann überhaupt?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Wenn man einen Marathonlauf macht, will man selbstverständlich<br />
gewinnen, aber wenn man dann die Bronzemedaille erreicht, ist man auch<br />
glücklich.
</p>
<p>
<b>chat12345</b>: Herr Sodann, sind Sie<br />
sicher, dass ein linker Bundespräsident von der deutschen Bevölkerung<br />
ernst genommen wird und wenn ja, warum?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich wüsste nicht, dass die Linkspartei falsche Prognosen für die<br />
Zukunft stellt. Es gibt viele Bevölkerungsschichten, die jetzt auch<br />
beginnen, noch einmal über das Land nachzudenken. Ernstgenommen wird<br />
man wohl nicht unbedingt von den Besitzenden. Ich bin der festen<br />
Überzeugung, wenn ich hier in Berlin Hauptbahnhof ankomme, begegne ich<br />
so vielen Leuten, die mir sehr freundlich zunicken. Und zwar nicht aus<br />
Boshaftigkeit wie manche Journalisten, sondern aus Freude oder aus<br />
Achtung, um nicht gleich Liebe zu sagen.
</p>
<p>
<b>Sozial</b>: Was hält Peter Sodann vom Sozialismus?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Das Wort Sozialismus ist stark verunsichernd. Man kann es im Moment<br />
nicht allzu laut aussprechen. Aber nach der Wende haben selbst die<br />
Mitglieder der SPD nicht mehr Genossen gesagt. Langsam schleicht es<br />
sich wieder ein. Vielleicht ist es im Moment besser zu sagen, ein<br />
besseres, anderes Zusammenleben der Menschheit, was mit dem<br />
Kapitalismus nicht geht. Die moralische Grundlage sind nun mal die<br />
Renditen. Wenn unser Leben durch Geld bestimmt wird, bleibt es dabei,<br />
der Abstand zwischen Arm und Reich wird größer. Babylon, Rom, und viele<br />
andere Formen sind auch untergegangen aufgrund dieses Problems. Ich<br />
denke, ein menschliches Zusammenleben muss jeden Tag von Neuem<br />
beginnen. Und Sozialismus in besseren Händen könnte eine Variante sein.
</p>
<p>
<b>tilmann</b>: Sie teilen die Bevölkerung in Besitzende und Nicht-Besitzende ein, dies hat kommunistische Züge &#8211; oder wie sehen Sie das?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Das hat für mich nicht kommunistische, sondern humanistische Züge.
</p>
<p>
<b>Punkebrot</b>: Heißt das, Sodann sagt, dass der Kapitalismus überwunden werden muss?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Ja.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wir geben unseren Lesern die Gelegenheit, schon vor den Chats Fragen zu stellen. Diese hier hat die meisten interessiert:
</p>
<p>
<b>free citizen (dresden)</b>:<br />
Herr Sodann, finden Sie nicht, dass jeder Mensch das Recht auf Erfolg<br />
und daraus resultierenden Reichtum haben sollte? Und dass Leistung die<br />
Grundlage dafür sein muss?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Empfinde ich auch. Aber wir sehen ja gerade, dass dieser Mensch, der<br />
auf Erfolg geht von A bis Z noch gar keinen hatte. Was ist nun? Waren<br />
wir nicht eigentlich immer nur die Mittelmäßigen?
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Und die zweitbeliebteste Frage lautet:
</p>
<p>
<b>Tony</b>:<br />
Wenn Sie eh keine Chance auf das Bundespräsidentenamt haben, warum<br />
treten Sie dann an und verhindern somit die doch für Ihre Partei<br />
eigentlich angenehmere Kandidatin der SPD, Gesine Schwan? Unterstützen<br />
Sie mit Ihrer Kandidatur nicht indirekt die Bürgerlichen Parteien?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich weiß nicht, ob nicht Herr Köhler angenehmer ist als Frau Schwan.<br />
Das könnte ja auch sein. Zweitens trete ich nicht gegen Frau Schwan an.<br />
Wenn sie antritt, ist es ihr Problem. Ich trete für die Linkspartei an.<br />
Wenn sie sich nicht selbst durchsetzt, hat sie Pech &#8211; wie Frau<br />
Ypsilanti, die sich mit der Linkspartei nicht durchsetzen durfte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Frau Ypsilanti hatte Pech?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Naja, das ist für mich von vornherein ein so politisches Debakel. Erst<br />
einmal von Frau Ypsilanti verursacht, weil sie aufgrund der Wahl<br />
dachte, ich mache es lieber nicht und werde dadurch<br />
Ministerpräsidentin. Als zweites denke ich &#8211; als Tatortkommissar &#8211; die<br />
Spur führt nach Berlin. Wo endet diese Spur? Einen Tag vorher hat doch<br />
Herr Müntefering gesagt, auf keinen Fall mit der Linkspartei.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wir kehren zurück zu den Fragen unserer Leser. Auf Platz 4:
</p>
<p>
<b>ag</b>: Wie kann man sich für die Nachfolgepartei der SED aufstellen lassen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
1. Die Linkspartei ist nicht die Nachfolgepartei der SED für mich. 2.<br />
Jeder hat das Recht, nachzudenken. Und irgendwann kann jeder für sich<br />
feststellen, wie ich, dass er vielleicht eine Epoche seines Lebens<br />
falsch gedacht hat. Ich kann kein Mitglied der Partei, der SED sein, da<br />
ich selbst daraus entfernt wurde. Im Moment bin ich parteilos. Auch die<br />
Blockparteien sind nicht frei von Geschichte. Es geht wiederum gegen<br />
die Linkspartei.
</p>
<p>
<b>Apfel</b>: Sie waren in Haft bei<br />
der Staatssicherheit. Da müssten Sie großes menschliches Leid gesehen<br />
und gehört haben, auch in kurzer Zeit. In der PDS -Linke sind ehemalige<br />
Stasi &#8211; Bedienstete und Zuträger. Wie gehen Sie damit um, moralisch?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Den „Inoffiziellen Mitarbeitern&quot;, die es zu meiner Zeit gab und danach<br />
auch noch (sie sind ja nicht tot), davon hatte ich rund 95, habe ich<br />
eigentlich verziehen. Es ist jetzt 18 Jahre danach. Ein<br />
Lebenslänglicher wird üblicherweise nach 15 Jahren begnadigt. Ich habe<br />
sie alle begnadigt. Man muss auch wissen, warum man „Inoffizieller<br />
Mitarbeiter&quot; wird. Das ist ein weites Feld. Moralisch gehe ich damit so<br />
um: Wo eine Schuld ist, muss auch Vergebung sein. Das sagt uns die<br />
Bibel.
</p>
<p>
<b>TOBL</b>: Herr Sodann, denken Sie nicht, dass<br />
ein Vergleich à la &quot;Wenn die (die Blockparteien) etwas falsch machen,<br />
darf es die Linkspartei auch&quot; unzulässig ist?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Die Fragestellung ist doch falsch. Beschuldigt wird doch die<br />
Linkspartei und nicht die anderen. Ich habe das nur als Vergleich<br />
gesagt, damit man mal darüber nachdenkt, warum Die Linkspartei so<br />
beackert wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Das heißt, alle müssen sich verantworten? Oder gilt eher die Parole &quot;Wir blicken nach vorn.&quot;
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich habe nie dafür plädiert, dass die Stasiakten geschlossen werden.<br />
Mein Wahlspruch zu DDR-Zeiten war immer &quot;alle müssen alles wissen,<br />
dürfen und sollen&quot;. Wir blicken nach vorn und alle müssen sich<br />
verantworten. Jetzt, in der Vergangenheit und in der Zukunft.
</p>
<p>
<b>magnus</b>: Sie haben die Bibel angesprochen. Welche Rolle spielt Religion in ihrer Politik?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Wenn Sie mein Buch lesen, was zuletzt veröffentlicht wurde, „Keine<br />
halben Sachen&quot;, kommen Sie an eine Stelle, wo ich mich mit meinem<br />
Freund als betenden Kommunisten bezeichne. Der Grundtenor dieser<br />
Geschichte ist, dass wir gesagt haben, Kommunismus ist schön, aber wenn<br />
wir nicht beten können, sollte man den Weg dorthin nicht beschreiten.<br />
Unter Beten verstanden wir und verstehen wir allerdings Demut vor dem<br />
Baum, auf dem wir sitzen, zu haben und Demut vor allem, was uns die<br />
Mutter Erde zur Verfügung stellt.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundeshon</b>: Wenn Sie als Bundespräsident Frau Merkel einen Rat geben könnten, was würden Sie ihr sagen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Mein Buch &quot;Erinnerungen&quot; zu lesen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Zusammengefasst in drei Sätzen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
1. Mein Buch zu lesen. 2. Das kann ich ihr nur als Bundespräsident<br />
sagen. 3. Sie soll sich nicht allzu stark von der Industrie und<br />
Wirtschaft belatschern lassen.
</p>
<p>
<b>Stud15</b>: Ihre<br />
philosophisch gespickten Antworten lassen eher an einen Schauspieler<br />
denken, der die Rolle eines Politikers spielt, als an einen wirklichen<br />
Staatsmann. Wie stehen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Auch ein Staatsmann darf Goethe und Schiller, Heinrich Heine oder<br />
Walther Jens erwähnen. Auch ein Staatsmann darf, wenn Dichter und<br />
Denker es besser ausdrücken können, unsere Dichter und Denker erwähnen.<br />
Deshalb ist man lange nicht ein Schauspieler. Aber auch ein<br />
Schauspieler, wenn er ein richtiger ist, darf nach wie vor<br />
Bundespräsident werden.
</p>
<p>
<b>Kalle</b>: Halten Sie es für<br />
legitim, anderweitig erworbene Bekanntheit in die Politik mitzunehmen?<br />
In den USA hatten ehemalige Schauspieler wie Reagan oder Schwarzenegger<br />
ja große Erfolge.
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Ich halte es für<br />
völlig legitim, sein Leben, was man bisher gelebt hat,<br />
selbstverständlich auch in die Politik mitzunehmen. Geht ja gar nicht<br />
anders.
</p>
<p>
<b>Heino</b>: Glauben Sie dass auch jüngere Menschen ihre Kandidatur befürworten?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Ich kenne welche. Und wenn es keine Karrieristen sind.
</p>
<p>
<b>raffalex</b>: Fühlen Sie sich als Kandidat von den anderen Parteien akzeptiert? Ernstgenommen?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Laut Presse und Medien denke ich: Ja. Weil man doch in verschiedenen Artikeln so sehr über mich schimpft.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wie sind denn Ihre direkten Kontakte in die anderen Parteien?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich habe &#8211; ich will jetzt keine Namen nennen, damit diejenigen keinen<br />
Schaden erleiden &#8211; durchaus Kontakt zu ehemaligen Bekannten aus der<br />
ehemaligen DDR, die sich jetzt in anderen Parteien betätigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Warum Schaden erleiden?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Ich könnte mir aufgrund der Medien vorstellen, dass es Menschen gibt,<br />
die aufgrund der Tatsache, dass ich mich links bekannt habe und dieses<br />
Amt antreten will, die aufgrund dessen Angst um ihre Existenz haben<br />
müssten. Es gibt Leute, die sagen &quot;Wenn du das machst und ich<br />
verpflichtet bin, mit dir zu gehen, kann es sein, dass die Bank mir<br />
keinen Kredit mehr gibt.&quot;
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wir haben<br />
unsere Leser vorab gefragt, ob Sie, Herr Sodann, Bundespräsident werden<br />
sollen. Hier das Ergebnis: 27% haben ja gesagt, 73% nein.
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Das ist ganz gut, finde ich. Das ist rund ein Drittel.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Mehr als zwei Drittel sind dagegen&#8230;
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Na und? Ich habe auch nicht gesagt, dass ich es unbedingt werde. Ich<br />
habe nur gesagt, dass ich es werden will. Statistiken sind ohnehin<br />
schwierig. Wenn Sie alle die gefragt hätten, die mich grüßen oder mir<br />
auf die Schulter klopfen, hätte ich jetzt 50%. Mindestens.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Letzte Frage: Nach allen Erfahrungen, die Sie seit ihrer Nominierung<br />
gemacht haben: Würden Sie die Entscheidung wieder treffen, zu<br />
kandidieren?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Die Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, sagen mir, ich würde das nochmal tun.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Warum?
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>:<br />
Das ist jetzt keine Eitelkeit oder so. Es ist dadurch etwas ausgelöst<br />
worden, wo ich sage, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich soviel<br />
Aufmerksamkeit erzeugen kann. Also ist doch was falsch im Staate<br />
Dänemark. Angenommen, es würde jetzt das ganze Volk wählen, rechne ich<br />
mir ein paar mehr Prozent aus. Aber das kann falsch sein.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Das wars leider schon wieder, eine Stunde ist um. Herzlichen Dank,<br />
Peter Sodann, dass Sie sich Zeit für die Diskussion mit den Lesern von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de genommen haben. Ein Dankeschön<br />
auch an unsere User für die vielen Fragen, die wir leider nicht alle<br />
stellen konnten. In Kürze finden Sie das Protokoll dieses Chats auf<br />
unserer Homepage. Das tagesschau.de-Team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Peter Sodann</b>: Ich bedanke mich auch.
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Nicole Diekmann, tagesschau.de. </i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Grassroot-Berichte von Terroranschlägen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/grassroot-berichte-von-terroranschlaegen-4168/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 15:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mumbai]]></category>
		<category><![CDATA[Terroranschläge]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Grassroot]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie das Technologie-Magazin Wired in seinem <a href="http://blog.wired.com/defense/2008/11/first-hand-acco.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> berichtet, hat es bereits kurz nach den Terroranschlägen in Mumbai am 26.11.2008 eine ausführliche Berichterstattung im Internet gegeben. 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Technologie-Magazin Wired in seinem <a href="http://blog.wired.com/defense/2008/11/first-hand-acco.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> berichtet, hat es bereits kurz nach den Terroranschlägen in Mumbai am 26.11.2008 eine ausführliche Berichterstattung im Internet gegeben.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Auf Twitter wurden im Sekundentakt <a href="http://search.twitter.com/search?q=mumbai" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue<br />
Tweets</a> eingestellt, die live das Geschehen aus Mumbai<br />
wiedergaben. Auch auf YouTube sind <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=Mumbai&amp;search_sort=video_date_uploaded" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zahlreiche<br />
Videos</a> zum Thema zu finden. Auf Flickr hat ein User eine <a href="http://flickr.com/photos/vinu/sets/72157610144709049/comments/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reihe<br />
von Fotos</a> der Schauplätze nach den Anschlägen eingestellt.
</p>
<p>
Die englischsprachige Version von<br />
Wikipedia ist bereits mit einem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/26_November_2008_Mumbai_attacks" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a><br />
über die Anschläge versehen, der laufend aktualisiert wird. Ebenso<br />
wurde auf Googlemaps ein <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;msa=0&amp;ll=18.922445,72.832242&amp;spn=0.007054,0.007864&amp;z=17&amp;msid=105055855763538009401.00045c9d8b16af3ad1008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eintrag</a><br />
erstellt, in dem die betroffenen Orte in Mumbai auf einer Karte<br />
markiert sind.</p>
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		<title>Blogger gefährdet die Staatssicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 13:20:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzensur]]></category>
		<category><![CDATA[The BOBs]]></category>
		<category><![CDATA[Zola]]></category>
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					<description><![CDATA[Der chinesische Blogger Zhou Shuguang a.k.a. &#34;Zola&#34;, sollte auf den diesjährigen
Internationalen Weblog Awards der Deutschen Welle -The BOBs- an der Jurysitzung in Berlin teilnehmen. Zhou wurde jedoch am Freitag, 21. November 2008 von den chinesichen Behörden an der Ausreise gehindert. Die Begründung: Er stelle eine &#34;mögliche Gefährdung der Staatssicherheit&#34; dar.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der chinesische Blogger Zhou Shuguang a.k.a. &quot;Zola&quot;, sollte auf den diesjährigen<br />
Internationalen Weblog Awards der Deutschen Welle -The BOBs- an der Jurysitzung in Berlin teilnehmen. Zhou wurde jedoch am Freitag, 21. November 2008 von den chinesichen Behörden an der Ausreise gehindert. Die Begründung: Er stelle eine &quot;mögliche Gefährdung der Staatssicherheit&quot; dar.<br />
<!--break--></p>
<p>
In der Titelleiste seines Blogs steht der Satz: &quot;You never know<br />
what you can do till you try.&quot;<br />
Getreu diesem Motto reizte der 27-jährige Blogger und<br />
Bürgerjournalist des öfteren den engen Spielraum der<br />
Informationsfreiheit in der Volksrepublik aus. In <a href="http://www.zuola.com/weblog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem<br />
Blog</a> befasst er sich bereits seit 2004 mit kritischen Themen wie<br />
unter anderem der Redefreiheit, Tibet oder der staatlichen<br />
Medienzensur in China. Bereits während<br />
der Olympischen Spiele 2008 wurde er unter Arrest gestellt und durfte<br />
sein Heimatdorf Meitanba nicht verlassen.
</p>
<p>
Obwohl, wie die Deutsche Welle (DW) <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3820911,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>,<br />
sowohl das Auswärtige Amt, als auch DW mit der chinesischen<br />
Regierung wegen Zhou in Kontakt getreten sind, konnte bis zuletzt<br />
keine Ausreisegenehmigung erreicht werden. Aus diesem Grund will Zhou<br />
jetzt über das Internet an der Sitzung teilnehmen, sofern es hierbei<br />
nicht zu Behinderungen durch chinesische Internetzensoren kommt.</p>
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		<title>Change auf Israelisch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 16:43:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Netanjahu]]></category>
		<category><![CDATA[E-Campaign]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei seinen Vorbereitungen auf die vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel im Jahr 2009 scheint der Kandidat des Likud-Blocks, Benjamin Netanjahu, die erfolgreichen e-Campaigning-Strategien der Demokraten bei den US-Wahlen aufgreifen zu wollen. Seine Internetseite sieht der von Barack Obama zum Verwechseln ähnlich.<br />
<p>
<img src="/sites/politik-digital.de/files/obamaundnetanjahu.jpg" align="middle" width="300" height="93" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei seinen Vorbereitungen auf die vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel im Jahr 2009 scheint der Kandidat des Likud-Blocks, Benjamin Netanjahu, die erfolgreichen e-Campaigning-Strategien der Demokraten bei den US-Wahlen aufgreifen zu wollen. Seine Internetseite sieht der von Barack Obama zum Verwechseln ähnlich.</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/obamaundnetanjahu.jpg" align="middle" width="300" height="93" /><!--break-->
</p>
<p>Die <a href="http://www.netanyahu.org.il/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufmachung des Onlineauftritts</a> des<br />
Israelischen Kandidaten weist Parallelen mit der Seite<br />
eines gewissen Barack Obama auf, der mit <a href="http://www.barackobama.com/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barackobama.com</a> ansehnliche<br />
Erfolge im letzten US-Wahlkampf verzeichnen konnte.</p>
<p>
Ob der konservative „Bibi&quot;, wie er<br />
von seinen Anhängern genannt wird, ähnliche Vorteile aus dem<br />
Internet ziehen kann wie sein demokratisches Vorbild, wird sich dann<br />
voraussichtlich im Februar 2009 zeigen. Gute infrastrukturelle<br />
Vorraussetzungen für seine Kampagne scheint er zumindestens schon zu<br />
haben:
</p>
<p>
Laut <a href="http://www.comscore.com/press/release.asp?press=1644" target="_blank" rel="noopener noreferrer">comScore<br />
Networks</a> lag die durchschnittliche<br />
Internetnutzungsdauer der über Fünfzehnjährigen Israelis im Januar<br />
2007 bei durchschnittlich 37,4 Stunden. Im Vergleich dazu lagen die<br />
US-Amerikaner bei 31,6 Stunden.</p>
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