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	<title>Friederike Günther &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Friederike Günther &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Sprechen über sichere Kommunikation</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sprechen-ueber-sichere-kommunikation-4166/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 14:44:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesministerium des Innern]]></category>
		<category><![CDATA[E-Participation]]></category>
		<category><![CDATA[e-konsultation.de]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Bundesministerium des Inneren geht auf Nummer sicher: Auf dem Portal e-konsultation.de sollen nun die Bürger ihre Meinung rund um das Thema Datensicherheit und die geplante De-Mail, einer sicheren E-Mail-Adresse für die Bürger, kund tun. Die Ergebnisse gehen in das Gesetzgebungsverfahren ein. Erstmals können Bürger auf Bundesebene einen Gesetzentwurf direkt kommentieren. <br />
<img src="/sites/politik-digital.de/files/e-konsultation_300.jpg" width="300" height="234" />
<br />
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesministerium des Inneren geht auf Nummer sicher: Auf dem Portal e-konsultation.de sollen nun die Bürger ihre Meinung rund um das Thema Datensicherheit und die geplante De-Mail, einer sicheren E-Mail-Adresse für die Bürger, kund tun. Die Ergebnisse gehen in das Gesetzgebungsverfahren ein. Erstmals können Bürger auf Bundesebene einen Gesetzentwurf direkt kommentieren. <br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/e-konsultation_300.jpg" width="300" height="234" /><br />
<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
2010 soll die sogenannte De-Mail eingeführt werden, die den E-Mail-Verkehr für Bundesbürger sicher machen soll. Das Bürgerportalgesetz, welches den Rechtsrahmen für die De-Mail bilden soll, ist gerade in der Entstehung. Zur Diskussion des Gesetzes wurde die Plattform <a href="https://www.e-konsultation.de/buergerportalgesetz/index.php?page=infopage&amp;id_page=16&amp;menucontext=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e-konsultation.de</a> vom Bundesinnenministerium ins Leben gerufen. Bis zum 12. Dezember können die Bürger noch Fragebögen ausfüllen und ihre Meinung posten. Bisher verzeichnet das Portal über 12 200 Besucher und fast 300 Beiträge.
</p>
<p>
Doch nur der wirklich aktive Bürger kann sich ein Gehör verschaffen, denn nach der Registrierung muss man erst einen Fragebogen abarbeiten, bis letztendlich eigene Fragen gestellt werden dürfen. Diese werden dann nicht einzeln beantwortet, sondern wöchentlich gesammelt, denn eine <a href="https://www.e-konsultation.de/buergerportalgesetz/discoursemachine.php?page=infopage&amp;id_page=17&amp;menucontext=30%20.%20https://www.e-konsultation.de/buergerportalgesetz/discoursemachine.php?page=viewcompiler_faq&amp;id_view=3&amp;menucontext=29" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„individuelle Rückmeldung zu einzelnen Beiträgen ist aus Aufwandsgründen leider nicht möglich“</a>.</p>
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		<title>And the winners are&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 12:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Welle]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Preisträger des Best of Blogs Award von der Deutschen Welle werden am 27. November um 20 Uhr im Berliner Museum für Kommunikation verkündet. Die <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&#38;s=1219157412998464CFSXZXOW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verleihung der BOB´</a>s wird live gestreamt, außerdem wird vor Ort gebloggt. In jeder der <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&#38;s=1153214307061884SQCELVUT-NONE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16 Preiskategorien</a> werden zwei Gewinner gekürt: Der eine durch die Jury, der andere durch Online-Voting. Die Publikumsgewinner stehen bereits fest.
<p>
<img src="/sites/politik-digital.de/files/BOBs_250x186.jpg" height="188" width="250" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Preisträger des Best of Blogs Award von der Deutschen Welle werden am 27. November um 20 Uhr im Berliner Museum für Kommunikation verkündet. Die <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&amp;s=1219157412998464CFSXZXOW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verleihung der BOB´</a>s wird live gestreamt, außerdem wird vor Ort gebloggt. In jeder der <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&amp;s=1153214307061884SQCELVUT-NONE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16 Preiskategorien</a> werden zwei Gewinner gekürt: Der eine durch die Jury, der andere durch Online-Voting. Die Publikumsgewinner stehen bereits fest.</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/BOBs_250x186.jpg" height="188" width="250" /><!--break-->
</p>
<p>
Neben dem obligatorischen Preis für das beste Weblog, werden in den 11 Wettbewerbssprachen  Awards vergeben. Gesucht sind außerdem die besten Videoblogs und Podcasts. Auch die Reporter ohne Grenzen vergeben Preise an die Blogs, die sich besonders für freie Meinungsäußerung einsetzen.
</p>
<p>
Unter den deutschen Blogs ist <a href="http://alsharq.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alsharq</a> der Favourit der User, auf dem rund um den Mittleren und Nahen Osten, sowie Nordafrika gepostet wird.Während der jüngsten Libanonkrise veröffentlichte das Blog Mails mit Erlebnisberichten von Libanesen in dem Krisengebiet.
</p>
<p>
Auf Platz vier in der Kategorie bester Videoblog schaffte es schlussendlich <a href="http://voicesofafrica.africanews.com/site" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Voices of Africa“</a>, der lange Zeit der Spitzenreiter war. Auf diesem Blog können Bürger, die die Nachrichtenseite <a href="http://www.africanews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AfricaNews.com </a>mit Smartphones ausgestattet hat, eigene Videobeiträge erstellen. Die Bürgerjournalisten haben so schon die Wahl in Kenia dokumentiert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>test.de Chat: Schenken Sie Testsieger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 17:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Warentest]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Noll]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 26.11.2008 waren Lothar Beckmann sowie die Redakteure Herbert Noll und Michael Wolf live im Experten-Chat von test.de zum Thema Weihnachtsgeschenke. Welche Digicams sind kinderfreundlich? Ist es schlau, zu Weihnachten eine Spielkonsole zu kaufen? Welcher LCD-Fernseher sollte unter dem Weihnachtsbaum liegen? <a href="http://www.test.de/themen/bild-ton/special/-Testsieger-schenken/1740088/1740088/1740451/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Antworten der Experten auf diese und zahlreiche andere Fragen können Sie im vollständigen Chattranskript hier nachlesen.</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26.11.2008 waren Lothar Beckmann sowie die Redakteure Herbert Noll und Michael Wolf live im Experten-Chat von test.de zum Thema Weihnachtsgeschenke. Welche Digicams sind kinderfreundlich? Ist es schlau, zu Weihnachten eine Spielkonsole zu kaufen? Welcher LCD-Fernseher sollte unter dem Weihnachtsbaum liegen? <a href="http://www.test.de/themen/bild-ton/special/-Testsieger-schenken/1740088/1740088/1740451/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Antworten der Experten auf diese und zahlreiche andere Fragen können Sie im vollständigen Chattranskript hier nachlesen.</a><!--break--></p>
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		<title>&#8220;Deutsch muss die erste Sprache sein&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/deutsch-muss-die-erste-sprache-sein-4162/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 16:08:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
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					<description><![CDATA[Cem Özdemir war am 26. November zu Gast im tagesschau-Chat, in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Grünen-Parteivorsitzende bezog klar Stellung zur Bonusmeilen-Affäre, einer Zusammenarbeit mit der CDU auf Bundesebene und Türkisch-Unterricht in Schulen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Cem Özdemir war am 26. November zu Gast im tagesschau-Chat, in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Grünen-Parteivorsitzende bezog klar Stellung zur Bonusmeilen-Affäre, einer Zusammenarbeit mit der CDU auf Bundesebene und Türkisch-Unterricht in Schulen.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen beim<br />
tagesschau-Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Mein Name ist Corinna<br />
Emundts. Zu Gast heute ist der frischgewählte Parteivorsitzende der<br />
Grünen, Cem Özdemir. Herzlich willkommen auch an Sie, Herr Özdemir<br />
&#8211; und danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, hierher zu kommen!<br />
Können wir loslegen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Absolut, danke für den<br />
freundlichen Empfang!
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Vor nicht allzu langer Zeit haben<br />
Sie gesagt, Sie trauten sich das Amt des Grünen-Parteivorsitzenden<br />
nicht zu. Was führte zu dem Sinneswandel?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Das Amt des Parteivorsitzenden<br />
generell, aber im Besonderen bei mir in der Partei, ist ein sehr<br />
Anspruchsvolles und es will gut überlegt sein. Und ich habe es mir<br />
gut überlegt und mich dann entschlossen, dass ich Parteivorsitzender<br />
werden möchte. Nachdem für mich auch klar war, dass sich das mit<br />
meinen Pflichten als Vater vereinbaren lässt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das sagt einer der Partei, die lange<br />
schon für Vereinbarkeit von Familie und Beruf kämpft?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Anspruch und Wirklichkeit klaffen<br />
bei jemandem mit einer 70-Stunden-Woche gelegentlich auseinander.<br />
Umso wichtiger ist es, dass man vorher gut plant und es sich vor<br />
allem gründlich überlegt. Ich gehöre zu einer Generation, die<br />
beides zusammenbringen möchte. Beide Elternteile berufstätig und<br />
dennoch mit dem Anspruch, genug Zeit für sich und für das Kind zu<br />
haben. Im Grunde bin ich doch sogar eigentlich privilegiert im<br />
Verhältnis zu vielen anderen in der Gesellschaft, da ich<br />
beispielsweise morgens meine Tochter selber in den Kindergarten<br />
bringen und anschließend zur Arbeit gehen kann. Viele Menschen haben<br />
eine solche Möglichkeit nicht, weil es entweder von der Arbeitszeit<br />
her nicht geht oder die entsprechende Kinderbetreuungseinrichtung<br />
fehlt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Im Prechat wurde häufig für die<br />
Frage gestimmt, warum Sie nach der Bonusmeilenaffäre wieder auf die<br />
politische Bühne gegangen sind?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Die Logik kann, glaube ich, nicht<br />
so funktionieren, dass derjenige, der Verantwortung übernimmt,<br />
lebenslänglich bekommt und derjenige, der auf Durchzug schaltet,<br />
sich damit zu Höherem berufen zeigt. Zumindest wäre dies nicht<br />
meine Logik. Ansonsten ist es aber so, dass ich nach 2002 ernsthafter<br />
aus der Parteipolitik schon draußen war und auch nicht so schnell<br />
vorhatte, wieder aus den USA zurückzukehren. Reinhard Bütikofer und<br />
Daniel Cohn-Bendit, die ich bei ihren USA-Reisen getroffen habe,<br />
haben mich aber überzeugt, für das Europa-Parlament 2004 zu<br />
kandidieren.
</p>
<p>
<b>IK:</b> Befürchten Sie nicht ein<br />
Glaubwürdigkeitsproblem nach der versäumten Steuerpflicht, der<br />
Hunzigeraffäre und dem Bonusmeilenskandal? Alles vergeben und<br />
vergessen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich habe meine Steuerpflicht nicht<br />
versäumt &#8211; sondern erfüllt. Und in Sachen Hunzinger meinte der in<br />
dieser Frage wohl eher unverdächtige Hans-Christian Ströbele, zum<br />
Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens hätte er mir auch nicht davon<br />
abraten können. Bei den Bonusmeilen habe ich private und dienstliche<br />
nicht geteilt, so wie viele andere auch, und dies nicht aus<br />
Böswilligkeit, sondern weil ich davon ausging, dass ich genug privat<br />
erworbene Meilen habe. Für all dieses habe ich Verantwortung<br />
übernommen, indem ich &#8211; wie angekündigt &#8211; das Mandat nicht<br />
angenommen habe, nachdem ich für den Bundestag wiedergewählt worden<br />
war. Dies gibt mir jetzt allerdings auch die Möglichkeit, an dem<br />
gemessen zu werden, was ich zuvor gemacht habe und vor allem aber,<br />
was ich seither mache. Man wird verstehen, dass ich doppelte<br />
Standards nicht akzeptiere, auch in dieser Frage nicht. Dass es immer<br />
wieder welche geben wird, die mir Fragen stellen, die sie anderen<br />
nicht stellen, ist mir nicht ganz unvertraut.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Wieso?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es hat sich auch nicht jeder<br />
darüber gefreut, dass jemand wie ich da ist, wo er heute ist.
</p>
<p>
<b>Dennis:</b> Auf die Landesliste wollte man Sie nicht<br />
wählen. Warum glauben Sie, dass Ihnen die Partei als Vorsitzender<br />
folgen wird?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Weil diejenigen, die mich auf die<br />
Landesliste in Baden-Württemberg nicht gewählt haben, mir auch dort<br />
schon gesagt haben, dass sie mich als Bundesvorsitzenden wollen. Und<br />
das Ergebnis auf dem Bundesparteitag, das für grüne Verhältnisse<br />
(bei uns gibt es keine 90-Prozent-Ergebnisse für Vorsitzende) sehr<br />
gut war, zeigt, wie breit die Unterstützung in der Partei ist. Die<br />
Landespartei in Baden-Württemberg tut sich traditionell schwer mit<br />
der Vereinbarkeit von Amt und Mandat. Dies muss man verstehen vor dem<br />
Hintergrund unserer Tradition: Traditionell wollen viele bei uns<br />
vermeiden, dass Einzelne in der Führung zu viele Aufgaben und zu<br />
viel Macht in einer Person konzentrieren.
</p>
<p>
<b>Alessandra:</b> Lieber Cem! Was hast du in deiner<br />
Zeit im europäischen Ausland gelernt und wie wirkt sich diese<br />
Erfahrung nun auf dein politisches Engagement aus?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>In einem Parlament mit 27<br />
Mitgliedsländern bleibt es nicht aus, dass man viel lernt über die<br />
Hintergründe der anderen Kollegen. Um nur ein Beispiel zu nennen:<br />
Die Länder, die diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs waren,<br />
haben beispielsweise oft einen ganz anderen Zugang zum Verhältnis zu<br />
Russland. Spannend für mich ist auch, dass das Europäische<br />
Parlament im Gegensatz zu nationalen Parlamenten nicht über einen<br />
strengen Fraktionszwang verfügt. Das heißt, bei uns suchen sich die<br />
Themen ihre Mehrheiten. Für den einzelnen Abgeordneten bedeutet das,<br />
dass er mal mit konservativen Kollegen und mal mit Kollegen von der<br />
Linkspartei bei bestimmten Themen zusammenarbeitet. Etwas von dieser<br />
Flexibilität und Offenheit in den etwas robusteren Alltag von Berlin<br />
rüberzuretten, würde ich gerne versuchen. Was sicherlich bleiben<br />
wird, ist meine Begeisterung für Europa.
</p>
<p>
<b>pp:</b> Cem, was muss geschehen, damit Dein<br />
Migrationshintergund nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die<br />
politischen Inhalte, für die Du stehst?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Nicht ohne Grund habe ich in meiner<br />
Rede auf dem Bundesparteitag in Erfurt das Thema &quot;Migration&quot;<br />
mit keinem Wort erwähnt, sondern, als es beispielsweise um das Thema<br />
&quot;Bildung&quot; ging, von Arbeiterkindern gesprochen. Denn<br />
schließlich haben deutsche Arbeiterkinder keine grundlegend anderen<br />
Probleme als türkischstämmige Arbeiterkinder, die an den<br />
unsichtbaren Mauern des deutschen Schulsystems &#8211; das genau diese<br />
soziale Schicht systematisch von höheren Schulen und damit von<br />
Zugang zu den Universitäten ausschließt &#8211; scheitern. Mein Wunsch<br />
ist, dass wir eines Tages in einer farbenblinden Gesellschaft leben.<br />
Dass die Menschen nicht danach beurteilt werden, welcher<br />
Religionsgemeinschaft sie angehören oder wo ihre Vorfahren<br />
herkommen, sondern danach, was sie zu sagen haben und was sie machen.<br />
Dies wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Da würde ich gerne nachhaken: Wieso<br />
haben Sie dann gleich quasi als erste Amtshandung das &quot;Türkisch<br />
in der Schule&quot;-Thema in der &quot;Bild&quot;-Zeitung gespielt?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Meine Ansage war doch eigentlich<br />
sehr klar: Deutsch muss die erste Sprache sein und wenn neben<br />
Englisch, Französisch, Russisch und anderen Sprachen, die bei uns<br />
angeboten werden, auch Türkisch als weiteres Fach angeboten wird,<br />
kann dies der Gesellschaft eigentlich nur gut tun. Nochmal: Grundlage<br />
sind gute Deutschkenntnisse für alle. Dies gilt auch für den<br />
Schwaben Cem Özdemir, der schließlich auch Hochdeutsch lernen<br />
musste. Spannend ist allerdings, was die Zeitungen und vor allem<br />
Agenturen aus dem, was ich gesagt habe, gemacht haben. Dies fängt<br />
schon bei der Überschrift der Bild-Zeitung an und hört bei den<br />
Reaktionen noch nicht auf. Es zeigt mir eigentlich nur, dass man<br />
künftig bei der PISA-Studie nicht mehr nur 15-Jährige, sondern auch<br />
den Berufsstand der Politiker und möglicherweise auch der<br />
Hauptstadtjournalisten und vor allem derjenigen, die Agenturmeldungen<br />
machen, mit einbeziehen sollte. Ich bin mir allerdings nicht ganz<br />
sicher, ob die möglichen Resultate so wären, wie wir uns das alle<br />
wünschen.
</p>
<p>
<b>Simon:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, welches Motiv<br />
vermuten Sie hat die &quot;Bild&quot;, dass sie so gegen Sie wettert?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich würde nicht sagen dass die<br />
&quot;Bild&quot; gegen mich wettert, denn in der Reaktion am nächsten<br />
Tag wurde ja auch wiedergegeben, dass es unterschiedliche<br />
Rückmeldungen gab. Die Bild ist die Bild und die Bild will sich<br />
verkaufen und braucht dafür eine gute Schlagzeile. Und wenn ich sie<br />
nicht liefere, dann muss man eben etwas zuspitzen. Viel<br />
bemerkenswerter ist, dass seriöse Medien, die dieses eigentlich<br />
wissen sollten, ausschließlich die Überschrift zitieren und damit<br />
eine virtuelle Debatte entfachen, zu der sich dann wiederum virtuelle<br />
Politiker äußern und so weiter. Eigentlich sollte der Ernst der<br />
PISA-Studie und ihre Ergebnisse dazu führen, dass man an ein solches<br />
Thema mit etwas mehr Tiefgang herangeht. Aber vielleicht hat meine<br />
Erwartungshaltung auch damit zu tun, dass ich noch immer etwas von<br />
dem Stil in Brüssel &quot;verdorben&quot; bin.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Die folgende Frage an Sie ist<br />
zugleich eine, die viele User vorab für besonders wichtig bewertet<br />
haben.
</p>
<p>
<b>Nichttürkischer Ausländer:</b> Finden Sie nicht,<br />
dass der Türkischunterricht an deutschen Schulen zu einer<br />
Zweiklassen-Ausländerschaft führt? Warum sind Sie für Sonderrechte<br />
für Türken? Warum missachten Sie die anderen Kulturen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es ist immer schwierig, Positionen<br />
zu verteidigen, die man nie vertreten hat. Dies meine ich mit<br />
virtuellen Diskussionen. Ich setze mich dafür ein, dass neben der<br />
deutschen Amtssprache und den wichtigsten Fremdsprachen auch andere<br />
Sprachen in unserer Gesellschaft unterrichtet werden, wo immer es<br />
entsprechende Nachfrage gibt. Dies bedeutet für meine Tochter<br />
beispielsweise, dass sie auf einen spanisch-deutschen Kindergarten<br />
geht, weil ihre Mutter Argentinierin ist. Für andere mag es<br />
bedeuten, dass sie neben Deutsch auch Kurdisch, Arabisch, Persisch<br />
oder was auch immer lernen. Es gibt ein schönes anatolisches<br />
Sprichwort, das heißt: Eine neue Sprache ist wie ein neuer Mensch.<br />
Dem kann ich nicht viel hinzufügen außer der Verwunderung darüber,<br />
wie schwer man sich in Deutschland mit der Mehrsprachigkeit tut.
</p>
<p>
<b>banjo:</b> Zudem ist ein Zweitsprachenerwerb<br />
erwiesenermaßen nur dann möglich, wenn die Muttersprache<br />
ausreichend beherrscht wird. Erst dann kann auf dieser aufgebaut<br />
werden. Warum wird so wenig auf dieser Grundlage diskutiert? Ich<br />
begrüße Ihre Wahl. Mit welchen Konzepten wollen Sie die Integration<br />
in unserer Gesellschaft voranbringen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es ist nicht zwingend so, dass man<br />
erst die Muttersprache gelernt haben muss. Wichtig ist vor allem,<br />
dass man eine Sprache richtig gut lernt. Die Eltern sollten die<br />
Sprache vermitteln, die sie am besten können. Deshalb ist es auch<br />
Quatsch, wenn einige &quot;Experten&quot; sagen, die Eltern sollen in<br />
jedem Fall deutsch mit ihren Kindern sprechen. Wenn es fehlerhaftes<br />
Deutsch ist, versündigt man sich an den Kindern eher.
</p>
<p>
<b>mahdi1:</b> Guten Tag, Cem Özdemir. Ich möchte Sie<br />
fragen, was Sie für Muslime in Deutschland tun werden, um deren<br />
Rechte zu stärken und dafür zu sorgen, dass trotz einer Integration<br />
(die sein muss), der Islam trotzdem ausgelebt werden kann? Ich wäre<br />
sehr dankbar für Ihre Antwort.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich mache keine spezielle Politik<br />
für eine Religion. Der Islam und damit auch die Muslime sind Teil<br />
unserer Gesellschaft. Dazu gehört auch der Bau von Moscheen und<br />
damit der Abschied von den Hinterhöfen. Oder das Thema<br />
Religionsunterricht: Es ist mir schließlich lieber, wenn hier<br />
ausgebildete Religionslehrer in Deutsch muslimische Kinder<br />
unterrichten und nicht irgendwelche radikalen Prediger.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Ich bitte um Verständnis, dass wir<br />
nun von den politischen Fragen zu den Grünen wechseln, dazu sind<br />
hier live in diesen Minuten bereits sehr viele Fragen eingetroffen.
</p>
<p>
<b>Laurens:</b> Ich habe große Sorge, dass Sie eines<br />
der Kernthemen der Grünen, den Umweltschutz und insbesondere den<br />
Klimaschutz, unter den Tisch fallen lassen oder auf Kuschelkurs mit<br />
der halbherzigen Unionspolitik gehen. Warum widmen Sie diesen<br />
wichtigen Themen so wenig Aufmerksamkeit?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Wie kommen Sie darauf, dass ich dem<br />
Thema wenig Aufmerksamkeit widmen würde? Es ist praktisch in jeder<br />
Rede Kernbestandteil und einen Kuschelkurs mit der Union kann ich bei<br />
bestem Willen nicht erkennen. Sie müssten dies schon belegen. Die<br />
Grünen haben eine sehr klare Position in Sachen Atomausstieg und die<br />
Union muss wissen, dass es da nichts zu verhandeln gibt. Und auch der<br />
Bau neuer Kohlekraftwerke zusätzlich zu den bereits bestehenden und<br />
in Bau befindlichen ist mit uns nicht zu machen.
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Bei folgender sehr umfassenden<br />
Frage bitte ich um eine KURZE Antwort im Interesse aller anderen noch<br />
Fragenden!
</p>
<p>
<b>Peter Klaus:</b> Was sind Ihre Ziele für den<br />
Bundestagswahlkampf 2009 und mit wem wollen Sie eine Koalition<br />
eingehen und warum gerade mit diesem?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich kann verstehen, dass viele die<br />
Koalitionsfrage interessiert. Mich interessiert aber vor allem, dass<br />
die Grünen gestärkt in diese Wahlauseinandersetzungen gehen und<br />
gute Ergebnisse einfahren. Über Koalitionen wird nicht entlang<br />
arithmetischer Mehrheiten entschieden, sondern es geht hier um<br />
Inhalte. Und zwar grüne Inhalte. Und dann schauen wir, mit wem wir<br />
sie am besten umsetzen können.
</p>
<p>
<b>Laurens:</b> Auf ihrer Homepage ist das Thema kaum<br />
erwähnt.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Es ist die Homepage des<br />
Europa-Abgeordneten Cem Özdemir und sie gibt insofern die Arbeit des<br />
Europa-Abgeordneten Cem Özdemir wieder und Cem Özdemir ist im<br />
Europa-Parlament außenpolitischer Sprecher der Grünen. Wenn Sie<br />
aber schauen, es findet sich auch auf meiner Website, welche<br />
Interviews ich im letzten halben Jahr zu welchen Themen gegeben habe.<br />
Dann ist es glaube ich sehr eindeutig, oder?
</p>
<p>
<b>kayboard:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, ich würde<br />
gerne weg von der Nationalitätenfrage und wechseln zu einem Thema,<br />
welches sehr präsent ist: Politikverdrossenheit der Wähler,<br />
Rezession. Überzeugen Sie mich bitte in wenigen Worten, warum ich<br />
Ihre Partei als voraussichtlicher Koalitionspartner der CDU bei der<br />
nächsten Bundestagswahl wählen soll?
</p>
<p>
<b>Fr. Vogt:</b> Mit welcher Koalitionsaussage gehen Sie<br />
in die Bundestagswahl 2009? Ich gehe nämlich davon aus, dass, wenn<br />
Sie sich mit der Union zusammentun würden, immer weniger Bürger die<br />
Grünen wählen würden. Auch in Hamburg haben Sie damit viele<br />
Stimmen verloren. Sehr viele ehemals links-alternative Wählerinnen<br />
und Wähler wandern ab zur Linkspartei. Was sagen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich sehe nicht, dass wir<br />
Koalitionspartner der Union werden sollen. So wie Frau Merkel sich<br />
gegenwärtig von ihren hehren Zielen des Klimaschutzes verabschiedet<br />
hat und bedauerlicherweise mit Umweltminister Gabriel zusammen in<br />
Brüssel jede Art von Fortschritt in Sachen &quot;Reduzierung des<br />
CO2-Ausstoßes im Automobilverkehr&quot; verhindert, geht da nicht<br />
sehr viel mit uns. Wer sich gegen ein Tempolimit wendet und eine<br />
CO2-basierte-Kfz-Steuer nicht einführt, meint es nicht ernst mit dem<br />
Klimaschutz. Ich hoffe, dies war klar genug. In Hamburg geht es um<br />
eine Landeskoalition und Landeskoalitionen werden bei uns von den<br />
Landesverbänden entschieden und die grüne Handschrift ist dort klar<br />
zu erkennen.
</p>
<p>
<b>Sealand:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, wie<br />
beurteilen Sie die Situation der Grünen in Hessen in Hinblick auf<br />
die anstehenden Neuwahlen?
</p>
<p>
<b>Spiegelturm:</b> Welche Lehren ziehen Sie aus den<br />
Vorgängen in Hessen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich ärgere mich über den<br />
Ypsilanti-Walter-Chaosladen, der das Projekt &quot;Eine Mehrheit<br />
jenseits von Roland Koch&quot; an die Wand gefahren hat. Jetzt ist<br />
aber auch klar, worum es in Hessen geht. Wer möchte, dass derjenige,<br />
der Minderheiten in früheren Wahlkämpfen stigmatisiert hat und<br />
Umweltschutz für einen Standortnachteil für die hessische<br />
Wirtschaft hält, Ministerpräsident bleibt, der muss Roland Koch<br />
wählen. Und wer einen Politikwechsel möchte, dessen Kandidat heißt<br />
Tarik &#8211; ach, ich schreib&#8217;s türkisch &#8211; mit e&#8230; Tarek Al-Wazir!
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nochmal zum Bund:
</p>
<p>
<b>Pete: </b>Wenn Sie mit der CDU nicht koalieren wollen<br />
oder können, bliebe nur die SPD/FDP als Dreierkoalition. Lehnen Sie<br />
eine Koalition mit der Linkspartei auch ab oder werden Sie sich vor<br />
der Wahl nicht festlegen?
</p>
<p>
<b>alfredo:</b> Guten Tag Herr Özdemir, wie sehen Sie<br />
persönlich das politische Verhältnis der Grünen zur neuen Partei<br />
&quot;Die Linke&quot;? Übereinstimmungen in den Parteiprogrammen<br />
sehe ich. Aber mich würde interessieren, wie nahe sich die Grünen<br />
und die Linken wirklich kommen wollen, auch gesehen auf die<br />
bevorstehende Bundestagswahl im kommenden Jahr. Ich persönlich würde<br />
es begrüßen!
</p>
<p>
<b>M_Linke:</b> Können Sie sich vorstellen, mit der<br />
Linken unter einem Lafontaine zu koalieren?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Zur letzten Frage noch ein kurzer<br />
Nachtrag: Die anderen Namen muss man sich nicht merken. Eine<br />
Koalition mit der Union schließt die Union de facto aus durch ihren<br />
klimafeindlichen Kurs. Zur Linken: Mal ganz abgesehen davon, dass sie<br />
selber eine Regierungsbeteiligung 2009 ausschließen, sehe ich nicht,<br />
wie wir mit einer europafeindlichen (sie haben den EU-Vertrag<br />
abgelehnt) und populistischen (&quot;Fremdarbeiter&quot;) Partei<br />
zusammen kommen sollen, die allen alles verspricht, so lange die<br />
anderen sich um die Finanzierung kümmern. 2009 sehe ich dafür keine<br />
Möglichkeit. Übrigens schließt dieses auch die SPD ausdrücklich<br />
aus.
</p>
<p>
<b>Kuehl:</b> Sehen Sie die Grünen eher als eine<br />
Oppositionspartei?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir sind in der Opposition,<br />
insofern ist unser Job klar definiert. Wir müssen Alternativen<br />
formulieren zur Großen Koalition. Da ist Manndeckung gefragt und<br />
gegenwärtig deutliche Kritik.
</p>
<p>
<b>tomkrishan:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, unter<br />
Rot-grün wurde die Agenda 2010 verabschiedet. Denken Sie unter Ihrer<br />
persönlichen Regierungsbeteiligung wird die Entrechtung der<br />
Arbeitslosen weiter ausgebaut bzw. die Niedriglohnpolitik weiter<br />
forciert?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Die Agenda 2010 war im Prinzip<br />
richtig. Allerdings gab es dabei auch handwerkliche Fehler und<br />
wichtige Versäumnisse. Ich denke beispielsweise an die<br />
Altersrückstellungen, da konnten wir uns damals leider gegen die SPD<br />
nicht durchsetzen. Eines ist allerdings auch klar: Wir brauchen<br />
dringend Mindestlöhne, die es ja schließlich in Großbritannien<br />
auch gibt. Es darf nicht weiter auseinander gehen zwischen oben und<br />
unten in dieser Gesellschaft.
</p>
<p>
<b>vyasa:</b> Möchten Sie den Niedriglohnsektor<br />
bekämpfen? Und wenn ja, wie?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir wollen, dass die Friseurin<br />
beispielsweise von ihrer Arbeit menschenwürdig leben kann. Dazu ist<br />
neben dem Mindestlohn auch eine Änderung der Besteuerung notwendig.
</p>
<p>
<b>Sparro: </b>Sehr geehrter Herr Özdemir, was ist Ihre<br />
Lösung für die bevorstehende Rezession? Wollen Sie weiterhin die<br />
Banken retten und somit den eigentlich Schuldigen weiterhelfen? Oder<br />
doch den Markt seine Arbeit machen und die Guten von den Schlechten<br />
trennen lassen.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir haben zur Zeit nicht nur eine<br />
Finanzmarktkrise und Wirtschaftskrise sondern immer noch und vor<br />
allem bleibend eine Klimakrise. Die Lösung kann nur in der<br />
Verknüpfung der beiden Themen bestehen. Das heißt, wir müssen<br />
jetzt Energie sparen und Investitionen in erneuerbare Energien,<br />
Energieeffizienz (Altbausanierung) und intelligente Mobilität<br />
(Autos, die weniger als 120g CO2 ausstoßen) tätigen.
</p>
<p>
<b>greenworld:</b> Beziehen Sie Ökostrom?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ja, aus Schönau, schließlich komm<br />
ich ja aus dem Ländle.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Noch eine Frage aus dem Prechat<br />
dazu:
</p>
<p>
<b>cem:</b> Aus welcher Stadt der Türkei stammen Sie?
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Apropos &quot;Ländle&quot; 🙂
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Die Stadt heißt &quot;Bad Urach&quot;<br />
und liegt zumindest bislang immer noch in Baden-Württemberg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Zwei außenpolitische Fragen:
</p>
<p>
<b>hadi112:</b> Wie stehen Sie zum EU-Beitritt der<br />
Türkei?
</p>
<p>
<b>Sebastian: </b>Wollen Sie Außenminister einer<br />
schwarz-grünen Koalition werden?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Zu hadi112: Wenn die Türkei die so<br />
genannten Kopenhagener Kriterien erfüllt, also beispielsweise die<br />
Menschenrechte nachprüfbar einhält und die Lebensumstände<br />
innerhalb der Türkei sich angleichen, dann soll die Türkei nicht<br />
anders behandelt werden als andere Länder, die vor der Türkei<br />
Mitglied geworden sind. zu Sebastian: Ich bin Parteivorsitzender und<br />
nicht Spitzenkandidat. Insofern sind unsere Kandidaten für<br />
Ministerämter unsere beiden Spitzenkandidaten Renate Künast und<br />
Jürgen Trittin, die sich allerdings auch nicht für eine<br />
schwarz-grüne Koalition einsetzen, sondern für starke Grüne.
</p>
<p>
<b>Shrek the Ogger:</b> Eine CDU, die Klimapolitik zur<br />
Chefsache erklärt, eine Linke, die soziale Gerechtigkeit fordert.<br />
Grüne Themen sind nicht mehr (ausschließlich) grün. Welches Thema<br />
bleibt den Grünen noch als Alleinstellungsmerkmal?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Erst einmal ist es ja keine<br />
schlechte Nachricht, wenn die Themen, für die wir früher belächelt<br />
worden sind, mittlerweile immerhin dazu führen, dass die anderen<br />
Parteien ihre Überschriften geändert haben. Wenn es allerdings ums<br />
Handeln geht, dann sehen wir aktuell ja bei der Kanzlerin, wie sie<br />
den Lobbyinteressen der deutschen Automobilindustrie nachgibt. Ich<br />
bin mir sicher, dass das Original im Zweifelsfall den Vorzug erhält.<br />
Aber: Wir Grünen wissen, dass wir klar machen müssen, worin der<br />
Unterschied besteht.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir kommen in die letzte Runde, was<br />
unsere Chat-Zeit angeht. Hier sind noch ein paar Fragen zur Person<br />
gekommen &#8211; Spielregel jetzt: Sie haben jeweils einen Satz pro<br />
Antwort! (Dann kriegen wir mehr unter)
</p>
<p>
<b>Cihat:</b> Herr Özdemir, ich bin 17, Gymnasiast<br />
türkischer Abstammung. Und ich frage mich, was Sie bewegt hat,<br />
gerade bei den Grünen aktiv zu werden?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich bin in der Schule aktiv<br />
geworden und über die Umwelt und Friedenspolitik zu den Grünen<br />
gekommen.
</p>
<p>
<b>Schwabe: </b>Warum nennen Sie sich anatolischer<br />
Schwabe, wenn sie doch in Bad Urach geboren sind? Sollte es nicht<br />
selbstverständlich sein, dass Sie Schwabe sind wie die anderen Bad<br />
Uracher auch?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Als ich 1994 in den Bundestag<br />
gewählt worden bin, wurde ich mal Spätzle-Türke genannt, dann<br />
wieder Deutsch-Türke und so weiter und irgendwann habe ich dann eben<br />
gedacht, ich kreiere selber einen Begriff, bevor es andere tun.
</p>
<p>
<b>JaneJones:</b> Sie sagen, dass deutsche<br />
Arbeiterkinder keine anderen Probleme als türkischstämmige<br />
Arbeiterkinder haben. Viele Freunde von mir mit Migrationshintergrund<br />
haben große Probleme damit, sich selbst innerhalb der verschiedenen<br />
Kulturen zu verorten. Obwohl Sie in Deutschland geboren sind, sehen<br />
Sie sich nicht als Deutscher und wenn Sie es doch versuchen, werden<br />
Sie sehr schnell in Ihre Schranken verwiesen. Wie kann dies Ihrer<br />
Meinung nach geändert werden und wäre das Ihrer Ansicht nach<br />
überhaupt sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Wichtig ist, dass man trotz aller<br />
Hindernisse sich selbst als Inländer sieht und sich nicht selbst zum<br />
Ausländer macht bzw. machen lässt.
</p>
<p>
<b>Salim Spohr:</b> Lieber Cem, bist du eigentlich<br />
Muslim?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich komme aus einer muslimischen<br />
Familie.
</p>
<p>
<b>MadMax:</b> Herr Özdemir, könnten Sie sich<br />
vorstellen, Bundeskanzler der BRD zu sein?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es dürfte etwas dauern, bis meine<br />
Partei die Mehrheit in Deutschland stellt und sich daraus auch der<br />
Anspruch ergibt, den Bundeskanzler zu stellen &#8211; wenn es soweit ist<br />
und ich noch lebe, werde ich sehen, was dann wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das Ergebnis unserer Chat-Umfrage<br />
ist da: (&quot;Können Sie sich eine schwarz-grüne Koalition auf<br />
Bundesebene vorstellen, wenn der Atomausstieg beibehalten wird?&quot;)<br />
43 Prozent haben ja gesagt, 57 Prozent nein &#8211; Wollen Sie kurz darauf<br />
reagieren?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Der Atomausstieg alleine würde mir<br />
auch nicht genügen. Schließlich geht es auch um die anderen<br />
Politikfelder, wo wir uns verständigen müssten.
</p>
<p>
<b>pp:</b> Cem, ist die Spaltung der Grünen in Fundis<br />
und Realos noch zeitgemäß und wie möchtest Du die Lager innerhalb<br />
der Partei näher zusammen bringen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Eines ist jedenfalls klar: Die<br />
beiden Bundesvorsitzenden sind grüne Bundesvorsitzende und nicht<br />
Flügelvorsitzende. Ich bekomme auch mit, wie immer mehr jüngere<br />
Mitglieder bei uns mit den klassischen Flügeln nicht mehr viel<br />
anfangen können. Dies muss kein Schaden sein.
</p>
<p>
<b>werner:</b> Wer ist politisch Dein Vorbild und warum?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Aktuell war und ist es mein<br />
ermordeter Freund Hrant Dink, der türkisch-armenischer Journalist<br />
war.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine persönliche Frage unsererseits<br />
zum Schluss: Berufspolitiker werden ja oft kritisiert als zu<br />
unerfahren in anderen Bereichen. Sie sind jung in die Politik<br />
gekommen. Wollen Sie in diesem Beruf auch auch alt werden, also<br />
Berufspolitiker bleiben?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich hatte mich ja schon einmal<br />
verabschiedet von der Berufspolitik. Diese Erfahrung, sich in einem<br />
Land mit einer anderen Sprache zurecht finden zu müssen, war für<br />
mich spannend und hat mir gezeigt, dass ich meine Brötchen auch<br />
außerhalb der Parteipolitik verdienen kann. Ansonsten habe ich ja<br />
auch noch einen bürgerlichen Beruf. Ich bin Erzieher und<br />
Sozialpädagoge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das war bereits eine gute Stunde<br />
hier im tagesschau-Chat. Herzlichen Dank, Cem Özdemir, dass Sie sich<br />
Zeit für die Diskussion mit den Lesern von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de genommen haben. Ein Dankeschön auch an unsere<br />
User für die vielen Fragen, die wir leider nicht alle stellen<br />
konnten. In kurzer Zeit finden Sie das Protokoll dieses Chats auf<br />
unserer Homepage. Das tagesschau.de-Team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich danke allen die sich am Chat<br />
beteiligt haben &#8211; Keep it real!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Corinna Emundts, tagesschau.de.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>tagesschau-Chat mit Cem Özdemir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 16:02:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/tagesschau-chat-mit-cem-oezdemir-4161/</guid>

					<description><![CDATA[&#34;Yes, we Cem!&#34; - mit dieser Parole haben die Grünen deutsche Parteiengeschichte geschrieben und einen türkischstämmigen Vorsitzenden gewählt. Auch wenn Cem Özdemir nicht der Obama der Grünen sein möchte, Hoffnungsträger ist der &#34;anatolische Schwabe&#34; allemal. Aber Fragen Sie ihn doch selbst: Am Mittwoch, dem 26. November ist Cem Özdemir live im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=206&#38;id=ts#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie bereits Fragen stellen!
</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;Yes, we Cem!&quot; &#8211; mit dieser Parole haben die Grünen deutsche Parteiengeschichte geschrieben und einen türkischstämmigen Vorsitzenden gewählt. Auch wenn Cem Özdemir nicht der Obama der Grünen sein möchte, Hoffnungsträger ist der &quot;anatolische Schwabe&quot; allemal. Aber Fragen Sie ihn doch selbst: Am Mittwoch, dem 26. November ist Cem Özdemir live im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=206&amp;id=ts#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie bereits Fragen stellen!<br />
</a><!--break--></p>
<p>
Wird der Realo die Partei weiter zur Union hin öffnen &#8211; und welche Rolle spielt dabei die Atomkraft? Wird Özdemir sich besonders für die Integration von Migranten einsetzen? Kann er sich neben der Ko-Vorsitzenden Claudia Roth und dem Spitzen-Duo für die Bundestagswahl, Renate Künast und Jürgen Trittin, behaupten? Und welche Rolle werden die Grünen im Fünf-Parteien-Parlament spielen?
</p>
<p>
Diese und andere Fragen beantwortet der Parteichef von Bündnis90/DieGrünen, Cem Özdemir am Mittwoch von 13.00 bis 14.00 Uhr im tagesschau-Chat.
</p>
<p>
Die tagesschau-Chats werden veranstaltet von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> und politik-digital.de.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Indien hat die soziale Frage nicht beantwortet&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/indien-hat-die-soziale-frage-nicht-beantwortet-4159/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/indien-hat-die-soziale-frage-nicht-beantwortet-4159/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 16:37:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[ARD-Korrespondent]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Meesmann]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/indien-hat-die-soziale-frage-nicht-beantwortet-4159/</guid>

					<description><![CDATA[tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de zur aktuellen Lage der &#34;größten Demokratie&#34;: Am 20. November 2008 chatette Florian Meesmann, Studioleiter der ARD für Südasien, live aus Neu Delhi. Der Südasien-Korrespondent berichtete von einem Indien zwischen Entwickelung und Stagnation sowie Armut und Reichtum.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de zur aktuellen Lage der &quot;größten Demokratie&quot;: Am 20. November 2008 chatette Florian Meesmann, Studioleiter der ARD für Südasien, live aus Neu Delhi. Der Südasien-Korrespondent berichtete von einem Indien zwischen Entwickelung und Stagnation sowie Armut und Reichtum.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen zum tagesschau-Chat.<br />
Indien hat sich zum beliebten Reiseziel der Bundesregierung entwickelt:<br />
Allein in dieser Woche ist nach Umweltminister Gabriel nun<br />
Bundesaußenminister Steinmeier vor Ort in Neu Delhi. Aus dem ARD-Studio<br />
Südasien ist uns jetzt Florian Meesmann zugeschaltet. Vielen Dank, dass<br />
Sie sich die Zeit nehmen! Herr Meesmann, Sie sind online, können wir<br />
starten?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b> Schönen Guten Tag nach Deutschland, ich bin bereit und freue mich auf die nächste Stunde!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Warum ist Indien „in&quot; bei deutschen Spitzenpolitikern?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Die fast märchenhafte Entwicklung der größten Demokratie ist es, die<br />
viele Politiker anzieht und die Einsicht darin, dass dieses Land mit<br />
seinen 1,1 Milliarden. Menschen zunehmend wichtiger wird bei der<br />
Bewältigung globaler Krisen, dem Klimaschutz genauso wie der aktuellen<br />
Finanzkrise!
</p>
<p>
<b>FrankT:</b> Wie ist Deutschland im internationalen &#8211; und vor allem europäischen Vergleich &#8211; in seinen Beziehungen zu Indien aufgestellt?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Der Besuch der Kanzlerin im vergangenen Jahr hat dafür gesorgt, dass zu<br />
den gut entwickelten Wirtschaftsbeziehungen auch endlich eine enge<br />
politisch-strategische Partnerschaft entstehen könnte. Im<br />
internationalen Vergleich gibt es natürlich viele weitere wichtige<br />
Partner: Die USA (siehe Nuklearvertrag) sowie der Iran als<br />
Energielieferant, um nur zwei Beispiele zu nennen. Im europäischen<br />
Vergleich muss sich Deutschland nicht verstecken, viele Ansätze fußen<br />
ja eh auf EU-Initiativen.
</p>
<p>
<b>FrankT:</b> Können Sie eine kurze SWOT Analyse/Einschätzung der deutsch-indischen Beziehungen machen?
</p>
<p>
<b>Natalie:</b><br />
Inwieweit gehen die Inder auf die Wünsche und Hoffnungen deutscher<br />
Politiker ein? (Vgl. Artikel &quot;Einbahnstraße&quot; im aktuellen Spiegel)
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Das Verhältnis wandelt sich, keine Frage. Die Erwartung als deutscher<br />
Spitzenpolitiker oder Unternehmer sofort ein gesuchter Gesprächspartner<br />
zu sein, die wird sicher manches Mal enttäuscht. Das Selbstbewusstsein<br />
auf indischer Seite ist ausgeprägt und das bedeutet auch, dass man sich<br />
seine Gesprächspartner in aller Welt sucht. Da gehören die deutschen<br />
Delegationen dazu, nur sie sind eben in bester Gesellschaft. Die<br />
Amerikaner sind aktiv, die Beziehungen zu China spielen eine große<br />
Rolle. Da kann es sicher zu Enttäuschungen kommen, vor allem dann, wenn<br />
Politiker, die eher regional eine Bedeutung haben, nicht sofort einen<br />
Termin beim Spitzenpolitiker bekommen. Vor allem dann, wenn es viele<br />
Besucher in kurzer Zeit gibt. Doch nach meiner Wahrnehmung ist das<br />
Interesse größer als es in dem von Ihnen erwähnten Artikel scheint.
</p>
<p><b>Moritz: </b>Wie sehen die<br />
ehemals schlechten Beziehungen zwischen Indien und China heutzutage<br />
aus? Wäre eine Technikkooperation zwischen China (Hardware) und Indien<br />
(Software) nicht ein Riesen-Vorteil für Asien und eine echte Gefahr für<br />
die Wirtschaft in Europa/USA?</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Die Beziehungen haben sich seit den militärischen Auseinandersetzungen<br />
um den Grenzverlauf im Himalaya vor über 40 Jahren sehr verbessert. Die<br />
Inder bemerken immer mehr, wie aktiv die Chinesen in den Nachbarstaaten<br />
sind. Indien ist natürlich ein interessanter Absatzmarkt für<br />
chinesische Produkte. Die von ihnen befürchtete strategische Allianz in<br />
der IT-Industrie zeichnet sich zur Zeit nicht ab. Dafür sind beide<br />
Länder zu sehr darum bemüht, das erworbene Know-How erst einmal<br />
eigenständig zu vermarkten.
</p>
<p>
<b>Lora:</b> Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf Indien?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Diese sind vielfältig: Zunächst sind natürlich die Aktienkurse, sowie<br />
in anderen Schwellenländern, scharf eingebrochen. Die Wachstumsraten<br />
sinken. Schon vor dem jetzigen Krisenszenario kämpfte die Wirtschaft<br />
mit Inflationsraten von bis zu 12 Prozent. Noch sind spektakuläre<br />
(Bank-)Pleiten ausgeblieben, doch die Industrie spürt natürlich die<br />
getrübten Konjunkturaussichten und klagt über Refinanzierungsprobleme<br />
am Kapitalmarkt. Die Zeitungen sind voll von den zum Teil<br />
erschütternden Geschichten von Kleinanlegern. Manche haben bis zu 75<br />
Prozent ihrer Geldanlagen eingebüßt!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was trägt Asiens drittgrößte Volkswirtschaft zur Lösung der internationalen Finanzkrise bei?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann: </b>Nach<br />
dem G20-Treffen am vergangenen Wochenende ist klar, ohne die<br />
Schwellenländer, ohne die BRIC-Staaten (Brasilien, Indien, China und<br />
Russland) kann diese Krise nicht gelöst werden. Die anfängliche<br />
Hoffnung, dass die Schwellenländer aufgrund höherer Reserven und<br />
robusteren Wachstums unbeschadet die Krise überstehen könnten, war<br />
unbegründet. Der spezifische Beitrag Indiens kristallisiert sich erst<br />
allmählich heraus. Dieses Thema steht ja auch im Mittelpunkt der<br />
Gespräche von Bundesminister Steinmeier heute Abend in Delhi.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Welche Rolle spielt Indien innerhalb der G20?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann: </b>Eine<br />
immer größere, soviel steht fest. Die Inder bemühen sich darum bei den<br />
Verhandlungen über Welthandelsabkommen, in Fragen des Handels mit der<br />
EU nun endlich eine gewichtigere Stimme zu bekommen. Steinmeier hat<br />
deutsche Unterstützung dafür bereits signalisiert.
</p>
<p>
<b>Klaus:</b> Wie schätzen Sie die politische und wirtschaftliche Zukunft Indiens für die nächsten fünf Jahre ein?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Ich meine, man muss die Politik und die Wirtschaft getrennt betrachten.<br />
Wirtschaftlich wird sich das Wachstum früher oder später in den jetzt<br />
bereits erkennbaren Kernen, wie zum Beispiel IT fortsetzen &#8211; trotz der<br />
Krise. Die große Frage wird sein, ob das Wachstum in den Metropolen und<br />
Städten in einigen wenigen Industrien ausreicht, um endlich den<br />
Wohlstand auch für die Inder zu erhöhen, die immer noch in großer Armut<br />
auf dem Land leben, in mittelalterlich anmutenden Verhältnissen. Das<br />
ist immer noch die breite Mehrheit der Bevölkerung. Und erst wenn diese<br />
mehrere hundert Millionen Menschen eine Perspektive haben, erst dann<br />
kann Indien auch politisch weiter reifen. Die größte Demokratie der<br />
Welt hat die &quot;soziale Frage&quot; immer noch nicht beantwortet, und das<br />
schafft Platz für radikale Agitation. Religiös und politisch!
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Sie<br />
beschreiben Indien als Land extremer Gegensätze. Auf der einen Seite<br />
steht der unermessliche Reichtum der Industriemilliardäre, andererseits<br />
leben in dem Land 200 Millionen hungernde Menschen. Wie hält die<br />
indische Demokratie diese Spannung aus?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann: </b>Genau<br />
diese Fragen stellen wir uns im Studio sehr häufig. Zum einen wissen<br />
die Bauern in den Bergen Zentralindiens oft nur wenig über den<br />
unermesslichen Wohlstand der Reichen in den Städten, zum anderen gibt<br />
es in Indien, anders als in Deutschland oder Europa, nur eine schwache<br />
Vorstellung einer sozialen Gerechtigkeit. Eine Rolle spielt dabei auch<br />
die Mehrheitsreligion des Hinduismus und das immer noch wirkmächtige<br />
Kastenwesen. Danach ist Armut oder Not, stark vereinfacht dargestellt,<br />
auch eine schicksalhafte Notlage, aus der man sich eh nicht befreien<br />
könne. Auch das führt zu einer gewissen Passivität, auch offenkundigen<br />
Ungerechtigkeiten gegenüber.
</p>
<p>
<b>Isa:</b> Ist das Kastensystem eigentlich noch aktuell im Alltag?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann: </b>Offiziell<br />
ist es ja schon lange, lange abgeschafft. Im Alltag ist es &#8211; sogar für<br />
uns Europäer &#8211; deutlich spürbar. Der Zugang zu Bildungschancen, der<br />
gesellschaftliche Stand, all das hängt immer noch auch von der<br />
Kastenzugehörigkeit ab. Trotz aller Bemühungen zur Förderung der<br />
unteren Kasten und der Kastenlosen. Manchmal spüren wir das auch in<br />
sozialen Situationen, wo bestimmte Dinge aus unerklärlichen Gründen<br />
nicht klappen wollen; zum Beispiel wenn ein Brahmane einem Dalit das<br />
Gepäck tragen soll. Erst die Kastenzugehörigkeit lässt einen diese<br />
Situation zumindest nachvollziehen.
</p>
<p>
<b>politur:</b><br />
Liege ich richtig in der Annahme, dass von der oft beschriebenen<br />
positiven Entwicklung Indiens, vor allem eine relativ kleine<br />
Mittelschicht profitiert, der Großteil der Bevölkerung jedoch z.B.<br />
ihren Kindern keine Grundbildung bieten kann?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Diese Annahme ist teilweise richtig. Es stimmt, der Reichtum wächst in<br />
der Hand weniger sehr reicher Familien und einer städtischen<br />
Mittelschicht. Offiziell sollen alle Kinder zur Schule gehen, doch auf<br />
dem Land wird dieses nicht umgesetzt und die Qualität der öffentlichen<br />
Schulen wird von Experten als sehr, sehr unterschiedlich beurteilt.
</p>
<p>
<b>joe333:</b><br />
Wie entwickelt ist in Indien eigentlich das Bildungssystem und wie<br />
flexibel kann die indische Wirtschaft jetzt ihre enormen Potentiale<br />
abrufen?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b> Wie schon angedeutet:<br />
es gibt grundsätzlich die Trennung zwischen öffentlichen und privaten,<br />
kostenpflichtigen Schulen und Universitäten. Es gibt in beiden Strängen<br />
gute und sehr gute Einrichtungen, aber auch sehr schlechte. Der<br />
flexible Abruf ist zum Beispiel im Bereich der IIT (Indian Institute of<br />
Technology) für Software-Ingenieure oder Manager sehr gut organisiert.<br />
In anderen Bereichen funktioniert das deutlich schlechter. Da behindert<br />
oft eine starre Bürokratie die flexible Reaktion der<br />
Bildungseinrichtungen auf die Wirtschaftslage.
</p>
<p>
<b>Mara: </b>Was wird der indische Staat zum Schutz der Christen tun? Indien zählte bisher zu einem friedliebenden, liberalen Land.
</p>
<p>
<b>david22:</b><br />
Warum sind die Christenverfolgungen zum Beispiel in Ostindien so selten<br />
ein Thema in Deutschland und in der deutschen Außenpolitik?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><a href="http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel116.html" title="&quot;Sie wollten, dass er die Bibel verbrennt&quot;"><b> </b>Wir haben darüber Ende Oktober im &quot;Weltspiegel&quot; berichtet.</a><br />
Zuvor auch schon in den aktuellen Sendungen wie z.B. dem<br />
ARD-Mittagsmagazin aus München. Diese Verfolgungen sind ein sehr, sehr<br />
beunruhigendes Phänomen. Ich habe selbst den Distrikt Kandhamal im<br />
Bundestaat Orissa bereist. Dort begann die jüngste Welle der<br />
Verfolgungen. Aber auch in Mumbai oder Karnataka im Süden werden<br />
Kirchen angezündet und Priester geschlagen. Bis zu 50 Menschen sollen<br />
landesweit getötet worden sein. Der indische Staat wird in den<br />
einzelnen Bundesstaaten wie z.B. Orissa ja zunächst durch die jeweilige<br />
Regierung repräsentiert. Gerade in Orissa hat die Polizei vor Ort nicht<br />
genug getan, um die Christen zu schützen. Oft zögern Politiker hart<br />
durchzugreifen &#8211; gerade wenn Wahlen vor der Tür stehen, will man es<br />
sich auch mit den radikalen Hindus, die häufig die Verfolgungen<br />
ausgelöst haben, nicht verderben.
</p>
<p>
<b>Anonym:</b> Soll<br />
und wird der Außenminister die derzeitigen massiven<br />
Christenverfolgungen vor allem im Bundesstaat Orissa ansprechen? Im<br />
Vorfeld hat er dieses öffentlich nicht angekündigt, was aber nicht<br />
heißt, dass er es nicht tun wird. Die EU hat Indien bereits scharf<br />
kritisiert dafür und vielleicht setzt man hier eher auf stille<br />
Diplomatie. Doch genaues wissen wir darüber nicht.
</p>
<p>
<b>Rockenstein:</b> Muss man als Christ jetzt Angst haben nach Indien zu reisen?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b> Nein, dass muss man nicht. Meine Familie und ich sind bekennende Christen und haben noch nie irgendein Problem damit gehabt.
</p>
<p>
<b>Klea: </b>Ist Indien wirklich ein regionaler Stabilitätsfaktor? Man hört ja immer häufiger von Bombenanschlägen.
</p>
<p>
<b>pone arnas:</b> Wie haben Sie die Terroranschläge in Delhi erlebt und was steckt dahinter?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Bei den letzten Terroranschlägen waren auch mehrere Märkte betroffen,<br />
auf denen wir einkaufen gehen. Also das sitzt uns hier schon noch ein<br />
wenig in den Knochen. Die Kette von Serienexplosionen, die es ja in<br />
vielen Städten gegeben hat (Jaipur, Ahmedabad, Delhi) hat auch die<br />
Inder sehr verunsichert. Es spricht viel dafür, dass es sich dabei um<br />
radikalislamistisch motivierte Taten handelt. Bei der letzten großen<br />
Bombenserie in Assam weiß man noch wenig über die Hintermänner und zur<br />
Zeit gibt es einen Anschlag, der offenbar einen hinduistischen<br />
Hintergrund hat, der zur Zeit von der indischen Polizei untersucht<br />
wird. Also die terroristische Bedrohung hat zugenommen, keine Frage.<br />
Doch im Vergleich zu Ländern wie zum Beispiel Pakistan, Bangladesh oder<br />
Afghanistan, kann Indien immer noch als ein Stabilitätsfaktor gelten.<br />
Die Frage ist sicher, ob es dem indischen Staat gelingt, dieser<br />
Bedrohung besser Herr zu werden, als das bisher der Fall war. Das ist<br />
sicher entscheidend dafür, ob Indien seine relative Stabilität wahren<br />
kann.
</p>
<p>
<b>Pogy:</b> Sie sind ja Korrespondent für Südasien. Haben Sie sich diese Region bewusst ausgesucht? Wenn ja, was fasziniert so daran?
</p>
<p>
<b>Norbert:</b> Für welche Länder sind Sie eigentlich zuständig? Wie lässt sich das realisieren, wenn man bedenkt, wie groß allein Indien ist?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Unser Berichtsgebiet umfasst neben Indien die Länder Afghanistan,<br />
Pakistan, Nepal, Bhutan, Sri Lanka, die Malediven und Bangladesh. Dabei<br />
spielen &#8211; neben Indien &#8211; natürlich Pakistan und Afghanistan eine<br />
herausragende Rolle in der Berichterstattung. Die ist nur möglich mit<br />
Hilfe eines Netzes von Stringern und Producern in den einzelnen Ländern<br />
und durch ausgeprägte Reisen der Studiocrew. Das Faszinierende an<br />
Südasien sind sicher die atemberaubenden Widersprüche dieser Region. In<br />
Indien liegen ergreifende Naturschönheiten und menschliches Elend sehr<br />
dicht beieinander. In Afghanistan sind es die herzlichen Menschen, die<br />
trotz Jahrzehnten Bürgerkriegs den Lebensmut nicht verloren haben. Die<br />
Kette der Beispiele ist lang, aber faszinierend ist die Arbeit hier.<br />
Daran besteht kein Zweifel.
</p>
<p>
<b>am:</b> Rückblick nach einem Jahr, Herr Meesmann: was war Ihr einschneidenstes Erlebnis?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Da gab es eine ganze Menge, am meisten erschüttert haben mich zwei<br />
Dinge: Die Begegnung mit der herzzereissenden Armut der indischen<br />
Landbevölkerung und die Begegnung mit einem schwer verletzten Mädchen<br />
in einem Bundeswehrfeldlazarett in Nordafghanistan. Die Augen dieses<br />
bei einem Anschlag schwer verletzten Kindes, die begleiten mich bei<br />
meinen Reisen durch Afghanistan.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir müssen leider schon zum Schluss kommen&#8230;
</p>
<p>
<b>omg: </b>In<br />
Indien leben noch 500 bis 600 Millionen Menschen ohne ordentliche<br />
Stromversorgung. Ist es da nicht übertrieben, von einer kommenden<br />
Wirtschaftsmacht zu reden?
</p>
<p>
<b>ManDra:</b> Indien<br />
umrundet mit seiner Weltraum-Technik den Mond, hat Atomraketen und<br />
Flugzeugträger. Ist vor diesem Hintergrund die Zahlung von<br />
Entwicklungshilfe noch berechtigt?
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b><br />
Vielen Dank für diese beiden Fragen, denn sie werfen ein Schlaglicht<br />
auf die ungelösten Probleme Indiens: Auch in Neu Delhi fällt regelmäßig<br />
der Strom aus, dabei ist die stabile Energieversorgung sicher eine der<br />
Grundlagen für das weitere Wachstum. Entwicklungshilfe, das hat auch<br />
die zuständige Bundesministerin bei Ihrem Besuch kürzlich deutlich<br />
gemacht, kann nur sehr gezielt gegeben werden. Eines der indischen<br />
Grundprobleme ist sicher dieses: Wie können die Eliten des Landes davon<br />
überzeugt werden, dass ein leistungsfähiger Staat, ein Minimum an<br />
sozialer Grundversorgung und die Übernahme von Verantwortung,<br />
Voraussetzungen dafür sind, zu einer Weltwirtschaftsmacht aufzusteigen.<br />
In dieser Frage hat Indien und seine Gesellschaft noch ein gutes Stück<br />
Weg vor sich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war eine gute<br />
Stunde tagesschau-Chat. Vielen Dank, liebe User, für Ihre Beteiligung!!<br />
Leider konnten wir nicht alle Fragen stellen. Herzlichen Dank, Florian<br />
Meesmann, für Ihre Zeit! Grüße von Berlin nach Neu Delhi! Das Team von<br />
tagesschau.de wünscht allen noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Florian Meesmann:</b> Herzliche Grüße in die Heimat!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Thomas Querengässer, tagesschau.de.</i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>E-Participation für familienfreundliches Berlin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/e-participation-fuer-familienfreundliches-berlin-4156/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 16:11:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Participation]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/e-participation-fuer-familienfreundliches-berlin-4156/</guid>

					<description><![CDATA[Auf dem Portal <a href="http://www.zusammenleben-in-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenleben-in-Berlin.de</a> können die Bürger der Hauptstadt noch bis zum 10. Dezember 2008 über die Familienfreundlichkeit ihrer Metropole diskutieren. Die Empfehlungen der User fließen direkt in den offiziellen Familienbericht des <a href="http://www.familienbeirat-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Beirats für Familienfragen</a> ein. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Portal <a href="http://www.zusammenleben-in-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenleben-in-Berlin.de</a> können die Bürger der Hauptstadt noch bis zum 10. Dezember 2008 über die Familienfreundlichkeit ihrer Metropole diskutieren. Die Empfehlungen der User fließen direkt in den offiziellen Familienbericht des <a href="http://www.familienbeirat-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Beirats für Familienfragen</a> ein. <!--break--></p>
<p>
In der ersten von drei Projektphasen sind Verbesserungsvorschläge gesammelt und die Diskussionen von Moderatoren zusammengefasst worden. In der zweiten Phase lassen sich nun die Top-Themen in einzelnen Foren besprechen. Ob störende Müllabfuhr, die einen um 6 Uhr aus der Nachtruhe reißt, die schwierige Verkehrssituation der Berliner Fahrradfahrer oder fehlende und dreckige Spielplätze: hier können die Berliner ihrem alltäglichen Ärger Luft machen. Die Ergebnisse der Diskussionen werden anschließend in Wikis gesammelt.
</p>
<p>
Da meckern alleine jedoch nicht hilft, können die Bürger auch konkrete Vorschläge einbringen. Die Ideen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit der Hauptstadt werden in einer Checkliste gesammelt und können von anderen Usern bewertet werden. Bisher am höchsten bewerteter Vorschlag: die flächendeckende Einführung von Gemeinschaftsschulen. Der Familienbericht soll im Jahr 2010 veröffentlicht werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Erweiterung von meinprof.de kommt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/erweiterung-von-meinprofde-kommt-4157/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[StudiVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Chattranskript]]></category>
		<category><![CDATA[MeinProf.de]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Pannhorst]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metschke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/erweiterung-von-meinprofde-kommt-4157/</guid>

					<description><![CDATA[Die Mitbegründer von MeinProf.de waren am 14. November 2008 zu Gast im Expertenchat von E-teaching.org. Wie entstand die Idee zu MeinProf.de? Wie gehen Dozenten mit schlechten Bewertungen um? Was wird sich mit dem Relaunch von MeinProf.de verändern? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantworteten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Mitbegründer von MeinProf.de waren am 14. November 2008 zu Gast im Expertenchat von E-teaching.org. Wie entstand die Idee zu MeinProf.de? Wie gehen Dozenten mit schlechten Bewertungen um? Was wird sich mit dem Relaunch von MeinProf.de verändern? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantworteten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst. <!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat. Heute chatten Thomas Metschke und Alexander Pannhorst mit Ihnen. Unser Thema: MeinProf.de &#8211; Qualitätssicherung oder Denunzierung? Wie sieht es aus, die Frage in die Runde: Können wir starten?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> Ja, gerne!
</p>
<p>
<b><br />
Moderator:</b> Wie kam es denn zur Gründung von MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Wir saßen damals in der Gruppe zusammen und haben uns darüber<br />
ausgetauscht, was für Kurse wir nächstes Semester besuchen wollen. Dabei kam die Frage nach der Qualität eines bestimmten Kurses auf, was man dabei lernt, wie gut der Dozent ist und so weiter. Und da haben wir festgestellt, dass es kein System gibt, wo Studenten sich informieren können, was ihre älteren Kommilitonen über ihre Kurse denken. Einer aus unserer Gruppe, Jonathan, der kurz davor aus den USA zurück kam, hat vom amerikanischen System RateMyProfessors.com<br />
berichtet. Wir haben uns das angeschaut und haben am gleichen Abend entschieden, dass wir so etwas Ähnliches machen. Wir haben auch gleich entschieden, dass wir bestimmte Features nicht übernehmen. Auf unserer Seite sollten ganz speziell Kurse bewertet werden und nicht die Dozenten. Vor allen Dingen nicht &quot;hot or not&quot; &#8211; also sehen Dozenten gut aus oder nicht. Das interessiert nicht. So ist an diesem Abend die Idee für MeinProf.de entstanden.
</p>
<p>
<b><br />
Marcy:</b> Wie viele Leute stehen hinter MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
AlexanderPannhorst:</b> Fünf Leute.
</p>
<p>
<b>S. Kirchner:</b> Wie finanziert sich MeinProf.de?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> MeinProf.de finanziert sich bisher noch nicht. Wir sind als gemeinnütziger<br />
Verein aufgestellt und können unsere Grundkosten durch Werbung decken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit dürfte auch diese Frage fast beantwortet sein:
</p>
<p>
<b>Mag:</b> Macht Ihr MeinProf.de hauptberuflich?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> Hoffentlich bald alle!
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Zum Teil noch nicht. Aber, wie gesagt, hoffentlich bald alle fünf<br />
Gründer.
</p>
<p>
<b>Lassse:</b> Wie viele angemeldete Studis gibt es? Loggen die sich regelmäßig ein?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Es gibt 90.000 angemeldete Studierende, die loggen sich auch regelmäßig<br />
ein.
</p>
<p>
<b>Löscher:</b> Wie sind Sie zu den Bewertungskriterien gekommen? Haben Sie sich die selbst ausgedacht?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Die haben wir uns selbst ausgedacht und haben sie dann in einer Gruppe von 50-80 Studierenden, die wir kennen, getestet.
</p>
<p>
<b><br />
Frido:</b> Haben die Profs Sie eigentlich für die Gründung von MeinProf.de &quot;verteufelt&quot;?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b>  Die wissen das eigentlich gar nicht. Einer meiner Professoren weiß es. Er hat mich nicht dafür verteufelt.
</p>
<p>
<b><br />
Mag:</b> Wie schafft ihr es, alle Beiträge zu sichten?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Das tun wir nicht. Wir reagieren auf Feedback und schauen nach Unregelmäßigkeiten.
</p>
<p>
<b>In welchen Fachbereichen und Bundesländern gibt es die meisten<br />
Einträge?</b><br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Wolfram:</b> Haben Professoren von<br />
besonders technikaffinen Studiengängen (z.B. Informatik, Elektrotechnik&#8230;) mehr Einträge als zum Beispiel Sportdozenten?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Mehr als bei Sportdozenten ja, aber es gibt auch sehr viel mehr Studenten aus technischen Fächern. Am Anfang hat es eine starke Nutzerschaft aus den Informatik- und  Ingenieurwissenschaften gegeben. Inzwischen verteilt sie sich aber sehr gleichmäßig.
</p>
<p>
<b>TipTop:</b> Apropos Dienstleistungen: Habt Ihr schon einmal untersucht, ob es im<br />
Durchschnitt mehr Bewertungen aus Bundesländern mit Studiengebühren gibt, da die Studenten hier eventuell noch mehr Wert auf gute Lehre legen, die sie ja teuer bezahlen müssen?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b>  Das haben wir nicht. Aber ich glaube, dass es diesen Zusammenhang nicht gibt. Das hat andere Gründe, wenn in einem Bundesland wesentlich mehr Bewertungen vorliegen, als z.B. Studiengebühren.
</p>
<p>
<b>Werner:</b> Woran liegt es Eurer Meinung nach, dass einige Unis bzw. Bundesländer besonders gut abschneiden und andere nicht?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Die Unis, die gut abschneiden, machen viel für die Lehre. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass die Hochschule nicht nur aus Forschungsaktivitäten<br />
besteht.
</p>
<p>
<b> Fragen zum MeinProf.de-Ranking</b><br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Wundi:</b> Haben Sie schon mal überlegt, sich bei den großen Hochschulrankings<br />
wie dem Zeit-CHE-Ranking mit einzuklinken?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben im Sommer zum 2. Mal ein Ranking veröffentlicht. Ein<br />
Rankinganbieter war nicht besonders glücklich, dass wir auch ein Ranking veröffentlichen. Wir glauben, dass unser Ranking eine gute Ergänzung zu den bestehenden Rankings ist, da diese eine ganz andere Perspektive als unseres haben.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die anderen Rankinganbieter nicht<br />
unbedingt das Interesse haben, dass wir uns dort &quot;einklinken&quot;.
</p>
<p>
<b>S.Kirchner:</b> Betrachtet ihr Euer Ranking als eine Art &quot;linke&quot;<br />
Alternative?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Wir haben keine Parteizugehörigkeit. Wir sehen es aber schon als Alternative. Wir glauben, dass unser Ranking eine andere Perspektive auf die Situation<br />
der Hochschule bietet &#8211; unabhängig von Nobelpreisen und Drittmitteln.
</p>
<p>
<b>Was bringen Mein Prof.de-Daten für die Hochschulevaluation?</b>
</p>
<p>
<b>Hella:</b> Werden die Bewertungen auf MeinProf.de bei einer Hochschule für die Evaluation von<br />
Lehrtätigkeit genutzt?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Von den Dozenten ja, von den Fakultäten zum Teil auch. Zum Beispiel in der Form, dass ein Dekan die Ergebnisse überprüft oder bei einer Entscheidung berücksichtigt. Auf Hochschulebene haben wir keine Information, ob die Ergebnisse von MeinProf.de dort schon Einfluss haben. Allerdings haben wir vor kurzem mit einigen Hochschulen Kontakt aufgebaut und planen, dass also MeinProf.de für die hochschulweite Evaluation mitberücksichtigt wird.
</p>
<p>
<b>Xaver:</b> Die Bewertungen von MeinProf.de sind ja nicht repräsentativ. Wäre<br />
es denn nicht prekär, würden auf Grundlage der Bewertungen, Entscheidungen getroffen werden?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> So wie der Bogen jetzt ist, kann er keine Grundlagen für Personalentscheidungen sein und soll es auch nicht. Es ist ein guter Indikator &#8211; vor allem für Studierende &#8211; aber auch für Personalverantwortliche. Normal ist, dass bei einem schlechten<br />
Evaluationsergebnis natürlich ein Gespräch stattfindet. Personalentscheidungen passieren ja nicht ad hoc.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Meinung von:
</p>
<p>
<b><br />
Helga:</b> Eigentlich eine gute Sache, man darf es nur nicht zu ernst nehmen. Die Seriosität der<br />
abgegebenen Stimmen muss zuverlässig sein.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Man kann es ignorieren, wenn man das möchte. Aber wenn ein Kurs zum Beispiel 30 oder 40 eher unterdurchschnittliche Bewertungen hat, dann sollte sich der Dozent schon überlegen, ob er nicht an seiner Lehre vielleicht etwas ändern will. Und die<br />
Seriosität geht in Richtung der Studenten. Da ist die klare Aufforderung von uns, aussagekräftige, ehrliche Meinungen und Beobachtungen zu veröffentlichen. Die sowohl den Kommilitonen als auch den Dozenten weiterhelfen.
</p>
<p>
<b><br />
Ulla:</b> Dass Dekane MeinProf.de bei Entscheidungen berücksichtigen, finde ich sehr<br />
gewagt. Umso mehr, wenn sie einräumen, dass sie keine Infos haben, inwieweit MeinProf.de auf Hochschulebene Berücksichtigung findet!
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Ganz konkret ist das in einem Beispiel begründet. Uns hat ein Dekan angerufen. Er wusste gar nicht, dass sein Kollege so schlecht bei seinen Studierenden ankommt.<br />
Wir haben ihm geraten, erst das Gespräch mit dem betreffenden Kollegen zu suchen und auch die hochschuleigene Evaluation zu Rate zu ziehen sowie die Studierendenvertreter anzusprechen.
</p>
<p>
<b>Dan:</b> Warum haben die Profs so viel Angst vor den Bewertungen? Schließlich<br />
landen die Evaluierungsbögen sowieso nur im Aktengulli!
</p>
<p>
<b><br />
Rubin:</b> @Dan: eine schlechte Bewertung trifft einen eben auch sehr<br />
persönlich!
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Ich glaube, in den letzten drei Jahren hat sich relativ viel geändert. Dozenten sehen zunehmend die Evaluation nicht als persönlichen Angriff, sondern als<br />
Chance der Weiterentwicklung.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Hochschulen ist die Lehrevaluation immer wichtiger geworden.<br />
Ich glaube, dass die internen Systeme und Prozesse inzwischen so weit sind, dass diese Ergebnisse nicht mehr irgendwo verschwinden. Ob sich dann daran tatsächlich was ändert, das ist ein ganz anderer Punkt und liegt dann hauptsächlich an dem Dozenten selbst.
</p>
<p>
<b><br />
Sepp67:</b> Wenn Sie in der Rolle der entsprechenden Entscheidungsträger wären:<br />
Wie würde aus Ihrer Sicht ein tatsächlich effektiver Lehrevaluierungsprozess für Hochschulen aussehen?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas<br />
Metschke:</b> Viel regelmäßiger, als er bis jetzt bei den meisten Hochschulen ist. Vor allem muss es weg vom reinen Messen, hin zu einer Verbesserung kommen.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Ziel der Lehrevaluation ist ja nicht das Messen und Dokumentieren,<br />
sondern die tatsächliche Verbesserung der Lehre. Das wird in den heutigen Systemen und Prozessen zu wenig berücksichtigt.
</p>
<p>
<b>Lena:</b> Wie denkt Ihr, wie man damit umgehen könnte, dass Studierende jetzt<br />
schon bei &quot;normalen&quot; Evaluationen sagen, &quot;wenn Sie mir eine schlechte Note geben, kriegen Sie eine schlechte Wertung&quot;?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Wir hatten gerade vor kurzem den Fall. Das ist bitter zu erfahren. Im Prinzip muss die Anonymität der Evaluation dafür sorgen, dass solche Fälle nicht auftreten. Gerade bei einem solchen Machtunverhältnis, wie das zwischen Studenten und Dozenten ist, spielt Anonymität eine große Rolle.
</p>
<p>
<b>Rubin:</b> Meine Vermutung: Die Profs, bei denen man nicht so leicht gute Noten bekommt, werden schlechter bewertet. Haben Sie einen solchen Zusammenhang mal ausgewertet?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Aufgrund der Frage, haben wir uns heute Vormittag die<br />
Mühe gemacht, das zu tun.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b>  Es gibt eine Tendenz, aber keine klare Korrelation zwischen der Härte eines Dozenten und seiner Durchschnittsnote.
</p>
<p>
<b>joker:</b> Evaluation ist eigentlich ein schwieriges Geschäft. Welche methodischen Kenntnisse sind in die Konstruktion des Systems eingeflossen?
</p>
<p>
<b><br />
Thomas Metschke:</b> Das System hatte zu Beginn nicht den Anspruch, hochschuleigene Evaluationen zu ersetzen. Da wir inzwischen daran arbeiten, unser Portal mit Hilfe von Hochschulen zu erweitern, werden auch Psychologen in die Erarbeitung mit einbezogen.
</p>
<p>
<b>Verändert Mein Prof.de die Situation an den Hochschulen? Wie wirkt sich mein Prof.de auf die Entscheidungen von Studierenden aus?</b>
</p>
<p>
<b><br />
Gabi:</b> Meinen Sie wirklich, dass sich die Situation an den Hochschulen durch MeinProf.de<br />
verbessert hat? Haben sie dazu schon mal was evaluiert?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben von Dozenten Feedback bekommen, dass sich endlich etwas tut.
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Und auch von Studierenden haben wir durchaus Nachrichten bekommen. Es spiegelt sich auch in den Kommentaren wider, dass sich die Lehrqualität in bestimmten Kursen gegenüber dem Vorsemester verbessert hat.
</p>
<p>
<b>S.Kirchner:</b> Bekommt ihr auch Lob von Dozenten? Bekommt ihr mit, ob die auf die Kommentare reagieren?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Ganz klares Ja!
</p>
<p>
<b>Lassse:</b> Ich weiß von Kollegen, dass sie sich die Bewertungen anschauen und auch &#8211; teils &#8211; zu Herzen nehmen.
</p>
<p>
<b>Student_Köln:</b> Haben Sie schon einmal Feedback bekommen, ob sich Studenten auf Grundlage der Bewertungen bei MeinProf.de für einen Kurs oder eine Uni entschieden haben?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Kurse auf jeden Fall. Bei Hochschulen noch nicht, da die Wahl einer Hochschule auch am Studiengang hängt, nicht an einem einzelnen Professor.
</p>
<p>
<b>Ist MeinProf.de auch eine Plattform für Dozenten?<br />
</b>
</p>
<p>
<b>Heiko:</b> Was bietet Ihr Dozenten und warum?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir bieten nicht nur Studierenden sondern auch Dozenten die Möglichkeit, sich einen Account bei uns zu holen. Mit diesem Account können Dozenten sich selbst und ihre Kurse verwalten und Kurse &quot;schützen&quot; (per Passwort). Was in der Zukunft noch kommen wird: Einige Dozenten haben nachgefragt, ob das Portal inhaltlich von Dozenten ausgebaut werden<br />
kann, also zum Beispiel, dass es Visitenkarten gibt, mit denen sich Dozenten dann auch bewerben können.
</p>
<p>
<b>Hanno:</b> Haben die Profs auf MeinProf.de auch die Möglichkeit, auf ihre Bewertung zu<br />
reagieren? Können sie auch Stellung beziehen?
</p>
<p>
<b><br />
Alexander Pannhorst:</b> Ja, das können sie. Und das soll demnächst noch sehr<br />
viel stärker möglich sein.
</p>
<p>
<b>elisabeth:</b> Als Dozentin würde mir auch ein Studentenbewertungsportal gefallen.<br />
Bewertungskategorien: Fleiß, Interesse, Mitarbeit und Auffassungsgabe könnten bewertet werden   Ich wette, so ein Vorhaben sehen Sie sehr kritisch, oder?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Die Studenten bewerten die Dienstleistung des Dozenten.<br />
Ein Dozent nimmt keine Dienstleistung eines Studenten wahr.
</p>
<p>
<b> Ulla:</b> Bildung ist keine Dienstleistung, das ist ein großes<br />
Missverständnis!
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Dann haben wir davon unterschiedliche Verständnisse.
</p>
<p>
<b>Hubert:</b> Haben die Profs auf Ihrer Seite auch die Möglichkeit, mit den Studenten ins<br />
Gespräch zu kommen &#8211; so eine Art Forum?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Ja, das haben sie. Es gibt zu jeden Kurs ein einzelnes Forum. Die<br />
Funktionalität soll sogar noch erweitert werden, um einzelne<br />
Bewerter anonym kontaktieren zu können.
</p>
<p>
<b>Inwiefern gibt es Probleme wegen Manipulation und Rachefeldzügen auf Mein Prof.de</b>
</p>
<p>
<b>Manny:</b> Wie groß sehen Sie die Gefahr, dass MeinProf.de von Studenten mit (gerechtfertigten) schlechten Noten in Prüfungsleistungen für persönliche Rachefeldzüge missbraucht wird?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Das passiert, genauso wie das auch in internen Hochschulevaluationen passiert. Wir wollen das natürlich nicht und versuchen unser möglichstes, gegen solche Manipulationen vorzugehen. Wir haben auch gewisse Schutzsysteme dafür eingeführt.
</p>
<p>
<b>Ulla:</b> Wie sehen denn die „gewissen Schutzsysteme&quot; gegen persönliche Rachfeldzüge konkret aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir können nicht über alle Systeme offen reden, weil jedes System sich umgehen lässt, wenn man es kennt. Wir haben allerdings die einfache Möglichkeit, bei begründetem Verdacht oder Interesse sich bei uns zu registrieren und Passwörter oder TAN-Listen für die Bewertung geben zu lassen. Ansonsten arbeiten wir stark mit dem Feedback aller Beteiligten,<br />
um versuchten Betrug aufzudecken.
</p>
<p>
<b>Rolf:</b> Habt ihr eigentlich auch schon einmal Probleme mit Hackern gehabt, die Daten<br />
gezielt manipulieren wollten?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Nein.
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir haben Dozenten und Studenten erwischt, die schummeln wollten, aber keine systematisierten Angriffe.
</p>
<p>
<b>Ric:</b> Was tun Sie, wenn Sie mitbekommen, dass die Profs ihre eigene Bewertung erschummeln? Wie kriegen Sie überhaupt so etwas mit?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Wir schmeißen alle Bewertungen, die erschummelt sind, raus und sperren den Account.
</p>
<p>
<b>Jule:</b> Im Chatthema ging es ja auch um Denunzierung. Welchen Anteil macht gezielte Denunzierung wohl aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Metschke:</b> Verschwindend gering.
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Wie gesagt, wir versuchen alles, um solche Bewertungen so schnell wie möglich aus dem Portal zu löschen. Dafür ist kein Platz.
</p>
<p>
<b>Beschwerden und Rechtsklagen</b>
</p>
<p>
<b>Lars:</b> Gab es schon einmal Beschwerden von Profs, die nicht mit ihrer<br />
Bewertung einverstanden waren?
</p>
<p>
<b>Alexander Pannhorst:</b> Ja.<b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Moderator: </b></b>Wie oft kommt so etwas vor?<b><br />
<b></b></b>
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Zu Beginn von MeinProf.de natürlich sehr oft. Das hat aber seit einem<br />
guten Jahr enorm abgenommen. Inzwischen erhalten wir mehr positives Feedback von Dozenten als Beschwerden oder Klagedrohungen.
</p>
<p>
<b><b>Peter_45:</b> </b>Wogegen haben denn die Profs geklagt? Hat die Klage irgendwelche<br />
Auswirkungen für Sie bzw. MeinProf.de gehabt?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Der Professor hat auf Unterlassung geklagt (Löschung seines kompletten Eintrags, auch für die Zukunft). Und er hat vor dem Landgericht verloren.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Insofern gab es für uns keine Konsequenzen.
</p>
<p>
<b><b>Kalle:</b> </b>Wie sichern Sie sich juristisch ab?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir haben einen Anwalt, der selbst Dozent ist, welcher uns &quot;pro<br />
bono&quot; unterstützt.
</p>
<p>
<b><b>Jan:</b> </b>Mussten Sie schon mal Bewertungen löschen, weil sich jemand beschwert hat?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir haben zu Beginn die RWTH Aachen aus dem System entfernt, weil sie uns massiv gedroht hat. Inzwischen ist sie allerdings wieder im System vertreten und auch recht<br />
zufrieden.
</p>
<p>
<b><b>Moira:</b></b> Wo ziehen Sie persönlich die Grenze bei überspitzten Meinungsäußerungen?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Ganz schwer zu sagen, das ist Einzelfallabwägung. Im Extremfall rufe ich auch bei unserem Anwalt an und hole mir seine Meinung ein.
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Auf dem Portal ist kein Platz für Beleidigungen, Schmähkritik und ähnliches.
</p>
<p>
<b><b><br />
Fragen zu möglichen Kooperationen national und international</b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Ulla:</b> </b>Kooperieren Sie denn mit studentischen Gruppierungen, wie ASTA und ähnlichem?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Das würden wir gerne. Wir haben leider festgestellt, dass die meisten Asten mehr mit sich intern zu tun haben.
</p>
<p>
<b><b>TipTop:</b> </b>Gibt es dieses oder ein ähnliches Format auch in anderen Ländern? Wisst Ihr, wie die Resonanz von Seiten der Dozenten dort aussieht?
</p>
<p>
<b><b>Danny:</b> </b>Habt Ihr vor, das Ganze auch international aufzuziehen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>RateMyProfessors.com gibt es in der Form nicht mehr, sondern ist von<br />
MTV zu einem Spaßportal gemacht worden. MeinProf.de gibt es noch in Österreich und der Schweiz. Und wenn wir einen Investor finden, bald in anderen Ländern.
</p>
<p>
<b><b>Nörmie:</b> </b>Wäre eine Kooperation mit StudiVZ nicht toll?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>MeinProf.de kann sicher mit vielen Portalen und Verlagen kooperieren.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>StudiVZ hat eine ganz andere Ausrichtung unserer Meinung nach. StudiVZ ist das &quot;private&quot; Studentenleben, und MeinProf.de ist das  &quot;berufliche&quot;.
</p>
<p>
<b><b>Resümeé und Blick in die Zukunft von Mein Prof.de</b><br />
</b>
</p>
<p>
<b><b>Jule:</b> </b>Was ist euer &quot;schlimmstes&quot; Erlebnis bei MeinProf.de? Was das<br />
schönste?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b></b> Ich wurde einmal 15 Minuten ohne Pause am Telefon angeschrien ohne etwas sagen zu können. Das schönste Erlebnis: Es gibt sehr viele schöne Mails von Studenten<br />
und Dozenten, die sagen, es ist gut, was ihr macht, macht weiter!
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Ich speziell freue mich jedes Mal besonders, wenn ein Dozent schreibt, dass er seinen Kurs inhaltlich geändert hat aufgrund der Aussagen der Studenten auf<br />
MeinProf.de.
</p>
<p>
<b><b>Carlo:</b> </b>Hat sich MeinProf.de nicht längst totgelaufen? Bei zuletzt 60.000 Bewertungen pro Jahr bekommt der durchschnittliche Dozent nur noch alle zwei bis drei Semester mal<br />
eine. Was soll die schon aussagen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Die Rechnung ist zu einfach, weil sich MeinProf.de nicht an allen<br />
Hochschulen gleich durchgesetzt hat. Wir haben mehr Besucher denn je. Allerdings zugegebenermaßen nicht mehr so viele Bewertungen. Der Tatsache sind wir uns bewusst und arbeiten an einer Überarbeitung des Bewertungssystems, um wieder mehr Ansporn für die Abgabe von<br />
Bewertungen zu schaffen.
</p>
<p>
<b> <b>hanswurst:</b> </b>Wäre es nicht sinnvoll, den Bewertern von MeinProf.de die Möglichkeit zu geben, genau darzustellen, warum sie bei einzelnen Kriterien so schlecht bewertet haben? Bringt da nicht konstruktive Kritik mehr?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b> </b>Genau das sollen sie in den Freitext-Kommentaren machen. Wenn die Studenten die Einzelnoten dort noch weiter erklären, dann nutzen sie das System genau so, wie wir uns das vorstellen.
</p>
<p>
<b><b>S. Kirchner:</b> </b>Was sind die nächsten Entwicklungsschritte, die ihr plant?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b>  </b>Es wird erst einmal ein neues Layout eingeführt werden, welches ermöglicht, die Inhalte, die bis jetzt auf der Seite sind, und neue Inhalte übersichtlicher<br />
darzustellen. Die Visitenkarte für Dozenten kommt, das Kontaktformular, die Überarbeitung des Bewertungssystems für Studenten. Für Studenten sowie Dozenten kommt ein erweitertes Benachrichtungssystem. Es wird viel werden. Kontinuierlich kommt etwas Neues.
</p>
<p>
<b><b><br />
Alexander Pannhorst:</b> </b>Der nächste Entwicklungsschritt ist für uns ein sehr, sehr großer.
</p>
<p>
<b><b>Jule:</b> </b>Wow, so viele Neuerungen. Wer entwickelt eigentlich?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b> </b>Wir entwickeln.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Nachfrage zur angekündigten Überarbeitung des Bewertungssystems:
</p>
<p>
<b><b>peg:</b> </b>Wie soll das neue Bewertungssystem aussehen?
</p>
<p>
<b><b><br />
Thomas Metschke:</b> </b>Es soll einfacher werden für die Studierenden. Es soll vor allem erweitert<br />
werden für Hochschulen und Dozenten. Die Möglichkeit, eigene Fragen beziehungsweise sogar Fragebögen einzustellen, möchten wir umsetzen.
</p>
<p>
<b><b>surfer:</b> </b>Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke</b> : </b>Dass wir eine Hochschule finden, mit der wir zusammenarbeiten können.
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b></b> Und dass wir in der Lage sind, direkt an die Hochschulen zu gehen und die Studenten mehr auf MeinProf.de aufmerksam zu machen.
</p>
<p>
<b><b>Rasmuss:</b> </b>Mal ehrlich, haben Sie nicht auch ein bisschen Spaß daran, Dozenten zu ärgern? Zumal es Einige verdient haben?
</p>
<p>
<b><b>Alexander Pannhorst:</b>  </b>Manchmal ja 🙂
</p>
<p>
<b><b>Nörmie:</b> </b>Kann man bei Euch auch an einem Beta-Test für das neue Bewertungssystem teilnehmen oder wird das direkt veröffentlicht?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Ja gern. Bitte schickt uns direkt eine E-mail mit dem Stichwort &quot;Beta&quot;. <b><b><br />
</b></b>
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Das heißt, es kommt schon sehr bald?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Wir versuchen bis zum 1. Januar 2009 zumindest einen Teil des Re-Designs online zu stellen. Bis 1.1. werden leider noch nicht alle der angekündigten Funktionalitäten verfügbar sein.
</p>
<p>
<b><b><br />
joker:</b> </b>Habt Ihr vor, selber übergreifende Auswertungen vorzunehmen, Prof.<br />
des Monats oder so?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke:</b> </b>Der &quot;Prof des Monats&quot; kommt mit dem Relaunch.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Wir sind auch schon kurz vor Schluss. Leider die letzte Frage für<br />
heute:
</p>
<p>
<b><b>Moppi:</b> </b>Wird man als Betreiber von MeinProf.de reich?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke und Alexander Pannhorst:</b> </b>Nein&#8230; Doch, an Erfahrung!
</p>
<p>
<b> <b>Moderator:</b> </b>Das Schlusswort gebührt unseren Gästen:
</p>
<p>
<b><b>Thomas Metschke: </b> </b>Wir bedanken uns bei allen Nutzern. Bei allen, die Feedback und Ideen für Funktionalitäten an uns tragen und natürlich für Eure Fragen. Wir<br />
wünschen Euch ein schönes Wochenende!
</p>
<p>
<b><b> Alexander Pannhorst:</b> </b>Wenn Euch noch etwas unter den Nägeln brennt oder auf<br />
dem Herzen liegt, dann schreibt uns eine E-Mail oder ruft uns an.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b> </b>Das war unser e-teaching.org-Expertenchat für heute. Vielen Dank an unsere Gäste von MeinProf.de für die Diskussion und vielen Dank an unsere Chatterinnen und Chatter für die vielen interessanten Fragen. Das Transkript des Chats können Sie in Kürze auf e-teaching.org<br />
nachlesen. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/erweiterung-von-meinprofde-kommt-4157/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>tagesschau-Chatreihe zur Finanzkrise</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-2-4138/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 14:47:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
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					<description><![CDATA[Gibt es einen Weg aus der Finanzkrise? Wie schätzen die einzelnen Parteien die derzeitige Lage auf dem Finanzmarkt ein und noch wichtiger, wie würden sie gegen die Krise steuern? Die finanzpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU und SPD standen in der Chatreihe zur Finanzkrise von tagesschau.de in Zusammenarbeit mit politik-digital.de, Rede und Antwort. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es einen Weg aus der Finanzkrise? Wie schätzen die einzelnen Parteien die derzeitige Lage auf dem Finanzmarkt ein und noch wichtiger, wie würden sie gegen die Krise steuern? Die finanzpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU und SPD standen in der Chatreihe zur Finanzkrise von tagesschau.de in Zusammenarbeit mit politik-digital.de, Rede und Antwort. <!--break--></p>
<p>
Hier geht’s zu den Transkripten:
</p>
<p>
10.11.:<a href="/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-die-linke" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Axel Troost, finanzpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag</a><br />
11.11.: <a href="/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-fdp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carl-Ludwig Thiele, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion</a> <br />
12.11.: <a href="/tagesschau-chat-Gr%C3%BCne-zur-finanzkrise" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christine Scheel, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen </a><br />
13.11.: <a href="/tagesschau-chatreihe-Union-zur-finanzkrise" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Meister, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion</a><br />
14.11.: <a href="/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-spd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Ulrich Krüger, Finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>tagesschau-Chatreihe zur Finanzkrise: SPD</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-spd-4152/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-spd-4152/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 15:35:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Ulrich Krüger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/tagesschau-chatreihe-zur-finanzkrise-spd-4152/</guid>

					<description><![CDATA[Der letzte Teil der tagesschau-Chatreihe zur Finanzkrise: Am 14. November war  Hans-Ulrich Krüger (SPD) zu Gast im Chat von tagesschau.de in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag sprach sich für eine Einigung mit der Union über die Beschränkung der Managereinkünfte bis „zur Jahreswende“ aus. Und die Chatter dankten es ihm mit dem besten Umfrage-Ergebnis der Chat-Serie: 56 Prozent der Chatter trauen der SPD zu, die Finanzkrise zu lösen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Teil der tagesschau-Chatreihe zur Finanzkrise: Am 14. November war  Hans-Ulrich Krüger (SPD) zu Gast im Chat von tagesschau.de in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag sprach sich für eine Einigung mit der Union über die Beschränkung der Managereinkünfte bis „zur Jahreswende“ aus. Und die Chatter dankten es ihm mit dem besten Umfrage-Ergebnis der Chat-Serie: 56 Prozent der Chatter trauen der SPD zu, die Finanzkrise zu lösen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen zu unserer<br />
tagesschau-Chat-Serie zur Finanzkrise. Nach Vertretern von<br />
Linkspartei, FDP, Grünen und Union begrüße ich heute den<br />
finanzpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion: Hans-Ulrich<br />
Krüger stellt sich Ihren Fragen, liebe User. Herr Krüger, wir<br />
freuen uns sehr, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind.<br />
Können wir starten?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Wir können starten!
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Finanzexpertengruppe der<br />
Bundeskanzlerin empfiehlt unter anderem eine radikale Umstellung der<br />
Managerbezüge, die Einschränkung kurzfristiger Bonus-Zahlungen wird<br />
als ein Instrument genannt. Staatliche Vorschriften lehnt das Gremium<br />
um Otmar Issing aber ab. Was halten Sie von den Vorschlägen?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Es existiert bei der SPD ja<br />
schon seit Monaten eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, Managergehälter<br />
so zu gestalten, dass der Manager ordentlich verdient, aber eben<br />
diese aberwitzigen Anreizsysteme nicht mehr existieren. Eine Ursache<br />
der Finanzmarktkrise war es, dass Manager nicht auf den Erfolg ihres<br />
Unternehmens geguckt haben. Sie haben geguckt, wo und wie sie<br />
kurzfristig den größten Bonus bekommen, um sich dann vielleicht<br />
noch im Fall des Scheiterns mit einer satten Abfindung aus den<br />
Unternehmen zu verabschieden. Das so geht nicht. Da muss ein Riegel<br />
vorgeschoben werden.
</p>
<p>
Wir als SPD denken an Änderungen im Aktiengesetz, insbesondere<br />
auch daran, Abfindungszahlungen nur noch in ganz engen Grenzen<br />
steuerlich absetzbar zu machen. Ferner denken wir daran, dass, wenn<br />
Bonusprogramme aufgelegt werden, die jeweiligen Manager diese Aktien<br />
etc. so lange halten müssen, dass sie auch den Erfolg oder<br />
Misserfolg ihres eigenen Tuns miterleben und damit auch die<br />
Verantwortung tragen. Daher geht die Vorstellung der SPD bei der<br />
Fragestellung über das hinaus, was in der Fragestellung angesprochen<br />
wurde.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie verhandeln in der Koalition<br />
darüber. Wann rechnen Sie mit einem konkreten Beschluss zur<br />
Beschränkung der Managergehälter?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich denke zur Jahreswende.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Dazu Christine Scheel, vorgestern hier<br />
im tagesschau-Chat: &quot;Wir erwarten eine langjährige Diskussion<br />
in der Koalition zu diesem Thema. Bislang gibt es noch nicht einmal<br />
ein gemeinsames Eckpunktepapier, geschweige denn eine<br />
Gesetzesformulierung<b>.</b>&quot;
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Da muss ich Frau Scheel<br />
enttäuschen: Das wird kurzfristiger gehen.
</p>
<p>
<b>sauer:</b> Welche konkreten Vorschläge haben Sie, um<br />
den geschädigten Anlegern zu helfen?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Das hängt schlicht und<br />
ergreifend von der Form der Anlage und der Art und Weise des<br />
Instituts ab. Zum Beispiel sind die Anleger bei Kaupthing Teil des<br />
isländischen Sicherungsfonds, welcher von den gut 330 Millionen Euro<br />
Einlagen deutscher Anleger, 280 bis 290 Millionen übernehmen wird.<br />
Jeweils bis zur Größe von ca. 20.800 Euro. Über den Restbetrag<br />
muss und soll auch die isländische Regierung bewegt werden, sich<br />
großzügig gegenüber deutschen Anlegern zu verhalten.
</p>
<p>
Eine andere Situation ist die Sache bei Lehman Brothers, Amerika.<br />
Diejenigen deutschen Kreditinstitute, die derartige Papiere,<br />
sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, an Kunden verkauft haben,<br />
müssen gefragt werden, ob sie im Einzelfall wirklich den Kunden<br />
ordnungsgemäß beraten und auf das Risiko hingewiesen haben. Das<br />
wäre dann eine Frage der zivilrechtlichen Auseinandersetzung eines<br />
jeden Kunden mit seinem Institut. Wie man sich da verhalten kann,<br />
zeigt ein Kölner Bankinstitut, welches zurzeit seinen<br />
Lehman-Brother-Geschädigten vollen Ersatz zugesagt hat.
</p>
<p>
Darüber hinaus ist natürlich auch das amerikanische<br />
Einlagensicherungssystem heranzuziehen. Zu Einzelheiten empfehle ich<br />
hierzu auf die Homepage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen<br />
zu schauen und sich hier die entsprechenden Einzelheiten<br />
herunterzuladen. Eine ganz andere Sache wiederum sind die Ansprüche<br />
bei der deutschen Tochter der Lehman Brothers. Da gilt das deutsche<br />
Recht, sprich der gesetzliche Einspruch und die Ansprüche gegenüber<br />
den Sparkassen und Banken auf der Basis der freiwilligen<br />
Sicherungssysteme und &#8211; last but not least &#8211; die Garantie des Bundes.
</p>
<p>
<b>JMeike:</b> Die Politik sagt, die Bürger müssen<br />
sich privat fürs Alter absichern. Wo ist dabei der Schutz, siehe<br />
Lehman-Brothers-Geschädigte?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Wir haben mit dem<br />
Alterseinkünftegesetz, sprich auch einschließlich der gesamten<br />
Riester-Maßnahmen, vielfältige Anlagemöglichkeiten &#8211; jetzt auch in<br />
Form von Bausparverträgen. Bei denen ist eines klar: Jeder Bürger,<br />
jeder Vertragspartner hat die Sicherheit bei diesen staatlich<br />
geförderten Maßnahmen, dass seine Einzahlungen und seine Zulage,<br />
die er vom Staat bekommen hat, immer sicher sind und ihm verbleiben.<br />
Der Staat kann allerdings nicht eine Garantie für jedes von ihm<br />
nicht kontrollierte und beaufsichtigte Finanzprodukt übernehmen. Von<br />
daher ja auch die Notwendigkeit, dass Riester-Verträge,<br />
einschließlich der Wohnriester-Verträge, zertifiziert sein müssen.
</p>
<p>
<b>koko:</b> Die Banken erhalten Geld aus dem Hilfspaket<br />
&#8211; warum nicht auch die falsch beratenen Kunden? Das würde das<br />
Vertrauen der Bürger in die Finanzwelt stärken. So sind sie alleine<br />
gelassen, werden das wenige Übriggebliebene &quot;sicher&quot; fürs<br />
Alter sparen und sich Investitionen verkneifen.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Es ist ein Irrtum zu<br />
glauben, die Banken erhielten Geld aus dem Sicherungspaket ohne<br />
Gegenleistung und ohne Rückzahlungsverpflichtungen. Zum Beispiel die<br />
Commerzbank, die &#8211; wie es auch der Presse zu entnehmen war &#8211; 8,2<br />
Milliarden Euro an Kapitalhilfe bekommen hat, verzinst diese 8,2<br />
Milliarden Euro mit 8,5 bzw. 5,5 Prozent und muss außerdem bei einer<br />
Rückzahlung dieser Beträge noch von etwaigen Gewinnen etwas<br />
abgeben. Von daher werden den Banken keine Gelder geschenkt. Sie<br />
müssen für Gelder, die ihnen zur Verfügung gestellt werden,<br />
zahlen. Sie müssen sogar dann zahlen, wenn der Staat keine Gelder<br />
zahlt, sondern eine Garantie erklärt, was landläufig so etwas<br />
ähnliches wie eine Bürgschaft abgibt. Von daher kostet dieses Paket<br />
auch nicht 400 oder 480 Milliarden Euro. Wir gehen also davon aus,<br />
dass bei einem ordentlichen Verlauf, am Ende die schwarze Null stehen<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nochmal zu den Managergehältern&#8230;
</p>
<p>
<b>sauer:</b> Die Managergehälter sollen beschränkt<br />
werden, aber nicht die der Finanzberater, die die faulen Papiere an<br />
den Mann bringen. Die lachen sich tot. Wie wollen Sie die<br />
Provisionszahlungen einschränken, die zu dem Desaster bei den<br />
Lehman-Zertifikaten u.a. geführt haben?</p>
<p><b>Hans-Ulrich<br />
Krüger</b>: Wie Sie vielleicht wissen, gibt es seit ca. einem<br />
Jahr auch Schutzvorschriften für Anleger, wonach derjenige, der ein<br />
solches Papier verkauft, über die Höhe seiner Provision Auskunft<br />
geben muss. Das ist ein Schutz für den Verbraucher. Es muss sich ein<br />
jeder Verbraucher fragen, ob er dann ein solches Papier erwerben<br />
will. Auch muss jeder Verbraucher natürlich sich selbst die Frage<br />
stellen, in welchem Maße das Risiko eines Papiers im Zusammenhang<br />
mit der versprochenen Verzinsung steigt. Alte persönliche Faustregel<br />
für mich: Alles, was über fünf Prozent ist, ist in höherem Maße<br />
risikobehaftet und alles, was über acht, zehn oder zwölf Prozent in<br />
großem beziehungsweise extremen Maße risikobehaftet.
</p>
<p>
<b>Lehman_Opfer56:</b> Lieber Herr Krüger, ihre<br />
Einlassungen zu den Lehman-Opfern sind leider nur vage. Kann die<br />
Politik hier wirklich nicht handeln? Den Banken wird ja das Geld<br />
förmlich hinterhergetragen &#8230;.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Die Politik kann sich nicht<br />
in die Vertragsbeziehungen zwischen dem Kunden und der Bank oder<br />
Sparkasse einmischen und zu Lasten der Allgemeinheit etwaige<br />
Fehlbeträge ausgleichen. Wenn Banken oder Sparkassen nicht<br />
ordnungsgemäß informiert haben, müssen sie für dieses Verschulden<br />
haften. Dementsprechend sind auch alle Anleger aufgefordert, sich<br />
zusammen mit einem Anwalt zu überlegen, inwieweit man gegen das<br />
Institut vorgehen kann und rechtliche Schritte einleitet.
</p>
<p>
<b>Lehman_Opfer56:</b> Also verweisen Sie die<br />
Lehman-Geschädigten nun an die Gerichte?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Der Staat kann nicht für<br />
jede Anlage außerhalb der deutschen Sicherungssysteme weltweit die<br />
Haftung übernehmen.
</p>
<p>
<b>buh79:</b> Wird die SPD kurzfristiges Spekulieren<br />
(Leerverkäufe, Intradayhandel) an den Börsen beschränken? Wenn Ja,<br />
welche Maßnahmen werden dazu umgesetzt?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Das Verbot von Leerverkäufen<br />
ist schon in Gesetzen aus dem Jahr 2004, damals noch unter Rot-Grün,<br />
enthalten gewesen. Die Union hat das damals nicht mitgemacht. Aktuell<br />
gehört das Verbot von Leerverkäufen zu den Punkten, die die SPD als<br />
erforderlich ansieht, um wieder Vertrauen in die Kapitalmärkte<br />
hineinzubringen. Wir werden uns dafür einsetzen und hier in den<br />
nächsten Monaten versuchen, eine Lösung gemeinsam mit dem<br />
Koalitionspartner zu finden. Aber unsere Zielrichtung ist klar<b>.</b>
</p>
<p>
<b>dersprecher:</b> Gerade die SPD steht doch für die<br />
Interessen der kleinen und mittleren Einkommensschicht. Weshalb<br />
werden für diese Personen nicht die Lohn- bzw. Einkommenssteuer<br />
gesenkt, damit die Kaufkraft steigt?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Als die SPD 1998 zusammen<br />
mit den Grünen die Bundesregierung gebildet hat, betrug der<br />
Eingangssteuersatz 25,9 Prozent. Jetzt beträgt er 15 Prozent. Ferner<br />
ist der Grundfreibetrag auf ca. 7.660 Euro erhöht worden. Das hat<br />
zur Folge, dass bis zu einem Einkommen von 37.500 Euro in der Familie<br />
(verheiratet, zwei Kinder) die Steuerzahlung geringer ist als das<br />
Kindergeld, welches an die Familie ausgezahlt wird. Nicht die<br />
Steuerlast ist bei normal und durchschnittlich Verdienenden das<br />
Entscheidende, sondern das, was sie an Abgaben,<br />
Sozialversicherungsbeiträgen, Rentenversicherungsbeiträgen,<br />
Krankenversicherungsbeiträgen und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen<br />
zu zahlen haben. Da ist es, das Programm der SPD. Wir müssen diese<br />
Abgabenlast weiter senken. Zum Vergleich: Jahreseinkommen 20.000 Euro<br />
ledig, 2.000 Euro an Steuern, 4.000 Euro an Abgaben. Das ist ein<br />
Missverhältnis, da müssen wir bei den Abgaben etwas tun, nicht so<br />
sehr bei den Steuern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wollen Sie so die Kaufkraft der Bürger<br />
stärken?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Die Kaufkraft der Bürger<br />
muss erstmal dadurch gestärkt werden, dass wir wieder zu<br />
vernünftigen Lohnabschlüssen kommen. Nämlich Lohnabschlüssen, die<br />
die Menschen auch an den Unternehmensgewinnen der letzten Jahre<br />
teilhaben lassen. Die Aufgaben des Staates sind gerade für<br />
diejenigen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, besonders<br />
bedeutsam. Der Millionär kann sich vielleicht einen<br />
Privatkindergarten leisten, der Normalverdiener nicht. Der Millionär<br />
kann sich eine Privatklinik leisten, der Normalverdiener nicht. Von<br />
daher braucht der Staat ein gewisses Maß an Einkünften, um gerade<br />
auch im Bereich der Daseinsvorsorge tätig zu sein. Deswegen:<br />
Abgabensenkung Ja. Beispielsweise die Senkung des<br />
Arbeitslosenversicherungsbeitrages von über 6,2  Prozent auf<br />
2,8 Prozent hat den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern 15 Milliarden<br />
Euro an Kaufkraft gegeben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Koalition hat nun ein<br />
Konjunkturpaket beschlossen, hätten Sie sich eines mit größerem<br />
Volumen gewünscht?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Dieses Paket, um Wachstum zu<br />
erzeugen, setzt meines Erachtens punktuell richtig an. Sowohl im<br />
Bereich der Gebäudesanierung und im Bereich der Vergabe von<br />
Aufträgen an das Handwerk werden hier Akzente gesetzt. Sodass ich<br />
sage, es ist erforderlich, dieses Paket zu machen. Darüber<br />
hinausgehende Spekulationen &#8211; wir verschulden uns beispielsweise<br />
durch ein 25-, 30- oder 40-Milliarden-Programm oder darüber hinaus &#8211;<br />
hätten im Wesentlichen aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre<br />
nur Strohfeuereffekte mit höheren Zinslasten für uns alle bedeutet.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Akzente Ja, aber reichen diese<br />
angesichts der Finanzkrise wirklich aus?
</p>
<p>
<br />
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich denke Ja. Wir müssen<br />
ja diese Akzente auch nicht nur im Kontext dieses einen<br />
Maßnahmenpaketes sehen, sondern im Zusammenhang mit allen anderen<br />
verabredeten Änderungen. Ob das nun die Erhöhung des Wohngeldes ist<br />
oder aber Maßnahmen und Kosten aufgrund des<br />
Familienleistungsgesetzes. Ob es nun im CO2-Sanierungsbereich<br />
stattfindet, ob da nun auch verbesserte Absatzmöglichkeiten für<br />
Krankenversicherungsbeiträge oder Sozialversicherungsbeiträge eine<br />
Rolle spielen &#8211; all dieses sind Anreize, welche punktuell wirken,<br />
aber in ihrer Summe auch eine entsprechende Breitenwirkung erzeugen<br />
können. Ein Vergleich: Die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen<br />
hat zu Steuervergütungen in Höhe von zwei Milliarden Euro jährlich<br />
geführt. Das betrifft dann eben Lohnkosten in einer Größenordnung<br />
von bundesweit zehn Milliarden Euro. Wenn hier jetzt ein weiterer<br />
Anreiz gegeben wird, bedeutet das eine nachhaltige Stärkung des<br />
lokalen Handwerks vor Ort und trägt damit auch zur Stabilisierung<br />
der Arbeitsplätze bei.
</p>
<p>
<b>arni:</b> Warum tun sich die Politiker der EU nicht<br />
zusammen und verabschieden ein Konjunkturprogramm, so wie die<br />
Chinesen?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich denke, dass innerhalb<br />
der EU die unterschiedlichen Ausgangssituationen viel zu stark sind,<br />
als dass man hier nun ein europäisches Konjunkturprogramm bewirken<br />
könnte.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Der Bundesaußenminister schlägt ja<br />
ein europäisches Konjunkturprogramm vor, bisher hat man von<br />
Frank-Walter Steinmeier in Sachen Finanzkrise/Konjunkturmaßnahmen<br />
wenig gehört.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Sicherlich kann man und muss<br />
man in Europa nach den gemeinsamen und verbindenden Nöten suchen.<br />
Aber man wird natürlich nicht in der Lage sein, beispielsweise die<br />
Sondereffekte der britischen Finanzmarktkrise, der spanischen<br />
Immobilienkrise, nun mit Hilfe eines europäischen<br />
Konjunkturprogrammes lösen zu können. Richtig ist, dass Europa in<br />
Gänze von der Finanzmarktkrise betroffen ist. Ja, wenn wir hier ein<br />
Programm hin bekommen, das allen hilft und keinem schadet, okay,<br />
aber Details oder nationale Befindlichkeiten kann dieses Programm<br />
nicht aufnehmen. Ansonsten wäre es auch keinem deutschen<br />
Steuerzahler zu vermitteln, dass für Fehlentwicklungen in Spanien<br />
nun seine Gelder gelassen werden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Begrüßen Sie den<br />
Steinmeier-Vorschlag denn?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ja. Außerdem möchte ich<br />
der Tatsache widersprechen, dass Frank-Walter Steinmeier sich bislang<br />
zurückgehalten habe. Richtig ist vielmehr, dass er als Außenminister<br />
natürlich auch die Stränge nach Außen gehalten hat, die Peer<br />
Steinbrück als Finanzminister nun mit dem<br />
Finanzmarktstabilisierungsgesetz im Inneren kreiert hat.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Aber er ist ja nicht nur<br />
Außenminister, sondern auch Kanzlerkandidat.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Das ist richtig. Und<br />
demnächst Kanzler.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Kommen wir zur Kanzlerin. Sie ist ja<br />
auf dem Weg nach Washington.
</p>
<p>
<b>affenkatze:</b> Was kann Deutschland auf dem<br />
Finanzgipfel in Washington bewirken? Welche Grenzen sollen und können<br />
den Finanzmärkten gesetzt werden?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Auf dem Gipfel in Washington<br />
wird Eines &#8211; denke ich &#8211; nochmal klar werden: Das, was Deutschland<br />
seit Anfang 2007 vorgeschlagen hat und im letzten Jahr immer noch<br />
leicht belächelt wurde, das wird heute ernst genommen und wie ich<br />
auch hoffe, angepackt werden. Punkte dieses Anpackens sind: Erstens:<br />
Es muss eine verbesserte Aufsicht über Rating-Agenturen geben.<br />
Zweitens: Zu glauben, der Markt werde es schon richten, ist ein<br />
Irrglaube. Drittens: Bei der Weitergabe der sogenannten Verbriefung<br />
von Forderungen müssen Lösungen gefunden werden, dass der Emittent<br />
selbst ein Restrisiko dieser Forderungen behält. Es muss über eine<br />
Verbesserung der Aufsichtsstruktur und eine Vereinheitlichung &#8211;<br />
gerade in den Vereinigten Staaten &#8211; nachgedacht werden. Es muss eine<br />
noch stärkere Verbindlichkeit bei den Bilanzierungsregeln<br />
hergestellt werden und last but not least darf es keine Restrisiken<br />
der Unternehmen mehr in sogenannten  Zweckgesellschaften geben.<br />
Ich könnte natürlich hier auch auf die 14 Eckpunkte der SPD zur<br />
Regulierung der Finanzmärkte verweisen&#8230;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das können Sie!
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: &#8230;die dieses Thema zum<br />
Gegenstand haben und umfassend bearbeiten. Meine Oma pflegte immer zu<br />
sagen: Not lehrt beten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sind Sie denn genauso optimistisch wie<br />
die Bundeskanzlerin, dass in Washington konkrete Vereinbarungen<br />
erzielt werden?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich denke, solange der<br />
angelsächsische Raum glaubte, mit Hilfe seiner Finanzindustrie einen<br />
Vorteil zu haben, waren die Chancen auf eine Einigung nicht besonders<br />
groß. Nach den Konkursen in Amerika von Bear Stearns über die<br />
Schieflage beim weltgrößten Versicherer bis hin zu Lehman Brothers<br />
hat auch Amerika begriffen, dass unregulierte Märkte nicht<br />
zielführend sind. Von daher gehe ich mit einem gewissen Schuss<br />
Optimismus an die Tagung in Washington heran. Ähnliches gilt auch<br />
für Großbritannien, welches erfahren hat, dass allein mit dem<br />
Setzen auf die Karte &quot;Finanzindustrie&quot; auch kein<br />
nachhaltiges, sicheres Wachstum möglich ist.
</p>
<p>
<b>Semjon:</b> Wie kann bzw. sollte ein neues<br />
&quot;weltweites&quot; Finanzsystem aussehen?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ein weltweites Finanzsystem<br />
ist natürlich etwas, was ganz fern im Horizont steht. Ich wäre<br />
schon froh, wenn wir europaweit eine so zentrale Aufsichtsklammer<br />
hätten. Dann könnten wir sagen, dass wir innerhalb von Europa nach<br />
denselben Spielregeln und mit denselben Qualitätsmaßstäben<br />
arbeiten. Man muss heute sagen, dass wir noch in einer Zeit leben, in<br />
der Unternehmen mit ihren Banktöchtern  deshalb in andere<br />
Staaten gegangen sind, also aus Deutschland heraus, weil die dortige<br />
Aufsicht des Drittstaates als weniger streng angesehen wurde, als es<br />
die deutsche war.  Vor diesem Hintergrund wäre ich schon froh,<br />
wenn wir europaweit zu einer Lösung kämen. Jedoch ohne zu glauben,<br />
die unterschiedlichen Interessen auf der ganzen Welt könnten in<br />
einem überprüfbaren, verbindlichen System gebündelt werden. Da bin<br />
ich aus heutiger Sicht schon froh, wenn in Europa ein Umdenken<br />
einsetzt.
</p>
<p>
<b>spd_region_hannover:</b> Woher beziehen die<br />
Abgeordneten des Bundestages ihre Informationen zu den komplexen<br />
Zusammenhängen der Finanzkrise? Die wenigsten Abgeordneten haben ja<br />
die nötige ökonomische Ausbildung, um die Auswirkungen<br />
verschiedener Entscheidungen kompetent bewerten zu können.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Da sind natürlich in einem<br />
solchen Fall die Mitglieder des Haushalts- und des Finanzausschusses<br />
in besonderer Weise gefragt. Das heißt, sie machen sich den<br />
Sachverstand von Gutachtern, den Sachverstand der Bundesregierung,<br />
den Sachverstand des Finanzministeriums, den Sachverstand der BaFin<br />
nutzbar und ziehen auch &#8211; wenn es um internationale Zusammenhänge<br />
geht &#8211; Expertise aus dem Umfeld der OECD oder des IWF hinzu.
</p>
<p>
<b>joachim_89:</b> Während der letzten Chats war die<br />
Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft ja immer ein Thema: Was<br />
halten Sie davon? Bekleiden Sie selbst irgendeinen Posten in der<br />
Wirtschaft?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich bekleide keinerlei<br />
Posten in der Wirtschaft. Ich bin Vorsitzender eines<br />
Denkmalpflegevereins.
</p>
<p>
<b>Ihr Benutzername:</b> Guten Tag, es gibt ein<br />
Ungleichgewicht zwischen Staat und Wirtschaft. Wie kann dies behoben<br />
werden, ihrer Meinung nach?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Die Frage ist natürlich<br />
sehr allgemein. Ich denke aber, die letzten Wochen und Monate haben<br />
gezeigt: Ohne einen Staat, der reguliert, der die Spielregeln<br />
vorgibt, kann Wirtschaft nicht allein, aus sich heraus,<br />
funktionieren. Dies ist für viele aufgrund der Erfahrungen der<br />
letzten Jahre sicherlich ein Umdenkprozess. Aber ich muss sagen, ich<br />
begrüße, dass dieser Umdenkprozess eingesetzt hat. Und wir nicht<br />
mehr dem Marktradikalismus nach dem Motto &quot;Privat nach Staat&quot;<br />
nachhängen, sondern dass wir sagen: Jawohl, die Wirtschaft hat sich<br />
den Vorgaben der Politik im Interesse des Gemeinwohls zu fügen. Das<br />
geschieht ja auch zurzeit auf der Basis beispielsweise des<br />
Finanzmarktstabilisierungsgesetzes. Wenn Manager anerkennen, dass<br />
Staatsleistungen mit einer drastischen Verringerung ihrer Bezüge zu<br />
erhalten sind, dann ist das gut so und denke ich auch, ein Weg zu<br />
mehr Vernunft.
</p>
<p>
<b>felix:</b> Sehr geehrter Herr Krüger, die<br />
Bundesregierung kündigte weitere Investitionen in der Infrastruktur<br />
an. Ist das jetzt die Kehrtwende zum Neo-Keynesianismus?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Nein. Es ist schlicht und<br />
ergreifend die Reaktion darauf, dass wir einen Schutzschirm über die<br />
Arbeitsplätze halten und bilden wollen. Wir wollen, dass Kommunen<br />
oder überhaupt Gebietskörperschaften oder Länder, Projekte nicht<br />
aufschieben sollen oder müssen, weil sie möglicherweise über keine<br />
Eigenmittel verfügen. Wir wollen, dass jetzt in dieser Situation<br />
Aufträge platziert werden, die ansonsten in drei oder vier Jahren<br />
platziert worden wären, die sind jetzt aber dringend notwendig.
</p>
<p>
<b>Dagobert:</b> Herr Krüger, was ist für Sie<br />
persönlich die schlimmste Krise: die Finanzkrise, die Umweltkrise<br />
oder die der SPD&#8230;
</p>
<p>
<br />
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich denke, das sind drei<br />
vollkommen unterschiedliche Sachen. Erstens müssen und hätten wir<br />
ohne Finanzmarktkrise, ohne nun die SPD zu betrachten, die<br />
ökologische Herausforderung als die Herausforderung unseres<br />
Jahrhunderts in jedem Falle auf unsere Fahne geschrieben und tun dies<br />
auch. Zweitens: Die Finanzmarktkrise ist etwas, was uns aus den<br />
Vereinigten Staaten initiativ erreicht hat und welche wir meistern<br />
werden. Drittens: Die Krise der SPD &#8211; da muss ich sagen, mit einem<br />
Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, einem Parteivorsitzenden<br />
Franz Müntefering, sind wir ordentlich aufgestellt. Wir werden den<br />
Menschen im nächsten Jahr auch genau sagen, wo wir stehen. Ich<br />
denke, da werden wir auch erklären können, dass es gerade in dieser<br />
Zeit unabdingbar ist, dass Menschen füreinander einstehen und dass<br />
dieses auf der Basis demokratischer, gleichberechtigter Strukturen<br />
steht. Anders gesagt, die aktuelle Politik ist voller<br />
sozialdemokratischer Ideen und Ansätze. Das werden wir den Menschen<br />
klar machen, dass wir als Sozialdemokraten die modernen und<br />
vertrauenserzeugenden Antworten haben. Von daher sehe ich keine Krise<br />
in der SPD.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zwischenfrage: Und wie ist die SPD in<br />
Hessen aufgestellt? Ihre Einschätzung.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Dazu bin ich viel zu weit<br />
von Hessen entfernt, um dazu etwas zu sagen. Diese Frage müsste<br />
einem hessischen Landtags- oder Bundestagsabgeordneten gestellt<br />
werden. Ich denke aber auch dort in Hessen werden Themen von den<br />
dortigen Genossinnen und Genossen behandelt werden, die eines zeigen:<br />
Die SPD ist auf der Höhe der Zeit.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wir haben unter den Chattern eine<br />
Umfrage durchgeführt. Trauen Sie der SPD zu, die Finanzkrise zu<br />
lösen? Wie ist Ihre Prognose?
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Da ich ja gerade auch in der<br />
Welt der Finanzmarktkrise als finanzpolitischer Sprecher eingebunden<br />
bin, weiß ich, was wir getan haben und weiß, dass es das Richtige<br />
war. Deshalb bin ich auch der Befangenste, um dazu eine Prognose<br />
abzugeben. Ich hoffe natürlich, dass es möglichst viele sind. Das,<br />
was wir in den letzten Wochen getan haben, stellt kein Schutzschild<br />
für Manager oder Banken dar, sondern einen Schutzschirm für<br />
Arbeitsplätze, über den wir uns alle freuen und auf den wir stolz<br />
sein können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie haben viele Fans: 56 Prozent haben<br />
Ja gesagt, 43 Prozent Nein. Ich weise vorsorglich darauf hin: Die<br />
Umfrage ist nicht repräsentativ.
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Dann habe ich ja die<br />
Aufgabe, mich mit den 43 Prozent auseinanderzusetzen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das war die <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatarchiv2.html">tagesschau-Chat-Serie</a><br />
zum Thema Finanzkrise. Herr Krüger, vielen Dank, dass Sie bei uns<br />
waren. Herzlichen Dank an alle User für die die intensive<br />
Beteiligung! <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatarchiv2.html">Die<br />
Chatprotokolle zum Nachlesen finden Sie hier.</a> Das Team von<br />
tagesschau.de wünscht allen noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<b>Hans-Ulrich Krüger</b>: Ich danke Ihnen!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Thomas Querengässer,<br />
tagesschau.de.</i></p>
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