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	<title>rfuchs &#8211; politik-digital</title>
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	<title>rfuchs &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Auf dem Linux-Weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[
                    Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.<!--break-->
                  </p>
<p>Auf dem LinuxTag, dem größten Branchen-Treffen in Europa, haben das Bundesministerium des Innern und IBM Deutschland nach einjähriger Partnerschaft einen Migrationsleitfaden herausgebracht, der die öffentlichen Verwaltungen des Bundes, der Länder und Gemeinden ins Linux-Zeitalter bringen soll. Das 440 Seiten starke Werk will jene Behörden unterstützen, die ihre Betriebssysteme von der „Monokultur“ Microsoft auf das quelloffene Betriebssystem Linux umstellen wollen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Nation Deutschland</strong><br />
                  <br />Das Vorhaben &#8220;Open-Source-Software für die Verwaltung&#8221; sei sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium (BMI) und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung hätten bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zogen Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Ende Juni 2003 mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.</p>
<p>„Wir sind drauf und dran, Deutschland zur führenden Linux-Nation zu machen“, sagte Erwin Staudt. Und geht es nach dem Willen von Staudt und Innenminister Schily, den Schirmherren des Kooperationsabkommens, sollen die öffentlichen Verwaltungen bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle einnehmen. Beide teilen dabei die Überzeugung, dass die „IT Großmacht“ Deutschland weder in der Erstellung von Hardware, noch in der Programmierung von Software eine Chance gegen die internationale Konkurrenz habe. Nur auf dem Gebiet der Anwendung gäbe es großes Potential für Entwicklungen „Made in Germany“. In einem breiten Anwendungsbereich wie den Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand sollen deshalb wichtige Lernerfolge erzielt werden, um Linux auch für andere Nutzerkreise im Privatbereich attraktiver zu machen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Vorteile</strong><br />
                  <br />Dabei sind die Vorteile, die für eine Migration von Microsoft auf LINUX sprechen, für Schily und Staudt bestechend. Linux habe sich innerhalb weniger Jahre zu einer der vertrauenswürdigsten Open-Source Softwareprodukte entwickelt. Wenn heute sogar die New Yorker Börse auf das nicht patentierte Betriebssystem umsteige, so zeige das nach Schily eindeutig die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts. Das Linux die mit Abstand größten Zuwachsraten unter Betriebssystemen weltweit verzeichne, könne diese Aussage noch bekräftigen, meinte Staudt. Darüber hinaus stehen die finanziellen Anreize im Vordergrund: Schily erhofft sich nach einer Umstellung großer Teile der deutschen Verwaltungen ungeahnte Einsparungspotentiale, weil teure Lizenz-Abkommen mit dem bisherigen Monopolisten Microsoft der Vergangenheit angehören würden. Ein übergeordnetes Ziel der Politik sei es dabei, „Monopolstrukturen aufzubrechen“ und Wettbewerb in die Betriebssystem-Landschaft zu bringen. Auf die Frage, ob Microsoft aus den Amtsstuben gänzlich verdrängt werden solle, antwortete Schily aber diplomatisch: „Es geht um die Freiheit des Wählen könnens“.</p>
<p>In jedem Falle aber verbessert Linux die Verhandlungsposition von Bund, Länder und Gemeinden und verleiht mehr Spielraum um den Software-Giganten Microsoft zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen. Erstes Anzeichen der Nervosität von Microsoft war deshalb der Besuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer, der kurz vor der Entscheidung in München, mit welchem Betriebssystem die 14 000 kommunalen Computer künftig laufen sollen, versuchte, das Stadtoberhaupt Christian Ude zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich, denn medienwirksam wurde die Entscheidung Münchens für Linux zu einer weltweit beachteten Niederlage für Microsoft. Ein weiterer Erfolg für die Linux Befürworter war die Entscheidung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, sich gänzlich auf Linux im Bereich der Verwaltung zu verlassen. „Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt Europas und im Rahmen dieser Vereinbarung (dem Kooperationsabkommen zwischen BMI und IBM, Anm. der Redaktion) auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastrukur zu setzen, sowie das ‚Ja’ von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg der Vereinbarung weiter beflügeln“, sagte Staudt.</p>
<p>Doch ist sich „Linux-Land“ Deutschland in keinem Fall einig. Frankfurt am Main verlängerte demonstrativ seinen Rahmenvertrag mit Microsoft, um auch für die nächsten Jahre garantierte Preise und Vergünstigungen vom Software-Giganten zu erhalten. Für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) stand bei dieser Entscheidung vor allem der Gedanke der Planungssicherheit Pate. Microsoft garantiere Fixpreise pro PC sowie feste Jahresraten und würde so die Verwaltung von Preisschwankungen unabhängiger machen. Ebenso argumentiert auch Microsoft Deutschland, die vor den versteckten Mehrkosten einer Linux gestützten EDV warnen. &#8220;Die Anbieter werden sich das zusätzliche Geschäft nicht entgehen lassen, das sie mit dem Verkauf von Systemen und Services erzielen, die es ihren Kunden ermöglichen, ihr Linux-System in die bestehenden Anwendungen zu integrieren&#8221;, warnt<br />
                  <a href="http://www.microsoft.com/germany/ms/business/retail/linux.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mary Hubley</a>, Analystin bei Gartner.</p>
<p>
                  <strong>Linux Geburtshelfer</strong><br />
                  <br />Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es gibt auf der Welt viele Einkommens-Steuersysteme, die besser sind als das in Deutschland, keines das sc</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotes_gibt_auf_der_welt_viele_einkommenssteuersysteme_die_besser_sind_als_das_in_deutschland_keines-303/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindefinanzreform]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Otto Solms]]></category>
		<category><![CDATA[Herrmann Otto Solms]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hsolms2.jpg" alt="Hermann Otto Solms" align="left" border="0" height="157" width="120" /> 
Herrman Otto Solms, </b><b> FDP-Finanzexperte, ist </b><b>am 
22. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hsolms2.jpg" alt="Hermann Otto Solms" align="left" border="0" height="157" width="120" /><br />
Herrman Otto Solms, </b><b> FDP-Finanzexperte, ist </b><b>am<br />
22. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><!--break-->
</p>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b><br />
Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute ist der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion,<br />
Hermann Otto Solms, ist heute zum Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Vielen<br />
Dank, dass Sie gekommen sind, können wir beginnen, Herr Solms?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Herr Solms, Sie haben drei<br />
Kinder, ist das richtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Ja, drei Mädchen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Glauben Sie, dass die es noch<br />
erleben werden, dass der Bund mal keine Schulden mehr hat? Oder schaffen<br />
das wenigstens die Urenkel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Wenn Sie es nicht<br />
erleben sollten, dann deshalb, weil sie sich in ein anderes Land abgesetzt<br />
haben. Sie wollen nicht die Schulden bezahlen, die wir als Eltern- und<br />
Großelterngeneration gemacht haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Schuldenfalle2010:</b> Lieber Herr Solms,<br />
so wie die Regierung es macht, geht&#8217;s nicht. So wie Sie es machen wollen,<br />
aber auch nicht. Haushaltslöcher stopfen durch weitere Privatisierungsgewinne,<br />
heißt eine ihrer Devisen. Ist das aber nicht genauso kurzsichtig<br />
wie die Agenda der Regierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Privatisierung ist<br />
nicht der Kern der Problemlösung. Wir müssen alle unsere Strukturen<br />
wieder von kollektiven Lösungsansätzen umwandeln hin zu mehr<br />
privater Verantwortung, d.h. dass die Sozialsysteme auf eine neue Grundlage<br />
gestellt werden müssen, so dass die Beiträge zu den Sozialsystemen<br />
von den Arbeitskosten getrennt werden und den Arbeitsplatz nicht belasten.<br />
Durch die Senkung der Arbeitskosten können dann wieder neue Arbeitsplätze<br />
entstehen und nur durch mehr Arbeit lassen sich dann auch die Finanzprobleme<br />
lösen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Das heißt im Klartext:<br />
Den Einzelnen (Versicherten) stärker belasten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Mehr Eigenverantwortung<br />
heißt auch weniger Ausnutzung des Sozialsystems und damit mehr Effizienz<br />
und geringere Kosten. Und nur wenn die Ausgaben insgesamt gesenkt werden,<br />
entsteht Freiraum für einen ausgeglichenen Haushalt auf der staatlichen<br />
Seite und für mehr Investitionen und Arbeitsplätze auf der privaten<br />
Seite.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>karl:</b> Nachfrage direkt: Heißt private<br />
Verantwortung auch, dass wir amerikanische Verhältnisse von ihrer<br />
schlechtesten Seite übernehmen? Also &quot;Hire and fire&quot; von<br />
heute auf morgen? Den Generationenvertrag haben wir ja eh schon abgeschrieben.<br />
Nicht war?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Der Generationenvertrag<br />
muss neu gestaltet werden und zwar für drei Generationen und nicht<br />
für zwei, wie heute. Nicht jedes soziale Schutzinstrument schützt<br />
die Betroffenen wirklich. Der übertriebene Kündigungsschutz<br />
ist längst zum Einstellungshemmnis geworden. Ein Handwerker mit 7<br />
Mitarbeitern stellt keinen zusätzlichen ein, weil er, wenn die Aufträge<br />
zurückgehen, sich nur durch hohe Entschädigungsleistungen wieder<br />
von ihm trennen könnte und deswegen werden diese Tätigkeiten<br />
häufig in die Schwarzarbeit abgleiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Welches Land könnte denn<br />
nach Ihren Vorstellungen beim Arbeitsmarkt oder vielleicht etwas genauer<br />
beim Arbeitsrecht Vorbild für die Bundesrepublik sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Viele europäische.<br />
Länder, wie beispielsweise Schweden, Dänemark, Holland oder<br />
die Schweiz, die ähnlich überbordende Schutzsysteme hatten,<br />
haben in den 90er Jahren ihre Systeme auf mehr Wettbewerbsfähigkeit<br />
umgestellt.<br />
Schweden, in unserer Vorstellung ein soziales Musterland, hat z.B. längst<br />
Karenztage bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall eingeführt,<br />
wo bei uns der Arbeitgeber immer noch 6 Wochen 100% Lohn zahlen muss und<br />
zwar unabhängig davon, ob der Betroffene wirklich krank ist, oder<br />
nur mal 1-2 Tage Pause machen möchte.<br />
Anderes Beispiel. Die Holländer haben die Rentenversicherung in etwa<br />
der Form geändert, wie es uns vorschwebt: Die gesetzliche Rentenversicherung<br />
die durch eine Umlage finanziert wird, hat nur noch den Charakter einer<br />
Grundsicherung. Zur Absicherung des sozialen Standards im Alter müssen<br />
die Versicherten einen eigenständigen und individuell finanzierten<br />
Kapitalstock aufbauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Ludwig61:</b> Wenn Sie von der Sanierung<br />
der Sozialsysteme sprechen, wäre es nicht die klarste und gerechteste<br />
Lösung, wenn alle, als auch die Leistungsfähigen unserer Gesellschaft<br />
mitmachen müssten? Wäre das nicht ein wirkliches SOZIALsystem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Die Bürger,<br />
deren Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, müssen<br />
für ihre Vorsorge heute schon alleine aufkommen. Sie genießen<br />
im Alter auch nicht den Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung. Wenn<br />
man sie einbeziehen würde, würde man automatisch zusätzlichen<br />
Belastungen des Rentenversicherungssystems auslösen das ja heute<br />
schon überfordert ist. In der Bundesrepublik haben wir unter allen<br />
Industriestaaten die deutlich höchste Steuer- und Abgabenquote. Dadurch<br />
wird die wirtschaftliche Betätigung und der Investitionsprozess erstickt.<br />
Der durchschnittliche Arbeitnehmer hat in Deutschland eine Grenzabgabenquote<br />
von rund 65 %, d.h. dass er für eine zusätzlich zu seine Normaleinkommen<br />
bezahlte Stunde nur noch 35 % seines Bruttogehaltes ausgezahlt bekommt.<br />
Das gibt es in keinem anderen Land und das erdrückt jede Leistungsbereitschaft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Wir haben heute wieder fantasievolle<br />
nicknames: es fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>mafia_fdp:</b> Aber die SPD will ja jetzt<br />
den Kündigungsschutz lockern. Werden Sie die Reformen unterstützen<br />
oder blockieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Wir werden alles<br />
unterstützen, was unseren Arbeitsmarkt wieder auf die Beine hilft.<br />
Bis jetzt liegen kein konkreten Vorschläge der SPD vor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Simone</b>: Zur Frage von Ludwig61: Ich denke<br />
auch, dass ALLE in das soziale System mit einbezogen werden sollten, auch<br />
die Besserverdienenden! Beispiel Norwegen: Alle zahlen ein in Relation<br />
zu ihrem Einkommen, und alle bekommen die gleiche Rente.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>The Wanderer:</b> Herr Solms, seit Bestehen<br />
der Bundesrepublik steigt die Staatsverschuldung mit nur kurzzeitigen<br />
Ausnahmen stetig an. Was lässt Sie glauben, dass sich dies ändern<br />
lässt und was wäre dazu nötig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Die FDP hat schon<br />
vor 10 Jahren gefordert, <br />
dass in die Verfassung ein Artikel aufgenommen wird, der es allen staatlichen<br />
Ebenen untersagt neue Schulden aufzunehmen. Dem ist keine andere Partei<br />
gefolgt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>wolfgang:</b> Herr Solms, Sie fordern mehr<br />
Finanzautonomie für die Gemeinden. Andere Experten raten dazu, die<br />
Gemeinden gerade jetzt stärker zu kontrollieren, weil Sie einen Grossteil<br />
der Finanzmisere des Bundes mitverschuldet haben. Wie verteidigen Sie<br />
ihr Konzept?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms: </b>Mehr Finanzautonomie<br />
heißt auch mehr Verantwortung vor dem Wähler. Deshalb fordern<br />
wir, dass die Gemeinden über einen eigenen Zuschlag auf die Einkommen-<br />
und Körperschaftssteuer über ihre Steuereinnahmen selbst entscheiden<br />
können, sich dafür aber vor ihren steuerpflichtigen Wählern<br />
rechtfertigen müssen.<br />
So manches Hallenbad wäre nicht gebaut worden, wenn die Bürger<br />
in der Kommune direkt zur Kasse gebeten worden wären. Den Magistrat<br />
hätten sie bei der nächsten Wahl wieder abgewählt.<br />
Heute gibt es diesen Verantwortungszusammenhang nicht, weil das Gemeindefinanzsystem<br />
völlig intransparent und unverständlich ist. Ziel muss sein,<br />
dass jede Gemeinde, jedes Land und der Bund über seine jeweilig eigenen<br />
Steuern und seine jeweiligen Ausgaben unabhängig und eigenständig<br />
entscheidet. Nur so kann Kontrolle durch den Wähler sichergestellt<br />
werden. Bei unserem heutigen Mischsystem kann niemand erkennen, wer eigentlich<br />
für welche Steuern, für welche Abgaben oder Ausgaben verantwortlich<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Zwei Fragen dazu: Der User<br />
&quot;karl&quot; sieht das Problem wohl andersherum und Patrick sieht<br />
die Konkurrenz:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>karl:</b> Lieber Herr Solms, die FDP interne<br />
Pinkwart-Kommission will, dass die Gewerbesteuer ersetzt wird durch eine<br />
Kommunalsteuer und eine Beteiligung der Gemeinden an der Umsatzsteuer.<br />
Besteht bei ihrer Gemeindefinanzreform nicht die Gefahr, dass die Bürger<br />
neben der EU auch die lokale Ebene nicht mehr verstehen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>patrick: </b>Nachfrage zur Gemeindesteuerreform:<br />
Gibt es bei mehr Finanzautonomie der Gemeinden nicht Zuständigkeitskämpfe,<br />
die alle ihre Vorteile wieder zu Nichte machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms: </b>Die Grundidee ist,<br />
wie gesagt, Transparenz und Eigenverantwortung auf jeder Ebene, abgeleitet<br />
aus dem Demokratieprinzip. Der Wählerwille kann sich nur entfalten,<br />
wenn der Wähler überhaupt eine Chance hat, die Wirkungszusammenhänge<br />
zu verstehen und darauf Einfluss nehmen kann.<br />
Beispiel Gewerbesteuer: Es wird heute eine Gewerbesteuer erhoben, dafür<br />
muss eine Gewerbesteuererklärung erarbeitet werden, obwohl die Gewerbesteuer<br />
dann wieder von der Einkommensteuer abgesetzt werden kann.<br />
Ein völlig unsinniger Aufwand für nichts. Von der gemeindlichen<br />
Gewerbesteuer werden aber wieder 30% an Länder und Bund abgeführt.<br />
Im übrigen muss die Gemeinde bei der Anhebung der Hebesätze<br />
auf die wenigen Gewerbesteuerzahler wegen der Wahlfolgen kaum Rücksicht<br />
nehmen , deswegen unsere Forderung:<br />
Dass die Gemeinden statt dessen einen Zuschlag auf die Einkommen und Körperschaftsteuer<br />
erheben wie bei der Kirchensteuer und die Höhe des Zuschlages selbst<br />
festlegen können. Der Zuschlag steht dann ausschließlich den<br />
Gemeinden zur Verfügung und alle steuerpflichtigen Bürger der<br />
Gemeinde sind daran beteiligt. Dann muss der Bürgermeister gut begründen,<br />
warum er die Steuer anheben will und nachweisen, dass die Ausgaben tatsächlich<br />
notwendig sind. Nur so entsteht eine Verantwortungsbeziehung zwischen<br />
gewählten Stadtvätern und wählenden Steuerzahlern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Seit heute wissen wir, dass<br />
Eichel auch das Doppelte der bisher geplanten Neuverschuldung, das wären<br />
rund 38 Milliarden Euro, für &quot;denkbar&quot; hält. Da fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>marc:</b> Was würden Sie Herrn Eichel<br />
heute Abend raten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Eichel hat zwei Chancen.<br />
Entweder er beginnt nun wirklich einmal zu sparen, was er uns seit 5 Jahren<br />
versprochen hat, dann muss er gesetzlich normierte Ausgaben durch ein<br />
neues Haushaltssicherungsgesetz einschränken. Und erstmals wirklich<br />
die Subventionen kürzen. Oder er muss seinen Hut nehmen. Dann kann<br />
er sich wenigstens noch einigermaßen gesichtswahrend in den Ruhestand<br />
begeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> In der Öffentlichkeit<br />
scheint von Seiten der Opposition vor allem die Forderung nach einem Rücktritt<br />
Eichels anzukommen. Wäre nicht angesichts der Lage ein wenig mehr<br />
Zusammenarbeit zwischen Opposition und Regierung notwendig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms: </b>Ich habe im Bundestag<br />
mehrfach für die FDP-Fraktion angeboten, bei einer Sanierung des<br />
Haushaltes auch bei unpopulären Maßnahmen konstruktiv mitzuwirken.<br />
Wir haben Herrn Eichel angeboten, die staatlichen Subventionen und Zuwendungen<br />
pauschal um 20% zu kürzen, allerdings dann auch ohne Ausnahme. Das<br />
würde etwa Einsparungen von 15 Mrd. Euro im Jahr bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>wolfgang:</b> Angenommen, Sie wären<br />
Finanzminister. Was würde der Finanzminister Solms zur Deflationsgefahr<br />
sagen. Nur ein Ammenmärchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms: </b>Wir haben keine Deflation,<br />
aber man darf dei Gefahr nicht verniedlichen. Gerade deshalb ist es so<br />
wichtig, dass jetzt durch einschneidende Maßnahmen wieder Vertrauen<br />
geschaffen wird, denn nur bei Vertrauen in die Entwicklung sind die Bürger<br />
bereit, wieder mehr Geld auszugeben und der Unternehmer bereit, mehr zu<br />
investieren. Wer diesen Zusammenhang missachtet, provoziert geradezu Deflationsängste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Sind die 20 Prozent pauschale<br />
Kürzung nicht die gefürchtete Rasenmähermethode, die alles<br />
gleich reduziert? Wäre nicht schwerpunktmäßiges Kürzen<br />
besser und wo wäre Ihr Schwerpunkt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Das ist eine philosophische<br />
Frage. Politisch wäre es richtiger, auszuwählen. Aber die Erfahrung<br />
hat gezeigt, dass dann die Wiederstände so groß werden, dass<br />
die politischen Kräfte dann wieder einknicken. Sehen Sie sich nur<br />
das sogenannte Hartz-Konzept an, welches eins zu eins umgesetzt werden<br />
sollte und von dem so gut wie nichts übrig geblieben ist. Der Vorteil<br />
der Rasenmäher-Methode ist, dass keiner behaupten kann, er würde<br />
schlechter behandelt als der andere. Und in einer solchen Notsituation<br />
kann man durchaus zu diesem Mittel greifen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Das klingt letztlich pessimistisch:<br />
Alle im Parlament wollen Veränderungen, keiner kann sie durchsetzen,<br />
weil sich die Lager und die Lobbyisten gegenseitig blockieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Wenn Sie sehen, dass<br />
75% der Mitglieder der SPD-Fraktion Gewerkschaftsmitglieder und rund 50%<br />
der CDU/CSU-Fraktion dem Öffentlichen Dienst entstammen, dann sehen<br />
Sie sehr schnell, warum die Besitzstände in diesen Bereichen nicht<br />
aufgebrochen werden können. Dagegen kommen auch die beiden kleinen<br />
Parteien nicht an.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>marc:</b> Warum gibt es eigentlich kein gemeinsames<br />
Konzept von CDU-CSU und FDP gegenüber der Agenda2010. Seid ihr keine<br />
Freunde mehr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Jede Partei macht<br />
ihr eigenes Programm. Die Union ist viel zu sehr verstritten, um sich<br />
auf das sehr klar und präzise formulierte Programm der FDP einlassen<br />
zu können. Bis heute weiß z.B. niemand welche Strategie die<br />
Union bei der überfälligen Reform des Gemeindefinanzsystems<br />
verfolgt. Auch die Strategie der Gesundheitspolitik der Union bleibt schleierhaft.<br />
Ähnliches gilt für den Arbeitsmarkt und die Reform der Bundesanstalt<br />
für Arbeit. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>apotheker_lobby:</b> Ist das mit der Zusammenarbeit<br />
nicht ihr Dilemma? Wenn die Reformen wirken, steht Rot-Grün 2006<br />
vor der Wahl gut da und wird wiedergewählt, während sie die<br />
Steigbügel gehalten haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Das Land steht in<br />
einer tiefen Krise. Wir haben viele Jahre Reformarbeit gegenüber<br />
unseren europäischen Nachbarn nicht nur verstreichen lassen, wir<br />
haben sogar vieles noch verschlechtert. Denken Sie nur an die misslungene<br />
Riester-Rente oder die Bekämpfung der Scheinselbständigen oder<br />
die Einschränkungen bei den geringwertigen Beschäftigungsverhältnissen.<br />
Deswegen wäre es mir gegenwärtig egal, wer 2006 die besseren<br />
Wahlchancen hat .Ich wäre bereit auch vermeintlich unpopuläre<br />
Maßnahmen konsequent durchzusetzen, damit wir die Basis für<br />
einen wirtschaftlichen Wiederaufstieg schaffen. Das sind wir unseren Kindern<br />
schuldig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Luxus: </b>Wenn die FDP die Steuern senken<br />
möchte, um die Nachfrage anzukurbeln, woher kommt dann das Geld in<br />
der Staatskasse während der Übergangsphase, bis die Wirtschaft<br />
wieder funktioniert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> 1. Steuersenkungen<br />
müssen Hand in Hand gehen mit einschneidenden Reformen bei allen<br />
sozialen Sicherungssystemen in der Arbeitsmarktpolitik und in der Bildungspolitik.<br />
Steuersenkungen allein würden nicht ausreichen, sind aber ein zwingendes<br />
Mittel um den Bürgern wieder mehr verfügbares Einkommen für<br />
ihre Konsum- und Investitionsausgaben bereit zu stellen und um den internationalen<br />
Investoren zu signalisieren, es lohnt sich wieder in Deutschland zu investieren.<br />
Der Arbeitsmarkt wird flexibilisiert, die Arbeitskosten werden gesenkt<br />
und die Steuerbelastung ist nicht höher als beispielsweise in Großbritannien<br />
oder den USA. In der globalisierten Wettbewerbswelt muss man sich den<br />
internationalen Spielregeln und Rahmenbedingungen anpassen, wenn man bestehen<br />
will. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Man darf nicht Rücksicht<br />
nehmen auf das, was uns Frau Engelen-Kefer täglich in die Ohren bläst.<br />
Das ist wie im Sport: Wenn der deutsche Teilnehmer im 10.000 m-Lauf bei<br />
internationalen Meisterschaften im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern<br />
einen Rucksack mit 10 Kilo Ballast mitschleppen muss, kann er nicht gewinnen.<br />
Wie soll der deutsche Mittelständler auf den Märkten bestehen<br />
können, wenn er weltweit die höchsten Lohnzusatzkosten, die<br />
strengsten Kündigungsbestimmungen und die engsten Vorschriften<br />
und die investitionsfeindlichsten Steuern erleiden muss. Und weil er das<br />
nicht kann, gehen Tausende von mittelständischen Unternehmen verloren<br />
und mit ihnen Hunderttausende von Arbeitsplätzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Zwei Kommentare mal zwischendurch:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>sacxhsenring:</b> Sie wollen nicht an die<br />
Macht kommen? Sie sind ja bescheiden&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>patrick: </b>Wenn Sie zum Wähler ehrlich<br />
sein wollen, dann benutzen Sie bitte nicht den Euphemismus &quot;Reform&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Und noch zwei Fragen mit der<br />
Bitte um Konkretes, tacheles reden eben:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>apotheker_lobby:</b> Eine direktere Antwort<br />
bitte!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Simone: </b>Einige Beispiele für sog.<br />
unpopuläre Maßnahmen neben der Pauschalkürzung von Subventionen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms: </b>Beispiele: Absenkung<br />
des Rentenniveaus von heute 70% auf unter 60% in der gesetzlichen Rentenversicherung.<br />
Dafür als Ersatz ein gefördertes System der privaten Vorsorge<br />
ohne die komplizierten und unverständlichen Bedingungen mit denen<br />
Riester seine eigentlich gute Idee kaputt gemacht hat. <br />
2. Beispiel: Die Beiträge zur Krankenversicherung werden nicht mehr<br />
kollektiv entrichtet, die Arbeitgeberanteile werden als Lohnbestandteile<br />
an den Arbeitgeber ausgezahlt, die Arbeitnehmer können dann eine<br />
eigene Versicherung nach ihrer eigenen Wahl abschließen Hohe Beiträge<br />
gleich hohe Absicherung, niedrige Beiträge gleich niedrige Absicherung.<br />
<br />
Die Versicherten werden wie mündige Bürger behandelt, d.h. sie<br />
bekommen für den Arztbesuch eine Rechnung, die sie bezahlen und mit<br />
der Versicherung abrechnen müssen, wie bei jeder Kfz-Reparatur. Auch<br />
dadurch entsteht eigenverantwortliches Handeln und auch mehr Wettbewerb.<br />
Und der Wettbewerb zwischen den Versicherungen, Ärzten und Krankenhäusern<br />
muss verschärft werden. <br />
3. Beispiel: Die zentrale Mammutbehörde Bundesanstalt für Arbeit<br />
wird aufgelöst. Die einzelnen Arbeitsämter sollen eigenständig<br />
handeln und leistungsabhängig finanziert werden. 4. Beispiel: Die<br />
weltweit einzigartig unverständliche Einkommenssteuer in Deutschland<br />
wird so vereinfacht, dass jeder seine Einkommensteuererklärung in<br />
einer halben Stunde ausfüllen kann. Gleichzeitig wird die Steuerbelastung<br />
auf ein erträgliches Niveau gesenkt. 7500 Euro pro Person und Jahr<br />
auch für jedes Kind, sind steuerfrei. Die nächsten 7500 Euro<br />
werden mit 15 % belastet, die darüber hinaus gehenden Einkünfte<br />
bis zur Höhe von 60.000 Euro werden mit 25 % belastet, alles darüber<br />
hinaus mit 35 %. Unabhängig davon, aus welcher Quelle das Einkommen<br />
stammt, in welcher Rechtsform es verdient wurde oder für welche Zwecke<br />
es verwendet wurde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Gibt so ein Einkommenssteuersystem<br />
schon irgendwo auf der Welt, das funktioniert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Es gibt auf der Welt<br />
viele Einkommens-Steuersysteme, die besser sind als das in Deutschland,<br />
keines das schlechter ist. In Neuseeland hat man ein solches System mit<br />
großem Erfolg ausprobiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
unsere Zeit ist leider um. Vielen Dank an alle User für das Interesse,<br />
vielen Dank Herr Solms, dass Sie sich die Zeit für den Chat genommen<br />
haben. Unser nächster Chat findet am Dienstag 27. Mai statt. Dann<br />
stellt sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Pronold, einer der SPD-internen<br />
Kritiker der Agenda 2010, von 17.00 bis 18.00 Uhr Ihren Fragen. Am Dienstag,<br />
3. Juni, kommt Bundesfamilienministerin Renate Schmidt von 17.30 bis 18.30<br />
Uhr zum Chat. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind!<br />
Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der<br />
Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de. Einen schönen Abend!</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small"><b>Hermann Otto Solms:</b> Vielen Dank für<br />
die rege Beteiligung und die interessanten Fragen!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>politik-digital.de und der Alternative Medienpreis 2003</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/themen/alternativer-medienpreis-2003/netzkulturam-shtml-3178/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 May 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA["Alternativer Medienpreis 2003"]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativer Medienpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Die siebenköpfige Jury zeichnete neben "unkonventionellem Journalismus" auch die Nutzerfreundlichkeit der Webseiten aus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die siebenköpfige Jury zeichnete neben &#8220;unkonventionellem Journalismus&#8221; auch die Nutzerfreundlichkeit der Webseiten aus.<!--break--></p>
<p>Die Nürnberger Medienakademie e.V. und der Radio-Sender „Radio Z“ überreichen im Rahmen einer Fachtagung für nichtkommerzielle Radio- und Online Angebote den im Jahre 2000 ins Leben gerufenen Medienpreis. Der Preis wird alljährlich in verschiedenen Medienkategorien verliehen, wobei der Hörfunk-Preis den Auftakt bildete, und 2001 die Sparte Internet hinzukam. Dr. Gabriele Hooffacker von der Journalistenakademie München in der „taz“: &#8220;Es hat sich viel getan im Bereich alternativer Medien, und das gilt es, zu fördern&#8221;. Den Beweis treten in diesem Jahr wieder rund 70 Hörfunkbeiträge und 50 Online-Angebote an, die ins Rennen für den mit 1500 € dotierten ersten Platz gegangen sind. Die zweiten und dritten Plätze werden jeweils mit 1000 € bzw. 500 € honoriert.</p>
<p>                  <strong>Frech und Unkonventionell<br />
                  <br /></strong>Der Alternative Medienpreis will Medienmacher ermuntern, &#8216;frech und unkonventionell’ zu recherchieren und zu veröffentlichen, um „unterbliebene Information“ ans Tageslicht zu bringen, und dank innovativer Vermittlungsstrategien auch neue Nutzergruppen dafür anzusprechen. Die ausgezeichneten Multimediaprodukte werden von einer siebenköpfigen Jury vor allem nach ihrer Nutzerfreundlichkeit bewertet, doch auch Aspekte wie Kommunikativität, Design und Kreativität bilden Auswahlkriterien. Juroren der Sparte Internet sind Dr. Gabriele Hooffacker (Journalistenakademie, München), Prof. Dr. Julia Lehner (Kulturreferentin der Stadt Nürnberg), Peter Lokk (Journalistenakademie, München), Prof. Dr. Klaus Meier (FH Darmstadt), Jürgen Graff („Müllseite“), Padeluun (FoeBud e.V./Big Brother Awards Deutschland, Bielefeld und Jochen Wegner (Jonet/Focus, München).</p>
<p>                  <strong>Ein Podium für eine junge Szene<br />
                  <br /></strong>Für die Veranstalter, die<br />
                  <a href="http://www.journalistenakademie.de/untern/nm.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nürnberger Medienakademie e.V</a>. und<br />
                  <a href="http://www.radio-z.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Z</a>, ist der<br />
                  <a href="http://www.journalistenakademie.de/lesepr/amp2001.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Alternative Medienpreis 2003“</a> ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Die Nürnberger Medienakademie, ein bundesweit arbeitender Bildungsträger will Medienkompetenz unter Jugendlichen und Erwachsenen fördern, Radio Z ist selbst der einzige alternative Hörfunksender in Bayern seit 1987 auf Sendung, mit dem Anspruch, eine demokratische Plattform für ein breites Hörer/innen Spektrum zu sein. Beide zusammen hoben die Preisverleihung aus der Taufe, und bereits heute ist der Alternative Medienpreis ein beachtetes Podium in der noch jungen Szene, neben so renommierten Medien-Preisverleihungen wie dem<br />
                  <a href="/politikdigital/grimme.shtml">Adolf Grimme Preis</a>.</p>
<p>Preisträger des vergangenen Jahres in der Sparte Internet waren &#8216;<br />
                  <a href="http://www.dotcomtod.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.dotcomtod.com</a>’, &#8216;<br />
                  <a href="http://www.sagmal.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.sagmal.de</a>’ und &#8216;<br />
                  <a href="http://www.abschiebehaft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.abschiebehaft.de</a>’, die durch die Verleihung des Alternativen Medienpreises einem breiten Nutzerkreis bekannt wurden. Der erste Preis ging an &#8216;Dotcomtod’, eine Dokumentation von Wirtschaftsnachrichten der etwas anderen Art. Wo rosa gefärbte Unternehmenszahlen Anleger blenden wollen, kann &#8216;Dotcomtod’ ein Forum vor allem für kleine Anleger sein. &#8216;Sagmal’, die zweiten Sieger der letztjährigen Preisverleihung, gibt den Schattenfrauen und -männern des Internets eine Stimme, indem es Macher des Internets durch Interviews ins Rampenlicht stellt. &#8216;Vernetzung gegen Abschiebehaft’ sammelt Gruppen und bildet ein Forum, um dem Kampf gegen ungerechtfertigte Abschiebung zu professionalisieren.<br />
                  </p>
<p>Die Redaktion von politik-digital.de freut sich über den Alternativen Medienpreis zusammen mit all den Freien Mitarbeitern, denen wir hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön übermitteln wollen.<br />
                  </p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 08.05.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                          <em><br />
                            <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                          </em></p>
<p>                          <em><br />
                            <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                          </em><br />
                          
                        </td>
</tr>
</tbody>
</table>
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