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	<title>shill &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</lastBuildDate>
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	<title>shill &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>ICANN &#8211; Die geheime Regierung des Internet?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/icann_die_geheime_regierung_des_internet-777/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[shill]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Steven Hill ist Regionaldirektor des Center for Voting and Democracy (<a href="http://www.fairvote.org/">
www.fairvote.org</a>), einer amerikanischen Non-Profit-Organisation, die sich der &#34;Bürgererziehung&#34; verschrieben
hat. Im Mittelpunkt der Arbeit von fairvote.org stehen die Beschaffenheit von Wahlsystemen sowie Fragen zur
politischen Representation, Wahlbeteiligung, Verwaltungsmodernisierung und Wahlkampffinanzierung. Sein
Kommentar illustriert in eindrucksvoller Weise die ICANN-Kontroverse in den USA und war als Aufruf im
Vorfeld zum ICANN-Meeting in Kairo publiziert worden (zum <a href="http://www.fairvote.org/op_eds/icann20000308.htm">
Originaltext</a>).</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Steven Hill ist Regionaldirektor des Center for Voting and Democracy (<a href="http://www.fairvote.org/"><br />
www.fairvote.org</a>), einer amerikanischen Non-Profit-Organisation, die sich der &quot;Bürgererziehung&quot; verschrieben<br />
hat. Im Mittelpunkt der Arbeit von fairvote.org stehen die Beschaffenheit von Wahlsystemen sowie Fragen zur<br />
politischen Representation, Wahlbeteiligung, Verwaltungsmodernisierung und Wahlkampffinanzierung. Sein<br />
Kommentar illustriert in eindrucksvoller Weise die ICANN-Kontroverse in den USA und war als Aufruf im<br />
Vorfeld zum ICANN-Meeting in Kairo publiziert worden (zum <a href="http://www.fairvote.org/op_eds/icann20000308.htm"><br />
Originaltext</a>).</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Welthandelsorganisation (WTO) ist wohl die bekannteste, aber bei weitem<br />
nicht die einzige Organisation, die in der Debatte um &quot;globales Regieren&quot; die<br />
Gemüter erhitzt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch die Diskussion über geeignete Formen zur Regulierung des<br />
Internet ist in vollem Gange. Besonders Wirtschaftslobbies versuchen, die<br />
entstehenden Strukturen zu beeinflussen. Dagegen nimmt die breite Öffentlichkeit<br />
wenig Notiz vom Geschehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie viele Leute haben schon von ICANN gehört, der Internet Corporation for<br />
Assigned Names and Numbers? Je nach dem, wen man fragt, ist ICANN entweder eine<br />
Non-Profit-Organisation mit eng begrenztem technischen Mandat, oder der erste<br />
Schritt auf dem Weg, das Internet für kommerzielle (und andere) Zwecke &quot;fit zu<br />
machen&quot;. Erste Aufschlüsse wird vielleicht schon die ICANN-Tagung vom 7-10 März<br />
in Kairo liefern, wo voraussichtlich wichtige Entscheidungen über &quot;internet<br />
governance&quot; fallen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zunächst einige Fakten: ICANN ist eine Non-Profit-Organisation, die seit<br />
November 1999 im Auftrag des US-Handelsministeriums als eine Art<br />
Aufsichtsbehörde ausgewählte Funktionen der technischen Regulierung des<br />
Internets durchführt, die bisher von der US-Regierung erfüllt wurden. Hierbei<br />
geht es u.a. um die Förderung der Wettbewerbsbedingungen bei der Registrierung<br />
von Domain-Namen (d.h. dem Verkauf von .com-, .net- und .org.-Endungen) und der<br />
Beilegung von &quot;cyber squatting&quot;-Konflikten. Darunter versteht man<br />
den Erwerb von Domain-Namen wie etwa McDonalds.com, um diese zu einem späteren<br />
Zeitpunkt zu exorbitanten Preisen an die betroffene Firma weiterzuverkaufen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dies alles mag bürokratisch und harmlos klingen, ist aber brisanter als es auf den<br />
ersten Blick erscheint. Zumindest hat es Organisationen auf den Plan gerufen (so genannte &quot;watchdog groups&quot;),<br />
die diese Entwicklungen im Internet kritisch überwachen, wie etwa das <a href="http://www.cdt.org/dns">Center<br />
for Democracy and Technology</a>, <a href="http://www.icannwatch.org/">ICANN Watch</a> oder<br />
<a href="http://www.commoncause.org/icann">Common Cause</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sie kritisieren besonders die bedeutende Rolle, die ICANN bei der Aufsicht über<br />
den sogenannten &quot;root server&quot; spielt. Server sind hochleistungsfähige Computer,<br />
die als &quot;Knotenpunkte&quot; im Internet fungieren, durch die alle E-mail-Nachrichten<br />
sowie Befehle zum Abrufen von Webseiten laufen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wer den &quot;root server&quot; kontrolliert, kann darüber entscheiden, mit welchen<br />
Servern alle Internet-User weltweit verbunden werden, wenn sie eine beliebige<br />
Adresse der .com-,.net- oder .org-Domains im Internet anwählen. Diese Kontrolle<br />
fällt nun ICANN zu. Damit ist es dieser quasi anonymen Organisation (technisch)<br />
möglich, über Leben und Tod im globalen Netz zu entscheiden. Denn (anwesend)<br />
sein oder nicht sein in dieser Kette untereinander verbundener Server ist eine<br />
Überlebensfrage im Cyberspace. Wessen Domainname oder Homepage auf dem &quot;root<br />
server&quot; oder seinen &quot;Spiegeln&quot; nicht zu finden ist, existiert nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die mit dieser zentralen Stellung von ICANN verbundenen politischen Fragen gehen<br />
also weit über ICANNs engen technischen Auftrag hinaus. Einige Beispiele können<br />
diese Problematik illustrieren:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&#8212; Eine amerikanische Webseite gegen Abtreibungen führte eine Namensliste von<br />
Ärzten, die Abtreibungen durchführ(t)en, und hakte die Namen ab, wenn diese<br />
Ärzte ermordet worden waren. Eine andere Seite veröffentlichte die Namen<br />
angeblicher britischer Geheimagenten und gefährdete so deren Leben und,<br />
potenziell, auch die nationale britische Sicherheit. ICANN hat nun die Macht,<br />
solche Webseiten &quot;auszuschalten&quot;. Sollte sie das tun? Und wer sollte über ein<br />
solches Vorgehen entscheiden? Wie sollte ICANN Anonymität im Internet (ein<br />
wichtiges Element politischer Freiheit) und das Recht zu wissen, wer sich hinter<br />
einem Domain-Namen verbirgt, gegeneinander abwägen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&#8212; Eine Webseite mit dem Namen MartinLutherKing.org hat sich darauf<br />
spezialisiert, den ehemaligen Bürgerrechtler systematisch niederzumachen. Was sollte hier<br />
nun zählen? Das Recht auf freie Meinungsäußerung, oder stellt der Fall eine Verletzung der<br />
Urheberrechte und vor allem des Andenkens an Martin Luther King dar?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&#8212; Hätte ICANN im Fall des unabhängigen Belgrader Radiosenders B92 eingreifen<br />
sollen, dessen Online-Identität &#8211; b92.net &#8211; von Slobodan Milosevic übernommen<br />
wurde, ohne daß der Sender sich dagegen zur Wehr setzen konnnte?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In vielen Fällen haben sowohl Handeln als auch Nicht-Handeln gleichermaßen<br />
Konsequenzen. ICANN muß entscheiden, was unter ihre Kompetenzen fällt. So bizarr<br />
es für ein dezentralisiertes globales Netzwerk, das überall und nirgends<br />
existiert, wirken mag: Der &quot;root server&quot; und die zahlreichen Domain-Server, die<br />
damit verbunden sind, bilden das Herz des Internets.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für jeden, der an der Kontrolle über die Regeln interessiert ist, nach denen die<br />
Aktivitäten im Netz stattfinden, muß die Existenz eines einzelnen zentralen<br />
Kontrollpunktes verlockend finden, um seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen.<br />
Tatsächlich zeigen sowohl kommerzielle Akteure, die den hohen ökonomischen Reiz<br />
des Internets entdecken, als auch viele Regierungen ein starkes Interesse. Nach<br />
einem Bericht der New York Times sind es bisher v.a. die Interessen ersterer<br />
gewesen, die die Entscheidungen von ICANN geprägt haben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Watchdog groups&quot; fordern, daß das Direktorium (&quot;international board of<br />
directors&quot;) öffentlich gewählt werden und dessen Sitzungen und Arbeit der<br />
Öffentlichkeit zugänglich sein sollten. Einige Mitglieder von ICANN stimmen diesem Ruf nach<br />
Repräsentation und direkter Verantwortung durchaus zu, während ihm andere<br />
ablehnend gegenüber stehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Jeder Internet-Nutzer kann kostenlos ICANN-Mitglied werden und an zukünftigen<br />
Wahlen teilnehmen, indem er sich unter <a href="http://www.icann.org/">www.icann.org</a> registrieren läßt.<br />
Zudem nat ICANN ein InternetForum eingerichtet, in dem jeder seine Meinung äußern kann<br />
(<a href="http://www.icann.org/cairo2000/atlarge-topic.htm">www.icann.org/cairo2000/atlarge-topic.htm</a>).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">(Übersetzung: Florian Niedlich)<br />
</span></p>
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