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	<title>swieboldt &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>swieboldt &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Wenn der Schneemann zweimal klingelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Kokain]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kokain in der politik-digital-Redaktion?</b><br />
</span>
</p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Jetzt sind wir also aufgeklärt worden! Die Fernsehreporter der SAT 1-Sendung
<a href="http://www.sat1.de/akte2000" target="_new" rel="noopener noreferrer">Akte 2000</a>
haben es aufgedeckt: Kokain im Reichstag! &#34;Akte 2000, Akte investigativ&#34;
- wie schön der Frontmann Ulrich Meyer das doch intoniert - hat nachgeforscht; in einem
akuten Anfall von Totalinvestigativität hat einer der Reporter, Martin Lettmayer,
28 Bundestags-WCs inspiziert.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Kokain in der politik-digital-Redaktion?</b><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Jetzt sind wir also aufgeklärt worden! Die Fernsehreporter der SAT 1-Sendung<br />
<a href="http://www.sat1.de/akte2000" target="_new" rel="noopener noreferrer">Akte 2000</a><br />
haben es aufgedeckt: Kokain im Reichstag! &quot;Akte 2000, Akte investigativ&quot;<br />
&#8211; wie schön der Frontmann Ulrich Meyer das doch intoniert &#8211; hat nachgeforscht; in einem<br />
akuten Anfall von Totalinvestigativität hat einer der Reporter, Martin Lettmayer,<br />
28 Bundestags-WCs inspiziert.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Natürlich frei von Quotengier und Sensationslust, die etliche<br />
Zeitungen gerade dazu treibt, ausführliche Dossiers zum Thema Kokain aufzulegen. Nein,<br />
eher folgten sie dem Motto der Sendung: Reporter decken auf. Oder heißt es nun: Reporter<br />
klappen auf? Klodeckel nämlich?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/fun/images/koks2.jpg" alt="Der Delinquent!" align="left" border="1" /><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Ergebnis der Untersuchung jedenfalls ist hinlänglich bekannt. 22 Toiletten wiesen<br />
Kokainspuren auf. Und nun beginnen die Spekulationen. Ob die Reinigungskräfte in den<br />
sitzungsfreien Wochen wilde Drogenorgien feiern? Womöglich wickelt das Cali-Kartell<br />
seinen Europa-Handel über kolumbianische Putzfrauen im Reichstagsgebäude ab? politik-digital,<br />
pol-di  investigativ, wir forschen nach und werden in den nächsten Wochen das Ergebnis<br />
unserer Recherchen der schockierten Öffentlichkeit präsentieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Darüber hinaus möchte politik-digital etwaige Vorwürfe entkräften und zeigen: Wir sind sauber!<br />
Keine Drogen in der Redaktion!<br />
Wie der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/nf/0,1518,100389,00.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">SPIEGEL</a><br />
in seiner jüngsten Ausgabe verlautbarte: Kokain ist eine Droge für Gewinner, der Stoff für<br />
Alpha-Tierchen. Selbstverliebtheit und intellektuelles Potential sind die Voraussetzung,<br />
damit die Droge ihre Wirkung entfalten kann. Wer hingegen ein langweiliges Leben führt und<br />
durchschnittlich intelligent ist, für den ist Kokain ungefähr so interessant wie ein<br />
evangelischer Jugendgottesdienst mit Akkustikgitarren für einen Satanisten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/fun/images/koks1.jpg" alt="Der Tatort!" align="right" border="1" /><br />
Als dynamische, junge IT-Redaktion mit Sitz in Berlin stehen wir damit natürlich unter<br />
Generalverdacht. Also: Stürzen die politik-digital-Redakteure regelmäßig auf die<br />
Redaktionstoilette, Rasierklinge und weißes Pulver in der Hand, um sich eine Linie zu legen?<br />
Schneemänner und Schneefrauen im Online-Journalismus? Politik-digital, pol-di investigativ &#8211;<br />
wir wollten es genauer wissen. Unser Reporter Sven Wieboldt hat die Redaktionstoilette untersucht.<br />
Mit versteckter Webcam bestückt, hat er die zu testende Stelle mit einem steril verpackten<br />
Tuch abgewischt, die Probe unter notarieller Aufsicht in ein Reagenzglas gegeben, beschriftet<br />
und zur Untersuchung an eine namhafte Werbeagentur geschickt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Ergebnis war negativ. Keine Kokainspuren! Ein Hoch auf die drogenfreie Zone!<br />
Der <a href="http://www.dfb.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">DFB</a> hat uns nun um Unterstützung für seine<br />
Kampagne gebeten:<br />
<a href="http://www.keine-macht-den-drogen.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Keine Macht den Drogen!&quot;</a>.<br />
<a href="http://www.bitburger.de/index_main.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bitburger</a><br />
und <a href="http://www.philipmorris.com/Home.asp" target="_new" rel="noopener noreferrer">Philip Morris</a><br />
haben ihre Unterstützung  als Premiumpartner angeboten. Der Sekt ist schon kalt gestellt!<br />
Gott sei dank, wir nehmen keine Drogen!<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Nachrücker zum Sympathieträger</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/vom_nachruecker_zum_sympathietraeger-787/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Aber offline ist Kurt Beck noch immer</b></span><br />
<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit fast sieben Jahren amtiert er als Ministerpräsident - Kurt
Beck. Dabei hatte ein anderer 1991 für ihn die SPD-Herrschaft im CDU-dominierten Rheinland-Pfalz
erobert: Rudolf Scharping. Da der heutige Verteidigungsminister 1994 endgültig in die Bundespolitik
wechselte, beerbte ihn Kurt Beck. Der gelernter Funkelektroniker, heute 51, mauserte sich vom Nachrücker
zum Sympathieträger</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Aber offline ist Kurt Beck noch immer</b></span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit fast sieben Jahren amtiert er als Ministerpräsident &#8211; Kurt<br />
Beck. Dabei hatte ein anderer 1991 für ihn die SPD-Herrschaft im CDU-dominierten Rheinland-Pfalz<br />
erobert: Rudolf Scharping. Da der heutige Verteidigungsminister 1994 endgültig in die Bundespolitik<br />
wechselte, beerbte ihn Kurt Beck. Der gelernter Funkelektroniker, heute 51, mauserte sich vom Nachrücker<br />
zum Sympathieträger</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zwar konnte er bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren nur einen knappen Vorsprung vor der CDU<br />
erhalten, trotzdem erreicht er heute in Rheinland Pfalz &#8211; neben dem früheren Wirtschaftsminister und<br />
heutigen Bundestagsabgeordneten Rainer Brüderle (FDP) &#8211; mit Abstand die größten<br />
Bekanntheitswerte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seine Popularität im Land ist<br />
also ungebrochen, obwohl ihm die Bundespolitik die Arbeit erschwert: In<br />
den letzten zehn Jahren hat die Bundeswehr in Rheinland Pfalz mit<br />
seinen vier Millionen Einwohnern 90 000 Stellen abgebaut. Dabei ist ein<br />
Ende der Stellenkürzungen noch gar nicht abzusehen. Auch die<br />
Rentenpläne der Bundesregierung und die BSE-Krise verfehlen nicht ihre<br />
Wirkung im südwestlichen Bundesland.<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="100">
<tbody>
<tr>
<td width="100"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/kbeck/kbeck.jpg" alt="Kurt Beck" border="1" height="126" hspace="0" vspace="0" width="100" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Kurt Beck</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kurt Beck, zur Zeit auch<br />
amtierender Bundesratspräsident, wird mit der vollen Unterstützung des<br />
Bundeskanzlers rechnen können, denn die Rheinland-Pfälzer spielen in<br />
der Länderkammer eine Schlüsselrolle. Ohne einen erneuten Sieg der<br />
sozial-liberalen Regierungskoalition in Mainz wären<br />
bundesratszustimmungspflichtige Gesetze für Schröder kaum noch<br />
realisierbar. Man sagt ihm nach, er wisse wie man Türen in Berlin<br />
öffne. Er wird es zu nutzen wissen und dem Kanzler noch das eine oder<br />
andere Versprechen abringen, sei es bei der Umgestaltung und zivilen<br />
Nutzung ehemaliger Militärstandorte oder bei dem drohenden Pfand auf<br />
Weinflaschen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seine politische Karriere verlief<br />
geradlinig: 1970 Eintritt in die SPD, seit 1979 Mitglied im Landtag, ab<br />
1991 Fraktionschef im Landtag, schließlich 1994 das höchste Amt des<br />
Landes. Dabei ist er alles andere als ein glatter Führungspolitiker.<br />
Kurt Beck ist als eigensinniger Kopf bekannt, der sich nicht leicht in<br />
eine Schablone pressen lässt. Das hat er mehrmals bewiesen: 1999 sorgte<br />
er für Zündstoff in den eigenen Reihen, besonders der SPD-Linken, als<br />
er sich für die doppelte Nullrunde für alle Arbeitnehmer aussprach. Die<br />
Realitiy-TV Sendung &quot;Big Brother&quot; bezeichnete er als Menschenexperiment<br />
und forderte ein Verbot der Sendung. Auf einen Aufenthalt im<br />
&quot;TV-Menschenzoo&quot;, wie es der notorisch- dynamische Westerwelle bereits<br />
absolvierte, wird der Wähler lange warten müssen. Was erfährt der<br />
interessierte Internetnutzer über ihn auf den Webseiten der<br />
rheinland-pfälzischen SPD?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die vom Design hölzern wirkenden<br />
Seiten des Landesverbandes und der Landtagsfraktion geben ausführlich<br />
Informationen im Form von Pressemitteilungen über politische Positionen<br />
und Amtshandlungen des Ministerpräsidenten. Für dieses Amt ist das<br />
eindeutig zu wenig. Eine eigene Domain wäre das Mindeste für den<br />
höchsten Repräsentanten des Landes: kurt-beck.de hat sich der<br />
Landesverband der SPD schon reserviert, aber dort findet man weder eine<br />
persönliche Seite noch eine Weiterleitung auf die Wahlplattform der<br />
SPD. Es bleibt spannend, was die Sozialdemokraten hier planen. Oder<br />
haben sie die Adresse nur gegen unerwünschte Fremdnutzer gesichert?<br />
</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Xtreme Surfin&#039;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/xtreme_surfin-804/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/xtreme_surfin-804/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linksextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Vermummte Autonome, die  auf
Polizeiformationen Steine werfen oder kahl geschorene Neonazis, die die Reichskriegsflagge durch die Städte
tragen...  <br />
Sieht so der gängige Auftritt von Extremisten aus? Inzwischen haben sie ihr
Betätigungsfeld erweitert und das Internet für sich entdeckt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Vermummte Autonome, die  auf<br />
Polizeiformationen Steine werfen oder kahl geschorene Neonazis, die die Reichskriegsflagge durch die Städte<br />
tragen&#8230;  <br />
Sieht so der gängige Auftritt von Extremisten aus? Inzwischen haben sie ihr<br />
Betätigungsfeld erweitert und das Internet für sich entdeckt.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Internet tummeln sich weltweit 250 Millionen Menschen, und es werden täglich immer mehr.<br />
Hierzulande surfen ungefähr zehn Millionen Nutzer über die Datenautobahn. Entweder weil sie<br />
einkaufen wollen, weil sie Informationen suchen oder einfach, um sich die Zeit zu vertreiben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den technologischen Fortschritt und die zunehmende Verbreitung des Netzes machen sich aber<br />
auch Leute zu Nutzen, deren Gedankengut man eher in längst vergangenen Zeiten vermuten würde.<br />
Deutschtümelnde und andere Blut-und-Boden-Fanatiker oder aber auch Autonome und selbst<br />
ernannte &quot;Tschekisten&quot; greifen seit ein paar Jahren gezielt auf das Internet zurück.<br />
Diese Entwicklung ist nahe liegend: Das Internet ist dezentral organisiert und weltweit<br />
nutzbar. Da es keine einheitliche Rechtslage in den unterschiedlichen Ländern gibt, können<br />
Extremisten ihre Propaganda relative problemlos im Ausland ins Netz stellen, ohne dafür<br />
belangt zu werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch sind viele Nutzer leidenschaftliche Vertreter einer unbeschränkten Meinungsfreiheit,<br />
und so haben insbesondere amerikanische Bürgerrechtsgruppen die <a href="http://www.eff.org/blueribbon.html"><br />
&quot;Blue Ribbon Campaign&quot;</a> initiiert. Ihr Erkennungszeichen, ein blaues Band, symbolisiert<br />
den Schutz der Meinungsfreiheit. Besonders vehemente Vertreter dieser Gruppe &quot;spiegeln&quot;<br />
Homepages; sie kopieren bedrohte Seiten ganz oder teilweise, um sie selbst ins Netz zu<br />
stellen &#8211; allerdings ohne dass sie automatisch den Inhalt dieser Spiegelungen unterstützen.<br />
In den Genuss einer solchen Aktion kam beispielsweise &quot;radikal&quot;, eine in Deutschland<br />
verbotene Publikation aus dem linksextremen Milieu, die über einen niederländischen Server<br />
(<a href="http://www.xs4all.nl/">XS4ALL</a>) abrufbar war. Nachdem deutsche Online-Dienste auf<br />
Druck der Behörden den Zugang zu dem Server gesperrt hatten, spiegelten eifrige Betreiber<br />
anderer Homepages kurzerhand die &quot;radikal&quot;-Seiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ähnliches widerfuhr dem Revisionisten Ernst Zündel, dessen rechtsextreme &quot;Zündelsite&quot; nach der<br />
Indizierung mehr als zwanzig Mal gespiegelt wurde. Zu den ersten Spieglern zählten<br />
amerikanische Studenten, die diese Homepage mit dem Hinweis &quot;ekelhaft&quot; etikettierten, sie<br />
aber trotzdem kopierten, weil sie jede Art von Zensur ablehnten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein Schwerpunkt linksextremistischer Arbeit liegt in der Nutzung eigener und kommerziell<br />
betriebener Mailboxen und Newsgroups, daneben in der Archivierung politischer Forderungen.<br />
Dadurch erreichen sie eine optimale Verbreitung ihrer Propaganda und können bequem neue<br />
Mitglieder werben oder Mitstreiter besser mobilisieren. Symptomatisch ist das Internetprojekt<br />
&quot;nadir&quot; der so genannten &quot;Informationsgruppe Hamburg&quot;, die zur norddeutschen Autonomen-Szene<br />
zählt und mit der internationalen Vernetzung  der linksextremistischen Gemeinschaft eine<br />
&quot;linke Gegenöffentlichkeit&quot; kreieren will, um letztlich &quot;die herrschenden Verhältnisse<br />
umzustürzen und alle Ideologien, die diese stützen, anzugreifen&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="pgp" name="pgp"></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein Übriges tut die schnelle, jederzeit verfügbare Kommunikationsmöglichkeit via E-Mail, die<br />
dank verschiedener Verschlüsselungsverfahren für Strafverfolger und Verfassungsschützer<br />
nicht nachvollziehbar ist. Am gebräuchlichsten ist in diesen Kreisen das bekannte Programm<br />
&quot;Pretty Good Privacy&quot;, kurz: PGP. Es arbeitet mit zwei verschiedenen Schlüsseln &#8211; einem<br />
öffentlichen, Public Key genannt, und einem privaten, Secret Key &#8211; die beide zur Chiffrierung<br />
und Dechiffrierung benötigt werden. Der öffentliche Schlüssel geht an den Empfänger, der<br />
private bleibt beim Absender. Für eine chiffrierte Nachricht benutzt man dann den öffentlichen<br />
Schlüssel des Adressaten, der die Nachricht mit seinem privaten Schlüssel dechiffrieren kann.<br />
Die große Länge der verwendeten Codes garantiert dabei, dass die Nachrichten für Außenstehende<br />
nicht zu entschlüsseln ist. Ein andere Verschlüsselungsmethode bietet das<br />
Steganografie-Verfahren: Die Geheimnachricht wird dabei in einer Wirtsdatei versteckt, etwa<br />
einer Bilddatei, einem Ton- oder einem Videodokument &#8211; die Wirtsdatei wird durch dieses<br />
Verfahren nicht beeinträchtigt oder äußerlich verändert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einem Bericht kommt das Bundesamt für <a href="http://www.verfassungsschutz.de/"><br />
Verfassungsschutz</a> zu dem Schluss: &quot;Linksextremisten präsentieren sich im WWW-Bereich<br />
relativ nüchtern. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Informationsvermittlung und der einfachen<br />
Nutzbarkeit des Angebots.&quot; Zusammenfassend stellen die Schlapphüte aus Köln fest: &quot;Die<br />
bisherige Entwicklung zeigt, dass dem Internet auch künftig eine besondere Bedeutung als<br />
Kommunikationsmedium im linksextremistischen Bereich zukommen wird.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Rechtsextreme verfügen über ein umfangreicheres Internet-Angebot. Das <a href="http://www.wiesenthal.com/"><br />
Simon Wiesenthal Center</a>, das sich mit seinem &quot;Digital Hate Report&quot; der Beobachtung der<br />
rechtsextremen Internetszene widmet, hat mehr als 1400 &quot;problematische Homepages&quot;<br />
identifiziert. Nach ihren Angaben hat sich die Zahl dieser Seiten innerhalb eines Jahres<br />
nahezu verdoppelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dementsprechend findet man nicht nur die größeren rechtsextremen Parteien (DVU, NPD, die<br />
Republikaner) im Netz; daneben machen sich auch rechtsextreme Organisationen und einzelne<br />
Neonazis mit ihren Homepages breit. Wie ihre Antipoden vom linken Rand haben sie sich der<br />
Mitgliederwerbung, -mobilisierung und Propaganda verschrieben; ebenso nutzen sie die<br />
vielfältigen Kommunikations- und Verschlüsselungsmethoden zur ungestörten Vernetzung und<br />
Koordinierung ihrer Organisationen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Allerdings ist das Internet für sie insofern nützlicher, als sie auf diesem Wege vor allem<br />
junge Menschen ansprechen, die durch die Printmedien kaum zu erreichen wären. Auch Hemmungen<br />
normaler Menschen, sich dem Milieu zu nähern oder sich mit rechtsnationalen Ideen<br />
auseinanderzusetzen, werden nach Einschätzungen des Verfassungsschutzes somit unwichtiger.<br />
Darüber hinaus stellen Rechtsextreme ihre Seiten häufig über Server in den Vereinigten<br />
Staaten ins Netz. Dem Zugriff deutscher Behörden entzogen, können sie die ganze Palette ihrer<br />
Agitation anbieten. Üblicherweise finden sich dort Downloads gewaltverherrlichender<br />
Computerspiele mit rechtsextremen Hintergrund (z.B. &quot;Wolfenstein&quot; oder &quot;KZ Manager&quot;),<br />
Propagandaliteratur, darunter die Hitler-Bibel &quot;Mein Kampf&quot; und Texte so genannter<br />
Revisionisten, die den Holocaust wortreich leugnen, ferner Musik verbotener Skinhead-Bands<br />
mit einschlägigen Texten. Dazu gehören unter anderem die Seiten der<br />
&quot;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei/Auslands- und Aufbauorganisation&quot;<br />
(NSDAP/AO) des zwischenzeitlich inhaftierten Gary Lauck oder die &quot;Zündelsite&quot; des bekannten<br />
deutsch-kanadischen Revisionisten Ernst Zündel.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In den USA konnte jedoch vor zwei Jahren die anonym ins Netz gestellte Seite  &quot;Der arische<br />
Ansturm&quot; stillgelegt werden. Dort waren neben der üblichen Propaganda auch präzise deutschsprachige<br />
Anleitungen zur Sprengstoffherstellung und zum Bombenbau zu finden. Die entsprechenden<br />
Chemikalien konnte die Polizei beim schließlich enttarnten Betreiber sicherstellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine Sonderkategorie stellen die Skinhead-Organisationen dar, die ja gerne allzuoft in eine<br />
Topf geschmissen werden. Viele der Sites konzentrieren sich weniger auf die offene<br />
Propagierung ihrer politischen Ziele; vielmehr bemühen sie sich um die<br />
Verbreitung der Szene-Musik und der entsprechenden Bekleidung. Jedoch gibt es auch hier<br />
Internationale Organisationen wie die neonazistische &quot;Hammerskin&quot;-Bewegung oder die<br />
&quot;Blood &amp; Honour&quot;-Bewegung, die bedeutendsten ihrer Art. Sie sind besonders mit der deutschen<br />
Szene verflochten und über US-Provider abrufbar. &#8211; Als besonders beunruhigend werten<br />
Verfassungsschützer die hohen Zuwachsraten solcher Seiten und deren besondere grafische und<br />
inhaltliche Qualität.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bezeichnend ist die erschreckend-optimistische Haltung von &quot;Blood &amp; Honour&quot;: &quot;Das Internet<br />
hat mehr zu unserer Vereinigung beigetragen als irgendein Pamphlet, das jemals gedruckt<br />
worden ist. Deine Waffenbrüder sind lediglich einen (Maus-) Klick entfernt! Obwohl die ZOG<br />
[gemeint ist die angeblich <b>z</b>ionist <b>o</b>ccupied <b>g</b>overnment,<br />
also zionistisch beherrschte Regierung] verzweifelt versucht, des unsichtbaren Imperiums<br />
des Nazi-Netzwerkes Herr zu werden, gibt es nur wenig, was sie tun können, um es zu stoppen.&quot;<br />
Dies bleibt abzuwarten.<br />
</span></p>
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		<title>Gedenken im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/gedenken-im-netz/gedenken_im_netz-882/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedenken im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#34;Die letzten Tage&#34; - dieser Kinodokumentarfilm der Shoah Foundation,
gedreht vom Regisseur James Moll, ist ein aktuelles Beispiel dafür: Erinnert wird an den Holocaust auch
außerhalb der Gedenkstätten, etwa im Film. Wie sieht es damit im Internet aus? Wie weit hat sich
virtuelles Gedenken schon entwickelt?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Die letzten Tage&quot; &#8211; dieser Kinodokumentarfilm der Shoah Foundation,<br />
gedreht vom Regisseur James Moll, ist ein aktuelles Beispiel dafür: Erinnert wird an den Holocaust auch<br />
außerhalb der Gedenkstätten, etwa im Film. Wie sieht es damit im Internet aus? Wie weit hat sich<br />
virtuelles Gedenken schon entwickelt?</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Die Survivors of the Shoah <a href="http://www.vhf.org/">Visual History Foundation</a> wurde 1994 vom amerikanischen Starregisseur<br />
Steven Spielberg gegründet. Ihr Ziel ist es, die Aussagen und Erinnerungen der letzten Überlebenden und<br />
Augenzeugen des Judenmords aufzuzeichnen, solange das noch möglich ist. Mit Hilfe dieser Lebenszeugnisse<br />
soll ein digitales Archiv aufgebaut werden, auf das sowohl Wissenschaftler, Studenten und Schüler als auch<br />
Interessierte zugreifen können. Ferner sollen damit Museen, Ausstellungen und noch zu schaffende regionale<br />
Videoarchive unterstützt werden. Eine entsprechende interaktive CD-ROM für Schüler und drei Dokumentationen,<br />
darunter &quot;Die letzten Tage&quot;, wurden bereits produziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für dieses ehrgeizige Projekt waren bisher mehr als 3.500 speziell geschulte, freiwillige Interviewer und 1.000<br />
Videofilmer unterwegs. Sie haben die Aussagen von über 50.000 Menschen aus allen Erdteilen aufgezeichnet, insgesamt<br />
sind dabei mehr als 100.000 Stunden Archivmaterial zusammengekommen. Hinter dem Projekt verbirgt sich aber weit mehr<br />
als reine Zahlenspielerei. Vielmehr verbindet sich damit eine andere Qualität historischen Gedenkens, die dem Thema<br />
angemessener ist. Es geht nicht um die so genannte objektive Geschichtsschreibung, sondern vielmehr um das subjektive<br />
Erleben, die Wahrnehmung des Einzelnen. Nirgendwo sonst ist es laut ZEIT-Autor Georg Seeßlen &quot;so notwendig, das<br />
individuelle Schicksal, das einzelne Menschen-Bild gegen die Mechanik und die Logik der Macht zu retten wie in der<br />
Geschichte des Holocaust&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die zentrale israelische Gedenkstätte <a href="http://www.yad-vashem.org.il/">Yad Vashem</a> in Jerusalem stellt die eigenen Aktivitäten<br />
auf ihrer Homepage ausführlich vor, und auszugsweise ist das dort archivierte Material online verfügbar, so dass ein<br />
kleiner Teil der Erinnerungsarbeit virtuell geleistet wird, auch wenn dort keine förmliche, virtuelle Gedenkstätte<br />
errichtet wurde. Ein Bestandteil von Yad Vashem ist beispielsweise die &quot;Halle der Namen&quot;, die die so genannten &quot;Seiten<br />
der Aussagen&quot; (Pages of Testimony) beherbergt. Dabei handelt es sich um von Freunden oder Verwandten erstellte<br />
Erinnerungsseiten mit den Namen, Daten und persönlichen Informationen ermordeter Juden, deren Andenken so auf eine<br />
persönliche Weise bewahrt werden soll. Ein halbes Dutzend von ihnen ist stellvertretend für die vielen anderen<br />
(Papier-) Seiten via Internet einzusehen. Sie sollen als symbolische Grabsteine dienen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In naher Zukunft sollen alle diese Erinnerungsseiten zumindest online durchsucht werden können. Seit acht<br />
Jahren werden diese Seiten auf Computer umgestellt. Wegen der noch nicht abgeschlossenen Umstellungsarbeiten<br />
ist ein Internet-Zugriff, zum Beispiel für eine Namenssuche, zur Zeit noch nicht möglich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ferner sind Exponate aus den Fotoarchiven abrufbar. Mit ihnen wird nicht nur die Verfolgung dokumentiert,<br />
gleichzeitig wird die Biografie der dort abgebildeten Verfolgten ausgeleuchtet. Auch hier wird das Bild des<br />
einzelnen Menschen erkennbar, sein Name, Beruf, Lebensweg. Er ist nicht eines von zahllosen gesichtslosen<br />
Opfern und Verfolgten &#8211; der Versuch der Nazis, alles auszulöschen, auch die Erinnerung an die Menschen, nicht<br />
nur ihre physische Existenz, dieser Versuch wird nachträglich zumindest ein Stück weit zunichte gemacht. Die<br />
Rettung des einzelnen Schicksals vor der Logik der Macht kann auch via Internet stattfinden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf der Homepage findet man weiterhin eine besondere Fotodokumentation, die zwar weniger die individuelle<br />
Dimension der Opfer betont, aber einen Eindruck vom KZ-Leben vermittelt: das Auschwitz-Album. Es umfasst<br />
knapp 200 Fotos, die von SS-Soldaten 1944 aufgenommen und von einer Überlebenden nach der Befreiung in einer<br />
Baracke gefunden wurden. Dieses Album zeigt den ganzen Ablauf der Ermordung und Ausbeutung der ungarischen<br />
Juden mit Ausnahme der eigentlichen Tötung: von der Selektion an den Rampen über die Registrierung und Entlausung<br />
der Arbeitsfähigen, Plünderung der Habseligkeiten bis hin zum Weg der Opfer zu den Gaskammern, die im Hintergrund<br />
dunkel zu erahnen sind. Ergänzt wird das Album durch eine Luftaufnahme der US-Air Force, auf der sogar die<br />
Rauchschwaden der Krematorien erkennbar sind. Markierte Punkte auf dem Bild führen zu den dazu passenden Fotos<br />
des Albums, markante Orte wie die Rampe oder die Krematorien sind beschriftet. Dieses Album ist ein erschreckendes<br />
und im negativen Sinne beeindruckendes Zeugnis der Ermordung, beispielsweise die Fotos alter versehrter Männer,<br />
die die SS-Leute lakonisch als &quot;nicht mehr einsatzfähige Männer&quot; einstuften; die Fotos der Frauen an den Rampen<br />
während der Selektion, unterschrieben mit dem harmlosen Zusatz: &quot;Frauen bei der Ankunft&quot;. Die Arbeitsunfähigkeit<br />
und die Selektion waren gleichbedeutend mit Todesurteilen, während die lakonischen Kommentare belegen, dass es den<br />
Tätern kaum mehr abgerungen hat als ein paar nichtssagende Worte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Homepages der meisten deutschen KZ-Gedenkstätten ähneln einander und bieten neben Basisinformationen für<br />
Besucher, wie Öffnungszeiten, Anfahrtswege und Auskünften über Führungen, meist ausführliche Informationen<br />
über Geschichte und spezielle Funktionen der einzelnen Lager. Die Aufmachung dieser Seiten ist dezent und sachlich,<br />
ohne aufwendige Effekte, also dem Thema in seiner Schlichtheit angemessen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Beispielhaft dafür ist die sehr übersichtlich und informativ gestaltete Homepage der <a href="http://www.infospace.de/gedenkstaette/index.html">KZ-Gedenkstätte Dachau</a>.<br />
Deren Bedeutung als Modell-Lager und Mörderschule der SS unter<br />
der besonderen Mitwirkung Theodor Eickes wird herausgestrichen, das Leben und Leiden der Häftlinge erschöpfend<br />
in knappen Texten mit Originalkommentaren der Häftlinge und jeweils einem passenden Foto dokumentiert.<br />
Neben Lageplan und Chronik des KZs wird auch der jeweiligen Opfergruppen gedacht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Weit umfangreicher und bisweilen unübersichtlicher ist das Angebot der Gedenkstätte <a href="http://www.buchenwald.de/">Buchenwald</a>.<br />
Neben der ausführlichen Forschungsdokumentation über das sowjetische Speziallager 2, das sich dort von 1945 bis 1950<br />
befand, zeichnet es ein genaues Bild des Konzentrationslagers und des Lebens von Tätern und Opfern. Eine<br />
Übersichtskarte mit den einzelnen anklickbaren Gebäuden und ihren detailliert erläuterten Funktionen vermittelt<br />
eine plastische Vorstellung von dem Konzentrationslager, dessen Entwicklung mit seinen unterschiedlichen Opfergruppen<br />
&#8211; erst Kriminelle, politische Gegner und Zeugen Jehovas, dann Juden und Kriegsgefangene &#8211; aufgezeigt wird. Ferner<br />
werden die zahlreichen Außenlager berücksichtigt. Das Datenbankprojekt der Gedenkstätte greift dabei das Prinzip<br />
der Fokussierung individueller Schicksale auf: Ein Gedenkbuch der KZ-Opfer mit ihren biografischen Angaben ist im<br />
Aufbau und soll genauso digitalisiert werden wie ein Bildkatalog der rund 7.000 Fundstücke umfassenden archäologischen<br />
Sammlung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiteres Projekt dieser Art wird von der KZ-Gedenkstätte <a href="http://www.mauthausen-memorial.gv.at/">Mauthausen</a> aufgebaut.<br />
Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll jeder der insgesamt 200.000 dokumentierten ehemaligen Häftlinge in der dortigen<br />
Datenbank erfasst sein. Der computergestützte Nachweis ist häufig die einzige Möglichkeit der Opfer,<br />
Entschädigungsansprüche für ihren Aufenthalt geltend zu machen. Des Weiteren versprechen sich die Projektinitiatoren<br />
davon eine verbesserte Dokumentation bislang unbekannter Aspekte der Geschichte des Konzentrationslagers.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gedenkarbeit verrichtet auch <a href="http://www.juedisches-berlin.de/homepage.htm">Jewish-Berlin-Online</a>, ein &quot;Servicemagazin für<br />
das jüdisch-berlinische Stadtgeschehen&quot;: Dort wurde eine virtuelle Gedenkstätte für die ermordeten und verschollenen<br />
Berliner Juden eingerichtet. Das Internetmagazin des Herausgebers Rafael Korenzecher verfolgt das Ziel, jüdisches<br />
Leben transparenter zu machen sowie Verständnis und Miteinander von Juden und Nichtjuden zu fördern. Eine Datenbank<br />
mit den Namen von über 55 000 Menschen ist Kernstück dieser Gedenkstätte, die eine Suchmaschine beinhaltet, mit der<br />
nach bestimmten Namen gefahndet werden kann.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Lesen Sie zu diesem Thema auch das <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/mahnmal.shtml">Interview mit dem Politikwissenschaftler<br />
Dr. Erik Meyer</a> über die Perspektiven virtuellen Erinnerns.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Holocaust-Mahnmal: eine Geschichte voller Verzögerungen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/gedenken-im-netz/das_holocaust_mahnmal_eine_geschichte_voller_verzoegerungen-883/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedenken im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkstätte]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust-Mahnmal]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Am 27. Januar 2000 sollte sie stattfinden: die Grundsteinlegung des Berliner
Holocaust-Mahnmals, des &#34;Denkmals für die ermordeten Juden Europas&#34;.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Am 27. Januar 2000 sollte sie stattfinden: die Grundsteinlegung des Berliner<br />
Holocaust-Mahnmals, des &quot;Denkmals für die ermordeten Juden Europas&quot;.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein symbolträchtiges Datum, der<br />
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers<br />
Auschwitz. Doch der Termin konnte nicht eingehalten werden. Also wurde stattdessen eine offizielle<br />
Feier anberaumt; ein &quot;symbolischer Akt&quot;, um den Willen zu bekräftigen, die vom Bundestag beschlossene<br />
Errichtung des Mahnmals voranzutreiben. Die geplante Fertigstellung am 27. Januar 2002 wird damit hinfällig.<br />
Dabei ist der verspätete Baubeginn nur der Schlusspunkt einer ganzen Reihe von Verzögerungen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Idee für das Mahnmal entstand vor zwölf Jahren. Die Publizistin Lea Rosh und der Historiker Eberhard Jäckel<br />
initiierten das Projekt in Anlehnung an die zentrale israelische Gedenkstätte<br />
<a href="http://%20www.yad-vashem.org.il/">Yad Vashem</a> in Jerusalem. Dafür fanden sie prominente Unterstützer,<br />
unter anderem Willy Brandt und Günter Grass. Im Herbst 1989 wurde der <a href="http://www.holocaust-denkmal-berlin.de/">&quot;Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas&quot;</a><br />
ins Leben gerufen. In den folgenden Jahren begann der Streit um die<br />
Opfergruppen. Sollte mit dem Mahnmal ausschließlich der ermordeten<br />
Juden oder aller Naziopfer gedacht werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">1993 nahm sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl der Sache an. Er bekannte sich zu dem Projekt,<br />
sprach sich für eine rein jüdische Gedenkstätte aus. Die Bundesregierung stellte denn auch ein Gelände im<br />
Zentrum Berlins zur Verfügung: ein unbebautes Grundstück zwischen der Ebertstraße und der Wilhelmstraße<br />
nahe dem Brandenburger Tor.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der erste Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals im Jahre 1995 brachte aber einen Entwurf hervor, der wegen<br />
seiner Geschmacklosigkeit allgemein abgelehnt wurde: die sogenannte Grabplatte, eine 20 000 Quadratmeter<br />
große schiefe Ebene aus Beton mit den eingravierten Namen aller ermordeten Juden. Kohl legte sein Veto gegen<br />
den Entwurf ein. Der Bund, das Land Berlin und der Förderkreis &#8211; die Auslober des Wettbewerbs &#8211; bekräftigten<br />
zwar ihren Entschluss, nahe dem Brandenburger Tor das Mahnmal zu errichten; die Realisierung des Projekts<br />
kam trotzdem nicht voran. Stattdessen entwickelte sich eine öffentliche Diskussion über die grundsätzliche<br />
Möglichkeit und die konkrete Gestaltung eines solchen Mahnmals. Neben der Einbeziehung anderer Opfergruppen<br />
wurde vor allem die Frage diskutiert, ob der Judenmord überhaupt mit künstlerischen Mitteln fassbar und das<br />
geplante Areal der richtige Ort dafür sei.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Frühjahr 1997 wurde der zweite Wettbewerb ausgeschrieben, allerdings endete er im November desselben<br />
Jahres ohne eindeutiges Ergebnis. Wieder nahm sich Kohl der Sache an. Der Pfälzer erkor den Entwurf des<br />
amerikanischen Architekten Peter Eisenman &#8211; ein begehbares Feld aus 4000 unterschiedlich großen Betonpfeilern<br />
&#8211; und bat gleichzeitig um dessen Überarbeitung. Der nächste Entwurf vom Juni 1998, Eisenman II genannt,<br />
umfasste 2700 Pfeiler, wellenförmig angeordnet, mit den Namen der Hinrichtungsstätten versehen.<br />
Nach dem Regierungswechsel meldete Schröders Kulturbeauftragter Michael Naumann Änderungsbedarf an.<br />
Im Januar 1999 einigte er sich mit dem amerikanischen Architekten auf Eisenman III: Das Gedenkfeld mit den<br />
Betonstelen soll ergänzt werden durch ein &quot;Haus des Erinnerns&quot; und eine Holocaust-Bibliothek.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Juni 1999 beschloss der Bundestag aber den Bau des Mahnmals in einer anderen Variante: Eisenman II<br />
mit einem &quot;Ort des Information&quot;. Um ihn zu verwirklichen, wurde eine vorerst unselbständige Mahnmal-Stiftung<br />
gegründet &#8211; im Geschäftsbereich Naumanns, der sich explizit für eine andere Mahnmal-Variante ausgesprochen<br />
hatte. An der Spitze dieser Stiftung stehen der Kuratoriumsvorsitzende Wolfgang Thierse und als Stellvertreterin<br />
Lea Rosh. Über diesen Kompetenzwirrwarr hat sich Eisenman mehrfach beschwert mit der Forderung nach klaren<br />
Vorgaben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es warten noch andere ungelöste Probleme auf die unterfinanzierte Stiftung: Das vorgesehene Grundstück ist<br />
nicht vollständig in Bundesbesitz, denn ein kleiner Teil gehört der Wohnungsbaugesellschaft Mitte, die angeblich<br />
sechs Millionen Mark verlangt. Die Baukosten von bisher 20 Millionen Mark werden sich also noch erhöhen. Der<br />
Förderkreis hingegen hat zu Spenden aufgerufen und sich vorgenommen, mehrere Millionen Mark zu den Kosten<br />
beizutragen. Wie der Restbetrag zwischen Bund und Berlin aufgeteilt werden soll, ist noch unklar. Fest steht, die<br />
Mittel können erst im Haushalt 2001 verbucht werden, weil im Haushalt 2000 kein entsprechender Posten für<br />
Baumaßnahmen vorgesehen ist. Es ist also fraglich, ob die Errichtung des Mahnmals &quot;schon&quot; im Sommer 2001<br />
beginnen kann. Vor dem Jahr 2003 ist mit der Fertigstellung nicht zu rechnen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das virtuelle Mahnmal</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/gedenken-im-netz/das_virtuelle_mahnmal-951/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedenken im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkstätte]]></category>
		<category><![CDATA[Erik Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelles Mahnmal]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>politik-digital sprach mit Dr. Erik Meyer über die Perspektiven virtuellen
Erinnerns in Deutschland.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>politik-digital sprach mit Dr. Erik Meyer über die Perspektiven virtuellen<br />
Erinnerns in Deutschland.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Dr. Erik Meyer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 434 Erinnerungskulturen an der<br />
Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Forschungs- schwerpunkte sind politische Kommunikation, politische<br />
Soziologie posttraditionaler Vergemeinschaftungsformen und Cultural Studies. Er ist Gründungsmitglied der<br />
AG für <a href="http://www.spokk.de/">Sozialwissenschaftliche Politik-, Kultur- und Kommunikations- forschung</a>,  und forscht<br />
im Rahmen des Teilprojekts <a href="http://www.memorama.de/">Erinnerungskultur &amp; Geschichtspolitik</a>,<br />
in dessen Mittelpunkt die Frage steht, welche Auswirkungen Deutungskontroversen über die Vergangenheit auf<br />
allgemein-öffentliche Diskurse zur Bildung, Aushandlung und Revision kollektiver und nationaler Identität haben.<br />
Zwei exemplarische Deutungskonflikte im vereinten Deutschland werden untersucht: Die Neugestaltung der ehemaligen<br />
&quot;Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald&quot; und die Errichtung eines zentralen &quot;Holocaust-Memorials&quot; in Berlin.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b>politik-digital:</b></span> Welche Vor- und Nachteile sehen<br />
Sie im virtuellen Erinnern gegenüber der herkömmlichen Gedenkarbeit?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Erik Meyer:</b> Gleichermaßen Vor- wie Nachteil virtueller Erinnerungs- und Gedenkangebote stellt die<br />
Möglichkeit der Differenzierung dar: Es können die verschiedensten Informationen vermittelt werden und die<br />
Rezipienten entsprechender Angebote sind in deren Auswahl relativ frei. Damit verbunden ist jedoch das Problem<br />
eines möglichen Bedeutungsverlusts der jeweiligen Informationen: Die Bestimmung dessen, was von Bedeutung<br />
ist, ist im Vergleich zu anderen Formen der Vermittlung tendenziell enthierarchisiert. Bereits die Bezeichnung<br />
solcher &quot;virtueller Gedenkstätten&quot; als &quot;Angebote&quot; deutet dieses Problem an und verweist darüber hinaus auf<br />
die Möglichkeit deren kulturindustrieller Kommerzialisierung unter aufmerksamkeitsökonomischen<br />
Gesichtspunkten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b>politik-digital:</b></span> Welchen Stellenwert werden<br />
Internet-Gedenkstätten zukünftig einnehmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Erik Meyer:</b> Der Stellenwert entsprechender Angebote wird weiterhin zunehmen, vor allem auf Grund<br />
ihrer Bedeutung für die politische Bildung: Die Form der Vermittlung stellt insbesondere bei der Arbeit mit<br />
Jugendlichen eine Chance dar, auch verlorengegangenes Interesse wieder zu wecken. Für das individuelle<br />
Gedenken im engeren Sinne dürfte die Bedeutung nicht besonders groß sein, da das Medium wenig zur<br />
kontemplativen Reflexion geeignet ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b>politik-digital:</b></span> Können Sie einen gleichwertigen<br />
Ersatz für die jetzigen Gedenkstätten darstellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Erik Meyer:</b> In diesem Sinne können sie konventionelle Gedenkstätten auf keinen Fall ersetzen, vor<br />
allem wenn es sich dabei um authentische historische Orte handelt, die gleichzeitig große Friedhöfe darstellen.<br />
Diese Umstände haben aber Pädagogen auch dazu verführt, beim Besuch solcher Einrichtungen vornehmlich auf<br />
die vermeintlich belehrenden Effekte der Betroffenheit zu vertrauen und die Möglichkeit einer entsprechenden<br />
&quot;Abstumpfung&quot; zu vernachlässigen. Daher geht es nicht um Gleichwertigkeit und Ersatz, sondern um spezifische<br />
Funktionen, die jeweils wahrgenommen werden können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b>politik-digital:</b></span> Wie kann erreicht werden, dass<br />
virtuelle Gedenkstätten tatsächlich reflektierendes Erinnern unterstützen helfen und nicht nur beim Surfen<br />
nebenbei konsumiert werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Erik Meyer:</b> Dazu bedarf es einer Einbettung des Mediums in übergreifende (didaktische) Konzeptionen<br />
statt dessen Nutzung als ausschließlicher Informationsquelle. Darüber hinaus stellen sich besondere<br />
gestalterische Aufgaben: Das Design entsprechender Angebote darf nicht versuchen, mit die Ästhetik<br />
konventioneller und kommerzieller Web-Sites um Aufmerksamkeit zu konkurrieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #ff9900"><b>politik-digital:</b></span> Welche Chancen sehen Sie für<br />
eine virtuelles Mahnmal in Deutschland und hätte dieses Vorteile gegenüber dem Realen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Erik Meyer:</b> Ein ausschließlich virtuelles Mahnmal ist nicht wünschenswert und hätte als alleiniger<br />
Ausdruck offiziellen Gedenkens wahrscheinlich nur geringe Realisierungschancen, da Monumentalität für die<br />
staatliche Symbolpolitik von besonderer Bedeutung ist. Die Vorteile entfalten sich erst in Verbindung mit einem<br />
Monument: So würde die Problematik, die derzeit mit dem insbesondere von Staatsminister Naumann geforderten<br />
&quot;Ort der Information&quot; verbunden ist (Raum- und Geldmangel), durch eine entsprechende multimediale Aufbereitung<br />
der Informationen erleichtert. Denkbar wäre hier auch eine Kooperation mit Spielbergs &quot;Shoa Visual History<br />
Foundation&quot;: Die dort auf Video vorliegenden Zeitzeugenaussagen könnten Bestandteil eines derartigen<br />
Informationssystems sein.<br />
</span></p>
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		<item>
		<title>Dörings dynamische Daten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/doerings_dynamische_daten-731/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/doerings_dynamische_daten-731/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Döring]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>nfotainment heißt das Zauberwort. FDP-Spitzenkandidat
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/wdoering/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Walter Döring</a>
setzt mit seiner Kampagnensite <a href="http://www.fdp-mehr-davon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">fdp-mehr-davon.de</a> auf
politische Informationen mit Schlagwortcharakter. Der Schwerpunkt liegt auf der Präsentation
wirtschaftspolitischer Erfolgsdaten, die mit reichlich Flash-Animationen garniert werden.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>nfotainment heißt das Zauberwort. FDP-Spitzenkandidat<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/wdoering/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Walter Döring</a><br />
setzt mit seiner Kampagnensite <a href="http://www.fdp-mehr-davon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">fdp-mehr-davon.de</a> auf<br />
politische Informationen mit Schlagwortcharakter. Der Schwerpunkt liegt auf der Präsentation<br />
wirtschaftspolitischer Erfolgsdaten, die mit reichlich Flash-Animationen garniert werden.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Bunter,  dynamischer und leichter verdaulich als die Websites seiner Konkurrenten kommt das Angebot des<br />
baden-württembergischen Wirtschaftsministers im Internet daher. Für dieses hektische Medium<br />
genau das richtige Konzept &#8211; so sieht es der Pressesprecher der Liberalen, Markus Lochmann:<br />
&quot;Wir haben die politischen Informationen bewusst knapp und unterhaltsam angelegt. Für<br />
ausführlichere Auskünfte sind die Seiten der Partei gedacht.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dank der guten technischen Umsetzung geht dieses Konzept auf. Wer Doerings Website anschauen will, muss<br />
zwar vorher ein spezielles Flash Plug-In herunterladen, doch die Installation ist unproblematisch. Ein<br />
Link führt zur entsprechenden Site, der restliche Vorgang geschieht vollautomatisch.<br />
Anschließend können Internetnutzer die Website des liberalen Spitzenkandidaten ohne<br />
Verzögerungen anschauen, denn alle relevanten Inhalte werden am Anfang geladen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Moderne Optik und dynamische Musik begleiten den Webauftritt. Neben den obligatorischen Wahlkampfterminen,<br />
Kampagnenmotiven und einigen Privatfotos bietet die Site eine kleine Auswahl an Pressezitaten und Statements<br />
des Liberalen. Seine Rede zum Wahlkampfauftakt und ein Fernsehinterview sind in Bild und Ton abrufbar &#8211;<br />
sofern der User einen Realplayer installiert hat. Daneben werden knapp und prägnant Aussagen zu<br />
liberalen Themenfeldern präsentiert &#8211; von A wie Arbeitsmarkt über M wie Mittelstand bis Z wie<br />
Zuwanderung. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine Vielzahl übersichtlich dargestellter Daten soll die wirtschaftlichen Erfolge der CDU/FDP-Regierung<br />
verdeutlichen, deren Wirtschaftsminister Döring ist. Trotz beeindruckender Zahlenspiele &#8211; die geringste<br />
Pro-Kopf-Verschuldung und die höchste Wirtschaftsleistung aller deutschen Länder &#8211; die<br />
Erfüllung seines größten Wunschtraums ist dem gebürtigen Stuttgarter noch nicht<br />
gelungen: seine Wahlheimat Schwäbisch-Hall zum Schauplatz der Olympischen Spiele zu machen. Auch<br />
wenn dieses Ziel unerreichbar bleiben sollte, fdp-mehr-davon.de genügt olympischen Ansprüchen.<br />
Es wirkt sportlich, dynamisch und medaillenverdächtig. </span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/doerings_dynamische_daten-731/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Deutschland ist Entwicklungsland im Internetwahlkampf.&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/deutschland_ist_entwicklungsland_im_internetwahlkampf-732/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Braun]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit dem Vorsitzenden der Grünen in Baden-Württemberg,
Andreas Braun.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit dem Vorsitzenden der Grünen in Baden-Württemberg,<br />
Andreas Braun.</b></span><!--break--></p>
<p>
<!--


<p>


<table border="0" align=left  width=120 cellpadding=0 cellspacing=0>
	

<tr>
		

<td width=120><img decoding="async" src="images/koschik.jpg" width=117 height=158 border=1 hspace=0 vspace=0 alt="Sven Koschik"></td>


		

<td rowspan=2><spacer type=block width=10 height=1></td>


	</tr>


	

<tr>
		

<td bgcolor=#e0e0e0><font FACE="Arial,Helvetica" size=1 color="#333333">
		&nbsp;Sven Koschik</font></td>


		

<tr>
		</table>


		-->
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Hat Ihr Landesverband schon bei der letzten Wahl Erfahrungen mit<br />
		Internetwahlkampf gemacht?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>: Die letzte Landtagswahl war 1996 &#8211; damals hatte unser Landesverband zwar<br />
		natürlich schon einen Internetauftritt, aber die Möglichkeiten, die das<br />
		Internet für die Kommunikation nach außen wie nach innen bietet, waren uns<br />
		(und vielen anderen) noch nicht klar. Bei der Bundestagswahl 1998 hat der<br />
		baden-württembergische Landesverband das Internet erstmals auch bewusst als<br />
		Element des Wahlkampfs genutzt. Und schließlich haben wir uns entschlossen,<br />
		einen Schwerpunkt der jetzigen Kampagne auf das Internet zu legen.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Welchen Stellenwert hat das Internet im aktuellen Wahlkampfkonzept<br />
		im Vergleich zu Funk, Print und Fußgängerzone?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>:<br />
		Für uns hat das Internet einen hohen Stellenwert &#8211; gemeinsam mit unserer<br />
		Agentur haben wir festgelegt, daß www.die-treibende-kraft.de neben unseren<br />
		Plakaten und den TV- und Funkspots die dritte Säule unserer<br />
		Wahlkampfperformance sein soll. Deshalb auch haben wir erstmals einen<br />
		wichtigen Anteil unseres Wahlkampfetats in das Medium Internet investiert.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b><br />
		Mit welchen Themen aus dem IT-Bereich schärft die Partei ihr Profil?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>:<br />
		Bündnis 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg haben im &quot;Vorwahlkampf&quot;, nämlich im<br />
		November/Dezember 2000, den &#8211; nach unserer Kenntnis &#8211; weltweit ersten<br />
		virtuellen Parteitag durchgeführt (www.virtueller-parteitag.de). Auf diesem<br />
		Parteitag haben wir eine Positionsbestimmung zu den Neuen Medien und zur<br />
		Elektronischen Bürgerdemokratie vorgenommen, die nach meiner Auffassung<br />
		vorwärtsweisend ist. IT ist ein Schwerpunkt unserer Themen zur Landtagswahl,<br />
		weil wir meinen, daß die baden-württembergische Landesregierung viele<br />
		wichtige Entwicklungen in diesem Bereich verschläft.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Welche interaktiven Features sind auf Ihrer Wahlkampfsite geplant?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>:<br />
		Zum einen haben wir auf www.die-treibende-kraft.de einen member-Bereich<br />
		eingerichtet, aus dem unsere WahlkämpferInnen insbesondere<br />
		Argumentationshilfen beziehen können. Zum anderen werden wir mehrere<br />
		Chat-Runden mit Bundes- und Landesprominenz, beispielsweise Renate Künast,<br />
		Rezzo Schlauch und unserem Spitzenkandidaten Dieter Salomon anbieten. Und<br />
		schließlich wird noch die eine oder andere interaktive Überraschung kommen &#8211;<br />
		je nach politischer Lage und Entwicklung. So hat unser Jugendverband mit<br />
		anderen zusammen die aktuelle homepage www.distanzierung.de ins Leben<br />
		gerufen.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b><br />
		Die Grünen haben mit Ihrem bisweilen krawalligen Stil Furore gemacht, namentlich mit Ihren E-Postkarten,<br />
		darunter &quot;Grün fickt besser&quot; &#8211; Kann eine Partei eigentlich noch Wahlen gewinnen, wenn sie nicht im Netz<br />
		aggressiv um Wechselwählerstimmen wirbt?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>:<br />
		Ich persönlich habe die E-Postkarten nicht &quot;krawallig&quot;, sondern &#8211; als<br />
		Postkarten unseres Jugendverbands &#8211; als knallig empfunden. Eine Partei kann<br />
		meiner Meinung nach zwar im Internet keine Wahlen gewinnen, aber verlieren:<br />
		Dann nämlich, wenn sie das Netz als Medium nicht nutzt.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> In puncto Internetwahlkampf &#8211; steht Deutschland eine ähnliche<br />
		Entwicklung wie den  Vereinigten Staaten bevor? Politische<br />
		Communities? Online Fundraising?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Andreas Braun</b>:<br />
		Wir haben in den letzten Monaten intensive Gespräche mit Campaignern aus den<br />
		Vereinigten Staaten geführt und versuchen, einige Anregungen in unserem<br />
		Internetwahlkampf umzusetzen. Solange es aber beispielsweise Schwierigkeiten<br />
		gibt, mit Banken zu vereinbaren, daß Wahlkampfspenden online via Kreditkarte<br />
		abgegeben werden können, müssen wir feststellen, daß Deutschland<br />
		offensichtlich immer noch ein Entwicklungsland im Internetwahlkampf ist. Es<br />
		ist insbesondere Aufgabe von Bündnis 90/DIE GRÜNEN als Partei, die den<br />
		Anspruch hat, Zukunftsthemen zu besetzen, hier etwas zu ändern.<br />
		</span>
		</p>
<p>		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital: </span></b>Vielen Dank für das Gespräch.<br />
		</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Des Teufels gute Seiten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/des_teufels_gute_seiten-752/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Teufel]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die CDU startet den Wahlkampf im Internet</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die CDU startet den Wahlkampf im Internet</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Bei der ersten <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/bw/flubla.shtml" target="_new" rel="noopener noreferrer">Zwischenbilanz</a> des Webwahlkampfs<br />
in Baden-Württemberg Ende Januar schnitten die Christdemokraten bei politik-digital nicht gut ab.<br />
Spitzenkandidat Erwin Teufel ohne Homepage, die CDU ohne Kampagnensite. Dabei war die Konkurrenz längst<br />
online auf Stimmenfang gegangen. Dieses Urteil ist inzwischen hinfällig geworden. Teufels Truppe hat<br />
nachgezogen. Mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Sites stellt sie sich dem Webwahlkampf im Ländle.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Unter dem selbstbewussten Motto &quot;Die Kraft des Südens&quot; präsentieren sich sowohl die<br />
<a href="http://www.cdu.org/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Landespartei</a> als auch der amtierende Ministerpräsident<br />
<a href="http://www.erwin-teufel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Erwin Teufel</a>. &quot;Kraft des Südens, das ist ein<br />
hoher Anspruch&quot;, sagt Parteisprecher Tobias Brinkmann, &quot;aber wir könnnen das mit Zahlen belegen. Wir<br />
haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit Europas und das größte Wirtschaftswachstum aller deutschen<br />
Länder.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Tatsächlich sind die entsprechenden Wirtschaftsdaten auf der Seite der Landespartei aufgeführt &#8211; stark<br />
hervorgehoben werden sie jedoch nicht. Zum einen setzt die Partei mehr auf die Überzeugungsarbeit in<br />
der Fußgängerzone, erklärt Brinkmann. Deswegen sind Flugblätter mit Argumenten und Daten nur im Intranet<br />
für Wahlkämpfer der Partei erhältlich. Zum anderen gehen die Christdemokraten schlicht davon aus, dass<br />
sie mit Wirtschaftslob bei den Wählern Hintergrundwissen ansprechen: &quot;Wer hier lebt, der weiß genau,<br />
wie es im Land aussieht und was die CDU in 48 Jahren Regierungsarbeit dazu beigetragen hat&quot;, glaubt<br />
Tobias Brinkmann. &quot;Das müssen wir im Internet nicht groß herausstellen.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Unter cdu.org präsentieren sich alle Kandidaten für ein Direktmandat des Landtags, benutzerfreundlich<br />
sortiert nach Wahlkreisen oder Namen. Darüber hinaus führen Links auf die Seiten der Kandidaten. Sehr<br />
übersichtlich gestaltet sich die Vorstellung der Themenschwerpunkte, die in einer gesonderten<br />
Navigationsleiste aufgeführt sind. Als Einführung in jedes Thema dient ein kurzer Text &#8211; bei Bedarf<br />
sind auch Hintergrundinformationen und aktuelle Pressemeldungen zum jeweiligen  Thema abrufbar.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neben Pressemitteilungen, Diskussionsforum und Newsletter bietet die CDU-Site in einem Online-Shop<br />
Parteidevotionalien. &quot;Erw!n&quot;-(Teufel)-Button, Eiskratzer mit Parteienblem &#8211; und ein Anstecker,<br />
der das CDU-Logo in Form eines Smileys darstellt. Damit ist die Stuttgarter Landeszentrale den Wünschen<br />
ihrer Mitglieder nachgekommen, wie Parteisprecher Tobias Brinkmann erläutert: &quot;Die Partei liebt den<br />
Smiley. Seit dem letzten Wahlkampf ist er ein Kultobjekt.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die dagegen inhaltlich eher spartanisch gehaltene<br />
<a href="http://www.erwin-teufel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Teufel-Site</a> bietet einen knappe Präsentation des<br />
Spitzenkandidaten, bestehend aus einem Lebenslauf und drei kurzen Fragebögen zu persönlichen und<br />
politischen Themen. Terminankündigungen, aktuelle Pressemeldungen und ein Gästebuch runden die<br />
Website ab. Teufels Homepage wirkt durchaus ansprechend, leider fällt der Informationsgehalt<br />
gegenüber der Partei ab. Doch alles in allem sind die Webseiten der Partei und des Spitzenkandidaten<br />
gut aufeinander abgestimmt. Das dokumentiert vor allem das einheitliche moderne Design.<br />
<a href="http://www.cdu.org/" target="_new" rel="noopener noreferrer">cdu.org</a> und<br />
<a href="http://www.erwin-teufel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">erwin-teufel.de</a> wirken wie aus einem Guss<br />
und besitzen daher einen hohen Wiedererkennungswert.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Unterstützung durch die Junge Union</b></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Inzwischen mischt auch die Junge Union (JU) im Wahlkampf mit. In schnörkellosem Design informieren die<br />
Nachwuchspolitiker jugendliche Surfer unter der nüchternen Adresse<br />
<a href="http://www.wahl-bw.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">wahl-bw.de</a> über die Landtagskandidaten der Jungen<br />
Union und ihre Themen, die kurz skizziert werden: Abi nach 12 Jahren, Laptops für alle Schüler ab<br />
der 9. Klasse oder keine Neuverschuldung in Baden-Württemberg ab 2005. Einige Rubriken sind allerdings<br />
noch Baustellen und nicht zu betreten &#8211; in den nächsten Wochen sollen die Seiten fertig gestellt werden.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dafür läuft die Sympathiekampagne der JU für Erwin Teufel auf vollen Touren. Unter dem Motto<br />
<a href="http://www.powerlaecheln.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Lächeln für Erwin</a> wirbt die Junge Union für die<br />
Politik der Regierung, insbesondere für Ministerpräsident Erwin Teufel. &quot;Ute Vogt macht den Eindruck,<br />
als ob allein sie die Jugend repräsentiert&quot;, sagt Landessprecher Dieter Mesmer. &quot;Es stimmt schon, sie<br />
ist relativ jung. Aber die Politik für Jugendliche wird eigentlich von einem Älteren gemacht, von<br />
Erwin Teufel.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Smile-Kampagne ist mit einem Wettbewerb verbunden: Mitte März wird die Junge Union unter<br />
<a href="http://www.powerlaecheln.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">powerlaecheln.de</a> &quot;die 50 besten Power-Smiles&quot;<br />
prämieren lassen. Alle zugesendeten Mund-Bilder werden veröffentlicht. Jeder Surfer kann sich an<br />
der Abstimmung beteiligen. Erwin Teufel will sich drei Münder aussuchen, um sie zum Essen einzuladen.<br />
Ob das Quartett bei einer Wahlschlappe nur die Würstchenbude ansteuert, ist nicht überliefert.<br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/des_teufels_gute_seiten-752/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Newsletter oder Flugblätter?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/newsletter_oder_flugblaetter-759/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/newsletter_oder_flugblaetter-759/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[swieboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Wahlkampf in Baden Württemberg</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Wahlkampf in Baden Württemberg</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Landesvater Erwin Teufel oder Senkrechtstarterin Ute Vogt? Am 25. März<br />
entscheiden Wählerinnen und Wähler im Ländle, wer künftig im<br />
Stuttgarter Landtag das Zepter schwingt. Bevor der Wahlkampf in die<br />
heiße Phase geht, eine Bestandsaufnahme: Kommt die digitale Kampagne in<br />
Baden-Württemberg auf Touren? Setzen die Parteien auf Netz und<br />
Newsletter oder verteilen sie nur Flugblätter in der Fußgängerzone?<br />
</span></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU: Die Gelassenen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sie<br />
zeigen Gelassenheit, die regierenden Christdemokraten in<br />
Baden-Württemberg: Die heiße Wahlkampfphase eröffnen sie bewusst später<br />
als alle anderen Parteien. Erst Anfang März werden flächendeckend<br />
Plakate geklebt. &quot;Die Wähler wollen kein langes Trara&quot;, meint der<br />
Pressesprecher der CDU, Tobias Bringmann, &quot;vor Fastnacht interessiert<br />
sich kaum jemand für Wahlkampf&quot;. Dementsprechend feilen die<br />
Christdemokraten noch am Konzept für den Webwahlkampf, der mit dem<br />
Landesparteitag in Mannheim am 27. Januar startet. Der Webauftritt des<br />
amtierenden Ministerpräsidenten Erwin Teufel unterstreicht diese<br />
Haltung: Seine <a href="http://www.erwin-teufel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Site</a> verharrt im Embryonalstadium. Sie beschränkt sich bislang auf Foto und e-Mail-Adresse des Regierungschefs.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ganz<br />
grundlos ist dieser zögerliche Start allerdings nicht. Teufels Truppe<br />
hat nämlich ein Problem: Geldnot. Für den Landtagswahlkampf stehen drei<br />
Millionen Mark zur Verfügung, 1996 waren es vier Millionen. Darunter<br />
leidet auch der digitale Wahlkampf, für den nur ein kleiner Teil vom<br />
Kuchen bleibt: &quot;Wir würden unsere Aktivitäten im Internet gerne<br />
ausbauen, aber uns fehlen die Ressourcen&quot;, klagt Bringmann. Das zeigt<br />
sich deutlich: <a href="http://www.spd2001.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> SPD</a> und <a href="http://www.die-treibende-kraft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Grüne</a> haben längst eigenständige Wahlkampfsites gestartet, die <a href="http://www.fdp-mehr-davon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> F.D.P.</a> folgt Anfang Februar, nur die CDU hat bisher lediglich ihre <a href="http://www.cdu-bw.de/news.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Parteiseiten</a><br />
erweitert &#8211; mit kurzen Kandidatenportraits, Programmen und<br />
Positionspapieren als Download sowie aktuellen Pressemeldungen. Leider<br />
ist die Navigation etwas unübersichtlich und versteckt das solide<br />
Informationsangebot, anstatt es zu präsentieren. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht<br />
nur der verspätete Wahlkampfbeginn, auch die Zielgruppe der<br />
christdemokratischen Internetauftritts fällt aus dem Rahmen. Natürlich<br />
wird sich Teufels Team wie alle Parteien via WWW um die Jungwähler<br />
bemühen, vor allem mit Hilfe der Jungen Union. Doch entgegen<br />
verbreiteten Annahmen reagieren ältere Mitbürger überdurchschnittlich<br />
häufig auf das bereits bestehende CDU-Angebot. &quot;Das sind die stillen<br />
User im Hintergrund. Frührentner und Senioren sind heutzutage viel<br />
fitter und nutzen längst das Internet&quot;, verrät Bringmann. Selbst der<br />
ehemalige christdemokratische Ministerpräsident <a href="http://www.hans-filbinger.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Hans Filbinger</a> ist mit seinen 87 Jahren längst online.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Trotz<br />
der großen Resonanz bei älteren Wählern &#8211; für die CDU in<br />
Baden-Württemberg bleibt viel zu tun. Eine eigenständige Wahlkampfsite<br />
und die Homepage des Spitzenkandidaten sind noch in Arbeit, kommen also<br />
viel später ins Netz als die der anderen Parteien und Politiker. Ob sie<br />
dann noch genügend Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, bleibt<br />
abzuwarten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>SPD: Die Ehrgeizigen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Sozialdemokraten im Ländle haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Mit<br />
ihrer Spitzenkandidatin Ute Vogt wollen sie die Regierungsbänke<br />
erobern. Dafür haben sie nach Vorbild der Bundespartei eine<br />
Wahlkampfzentrale aufgebaut, die &quot;Kampa&quot; &#8211; und ihre Webpräsenz<br />
verstärkt: Mit ihrer <a href="http://www.spd2001.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Wahlkampfsite</a><br />
sind sie seit November online. Per Intranet und E-Mail-Informationsnetz<br />
sind Funktionäre und ehrenamtliche Helfer im ganzen Schwabenland<br />
miteinander vernetzt. Über die Kosten des ambitionierten<br />
Internetprojekts schweigen sich die Genossen aus. Ob die Parteizentrale<br />
im Berliner Willy-Brandt-Haus ihnen unter die Arme greift, wie häufig<br />
kolportiert wird? Die Genossen im Südwesten dementieren, halten sich<br />
die Möglichkeit aber offen: &quot;Die Bundespartei unterstützt uns derzeit<br />
noch nicht bei unserem Webauftritt&quot;, so Peter Steinhilber,<br />
verantwortlich für den Webauftritt der baden-württembergischen SPD.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie<br />
auch immer, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die SPD bietet nicht<br />
nur Veranstaltungskalender, Pressestimmen und das Wahlprogramm als<br />
Download, sondern auch eine &quot;Kandidatenbank&quot;, in der sich alle 69<br />
Genossen präsentieren, die um ein Direktmandat kämpfen: Lebenslauf und<br />
politische Positionen werden dort feilgeboten, dazu der Link zur<br />
eigenen Homepage; das ganze übersichtlich geordnet nach Wahlkreisen und<br />
Namen der Kandidaten. Ein praktisches Feature für Wähler, die sich<br />
bisher wenig für Politik interessiert haben, und sich so mit den<br />
Kandidaten des eigenen Wahlkreises vertraut machen können.<br />
Zudem bietet die Website in puncto Interaktivität interessante Ansätze,<br />
namentlich das e-Forum, eine Mailingliste zum Meinungsaustausch. Ferner<br />
hat die SPD angekündigt, den Entwurf zum Regierungsprogramm diskutieren<br />
zu lassen. Ob die Beiträge tatsächlich in der Schlussfassung auftauchen<br />
und die angekündigte Diskussionsbereitschaft auf fruchtbaren Boden<br />
fällt, bleibt bis zum 10. Februar abzuwarten. Dann wird der<br />
SPD-Landesparteitag das Regierungsprogramm beraten und beschließen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aufgelockert<br />
und abgerundet wird das Informationsangebot durch<br />
Unterhaltungselemente, mit Seitenhieben und Attacken auf die CDU<br />
garniert. Ein kleines Spiel zum Runterladen gehört dazu: <a href="http://www.spd2001.de/bimbesrepublik.zip" target="_new" rel="noopener noreferrer"> &quot;Angriff der Bimbeskanone&quot;</a>.<br />
Vor der Kulisse des Brandenburger Tores beschießt der Spieler die<br />
Hauptakteure der CDU-Affäre mit Spendenkoffern: Wer Belastete wie<br />
Kanther oder Kohl trifft, streicht Bonuspunkte ein; die Aufklärer<br />
Merkel und Thierse ziehen den Punktestand ins Minus.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit<br />
dieser Mischung aus Information, Interaktivität und Unterhaltung ist<br />
die SPD für den Webwahlkampf gewappnet. Zumal die Spitzenkandidatin <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/bw/flubla.shtml" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Ute Vogt</a><br />
&#8211; ebenso wie alle Landtagskandidaten der Partei &#8211; mit einer sehr guten<br />
Homepage vertreten ist. Damit sticht die Pforzheimerin aus den üblichen<br />
Angeboten hervor: eine rundum gelungene, sehr übersichtliche<br />
Präsentation mit toller Navigation und ansprechender Gestaltung.<br />
Prädikat: siegestauglich.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Grüne: Die Aufgeschlossenen</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> virtuelle Parteitag</a><br />
war der Auftakt: Die Grünen im Ländle setzen aufs WWW &#8211; um ihr Image<br />
aufzupolieren. &quot;Intern sind wir bereits heftig vernetzt&quot;, so der<br />
Landesvorsitzende Andreas Braun. &quot;Trotzdem gelten wir noch immer als<br />
technologiefeindlich. Dabei steht niemand sonst den Neuen Medien so<br />
aufgeschlossen gegenüber.&quot; Mit einem guten Internetauftritt will die<br />
Ökopartei nun Interesse wecken bei Kritikern, die an ihrer digitalen<br />
Kompetenz zweifeln. Um sich im Netz als &quot;www.die-treibende-kraft.de&quot; zu<br />
präsentieren, investieren die Grünen laut Braun &quot;einen relativ hohen<br />
Anteil&quot; ihres niedrigen Gesamtbudgets. Es umfasst gerade mal eine halbe<br />
Million Mark.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei<br />
zielt die Partei mit der Sonnenblume vor allem auf jüngere Wähler, denn<br />
ihre Stammklientel ist gealtert. Besonders die unter 30-jährigen sollen<br />
ihnen ins Netz gehen. Wie sie das anstellt? Im Bereich Jugend bietet<br />
die Site krawallige <a href="http://www.ba-wue.gruene.de/dietreibendekraft/themen/jugend/postkartencenter.asp" target="_new" rel="noopener noreferrer"> E-Mail-Postkarten</a><br />
mit markigen Sprüchen: &quot;Grün fickt besser&quot;, wird dort behauptet. Eine<br />
digitale Karte zeigt gar ein Krankenhauszimmer, das suggerieren soll,<br />
ein überalterter Ministerpräsident Teufel sei der schnell-lebigen Zeit<br />
nicht mehr gewachsen und daher verunglückt. Eine fiktive<br />
Zeitungsmeldung verkündet dazu: &quot;Erwin Teufel: Schwerer Unfall. Alles<br />
ging für ihn ein bisschen zu schnell.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ihre<br />
Themenschwerpunkte und Kandidaten setzen die Grünen angemessen knapp<br />
und übersichtlich in Szene. Gestaltung und Navigation sind ansprechend.<br />
Durch Chats mit Landtagskandidaten und Bundesprominenz aus der Region,<br />
Rezzo Schlauch und Fritz Kuhn, wird die Site ab Anfang Februar<br />
komplettiert. Für ihre Kandidaten haben die Grünen einen geschlossenen<br />
Bereich mit Flugblattentwürfen und Argumentationspapieren aufgebaut.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Grünen machen ernst mit dem Thema Internet. Der Auftritt ist<br />
professionell. Insgeheim lobte gegenüber politik-digital sogar ein<br />
Pressesprecher der Konkurrenz die Site. Die Homepage des<br />
Spitzenkandidaten <a href="http://www.dieter-salomon.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Dieter Salomon</a><br />
erfüllt höchste Ansprüche. Übersichtlich, einfach und beeindruckend<br />
verbindet der Freiburger Politologe politisches Informationsangebot und<br />
persönliche Präsentation.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kurzum:<br />
Den Stimmanteil der letzten Wahl zu verbessern und an die Regierung zu<br />
gelangen &#8211; sollten die Grünen im Ländle diese Wahlziele verfehlen, die<br />
Wahlkampfsite der Partei und des Spitzenkandidaten werden nicht der<br />
Grund sein.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>FDP: Die Möllemänner</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im<br />
Wahlkampf der Liberalen steht das Netz im Mittelpunkt: &quot;Für uns ist das<br />
Netz zentrales Werbemittel&quot;, sagt Markus Lochmann, der Pressesprecher<br />
der F.D.P., &quot;damit können wir schneller und flexibler reagieren. Wir<br />
werden sogar die URL plakatieren.&quot; Aus dem Etat von zwei Millionen Mark<br />
stehen 100 000 Mark für das Internet zur Verfügung. Die Wahlkampfsite<br />
ist noch in Arbeit, aber ein Vorbild haben die Liberalen schon: Jürgen<br />
Möllemanns Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. &quot;NRW braucht Tempo!&quot; &#8211;<br />
diese Kampagne wollen die Südwestliberalen übertreffen: mit neuen<br />
Kampagnen im Zwei-Wochen-Rhythmus, aufwändigen Flash-Animationen sowie<br />
aktuellen Foren und Chats.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bis zum Start der Wahlkampfsite Anfang Februar müssen sich politische Interessierte mit der Website des <a href="http://www.fdp-baden-wuerttemberg.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> F.D.P.-Landesverbandes</a><br />
zufrieden geben. Hier präsentieren die Liberalen ein<br />
Informationsangebot, das dem der anderen Partei ähnelt: Parteiprogramm,<br />
Kandidatenvorstellung, politische Statements. Allerdings legen sie<br />
traditionell mehr Wert auf die Interaktivität als andere Parteien: Im<br />
Sommer letzten Jahres veranstalteten sie unter dem Titel &quot;12 liberale<br />
Forderungen für die Generation @&quot; eine Online-Umfrage, die in ihr<br />
Wahlprogramm eingeflossen ist. Zuletzt hat der Landesverband<br />
Baden-Württemberg eine neue Umfrage zur Ökosteuer angeregt und mit<br />
einer Protestmailaktion verbunden. Im Forum florieren seit Monaten rege<br />
Diskussionen, während die Foren anderer Parteien gerade erst aufgebaut<br />
werden oder schon wieder verwaist sind. Schließlich verschicken die<br />
Liberalen per Newsletter neue Pressemeldungen an Journalisten. Bei so<br />
viel Interaktivität gibt es allerdings eine kleine Panne: Der<br />
Terminkalender in der Rubrik &quot;aktuell&quot; verzeichnet als einzigen Hinweis<br />
das Dreikönigstreffen, das vor drei Wochen veranstaltet wurde.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit<br />
ihrer Webpräsenz verfolgen die Liberalen zwei Ziele: Zum einen wollen<br />
sie jüngere Wähler erreichen. Die unter 35-jährigen wählen traditionell<br />
überproportional F.D.P. und können via WWW am besten mobilisiert<br />
werden. Zum anderen will die württemberigische F.D.P. die interne<br />
Kommunikation verbessern, die eigenen Mitglieder stärker beteiligen.<br />
Deshalb gibt es auf der FDP-Site ein umfangreiches internes Forum. Dort<br />
können Parteimitglieder am Wahlprogramm mitschreiben, interne<br />
Mitteilungen lesen und im Organisationsverzeichnis blättern. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ergo:<br />
Die Liberalen werden sich wacker schlagen im Webwahlkampf. Eine gute<br />
Basis haben sie durch die Seiten des Landesverbandes. Wenn die<br />
Kampagnen-Website der Partei wie angekündigt umgesetzt wird und die<br />
Homepage des Spitzenkandidaten Walter Döring dazu kommt, wird die<br />
F.D.P. problemlos mit den Frühstartern SPD und Grüne mithalten können.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Fazit</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knapp<br />
zwei Monate vor der Wahl stehen die Oppositionsparteien, SPD und Grüne,<br />
längst in den Startblöcken. Sie setzen das Netz gezielt ein, um<br />
frühzeitig mit forschen Tönen auf sich aufmerksam zu machen. Die<br />
F.D.P., Juniorpartner in der Landesregierung, wird ähnlich agieren, mit<br />
einer Mischung aus politischer Informationsarbeit und interaktiven<br />
Features &#8211; allerdings gezielt auf eine Wählergruppe konzentriert: die<br />
Jungwähler. Nur der Regierungsdinosauerier CDU, in Baden-Württemberg<br />
seit fast einem halben Jahrhundert ununterbrochen an der Macht, lässt<br />
es gemächlich angehen: aus finanzieller Not und traditioneller<br />
Siegesgewissheit. Die Christdemokraten haben einen defensiven<br />
Netzwahlkampf angekündigt. Solide Informationsarbeit, keine lauten<br />
Kampagnen. Ob sich die CDU bei diesem späten Start durchsetzen kann<br />
gegen aggressive Konkurrenz, gegen den &quot;Angriff der Bimbeskanone&quot; und<br />
&quot;Grün fickt besser&quot;? Es wird spannend im Südwesten!<br />
</span></span></p>
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