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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Wenn Bürgermeister bloggen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tkoch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunen und das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermeister]]></category>
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					<description><![CDATA[Was macht eigentlich ein Bürgermeister den ganzen Tag? Mit einem Online-Tagebuch können die Chefs der Kommunalverwaltungen einen Einblick in ihr Arbeitsleben geben. Aber nur wenige Bürgermeister führen ein Weblog. Und diese sind häufig schlecht verlinkt.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht eigentlich ein Bürgermeister den ganzen Tag? Mit einem Online-Tagebuch können die Chefs der Kommunalverwaltungen einen Einblick in ihr Arbeitsleben geben. Aber nur wenige Bürgermeister führen ein Weblog. Und diese sind häufig schlecht verlinkt.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Blogs basieren im Grunde auf Tagebüchern. Bürgermeister<br />
können diese Möglichkeit nutzen, um den Internet-Nutzern<br />
in ihrer Gemeinde einen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu geben.<br />
Das machte zum Beispiel Friedhelm Werner, der Bürgermeister<br />
der Stadt Laichingen (ca. 11.000 Einwohner), bis Ende des Jahres<br />
2006. Einige Beiträge des Laichinger Bürgermeisters können<br />
noch auf <a href="http://www.laichingen.de/ceasy/modules/cms/usage.main.php5?cPageId=317" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.laichingen.de</a><br />
nachgelesen werden.
</p>
<p>
Dem Bürgermeister, in seiner Stellung als Mittler und Motivator<br />
zwischen Kommunalpolitik, Verwaltung und Bürgern, kommt eine<br />
wichtige Rolle zu. Professor Paul Witt von der Hochschule für<br />
öffentliche Verwaltung in Kehl sieht den Bürgermeister<br />
als <a href="http://www.verwaltungmodern.de/gedanken-zur-entwicklung-des-buergermeisterberufs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Motor“<br />
der Gemeinde</a>. Im fahrenden Auto erkennt man einen defekten Motor<br />
am Geräusch. Aber wie erkennt der Bürger, wenn der Motor<br />
der Gemeinde und damit die Kommunalpolitik und die Verwaltung nicht<br />
mehr funktioniert?
</p>
<p>
<b>Bloggen mit dem Diktiergerät</b>
</p>
<p>
Friedhelm Werner machte mit seinem Blog einen ersten Schritt zur<br />
Beantwortung dieser Frage. Er führte dabei ein Online-Tagebuch<br />
im Wortsinne &#8211; denn für einen „echten“ Bürgermeisterblog<br />
fehlten eine Kommentarfunktion und ein RSS-Feed (Benachrichtigungsdienst,<br />
mit dem aktuelle Inhalte von Webseiten abonniert werden). Auch der<br />
Veröffentlichungsprozess von Einträgen war eher untypisch:<br />
Oftmals habe er Tagebucheinträge mit einem Diktiergerät<br />
aufgezeichnet und seiner Sekretärin aufgetragen, den Text seinem<br />
„Blog“ hinzuzufügen. Das berichtete Steffen Hemberger,<br />
Ideengeber für die Stadt Laichingen und Geschäftsführer<br />
der Firma Hitcom New Media, anlässlich des Workshops „Stadtwikis,<br />
Bürgermeisterblogs, E-Communities – Social Software in<br />
Kommunen“ der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg<br />
im Sommer 2006. Friedhelm Werner schloss Ende des letzten Jahres<br />
sein Online-Tagebuch – zum weiteren Bloggen fehlte ihm die<br />
Zeit.
</p>
<p>
<b>Blog nach negativen Kommentaren eingestellt</b>
</p>
<p>
Was ist demzufolge ein Bürgermeisterblog? Ein Bürgermeisterblog<br />
ist ein Weblog, das vom Bürgermeister oder der Bürgermeisterin<br />
geführt wird, eine Kommentarfunktion besitzt und in persönlicher<br />
Art und Weise sowohl über gesellschaftliche und politische<br />
Ereignisse in der Stadt oder Gemeinde berichtet, als auch über<br />
die Arbeit eines Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin.
</p>
<p>
In Baden-Württemberg bloggte Martin Weissbrodt, Oberbürgermeister<br />
der Stadt Bad Säckingen (ca. 16.800 Einwohner). Dort veröffentlichte<br />
er einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten des Landes<br />
Baden-Württemberg, Oettinger, bezüglich dessen „<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476898,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filbinger-Rede</a>“.<br />
Nachdem er daraufhin zahlreiche persönlich angreifende Kommentare<br />
erhielt, schloss er das Weblog. Seine Argumentation veröffentlichte<br />
der Südkurier am 23.04.2007: „Er habe den Blog als Kommunikationsforum<br />
und nicht als &quot;Streit- und Zoffkolumne&quot; eingerichtet.“<br />
Im <a href="http://www.bad-saeckingen.de/v2/deutsch/2-Buergerservice-Wirtschaft/1_10_Stadtverwaltung/30_Protokolle/10-Gemeinderat/2007/2007-04-23.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gemeinderatsprotokoll</a><br />
der Stadt Bad Säckingen vom 23.04.2007 steht geschrieben, dass<br />
Weissbrodt „den Zeitaufwand für dieses Kommunikationsmittel<br />
und die aggressiven Reaktionen der Mitbürger auf die Blog-Inhalte<br />
unterschätzt“ hat.
</p>
<p>
<b>Aktuelle Bürgermeisterblogs muss man lange suchen</b>
</p>
<p>
Aktuell aktive Bürgermeisterblogs zu finden, gestaltet sich<br />
schwierig. <a href="http://www.cityofwarren.org/default.asp?_resolutionfile=templatespath%7Cdefault.asp&amp;area_2=blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mayor<br />
Mark Steenbergh</a>, City of Warren in Michigan, schreibt beispielsweise<br />
in unregelmäßigen Abständen über die Situation<br />
der Stadt. Der letzte Eintrag stammt jedoch aus dem Monat Mai und<br />
kann daher nicht als aktuell bezeichnet werden. Ein weiteres Problem<br />
dieses Blogs ist, dass Mark Steenbergh sehr lange und komplizierte<br />
Beiträge verfasst. Blogleser und vor allem kommunalpolitisch<br />
interessierte Bürger wollen griffige und verständliche<br />
Texte.
</p>
<p>
Ein aktuelles Beispiel aus Deutschland liefert <a href="http://www.regiolog.com/blog/dr_siegfried_balleis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr.<br />
Siegfried Balleis</a>, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen.<br />
Er nutzt regiolog.com, das sich selbst als eine Wissensplattform<br />
der Metropolregion Nürnberg bezeichnet. Dort verfasst er seit<br />
März 2007 in unregelmäßigen Abständen Texte,<br />
die Erlangen und die Region betreffen. Sein aktueller Beitrag befasst<br />
sich mit den Interaktionsmöglichkeiten der Website <a href="http://www.erlangen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.erlangen.de</a>,<br />
die – wie er selbst eingesteht – lediglich ein Gästebuch<br />
anzubieten hat. „Bis wir diese Kommunikationsplattformen zu<br />
einer richtigen E-Democracy entwickeln, wird jedoch noch viel Wasser<br />
die Regnitz hinunterfließen“.
</p>
<p>
<b>Bürgermeister vernachlässigen die Blogosphäre</b>
</p>
<p>
Warum gibt es so wenig Bürgermeisterblogs und wieso scheitern<br />
manche beim Versuch? Das Beispiel von Martin Weissbrodt zeigt, dass<br />
viele Kommunalpolitiker das Internet und besonders das Mitmach-Internet<br />
Web 2.0 scheuen, da die Reaktionen nicht reguliert werden können.<br />
Zudem erfordert gerade zu Beginn das Schreiben, Verlinken und Moderieren<br />
von Beiträgen viel Zeit. Die hat ein Bürgermeister wohl<br />
nicht, wie die Aktualität bisheriger Blogs nahe legt. Und auch<br />
Bürgermeister müssen Werbung machen, um ihre Leserschaft<br />
zu vergrößern und sich einen Platz in der Blogosphäre<br />
zu erarbeiten. Alle dargestellten Bürgermeisterblogs waren<br />
schlecht verlinkt und haben es versäumt, andere Blogger und<br />
weitere mögliche Communitymitglieder einzubinden.
</p>
<p>
Welche Möglichkeiten transparentes Verwaltungshandeln bieten<br />
kann, zeigt <a href="http://www.verwaltungmodern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.verwaltungmodern.de</a>.<br />
Verwaltungspraktiker und Bürger, sowie Professoren und Studenten<br />
der Fachhochschule Kehl beleuchten bloggend, was in der öffentlichen<br />
Verwaltung passiert. Hier erfahren die Leser, dass „auf dem<br />
Amt“ nicht mehr Schreibmaschinen und gelangweilte Beamte einfach<br />
nur ihren Dienst tun. Vielerorts ist das Dienstleistungsunternehmen<br />
Stadt oder Gemeinde schon Wirklichkeit, der Öffentlichkeit<br />
ist dies allerdings noch nicht bekannt.</p>
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