<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>tjuretzki &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/author/tjuretzkipolitik-digital-de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>tjuretzki &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Back to Greece?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/back_to_greece-602/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/back_to_greece-602/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[tjuretzki]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Demokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/back_to_greece-602/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Dem Internet wird fast alles zugetraut. Kann es aber aus unserem politischen
System eine direkte Demokratie machen?</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Dem Internet wird fast alles zugetraut. Kann es aber aus unserem politischen<br />
System eine direkte Demokratie machen?</b></span></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">&quot;Gäbe es ein Volk, das aus Göttern bestände&quot;, sinnierte einst der Kulturkritiker<br />
und Philosoph Jean-Jacques Rousseau, &quot;so würde dieses sich demokratisch regieren.<br />
Für Menschen aber paßt eine so vollkommene Regierung nicht&quot;. Der Vorwurf, den der<br />
große Vordenker der Französischen Revolution anno 1755 so sachlich an die Menschheit<br />
richtete, hat an Aktualität nur wenig eingebüßt. Auch heute noch zweifeln viele Bürger<br />
an den demokratischen Fähigkeiten mancher Mitbürger. Demokratie ist schließlich mehr<br />
als bloßer Mehrheitswille, mehr als bloß Kontrolle der Macht; Demokratie bedeutet<br />
immer auch, daß der Bürger bei Entscheidungen nicht nur an sein eigenes Wohl,<br />
sondern auch an das der Gemeinschaft denkt. Stimmte jeder nur für sich und seine<br />
spezifischen Interessen, so wären die Grundfesten des Staates schnell in Gefahr.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Direkte Demokratie bisher unmöglich.</b><br />
Dies ist im Prinzip auch der Haupteinwand, der immer wieder gegen Volksabstimmungen<br />
oder gar die direkte Demokratie ins Feld geführt wird: Die Wahlbürger dächten bei der<br />
Abstimmung nicht unbedingt an den Staat, sondern eher an ihren eigenen Vorteil.<br />
Außerdem ließen sie sich zu sehr von kurzfristigen Trends leiten, statt<br />
langfristige Perspektiven zu berücksichtigen. Auch sei die Meinung der Mehrheit sehr<br />
leicht durch Medien oder geschickte Politpropaganda zu beeinflussen. Fazit: Das,<br />
was das Volk wolle, sei nicht automatisch das, was gut für den Staat (und damit<br />
auch für das Volk) sei. Direkte Demokratie sei daher nicht unbedingt wünschenswert.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Im Zuge der stürmischen Entwicklung, die Internet &amp; Co. in den letzten Jahren erleben,<br />
hat sich die Stimmungslage allerdings leicht verschoben. Immer lauter ertönen nun<br />
die Rufe derjenigen, die die direkte Demokratie doch für möglich halten &#8211; dank<br />
neuer Kommunikationsformen. Als Vorbild wird immer wieder die Demokratie antiker<br />
Prägung genannt: &quot;Back to Greece&quot;, lautet der Schlachtruf, zurück zur<br />
Marktplatz-Demokratie der alten griechischen Stadtstaaten! Ob die antike<br />
Demokratie wirklich erstrebenswert ist, steht auf einem anderen Blatt;<br />
Fakt ist, daß direkte Demokratie in der Massengesellschaft bisher schon<br />
aus eher formalen bzw. technischen Gründen nicht realisierbar war:<br />
</span></span>
</p>
<ol>
	<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"></p>
<li>Zeitproblem: Es ist unmöglich, die Bürger regelmäßig zu Diskussionen,<br />
	Beratschlagungen und Abstimmungen zusammenzurufen; nur über die wichtigsten<br />
	Vorhaben könnte direkt abgestimmt werden.
	</li>
<li>Raumproblem: In großen Staaten gibt es zuviele Bürger, so daß<br />
	Volksversammlungen praktisch nicht möglich sind.
	</li>
<li>Wissensproblem: Nicht alle Bürger verfügen in der politischen<br />
	Diskussion über alle Argumente, die zu einer ausgewogenen Meinungsbildung<br />
	notwendig sind.
	</li>
<li>Zugangsproblem: Nicht alle Bürger haben Zugang zu wichtigen<br />
	Informations- und Meinungsressourcen.
	</li>
<p></span></span>
</ol>
<p><span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Politisches Potential des Netzes</b><br />
Auch die größten Gegner der direkten Demokratie werden zugeben,<br />
daß das Internet zumindest diese formalen Probleme im wesentlichen<br />
behebt. Zeit und Raum spielen im Cyberspace keine Rolle mehr, und<br />
jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich aus allen Quellen umfassend<br />
zu informieren &#8211; unter der Voraussetzung, daß es solche<br />
Informationsquellen gibt (die gibt es in Ansätzen bereits) und daß<br />
der Internet-Zugang für jedermann erschwinglich ist (das ist er u.a.<br />
dank Telekom in Deutschland zur Zeit noch nicht). Darüber hinaus<br />
eröffnen sich durch das Internet weitere Möglichkeiten der politischen<br />
Partizipation, die in einer klassischen Mediengesellschaft (mit den<br />
wesentlichen Massenmedien Fernsehen, Hörfunk und Presse) undenkbar<br />
sind: So können beispielsweise auch solche Gruppierungen und Parteien<br />
ihre Positionen an die Öffentlichkeit tragen, die mangels Größe oder<br />
mangels Akzeptanz bislang kaum öffentlich in Erscheinung treten konnten.<br />
Durch die eigene Homepage hat im Prinzip jeder Bürger die Möglichkeit,<br />
der Welt seine politischen Weisheiten mitzuteilen &#8211; seien sie noch so<br />
abstrus. Das Spektrum der Meinungen wird so erheblich erweitert, ein &quot;<br />
Marktplatz der Ideen&quot; rückt ernsthaft in den Bereich des Möglichen.<br />
Wichtiger noch als das World Wide Web sind aber die Möglichkeiten,<br />
sich aus Angeboten wie dem Usenet, Online-Chats oder Mailinglisten<br />
ergeben. Der Bürger hat hier nicht nur die Möglichkeit, seine<br />
politischen Ansichten zu präsentieren, sondern kann mit anderen<br />
Bürgern über sie diskutieren, kann aktiv in die gesellschaftliche<br />
Meinungsfindung eingreifen und so politisches Argumentieren lernen.<br />
Untersuchungen in den Vereinigten Staaten ergaben, daß das wichtigste<br />
Motiv, politische Diskussionsforen zu nutzen, tatsächlich die<br />
Herausbildung der eigenen politischen Identität sei. Erst auf den<br />
Plätzen 2 und 3 folgten die eigentliche Nachrichtenfunktion<br />
(schließlich handelt es sich ja um News-Groups) sowie der Unterhaltungswert<br />
der Angebote. Während das WWW als hauptsächlich einseitiges<br />
Kommunikationsmedium also den klassischen Massenmedien ähnelt,<br />
sind mit dem wirklich interaktiven Usenet und den Chats tatsächlich<br />
neue Formen der politischen Teilnahme der Bürger entstanden.<br />
Hier können sich Meinungen so bilden wie im wirklichen Leben:<br />
durch gegenseitiges Bewerten, Korrigieren, Unterstützen und<br />
Lernen. Einige Untersuchungsbefunde scheinen sogar darauf<br />
hinauszulaufen, daß sich Menschen in elektronischen Kommunikationssituationen<br />
in gewisser Weise &quot;besser&quot; verhalten als IRL &#8211; allen flaming-Klagen zum Trotz.<br />
Sie bewerten Diskussionspartner viel stärker nach ihren Gedanken als nach ihrem<br />
sozialen Status, sie schreiben inhaltlich viel bewußter, und sie richten ihr<br />
Handeln insgesamt stärker an moralischen Maßstäben aus (dies gilt freilich<br />
längst nicht für alle Online-Foren). Ein Grund dafür mag sein, daß alle<br />
Online-Diskussionsbeiträge formal gleich sind. Wo es sonst akademische<br />
Titel und den alten Unterschied zwischen Anzug, Weißkittel und Blaumann<br />
gibt, herrscht nun reiner ASCII-Code. Die Teilnehmer werden inhaltlicher<br />
und sachorientierter &#8211; notgedrungen.<br />
</span></span></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Ein weiterer Effekt der politischen Online-Kommunikation ist die stärkere<br />
Themenorientierung der Bürger. Früher entschied man sich einmal für eine<br />
bestimmte Partei; in Zukunft werden wir Fall für Fall entscheiden,<br />
welcher Meinungsrichtung wird uns anschließen. Dies ist die eigentliche<br />
politische Bedeutung der vielzitierten &quot;virtual communities&quot;: Der<br />
Zusammenhalt zwischen Bürgern ist nicht mehr physisch oder räumlich bedingt,<br />
sondern thematisch. Welchen Einfluß Meinungsbündnisse auf internationaler<br />
Ebene bereits heute haben, zeigen die Beispiele &quot;Brent Spar&quot; und &quot;Mururoa&quot;,<br />
bei denen die Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) sich intensiv der neuen<br />
Kommunikationstechniken bedienten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Ein letzter wichtiger Aspekt geht in der Diskussion über Politik und Internet<br />
leider häufig unter: Wissensmanagement. Durch geschicktes Archivieren lassen<br />
sich aus Online-Foren gigantische Wissenen machen, deren Leistung und<br />
Umfang gegenwärtig noch gar nicht abzusehen ist. Die bereits heute verfügbaren<br />
FAQs mögen aber verdeutlichen, in welchem Ausmaß sich (politische) Kommunikation<br />
zukünftig optimieren läßt.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Spezifische Nachteile des Netzes</b><br />
Wenn die direkte Demokratie in der bisherigen Betrachtung durchaus möglich<br />
schien, so müssen nun die Gegenargumente aufgeführt werden. Auch hier<br />
beschränke ich mich im wesentlichen auf Usenet-Angebote, weil diese das<br />
wirkliche Neue am Internet ausmachen. Die Wesenszüge des WWW finden sich<br />
ja bereits in den klassischen Massenmedien.<br />
Wenn ein Usenet-Autor will, daß andere seinen Artikel lesen, muß er auf<br />
einen Aspekt besonderen Wert legen: Kürze. Trotz oder gerade wegen der<br />
schier unendlichen Informationsflut im Netz bringen nur die wenigsten<br />
User die Zeit auf, anspruchsvollere und längere Texte zu lesen und zu<br />
verstehen. Möglicherweise werden also komplexe Zusammenhänge einfacher<br />
und verkürzter dargestellt, als sie sind. Folge: das BILD-Syndrom; die<br />
Leser glauben, informiert zu sein, sind es aber nicht wirklich. Eine<br />
weitere Gefahr besteht im Usenet-üblichen &quot;quoting&quot; bzw. &quot;threading&quot;.<br />
Um besonders gut dazustehen, antwortet man schlauerweise nur auf die<br />
Punkte des anderen, für die man selbst eine passende Antwort zur Hand<br />
hat. Das Resultat ist, daß im Usenet (und auch in Emails) gelegentlich<br />
beide Kontrahenten als Diskussionsgewinner erscheinen. Im direkten<br />
Gespräch hingegen können fadenscheinige Argumente viel schneller als<br />
solche bloßgestellt werden. Und noch ein Problem ergibt sich aus dem<br />
&quot;quoting&quot;: Schon nach kurzer Zeit &quot;zerfranst&quot; die Diskussion, die Teilnehmer<br />
können keine einheitliche Linie finden und kommen vom Hundertsten ins<br />
Tausendste. Ein Teilnehmer betont Aspekt A des Problems, der zweite<br />
Aspekt B und ein dritter Aspekt C. In der nächsten Phase wird dann<br />
über die Unteraspekte A1, A2, A3 usw. diskutiert, die nun vielleicht<br />
einen Bezug auf ein ganz anderes Thema haben; das eigentliche Problem<br />
gerät schnell in Vergessenheit. Selbst mit einem Moderator ist es<br />
online sehr schwierig, eine Linie in die Diskussion zu bringen. Online<br />
wird ein Thema vom nächsten gejagt, kaum ein Thema wird schließlich<br />
erschöpfend und ausgiebig behandelt. Wie schnell etwa das Diskussionsthema<br />
&quot;Gentechnik&quot; in Subdiskussionen zerfasern würde, kann sich jeder ausmalen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Eine lineare und erschöpfende Diskussion ist online also kaum möglich,<br />
und Themen veralten ziemlich schnell. Zu allem Unglück kommt nun eine<br />
weitere Einschränkung hinzu: Wie amerikanische Psychologen herausfanden,<br />
ist sogar die Zahl der Diskussionsteilnehmer begrenzt. Nur bei Gruppen,<br />
die im besten Fall ca. 40 Teilnehmer umfassen, kann man den Stand der<br />
Debatte halbwegs verfolgen und die Kräfteverhältnisse einschätzen. Wird<br />
die Gruppe größer, nimmt auch das Rauschen zu: Die Disputanten werden<br />
dann schnell zu Einzelkämpfern, manche gar schalten ganz ab. Maximal<br />
also 40 Teilnehmer pro Forum; angesichts einer Bevölkerungszahl von ca.<br />
80 Mio. allein in Deutschland etwas ernüchternd.<br />
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Erfahrung, die die Amerikaner<br />
in größeren Feldstudien machten. Es zeigte sich, daß sich elektronische<br />
Kommunikationsformen nicht für die großen gesellschaftspolitischen<br />
Diskussionen eignen, sondern nur dann sinnvoll sind, wenn die<br />
Diskussionsteilnehmer von einem Thema konkret betroffen sind. Das Beispiel,<br />
das in diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird: Online läßt sich etwa<br />
nur schlecht darüber diskutieren, welche Verkehrspolitik wir in Zukunft<br />
wollen, ob Autobahnen besser seien als Bahnstrecken; sehr wohl kann man<br />
aber die Einwohner darüber streiten lassen, wo denn diese Autobahn oder<br />
diese Bahnstrecke konkret gebaut werden soll. Große Gesellschaftsentwürfe &#8211;<br />
nein, konkrete Entschlüsse &#8211; ja, so lassen sich die Erfahrungen mit<br />
Online-Diskussionen wohl zusammenfassen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Weitere Einwände</b><br />
Politische Entscheidungen basieren auf Bewertungen, nicht bloß auf<br />
reinem Wissen. Im Internet gibt es nun zwar Informationen im Überfluß;<br />
es stellt sich aber die Frage, ob die politischen Entscheidungen der<br />
Bürger durch mehr Informationen auch gültiger, &quot;richtiger&quot; werden.<br />
Höchstwahrscheinlich wird die Entscheidungsfindung langsamer,<br />
vielleicht wird sie durch das überwältigende Informationsangebot<br />
sogar verfälscht: information overkill. Zweifelhaft ist überhaupt<br />
auch, ob eine verbesserte Versorgung mit Informationen zu einem<br />
größeren politischen Engagement führt.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Ein weiterer, sehr bedeutsamer Einwand ist, daß in einer direkten<br />
elektronischen Demokratie die Gruppierungen besonders gut ihre<br />
Interessen durchsetzen können, die jeweils betroffen sind.<br />
Beispiel: Kryptographie. Würden sich die Bürger die Gesetze hierüber<br />
selber geben müssen, so wäre wohl nur das Fachpublikum daran interessiert:<br />
80.000 IW-Leser, gewiß, aber wohl kaum die Zahnarzthelferin aus Wanne-Eickel.<br />
Wo bleibt aber die demokratische Legitimität, wenn es für jedes neue<br />
Gesetzvorhaben ein kleines Spezial-Wahlvolk gibt? Eine konsequente<br />
Direktdemokratie auf Online-Basis scheint hier in eine Sackgasse zu laufen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Fazit</b><br />
Viele Probleme konnten in diesem Artikel nur bruchstückhaft diskutiert<br />
werden, aber eins scheint mir überdeutlich: Direkte Demokratie ist trotz<br />
Internet nicht möglich. Viel wahrscheinlicher ist, daß die neuen<br />
Online-Kommunikationsformen unsere Demokratie transparenter machen<br />
und sich die Distanz zwischen Abgeordneten und Bürgern verringert.<br />
Welches Abstimmungsprofil hat mein Abgeordneter? Welche Themen sind<br />
für mich selbst wichtig? Was sind die Pro- und Kontra-Argumente zu<br />
einem bestimmten Thema? Diese Fragen können in Zukunft durch das Netz<br />
beantwortet werden. Und umgekehrt können die Abgeordneten per Internet<br />
erfahren, was ihre Wähler von ihnen erwarten, und entsprechend handeln:<br />
Die &quot;Responsivität&quot; (so der Fachterminus) nähme zu.<br />
</span></span>
</p>
<p><span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Rousseau meinte noch, nur Götter könnten sich wirklich demokratisch<br />
regieren. Heute, fast ein Vierteljahrtausend später, möchten wir ihm<br />
beinahe antworten: Nein, auch Götter könnten sich in unserer Situation<br />
nicht mehr direktdemokratisch regieren. Dafür sind wir einfach zu<br />
zahlreich, und die Welt ist mittlerweile zu komplex. Selbst das<br />
Internet kann daran nichts mehr ändern.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/back_to_greece-602/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
