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	<title>Teresa Keil &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Teresa Keil &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Aus dem Leben eines Netzaktivisten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 08:08:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom Außenseiter zum Netzaktivisten: Die Geschichte von Stephan Urbach scheint idealtypisch zu verlaufen. Doch die schreckliche Realität eines Bürgerkrieges wirft [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Neustart-Teaser.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-147204 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Neustart-Teaser.jpg" alt="Neustart-Teaser" width="640" height="280" /></a>Vom Außenseiter zum Netzaktivisten: Die Geschichte von Stephan Urbach scheint idealtypisch zu verlaufen. Doch die schreckliche Realität eines Bürgerkrieges wirft ihn in tiefe Depressionen. In &#8220;.NEUSTART&#8221; erzählt der Autor seine düstere Geschichte zwischen Idealismus und Selbstmordplänen.</p>
<p>„Meine Geschichte ist eine Geschichte, wie sie immer wieder vorkommt. Durch Zufall findet ein junger Jemand eine Aufgabe, nach der er sich so lange gesehnt hat. Eine Aufgabe, die ihm die Freiheit gibt, etwas gestalten zu können. Eine Aufgabe, die nicht konsumfördernd ist, sondern Seelenfutter. Er stürzt sich in diese Aufgabe mit aller Energie, weil sie so wertvoll ist, weil es selten ist, dass man solch eine überwältigende Aufgabe findet. Wer etwas mit Liebe tut, der läuft Gefahr, sich zu erschöpfen und daran womöglich zu zerbrechen.“</p>
<h3>Vom Außenseiter zum Aktivisten</h3>
<p>Stephan Urbach kommt aus einer Hessischen Provinz und beschreibt sich als den typischen Außenseiter. Jemand der nicht wirklich dazu gehört und dann anfängt, sich selbst abzugrenzen. Mit Büchern und Rollenspielen schottet er sich von der Außenwelt ab – Ende der Achtziger bekommt er seinen ersten Computer. Mit diesem revolutionären Gerät macht er zwei wichtige Erfahrungen: Freiheit und das Gefühl, Baumeister einer neuen Welt zu sein.</p>
<p>Schon in der frühen Phase der Oberschule fängt Urbach an, sich über politische Ereignisse in der Welt zu informieren und eine gewisse Frustration aufzubauen.</p>
<p>Mit dem Zugang zum Internet ändert sich plötzlich viel in Urbachs Leben. Die Gleichheit aller Menschen im Netz wird dem Protagonisten heilig und führt ihm vor Augen, was wirklich wichtig für ihn ist. Die Rolle des Internets für die gesamte Gesellschaft und vor allem für die Demokratie bewegt Urbach dazu, der Piratenpartei und später den Netzaktivisten Telecomix beizutreten. Er beginnt, ein Leben zwischen Zigaretten, Kaffee, Bier und Internet zu führen, ist regelrecht angefixt von der Hektik und den schlaflosen Nächten.</p>
<h3>Vom Arabischen Frühling in die tiefe Depression</h3>
<figure id="attachment_147195" aria-describedby="caption-attachment-147195" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Urbach_Neustart.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Urbach_Neustart-305x464.jpg" alt="" width="198" height="301" /></a><figcaption id="caption-attachment-147195" class="wp-caption-text">Urbach, Stephan: .NEUSTART &#8211; Aus dem Leben eines Netzaktivisten. Verlag: Droemer Knaur, 256 Seiten, 12,99 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-426-78729-8</figcaption></figure>
<p>Im Jahr 2010 beginnen die ersten Proteste in den arabischen Ländern, breiten sich von Tunesien über Ägypten, Libyen und weitere Länder aus. Urbach beobachtet mit anderen so genannten Agenten von Telecomix die Ereignisse bis zu dem Tag, an dem Ägyptens Staatschef Mubarak das Internet im ganzen Land lahm legt. Für diejenigen, denen das Internet ein heiliger Ort der Selbstentfaltung ist, darf dieser Akt nicht einfach tatenlos akzeptiert werden. Schnell wird klar, das Internet spielt nicht nur in ihrer Welt eine große Rolle, für die Proteste in den arabischen Ländern ist das Internet der Grundbaustein, um sich zu organisieren und aktuelle Geschehnisse in die Welt zu tragen.</p>
<p>Telecomix beschließt kurzerhand, mit alten Modems wieder eine Verbindung für das Land herzustellen und die Widerständler so zu unterstützen. Diese Aktion bleibt nicht unbemerkt und dankbare Aktivisten und interessierte Journalisten kontaktieren Telecomix, aber auch Drohungen erreichen die Gruppe.</p>
<p>Als dann ein befreundeter Syrer während eines Skypegesprächs vor Urbachs Augen erschossen wird, überfällt ihn die schon immer da gewesene Depression wie nie zuvor. Aller Sinn aus Urbachs Leben verschwindet – er plant seinen Selbstmord.</p>
<p>Ein Gedanke kann Urbach von seinem Vorhaben abbringen: Er will seine Geschichte erzählen, nur wenn Geschichten erzählt werden, können sie etwas ändern.</p>
<h3>Schonungslos ehrlich</h3>
<p>NEUSTART ist ein Buch, das hemmungslos ehrlich von einem Leben erzählt, in dem es um so vieles und eigentlich nur um eines geht: diese Welt zu verstehen, zu verändern und daran eben nicht zugrunde zu gehen. Stephan Urbach ist Nerd, Sohn, Mitbewohner, Politiker und Freund, aber vor allem eins: Aktivist. Er erlebt hautnah einen hoch politischen Umschwung, trägt selbst dazu bei, durchlebt Höhen und Tiefen eines Aktivisten – und das alles übers Internet. Dieses Buch ist definitiv lesenswert, es verschafft einen Einblick in Gedanken, die normalerweise verschlossen bleiben. Es berührt und erschreckt, denn schonungslos beschreibt der Autor seine Empfindungen, die größtenteils alles andere als schön sind. Und dennoch, oder wahrscheinlich gerade darum fühlt sich diese extreme und surreale, aber eben doch geschehene Geschichte so echt an und zeigt uns, was Aktivismus erreichen kann.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/gigiibrahim/7158199775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gigi Ibrahim </a><a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>EU: Datenschutz als Chance für Innovationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2015 15:20:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
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		<category><![CDATA[Yves Bot]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Jahren bemüht sich die EU, eine zeitgemäße Datenschutz-Grundverordnung zu verabschieden. Noch dieses Jahr sollen die Verhandlungen zu einem Ergebnis [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/4367213556_1cd28e2c07_b.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-147061 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/4367213556_1cd28e2c07_b.jpg" alt="4367213556_1cd28e2c07_b" width="640" height="280" /></a>Seit Jahren bemüht sich die EU, eine zeitgemäße Datenschutz-Grundverordnung zu verabschieden. Noch dieses Jahr sollen die Verhandlungen zu einem Ergebnis führen &#8211; was muss die Reform beinhalten, was bedeutet das für Europa und wo steht die USA?</p>
<p>Am 16. September nahmen die drei Parteien, EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Rat ihre Trilog-Verhandlungen zur neuen Datenschutzverordnung wieder auf. Seit die Kommission Anfang 2012 ihre Entwürfe vorlegte, sind die drei Institutionen in regem Austausch und änderten die Entwürfe regelmäßig ab. Nun liegt es an Rat und Parlament, sich zu einigen. Doch die Themen, bei denen Uneinigkeit herrscht, sind nicht nebensächlich oder von minderer Wichtigkeit. Ganz im Gegenteil: Es wird sehr deutlich, mit welch unterschiedlichem Ansatz Rat und Parlament die Sache angehen. So will der Rat der Europäischen Union gewisse Punkte möglichst locker und vage formulieren, um zukünftigen Geschäftsmodellen der Datenverarbeitung keine Steine in den Weg zu legen. Das EU-Parlament hingegen spricht sich für den höchsten Schutz der EU-Bürger.innen, auch über Ländergrenzen hinweg, aus. Die endgültige Fassung soll noch Ende dieses Jahres vorliegen und die aktuell gültige <del>Verordnung</del> [Korrektur:] Richtlinie von 1995 ablösen.</p>
<p>Bei einem Sachgebiet, das sich schneller verändert und rasender wächst als Bambus, stellt sich aber die Frage: können die Gesetze von heute auch in drei oder fünf Jahren noch sinnvoll sein? Und in 10? Zudem herrscht eine gewisse Skepsis bei Beobachter.innen der Verhandlungen bezüglich der Wirtschaftslobby. Die soll starken Einfluss auf Entscheidungsträger.innen verübt haben, denn wie es oft heißt, schließen sich freie Wirtschaft und höchstmöglicher Schutz der EU-Bürger.innen gegenseitig aus. Dennoch gibt es interessante Ansätze, die vom Gegenteil überzeugen.</p>
<blockquote><p>„Mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) schafft die Europäische Union (EU) weltweit erstmals eine umfassend direkt anwendbare supranationale Datenschutzregelung.“ (Thilo Weichert (2015): Europas Datenschutz)[1]<a href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"></a></p></blockquote>
<p>Dreh- und Angelpunkt der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung ist die Harmonisierung. Das bedeutet, dass es einheitliche Standards in allen EU-Ländern gibt, was es sowohl Unternehmen als auch Bürgern.innen und Regierungen erleichtert, sich zurecht zu finden. Mit 3000<em>[2]</em><a href="#sdfootnote2sym" name="sdfootnote2anc"></a> Änderungsanträgen versuchten Lobbygruppen Einfluss auszuüben. Auf dem Portal „LobbyPlag.eu“ wurden einige der Anträge analysiert. Von 517 untersuchten Anträgen zielten über 400 auf eine Absenkung der Datenschutzstandards, nur die übrigen hundert anderen versuchten die Standards zu heben. Die Verbindung zur Wirtschaftslobby liegt nahe, diese kommt dennoch nicht an einer Sache vorbei: dem Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention. In diesem werden das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens geregelt und die Bürger.innen und ihr Privatleben geschützt.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<h3>Hintergrundinfo</h3>
<ul>
<li>europäischer Binnenmarkt erforderte übergreifenden Datenschutz</li>
<li>Europäische Datenschutzrichtlinie, 1995</li>
<li>Weitere Regelungen folgten oder wurden überarbeitet</li>
<li>Neue Technologien  machen eine Reform dennoch unbedingt notwendig</li>
<li>Ziel der Reform: Datenschutzrecht harmonisieren, „Recht auf Vergessen“, Unabhängigkeit der Datenschutzbehörden verbessern, Regelungen über den Datentransfer in Drittstaaten optimieren.</li>
</ul>
<p></div></div>
<p>Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte urteilte, dass das systematische Sammeln und Speichern, auch von öffentlichen Daten, gegen Artikel 8 der EMRK verstoßen kann.</p>
<p>Das Thema erfordert höchste Verhandlungskompetenzen aller Beteiligten, denn es soll eine direkt anwendbare Verordnung dabei entstehen, die so wie sie verhandelt wird dann für alle EU-Staaten gleichermaßen gilt.</p>
<h3>Fünf Mindestanforderungen</h3>
<p>politik-digital.de sprach mit Friedemann Ebelt von <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage</a> e. V. über seine Position zu der neuen Verordnung und die roten Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Klare Worte findet Digitalcourage zu Datensparsamkeit, Zweckbindung, Profiling, Auskunftsrecht und Datenportabilität. Das wird in dem Aufsatz „Fünf rote Linien für Datenschutz in Europa“ (von Dennis Romberg) dargelegt. Der Verein spricht sich dafür aus, dass Datensammlung auf ein Minimum beschränkt werden muss und ein Datensammeln auf Vorrat verhindert werden soll. Zudem müsse die Verarbeitung der Daten nachvollziehbar sein und an einen vorher bekannten Zweck unumgänglich gebunden werden. Auch soll kein.e Nutzer.in einen Nachteil erfahren, weil er oder sie einer Anwendung das s.g. Profiling nicht erlaubt. Dieses beinhaltet, dass Bewegungs- , Kauf-, und Kommunikationsprofile von Nutzer.innen angelegt werden. Eine Verwehrung des Dienstes, nur weil ein.e Nutzer.in die Anlegung solch eines Profils verweigert, ist inakzeptabel und diskriminierend. Digitalcourage spricht sich zudem für ein kostenfreies Auskunftsrecht aus. Jede.r Bürger.in soll erfahren dürfen, welche Daten über ihn/sie erhoben und gespeichert wurden. Als letzte rote Linie sieht die Organisation die Ermöglichung von Datenportabilität vor: Jede.r Nutzer.in soll seine Daten von einem Anbieter auf einen anderen übertragen können. Das ist wichtig für den Wettbewerb zwischen Anbietern und für die Entscheidungsfreiheit von Nutzer.innen. Solange diese fünf Prinzipien nicht mit der neuen Verordnung geltend gemacht werden, wird sie laut Digitalcourage nutzlos sein. Auf keinen Fall dürfe die neue Verordnung hinter die derzeit gültige von 1995 zurückfallen.</p>
<h3>Viel Potenzial für den europäischen Markt</h3>
<p>Auf die Sorge, die Datenschutzverordnung könnte bei in Kraft treten schon wieder veraltet sein, da technologischer Fortschritt die Verhandlungen einholen wird, gab Ebelt eine Antwort, die zum Nachdenken anregt: Was, wenn die neue Verordnung die Geschäftsmodelle der Zukunft nicht verbaut, sondern gar eigene Innovationen hervorrufen würde, die den Europäische Raum sogar stärken?</p>
<p>Damit ist gemeint, dass die neue Verordnung europäische Unternehmen und Dienstleister dazu zwingt, datenschutzfreundliche Anwendungen bereitzustellen. Also E-Mail-Dienste, die mit Verschlüsselungstechniken arbeiten, neue Software, die vor Hackangriffen sicher ist und z.B. autonomes Fahren ultimativ schützt, sowie soziale Netzwerke mit benutzerfreundlichen Voreinstellungen. Mit der neuen Verordnung erwartet die Europäische Union ein großes Potenzial: einen Markt mit Daten schützenden Diensten zu eröffnen, den es sonst auf der Welt so nicht gibt.</p>
<p>Das derzeitige Problem liegt laut Friedemann Ebelt zu einem großen Teil in dem Trend, kostenfreie Dienste anzubieten. Allerdings ist der Service nur augenscheinlich kostenfrei, denn bezahlt wird nicht mit Geld, sondern mit Daten. Es sei also wichtig, die Unternehmen und Anbieter zum Umdenken zu bringen &#8211; statt kostenlose Anwendungen lieber Dienste mit Datenschutzvorkehrungen, dafür zu einem erkennbaren Preis.</p>
<p>Die Nutzer.innen werden ein tieferes Vertrauen in europäische Dienstleistungen entwickeln, was ein deutlicher Wettbewerbsvorteil wäre.</p>
<h3>Safe Harbour Abkommen mit USA – noch gültig?</h3>
<p>Der aktuell meist genutzte Anbieter eines sozialen Netzwerks geriet aufgrund mangelnden Datenschutzes vor kurzem in die Schlagzeilen. Die Rede ist von Facebook und dem Kläger Max Schrems, welcher auf das Safe Harbour Abkommen zwischen EU und USA aufmerksam machte. Das Problem hierbei: Facebook darf laut Abkommen Daten von EU-Bürger.innen in den USA lagern. Dort sind sie aber vor dem Geheimdienst (NSA) nicht geschützt, wie mit der Snowden Enthüllung bekannt wurde. Dies verstößt gegen das bereits genannte Menschenrecht auf Achtung der Privatsphäre (Artikel 8 des EMRK). Der Generalanwalt Yves Bot erklärte das Abkommen für ungültig. Friedemann Ebelt erkennt darin etwas positives, denn der Fall verdeutlicht, dass das Safe Harbour Abkommen die Daten der Menschen nicht schützt. Für die neue Datenschutzverordnung sei das aber nicht weiter von Bedeutung, denn der Datenverkehr zwischen EU und Drittstaaten müsse mit eigenen Abkommen geregelt werden. In Bezug auf die USA werden TTIP und TiSA dabei eine erhebliche Rolle spielen. Für die Europäische Datenschutzverordnung ist aber eins dennoch wichtig: Möchten Anbieter von sozialen Netzwerken und Dienstleistungs-Portalen aus Drittstaaten ihre Dienste innerhalb der Länder der EU anbieten, müssen auch diese sich an die neue Verordnung halten. Ein verpflichtender Firmensitz im jeweiligen Land sichert die Auskunftsrechte der Nutzer.innen und vereinfacht die Kontrollierung rechtlicher Anforderungen.</p>
<p>Der Fall um Facebook bewirkte, dass die Dringlichkeit eines europäischen Datenschutzes nochmals erkennbar wurde, das Problem der Geheimdienste nochmals verdeutlicht. Eine Reform der Datenschutzverordnung ist also dringend notwendig, dennoch so Ebelt, liegt es jetzt an uns, gewisse Grundelemente des Datenschutzes einzufordern. Demokratische Prinzipien wie Entscheidungsfreiheit, Gleichberechtigung und Schutz der Privatsphäre dürfen nicht untergraben werden, das steht fest.<a href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym"></a></p>
<p>[1]DANA 2015, Rote Linien, S. 112 <span lang="zxx"><a href="https://www.datenschutzverein.de/wp-content/uploads/2015/08/DANA_3-2015_RoteLinien_Web.pdf">https://www.datenschutzverein.de/wp-content/uploads/2015/08/DANA_3-2015_RoteLinien_Web.pdf</a></span></p>
<p>[2]DANA 2015, Rote Linien, S. 115</p>
<p id="sdfootnote2">Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/vicc/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Victoria Ristenbatt and Scott Redding</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-130752" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Integration durch Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2015 08:26:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die heute startende Kampagne &#8220;support refugees emancipation&#8221; unterstützt einen Verein, der sich für Internetzugang in Geflüchtetenunterkünften einsetzt. Die Internetcafés bieten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/library-488671_640.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146981 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/library-488671_640.jpg" alt="library-488671_640" width="640" height="280" /></a>Die heute startende Kampagne &#8220;support refugees emancipation&#8221; unterstützt einen Verein, der sich für Internetzugang in Geflüchtetenunterkünften einsetzt. Die Internetcafés bieten dabei nicht einfach nur Zugang zum Internet, sondern sind ein wichtiger Integrationspunkt.</p>
<p>Internetzugang ist, zumindest in Europa, eine Selbstverständlichkeit. Wir nutzen ihn für die unterschiedlichsten Dinge, beruflich sowie privat, für Informationen oder zur Unterhaltung. Wenn wir eine Frage haben, können wir die Antwort googlen. Wenn wir mit anderen kommunizieren möchten, gehen wir auf Facebook oder schreiben Emails. Das ist für uns alltäglich, und doch ist es ein Privileg das wir nicht mehr wirklich wahrnehmen. Uns wird die Wichtigkeit des Internetzugangs erst bewusst, wenn wir mal keinen haben. Für Geflüchtete in Asylunterkünften ist der Zugang zu Internet mindestens genauso wichtig, ja sogar unbedingt notwendig. Darauf will die Kampagne <a href="http://support.refugeesemancipation.com/">„support.refugeesemancipation“</a> aufmerksam machen. <a href="http://ccc.de/">Der Chaos Computer Club e.V.</a>, <a href="http://berlin.freifunk.net/">Freifunk Berlin</a> und der <a href="http://foerderverein.freie-netzwerke.de/">Förderverein freie Netzwerke e.V.</a> unterstützen seit Jahren den Refugees Emancipation Verein, nun launchen sie diese Kampagne, um auf den Verein und die Problematik hinzuweisen und <a href="https://www.betterplace.org/de/projects/20601-internetcafes-computerkurse-fur-gefluchtete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spenden</a> und Unterstützer zu finden. Der Verein <a href="http://www.refugeesemancipation.com/contenido/cms/front_content.php">Refugees Emancipation</a> setzt sich seit fast 15 Jahren für Internetcafés in Geflüchtetenunterkünften ein. Die Cafés dienen als ein Ort der Kommunikation und des Informationsaustausches. Ein Begegnungsraum wird geschaffen, der die Menschen aus der Isolation holen und miteinander und der Gesellschaft ins Gespräch bringen soll. Auch Grundkenntnisse über den Umgang mit Computern werden dort von Freiwilligen an die Geflüchteten vermittelt.</p>
<p>Der Verein macht deutlich, wie wichtig es für Geflüchtete ist, Zugang zu Internet zu haben. Dazu gehört der Kontakt in die Heimat zu Familie und Freunden, der ohne eigenes Endgerät sonst nicht möglich wäre. Aber auch die Annäherung zum Aufnahmeland wird durch einen Internetzugang erleichtert. Die Nutzer der Internetcafés können sich dort informieren und sich selbst Gehör verschaffen in einem Diskurs der zumeist <em>über </em>sie und nicht <em>mit</em> ihnen geführt wird. Aber auch Übersetzungsdienste sind überlebenswichtig für die Geflüchteten, denn auch kaum ein Deutscher würde mit dem komplizierten Asylrecht und bürokratischen Hürden zurecht kommen. Und natürlich ist es für die Menschen auch von Bedeutung, sich über ihre Heimatländer, Gesetze und ihre Rechte zu informieren. Die &#8220;Support Refugees Emancipation&#8221; Kampagne wird den seit 2001 existierenden Refugees Emancipation e.V bei seiner bisherigen Arbeit unterstützen, denn die Spenden werden dringend benötigt. Telekommunikationskosten, Reparaturen von Rechnern und Netzwerkhardware, sowie Druckerpatronen und Fahrtkosten für die Admins der Cafés können damit finanziert werden. Die Kampagnenleiter wünschen sich verschiedenste Unterstützung. Sie bitten darum, die Kampagne zu verbreiten, sind offen für gute Tipps wie die Kampagne besser gestaltet werden könnte und freuen sich über zahlreiche Spenden. Aber auch Menschen mit Computerkenntnissen sind gefragt und können sich unter <a href="mailto:support@refugeesemancipation.com">support@refugeesemancipation.com</a> melden.</p>
<p>Bild: <a class="hover_opacity" href="https://pixabay.com/en/users/jarmoluk-143740/">jarmoluk</a>  <a href="https://pixabay.com/service/terms/#usage">CC0 Public Domain</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digital break-off: Salonfähig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 14:25:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Darf man via Textnachricht Schluss machen? Wie bricht man den Kontakt zu einer Person richtig ab &#8211; muss dafür die Facebook-Freundschaft gelöscht werden? Es ist an der Zeit, sich Gedanken über richtiges Verhalten in digitalen Medien zu machen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="western">Es beginnt. Es endet.<br />
Aber wie?<br />
Eigentlich sollte ein persönliches Gespräch statt finden. Dann kam kurz vorher eine Whatsapp Nachricht. Länger als jede vorherige Nachricht. Darin beschrieben, dass es nicht passt und sowieso. Und sowieso? Genau.</p>
<h3 class="western">Gibt es neue Regeln bezüglich Schluss machen?</h3>
<p class="western">Zu sagen, dass ja jeder diese Situation kennen würde, wäre falsch. Aber immerhin, rund drei Millionen Deutsche haben schon ein mal eine Beziehung via SMS beendet. Aber kurz zurück zum Anfang: Es ist schön, es ist romantisch. Und es werden in der heutigen Zeit unzählige Nachrichten ausgetauscht. Über Facebook oder ähnliches, über Whatsapp oder SMS und je nach Ort des Kennenlernens vielleicht sogar erst einmal über Tinder, Loovo oder Datingportale. In einem vorangehenden Artikel der Sommerreihe berichteten wir schon über <a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Dating</a> und generell die Beziehung zwischen Menschen in diesem sehr digitalen Zeitalter. Was ändert sich? Was bleibt gleich? So weit man das sagen kann, kann sich alles ändern, muss aber nicht. Das wurde auch in einem weiteren Sommerreihenartikel über <a href="http://politik-digital.de/news/zusammen-im-netz-freundschaften-im-wandel-146737/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freundschaft</a> deutlich. Während der Sommerreihe haben wir uns gefragt, wie Liebe und Freundschaft heutzutage entstehen und wie man sie frisch hält. Unumgänglich ist aber auch die Frage: Gibt es neue Regeln bezüglich Schluss machen?</p>
<p class="western">Damit ist nicht nur das Beenden einer Liebesbeziehung gemeint. Auch der manchmal notwendige Kontaktabbruch zu Freunden gehört dazu. Aber diese persönlichen Gespräche sind eben auch sehr unangenehm. Und wo man sich früher einfach nicht mehr bei Freunden gemeldet hat, muss man sich jetzt einer bestehenden Facebook-Freundschaft stellen. Was macht man damit? Freundschaft künden klingt schon sehr hart im Vergleich zu einem doch eher dezenten Abschied durch ein „sich nicht mehr melden“. Aber weiterhin auf Facebook befreundet bleiben ist manchmal auch nicht richtig. Und was ist eigentlich mit Ex-Partnern? Es gibt irgendwie keinen festen Regeln des Umgangs mehr, und man möchte nur ungern in die „das ist doch kindisch die Facebook-Freundschaft zu kündigen“ Schublade gesteckt werden. Also &#8211; wer kennt sich aus mit gesellschaftlichen Höflichkeitsformeln? Ein Blick in den Knigge für <a href="http://eetiquette.de/91/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eEtiquette </a>gibt Antwort. Das Büchlein wurde von einem Team der Telekom unter der Leitung von Raimund Schmolze verfasst und beruht auf intensiver Recherchearbeit und zahlreichen Workshops mit Teilnehmern aus mehr als 12 Nationen.</p>
<h3 class="western">Ein Verhaltenscodex fürs Netz?</h3>
<p class="western">Noch vor einigen Jahren las man die Schlagzeilen, dass Knigge das Schluss machen via SMS erlauben würde. Jetzt ist in dem Büchlein davon nichts mehr zu finden. Viel mehr heißt es nun: „Nur R2D2 darf eine Beziehung digital beenden.“ Klare Worte, die auch 92% der Beteiligten einer Forsa-Umfrage als richtig empfinden. Das eEtiquette ist lustig geschrieben, trotzdem beinhaltet es sehr einleuchtende Regeln. Aber es beantwortet nicht alle Fragen. Also: Schluss machen via SMS ist tabu. Und Freundschaften beenden auf Facebook? Ein Vorteil ist, dass derjenige es nicht sofort mitbekommt, wenn man die Freundschaft kündigt. Aber man sollte es dennoch mit Vorsicht genießen. Zum Beispiel ist es unangenehm, wenn der Streit doch geklärt wird und man die Person wieder hinzufügen muss. Natürlich kann man das Profil auch einfach stumm schalten, dann werden keine Inhalte mehr auf der Startseite angezeigt. Aber das gilt eben nur für Facebook. Die digitale und analoge Welt sind so eng miteinander verbunden, dass ein sensibles Gleichgewicht leicht umkippen kann. Man sollte sich bewusst sein, wie eine Handlung bei anderen Personen ankommt. Zum Beispiel mit dem Ex-Partner noch befreundet zu sein. Das ist in der analogen Welt oft nicht gern gesehen – und digital? Ihm oder ihr noch auf Twitter oder Instagram zu folgen kann bedeuten, dass man gerne noch wissen möchte was bei dem anderen aktuell ist. Das löst häufig falsche Assoziationen bei dem aktuellen Partner oder Freunden aus. Und es bringt auch die Frage ans Licht, wie man sich denn bitte richtig verhalten soll.</p>
<h3 class="western">Freiheit bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen.</h3>
<p class="western">Die neuen Medien ermöglichen uns viel. Viel Freiheit vor allem. Aber wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein und das Taktgefühl? Und wer bestimmt, was richtig und was ein No-Go ist? Man könnte den alt bewährten Grundsatz „was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ wieder auf die Bühne zerren. Fakt ist jedoch, dass es sich bei solchen Beziehungs- und Freundschaftsangelegenheiten sehr unterschiedlich verhalten kann. Es kommt häufig auf die Intensität der Beziehung drauf an. Und, was oftmals als Argument genutzt wird: Was online begann darf auch online beendet werden. Das bedeutet aber, dass Beziehungen, je nach Kennenlernstory, anders bewertet werden. Bei der Popularität, die Onlinedatingportale derzeit genießen, wäre das aber unfair.</p>
<p class="western">Es ist also schwieriger als gedacht, den richtigen Ton zu treffen. Dennoch, wenn wir wollen, dass digitale Verbindungen und Beziehungen auch als wertvoll betrachtet werden, sollten wir uns damit auseinandersetzen, wie wir mit ihnen umgehen. Ob die Vermischung von analoger und digitaler Welt sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg funktioniert, ist schwer zu sagen. Damit ist gemeint: Lerne ich jemanden kennen, füge ich ihn bei sozialen Netzwerken als Kontakt hinzu. Bricht der Kontakt aber ab, oder möchte ich ihn aktiv beenden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder bleibt die Person als Karteileiche in der Liste und lediglich die Kommunikation bricht ab, oder ich setze ein klares Zeichen und kündige auch digital die Beziehung zu der Person. Wir müssen uns einfach bewusst machen, dass digitale Freundschaften und Beziehungen zwar keinen face-to-face Kontakt mit Menschen vollständig ersetzen, aber dass es nun einfach ein Teil von zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Es gehört einfach dazu und somit muss auch über Umgangsformen gesprochen werden. Nach dem Motto: Fremdgehen ist moralisch falsch. Online noch mit dem Ex-Partner befreundet sein, analog aber nicht, ist auch falsch. Ob das die Mehrheit auch so sieht, muss die Praxis zeigen. Tatsache ist aber, dass das Thema Bedeutung hat und wir anfangen müssen, die sozialen Medien als echten Begegnungsraum zu empfinden, in dem es auch Werte und Höflichkeitsformeln gibt. Auch in puncto Schluss machen.</p>
<p class="western">Bild: <a href="https://pixabay.com/en/users/makunin-37005/">makunin</a> <a href="https://pixabay.com/service/terms/#usage">CC0 Public Domain</a></p>
<p class="western"><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>CDUdigital &#8211; Mitgliederkongress</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2015 15:35:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wandel]]></category>
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		<category><![CDATA[Peter Tauber]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Samstag den 12.09. fand im Berliner Tempodrom der erste offene Mitgliederkongress der CDU statt. Unter dem Namen CDUdigital diskutierten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/11998598_10204898421841946_492075415_n.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146909 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/11998598_10204898421841946_492075415_n.jpg" alt="11998598_10204898421841946_492075415_n" width="640" height="280" /></a>Am Samstag den 12.09. fand im Berliner Tempodrom der erste offene Mitgliederkongress der CDU statt. Unter dem Namen CDUdigital diskutierten bekannte CDU Politiker, Experten und Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die Digitalisierung und all ihre Facetten. Dabei ging es sowohl um wirtschaftliche Aspekte als auch um neue Formen der Parteiarbeit, das Leben 2025 und natürlich um Datensicherheit.</p>
<p>Mit einer kurzen Rede der Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel und des Generalsekretärs Peter Tauber eröffnete die CDU die Veranstaltung.<br />
In mehreren Talkrunden und kleineren Sessions sowie an Infoständen und kleinen Werkstätten zum Ausprobieren konnten sich die Besucher mit digitalen Themen auseinandersetzen.<br />
Die Themen der einzelnen Sessions waren vielfältig, doch eine grundlegende Frage zog sich durch alle Diskussionsrunden: Wie bleiben wir am Ball?</p>
<h3>Datenschutz – aber bitte nicht zu streng.</h3>
<p>Mehrfach betonten Merkel, Tauber und die Talkgäste, Deutschland müsse sich sputen, um mit der großen Konkurrenz Schritt halten zu können. Denn, so Merkel, wir seien zwar stark im Export, aber dies sei keine Garantie dafür, dass das so bleiben muss.<br />
„Daten sind der Rohstoff der Zukunft“, das machten die Politiker vor Ort sehr deutlich. Und um diese Ressource nutzen zu können, so wie es beispielsweise die USA schon tut, bedarf es bestimmter Regelungen. Aber was bedeutet das? Datenschutz soll Menschen schützen, das ist logisch. Derzeit aber verarbeiten ausländische Unternehmen deutsche und generell europäische Daten und machen daraus Gewinn. Eine verlorene Ressource meint die CDU. Zu diesem Phänomen fanden die Redner klare Worte: Datenschutz ja. Aber so, dass es in der Weltwirtschaft verträglich ist. Also mit der Möglichkeit, die Daten als gewinnbringend zu verwerten.<br />
Ein erster Anfang wäre es, zumindest in Europa einen einheitlichen Datenschutz einzuführen. Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft versicherte, bis Ende des Jahres wird die europäische Datenschutzverordnung kommen. Eine eindeutige Aussage &#8211; ob sie sich bewahrheitet werden wir in einigen Monaten sehen.</p>
<h3>Digitale Bildung, Parteiarbeit und Breitbandausbau</h3>
<p>Aber neben dem ökonomischen Aspekt der Digitalisierung diskutierten die Talkgäste noch über zahlreiche weitere Themen. So wurde beim Thema Bildung kritisiert, dass viele Zuständige kein ausreichendes Verständis von Medienkompetenz haben. Ein Smartboard im Klassenzimmer reicht eben nicht aus, um den Schülern den Umgang mit digitalen Medien nahezubringen. Zudem betonten sowohl Redner als auch Besucher der Veranstaltung, dass Medienkompetenz über den Umgang mit Smartphones und Computern hinaus ginge.<br />
Die Ausbildung in technischen Berufen müsse in Zukunft viel mehr IT-Spezialisten hervorbringen und ein Ziel sei auch, mehr junge Menschen zum Informatikstudium zu bewegen, so Oettinger. Aber es sei falsch, die ältere Generation außen vor zu lassen,auch sie müssen mit einbezogen werden. Dann würden möglicherweise auch mehr Parteimitglieder den CDU Newsletter erhalten, denn die CDU hätte angeblich nur ein Drittel der Mitglieder im Verteiler. Und davon würde nur ein Bruchteil die Emails auch öffnen. Woran das liegt konnte sich dann aber doch keiner erklären.<br />
Der geplante Breitbandausbau könnte ein guter Start in einen positiven digitalen Wandel sein. Der Infrastrukturminister Alexander Dobrindt wird bald neue Ideen für den flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets über 50 Megabit pro Sekunde vorstellen. Damit können neue Anwendungen wie das fahrerlose Fahren oder Telemedizin überall gewährleistet werden, die heutigen Bandbreiten reichen da noch lange nicht aus.</p>
<p>Eines teilte die CDU mit dieser Veranstaltung aber auf jeden Fall mit: das Thema der Digitalisierung ist keine Frage des „ob“ mehr, sondern nur noch eine Frage des „wie“. Die digitale Welt bringt unendlich viele neue Möglichkeiten mit sich und auch Freiheiten, die es zu nutzen gilt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Online Kampagnen – kein Selbstläufer!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2015 15:40:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Yasmin Fahimi]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Campact]]></category>
		<category><![CDATA[Campaign Camp 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Jim Messina]]></category>
		<category><![CDATA[Online Kampange]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Visionen hat, sollte Kampagne machen &#8211; unter diesem Motto stand das SPD Campaign Camp 2015. Was das für die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cid_inlineImage0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146832 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cid_inlineImage0.jpg" alt="!cid_inlineImage0" width="640" height="279" /></a>Wer Visionen hat, sollte Kampagne machen &#8211; unter diesem Motto stand das SPD Campaign Camp 2015. Was das für die Politik bedeutet und welche Rolle neue Medien in der Kampagnenarbeit einnehmen, diskutierten die Teilnehmer in mehreren Sessions. Dabei fielen viele klare Worte und auch die SPD machte Versprechungen.</p>
<h3>„Welche Geschichte wollt ihr erzählen?“ US-Strategien in Deutschland</h3>
<p>Am Samstag den 05. September fand in Berlin das Campaign Camp 2015 statt. Von der SPD organisiert und mit einem starken Line-up sollte es unter dem Motto „Die Nachbarschaft mobilisieren!“ genau darum gehen: Wie kann man Leute aktivieren, sich politisch zu beteiligen, Engagement zu zeigen und vor allem Leidenschaft zu entwickeln. Von der SPD-Spitze war Generalsekretärin Yasmin Fahimi vor Ort und auch als Rednerin in einigen Sessions aktiv. Sie leitete die Veranstaltung ein, beantwortete im Talk mit Frank Stauss Fragen und war anschließend noch in einer kleinen Feedback-Runde zum Ende der Veranstaltung zu sprechen. Es ging viel darum, was Kampagnenfähigkeit bedeutet, wie der Dialog wieder in Gang gesetzt werden kann und eben auch, welche Rolle digitale Medien in diesem Zusammenhang spielen. Als Stargast war Jim Messina eingeladen. Er soll die SPD für den Wahlkampf 2017 gegen die CDU startklar machen und seine Ansätze, die unter anderem 2012 Barack Obama zur Wiederwahl verhalfen, auch in Deutschland einbringen. In seiner Rede erklärte er immer wieder, es ginge bei Kampagnen darum, eine Geschichte zu erzählen. „Welche Geschichte wollt ihr erzählen?“ war eine Frage, die alle erst einmal zum Nachdenken anregte. Ob Strategien, die in den USA funktionieren, auch in Deutschland so gut ankommen, wird sich in zwei Jahren zeigen. Eins jedoch ist klar. Online, online, online. Wie Messina es ausdrückte, ist die Technik das Werkzeug. Und gutes Werkzeug allein macht zwar noch keine gute Arbeit, aber ohne geht es eben auch nicht. Es sei wichtig, die Menschen dazu zu bringen, über ein Thema zu reden. Und wie es auch in anderen Session später deutlich wurde, sind vor allem Social Media die Orte, an denen Menschen oft zum ersten Mal von einem Thema erfahren. An diesem Punkt muss man ansetzen und es wie Campact machen: im Netz mobilisieren und dann analog umsetzen. In dem Gespräch mit Daniel Reichert von Liquid Democracy und Christoph Bautz von Campact wurde deutlich, dass man an vielen Orten aktiv sein muss. Und zwar nicht nur temporär sondern dauerhaft. Die Menschen müssen motiviert werden und das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie nicht allein sind mit ihren Ideen und Wünschen. Zudem sei eine echte Beteiligung sehr wichtig. Die Community muss das Gefühl bekommen, dass sie selbst lenken können. Ein lebendiges Gespräch und ein regelmäßiger Austausch mit anderen ist besonders ausschlaggebend. Und wo könnte das einfacher und weitläufiger stattfinden als im Netz? Dabei dürfen Kampagnen auch gerne zugespitzt werden. Wie frech oder nicht-frech man sein kann, sollte der gesunde Menschenverstand entscheiden.</p>
<h3>Nicht in online-offline Schubladen denken</h3>
<p>Auf die Frage, wie man auch Menschen erreichen kann die nicht im Netz aktiv sind, gab es eine einfache Antwort: Mehrere Kanäle und nicht ausschließlich digitale Kampagnen starten. Oder wie es Mathias Richel von TLGG ausdrückte: Nicht in online-offline Schubladen denken.</p>
<p>Die willkürliche Vermischung unterschiedlicher Strategien ist nicht unbedingt der beste Weg. Vielmehr kommt es auf das Thema drauf an. Jedes Thema hat einen/seinen besten Kanal um die entsprechende Zielgruppe zu erreichen. Die logische und durchdachte Kombination sei der Schlüssel. Social Media und Webpräsenz sollten auch nicht mehr nur als netter Zusatz behandelt werden. Dieser Fehler würde häufig in der Kommunalpolitik auftreten. Es muss einfach deutlich gemacht werden, dass kein Weg an digitaler Kommunikation und digitalen Kampagnen vorbei führt. Ein besonders starker Trend ist zum Beispiel das Livestreaming. Aber auch da ist noch sehr viel Luft nach oben. Generell zeigte die Veranstaltung auf: Wir sind erst ganz an Anfang, aber ohne oder mit schlecht geführten Onlineauftritten geht es nicht mehr.</p>
<p>Natürlich reicht die online Präsenz nicht allein. Inspirierender Inhalt ist mindestens genauso wichtig. Kurze, gute Informationen und gezielte Kommunikation. Mehrere Kanäle nutzen, aber sie auch besser auf Zielgruppen anpassen, das sind Grundzutaten für eine gute Kampagne.</p>
<h3>Kein Selbstläufer</h3>
<p>Und was heißt das für die SPD? Mathias Richel hat vorgerechnet, was eine gute Facebook-Kampagne kosten würde. Mit dem Ziel, nach der Wahl 2017 von 86.466 Followern bei Facebook auf 350.000 zu kommen, müsste die SPD nicht weniger als 200.000€ hinlegen. Allein für die Facebook Präsenz. Darin enthalten, 4000€/Monat für die Facebookseite an sich und 2x täglich 150€ für einen Facebook-Post. Das ist viel Geld, aber es macht eines ganz besonders deutlich: Online-Arbeit ist kein Selbstläufer, es ist echte Arbeit. Erfahrung, Strategie und aktive, tägliche Pflege sind ein Muss, ansonsten kommt nicht viel dabei rum. Das gesteht auch Yasmin Fahimi ein. Über die Webpräsenz ihrer Partei sagte sie am Samstag,  die SPD sei „auch unglücklich mit ihrem Auftritt und zwar nicht erst seit gestern“. Und weiter kündigte sie an, die SPD werde zum diesjährigen Bundesparteitag einen „coolen neuen Auftritt eröffnen“, mit neuen Verlinkungen, neuem Auftritt von „Mitmachen-SPD“ und vielen neuen Fanseiten mit mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Es braucht Visionen. Es geht in der Politik um Beteiligung, Engagement und Leidenschaft. Das wollte die SPD mit dieser Veranstaltung vermitteln. Und dass sie es ernst meinen mit dem Dialog und der Bürgerbeteiligung.<br />
Wir sind gespannt.</p>
<p><img decoding="async" src="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" alt="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" /></p>
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		<title>Netzwerk „Berlin hilft“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzwerk-berlin-hilft-146771/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2015 14:58:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge Willkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Erstaufnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Initiativen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwer "Berlin hilft"]]></category>
		<category><![CDATA[Refugees Welcome]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtling]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer kann wo, wann und womit am besten helfen? Auf diese Fragen werden nun viele Berliner, die den Flüchtlingen helfen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/11880314_898011810278832_5423204143135854211_n.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146798 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/11880314_898011810278832_5423204143135854211_n.jpeg" alt="11880314_898011810278832_5423204143135854211_n" width="640" height="280" /></a>Wer kann wo, wann und womit am besten helfen? Auf diese Fragen werden nun viele Berliner, die den Flüchtlingen helfen möchten, Antwort finden. Eine Website bündelt Berliner Initiativen an einem Ort, klar strukturiert und ohne Schnickschnack. politik-digital.de sprach mit Christian Lüder, einem Mitbegründer, über das Entstehen des Projekts, über Intention und Probleme und über eine schnell wachsende Helfergemeinschaft.</p>
<p><a href="https://netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com/category/news/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzwerk „Berlin hilft“</a> &#8211; ein neues Synonym für Übersichtlichkeit. Die Rede ist von der am 21. August online gestellten Website zur Strukturierung und Aufstellung aller Berliner Initiativen zur Flüchtlingshilfe. Es klingt nur logisch, dass man alle Erstaufnahmestellen, Bedarfslisten und Kontakte an einem Ort bündelt, um es Helfern und Bedürftigen leichter zu machen – und doch war es wieder die Eigeninitiative von Menschen, die etwas tun wollten und es selbst in die Hand nahmen. Was als Facebookgruppe begann, entwickelte sich schnell auf weiteren Kanälen. Eine Website und ein Twitteraccount folgten und verbreiten nun klaren unverschnörkelten Zugang zu den wichtigen Informationen in puncto -Unterstützen-. Die Initiatoren Stefanie, Linda und Christian arbeiten gemeinsam an den Inhalten und wenden einiges an Zeit dafür auf – aber es lohnt sich auch. Im Interview berichtet unser freier Autor Christian Lüder, wie es zu dem Projekt kam, was Ziele und Herausforderungen dabei sind und wie sie die gewählten Medien für diese Sache auf ihre Weise nutzen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitat113.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-146786  alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitat113-630x394.jpeg" alt="zitat11" width="376" height="233" /></a><strong>politik-digital.de:</strong> Wie viele Personen arbeiten an der Website?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Wir sind zu dritt. Linda hat ursprünglich die Facebook-Gruppe gegründet. Relativ schnell kamen Stefanie und ich dazu. Dann ergab sich die Idee, die Gruppe um eine Website zu ergänzen, um das Ganze übersichtlicher zu machen und auch außerhalb von Facebook die Informationen bereitstellen zu können.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wer verwaltet die Website hauptsächlich?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Das technische Grundgerüst kam von mir. Ich mache sicher auch noch den größten Teil an administrativer Arbeit daran. Stefanie macht daneben den Twitterkanal und hat diesen initiiert. Inhalte sammeln wir alle drei und stellen sie auch jeweils online. Je nach Bedarf und Situation posten wir das dann bei Facebook oder twittern etwas, gerade, wenn es sehr aktuell ist. Und umgekehrt posten wir dann den Tweet wieder auf Facebook. So sind alle 3 Medien gleichermaß<span lang="fr-FR">en aktuell</span>. Zudem sprechen wir regelmäßig über die Struktur der Seite und legen dann Änderungen auch gemeinsam fest.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wann habt ihr die Notwendigkeit für diese Website gesehen?</p>
<p><strong>Christian: </strong>Nahezu umgehend nach Gründung der Facebook-Gruppe. Facebook und alle dort vertretenen Gruppen der einzelnen Helfer-Initiativen mit ja inzwischen mehreren tausend Mitgliedern jeweils haben den Nachteil, dass die Info, die vormittags gepostet wurde, abends bereits aus dem Blickfeld verschwunden sein kann. Dieses Problem führte u.a. zur Gründung unserer Gruppe, die am Ende ja aber das gleiche Problem hat. Auf der Website ist die Information strukturiert und wieder auffindbar. Das war das Hauptargument. Daneben ist die Website auch mobil erreichbar und letztlich auch für die Menschen, die nicht bei F<span lang="nl-NL">acebook sind.</span></p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Warum habt ihr euch für diese Medien (Facebook/Twitter und Website) entschieden?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Alle drei zusammen bilden letztlich all das ab, was wir für notwendig erachten. Manche Schwäche des einen Mediums ist die Stärke des anderen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitatneu.jpeg"><img decoding="async" class="alignright wp-image-146805 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitatneu-630x394.jpeg" alt="zitatneu" width="431" height="270" /></a><strong>politik-digital.de:</strong> Wen wollt ihr damit gezielt ansprechen?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Alle Menschen, die in irgend einer Weise helfen, spenden oder sich engagieren wollen. Zudem bieten wir inzwischen auch schon viele Hilfsmittel für Helfer oder Einrichtungen selbst. Angefangen von der reinen Information &#8211; was &#8211; wo &#8211; wie &#8211; haben wir inzwischen medizinische Tipps auf der Seite, Dokumente zum Übersetzen, Deutsch lernen, rechtliche Zusammenfassungen und zahlreiche Links zu Einrichtungen und Organisationen unterschiedlichster Art und Weise.<br />
Wir wollen eine Plattform sein, auf der jemand, der helfen will, alle dafür notwendigen Informationen vorfindet. Daneben gibt es zunehmend Tipps und Informationen für Helfer, die bereits organisiert sind und ebenso für Hilfsinitiativen, die sich in einer bestehenden oder neuen Einrichtung engagieren.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Klappt das bisher?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Soweit wir das beurteilen können &#8211; ja. Wir haben gut 2.000 Mitglieder in der Gruppe auf Facebook, in der Spitze knapp 7.000 tägliche Aufrufe der Website und mehr als 100 Follower auf Twitter. Für ein Projekt, das es auf Facebook seit gut zwei Wochen gibt, eine Website, die seit 11 Tagen online ist und wir auf Twitter gerade eine Woche aktiv sind, haben wir wohl damit ein gutes Angebot hinbekommen, das auch so angenommen und benötigt wird. Die Zahlen alleine zeigen das ja. Wir bekommen jeden Tag neue Hinweise und Anregungen. Und auch viel Zuspruch.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Ihr habt euch dazu entschieden, die Kommentarfunktion auszuschalten. Warum?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Die Kommentarfunktion ist nicht durchgängig ausgeschaltet. Dazu gibt es genug Möglichkeiten, uns zu erreichen, wovon ja auch reger Gebrauch gemacht wird. Es macht an vielen Stellen nur einfach keinen Sinn, wenn viele Kommentare einen Beitrag &#8220;verwässern&#8221;. Die generelle Information über den Standort x oder y benötigt ja keinen direkten Kommentar. Wir wollen damit die Übersichtlichkeit beibehalten und zudem eben die reine Information transportieren, um die es uns ja letztlich geht.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wird damit nicht die Reichweite und neue Ideen eingeschränkt?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Ich denke nicht, da wir ja in ausreichendem Maß erreichbar sind und erreicht werden. Wir erhalten viele Kommentare, Anregungen, Links oder Wünsche zur Eintragung oder Ergänzung. Neuen Ideen gegenüber sind wir sehr offen und regen dazu ja auch immer wieder an. Es ist letztlich Neuland für alle. Insofern betrachten wir uns auch als offenes Projekt. Wir wissen selbst nicht genau, ob es nicht in zwei oder drei Wochen noch ganz andere Punkte auf der Website geben wird, an die wir aktuell noch gar nicht so denken.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Beim Einrichten der Website, welche Gedanken kamen dabei auf? Wart ihr zum Beispiel überrascht, von der Menge an Initiativen oder eher nicht?</p>
<p>Die Anzahl der Initiativen war uns ja im Vorfeld im Wesentlichen bekannt. Dass es so viele sind, führte ja zu der Idee der sammelnden Facebook-Gruppe und dann zur Website. Die ersten Gedanken waren, eine schlanke, knappe und schnörkellose Website zu machen, die reine Information als das zu Vermittelnde. Also eher ein puristischer Ansatz, denn Schnickschnack und so manches „<span lang="en-US">fancy tool</span>“, das man sonst vielleicht verwendet, hilft ja nicht bei unserem Gedanken, eine Informations-Plattform zu sein und wird schlicht nicht benö<span lang="da-DK">tigt.</span></p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Habt ihr schon Feedback bekommen?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Jeden Tag, sachliches Feedback, aber auch wirklich viel lobende und anerkennende Worte. Das ehrt uns, aber uns geht es ja vor allem um die Sache, also eine Plattform mit allen Informationen anzubieten. Wir selbst stehen dabei nicht im Vordergrund. Aber dennoch freuen wir uns natürlich über jeden Zuspruch und jede Bestärkung, wie auch jede Ergänzung oder Kritik.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welch technischen und konzeptionellen Probleme habt Ihr beim Erstellen der Seite und der Social-Media-Profile gehabt?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Wir haben die Seite ja als Subdomain unter WordPress begonnen, also als free-account. Folge sind sicherlich einige technische Limitierungen. Dabei ist das größere Hindernis aber wohl am Ende dann meine fehlende Sachkenntnis in der Website-Erstellung und nicht nur die Limitierung des free-accounts. Manche Dinge sind gedanklich noch in der Schwebe, weil die technische Umsetzung auch unter Berücksichtigung des Datenschutzes bei dem Anbieten und Vermitteln von privaten Unterkünften z.B. erst noch gefunden werden muss. Gleiches gilt im Wesentlichen für all die Bereiche, in denen sich Menschen gegenseitig finden sollen, z.B. wenn jemand Spenden hat, diese aber nicht bewegen kann und einen Fahrer sucht. An solchen Lösungen arbeiten wir noch. Dabei ist eben der Datenschutz besonders wichtig, weil es inzwischen auch schon Bedrohungen einzelner Personen an anderer Stelle gegeben hat. Dies wollen wir natürlich nicht befördern.</p>
<p>Facebook andererseits bietet ja auch durchaus Unterstützung für Websites, allerdings geht man dann bei Facebook von einer Facebook-Seite und nicht von einer Facebook-Gruppe aus. Deshalb haben wir zwar eine Verlinkung auf der Seite zur Gruppe, aber nicht den Komfort des Widgets für eine Seite. Letztlich war uns wichtig, dass die Seite nicht zu verworren und möglichst klar aufgebaut ist. Dazu wollten wir unbedingt auch mobil per Smartphone oder Tablet erreichbar sein un<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitat3.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-146791  alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/zitat3-630x394.jpeg" alt="zitat3" width="425" height="266" /></a>d dort eine gute Darstellung anbieten.<br />
Twitter verschafft uns die Möglichkeit, schnell Informationen zu transportieren. Das hat auch schon geholfen, als es z.B. um die private Unterbringung von Flüchtlingen ging, die am LaGeSo nicht mehr versorgt werden konnten. Facebook ist dabei das zentrale Medium, aus dem wir den überwiegenden Teil unserer Informationen beziehen.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Funktion soll die Website in Zukunft noch übernehmen, wenn die Unterbringung/Versorgung der Flüchtlinge erst mal geregelt ist?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Ich denke und befürchte, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis diese Regelung eintritt. In naher Zukunft werden sicherlich noch weitere Erstaufnahmen eingerichtet werden. Vielleicht können wir aus der Erfahrung der anderen Unterkünfte eine Art Leitfaden liefern, frei nach dem Motto &#8220;Wie baue ich am schnellsten eine Erstaufnahme auf?&#8221;. Vielleicht können wir die Struktur dazu liefern für Bedarfs- und Helfer-Listen, Leitfäden etc. Das ist eine Idee. Möglicherweise können wir auch fü<span lang="nl-NL">r andere St</span>ädte so etwas wie unsere Seite anbieten, wobei dies dann von Menschen vor Ort betreut<span lang="nl-NL"> werden m</span>üßte. Und letztlich wollen wir ohnehin eine Info-Plattform sein und bleiben für Menschen in Not, ob nun Flüchtlinge, Obdachlose, Menschen in Armut oder welchen schwierigen Umständen auch immer.<br />
Es hat sich eine enorme Hilfsbereitschaft unter den Menschen entwickelt. Das soll keine kurzfristige Sache bleiben, sondern wir möchten diesen Schwung der Hilfsbereitschaft gerne mitnehmen. Zunehmend kommen auch Firmen auf die Idee, Spendenprojekte unterschiedlichster Art aufzusetzen. Hierbei können wir zukünftig auch helfen, die notwendigen Informationen zusammenzutragen, Spenden in die richtige Richtung zu lenken und bei der Organisation zu helfen.<br />
Wir sind inzwischen an zahlreichen Stellen gelistet. Dazu gehören Seiten, die naheliegend sind, wie z.B. die des Flüchtlingsrates Berlin. Daneben finden wir uns aber auch in diversen intranets großer Unternehmen wieder. Charité, BSR und BVG sind nur stellvertretend genannt. Hier wird offenbar für die Mitarbeiter auch einiges getan, um deren Hilfsbereitschaft zu unterstützen. Wenn wir dazu beitragen können, freut uns das.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welchen Rat könnt ihr jemandem geben, der ähnlich wie ihr die Nachfrage nach solch einer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Website sieht und selbst eine erstellen möchte?</p>
<p><strong>Christian:</strong> Simpel gesagt &#8211; kopiert uns. Kopiert uns insofern, daß es nicht auf die Schönheit und die Feinheiten der Website-Programmierung ankommt. Niemand wird eine Preis für die schönste Seite haben wollen. Fangt einfach an, selbst wenn nur das Grundgerüst steht und nicht erst dann, wenn ihr meint, daß es nun perfekt wäre. Irgendwann am Anfang haben wir mal gesagt &#8220;lieber mit dem klapprigen Käfer schon mal losfahren als auf den tollen Neuwagen sparen, aber deshalb nirgends ankommen&#8221;. Steht das Grundgerüst, legt los. Der Rest findet sich von alleine.</p>
<p>Bild: Netzwerk &#8220;Berlin hilft&#8221;</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="418" height="73" /></p>
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		<title>Smarte Dorfrettung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 13:53:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landflucht]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfrettung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule Rhein-Wa]]></category>
		<category><![CDATA[smart Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[smart rural areas]]></category>
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					<description><![CDATA[Saubere Luft, frisch gemähtes Gras, zwitschernde Vögel, selbstgebackener Apfelkuchen und spielende Kinder auf endlosen Wiesen. Das Landleben lässt sich in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/street-768589_640.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146723 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/street-768589_640.jpeg" alt="street-768589_640" width="640" height="280" /></a>Saubere Luft, frisch gemähtes Gras, zwitschernde Vögel, selbstgebackener Apfelkuchen und spielende Kinder auf endlosen Wiesen. Das Landleben lässt sich in wunderschönen Farben malen. Dennoch, die Einwohnerzahlen von halb städtischen und dünn besiedelten Regionen sprechen für sich &#8211; immer mehr Menschen, vor allem junge, ziehen weg.</p>
<p>Das Problem „Landflucht“ gibt es schon länger und wird immer wieder aufgegriffen. Dennoch wird mehr über Städte und die Verbesserung deren Struktur, Lebensqualität und Sonstiges gesprochen. Die Tatsache aber, dass <span lang="zxx"><a href="http://www.it-zoom.de/mobile-business/e/smart-rural-areas-das-landleben-von-morgen-10810/">zwei Drittel</a></span> der Deutschen eben doch in ländlichen Regionen leben, sollte zum Umdenken anregen. Ein Umschwung muss her. Da muss es doch eine Lösung geben, um das Leben auf dem Land auch für junge Menschen und Familien wieder attraktiv zu machen.<br />
Genau das haben sich folgende zwei Initiativen zur Aufgabe gemacht.</p>
<h3>Smart Rural Areas</h3>
<p>Am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern läuft derzeit ein Projekt, bei dem Technik und Algorithmen das Leben auf dem Land verbessern sollen. Die Forschungsinitiative unter dem Namen <span lang="zxx"><a href="http://www.iese.fraunhofer.de/de/innovation_trends/sra.html">„Smart Rural Areas“</a></span> wird von Dr.-Ing. Mario Trapp geleitet und wurde <span lang="zxx"><a href="http://www.iese.fraunhofer.de/de/presse/press_archive/press_2014/PM_2014_21_080714_land_der_ideen2014.html">2014</a></span> von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutsche Bank ausgezeichnet.</p>
<p>Besonders wichtig sind bei dem Projekt „Smart Rural Areas“ Aspekte der Landwirtschaft, Krankenversorgung, Mobilität und generell Infrastruktur. Es mangelt oft an, grundlegenden Dingen wie einem Supermarkt oder einer Gaststätte, sogar Netzempfang ist ein Problem. Aber auch an Ärzten fehlt es sowie an öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit smart farming, moderner medizinischer Überwachung und Carsharing-Varianten sollen diese Probleme angegangen werden. Dabei geht es auch darum, vorhandene Ressourcen bestmöglich auszuschöpfen. So kann jemand, der mit dem Auto in den nächstgrößeren Ort zum Einkaufen fährt, doch gleich noch andere Personen oder zum Beispiel Post mittransportieren. In zahlreichen Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen erarbeiten die Forscher neue Wege. Durch den Einsatz intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologien will das Team im ländlichen Raum Probleme der Mobilität und Logistik durch neue Geschäftsmodelle lösen, Infrastruktur und Gebäudemanagement durch IT Einsatz effizienter nutzen und neue Arbeitsmodelle durch modernste Technologie und Organisationsmodelle einleiten.</p>
<p>Das Institut richtete dafür ein <span lang="zxx"><a href="http://www.iese.fraunhofer.de/de/innovation_trends/sra/digitale_doerfer.html">Living Lab</a></span> ein, das als Entwicklungs- und Evaluierungsplattform die notwendige Infrastruktur schaffen soll. Dort entwickeln die Forscher Ideen für innovative Produkte und können sie auch gleich testen. Die Westpfalz fungiert dabei als Modellregion. Landkreise oder Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz, die an dem Projekt interessiert sind, können sich als Modell anbieten und werden dann national und international als Digitales Dorf präsentiert.<br />
Für die Umsetzung der Ziele ist aber einiges an Software nötig und natürlich müssen die Einwohner mitmachen. Darum arbeitet das Fraunhofer-Institut eng mit den Bewohnern von Testgebieten zusammen.</p>
<h3>Smart Village</h3>
<p>Die enge Zusammenarbeit ist auch bei dem zweiten Projekt wichtig, das hier vorgestellt werden soll. Die Rede ist von einem Dorf am Niederrhein. Das 800 Einwohner-starke Örtchen namens Grieth hat das Interesse einer Hochschule geweckt. Die Studenten des Fachs „International Business and Social Science“ der Hochschule Rhein-Waal arbeiten an einem Forschungsprojekt zur Dorfrettung. Denn auch Grieth hat mit sinkenden Einwohnerzahlen, schwindender Perspektive und schlechter Infrastruktur zu kämpfen. Es ist zwar bekannt für seine schönen alten Fachwerkhäuschen, doch viele davon stehen leer. Das sollen die jungen Forscher nun ändern: auch hier soll ein Smart Village entstehen. Die Einwohner finden das gut und machen mit. Zum Beispiel, indem sie an den Umfragen der Studenten teilnehmen. Auch diese Forschungsinitiative wurde von „Deutschland – Land der Ideen“ im Jahr <span lang="zxx"><a href="https://www.land-der-ideen.de/ausgezeichnete-orte/preistraeger/forschungsprojekt-smart-villages">2015</a></span> ausgezeichnet und das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen trägt mit <span lang="zxx"><a href="http://www.hochschule-rhein-waal.de/de/fakultaeten/kommunikation-und-umwelt/forschungsprojekte/smart-villages">240.000</a></span> Euro Fördermittel zum Smart Village bei. Grieth, mit seinen typischen Problemen, soll als Testmodell dienen. Die erarbeiteten Konzepte können dann später auch auf andere Orte angewandt werden. Ein Projektbüro im Dorf ist der Ausgangspunkt für Aktivitäten und auch Diskussionsforen, Online-Fragebögen, Newsletter, E-Mail-Verteiler und Social Networks sollen den Austausch von Bürgern und Wissenschaftlern unterstützen. Da es in dem Ort nicht mal mehr eine Gaststätte gibt, fehlt auch ein typischer Treffpunkt für die Einwohner. Einkaufsmöglichkeiten gibt es keine und auch Busse fahren selten – es lohnt sich einfach nicht mehr. Denn alle Investitionen müssen immer durch die Anzahl der Einwohner geteilt werden, also wird es pro Person teurer wenn wieder jemand wegzieht. Und irgendwann eben, so wie in Grieth, rechnet sich auch ein Tante-Emma Laden nicht mehr. Daran arbeiten die Projektteilnehmer als erstes. Ein Lösungsansatz kann zum Beispiel sein, mehrere Dienstleistungen in einem anzubieten. Ein Dorfladen, der gleichzeitig  Post, Bank, Mitfahrzentrale, Sozialstation und ein betreutes Internetcafé beinhaltet, ist ein Beispielkonzept. Die Bürger können dort ihre sozialen Kontakte pflegen und ins Gespräch kommen. Den öffentlichen Nahverkehr könnten ein Regiotaxi, Car-Sharing oder Mitfahrzentralen ergänzen. Auch die Themen Energie, Tourismus und e-Mobilität, Senioren-WG, Studentisches Wohnen und Breitbandversorgung werden die Studenten im späteren Projektverlauf noch anpacken.</p>
<p>Diese Forschungsinitiativen zeigen, dass die Zukunft eben doch nicht nur in den Smart Cities liegt, sondern auch Dörfer ziemlich smart sein können. Und irgendwie ist es ja auch echt schön auf dem Land — wenn eben nur das mit dem Handyempfang klappen würde.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/users/Unsplash-242387/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a> <a href="https://pixabay.com/service/terms/#usage">CC0 Public Domain</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="418" height="73" /></p>
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		<title>Zusammen im Netz &#8211; Sommerreihe 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 14:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Dating]]></category>
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		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Schon längst sind fast alle Lebensbereiche digital berührt. Nicht nur „unter anderem“, sondern eher „vor allem“ die zwischenmenschlichen Beziehungen haben durch den digitalen Wandel eine neue Dimension erreicht. Schnelle, günstige und globale Kommunikationsmöglichkeiten schlagen ein neues Blatt der Geschichte in puncto Beziehungen auf. Familie, Freunde und Partner sind einfach und durch unterschiedlichste Medien mit fast allen Sinnen adressierbar. Mal ist es der bloße Austausch via Kurznachricht, das Senden einer Voicemail oder gar der Videochat, wodurch uns unsere Liebsten stets nahe sind. Aber nicht nur Neuigkeiten werden auf diese Weise ausgetauscht, auch Sinne des Hörens und Sehens werden angesprochen und senden viel mehr als bloß reine, sachliche Informationen. Es werden Gefühle vermittelt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zahlreiche Websites, soziale Netzwerke und Apps ermöglichen den ständigen Austausch mit den Menschen, die uns wichtig sind. Und erlauben uns zu wissen, was aktuell ansteht, wie die neue Frisur aussieht oder wie groß die Enkel geworden sind &#8211; Kommunikation auf den unterschiedlichsten Ebenen. Aber was geschieht dabei mit der Beziehung an sich? Das Gefühl jemanden zu kennen, alle Facetten eines Menschen zu erfassen, verliebt zu sein, gute Freundschaft und familiäre Nähe zu spüren – ist das digital machbar? Gefühle aus Einsen und Nullen herstellen? Und was ist eigentlich mit Bekanntschaften die aus dem Netz heraus entstehen? Sollten diese besser digital bleiben oder kann der Sprung in die analoge Welt gelingen?</p>
<p>Mit diesen Fragen beschäftigt sich die diesjährige Sommerreihe von politik-digital.de und geht verschiedenen Formen der Beziehung in Zeiten von digitaler Medien auf den Grund. Fernbeziehungen&#8230;Onlinedating&#8230;.alte Bekanntschaften erhalten&#8230;. oder neue Freundschaften schließen – es gibt zahlreiche Wege und Geschichten, wie sich zwischenmenschliche Intimität im Netz bildet und erhält.</p>
<h3>Die Onlinewelt von Liebe und Freundschaft in Zahlen</h3>
<p>Einen Weg, um mit Freunden, Partnern und Familie in Kontakt zu bleiben, haben die <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/">800 Millionen</a></span> Whatsapp-Nutzer schon gefunden. Der Instant-Messenger verbindet Personen rund um den Globus und ermöglicht es, Nachrichten, Bilder und Videos in Echtzeit zu verschicken. Um das Funktionieren der App kümmern sich gerade mal <span lang="zxx"><a href="http://blog.whatsapp.com/472/400-Millionen-Geschichten?">50 Angestellte</a></span>.<br />
Der Facebook-Messenger wird von <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">700 Millionen</a></span> Menschen genutzt. Durchschnittlich verbringen Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">45 Minuten </a></span>pro Tag in der Facebook-, Messenger- oder Instagram-App. Zum Vergleich: laut optimistischer Erhebungen spricht ein Ehepaar im Durchschnitt nur <span lang="zxx"><a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ehepartner-haben-sich-mehr-zu-sagen--als-gemeinhin-angenommen-wird--das-behauptet-eine-studie-hoerst-du-mir-ueberhaupt-zu-,10810590,10734468.html">93 Minuten</a></span> am Tag miteinander &#8211; also etwa eine Spielfilmlänge. Von den rund <span lang="zxx"><a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/05/PD14_185_122.html">14 Millionen</a></span> Alleinstehenden in Deutschland suchen laut der Website Single-Börsen-Vergleich etwa <span lang="zxx"><a href="http://www.singleboersen-vergleich.de/presse/online-dating-markt-2013-2014.pdf">8 Millionen </a></span>ihr Liebesglück im Netz. Der Vermittlungsmarkt boomt, was daran deutlich wird, dass es allein in Deutschland <span lang="zxx"><a href="http://www.servicevalue.de/studien-tests/themenschwerpunkte/sonstige-themen/studie/deutschland-test-partnervermittlungen-und-singleboersen-2014/">2.000</a></span> verschiedene Singlebörsen, Partnervermittlungen, Seitensprung-Portale oder Sextreffs gibt. Die Websites bieten jedem Nutzer das, was er sucht: ob feste Beziehung oder eine kurze Affäre, an Auswahl fehlt es jedenfalls nicht.</p>
<p>Das Internet bietet viel Raum für individuelle Herangehensweisen. Intensive Gespräche sind nicht nur nachts auf einer Parkbank schön, auch online gibt es viele Möglichkeiten, sich über Tiefgründiges auszutauschen. Das World Wide Web bietet günstige Rahmenbedingungen für solche Gespräche, und dies ist ein wichtiger Schlüssel zur Intimitätsentwicklung. Während auf Single-Börsen Websites knapp jeder zweite Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252673/umfrage/alter-der-nutzer-von-online-dating-in-deutschland/">über 50 Jahre</a></span> alt ist, ist die deutliche Mehrheit der <span lang="zxx"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/tinder-dating-app-hat-zwei-millionen-nutzer-in-deutschland-a-1015930.html">2 Millionen </a></span>Nutzer der Flirt- und Kuppel-App <a href="https://www.gotinder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder </a>unter 34 Jahre alt. Daraus werden Zielgruppen und Absichten recht gut erkennbar. Angeblich trifft sich aber nur <a href="http://paragonpoll.com/mobile-dating-tinder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einer<span lang="zxx"> von fünf</span> </a>Tinder-Nutzern auch wirklich mit einem Tinder-Match, also einer virtuell eingeleiteten Sympathie. Insgesamt beginnt dennoch über ein Viertel aller Partnerschaften im Internet. Leider wird das Internet aber auch immer häufiger zum Trennungsgrund: Ein Drittel der 5.000 Scheidungen, die im letzten Jahr bei der britischen Agentur Divorce-Online eingereicht wurden, erhielten einen Hinweis auf das soziale Netzwerk Facebook. Jede <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/fremdgehen-in-sozialen-netzwerken-scheidungsgrund-facebook-1.1031854">fünfte</a> Scheidung in Amerika geht bereits auf Facebook und das Kommunikationsverhalten deren Nutzer zurück. Und die Tatsache, dass <a href="https://www.globalwebindex.net/blog/what-to-know-about-tinder-in-5-charts">42%</a> der Tinder-Nutzer bereits vergeben sind, macht den Kreis rund.</p>
<h3>Sommerreihe beleuchtet verschiedene Facetten von Beziehungen im Netz</h3>
<p>Der durchschnittliche Facebooknutzer hat <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/der-facebook-boersengang/zehn-jahre-facebook-7-dinge-die-sie-ueber-facebook-nicht-wissen-12782981.html">342</a> Freunde. Ein Deutscher hat laut Wissenschaftszentrum für Sozialforschung im Schnitt 3,3 wirklich gute Freunde.<br />
Das Internet bietet uns einen Weg, Bekanntschaften zu erhalten, die möglicherweise sonst längst keine mehr wären. Distanzen zu überbrücken, um eine Liebe am Leben zu erhalten. Den Kontakt zu Geschwistern und Eltern -auch nach einem Umzug in eine ferne Stadt- intensiv zu pflegen. Menschen zu treffen, denen man sonst nie begegnet wäre, und Fantasien auszuleben, für die im Alltag kein Platz ist. Welchen Einfluss das auf Gefühle, Intensität, Echtheit und Vertrauen zwischen Menschen hat, soll in mehreren Artikeln dieser Sommerreihe untersucht werden. Dafür werden wir verschiedene Facetten digital gelebter Beziehungen, technische Neuheiten und interessante Lebensgeschichten vorstellen.</p>
<p><strong>Lesen Sie weiter:</strong> Tinder, Grindr, Finya – Was ein bisschen nach Kindernamen für Fantasy Fans klingt, sind digitale Orte der modernen Partnersuche. Im Internet Menschen zu finden, um sie zu daten und zu lieben, fällt nicht mehr aus dem Rahmen. Sondern ist eine unter vielen Möglichkeiten, mit potentiellen Liebes- und Sexpartnern in Kontakt zu kommen. Als neue Kulturtechnik und neues Geschäftsmodell beschäftigt Online-Dating Wissenschaftler und Journalisten gleichermaßen wie Business Manager und Entrepreneurs. Unsere Redakteurin Alexa Schaegner hat sich gefragt, wer, wie und warum eigentlich auf Online-Partnersuche geht. Was sie herausgefunden hat,<a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitaler Habitus: Können wir uns im Netz neu erfinden?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitaler-habitus-koennen-wir-uns-im-netz-neu-erfinden-146514/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 15:38:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Bourdieu]]></category>
		<category><![CDATA[Habitus]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Miieus]]></category>
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					<description><![CDATA[Im analogen Leben grenzen wir uns durch Sprache, Kleidung, Verhalten und Ziele von anderen sozialen Gruppen ab. Inwiefern aber haftet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/digitaler-habitus-koennen-wir-uns-im-netz-neu-erfinden-146514/attachment/artikelfoto-digitaler-habitus/" rel="attachment wp-att-146518"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146518" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelfoto-Digitaler-Habitus.jpg" alt="Artikelfoto Digitaler Habitus" width="640" height="349" /></a>Im analogen Leben grenzen wir uns durch Sprache, Kleidung, Verhalten und Ziele von anderen sozialen Gruppen ab. Inwiefern aber haftet uns auch im Netz unser Habitus an, und wie äußert er sich dort? Entstehen im Netz neue soziale Felder, oder bilden sich dieselben Milieus wie auch in der analogen Welt? Verfestigt das Internet also bestehende Grenzen oder erschaffen wir uns dort neu?</p>
<p>Der Habitus umfasst nach Pierre Bourdieu (1930-2002) allgemein das Auftreten, die Gedanken und Umgangsformen, Sprache, Vorlieben und alle Gewohnheiten eines Menschen. Der Habitus ist demnach die Verinnerlichung des Umfelds und der Herkunft einer Person. Er ist geprägt durch mehr oder weniger Teilhabe an gesellschaftlichen Gütern (ökonomisches, kulturelles, soziales Kapital). Bourdieu teilt die Gesellschaft in unterschiedliche Felder/Milieus ein, gemessen an der Erreichbarkeit und Teilhabe an diesen gesellschaftlichen Gütern. Durch die Verinnerlichung des Lebensraums, der dort gemachten Erfahrungen und Verhaltensstrukturen entsteht ein Konstrukt aus Denk- und Handlungsweisen, das einen Menschen hinsichtlich seiner Entscheidungen und seines Verhaltens maßgeblich lenkt. Das bedeutet auch, dass jeder Mensch aus einem begrenzten Spektrum an Handlungsoptionen heraus agiert. Das Habitus-Konzept ist also ein System von Grenzen und Limitierungen.</p>
<p>Das Internet, der digitale Lebensraum, bietet allerdings einen nahezu unendlichen Pool an Möglichkeiten, Entscheidungen und Verhaltensweisen und hebt viele Grenzen auf. Im Netz scheint es leicht zu sein, das eigene Umfeld zu erweitern und mit Menschen aus anderen Milieus in Kontakt zu kommen. Die Frage ist nun, ob und inwiefern es in der digitalen Welt ebenfalls soziale Felder und habituelle Handlungsschemata gibt, beziehungsweise wo deren Grenzen sind. Dieser Frage gehen auch die sogenannten Sinus-Milieus nach.</p>
<p>Die <a href="http://www.sinus-institut.de/fileadmin/dokumente/Infobereich_fuer_Studierende/2015-01-01_Infoblatt_Sinus-Milieus_Studentenversion.pdf">Sinus-Milieus</a> werden seit 1972 von der gleichnamigen Agentur ermittelt. Dabei werden Menschen mit ähnlichen Lebensweisen und Lebensauffassungen in zehn strukturierte Milieus gruppiert, wobei die Grenzen sich überlappen. Aspekte aus Beruf, Bildung, Grundeinstellungen und Aktivitäten werden untersucht und bilden die Lebenswelt der Gesellschaft ab. Seit zwei Jahren hat Sinus  die Milieus auch auf die digitale Lebenswelt übertragen.</p>
<h3>Digitale Sinus-Milieus</h3>
<p>Die <a href="http://www.sinus-institut.de/fileadmin/dokumente/downloadcenter/Artikel_und_Vortraege/2014-04-04_Pressemitteilung_Digitale_Sinus-Milieus.pdf">digitalen Sinus-Milieus </a>untersuchen erstmals die digitale Lebenswelt auf dieselbe Weise, wie auch die herkömmlichen Sinus-Milieus ermittelt werden. Menschen werden anhand von gewissen medienbezogenen Faktoren in Gruppen (Milieus) zusammengefasst und erlauben so eine „Landkarte“ der Gesellschaft hinsichtlich der Nutzung digitaler Medien. Veröffentlicht wurde unter anderem eine Digital User Group <a href="http://www.netzstrategen.com/media/2014-01-14_Kartoffel_Digital-User-Groups_722x543.jpg">Grafik</a>, bei der die Gesellschaft in sieben Milieus eingeteilt ist und sich mit dem Zugang und der Nutzungsweise/Intensität auseinandersetzt.</p>
<p>Ursprünglich für die Zielgruppenanalyse in der Werbung entwickelt, bietet die Erhebung auch interessante sozialwissenschaftliche und politische Ergebnisse. Aus der Grafik wird deutlich, dass gewisse Übereinstimmungen der digitalen und analogen Welt vorhanden sind. Die Milieus gleichen sich zwar nicht eins zu eins, dennoch sind sie aber ähnlich fragmentiert. Daraus lässt sich schließen, dass sich Bildung, Einkommen und Beruf, sowie Grundhaltung zu Geld, Familie, Politik und Konsum nicht nur auf die analoge Welt, sondern deutlich auch auf das Verhalten im Internet auswirken.</p>
<p>Der Habitus, also die verinnerlichte Lebensweise und Lebensauffassung der direkten Umgebung, prägt auch Entscheidungen, Umgangsform und Einstellungen im und zum Internet. Insofern kann man also von einem milieuspezifischen Umgang mit digitalen Medien sprechen. Dabei stellt sich die Frage, ob sich der digitale Habitus im Netz immer deutlich abzeichnet. Kann man, wie in der analogen Welt auch, anhand des Verhaltens im Internet erkennen, welchen persönlichen Hintergrund ein Mensch hat? Womöglich bewegen sich die Menschen im Internet viel authentischer und werden ihrem Habitus somit mehr gerecht als in der analogen Welt. Die Erfahrung, anonym mutiger, ehrlicher oder offener zu sein, kennen viele. Das Internet bietet genau das: Grenzen ertasten, von denen man sich sonst fern hält. Sei es aus Höflichkeit gegenüber anderen, oder aus Angst vor der Reaktion anderer. Im Internet sind die Hemmungen geringer.</p>
<p>Ist es also möglich, dass sich die habituell bedingten Grenzen unserer Denk- und Handlungsweise im Internet erweitern? Können wir gar aus unserem üblichen Milieu leichter heraustreten und mal etwas anderes probieren?</p>
<p>Wie und wo sich eine Person sowohl im analogen als auch im digitalen Raum bewegt, ist vom eigenen Milieu abhängig. In der analogen Welt sind das Schauplätze wie Beruf, Wohnbezirk und Familie. In der digitalen Welt ist entscheidend, auf welcher Plattform man sich bewegt, ob man bei Facebook, Twitter oder Linkedin angemeldet ist, welche Nachrichtenseiten aufgerufen werden und auf welchen Foren man aktiv ist.</p>
<p>Spaltet sich also doch auch im Netz die Gesellschaft in ihre Milieus auf und vermischt sich doch eher wenig?</p>
<p><a href="http://www.medienpaed.com/globalassets/medienpaed/17/biermann0908.pdf">Befunde </a> belegen, dass das Internet nicht unbedingt der große „Gleichmacher“ ist, wie einst erhofft wurde. Das bedeutet, dass sich auch im Netz soziale Ungleichheiten reproduzieren. Der Zugang zu digitalen Medien und die Fähigkeit damit umzugehen sind Faktoren, die darüber entscheiden wie und ob eine Person das Internet nutzt. Hinzu kommt aber auch der persönliche Hintergrund (Habitus). Er beeinflusst stark, wo sich eine Person im Netz bewegt, und wie sie sich dort präsentiert. Dadurch können sich die Milieus auch in der digitalen Welt ihre eigenen Schauplätze konstruieren, ohne groß mit anderen Milieus in Berührung zu kommen. Die soziale Ungleichheit ist auch im Internet gegenwärtig.</p>
<p>Technisch betrachtet könnte es also möglich sein, sich online in milieufremden Arenen zu bewegen, andere Erfahrungen zu machen und den eigenen Horizont zu erweitern. Doch die Grenzen des eigenen Habitus leiten uns dann doch oft wieder in bekannte Gefilde, die wir kennen und in denen wir uns bereits zuhause fühlen.</p>
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<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/132604339@N03/18161731052" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joe The Goat Farmer </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
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