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	<title>Tobias Mayer &#8211; politik-digital</title>
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		<title>WikiLeaks vs. Hollywood: Enthüllungsplattform schießt gegen Kino-Thriller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 11:25:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133976" alt="WikileaksPRSchlacht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg" width="600" height="399" /></a>Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform WikiLeaks, deren Geschichte jetzt über die globalen Leinwände flimmert. Julian Assange findet: Der Thriller „Inside WikiLeaks &#8211; Die fünfte Gewalt“ ist ein gefährliches Zerrbild. Die PR-Schlacht hat begonnen.<br />
Im Januar 2013 bekommt der Schauspieler Benedict Cumberbatch („Sherlock“) eine <a href="http://wikileaks.org/First-Letter-from-Julian-Assange.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail </a>von Julian Assange, den er zuvor vergeblich zu kontaktieren versucht hatte. Cumberbatch wollte zur Vorbereitung auf seine Rolle im Thriller „Inside WikiLeaks“ mit Assange sprechen, erhielt jedoch lange keine Antwort von dem WikiLeaks-Gründer, der – ebenso wie seine Whistleblower-Plattform – nicht in die Produktion des Films involviert war.<br />
Einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten erfährt Cumberbatch dann dank dieser E-Mail doch noch unmissverständlich, wie sehr Assange den Film ablehnt. Cumberbatch weiß von da an zweifelsfrei: Er wird einen Mann spielen, der nicht gespielt werden will, zumindest nicht nach dem vorliegenden Drehbuch.</p>
<h3>Bilder sind gefährlich</h3>
<p>Assange hält „Inside WikiLeaks“ für eine gegen ihn gerichtete Waffe. Er kennt die Macht der Traumfabrik, deren Bilder sich zumeist sehr fest in die Köpfe des Kinopublikums fressen – weil die Zuschauer an den Kinokassen nie bloß Tickets kaufen, sondern immer auch Deutungsschablonen.<br />
Wobei in Assanges Mail wieder offenkundig wird, dass er seine eigene Deutungsweise hat. Das Produktionsstudio Dreamworks stehe demnach in Verbindung mit WikiLeaks‘ wahrscheinlich größtem Feind: der US-Regierung. Welcher Natur diese Verbindung sein soll, führt Assange nicht aus und bemüht somit ein verschwörungstheoretisches Argumentationsmuster, in das sich z. B. auch seine Sicht auf die angeblich miteinander verbandelten Massenmedien (MSM = Mainstream Media) fügt.<br />
Etwas konkreter wird Assange, wenn er schreibt, was ihn an „Inside WikiLeaks“vor allem stört. Der Film basiert auf zwei Sachbüchern, die er nicht beim Namen nennt, aber für stark diskreditierend hält: <a href="http://politik-digital.de/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„WikiLeaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</a> von den Guardian-Journalisten Luke Harding und David Leigh sowie „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ des ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiters Daniel Domscheit-Berg. Beide Bücher setzen sich kritisch mit Assange und WikiLeaks auseinander. Sie sind der Grund, warum WikiLeaks unmittelbar nach Bekanntgabe der Produktion des Hollywood-Films über die Enthüllungsplattform twitterte:</p>
<blockquote><p>„This is how bullshit ends up being history: Spielberg [einer der Gründer von Dreamworks] lines up WikiLeaks film based on books by opportunists.“</p></blockquote>
<p>Twitter ist der Kanal, von dem aus WikiLeaks auch heute sein Image verteidigt. „Inside WikiLeaks“ lief am 18. Oktober in den US-amerikanischen Kinos (unter dem Titel „The Fifth Estate“) an. WikiLeaks konnte diesen PR-Schlag nicht unbeantwortet lassen, weswegen die Enthüllungsplattform sich alleine am Tag des Filmstarts in 18 Tweets mit dem Film auseinandersetzte. Dessen geringe Besucherzahlen spielten der WikiLeaks-PR in die Hände, gaben eine Steilvorlage für bissig-hämische Kommentare. Der Tenor: Der Film ist Dreamworks‘ größter Flop seit zehn Jahren – aber wer hätte vom „Twilight“-Regisseur Bill Condon auch etwas anderes erwartet? Julian Assanges Freunde scheinen ähnlich zu denken; ein gepostetes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9YrH8FyWs0&amp;feature=c4-overview&amp;list=UUcg9c3gXb_rwyqzeCaLuHDA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> soll sie nach einer Vorstellung von „Inside WikiLeaks“ zeigen, wie sie sich über den Film auslassen.<br />
Die Verantwortung für den Flop beansprucht WikiLeaks für sich:</p>
<blockquote><p>„After our boycott, Dreamworks‘ Fifth Estate is now headed to be the worst financial disaster of all time after 2003’s &#8216;Sinbad&#8217;.“</p></blockquote>
<h3>High-Speed-Enthüllungen</h3>
<p>Die Hollywood-Version von WikiLeaks‘ Aufstieg zur „fünften Gewalt“ hält sich weitestgehend chronologisch an die tatsächlichen Ereignisse. Das Tempo ist dabei so hoch, dass dem weniger sachkundigen Zuschauer der Kopf schwirren wird. Auf der einen Seite sehen wir, wie Daniel Berg (Daniel Brühl) – so hieß Domscheit-Berg vor seiner Hochzeit – rasch zum Vertrauten Assanges (Benedict Cumberbatch) aufsteigt, fasziniert von dessen Visionen und Charisma, auf der anderen Seite reiht sich Enthüllung an Enthüllung: ein Korruptionsskandal in Kenia, die Steuerhinterziehung der Schweizer Bank Julius Bär, interne Dokumente der Sekte Scientology. Dramaturgische Höhepunkte sind schließlich die Enthüllungen, mit denen WikiLeaks Journalismusgeschichte geschrieben hat: Das <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> über einen Helikopterangriff auf Zivilisten im Irak, die Warlogs aus Afghanistan und Irak – und das historisch beispiellose Offenlegen einer Viertelmillion geheimer Berichte US-amerikanischer Botschaften und des Außenministeriums.<br />
Assange wird im Film nicht dämonisiert, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Er ist einnehmend und scheint getrieben vom Ideal der Machtkontrolle, zeigt aber auch immer wieder narzisstische Züge. Die Beziehung zu Daniel Berg zerbricht hier vor allem am autoritären Führungsstils Assanges und an dessen Weigerung, die afghanischen „Kriegstagebücher“ vor Veröffentlichung um für Informanten potentiell gefährliche Details zu kürzen (zum Teil kam Assange dieser auch von den beteiligten Medien erhobenen Forderung dann doch nach, was im Film aber unerwähnt bleibt).</p>
<h3>„Das war aber ganz anders!“</h3>
<p>Dass „Inside WikiLeaks“ den Charakter Assanges und die Methoden seiner Organisation partiell infrage stellt, hat WikiLeaks dazu veranlasst, wie schon in Begleitung der Dokumentation <a href="politik-digital.de/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„We Steal Secrets“</a> ein mit Anmerkungen versehenes <a href="http://wikileaks.org/The-Fifth-Estate.html#about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehbuch</a> zu publizieren. Die Beanstandungen betreffen mögliche Petitessen und potentiell schwerwiegende Realitätsverzerrungen. Ob sich Assange nun, wie im Film dargestellt, die Haare weiß färbt oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Der Grad der Involvierung Domscheit-Bergs gehört sicher ebenfalls nicht zu den Streitfragen höchster Priorität – zumal die Macher von „Inside WikiLeaks“ keinen Anspruch auf Objektivität erheben und zugeben, die Ausgestaltung der Filmfiguren auch unter dramaturgischen Gesichtspunkten vorgenommen zu haben.<br />
Entscheidender sind die Diskrepanzen hinsichtlich des Transparenzbegriffs, die sich zwischen der Filmdarstellung und den offiziellen Verlautbarungen von WikiLeaks auftun. Ist Assanges Vorstellung von Transparenz tatsächlich so absolut, wie der Film nahelegt, gewichtet er sie also höher als den Informantenschutz? Dem widerspricht WikiLeaks in den Anmerkungen vehement, verweist etwa auf die Zurückhaltung von 15.000 Afghanistandokumenten (gleichwohl wurden 76.000 unredigiert ins Netz gestellt).<br />
Hat Domscheit-Berg wirklich im Sinne des Quellenschutzes gehandelt, als er im Zuge seines Ausscheidens bei WikiLeaks Belege über US-amerikanisch verantwortete Kriegsverbrechen in Afghanistan von den WikiLeaks-Servern mitnahm und später löschte? Wer trägt die Schuld daran, dass die unredigierten Depeschen 2011 ihren Weg ins Internet fanden – der Guardian-Journalist David Leigh, der in seinem Buch das Passwort verriet, oder Assange, der Leigh nach das Passwort entgegen einer Zusicherung nicht änderte? Und wie groß ist der Schaden, der dadurch entstand, dass die Depeschen und der Großteil der Afghanistandokumente ohne Schwärzungen für alle zugänglich geworden sind?<br />
WikiLeaks‘ Versuch des Gegensteuerns, unter anderem durch die Verbreitung eines eigenen Dokumentarfilms („Mediastan“) zum Start der Hollywood-Produktion, ist legitim; genauso legitim wie die Fiktionalisierung einer zeitgenössischen Organisation und ihrer Mitarbeiter, die ja teilweise im öffentlichen Raum agieren und öffentliche Deutungen daher aushalten müssen.<br />
Vielleicht übertreibt es WikiLeaks aber mit der Sorge um das eigene Ansehen – weil Hollywood dieses Mal gar keine so prägenden Bilder liefert. Das Kritikerecho auf „Inside WikiLeaks“ jedenfalls ist in der Summe negativ. Und nicht mal dem von Assange verdammten Guardian-Journalisten und Mitautor der Buchvorlage, David Leigh, hat die Interpretation aus Hollywood sonderlich gefallen.<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH<br />
Text:<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wikileaks-Aktivist Appelbaum wirft Guardian schwere Fehler vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 12:33:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133088" alt="InsideWikileaks" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg" width="640" height="426" /></a>Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem sie sich auch kritisch mit WikiLeaks auseinandersetzen – aber schon bald stand die britische Zeitung selbst unter Beschuss. Überraschend meldete sich im Publikum der Hacker und Assange-Freund Jacob Appelbaum mit Vorwürfen zu Wort. Er kritisierte den Guardian u. a. dafür, Sicherheitsstandards missachtet zu haben – und weitere Enthüllungen über die NSA zurückzuhalten.<br />
Sie hatten sich den Abend sicher entspannter vorgestellt. Luke Harding und David Leigh nutzten einen Berlin-Aufenthalt für die Präsentation ihres Buches „Wikileaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221;, das dieser Tage auf Deutsch erscheint. Thema der Monographie ist der als „Cablegate“ bekannt gewordene Leak einer Viertelmillion geheimer Dokumente aus den Botschaften und dem Außenministerium der USA. „Inside Wikileaks“, ein Ende Oktober startender Thriller mit Daniel Brühl und Benedict Cumberbatch, basiert zum Teil auf der Vorlage der renommierten Guardian-Journalisten. Die setzten gestern Abend in der Buchhandlung Hundt Hammer Stein in Berlin Mitte zunächst ebenfalls auf Unterhaltung. Leigh erzählte eine Anekdote von seinem ersten Zusammentreffen mit Julian Assange, bei dem der berühmte Hacker erst bis tief in die Nacht gearbeitet habe und danach einfach im Anzug auf dem Fußboden eingeschlafen sei. Doch mit den amüsanten Anekdoten war Schluss, als WikiLeaks-Unterstützer Jacob Appelbaum aus den Zuhörerreihen heraus eine Diskussion über angebliches Fehlverhalten des Guardian anstachelte. Sie ließ erahnen, welch tiefer Riss heute die einstigen Kooperationspartner trennt. Eine amorphe Internet-Enthüllungsplattform kämpft gegen ein klassisches Medium – wobei es natürlich auch um die Deutungshoheit über das Bild Julian Assanges geht.</p>
<h3>Wikileaks vs. Guardian: Alter Streit</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/buchrezension-julian-assanges-cypherpunks/">Jacob Appelbaum</a> ist Teil der Hackerszene, die ihr Elitenwissen einsetzen will, den Staaten weltweit Transparenz aufzuzwingen, allen voran seinem Heimatland USA. Appelbaum, der mehrfach dem Zugriff von Geheimdienstmitarbeitern ausgesetzt war, arbeitete für WikiLeaks und hat Kontakt zu Whistleblower Edward Snowden. Seine gestern vorgebrachte Kritik am Guardian steht in Verbindung mit beidem.<br />
Einer der Vorwürfe ist bereits älter und berührt den Streit zwischen WikiLeaks und dem Guardian:<br />
Leigh hat in der englischen Originalfassung seiner Monographie über die Enthüllungsplattform ein Passwort veröffentlicht, das Zugang ermöglichte zu über 250.000 redaktionell nicht bearbeiteten Telegrammen des US-Außenministeriums. Weltweit seien Informanten durch den Leak in Gefahr geraten, einige tatsächlich bedroht worden – ob das aufgrund des öffentlich gewordenen Passwortes geschah, ist umstritten. Auf den Vorfall angesprochen, verteidigte sich Leigh gestern erneut damit, dass ihm Assange zugesichert habe, das Passwort zu ändern. Bereits im September 2011 hatte der Guardian zudem erklärt, WikiLeaks habe bei Erscheinen des Buches keine Sicherheitsbedenken geäußert.</p>
<h3>Snowden und die Folgen</h3>
<p>Ein anderer Vorwurf ist aktueller, er betrifft den Fall „Snowden“. Appelbaum monierte, dass der Guardian Snowden keinen ausreichenden Quellenschutz geboten habe. Leighs Kollege Harding betonte daraufhin die komplizierte rechtliche Situation – und den Fakt, dass seine Zeitung sich immerhin mit einer engagierten Berichterstattung über die Geheimdienstüberwachung verdient gemacht habe.<br />
Die Behauptung Appelbaums, dass der Guardian seinen derzeit wohl bekanntesten Mitarbeiter – den Whistleblower-Kontaktmann Glenn Greenwald – nicht ausreichend gegen staatliche Repression abschirme, fand Leigh schlicht „verrückt“.<br />
Eine weitere Anschuldigung seitens Appelbaums: Der Guardian halte belastendes Material in der andauernden NSA-Affäre zurück, z. B. eine Liste aller Agenten des britischen Geheimdienstes, die im großen Stil Menschenrechte verletzten. Dieser Kritikpunkt trifft einen sensiblen Bereich, das Spannungsfeld zwischen Staat und Presse. Bekanntlich hatte der britische Nachrichtendienst GCHQ einige Guardian-Mitarbeiter im August dazu gezwungen, Festplatten zu zerstören, auf denen die von Snowden übermittelten Dokumente gelagert waren. Wohl auch deswegen verwies Harding – neben der Tatsache, dass eine Veröffentlichung der Liste Menschenleben gefährden würde – auf die strengen britischen Gesetze, die den Guardian fesseln würden.<br />
Die unerwartete Diskussion im Buchladen hat erneut gezeigt, dass die Gräben beim Thema „Leak“ längst nicht mehr nur zwischen Enthüllern und Staaten verlaufen. Mit WikiLeaks und dem Guardian kämpfen zwei in den Zielen verbundene, aber organisatorisch völlig unterschiedliche Wächter gegeneinander – jeder auch für seine eigene Reputation. Den Geheimdiensten dürfte das gefallen.<br />
&nbsp;</p>
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Bild: Cover „Wikileaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</p>
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		<title>Alter Wein in neuen Kanälen: Wie Abgeordnete Social Media nutzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2013 13:05:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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		<category><![CDATA[Lars Klingbeil]]></category>
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					<description><![CDATA[Politiker sollen bürgernah sein – was heute theoretisch besser geht denn je. Per Smartphone und Social Media können sie orts- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TwitterTypen.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132781" alt="TwitterTypen" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TwitterTypen.jpg" width="585" height="414" /></a>Politiker sollen bürgernah sein – was heute theoretisch besser geht denn je. Per Smartphone und Social Media können sie orts- und zeitunabhängig mit ihren (potentiellen) Wählern in Kontakt treten, ein Bürgergespräch ist so auch vom Bahnhofsklo aus möglich. Doch eine aktuelle Studie (&#8220;Politiker im Netz&#8221;) bestätigt, dass Abgeordnete die neuen Medien überwiegend in alter Weise bespielen: Es wird gesendet, aber kaum diskutiert.<br />
<a href="http://politik-digital.de/es-braucht-eine-gesellschaftliche-diskussion-ueber-die-kommunikationsgeschwindigkeit-der-spd-abgeordnete-lars-klingbeil-im-interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Im Interview</a> mit politik-digital.de beschrieb SPD-Netzexperte Lars Klingbeil die neue Form der Kommunikation zwischen Politiker und Bürger wie folgt: „<em>Früher lief es nur top-down, heute stehen wir im Dialog mit den Bürgern. Das ist ein totaler Umbruch.</em>“ Es scheint, als habe Klingbeil hier eher einen Wunsch beschrieben als die Realität. Der Förderverein ISPRAT („Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie“) hat untersucht, wie und aus welchem Grund Abgeordnete aus Bundestag bzw. Länderparlamenten in sozialen Netzwerken unterwegs sind.<br />
Das Web 2.0 – d. h. konkret Facebook, auf Bundesebene um Twitter ergänzt – dient demnach vornehmlich der Eigenwerbung, wobei zwischen Bundes- und Landesabgeordneten Detailunterschiede bestehen. 16 Prozent von ihnen antworteten auf die Fragen der Wissenschaftler. Der Verein teilte mit, dass die Studie somit statistisch signifikant sei, also aussagekräftig.</p>
<h3>Auf der kommunikativen Einbahnstraße</h3>
<p>Gut vier Stunden sind Abgeordnete pro Tag online, das ist dreimal so lange wie der Bevölkerungsdurchschnitt. In sozialen Netzwerken zielen sie dabei als erstes auf potentielle Wähler, die Öffentlichkeit und Unterstützer, während Medien, NGOs und Freunde/Familie nicht zum ersten Adressatenkreis zählen.<br />
Die acht aus Sicht der Parlamentarier des Bundes wichtigsten Motivationen, Social Media zu verwenden, ließen sich aber auch in klassischen Medien umsetzen. „Potentielle Wähler erreichen“ steht mit 94 Prozent Zustimmung ganz vorne, es folgen u. a. „Meinungen in meinem Umfeld prägen“ (82 Prozent) und „Mein eigenes Profil schärfen“ (78 Prozent). Erst an neunter Stelle kommt der Grund, der im Internet unkomplizierter klappt als an irgendeiner anderen Stelle des medialen Raums: „Politische Positionen mit Netzwerk diskutieren“ (78 Prozent). Kurz danach folgt dann wieder ein Medienkonsum klassischer Prägung, die Nachrichtensuche (74 Prozent).<br />
Die Motivlage der Landtagsabgeordneten gleicht in etwa der ihrer Kollegen im Bund. Ihre Diskussionsbereitschaft aber ist deutlich geringer, der Nachrichtenkonsum hat eine höhere Priorität.<br />
Man könnte also sagen, dass Abgeordnete auf ihren Smartphones da weitermachen, wo sie bei Jauch oder Illner aufgehört haben. Dazu Miriam Meckel, eine der Studienautorinnen: „<em>Wenn Politiker soziale Medien primär als Einbahnstraße für Botschaften nutzen, haben sie die Chancen von Facebook, Twitter und Co. noch nicht verstanden.</em>“<br />
Wahr ist jedoch auch: Wer als Politiker kein Talkshow-Abo hat, kann sich auf Twitter oder Facebook seinen eigenen kleinen Sender einrichten.</p>
<h3>Komm‘, richte mir auch mal so ein Twitter-Dingens ein</h3>
<p>Die Studie, für die Social-Media-Aktivitäten und Antworten von Abgeordneten ausgewertet wurden, bietet auch Aufschlüsse über Netzaffinität, Alter und Parteibindung. Drei Viertel der Parlamentarier sind täglich in einem sozialen Netzwerk aktiv – die Nutzungsart divergiert. 62 Prozent gehören demnach zu den „Profis“ (CDU, SPD, FDP). Sie sehen ihre Facebook-Accounts als Pflichtteil der Öffentlichkeitsarbeit, ohne innerlich besonders ausgeprägt für die neue Kommunikation zu brennen. Deswegen konzentriert sich die Aktivität der „Profis“ darauf, eigenes Material zu zitieren und/oder zu verlinken. Es muss halt sein.<br />
„Der Begeisterte“ (Anteil: 24 Prozent) dagegen hat wirklich Spaß am neuen Medium und tobt sich entsprechend aus. Er stellt auch mal Fragen, postet Links zu anderen Inhalten und startet Aufrufe. Wo „Profis“ vornehmlich in CDU, SPD und FDP anzutreffen sind, kommen „Begeisterte“ primär von den Piraten. Ihre Aktivität ist nicht selektiv, sondern sehr hoch.<br />
Ganz anders der „Skeptiker“: Er hat generell wenig Lust auf Social Media, seine Postings sind rar und persönlich gehalten. Im Unterschied zu den anderen zwei Typen ist er über 50 Jahre alt und entstammt vornehmlich den Reihen der Grünen und Linken, hat aber lediglich einen Anteil von 14 Prozent.<br />
Die Parteizugehörigkeit ist kein signifikanter Einflussfaktor auf das Engagement im Netz, das Alter umso mehr: je jünger, desto aktiver – die „Digitale Spaltung“ scheidet auch unsere Parlamentarier. Von denen tippt allerdings bloß die Minderheit ausschließlich selber. 82 Prozent der Bundestags- und 56 Prozent der Landtagsabgeordneten werden durch andere unterstützt. Bürgernahe Politik kann im Internet eine ziemliche distanzierte Angelegenheit sein.<br />
Die ganze Studie: <a href="http://bit.ly/1eOzoMd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://bit.ly/1eOzoMd</a><br />
Bild: Studie Abbildung 4: Typen der Social Media &#8211; Nutzung (Auszug)<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Studie: Wie twittert und bloggt das Netz über den Wahlkampf?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/studie-wie-twittert-und-bloggt-das-netz-ueber-den-wahlkampf-132417/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 13:09:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es ist Wahlkampf, aber kaum jemand spricht darüber. Doch was in Freundes- und Bekanntenkreisen gelten mag, bestätigt sich im Internet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TwitterWahlkampf.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132420" alt="TwitterWahlkampf" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TwitterWahlkampf.png" width="640" height="421" /></a>Es ist Wahlkampf, aber kaum jemand spricht darüber. Doch was in Freundes- und Bekanntenkreisen gelten mag, bestätigt sich im Internet ganz und gar nicht. Das Vodafone Institut hat zwei deutsche Universitäten beauftragt, dort hinzuhören, wo Politik sehr wohl diskutiert wird: auf Twitter und in Blogs. Die Studie belegt, dass soziale Netzwerke kein Spiegel der Gesellschaft sind – und dass das Meinungsgewicht durchaus anders gelagert ist, als so mancher Blogger vielleicht vermutet. Wer hätte das gedacht?<br />
Blogger Jens Berger (spiegelfechter.com), als Experte zur Vorstellung der von Vodafone beauftragten Studie geladen, zeigte sich angesichts des Ergebnisses überrascht. Dass CDU/CSU und FDP in jeweils knapp über 50 Prozent der untersuchten Blogbeiträge positiv oder neutral bewertet werden, hätte er nicht vermutet. Die Analyse („Wie tickt das Netz im Bundestagswahlkampf?“) hat Bergers „Filter Bubble“ zum Platzen gebracht, sein von verlinkten Blogs und Twitter-Followern gerahmtes Fenster zum Internet.<br />
Allerdings erheben die beiden Leiter der Studie, Prof. Stefan Stieglitz (Universität Münster) und Prof. Neuberger (LMU München), auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit der untersuchten Plattformen. Zum einen ist ihre – nach Aussage von Vodafone unabhängige – Studie nur ein Zwischenergebnis, denn die Gesamtauswertung soll am Jahresende folgen. Zum anderen konnten zwar alle Tweets, nicht jedoch alle Blogs durchforstet werden. Facebook blieb außen vor, weil die dortige Kommunikation größtenteils privat ist.<br />
Trotzdem: Etwa eine Million Tweets und 1.700 Posts in hundert Politik- oder Wirtschaftsblogs sollten reichen, zumindest tendenzielle Aussagen darüber zu treffen, wie Twitterer und Blogger über Tagespolitik sowie Spitzenkandidaten denken.</p>
<h3>Lass uns über Politik zwitschern</h3>
<p>Die Twitter-Schnipsel und Blogeinträge hat das Uni-Team mithilfe von automatisierten Daten-Tools und teilweise auch „per Hand“ analysiert, von Mitte Mai bis Mitte August 2013. Hinsichtlich der Parteien und der zwei Spitzenkandidaten wurden für Twitter und die Blogs Erhebungen unter jeweils drei Leitfragen vorgenommen:</p>
<ul>
<li><em>Wie oft werden die Parteien/Kandidaten genannt?</em></li>
<li><em>Welche Wertungen bekommen sie?</em></li>
<li><em>Was sind die Themen, mit denen man sie in Verbindung bringt?</em></li>
</ul>
<p>Twitter-Beiträge mit politischem Inhalt drehen sich am meisten um die Piraten, die in 28 Prozent der Tweets Erwähnung finden. Abgeschlagen ist hier aber – mit Ausnahme von Die Linke (sechs Prozent) – keine Partei. In Blogs hingegen sind die Piraten kaum Thema (fünf Prozent der Beiträge). Ähnlich marginalisiert ist nur die FDP (sieben Prozent), wohingegen die CDU/CSU 17 Prozent Präsenz in Blogs erreicht und die Parteien links von der CDU Werte zwischen 20 und 25 Prozent.<br />
Bei der Nennungen der Spitzenkandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück wurde eine quantitative Dominanz der Kanzlerin festgestellt, deren Wert für Twitter und für die Blogs 79 Prozent beträgt.<br />
Aber: Es ist nicht per se ein Qualitätsmerkmal, oft Erwähnung zu finden. Personal und Sympathisanten dürfte vor allem interessieren, wie über ihre Partei geschrieben wird. Auf Twitter sind die Piraten auch in dieser Hinsicht führend, gefolgt von der FDP. Für Wahlkämpfer der Liberalen ist das jedoch kein Grund, entspannt die Krawatten zu lockern – die positiven Kommentare sind zu einem beachtlichen Teil ironisch gemeint, da sie sich auf das Satire-Blog gutgemachtfdp.tumblr.com beziehen. Insgesamt werden alle Parteien in knapp mehr als 50 Prozent der Tweets gelobt, die Piraten erreichen fast 70 Prozent.<br />
Merkel und Steinbrück liegen in der Gunst der Twitterer mit 58 bzw. 55 Prozent wohlwollenden Bewertungen ungefähr gleichauf.<br />
Wie schon die quantitative Betrachtung lässt sich auch die qualitative nicht einfach als Blaupause von Twitter auf die Blogs übertragen. Es fällt z. B. auf, dass die Blogger alle Parteien deutlich negativer bewerten, als es die Twitterer tun. Am stärksten positiv eingestuft wird die SPD (ca. 34 Prozent), kurz dahinter steht die FDP. Die Linke hat nur ca. 18 Prozent lobende Erwähnungen.<br />
Der aus Blogger-Sicht beliebtere Spitzenkandidat ist Peer Steinbrück, der Angela Merkel mit 50 zu 20 Prozent Positivkommentaren abhängt.<br />
Wie genau aber die Einstufungen &#8220;positiv&#8221; und &#8220;negativ&#8221; zustandekommen, welche konkreten Wertungen also das Ausgangsmaterial bilden, ist aus der Veröffentlichung des Vodafone-Instituts nicht ersichtlich.<br />
Zeit für Inhalte. Twitter-User hängen den Parteien die Themen an, mit denen diese auch in den klassischen Medien häufig verbunden werden. Das sind im Einzelnen: CDU – „Merkel“, CSU – „Fall Gustl Mollath“, SPD – „Steinbrück“, Grüne – „Veggie-Day“, FDP – „Rösler“, Linke – „Blockupy“ und Piraten – „Prism“. Eine entsprechende Zuordnung zwischen Parteien und Themen, die die Blogosphäre betrifft, fehlt. Für die Spitzenkandidaten aber liegen Informationen zur Verbindung zwischen Kandidat und Thema vor. Twitterer nennen Merkel insbesondere zusammen mit „NSA“, „Prism“ und „CDU“, Blogger ergänzen noch um „Hoeness“. Steinbrücks Name scheint auf Twitter fest an „SPD“ gekoppelt, das Thema „Hoeness“ verteilt sich in den Blogs Fifty-Fifty auf Steinbrück und die Kanzlerin.</p>
<h3>Nach dem Duell</h3>
<p>Die TV-Diskussion der beiden Spitzenkandidaten wurde in Echtzeit auf Twitter kommentiert; das Forscherteam hinter der Vodafone-Studie hat den Tweet-Strom innerhalb der ersten drei Tage nach dem Duell unter die Lupe genommen. Einen eindeutigen Sieger können auch die Wissenschaftler nicht küren: Tweets mit Bezug auf Angela Merkel waren zu gut 60 Prozent affirmativ, Tweets betreffend Peer Steinbrück zu 65 Prozent.<br />
An dieser Stelle zeigt sich Twitter demnach deckungsgleich mit den repräsentativen Umfragen unter allen Wahlberechtigten. Ansonsten aber gilt, was Prof. Neuberger konstatiert: „Twitter und Top-Blogs liefern kein verkleinertes Abbild der Stimmungslage in der Wählerschaft.“ Müssen sie auch nicht – es ist bereits einiges wert, dass sie Diskussionen entfachen, die andernorts totgeschwiegen werden.<br />
Die ganze Studie: <a href="http://bit.ly/1d59TSA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://bit.ly/1d59TSA</a><br />
Bild: Vodafone Institut<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Aktion Mensch testet: Freie Wahl auch für Menschen mit Behinderung?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aktion-mensch-testet-freie-wahl-auch-fuer-menschen-mit-behinderung-131876/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 15:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Guildo Horn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Leichte Sprache]]></category>
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		<category><![CDATA[barrierefrei]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenrechtskonvention]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder deutsche Bürger ab 18 Jahren darf wählen – aber nicht jeder kann, was er darf. Für Menschen mit Behinderungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KrauthausenWaehlt.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-131879" alt="Wahllokal Tester Aktion Mensch" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KrauthausenWaehlt.jpg" width="600" height="400" /></a><br />
Jeder deutsche Bürger ab 18 Jahren darf wählen – aber nicht jeder kann, was er darf. Für Menschen mit Behinderungen ist das Wählen eine mitunter nicht zu überwindende Hürde. Wie groß sie ausfällt? Die Aktion Mensch hat ein Expertenteam in Wahllokale fünf deutscher Städte geschickt, um nach Hindernissen zu suchen. Ergebnis: Mit einer Rollstuhlrampe ist es oft nicht getan.<br />
Auf einer Pressekonferenz der Aktion Mensch beschrieb Entertainer und Mit-Tester Guildo Horn treffend eine Erfahrung, die wohl jeder macht, der sich als Mensch ohne Behinderung mit dem Thema des barrierefreien Wählens befasst: „Man wird auf Sachen aufmerksam, an die man vorher gar nicht denkt.“ Dabei ist die Wahlteilnahme für eine große Gruppe von Bürgern deutlich schwieriger als für den Rest, d. h. ohne Hilfestellung nicht zu schaffen. Dazu zählen etwa Menschen, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, die nicht gut sehen können oder denen die Aufnahme neuer Informationen schwer fällt. Ebenfalls vor Barrieren stehen Eltern mit Kinderwagen und Ältere.<br />
Welche Hürden das im Detail sind, wollte die Aktion Mensch mit ihrer fünftägigen Test-Tour durch fünf Großstädte aufzeigen und dem unterrepräsentierten Thema auf diese Weise etwas Öffentlichkeit verschaffen. Hierzu passend wurde ein kleines <a href="https://www.facebook.com/media/set/?set=vb.75159424764&amp;type=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videotagebuch </a>auf Facebook veröffentlicht. Dort ist u. a. zu sehen, wie Guildo Horn als Fahrer die Experten Petra Groß, <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raúl Krauthausen</a> und Michael Wahl von Berlin über Kassel bis nach München chauffierte. Die drei Letztgenannten leben selbst mit Behinderungen.</p>
<h3>Die Qual der Wahl</h3>
<p>In Deutschland haben mehr als sieben Millionen Menschen eine Schwerbehinderung. Sie treffen im Wahllokal auf Barrieren – aber nicht nur da. Es beginnt schon in dem Moment, in dem sich die Betroffenen über Politikinhalte informieren. Sehbehinderte Menschen brauchen Informationen in Brailleschrift, Menschen mit Gehörproblemen sind oft auf Untertitel oder Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Hat jemand Lernprobleme, können Texte in sogenannter Leichter Sprache nützlich sein, aus kurzen Sätzen und einfachem Vokabular. Wirklich frei sind Informationen eben nur, sobald alle sie verstehen.<br />
Andreas Vega vom VbA Selbstbestimmt Leben e. V. sagte im Rahmen der Test-Aktion, dass kein Mensch mit Behinderung sich bei der Wahl verstecken soll, etwa durch Abstimmung per Post. Ein Online-Votum liefe dem Inklusionsgedanken genauso zuwider, wie Raúl Krauthausen auf Anfrage ausführte: „Gleich der Briefwahl sehe ich die Online-Wahl als eine Option, aber nicht als Lösung. Ich möchte nicht vorgeschrieben bekommen, wie ich wähle, nur weil ein Wahllokal nicht zugänglich ist. Für viele ist der Wahlgang ein Event mit Familie und Freunden. Onlinewähler wären auch hier wieder außen vor.&#8221;<br />
Manchem wird jedoch ausschließlich der Postweg bleiben, denn vor Ort warten zahlreiche Beschränkungen: Treppen statt Rampen, fehlende Orientierungsschilder und Blindenleitsysteme, keine Behindertentoiletten, ein nicht speziell geschultes Personal.<br />
Nicht zu unterschätzen ist auch die Diskriminierung, die Menschen mit Gehbehinderung empfinden, können sie ausschließlich durch eine Rampe am Hintereingang ins Gebäude gelangen.<br />
Im Praxistest stieß das Team der Aktion Mensch mehrmals auf die skizzierten Barrieren. In dem Kasseler Wahllokal z. B. könnten Rollstuhlfahrer und Blinde bereits im Fahrstuhl scheitern, dessen Knöpfe nur mit Anstrengung zu erreichen und ohne Blindenschrift ausgestattet seien. In Köln dagegen erlebte der Tester Krauthausen einen bewegenden Moment, als er zum ersten Mal in seinem Leben einen Zettel in die Wahlurne werfen konnte. Sie stand niedrig genug.<br />
Nicht jedes Wahllokal ist behindertengerecht eingerichtet, weswegen gegebenenfalls auf eine andere Räumlichkeit ausgewichen werden darf. Allerdings bemängelt die Aktion Mensch, dass auf den Wahlbenachrichtigungen detaillierte Informationen darüber fehlen, wie zugänglich das betreffende Wahllokal ist. Mittlerweile schreibt die Gesetzeslage eine Kennzeichnung vor, doch Sätze wie &#8220;Zugang für Rollstuhlfahrer mit Hilfsperson möglich&#8221; oder &#8220;Ihr Wahllokal ist auch für Menschen mit Gehbehinderung barrierefrei zugänglich&#8221; nützen nicht allen Menschen mit Behinderungen.<br />
Personen etwa, die Probleme beim Sehen haben, werden alleine deswegen einem hohen Hindernis ausgesetzt, weil sie die Wahlbenachrichtigung nicht lesen können und in den Lokalen bloß selten Wahlschablonen ausliegen. Sie müssen die Stimmzettelschablonen verwenden, die der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband kostenlos ausgibt. Oder sie müssen von ihrem Recht Gebrauch machen, sich durch eine Hilfsperson unterstützen zu lassen.<br />
Ob es nun um Informationen geht, um Schablonen oder um personelle Unterstützung, stets ist es am Betroffenen selbst, sich zu kümmern.<br />
Lernbehinderte Menschen aber haben laut Aktion Mensch nicht mal mit Eigeninitiative die Chance, Wahlbenachrichtigungen, Wahlzettel oder Briefwahlunterlagen in Leichter Sprache zu lesen, da solche Dokumente gar nicht existierten. Laut Testerin Petra Groß wäre schon viel getan, würden Bilder neben die Kandidatennamen auf den Wahlzettel gedruckt.<br />
Immerhin: Die im Bundestag vertretenden Parteien &#8211; nebst den Piraten &#8211; sind dem Wunsch nach mehr Verständlichkeit nachgekommen. Ihre Wahlprogramme liegen auch in Leichter Sprache vor.</p>
<h3>Wahl statt Kampf</h3>
<p>Nach Meinung von Raúl Krauthausen ermöglichte die Grundschule in der Kölner Everhardstraße das „mit Abstand barrierefreieste“ Wählen. Nach eigenen Angaben ist die Stadt bemüht, Menschen mit Behinderungen den Wahlakt zu erleichtern. 566 von 800 Wahllokalen seien bis zur kommenden Bundestagswahl rollstuhlgerecht (nicht behindertengerecht), 2009 seien es gerade mal 50 Prozent gewesen.<br />
Zudem würden am bevorstehenden Wahltag Piktogramme den Weg zur Kabine weisen und zwei Wahlbusse durch die Stadt fahren. Die kommen im Falle eines geschlossenen Wahllokals zum Einsatz und seien auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen sicherte außerdem zu, ausreichend Wahlschablonen zu organisieren – ebenfalls benötigte Hilfen wie etwa eine Audio-CD, auf der die Wahllisten zu hören sind, sollten die Betroffenen aber selbst und rechtzeitig beim zuständigen Blindenverband bestellen.<br />
Die Testergebnisse der Aktion Mensch unterscheiden sich von Stadt zu Stadt ein wenig. Insgesamt, so resümiert die Sozialorganisation, könne man nicht davon sprechen, dass die Wahl für Menschen mit Behinderung so frei ist wie für die anderen. In besonderem Maße seien es Bürger mit Lern- und Sehbehinderung, denen der Weg zur Wahlurne erschwert würde. Die Kritik wird durch eine repräsentative Umfrage untermauert, die Anfang 2013 stattfand und bei der nur zehn Prozent aller Befragten – mit und ohne Behinderung – angaben, dass ihr Wahllokal keine Barrieren habe.<br />
Als Anklage will die Aktion Mensch ihren Test jedoch nicht verstanden wissen. Im Vordergrund stünde die Empfehlung von Verbesserungen, die vier Punkte betrifft: barrierefreier Zugang, Beschilderung der Wahllokale bzw. Markierungen von Hindernissen, Wahlschablonen und Informationen in Leichter Sprache.</p>
<h3>Zu krank zum Wählen?</h3>
<p>In Deutschland ist denjenigen das Wählen untersagt, die vom Gericht dazu verpflichtet wurden, einen rechtlichen Betreuer zu haben, oder die nach einer bestimmten Anordnung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind. Das gilt für Menschen mit sehr schweren geistigen Behinderungen oder ähnlich stark eingestuften psychischen Erkrankungen. So kommt zu den physischen sowie sprachlichen Schranken bei Wahlen noch eine rechtliche Grenze hinzu &#8211; die Vertreter der Behindertenrechtsbewegung heftig kritisieren.<br />
Aus dem Bundestag kommt ebenfalls Kritik an der Ausschlussregelung. SPD, Grüne und Linke bekennen sich vorbehaltlos zur Forderung, auch Menschen als Wähler zuzulassen, denen ein Betreuer in allen Angelegenheiten zur Seite gestellt wurde. Die CDU/CSU sagt, für sie sei ein „klares Bewusstsein“ Bedingung zur Wahlteilnahme, die FDP hat sich noch nicht eindeutig positioniert.<br />
Beistand bekommen die Kritiker vom Deutschen Institut für Menschenrechte, das die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention anmahnt und die deutsche Gesetzeslage für völkerrechts- und verfassungswidrig hält. Die Konvention der UN sieht vor, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt und umfassend am politischen Geschehen teilhaben dürfen. In Leichter Sprache heißt das: freie Wahl für alle.<br />
Bild: Kolja Matzke / Aktion Mensch<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>ARD/ZDF-Onlinestudie 2013: Internet ist das neue Fernsehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2013 08:52:34 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Silver Surfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Netz bindet mehr und mehr Aufmerksamkeit. Es wird auch für die Generation 50+ attraktiver, beschäftigt länger als früher und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InternetIstDasNeueFernsehen.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132048" alt="InternetIstDasNeueFernsehen" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InternetIstDasNeueFernsehen.jpg" width="639" height="355" /></a>Das Netz bindet mehr und mehr Aufmerksamkeit. Es wird auch für die Generation 50+ attraktiver, beschäftigt länger als früher und ist öfter dabei, wenn Menschen unterwegs sind. Und noch ein Trend bestätigt sich in der ARD/ZDF-Onlinestudie 2013: Fernsehinhalte werden vermehrt im Internet abgerufen.<br />
Von den Erwachsenen ab 14 Jahren sind in Deutschland 77,2 Prozent online, ein Jahr zuvor waren es noch knapp 76 Prozent. Für den Anstieg ist laut gestern veröffentlichter ARD/ZDF-Onlinestudie ausschließlich die Generation der „Silver Surfer“ verantwortlich, also Internetnutzer ab 50 Jahren.<br />
Onliner sind heute im Schnitt eine gute halbe Stunde länger mit ihren Browsern oder Apps beschäftigt als 2012 – insgesamt fast drei Stunden täglich. Das liegt auch daran, dass nun beim Laufen oder in der Bahn mehr gewischt wird. So verdoppelte sich die Unterwegs-Nutzung nahezu von 23 Prozent (2012) auf 41 Prozent (2013).</p>
<h3>Wollen wir heute Abend einfach nur ins Internet gehen?</h3>
<p>Viele User nutzen das Netz mittlerweile, um Videos anzuschauen. 43 Prozent tun das regelmäßig, vor einem Jahr waren es sechs Prozent weniger. Das freut insbesondere die Intendanten des klassischen Fernsehens. Helmut Reitze vom Hessischen Rundfunk sieht sein Haus zukunftsfähig aufgestellt, denn „TV- und Radio-Inhalte haben noch nie so viele Nutzer erreicht wie heute.“ ZDF-Intendant Thomas Bellut hält sich ebenfalls für gewappnet: „Die Grenzen zwischen klassischem Fernsehen im Wohnzimmer und Fernsehen im Internet über Smart-TV, Laptop, Smartphone oder Tablet verschwinden zunehmend. Mit den immer einfacher zu bedienenden Endgeräten wird der Anteil an Fernsehen über das Internet weiter steigen.“<br />
Die komplette Studie: <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ard-zdf-onlinestudie.de</a><br />
<strong><strong></strong></strong>Bild: thms.nl (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Die ARD ist wieder online: Aus der Tages- wird die Wochenwebschau</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-ard-ist-wieder-online-aus-der-tages-wird-die-wochenwebschau-130900/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2013 13:23:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Marcello Bonventre]]></category>
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					<description><![CDATA[Nur ein Jahr gaben die ARD-Intendanten der tagesWEBschau, dann zogen sie den Stecker: Im Juni liefen die Mini-Nachrichten rund ums [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWochenwebschau.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130912" alt="ArtikelbildWochenwebschau" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWochenwebschau.jpg" width="600" height="367" /></a><strong></strong><br />
Nur ein Jahr gaben die ARD-Intendanten der tagesWEBschau, dann zogen sie den Stecker: Im Juni liefen die Mini-Nachrichten rund ums Netz zum letzten Mal. Bereits bei Bekanntgabe der Einstellung wurde jedoch versprochen, ein Nachfolgeformat zu entwickeln. Und siehe da, man hat Wort gehalten: Die tagesWEBschau heißt jetzt wochenwebschau, dauert acht statt vier Minuten – und bietet den bewährten Mix aus News und Nonsens.<br />
Die offensichtlichste Neuerung kommt direkt hinterm Start-Klick: Während die tagesWEBschau ohne (sichtbare) Moderation auskam, hat die wochenwebschau ein Gesicht: das von Lena Döring. Die 29-Jährige führt durchs Programm, ist aber im Team hinter dem Magazin kein Neuling. Seit 2010 arbeitet sie in der „Digitalen Garage“ von Radio Bremen, wo auch die tagesWEBschau entstand. Flott und sympathisch leitet Döring das aus Sicht der Redaktion wichtigste Thema der Woche ein, ein oft geteiltes und geliktes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erklärvideo</a> zum Überwachungsstaat. Darin visualisiert und beschreibt der Grafiker Manniac, warum Geheimdienstüberwachung jeden Bürger betrifft. Das Video ist pfiffig, plakativ und flott – genau wie die wochenwebschau selbst.</p>
<h3>News-Quickie</h3>
<p>Weiter geht’s mit Kompaktnachrichten aus der Rubrik „Filter“. Hier erinnert die wochenwebschau voll und ganz an ihre Vorgängerin, von den zwischengeschobenen Moderationen einmal abgesehen. Aus Screenshots, Videoschnipseln und Off-Kommentar hat die Redaktion der Digitalen Garage Nachrichten gebastelt, die Web-Bezug haben: Das drakonische Urteil gegen einen saudi-arabischen Netzaktivisten, ein neues Facebook-Feature und die Amazon-Kontensperre sind Themen der ersten Ausgabe. Ausführlicher behandelt werden die originelle Online-Bewerbung eines Kommunikationsspezialisten und das gerade in Kraft getretene Leistungsschutzrecht, mit dem sich Verlage an den Gewinnen von News-Aggregatoren wie Google beteiligen wollen. Beim Kommentar hält sich die wochenwebschau an den Tenor der verlagskritischen Medienbeobachter: Das Leistungsschutzrecht benachteilige kleine Aggregatoren wie Rivva und verfehle das Ziel seiner Initiatoren – weil Google gar nicht daran denkt, für das Recht auf Artikelausschnitte zu zahlen. Fordert ein Verlag Geld, wird er nicht mehr verlinkt.</p>
<h3>LOL!?</h3>
<p>Zum Schluss gibt’s noch mal was zu lachen. In der Rubrik „Lieblink“ präsentiert Döring ein skurriles Webfundstück, diese Woche das tumblr-Blog „<a href="http://lifeofastrangerwhostolemyphone.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">life of a stranger who stole my phone</a>“. Die angebliche Geschichte dahinter: Einer Frau wurde am Strand ihr Smartphone geklaut, das nun vom neuen Besitzer fleißig weiterbenutzt wird. Der hat jedoch nicht gemerkt, dass die von ihm geschossenen Fotos automatisch im Cloud-Ordner der Bestohlenen landen – und von dort aus im Blog, versehen mit bissigen Kommentaren. Aber stimmt die Story? Witziges wird weitergereicht, nach dieser Grundregel verbreitet sich Kurioses seit jeher in sozialen Netzwerken – darunter auch vieles, was echt aussieht, aber inszeniert ist. Der wochenwebschau bleiben zumindest Restzweifel, ob das tumblr-Blog auf eine wahre Geschichte zurückgeht. Klar: So viel journalistische Skepsis darf man von einem ARD-Magazin mindestens erwarten.</p>
<h3>Digitale Nische</h3>
<p>Die tagesWEBschau hat ein Update bekommen, das ausführlicher berichtet und hübscher aussieht. „Als Magazinsendung darf die wochenwebschau viel mehr mit Meinungen und Perspektiven spielen&#8221;, sagt Marcello Bonventre, der Leiter der Digitalen Garage. Doch wie viele Zuschauer kann man damit erreichen? Zu geringe Quoten waren ein Grund für die Absetzung der tagesWEBschau. Obgleich diese Begründung <a href="http://politik-digital.de/digital-ist-egal-warum-die-absetzung-der-tageswebschau-ein-falsches-signal-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch gesehen werden kann</a>, ist die Absicht, ein möglichst großes Publikum zu erreichen, an sich natürlich vollkommen legitim.<br />
Im Fernsehen läuft die wochenwebschau jedoch ausschließlich auf den ARD-Digitalkanälen tagesschau24, EinsPlus und Einsfestival, deren <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/minus-mal-minus-ergibt-einsplus-das-digitalkanalelend-von-ard-und-zdf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einschaltquoten</a> im marginalen Bereich liegen. Es scheint demnach, als setze man voll aufs Internet, vulgo: den YouTube-Kanal und die tumblr-Seite.<br />
Will die ARD vor allem die Online-Gucker für ihre neue Sendung gewinnen, muss sie ausdauernd Werbung machen, denn nichts ist im Internet so knapp wie Aufmerksamkeit. Am Ende entscheidet aber sowieso die Userdemokratie – like oder dislike, teilen oder ignorieren? Die ersten Kommentare auf YouTube dürften der Redaktion gefallen, etwa der von „Lars V“: „Schön, dass es wieder so was wie die tageswebschau gibt. Die hätte bleiben können!“<br />
Es ist zu hoffen, dass die ARD-Intendanten mitlesen.<br />
Sendetermine: immer freitags auf tagesschau24 (19:45 Uhr), EinsPlus (20:00 Uhr) und Einsfestival (23:30 Uhr), außerdem auf <a href="http://wochenwebschau.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tumblr</a> und <a href="http://www.youtube.com/user/TagesWEBschau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube</a>.<br />
Bild: Screenshot wochenwebschau (Radio Bremen)<br />
<span style="font-family: Gill Sans MT,serif"><a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></span><br />
<span style="font-family: Gill Sans MT,serif"> </span></p>
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		<item>
		<title>Online in den Bundestag?! Kampagnen der Parteien zur #btw13 &#8211; Teil 4: Die Linke</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-4-die-linke-130414/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2013 10:59:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>
		<category><![CDATA[Marion Heinrich]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/linke.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130487" alt="linke" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/linke.jpg" width="640" height="357" /></a>Eine <a href="http://politik-digital.de/wie-wahlentscheidend-ist-das-internet-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuelle Studie</a> des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend für den Ausgang der Bundestagswahl ist, jeder Dritte informiert sich auf Social-Media-Plattformen über Politik. Auch wenn der klassische Wahlkampf damit nicht ersetzt wird, sollte 2013 keine Partei ohne Online-Kampagne in den Kampf um Stimmen ziehen. Wie man Wähler am besten im und ins Netz lockt, darüber haben wir mit den Verantwortlichen gesprochen. Welche Bedeutung hat der Online-Wahlkampf? Kann der User mitmachen? Was tun im Shitstorm?<br />
Unsere Fragen an die Partei DIE LINKE beantwortete Marion Heinrich, die stellvertretende Pressesprecherin in der Bundesgeschäftsstelle.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche Wählergruppe wollen Sie mit der Online-Kampagne ansprechen?<br />
<strong>Marion Heinrich:</strong> Die Online-Kampagne ist Teil der Kampagnenführung der LINKEN zu den Wahlen 2013. Neben „altbewährten“ Kommunikationsmitteln wie Plakaten, Großveranstaltungen, Broschüren, Handzetteln oder Anzeigen nimmt die Online-Kommunikation einen hohen Stellenwert als gleichberechtigtes Instrument ein. Die Online-Strategie der LINKEN orientiert sich dabei an den Grundlagendokumenten der Wahlkampfführung (Wahlstrategie, Kommunikationsstrategie usw.). Die Online-Wahlkampagne soll unterschiedliche Wählergruppen ansprechen.<br />
Die <a href="http://www.die-linke.de/dielinke/aktuell/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website der LINKEN</a> dient in erster Linie Interessierten und Parteimitgliedern als zentraler Anlaufpunkt, um sich mit Informationen über DIE LINKE zu versorgen. Sie ist unser zentrales Sprachrohr im Netz mit einer sehr allgemeinen Ansprache. Darüber hinaus finden Gliederungen, Aktive, Mitglieder dort alle relevanten Hintergrundinformationen und Arbeitshilfen für ihr alltägliches Engagement in der LINKEN.<br />
<a href="https://twitter.com/dielinke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unser Twitter-Kanal</a> dient insbesondere der schnellen Information bei bestimmten Anlässen wie Parteitage, Aktionstage usw. Er richtet sich in erster Linie als Ticker an Multiplikatoren.<br />
Die <a href="https://www.facebook.com/linkspartei" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seite der LINKEN</a> ist &#8211; ebenso wie die <a href="https://plus.google.com/+DIELINKE/posts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite bei Google+</a> eine Ergänzung zur Website der LINKEN. Beide Angebote richten sich ebenfalls an ein breiteres Publikum, sind aber im Gegensatz zu <a href="http://www.die-linke.de/dielinke/aktuell/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die-linke.de</a> dialogorientiert aufgebaut. Wir legen hier Wert auf den schnellen Transport von Informationen und treten mit unseren Nutzerinnen und Nutzern in einen langfristigen Austausch ein.<br />
Die <a href="https://secure.flickr.com/photos/die_linke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fotoplattform Flickr</a> nutzen wir als zusätzlichen Distributionskanal für Fotos. Gliederungen und Medien der Partei, externe Medien und sonstige Interessierte können sich hier mit authentischem und unter Creative Commons lizensiertem Bildmaterial kostenlos versorgen.<br />
Ähnlich wie Flickr nutzen wir <a href="http://www.youtube.com/user/dielinke" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unseren Youtube-Kanal</a> als Distributionsplattform für Bewegtbild. Die Ansprache richtet sich dabei nach dem jeweiligen Inhalt. Mitschnitte von Pressekonferenzen, Schulungs- und Mobilisierungsvideos dienen in erster Linie der direkten Information unserer Sympathisanten und der Mitgliedschaft. Werbespots, Rapid Response-Videos und dergleichen richten sich an ein breiteres Publikum.<br />
<a href="http://parteidebatte.die-linke.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adhocracy</a> nutzen wir für Mitglieder und Sympathisanten als elektronisches Abstimmungs- und Antragstool zur Herstellung verbindlicher Entscheidungen im Netz. Unser Etherpad-Server ist ein weiteres Kollaborationsinstrument, das insbesondere Gliederungen und Zusammenschlüssen als praktisches Werkzeug zur Textarbeit und Organisierung dient.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie wichtig ist der Online-Wahlkampf, verglichen mit anderen Werbekanälen? Hat sich bezüglich der Priorisierung etwas im Vergleich zu 2009 geändert?<em id="__mceDel"></em><br />
<strong>Marion Heinrich</strong>: DIE LINKE hat ihre Online-Strategie in den vergangenen Jahren kontinuierlich fortgeschrieben und weiterentwickelt.Daher ist es im Jahr 2013 weder nötig noch möglich, »einen Schalter umzulegen« und etwas Neues, nie Dagewesenes zu starten. Generell stärken wir alle Instrumente, die den Dialog fördern, die Kollaboration unserer Anhängerinnen und Anhänger verbessern und die Multiplikatoren gezielt ansprechen. Darüber hinaus bauen wir verstärkt auf mobile Anwendungen und haben nennenswert Ressourcen von Print- zu Online-Anzeigen umgeschichtet.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welchen Anteil am Gesamtbudget hat die Online-Kampagne? Gibt es eine Veränderung, verglichen mit 2009?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Das Budget für den Online-Wahlkampf wurde gegenüber 2009 erhöht. Weitere Angaben dazu werden wir nicht veröffentlichen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welcher Teil des Online-Wahlkampfes ist das Herzstück der Kampagne?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Die Dialogorientierung das Herzstück unserer Kommunikationsstrategie. Das gilt nicht nur im Online-Bereich, sondern auch offline. DIE LINKE setzt gezielt darauf, ihre Anhängerinnen und Anhänger dazu zu motivieren, im Kreis von Kollegen, Freunden und Verwandten über DIE LINKE zu sprechen, zu diskutieren und so selbst zum Botschafter der Partei und ihrer Ziele zu werden. Ohne die Parteibasis kann die Online-Kampagne nicht funktionieren. Selbstverständlich macht die Parteibasis in der Kampagne mit und nimmt darauf Einfluss.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Marion Heinrich</strong> ist stellvertretende Pressesprecherin im Berliner Karl-Liebknecht-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN.</div></div><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Beobachten Sie, wie die Konkurrenz online vorgeht? Kann ggf. flexibel  reagiert werden?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Wir beobachten unsere politischen Konkurrenten und können darauf ggf. auch flexibel reagieren.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie glaubhaft kann ein kapitalismuskritischer Wahlkampf sein, der (auch) auf Facebook geführt wird – in einem undurchsichtigen, monopolartigen Datensilo?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Wie schon erwähnt, ist Facebook nicht die einzige Option für unseren Online-Wahlkampf. Sicher gibt es Argumente, die für Ihre Einschätzung sprechen, dennoch hieße es sich den Realitäten zu verweigern, würde Facebook als Kommunikationskanal von der LINKEN ausgeschlossen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Räumen Sie dem Internet einen großen Stellenwert bei der Mobilisierung von Nichtwählern ein? Wenn ja, wie funktioniert die Mobilisierung im Netz?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Generell gilt für DIE LINKE: Mobilisierung funktioniert mit einem altbewährten Mix aus Infoständen, Veranstaltungen, Aktionen, mit Anzeigen, Wahlzeitungen, über die klassische Presse und über das Internet. Wir beobachten, dass die Nutzerzahlen im ländlichen Raum erst langsam anziehen und sich &#8211; im Verhältnis &#8211; den Nutzungsgewohnheiten in urbanen Zentren annähern. Wir erwarten, dass diese Entwicklung anhält.<br />
Ortsverbände bzw. Kreisverbände der LINKEN erreichen wir entweder durch persönliche Ansprache, über Mailinglisten, SMS-Verteiler oder auch über eigens eingerichtete Facebook-Gruppen (sofern diese vor Ort genutzt werden).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wo online um Wähler geworben wird, ist der Shitstorm nicht weit. Haben Sie eine „Eingreiftruppe“? Wie wird die intervenieren?<br />
<strong><strong>Marion Heinrich</strong>:</strong> Wir reagieren entsprechend professionell.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-1-die-piraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: Christophe Chan Hin von den Piraten im Interview.</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-2-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 2 der Reihe: Interview mit Uwe Göpel (CDU).</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-3-fdp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 3 der Reihe: Tommy Diener, FDP, im Interview.</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/3-berliner-hinterhofgespraech-auf-stimmenfang-im-neuland-die-online-kampagnen-zur-bundestagswahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auch unser 3. Berliner Hinterhofgespräch hatte das Thema “Auf Stimmenfang im #Neuland – Die Online-Kampagnen zur Bundestagswahl”. Hier geht’s zum Video.</a><br />
&nbsp;<br />
<strong><strong></strong></strong>Bild: Sebastian Drescher</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>„We Steal Secrets“: Die Geschichte von Wikileaks als Doku-Thriller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller-130229/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2013 10:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bradley Manning]]></category>
		<category><![CDATA[Adrian Lamo]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130239" alt="ArtikelbildWeStealSecrets" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg" width="640" height="429" /></a>Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! Weil die Organisation aber ihrerseits mächtig geworden ist, richtete sich der Transparenzanspruch in den vergangenen Jahren zunehmend auch gegen sie selbst. Aktuellstes Beispiel ist die Kinodokumentation „We Steal Secrets“. Darin liefert der oscarprämierte Dokumentarfilmer Alex Gibney eine personenfixierte Aufarbeitung mit Thriller-Dramaturgie, deren Komplexität sie jedoch davor bewahrt, in simple Gut/Böse-Kategorien zu verfallen.<br />
Es beginnt wie „Mission: Impossible“. Regisseur Alex Gibney vermengt Interviews und Archivmaterial zu einem Auftakt, der auch aus einem Thriller stammen könnte, so sehr erfüllt er die Regeln des Spannungskinos: Die NASA bereitet Ende der 1980er einen Raketenstart vor, um das Raumschiff „Galileo“ ins All zu befördern. Dessen Energieantrieb basiert auf Plutonium und bringt Anti-Atomkraft-Aktivisten in Rage. Plötzlich leuchtet ein Schriftzug auf den NASA-Computern: WANK, das heißt „Worms against nuclear killers“. Eine Gruppe australischer Hacker hat sich Zugang zu einem der leistungsfähigsten Rechnersysteme der Welt verschafft! Eines ihrer Mitglieder soll zwanzig Jahre später zur Ikone all derjenigen werden, die daran glauben, dass das Knacken von Programmcodes auch Regierungen knackt: Julian Assange.<br />
So steckt das zweite Charakteristikum der Doku ebenfalls schon im Intro, nämlich die<br />
Konzentration auf die sichtbaren Köpfe von Wikileaks, zuallererst auf den Gründer Julian Assange. Er wird als hackender Heilsbringer eingeführt, der den nach 9/11 zunehmend omnipotenten US-Geheimdiensten seine radikale Freiheitsvision entgegensetzt: Wikileaks soll „erster Geheimdienst des Volkes“ werden. Assange, das weiß Gibney, trägt alle Merkmale von Wikileaks bereits in seiner Persönlichkeit. Er ist intelligent, kritisch gegenüber Großmächten, aber nie ganz zu fassen – ständig in Bewegung und charakterlich ambivalent, wie mit fortlaufender Filmdauer unübersehbar wird.</p>
<h3>Die ganze Welt schaut zu</h3>
<p>„We Steal Secrets“ ist chronologisch aufgebaut. Assanges Hacker-Pubertät, von einer dreijährigen Bewährungsstrafe gekrönt, folgt die Gründungsphase Wikileaks, inklusive der ersten Enthüllungen: Ein Leak brachte die Korruption in der Familie eines ehemaligen kenianischen Präsidenten an die Öffentlichkeit, ein anderer zeigt unverantwortliche Geschäftspraktiken der größten isländischen Bank kurz vor der Finanzkrise. Island ist ohnehin ein wichtiger Schauplatz, denn hier schnitten Wikileaks-Aktivisten das als „Collateral Murder“ bekannte Video, auf dem US-amerikanische Soldaten von einem Helikopter aus irakische Zivilisten töten. Doch die Filmaufnahmen waren nur Teil einer noch viel größeren Enthüllung. Im selben Jahr – 2010 – stellte Wikileaks mit den „Afghan War Diarys“ und den „Iraq War Logs“ die bisher größte Sammlung von öffentlich gemachten Kriegsdokumenten online. Sie belegen US-amerikanisch verantwortete Folter und zivile Opfer.<br />
In Gibneys Doku markiert der wohl berühmteste Leak einen Wendepunkt. Mit dem Whistleblower Bradley Manning bekommt der Film eine neue Hauptperson – und er bekommt Tiefe, da sich die Frage nach der Verantwortung von Enthüllern stellt.</p>
<h3>Angst vorm Leak</h3>
<p>Bradley Manning war zum Zeitpunkt seiner Kontaktaufnahme mit Wikileaks gerade mal Anfang 20. Er arbeitete als Militäranalyst in Bagdad. Da der aktuelle Prozess vor einem Militärtribunal noch läuft, steht eine abschließende Bewertung seiner Rolle aus. Alles deutet jedoch darauf hin, dass er die Quelle für Wikileaks folgenreichste Publizierung ist. Diese Sicht vertritt auch Gibney. Er lässt Manning durch Zitate aus Chats zu Wort kommen, in denen sich der junge Mann dem Hacker Adrian Lamo anvertraute – der ihn an die US-Behörden verriet. So entsteht das intimste Porträt des Films. Ob es nötig war, auch den Identitätskonflikt Mannings auszuleuchten – der homosexuelle Mann möchte lieber als Frau leben -, sei dahingestellt. In jedem Fall belegt der <a href="http://www.wired.com/threatlevel/2011/07/manning-lamo-logs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat,</a> dass Manning schwer mit sich haderte, die von ihm sichergestellten Dateien weiterzureichen. Es ist nicht leicht, das Richtige zu tun, wenn es die Freiheit kosten kann.<br />
Nach Mannings Verhaftung verkomplizierte sich die Frage noch weiter – und für Gibneys Film spricht, dass dieser Punkt nicht übergangen wird: Sollte Wikileaks jetzt, da jedes Dokument prozessrelevant sein könnte, weiteres Manning-Material öffentlich machen? Assange entschied sich dafür. Aber was ist mit den Namen der in den Akten genannten Informanten, die den Amerikanern Hinweise gegeben hatten? Sollten die geschwärzt werden? Laut Gibney drängten New York Times, Guardian und Spiegel, die Wikileaks bei der Auswertung halfen, auf eine Schwärzung. Doch aus Zeitmangel sei Assange der Bitte nicht vollumfänglich nachgekommen – und habe einem Guardian-Reporter zufolge gar gesagt, Kollaborateure verdienten sowieso den Tod.</p>
<h3>Die Realität ist grau</h3>
<p>Spätestens nach dem Guardian-Zitat dürften Assanges leidenschaftlichste Anhänger Grund genug haben, im Kino die Vorstellung zu sprengen (oder wenigstens das Smartphone zu zücken und „We Steal Secrets“ in der Filmdatenbank <a href="http://www.imdb.com/title/tt1824254/combined" target="_blank" rel="noopener noreferrer">imdb</a> die niedrigste Wertung zu verpassen). Die Apologeten, unter denen sich Wikieleaks <a href="http://wikileaks.org/IMG/html/gibney-transcript.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbst</a> befinden, ignorieren jedoch das Bemühen Gibneys um Ausgewogenheit. Ein Dokumentarfilmer kann, will er möglichst objektiv sein, nicht mehr tun, als unterschiedliche Stimmen einzufangen. Daran hält sich Gibney. Wenn dann drei ehemalige Weggefährten Assanges unabhängig voneinander zu dem Schluss kommen, dass sie u. a. aufgrund dessen autoritären Verhaltens nicht weiter mit ihm arbeiten wollen, darf Gibney das nicht unter den Tisch kehren. Im Übrigen hat er Assange nach eigenem Bekunden mehrmals erfolglos um ein Interview gebeten, für das dieser aber eine fürstliche Entlohnung eingefordert hätte – oder die Bespitzelung anderer Interviewpartner.<br />
Viel Neues erfährt der kundige Zuschauer insgesamt jedoch nicht. Gibney hatte genug Arbeit, das Bekannte auf gut zwei Stunden Filmdauer zu komprimieren, was eine erhöhte Aufmerksamkeit auch auf Seiten des informierten Publikums verlangt. Das Geflecht von Personen, Orten und Ereignissen ist weit verzweigt und damit naturgemäß unübersichtlich. Je mehr Gibney aber seinen Film weitet, desto mehr stellt sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Ist „We Steal Secrets“ der Weisheit letzter Schluss in Sachen „Wikileaks“? Nein, natürlich nicht. Wer eine Doku daran misst, dass sie „die Wahrheit“ bietet, handelt vermessen. Gibneys Auseinandersetzung gebührt Lob, weil er sich der Wahrheit zumindest nähert. Seine Methode: Komplexität zulassen, trotz Personenfokus und Dramatisierung. So sieht Transparenz aus, die mit den Mitteln des Kinos gewonnen wird.<br />
Und weil die Wikileaks-Geschichte geradezu danach schreit, auch im fiktionalen Kino Verwertung zu finden, wurde sie längst entsprechend adaptiert. Im Oktober dieses Jahres erscheint „Inside Wikileaks“ mit Daniel Brühl und Benedict „Sherlock“ Cumberbatch.<br />
Ein Film über den anderen großen Enthüller unserer Zeit, Edward Snowden, liegt ebenfalls in der Luft. Produzent Nico Hofmann („Unsere Mütter, unsere Väter“) kann sich solch ein Projekt gut vorstellen – Amateurfilmer haben auf youtube schon mal <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OWVGDBeR42I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgelegt.</a><br />
Bild: thierry ehrmann <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Online in den Bundestag?! Kampagnen der Parteien zur #btw13 &#8211; Teil 1: Die Piraten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2013 15:22:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>
		<category><![CDATA[Christophe Chan Hin]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PiratenparteiWahlkampf.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129756" alt="PiratenparteiWahlkampf" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PiratenparteiWahlkampf.jpg" width="640" height="348" /></a>Eine<a href="http://politik-digital.de/wie-wahlentscheidend-ist-das-internet-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> aktuelle Studie</a> des Branchenverbands Bitkom gibt die Richtung vor: Gut ein Drittel der Befragten sagt, dass der Internet-Wahlkampf entscheidend für den Ausgang der Bundestagswahl ist, jeder Dritte informiert sich auf Social-Media-Plattformen über Politik. Auch wenn der klassische Wahlkampf damit nicht ersetzt wird, sollte 2013 keine Partei ohne Online-Kampagne in den Kampf um Stimmen ziehen. Wie man Wähler am besten im und ins Netz lockt, darüber haben wir mit den Verantwortlichen gesprochen. Welche Bedeutung hat der Online-Wahlkampf? Kann der User mitmachen? Was tun im Shitstorm?<br />
Die Reihe startet mit Christophe Chan Hin. Er ist Beisitzer im Piraten-Vorstand und Verantwortlicher für die Wählerwerbung im Internet – dem Revier seiner Partei. Chan Hin verrät, wie eine Internetpartei Internetwahlkampf führt, wenn das eigene Überleben auf dem Spiel steht.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong><strong></strong>Welche Wählergruppe wollen Sie mit der Online-Kampagne ansprechen?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong><strong> </strong>Es gibt drei wichtige Gruppen für uns. Zum einen natürlich die netzpolitischen Gruppen, die außerhalb der Partei agieren. Die müssen online sehen: Hey, die Piraten können schlagkräftig als Partei kommunizieren. Wir haben das Problem, dass Teile der bekannten netzpolitischen Akteure bereits aus ihrer persönlichen Historie mit einer Partei verbandelt sind. Dazu kommt noch, dass ja viele ganz bewusst einen ganz anderen Weg als die Piraten eingeschlagen haben: Sie setzen auf Lobbyismus im positiven Sinne, also Bürgerrechtsgruppen, die versuchen, von außen auf die Parteien einzuwirken, eventuell auch einen Gesetzesvorschlag direkt an einen Mandatsträger zu tragen. Das Konzept, eine eigene Partei zu gründen, ist natürlich ein gänzlich anderes. Wenn wir es schaffen, uns nicht als Konkurrenten zu sehen, sondern als „Jellyfish Cluster“ mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, können wir enorme Schlagkraft entwickeln. Dafür müssen wir aber auch selbstbewusst auftreten. Es wird uns gerade aus der Richtung vorgeworfen, dass wir einerseits zu oft das Piratenlogo platzieren, auf der anderen Seite aber Positionen nicht offensiv genug vertreten, insbesondere netzplitische. Es ist ein schmaler Grat, hier die richtige Tonlage zu treffen: Wir haben es mit einer Gruppe mit einem extrem kritischen Blick auf Medien &#8211; eben auch auf Parteimedien -, aber gleichzeitig hohem Konsum zu tun. Das heißt: Wir müssen eigentlich den Gedankengang &#8220;Wow, das ist verdammt richtig was die sagen, aber doof dass die da ihr Parteilogo dahinklatschen&#8221; hinbekommen. Mehr können wir gar nicht erwarten. Klare Aussagen, keine Pseudo &#8220;Wie seht ihr das Social Media Fishing-for-Compliments&#8221; Spielchen, wo man doch genau weiß, dass man einer Meinung ist. Und wenn man es nicht ist, mit diesen klaren Aussagen einen Dialog initiieren.<br />
Die nächste wichtige Gruppe sind natürlich die Piraten selber, denn für Social Media sind sie unser primärer Verbreitungskanal &#8211; ein bei den Piraten beliebtes Social Media Motiv beispielsweise wird sehr schnell auf Twitter und Facebook von unseren Mitgliedern geteilt. Das ist ein großer Bonus: Verbreitung ist nicht das Problem bei uns. Wir müssen nur den Nerv von 3-4 Piraten mit vielen Followern treffen, und dann rollt die Lawine los. Andere Parteien haben es da sehr viel schwerer.<br />
Und dann haben wir natürlich das ambitionierte Ziel, große Teile der jungen Menschen für unsere Sache zu begeistern. Das sind die unglaublich vielen Leute, die durch Bildungsstreik, ACTA und Freiheit statt Angst-Demos politisiert wurden, und um die sich natürlich auch die anderen Parteien bemühen. Ich glaube, da können wir authentischer auftreten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie wichtig ist der Online-Wahlkampf, verglichen mit anderen Werbekanälen?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong><strong></strong> Den Online-Wahlkampf trennen wir nicht so klinisch vom Offline-Wahlkampf. Insofern priorisieren wir nicht wirklich, sondern versuchen, das Ganze in einem Kontext zu sehen: Wenn ich auf Facebook und Twitter merke, viele Piraten begeistern oder empören sich über ein Thema, dann muss da natürlich schnell Material für die Infostände gemacht werden. Sonst besteht die Gefahr, dass zwar eine große Handlungsmotivation da ist, diese aber verpufft. Auch eine kreative Aktion auf der Straße, die erfolgreich war, müssen wir natürlich online verbreiten: Die Videodokumentation auf Youtube von eben dieser Aktion motiviert Menschen, diese Aktion selber vor Ort auch auszuführen.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc">Der 31jährige <strong>Christophe Chan Hin</strong> arbeitet als Kommunikationsdesigner und wurde erst im Mai 2013 als Beisitzer in den Piraten-Bundesvorstand gewählt. Er bloggt im „<a href="http://mannheimer-salon.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mannheimer Salon</a>“, ist auf der <a href="http://hedonistischepiraten.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hedonistischen Plattform</a> unterwegs und leitet nun den Online-Wahlkampf der Piraten.</div></div><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welchen Anteil am Gesamtbudget hat die Online-Kampagne?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Die Online-Kampagne kostet uns sehr wenig bis gar nichts. Die größten Kostenpunkte sind zusätzliche Kapazitäten bei der IT, die neben den innerparteilichen Parteiangeboten jetzt auch die ein oder andere Wahlkampfseite hostet. Da hilft uns natürlich auch unsere Mitgliederstruktur, für die anderen Parteien stellt sich oft auch die Frage, wie sie ihre Nachrichten im Netz verbreiten sollen. Sie müssen sich dafür koordinierte Strategien überlegen. Bei uns ist das zweite Natur: Unsere Mitglieder sind sowieso zahlreich in Sozialen Kanälen vertreten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welcher Teil des Online-Wahlkampfes ist das Herzstück der Kampagne?<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ChristopheChanHin.jpg"><img decoding="async" class="alignleft" alt="ChristopheChanHin" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ChristopheChanHin.jpg" width="102" height="153" /></a><strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Unsere<a href="http://wirstellendasmalinfrage.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Social Media Kampagne</a>. Sie ist im Prinzip eine visuelle Pressemeldung: Wir versuchen, herauszufinden, was an dem Tag das wichtigste Thema ist. Dazu machen wir einen Kommentar. Hier sind drei Dinge wichtig: Klare Aussagen, eine gute Text/Bild Kombination, und natürlich Geschwindigkeit. Wir wollen unseren Kandidierenden und Mitgliedern die Möglichkeit geben, etwas zum Teilen zu haben. Etwas, dass sie selber auch gerne verteilen. Und das unmissverständlich unsere Position kommuniziert. Der Dialog passiert dann ganz von selbst.<br />
Und dazu gehören natürlich dann Inhalte, die in die Tiefe gehen: Blogeinträge, Kommentare von Kandidaten, oder auch einfach mal ne Handlungsaufforderung, z.B. eine Petition. Die Social Media Motive sind da eigentlich nur ein Baustein, aber eben der, der die Einstiegsdroge zu den anderen Inhalten darstellt.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Hat der User die Möglichkeit, mitzumachen? Falls ja: wie wird er dazu animiert? Kann die Parteibasis Einfluss nehmen auf die Kampagne?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Wir haben unser <a href="http://pirat.ly" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitmach-Portal</a>, da können konkrete Jobs und Events reingestellt werden. Die Parteibasis kann natürlich Einfluss auf die Kampagne nehmen und z.B. direkt bei der Servicegruppe &#8220;Gestaltung&#8221;, also unserem Designernetzwerk, anfragen, wenn sie einen konkreten Umsetzungswunsch für ein Design hat. Allerdings muss sie dann schon auch selber bereit sein, an den Inhalten zu arbeiten &#8211; einfach einen Wunsch reinschmeißen und warten, das klappt manchmal bei Social Media, aber das können wir natürlich nicht versprechen. Gleichzeitig werden Vorlagen zur Verfügung gestellt: Unser Design ist mit sehr starken Elementen sehr robust, und wir haben eine eigene Headline-Schrift, die Politics Head. Man kann einiges an Unfug damit machen und es ist trotzdem noch klar als Piratenkampagne erkennbar.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Beobachten Sie, wie die Konkurrenz online vorgeht? Kann ggf. flexibel reagiert werden?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Ja, wobei wir mehr agieren wollen als reagieren. Unsere Strukturen sind denke ich schneller als die der anderen Parteien. Wir müssen es eigentlich schaffen, dass die Konkurrenz irgendwie auf uns reagieren muss. Also wollen wir in unserer Strategie nicht zu defensiv sein: Flexibel reagieren ist eigentlich unsere Stärke. Unsere Schwäche ist, in der Kakophonie aus Tweets und Pinnwandeinträgen auch mal gemeinsam ein Thema zu halten. Hier versuchen wir mit einer Kombination aus Social Media Motiven, Blogeinträgen und Dokumentationen von Offline-Aktionen auch mal länger präsent zu sein.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Räumen Sie dem Internet einen großen Stellenwert bei der Mobilisierung von Nichtwählern ein? Wenn ja, wie funktioniert die Mobilisierung im Netz?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Ja, wobei wir das nicht auf Nichtwähler beschränken. Wir haben ja auch Parteimitglieder, die wenig aktiv sind und Sympathisanten aus anderen Parteien oder NGOs. Das geht am besten über Themen. Online können wir sehr gut politisieren, wenn wir uns trauen, klar unsere Themen anzusprechen – und dann in Dialog treten, die Leute also wirklich abholen. Ganz wichtig wird auch in der heißen Phase des Wahlkampfs sein, konkret zu sagen: Das könnt ihr tun! Hier wollen wir noch Plakate hängen, Flyer verteilen, eine Straßenaktion machen! Teilt unsere Social Media Motive, da könnt ihr sie finden!<br />
Wir müssen klarmachen, dass auch eine kleine Aktion eine große Hilfe ist. Und offline müssen wir die Leute dann auch abholen: Wenn die sich dann mal zum lokalen Piratentreffen trauen, sehen sie viele Mitglieder, die sehr aktiv sind und tausende Dinge tun. Das ist oft einschüchternd – der eigene Beitrag wird als sehr klein und sinnlos eingeschätzt. Diese Hemmschwelle haben wir online nicht so sehr. Aber zehn Leute, die jede Woche eine Stunde in die Partei investieren, sind eine robustere Basis als eine Person, die zehn Stunden investiert, und dann plötzlich die Stadt wechselt oder einen Vorstandsposten bekommt und dann lokal wegfällt. Das müssen wir auch uns selber klar machen und klare Handlungsangebote online- wie offline machen. Hier werden wir online wie offline einfache Mittel, um Wahlkampf zu machen, an die Hand geben.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wo online um Wähler geworben wird, ist der Shitstorm nicht weit. Haben Sie eine „Eingreiftruppe“? Wie wird die intervenieren?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Mittlerweile gibt es viele Piraten, die bei solchen Dingen schlichten. Es geht letztlich nicht zuletzt darum, dass die Mechanismen, die zu einem Shitstorm führen, auch positiv genutzt werden können. Unsere täglichen Social Media Motive können durchaus auch einen Shitstorm unterbrechen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Rolle unserer Social Media Kampagne. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, dass die Shitstorms als das dastehen, was sie sind: Oftmals eigentlich nicht besonders relevante Neuigkeiten, die aber aufgrund fehlender oder unzureichender Öffentlichkeitsarbeit der Partei eine massive Aufmerksamkeit bekommen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Soll mit der Online-Kampagne auch versucht werden, gezielt das ramponierte Image der Piratenpartei aufzubessern? Falls ja, wie?<br />
<strong><strong>Christophe Chan Hin</strong>:</strong> Ja. Die Online-Kampagne soll klarmachen, dass wir erstens zu jedem tagespolitischen Thema etwas sagen können. Damit entkräften wir den Vorwurf, kein Programm zu haben. Zweitens lässt ein zeitlich gut gesetztes Social Media Motiv einen parallel startenden Shitstorm in sich zusammenfallen. Ein einfaches Bild wirkt da wie ein Aufruf: &#8220;Leute, das hier ist heute unsere gemeinsame Aussage. Konzentriert euch!&#8221;.<br />
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<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-2-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 2 der Reihe: Uwe Göpel (CDU) im Interview</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-3-fdp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 3 der Reihe: Interview mit Tommy Diener von der FDP.</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/online-in-den-bundestag-kampagnen-der-parteien-zur-btw13-teil-4-die-linke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 4 der Reihe: Interview mit Marion Heinrich, Die Linke.</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/3-berliner-hinterhofgespraech-auf-stimmenfang-im-neuland-die-online-kampagnen-zur-bundestagswahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auch unser 3. Berliner Hinterhofgespräch hatte das Thema &#8220;Auf Stimmenfang im #Neuland – Die Online-Kampagnen zur Bundestagswahl&#8221;. Hier geht&#8217;s zum Video.</a><br />
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<strong><strong></strong></strong>Bilder: Piratenpartei Deutschland (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>), <a href="http://piratenpartei-bw.de/2013/05/15/christophe-chan-hin-aus-baden-wurttemberg-in-den-bundesvorstand-der-piratenpartei-gewahlt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpartei Baden-Württemberg</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 3.0 DE</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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