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	<title>Valerie Rödder &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Valerie Rödder &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Hacking Democracy &#8211; Microsoft initiiert internationalen Nichtangriffspakt für das Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jul 2017 13:15:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Es häufen sich die zielgerichteten, komplexen und effektiven Cyber-Angriffe auf Regierungsinstitutionen, Parteien, Stiftungen und Mandatsträger und sie zielen damit auf unsere freiheitliche Gesellschaft und unsere Demokratie. Diese neue Dimension an Bedrohungen braucht zur Abwehr mehr als eine nationale Cyber-Armee: ein internationales Abkommen von Staaten und Technologieunternehmen, welches Angriffe auf Privatunternehmen, den Technik-Sektor und kritische Infrastrukturen ächtet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Denn die Bedrohung im Internet ist riesig: 380.000 neue Schadprogrammvarianten werden täglich gesichtet, und mittlerweile sind mehr als 560 Millionen verschiedene Arten von ihnen bekannt. Davon ist die Mehrheit nicht zielgerichtet und dient der Verfolgung finanzieller Interessen. Aber ein wachsender Anteil der Angriffe wird immer zielgenauer und spezifischer, denn sie zielen nicht nur auf Unternehmen oder Endnutzer ab, sondern auch auf staatliche Institutionen. Der Cyberraum wird zum neuen globalen Schlachtfeld, in der Software als Waffe angewendet wird.</p>
<p>60 % der Deutschen befürchten eine Beeinflussung des Wahlkampfes mit digitalen Mitteln: Fake-News, Manipulationen in der Stimmenauszählung, technische Beeinflussung sowie Datenklau und Geheimnisverrat. Dies <a href="https://news.microsoft.com/de-de/microsoft-umfrage-mehrheit-der-deutschen-erwartet-cyber-angriffe-zur-bundestagswahl/#sm.000g6srqa13c8fk7yu71itp5538ik">ergab eine YouGov-Umfrage</a> im Auftrag von Microsoft. Und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt diese Sorgen: Ende 2016 <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2016/Vorsorge_Wahlmanipulation_30122016.html">warnte die Behörde </a>vor Wahlmanipulationen und Fake-News im Bundestagswahlkampf<i>.</i></p>
<p>Cyber-Angriffe auf Regierungsnetzwerke finden täglich statt: ca. 44.000 ungezielte, mit Schadware infizierte E-Mails Angriffe werden pro Monat abgefangen und ca. 20 gezielte Angriffskampagnen täglich durch manuelle Analysen erkannt, ermittelte das BSI. Und die Angriffe werden professioneller. Sogenannte Watering-Hole-Angriffe häufen sich:  Hierzu wird auf Webseiten, die für Mitarbeitende relevant sind und die sie oft besuchen, ein Schadcode platziert. Diese Codes dienen zur Spionage. Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Attacken auf die Webseiten von Bundesbehörden haben sich von 2010 bis 2016 vervierfacht. Mit diesen Methoden rufen tausende Computer, die zumeist vorher durch Schadsoftware infiziert und zu einem Netzwerk zusammengeschlossen wurden (zu einem sogenannten Botnet), die Webseite auf und führen dadurch zu einer Überlastung des Datennetzes und so zu einer Nicht-Erreichbarkeit der Webseite. Diese sind zwar die am häufigsten stattfindenden Vorfälle, allerdings sind diese auch verhältnismäßig einfach abzuwehren, heißt es im <a href="https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Lageberichte/Lagebericht2016.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5">Lagebericht 2016</a> des BSI.</p>
<p>Neben diesen ungezielten Massenangriffen häufen sich die (medial bekannt gewordenen) zielgerichteten Attacken. Die Angreifer, oft staatsnahe Gruppen, agieren professionell mit sogenannten Advanced Persistent Threats (APT)-Attacken: Äußerst präzise dringen sie in das Netzwerk ein, verursachen keinen Schaden, halten sich dort länger auf und sammeln Informationen.</p>
<p>Waren es vorher eher finanziell motivierte Angriffe und gab es politisch motivierte Hackerangriffe schon früher, haben diese mit den <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-Hack-NSA-hat-angeblich-Beweise-fuer-Nordkoreas-Schuld-2519669.html">Angriffen von Nordkorea 2014 auf Sony</a> eine neue Dimension angenommen. Diese sind jetzt auf politische Institutionen gerichtet, zu Teilen auch kombiniert mit Angriffen auf die Zivilbevölkerung.</p>
<p>Und auch in Deutschland häufen sich die Attacken auf staatliche Institutionen: Im März 2017 versuchten Hacker zum wiederholten Mal in das Netz des Bundestags einzudringen. Der Angriff konnte erfolgreich abgewehrt werden, da man nach dem Hackerangriff 2015, bei dem 16 GB an Daten entwendet wurden, neue Sicherheitsstandards integriert hatte.</p>
<p>Ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/friedrich-ebert-stiftung-bestaetigt-hacker-angriffs-versuch-14989804.html">Hackerangriff auf die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung</a> ereignete sich im März und April 2017. Ein Angriff auf die CDU-nahe Konrad-Adenauer Stiftung wurde im gleichen Zeitraum vorbereitet, aber nicht durchgeführt.</p>
<p>Diese Angriffe haben Methode und seien kein einmaliges Unterfangen, treten in Wellen auf und dienen politischen Zielen, <a href="http://www.die-stiftung.de/news/hackerangriffe-was-stiftungen-jetzt-wissen-muessen-62992">erklärt Matthias Schulze</a> von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), der zu Hacking und Cybersecurity forscht, dem Portal die-stiftungen.de. „<i>Der erste Angriff geht zunächst immer in die Breite, zielt also auf viele Akteure wie Parteien, Stiftungen, Verwaltung und so weiter</i>. (&#8230;) W<i>er in der ersten Welle ‚anbeißt‘, der wird später tiefer kompromittiert und ausgeforscht</i>. (&#8230;) <i>Wenn Rechner einer Stiftung kompromittiert sind, können diese im Nachgang dazu verwendet werden, politischen Entscheidungsträgern Schadsoftware unterzujubeln, etwa durch manipulierte Dokumente</i>.”</p>
<p>Die Hacker haben dabei Kenntnisse der politischen Infrastruktur Deutschlands. Sie wissen, welche Institutionen Vertrauen bei Regierungsvertreter und -Mitarbeiter besitzen. Ziel solcher Angriffe ist es, Informationen zu sammeln, um diese gezielt zu einem späteren Zeitpunkt zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung einzusetzen.</p>
<p>Ende Juli 2017 erfolgte eine Angriffskampagne auf private Yahoo- und Gmail-Postfächer von Funktionsträgern aus Wirtschaft und Verwaltung, <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2017/Spearphishing_Mails_23062017.html">berichtet das BSI</a>. Während Arbeitsemailpostfächer meist durch ein gutes Sicherheitssystem überwacht werden, werden private Postfächer oftmals nicht extra geschützt. Die Herangehensweise der Täter macht deutlich, dass hier gezielt Informationen von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger abgegriffen werden sollen.</p>
<p>Die Struktur dieser Attacken hätte damit Ähnlichkeit mit den Angriffen und darauffolgenden Leaks gegen die Demokratische Partei in den USA und die französische En Marche-Bewegung. Verantwortlich dafür soll der Cyberspionage-Zusammenschluss Pawn Storm sein, der seit 2004 besteht und damit die bislang am längsten tätigende Cybercrime-Organisation ist. Mit ihren weltweiten Angriffen verfolgt sie <a href="http://www.trendmicro.de/newsroom/pr/trend-micro-weist-gezielte-cyber-angriffe-auf-deutsche-und-franzoesische-politik-nach">russische Interessen</a>.</p>
<h3>Eine Fake-News-Kampagne gibt es für 400.000 Euro im Darknet zu kaufen</h3>
<p>Und auch die befürchtete Beeinflussung von Wahlen durch Fake-News ist durchaus realistisch. Davon zeugen Komplettangebote, die man im Darknet kaufen kann: Trend Micro, der weltweit führende Cybersicherheitsanbieter, zeigt <a href="https://documents.trendmicro.com/assets/white_papers/wp-fake-news-machine-how-propagandists-abuse-the-internet.pdf">in seinem Bericht</a><i> </i>einige Beispiele, wie man mit diesen die öffentliche Meinungen beeinflussen kann:<i> </i>Für 200.000 Dollar gibt es eine Kampagne, welche öffentliche Proteste auslösen soll. Diskreditierungen von Medienvertretern kostet 55.000 Dollar. Eine als “bekannt” dargestellte Fake-Person mit 300.000 Followern kostet nur 2.600 Dollar. Dienstleistungen beinhalten z.B. das<i> ,,Anlegen gefälschter Profile und Gruppen in sozialen Netzwerken, Entwicklung der gefälschten </i><i>Inhalte („Fake-News“) und die Erzeugung von Likes und Retweets für eine rasante Verbreitung. Sogar die Errichtung täuschend echter Nachrichtenseiten gehört zum Repertoire der Kriminellen”. </i>Diese Pakete können auch von IT-Laien eingesetzt werden.</p>
<p>69 % Bürger sehen, laut einer YouGov Umfrage im Auftrag von Microsoft, Technologieunternehmen in der Pflicht, Sicherheit im Internet zu gewährleisten. 61% sehen die Pflicht bei sich selbst. Von der Regierung erwarten nur 49 % Schutz und nur 29 % der Befragten sehen multinationale Bündnisse als mögliche Organisationen an, die sie und Andere vor Gefahren im Internet schützen.</p>
<h3>Technologieunternehmen sollen das Rote Kreuz im Cyberwar werden</h3>
<p>Genauso ein multinationales Bündnis aus Technologieunternehmen und nationalen Regierungen hat Microsoft vorgeschlagen, um gegen die wachsende Anzahl von nationalstaatlich gesteuerten Cyberangriffen vorzugehen und um sich zu verpflichten, sich nicht gegenseitig anzugreifen. Microsoft, als weltweit größter Hersteller von Computerprogrammen hat ein ureigenes Interesse daran, dass so ein Bündnis entsteht, denn durch Cybercrime-Organisationen ausgenutzte Schwachstellen untergraben das Vertrauen in die Produkte des Konzerns.</p>
<p>Microsoft-Präsident und Chefjustiziar Brad Smith <a href="https://www.rsaconference.com/events/us17/agenda/sessions/7577-keynote-speaker-brad-smith-president-and-chief">rief auf der größten Cybersecurity Messe &#8211; der RSA Conference &#8211; internationale Unternehmen und Regierungen dazu auf, die bereits kürzlich entwickelten Normen zur Cybersicherheit zu konkretisieren</a>. Dazu schlug er ein multilaterales Abkommen vor. Die entwickelten Normen sollten als globale Regeln ratifiziert und diese dann in der ,,Digitale(n) Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung im Internet” verankert werden. Dieses Abkommen ist angelehnt an die <a href="http://www.drk-eu.de/ihr-rotes-kreuz/grundlagen-unserer-arbeit/die-genfer-konventionen.html?schriftzoom=m">vierte Genfer Konvention von 1949</a>, welche den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten mit Hilfe des Roten Kreuzes regelt. Analog zum Roten Kreuz könnten die Technologieunternehmen als Ersthelfer bei nationalstaatlichen Cyberangriffe agieren.</p>
<p>Verzichten sollen die Staaten auf Cyberangriffe auf den Privatsektor und auf kritische Infrastruktur anderer Staaten sowie auf Hacking zum Diebstahl geistigen Eigentums. Private Initiativen sollen unterstützt werden, die Cyberangriffe erkennen, eindämmen, abwehren und unschädlich machen. Staaten, Unternehmen und IT-Dienstleister sollen gemeinsam kooperieren. Außerdem wird gefordert, dass Erkenntnisse zu Schwachstellen den Herstellern vorgelegt werden, damit diese die Sicherheitslücken schließen könnten. Eine Organisationseinheit soll geschaffen werden, die ähnlich wie die <a href="http://www.bmub.bund.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/internationales/internationale-atomenergie-organisation-iaeo/">Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)</a> aufgebaut ist, welche internationale Zusammenarbeit rund um Atomenergie fördert, aber die Entwicklung von Kernwaffen verhindern will.</p>
<h3>Unternehmen sollen zu einer ,,Digitalen Schweiz” werden</h3>
<p>Brad Smith fordert moralisches Handeln von Technologieunternehmen: Die IT-Industrie solle neutral bleiben, zu einer ”Digitalen Schweiz” werden und weder gegen Kunden noch Staaten vorgehen, auch wenn Regierungen sie beauftragten gegensätzlich zu handeln.</p>
<p>Diese neue Institution müsse den ,,<i>Interessen des öffentlichen wie auch des privaten Sektors gerecht</i>” werden und sollte, <a href="https://www.microsoft-politik.de/de-de/politik/blog/article.aspx?id=2447">so erklärt Brad Smith</a>, ,,a<i>us technischen Experten aus den Regierungen, der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft bestehen. (&#8230;) Konkret brauchen wir eine Institution, die in der Lage ist, nationalstaatliche Angriffe zu untersuchen, Beweise zu sammeln und deren Zuordnung zu bestimmten Ländern öffentlich bekanntzugeben</i>. (&#8230;) <i>Sie sollte in der Lage sein, konkrete Angriffe zu untersuchen und Beweise für die mögliche Beteiligung einzelner Länder zu veröffentlichen”.</i></p>
<p>Um in Deutschland die Diskussion voranzutreiben hat Microsoft Berlin Vertreter aus Politik, IT-Wirtschaft und Wissenschaft zu der Veranstaltung ,,Hacking Democracy” eingeladen. Deutschland könne das Problem nicht alleine lösen, denn die Angriffe gingen über das nationale und auch europäische Recht hinaus.</p>
<figure id="attachment_162349" aria-describedby="caption-attachment-162349" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-162349 size-medium" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1.jpg 630w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-162349" class="wp-caption-text">Konstantin von Notz, Bild: Microsoft</figcaption></figure>
<p>Die Gefahr für die Demokratie sei offensichtlich. Um sich gegen Angriffe zu wappnen und gegen die Unterhöhlungen durch Fake-News auf die öffentliche Meinungsbildung vorzugehen, fordert Konstantin von Notz (Netzpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion) mehr Personal und finanzielle Mittel im Bundestag. Weder die vom Verteidigungsministerium gegründete Abteilung &#8220;Cyber- und Informationsraum” (auch als Cyber-Armee bekannt), noch die neu gegründete IT-Sicherheitsbehörde Zitis (&#8220;Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich&#8221;) stellen ihm zufolge genügend technische Expertise bereit, um gegen Cyber-Bedrohung vorgehen zu können. Die Cyber-Armee findet kaum geeignetes Personal (Ziel: 13.500 Soldaten) und bei Zitis wären zwar schon zehn von hundert Stellen besetzt, allerdings seien dies fast nur Hausmeister und Pförtner, erklärt Konstantin von Notz, und kurioserweise würden sich die Behörden noch gegenseitig die Hacker abwerben. Die Internet- und Technikkonzerne hätten dagegen ein Vielfaches an qualifiziertem IT-Sicherheitspersonal. Microsoft beschäftigt allein 3.500 Sicherheitsingenieure. Außerdem sei es einfach nicht möglich, jede Sicherheitslücke zu schließen. Genau deshalb ist eine Konvention mit möglichst vielen beteiligten Staaten wichtig, die versichern, sich nicht gegenseitig anzugreifen, kooperieren und bei Angriffen untereinander Hilfe leisten.</p>
<p>Einig sind sich alle, dass Hard- und Softwareherstellern eine besondere Rolle zufällt. Bei staatlichen Angriffe müssen sie ihrer Verantwortung gerecht werden, denn schließlich sind sie verantwortlich für die Entwicklung der nationalen IT-Infrastruktur.</p>
<h3>Viele offene Fragen sind zu klären</h3>
<p>Auch Fragen nach Sanktionen für die angreifenden Parteien wurden diskutiert. Wie könnten diese aussehen? Und wer könnte das Hoheitsrecht erhalten, um diese durchzusetzen? Hersteller, Unternehmen oder Staaten? Wer könnte dieses zwischenstaatliche Gebilde leiten?</p>
<p>Genau diese Fragen und Ansätze müssen in naher Zukunft geklärt werden. Die von Microsoft initiierte Digitale Genfer Konvention ist eine globale Initiative. Diskussionen, wie sie bei Microsoft Berlin stattgefunden haben, erfolgen gerade weltweit.</p>
<p>politik-digital wird weiterhin über diesen Prozess berichten.</p>
<p>Bilder: by Microsoft Berlin</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Energiewende per Blockchain? – Digitale Perspektiven des Umweltschutzes</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/energiewende-per-blockchain-152633/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2017 10:25:29 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die technologischen Fortschritte im Digitalisierungsprozess eröffnen neue Möglichkeiten. Wie kann beispielsweise der wachsende Stromverbrauch durch Elektroautos und Internet of Things-Anwendungen ökologisch gedeckt werden? Eine Lösung wäre ein virtuelles intelligentes Stromnetz auf Blockchain Basis.</p>
<p><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.bdew.de/internet.nsf/id/F5A8B8FFCF0A38B0C1257FA800291734/$file/160503_Auszug_BDEW-Energiemonitor_2016.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">83% der Menschen in Deutschland</a> </span><span style="font-weight: 400;">wünschen sich laut BDEW-Energiemotor einen langfristigen Umstieg auf grüne Energien. D</span><span style="font-weight: 400;">essen Produktion wird auch wirtschaftlich immer interessanter:</span><span style="font-weight: 400;"> Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Biogas erreichen einen <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/Energie/Erzeugung/Aktuell.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stetig wachsenden Marktanteil</a>, während die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Kernenergie vermehrt zurückgedrängt wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Energiewandel führte zunächst zur Entwicklung vieler kreativer Einzellösungen. Ziel war es, von Beginn an effizientere und günstigere Wege zu nachhaltigen Energiequellen zu finden und diese später massentauglich zu machen. Staatliche Förderungen ermöglichten dieses Ziel. Photovoltaik-Paneele und Batterien für Industrie und Privathaushalte wurden erschwinglicher, aber auch durch die hohen Investments in Produktionsanlagen konnten die Preise über Massenherstellung gedrückt werden. So kann 2017 ein Watt Solarstrom bereits für unter 1$ produziert werden. Ein Wert, der ursprünglich für 2020 prognostiziert wurde. </span></p>
<h3>Gesellschaftliche Akzeptanz wächst, technische Schwierigkeiten bleiben</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die gesellschaftliche Akzeptanz von Elektroautos bzw. Elektro-Transportmitteln steigt, wohl vor allem aufgrund eines erhöhten allgemeinen Umweltbewusstseins. Die technischen Herausforderungen wie die <a href="https://tank.rast.de/presse/news-details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=121&amp;cHash=1f89c6d7331fec2bcff56d7c18159451" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reichweitenproblematik und Ladedauer</a> werden gerade Stück für Stück gelöst, womit sich auch </span><span style="font-weight: 400;">die Bedenken von deutscher Autofahrern gegenüber Elektroautos Stück für Stück minimieren. </span><span style="font-weight: 400;">Jedoch stellt die Realität des Energiemarkts häufig ein Hindernis für die großen umweltfreundlichen Visionen der Zukunft dar. Denn komplexe, sich gegenseitig bedingende Faktoren in der Infrastruktur und des Strommarkts machen die Umsetzung des Energiewandels kompliziert.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Infrastrukturproblem ist die schwankende Energiegewinnung aufgrund des Wetters. Sie führt zu unregelmäßigen Einspeisungen ins Stromnetz, die dann durch fossile Brennstoffe ergänzt werden müssen, um eine konstante Netzspannung zu halten. Sind die Schwankungen zu groß, drohen Stromausfälle oder Notabschaltungen und können zu Überspannungsschäden in sensiblen Fabriken und vollautomatisierten Anlagen (Industrie 4.0) führen. Und genau diese schwankenden erneuerbaren Energien machen dem Strommarkt einen Strich durch die genau zu prognostizierende Strom-Einkaufsrechnung. Wegen der komplexen Abstimmungsschwierigkeiten und mangelnder Vorhersagekraft kommt es zu Unter- und Überversorgun im Netz, daurch fallen für Netzbetreiber jährlich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe an.</span><span style="font-weight: 400;"> Unter anderem entsteht derzeit regelmäßig volkswirtschaftlicher Schaden durch das Weiterleiten von überschüssiger subventionierter erneuerbarer oder fossiler Energie ins Ausland, wo der Strom unter Herstellungswert verkauft wird.</span></p>
<h3>Mit Smart Meter und Smart Grid zum intelligenten Stromnetz der Zukunft</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein erster Schritt zu einem ausgeglichenen Stromnetz ist die Verbreitung von sogenannten <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-1-147605/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Metern</a></span><span style="font-weight: 400;">. Das sind intelligente und vernetzte Stromzähler. Im</span><span style="font-weight: 400;"> 2016 beschlossenen <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/075/1807555.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“</a> wurde festgelegt, dass bis 2032 alle analogen Stromzähler in Haushalten und Industrien <a href="https://www.golem.de/news/smart-meter-bundestag-verordnet-allen-haushalten-moderne-stromzaehler-1606-121718.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">durch diese modernen Stromzähler ersetzt werden sollen.</a> </span><span style="font-weight: 400;">Die <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-datenschutz-147749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von Datenschützern kritisierten</a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-datenschutz-147749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Geräte</a> sind Teil der Internet of Things (IoT)-Anwendungen. Sie messen in Echtzeit den Energieverbrauch und senden diesen an den Stromversorger (E.ON, Vattenfall etc.).  Der kann daraufhin kalkulieren, wie viel Strom er produzieren und schließlich in das Stromnetz einspeisen muss. </span></p>
<h3>Auf der Suche nach der Zwischenspeicher-Lösung</h3>
<p>Vernetzt man diese Daten mit allen am Strommarkt beteiligten Akteuren, entsteht ein intelligentes Stromnetz, das sogenannte <a href="http://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-ist-ein-smart-grid" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Grid</a>. Dieses automatisierte System berechnet entsprechend Bedarf und Nachfrage. Strom-Überkapazitäten können so eingespart und (volks-)wirtschaftlicher Schaden minimiert werden. Aber auch wenn Bedarf und Nachfrage jetzt besser geregelt werden können, besteht das Problem der Zwischenspeicherung von nichtplanbaren, da wetterabhängigen grünen Energiequellen weiterhin.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um den Ökostrom zwischenzuspeichern, wetteifern Automobilhersteller und andere Unternehmen längst um die besten Lösungen. Geht man davon aus, <a href="https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/carsharing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass heutige Autos zu 90% ihrer Zeit nicht bewegt werden</a>,</span><span style="font-weight: 400;"> könnten Elektroautos, welche im Prinzip nur mobile Batterien sind, <a href="http://www.tagesspiegel.de/mobil/alternative-antriebe/stromspeicher-elektroauto-intelligent-laden-nachhaltig-fahren/12443226.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als kleine </a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="http://www.tagesspiegel.de/mobil/alternative-antriebe/stromspeicher-elektroauto-intelligent-laden-nachhaltig-fahren/12443226.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">und hochflexible Pufferkraftwerke</a> </span><span style="font-weight: 400;">genutzt werden. Tesla hat mit der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tesla-und-lichtblick-kooperieren-weltweit-bei-stromspeichern-a-1031544.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwicklung seines Powerpacks für Privathaushalte</a> </span><span style="font-weight: 400;">dem Speichermarkt maßgeblich einen neuen Schub verliehen. Aber auch <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/batteriefabriken-das-milliardenspiel-der-autokonzerne-a-1118054.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsche Autobauer forschen erfolgreich an Stromspeichern und eröffnen Batteriefabriken</a> für ihre Elektroautos.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Werden diese Batterieanlagen und Elektroautos in Zukunft dem Stromnetz hinzugefügt, stellt das wiederum die Frage: Wie regelt man die tausenden dezentralen und verstreuten Energiequellen von Industrie (Solarpark, Windparks, Wasserkraftanlagen, Biogasanlagen) und Haushaltsseite (mit ca. 1,5 Millionen Kleinstromerzeugern in Deutschland)? Wer speist wann Strom ins Netz ein und welche Klein- und Großspeicher horten den gerade nicht benötigten Strom? Hinzu kommt: Als Stromabnehmer kommen in den nächsten Jahren weitere digitale Großverbraucher wie Industrie 4.0 Fabriken, Internet of Things-Anwendungen und Smart Homes hinzu. Auch diese produzieren letztlich Daten, die in die Berechnung von Angebot und Nachfrage mit einfließen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein so komplexes System von Teilnehmern und Wechselwirkungen braucht eine technologische Lösung. Die könnte in Form einer, dieses “Internet of Energy” steuernde <a href="http://politik-digital.de/news/blockchain-eine-politische-revolution-148541/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blockchain</a> gefunden werden. </span></p>
<h3>Mit Blockchaintechnologie zum umweltfreundlicheren Energieverbrauch</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Früher war das Stromnetz über eine Top-Down Hierarchie gegliedert, sprich: Es gab nur eine Richtung für den Stromverkehr. Die neuen dezentralen Energiequellen erfordern jedoch eine Lösung, die dezentral koordiniert wird und gleichzeitig ein synchronisiertes Steuern und “Mitdenken” ermöglicht. Eine Blockchain kann genau das liefern, da sie eine offene, aber verteilte Datenbank ist, auf denen die Verbrauchs- und Erzeugungsdaten aus u.a. den Smart Metern gespeichert und fortwährend synchronisiert werden können. Sie ermöglicht damit eine Echtzeit-Koordinierung von Produktion und Speicherung über ganze Regionen hinweg.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch neben der Synchronisierung aller dezentralen Teilnehmer am Stromnetz löst die Blockchain auch die buchhalterische Hürde der kostengünstigen Speicherung aller Zu- und Abgänge von Strombedarf oder -leistung. Davor waren Transaktionen von winzigen Beträgen über Einspeisung, Abwicklung und Zahlungen wirtschaftlich unrentabel. <a href="http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/smart-contract.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Contracts</a> könnten eine Lösung für diese wirtschaftlichen Mikrotransaktionen sein. Während die Blockchain nur eine Datenbank ist, regeln Smart Contracts den Austausch zwischen den Teilnehmern. Sie sind als selbstausführende Verträge zu verstehen und ermöglichen Handlungen innerhalb der von ihnen vorgegebenen Rahmen. Sie stellen zusammen mit den Smart Grids den Schlüssel zur Automatisierung und Skalierung von aufwendigen Prozessen dar.</span></p>
<h3>Blockchain und Smart Contracts machen viele Strommarkt-Akteure überflüssig</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Art von Smart Contracts macht auch zentrale Vermittler überflüssig: Verträge können nun einfach zwischen dem Stromproduzenten und Abnehmer geschlossen werden. So werden plötzlich lokale oder nachbarschaftliche “Strommarktplätze” möglich: Wird durch Abwesenheit der Haushaltsmitglieder der durch Solar Panels auf dem Dach erzeugte Strom nicht genutzt, kann er an örtliche Unternehmen oder öffentliche Institutionen, die tagsüber Strom benötigen, weiterverkauft werden. Ein solches Customer-to-Business (C2B) Geschäftsmodell erarbeiten RWE and ConsenSys mit ihrem Marktplatz <a href="http://www.the-blockchain.com/docs/Energy%20meets%20Blockchain%20-%20Consensys.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Co-Tricity</a>. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wird zur Zeit in einem ersten weltweiten Versuch ein solcher Peer-to-Peer Marktplatz von </span><span style="font-weight: 400;">Siemens und LO3 Energy </span><span style="font-weight: 400;">getestet. Hier <a href="https://www.nytimes.com/2017/03/13/business/energy-environment/brooklyn-solar-grid-energy-trading.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tauschen Nachbarn den Strom untereinander aus</a></span><span style="font-weight: 400;">. Auch in Deutschland gibt es eine ähnliche Strom-Community: So hat das Unternehmen Sonnen GmBH </span><span style="font-weight: 400;">kürzlich eine erste <a href="https://www.sonnenbatterie.de/de/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dezentrale Energiegemeinschaft</a> gegründet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Potentiale von Blockchain können und werden in der Energiebranche nicht ignoriert: die vier großen Energiekonzerne E.ON, Vattenfall, REW und EnBW sowie weitere kleinere Konzerne beschäftigen sich intensiv mit der Blockchain und ihrer Kombinationsmöglichkeit mit Smart Grid. Sie forschen und investieren damit an einer Technologie, mit der sie in der Zukunft den größten Teil ihrer Geschäftszweige selbst abschaffen. Tun sie das allerdings nicht, werden sich die nächsten Googles, Facebooks und Amazons auf diesen riesigen und lukrativen Markt des Internet of Energy stürzen und die alten Platzhirsche vom Platz fegen. Bereits jetzt streben Startups auf den Markt, die genau diese Lücke zu schließen versuchen, wie etwa das <a href="http://www.stromdao.de/v2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsche Startup StromDAO</a></span><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<h3>Fazit</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch den erhöhten Energieverbrauch wird die Lösung der Energiefrage für die ganze Gesellschaft nicht nur aus Klima- sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtiger. Die digitalisierte Energiebranche steht vor großen Umwälzungen: Kombiniert man die vorhandenen Internet of Things-Anwendungen (SmartMeter, Smart Grid) mit der Blockchain-Technologie entsteht eine neue Energiewelt, in der Vermittler wegfallen, womit die regionale und lokale Stromversorgung vereinfacht wird. Damit kann ressourcensparend und ökologisch sinnvoll Strom produziert werden. Auch die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen könnten so leichter erreicht werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bis dahin sind jedoch noch einige Hürden zu meistern: Wärend Smart Meter bereits in einigen Industriebranchen eingesetzt und Smart Grid-Modellprojekte erprobt werden, ist der Weg hin zur Smart City &#8211; der vernetzten intelligenten Stadt &#8211; wie sie die Bundesregierung in der <a href="https://www.digitale-agenda.de/Content/DE/_Anlagen/2014/08/2014-08-20-digitale-agenda.pdf;jsessionid=D6854D07D3D35F63088F8BE544DEFB79.s7t1?__blob=publicationFile&amp;v=6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Agenda</a> </span><span style="font-weight: 400;">beschrieben hat, noch weit entfernt. Während Prototypen entwickelt werden, große Energiekonzerne forschen und investieren und Startups sich mit ihren Projekten in einem Proof of Concept befinden, kämpfen diese Pioniere mit unzähligen Regulierungen auf nationaler und internationaler Ebene, denn: Staatliche Akteure und Lobbyverbände halten an fossilen Brennstoffen fest. Bis die neue digitale Blockchain-Energiewelt Wirklichkeit wird, werden deshalb noch einige Jahre vergehen.</span></p>
<p>Titelbild: Solarpark, by <a href="https://pixabay.com/de/users/hpgruesen-2204343/">hpgruesen</a> on <a href="https://pixabay.com/de/solarpark-windpark-1288842/">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0 1.0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Rettet Blockchain Presse- und Meinungsfreiheit in repressiven Staaten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2017 08:37:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreitheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Pressefreiheit ist weltweit auf dem Rückzug. Kann die Technologie Blockchain dabei helfen, dass Journalisten in repressiven Staaten sicher publizieren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="document-page">
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<p><b></b>Die Pressefreiheit ist weltweit auf dem Rückzug. Kann die Technologie Blockchain dabei helfen, dass Journalisten in repressiven Staaten sicher publizieren können? Und Menschen die digitalen Räume bieten, die die Meinungsfreiheit braucht? Publicism als erstes dezentrales News-Medium auf Blockchainbasis will das versuchen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine freie und breit gefächerte</span> <span style="font-weight: 400;">Presse und Medienlandschaft ist essentiell für eine offene und freie Demokratie. Doch weltweit ist in den letzten Jahren die Pressefreiheit immer mehr zurückgegangen, errechneten Reporter ohne Grenzen in ihrem <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Globalen Pressefreiheitsindikator</a></span><span style="font-weight: 400;">. Nur ca. 13% der weltweiten Bevölkerung hat Zugang zu einer freien und diversifizierten Presse. Die anderen 87% sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt: Staatliche Kontrolle und Überwachung, Verfolgung, Bedrohung und Inhaftierung kritisch berichtender Journalisten; staatliche und private Medienimperien ‘besitzen’ und gestalten die Nachrichten nach Belieben; Staaten schränken den Zugriff auf Websiten und Internet-Dienste ein. Nordkorea, Eritrea, Turkmenistan, Syrien, China und Vietnam sind die Länder, die im <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Index 2017</a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> der freien Presse</a> am schlechtesten abschneiden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber auch in westlichen Staaten ist die Pressefreiheit und die Sicherheit von Journalisten nicht garantiert. Probleme mit der Verfolgung von Investigativjournalisten und Whistleblowern nehmen in den USA (Platz 43) unter Trump noch mehr zu. Die Angriffslust  von französischen Politikern und Polizei auf politische Journalisten beförderte Frankreich auf Platz 39. Obwohl Deutschland auf Platz 16 immerhin recht weit oben steht, zeigen sich auch hier bei genauerer Betrachtung besorgniserregende Entwicklungen: Reporter ohne Grenzen hat die Medienlandschaft <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/Redaktion/Presse/Downloads/Ranglisten/Rangliste_2017/ROG-Nahaufnahme_Deutschland_2017.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">analysiert</a>: Zusammenlegungen von Redaktionen, das Erstarken von Content-Marketing Plattformen, Vermischung von Nachrichten mit PR und Marketing führen zu einer rapide schrumpfenden Pressevielfalt. </span>Und nicht zuletzt auch die <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29186/G-wie-Google" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommerzielle algorithmusbetriebene Auswahl</a> von Content durch große Internetunternehmen wie Google und Facebook bestimmen den Grad der Wichtigkeit von Nachrichten.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auf der gesetzlichen Ebene führt die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) zu einem abnehmenden Schutz von Journalisten und deren Quellen. Die Einführung des <a href="https://dejure.org/gesetze/StGB/202d.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strafparagrafen zur „Datenhehlerei“</a></span><span style="font-weight: 400;"> merken Reporter ohne Grenzen ebenfalls <a href="www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/ROG-Nahaufnahme_Deutschland_2017.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch</a> an: „</span><i><span style="font-weight: 400;">durch den neuen Strafparagrafen macht sich womöglich schon strafbar, wer Daten, die er von einem Whistleblower erhalten hat, vertraulich an Experten zur Prüfung weitergibt“</span></i><span style="font-weight: 400;"> und weiter heißt es in dem Bericht:</span><i><span style="font-weight: 400;"> „Der Whistleblowerschutz ist in Deutschland noch immer unzureichend und im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt“. </span></i></p>
<h3>Publiscm – Die Blockchain als unabhängige Medienplattform</h3>
<p><span style="font-weight: 400;"><a href="http://www.publicism.nl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publiscm</a> ist ein niederländisches Projekt, welches das Potenzial der dezentralen Blockchain nutzen will, um diese globalen Probleme der Pressefreiheit nachhaltig zu lösen. Die Idee dahinter ist eine unabhängige Content-Plattform, die keinerlei zentrale Steuerung besitzt: Auf dieser können Journalisten anonym ihre Inhalte hochladen und entlohnen lassen &#8211; anonym und manipulationssicher.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Über das zentrale Dashboard sind dezentrale und sichere Worktools eingebunden, die es auch möglich machen, mit anderen Journalisten, aber auch Bürgerjournalisten, Vloggern sowie weiteren Akteuren zu kollaborieren. Diese sind sichere Tools analog zu GoogleDocs, Slack, Dropbox und GMail. Die Plattform möchte Content-Erstellern und Journalisten ermöglichen, sich angemessen für ihre Arbeit bezahlen zu lassen. Dafür bietet die Plattform die Möglichkeit, Crowdfunding für ein Projekt einzuholen, per Spenden oder Zuschüsse für die Recherchearbeit zu werben oder  sich für publizierte Artikel über Micropayment (Kleinstbeträge, die ohne Transaktionskosten virtuell und unmittelbar überwiesen werden und aus einem virtuellen Portemonnaie, einer sogenannten Wallet, bezahlt werden) bezahlen zu lassen.</span></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2020/06/publicism-blockchain-journalism-630x348-1.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152557 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/publicism-blockchain-journalism-630x348.png" alt="publicism blockchain journalism" width="630" height="348" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um die Quellen anonym zu halten und trotzdem den Zugang auch für technische Laien zu garantieren, werden bewährte Verschlüsselungstechnologien in Publicism integriert: Der  <a href="https://www.torproject.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onion-Router</a></span><span style="font-weight: 400;">, der <a href="https://www.torproject.org/projects/torbrowser.html.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tor-Browser</a> </span><span style="font-weight: 400;">und <a href="https://www.websecuritas.com/was-ist-vpn" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VPN- Verbindungen</a>, wie sie auch die Whistleblowerwebsite Wikileaks verwendet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die größte Herausforderung des Projektes ist jedoch die Handhabung des Contents selbst: da die Blockchain auf kleinere Informationsmengen wie etwa Geldbeträge ausgelegt ist, ist es bis jetzt nicht möglich, größere Mengen an Daten abzuspeichern. Zusammen mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technologie) arbeitet Publicism deshalb an einem <a href="https://www.media.mit.edu/projects/enigma/overview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dezentralen Datennetzwerk</a></span><span style="font-weight: 400;"> zur Speicherung von Inhalten, die mit der Blockchain sicher verknüpft sind, ohne darin verspeichert werden zu müssen. Da die Inhalte nicht auf einem zentralen Server gelagert werden, ist es Regierungen oder sonstigen Organisationen unmöglich, diese Inhalte zu kontrollieren oder abzuschalten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Publiscm will damit die erste blockchainbasierte Presseagentur werden und journalistische Inhalte etwa an andere sichere Plattformen weiterleiten. Das blockchainbasierte soziale Netzwerk <a href="https://steemit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steemit</a> ist z.B. ebenfalls angeschlossen, und um Inhalte zu teilen, werden bald sichere Übertragungswege zu Twitter integriert.</span></p>
<p>Wir haben mit dem Gründer von Publicism Pieter Haasnoot gesprochen:</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong><span style="font-weight: 400;"> <a href="/wp-content/uploads/2020/06/Pieter-Haasnoot-publicism-blockchain1.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152561 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pieter-Haasnoot-publicism-blockchain1.png" alt="Pieter Haasnoot publicism blockchain" width="183" height="247" /></a><strong>Pieter Haasnoot</strong><br />
gründete mehrere Medienorganisationen im Bereich Video, Apps, Multimedia Games sowie ein TV-Netzwerk. Er ist als Berater für neue Technologien und Geschäftsfelder tätig und Mitgründer von Publicism, welches mit einem Seed Investment des staatlichen niederländischen Innovationsfonds für Journalismus gefördert wird.</span></strong></div></div>
<p><strong><em>Publicism will als Presseagentur auftreten, die zwischen Journalisten und vertrauenswürdigen Plattformen vermittelt und diese verbindet. Welche Plattformen wären dafür geeignet und wie kann man dem Herausgeber ein großes Publikum garantieren?</em></strong></p>
<p><em>Publicism ist primär ein dezentrales Netzwerk, das Dienstleistungen im Bereich Datenspeicherung, dem Veröffentlichen von Inhalten und Zahlungsverkehr auf einer dezentralen gesicherten Ebene anbietet. Es besteht ein Netzzugang vom verteilten Serviceportal zum üblichen Internet. Der Service kann sowohl von Einzelpersonen als auch Gruppen von Journalisten und Herausgebern und Presseagenturen genutzt werden. Im nächsten Schritt wird Publicism zu einer freien Presseplattform ausgebaut, über die organisatorische Vorgänge möglich sein werden.<br />
</em></p>
<p><strong><em>Es besteht das Risiko, dass diese Technologie oder die Plattform von Regierungen oder Terroristen zur Verbreitung ihrer Inhalte missbraucht werden könnte. Wie werden Sie damit umgehen und wie werden Sie Fakenews vorbeugen?</em></strong></p>
<p><em>Aufgrund des dezentralen Charakters der Blockchain Database werden Regierungen und zentrale Werbetreibende es unmöglich schaffen, die Registrierung von Transaktionen im Publicism-Netzwerk zu kontrollieren oder gar einzustellen. Der Service erleichtert die Kooperation zwischen Journalisten, um Inhalte zu schaffen, zu veröffentlichen oder zu rezensieren. Publicism schafft Möglichkeiten zur Kooperation von Journalisten im &#8220;Free Press Circle&#8221; und ermöglicht so offene Kritik und Anleitung. Diese Zirkel agieren als Redaktion, die die Glaubwürdigkeit der Inhalte kontrolliert. </em></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie geht es weiter mit Publicism? Ab Juli 2017 soll die Plattform mit 60 Journalisten getestet und weitere Medienpartnerschaften gebildet werden. Bis Dezember 2017 ist das Ziel, 500 auf der Plattform teilnehmende Journalisten zu erreichen. Und ab 2018 soll dann per Initial Coin offering (ICO), ein in der Blockchainwelt übliches Verfahren zur Finanzierung von Projekten gestartet werden: man erschafft eine eigene Kryptowährung und verkauft diese gegen Bitcoin oder andere Kryptowährungen. Die Investoren können dann, bei Erfolg des Projekts, diese &#8211; hoffentlich mit Gewinn &#8211; an virtuellen Börsen verkaufen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Publicism ist ein ambitioniertes Projekt, welches mit 50.000 Euro Startkapital versucht, Lösungsansätze für ein globales Problem zu finden. Dazu will es die Blockchaintechnologie um Speicherkapazitäten erweitern, ein Problem, mit dem sich auch die FinTech- und die  Health- &amp; Insurance Branche beschäftigen, große Branchen, die schon länger mit Blockchain experimentieren. Publicism hat sich viel vorgenommen.</span></p>
<h3 style="text-align: right;"></h3>
<p>Bilder: <a href="http://www.publicism.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">publicism.nl</a></p>
</div>
</div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Tinder (4/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 09:27:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151586" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild-630x276.png" alt="tinder_titelbild" width="630" height="276" /></a> Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im vierten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Tinder verwenden.</p>
<p>Tinder ist beliebt: rund zwei Millionen Menschen nutzen die App in Deutschland, weltweit sind es ca. 50 Millionen. Und die Zielgruppe ist jung: 85% der Tinder-User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt.</p>
<p>Tinder ist eine Kontakt- bzw. Dating-App. Sie überzeugt durch Einfachheit und ihren spielerischen Charakter: dem User werden Bilder von anderen Tinder-Usern aus der Umgebung angezeigt. Mit einem Wisch (Swipe) nach rechts bzw. ein Drücken des Herz-Buttons bekundet man sein Interesse an der Person, ein Swipe nach links oder das X bedeutet: Kein Interesse. Ein „Match“ kommt zustande, wenn beide User ihr Interesse am jeweils anderen signalisieren. Erst dann können sie Kontakt zueinander aufnehmen und sich Mitteilungen schicken. Eine Anmeldung ist nur mit einem vorhandenen Facebookaccount möglich. Tinder zieht Daten wie Likes oder Freunde aus dem Facebookprofil und mit der Einbettung von Instagram und Spotify ist es jetzt noch einfacher, Gemeinsamkeiten zu entdecken.</p>
<p>Während das Phänomen Tinder in vielen Medien kritisch betrachtet und mit ihm die Erosion und Zerfall romantischer Beziehung herauf beschworen wird, gehen viele jüngere Menschen gelassener mit der App und deren Möglichkeiten um. Sie stören sich weder an dem Vorwurf, dass die App Oberflächlichkeit und Unverbindlichkeit fördere noch an der interpretatorischen Aufladung als reine Sexanbahnungs-App durch Nicht-User. Sie nutzen sie als bloßen Zeitvertreib und Amüsement, zum Austausch mit anderen &#8211; und mit der Einführung des Features Social Tinder auch, um sich als Clique mit anderen Gruppen zu treffen.</p>
<p>Wie andere Social Media Plattformen und Apps steht Tinder unter permanentem Innovationsdruck. Sean Rad, SEO von Tinder, stellte kürzlich die noch nicht veröffentlichte Funktion ,,<a href="https://www.forbes.com/sites/stevenbertoni/2017/02/14/tinders-sean-rad-on-how-technology-and-artificial-intelligence-will-change-dating/#5631ac585b99">Tinder Assistant</a>&#8221; vor: Mittels künstlicher Intelligenz und Zugriff auf die Anwendungsdaten des Smartphones möchte Tinder potentielle Matches samt passendem Datum und Aktivität vorschlagen. So soll die Kontaktanbahnung noch einfacher und schneller vonstatten gehen.</p>
<p>Trotz der Kritik an dem Phänomen Tinder hat es die App geschafft, Online-Dating salonfähig zu machen. Das zeigen die Zahlen: seit 2012 wurde die App 100 Millionen Mal heruntergeladen. Nutzerinnen und Nutzer verbringen durchschnittliche <a href="https://www.nytimes.com/2014/10/30/fashion/tinder-the-fast-growing-dating-app-taps-an-age-old-truth.html?_r=1">90 Minuten</a> täglich auf der Plattform und tätigen 1 Millionen Swipes pro Minute. Diese Zahlen haben auch die Werbeindustrie angelockt. Mit Guerilla-Marketingmaßnahmen haben große Marken wie Sixt, Domino&#8217;s Pizza, Gillette und McDonalds auf der Plattform kommerzielle Werbekampagnen gelauncht. Guerilla-Werbung ist ein Marketingansatz, der mit unkonventionellen Methoden bzw. Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt und der meist mit wenig Aufwand effizienter als teure klassische Werbekampagne ist.<br />
Da es bis jetzt noch keine offizielle Werbeformate auf Tinder gibt und die kommerziellen Anzeigen im Tinderstream als einfaches Personenprofil auftauchen, können sie Überraschungsmoment hervorgerufen werden.</p>
<p>Und dieser Effekt wurde bereits auch im politischen Kontext aufgegriffen. Nichtregierungsorganisationen und staatliche Institutionen platzierten kommerzielle Profile auf Tinder, um auf Missstände hinzuweisen: zum Weltfrauentag machte <a href="https://www.circul8.com.au/amnesty-international-tinder-case-study/">Amnesty International Australien</a> mit ihrer Kampagne auf das Thema Zwangsheirat aufmerksam, und die <a href="http://eightytwenty.ie/tinder-sex-trafficking-campaign-immigration-council/">Einwanderungsbehörde von Irland</a> nutzten die Dating-App, um Menschenhandel und Prostitution anzuprangern.</p>
<p>Und auch die die <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Flirt-App</a> selbst wird politisch: <i> ,,Diese [US-Präsidentschaft-]Wahl ist die erste in der Geschichte, bei der alle Millennials alt genug sind zu wählen. Millennials werden sogar eine größere Rolle bei dieser Wahl spielen als in jeder anderen &#8211; von der großen Entscheidung bis zum weltweiten Dialog &#8211; deshalb haben wir für unsere Nutzer in aller Welt das Feature Swipe the Vote entwickelt.” </i></p>
<p>Nach dem Wahl-O-Mat-Prinzip konnten Nutzerinnen und Nutzer in den USA herauszufinden, mit welchen US-Präsidentschaftskandidaten sie die meisten Meinungen teilten. So beantworteten sie Fragen zu ihren Ansichten über u.a. Einwanderung, Homo-Ehe und Klimawandel und am Ende wurde die passendste Kandidatin oder der passendste Kandidat als Match angezeigt. Außerdem gab es Informationen, wo und wie sich die User zur Wahl anmelden konnten.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151595" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1-630x288.jpg" alt="SwipeTheVote_Flow-1" width="630" height="288" /></a>Das Swipe the Vote-Feature wurde auch in Großbritannien vor dem Brexit-Referendum eingeführt. Tinder gab nach dem Referendum bekannt, dass <a href="https://www.engadget.com/2016/06/22/tinder-brexit-eu-referendum-vote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 20 Prozent</a> der User das Wahr-oder-Richtig-Quiz in Großbritannien absolviert hätten. Ob Tinder die Funktion Swipe the Vote-Funktion auch im deutschen Wahlkampf anbieten wird, ist noch unklar.</p>
<p>Aber auch politische Kandidatinnen und Kandidaten auf lokaler, nationaler oder supranationaler Ebene nutzten die Möglichkeit eines einfachen Profils auf Tinder, um auf sich aufmerksam zu machen: nicht nur in den <a href="http://www.civilbeat.org/2016/01/hawaii-councilman-uses-tinder-in-senate-campaign/">USA</a>, in <a href="http://www.centralwesterndaily.com.au/story/4215655/labor-candidate-uses-tinder-to-connect-with-young-voters/?cs=2452">Australien</a> oder in <a href="http://ottawacitizen.com/news/local-news/somerset-candidate-uses-dating-app-tinder-to-promote-campaign">Kanada</a> kam die App zum Einsatzt, sondern auch schon zur <a href="http://nltimes.nl/2014/05/14/candidate-trading-tinder-dates-votes">Europawahl</a>, im <a href="https://noisey.vice.com/de/article/oesterreich-partei-tinder-wanda-zitate-594">österreichischen</a> und im Schweizer Wahlkampf sowie bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.</p>
<h3>Auf ein Bier mit der Kandidatin</h3>
<p>Aline Trede, Kandidatin für den Schweizer Nationalrats für die Grünen, nutzte die Form der Online-Wahlkampf-Werbung auf Tinder als erste im deutschsprachigen Raum. Sie hatte eine ausgereifte <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2015/10/tinder-im-wahlkampf-wie-die-politik-die.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marketing-Kampagne</a>, so erschien auf ihrem Profil ihr Bild mit der Aufforderung, das grüne Herz zu drücken: ,,Grünes Herz. Gegen Rechts“. Sie lud ihre Matches daraufhin zu einem Bier und zu ihrer Bürgersprechstunde in eine Berner Kneipe ein. Die Tinder-Kampagne rief ein hohes <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155">Medienecho</a> hervor.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151592 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151594 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a>Auch Alexander Freier-Winterwerb, ehemaliger SPD-Anwärter für das Berliner Abgeordnetenhaus, nutze die Flirt-App und <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/spd-politiker-wahlkampf-per-flirt-app-tinder-macht">berichtete</a>, dass er einige Matches erhalten habe und diese ihn dann nach Ansichten zu Familien- und Bildungsthemen befragt hätten. Tinder wurde im Berliner Wahlkampf auch von einem weiteren Politiker eingesetzt: Florian Nöll, CDU-Kandidat aus dem Wahlkreis Moabit, machte mit dem <a href="https://www.facebook.com/HamburgerWahlbeobachter/photos/pb.159148470811423.-2207520000.1471477121./1148617808531146/?type=3&amp;theater">Slogan</a> ,,Moabit macht Liebe“ und ,,Mobit hat die Wahl“ auf sich aufmerksam.</p>
<p><em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o.png"><img decoding="async" class="  alignleft wp-image-151593" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o-630x1118.png" alt="screenshot_tinder_merker" width="200" height="355" /></a></em>In Deutschland wurde Tinder auch auf kommunaler Ebene im Wahlkampf eingesetzt. Matti Merker, hessischer Lokalpolitiker der SPD aus dem Landkreis Darmstadt Dieburg, nutzte <a href="https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Politik-10/Matti-Merker-wischt-for-Wahlkampf-Lokalpolitiker-macht-Wahlkampfwerbung-auf-Tinder-26533.html">Tinder im Wahlkampf</a>: <em>“Viele haben es nicht verstanden, dass ich nicht auf Partnerinnensuche bin und sondern Tinder nur für die politische Arbeit nutze. Spannend an Tinder war für mich erstens die Umkreissuche, bei welcher man wirklich sehr gut Menschen in einem bestimmten Umkreis findet, und zweitens die Zielgruppe &#8211; in der Regel junge Menschen von 18 &#8211; 35 Jahre. Man muss natürlich auch ehrlich sagen, dass Facebook immer noch das A und O ist. Matches hatte ich schon einige. Ich schätze, dass etwa 20 Prozent Kontakt aufgenommen haben und teilweise einfach Fragen gestellt haben wie: ,Was hat dich dazu gebracht dich zu bewerben?&#8217;,Was macht man als </em><em>Kreistagsmitglied?&#8217; ,Wie viel Zeit musst du investieren?&#8217;”.</em></p>
<h3>Tinder für Parteien und Politiker</h3>
<p>Grundsätzlich sollte die politische Person zu Tinder passen, so ist zu überlegen, ob ältere Politikerinnen und Politiker ihre Zielgruppe in der Dating-App erreichen. Es gibt zwei Varianten, Tinder im Wahlkampf zu nutzen: die kommerzielle Nutzung in Form von Ads, wie sie große Firmen bereits eingesetzt haben, oder in Form eines nichtkommerziellen Profils. Ersteres ist aufwändig und würde sich für Werbung auf Partei-Ebene oder große Kampagnen eignen.</p>
<p>Nutzt man Tinder mit einem normalen Profil, ist zu beachten, dass Werbung in einem nichtkommerziellen Profil nicht mit den AGBs (<a href="https://www.gotinder.com/terms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">term of use §6</a>) von Tinder in Einklang steht. Das Profil sollte klar als „Wahlkampf-Profil“ gekennzeichnet sein, Beschwerden von Usern können sonst zu einer <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sperrung des Profils</a> führen.</p>
<p>Ein Profil bei Tinder ist erstmal „unaufdringlich“, weil man die Politikerin oder den Politiker bei Desinteresse einfach wegwischen kann. Konkret kann der Tinder-Wahlkampf so aussehen: Die Kandidatin oder der Kandidat geben in ihren Such-Einstellungen Parameter wie Geschlecht, Alter und Reichweite (des Wahlkreises) ein (z.B. Mann und Frau, 18 bis 99, Umkreis: 20 Kilometer) und gibt allen Treffern ein Herz, dies kann <a href="http://www.ydesouza.com/tinder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mittels eines Tools </a>über die API-Schnittstelle von Tinder auch automatisiert werden. APIs sind Programmierschnittstellen, welche von Plattformen angeboten werden, damit Dritte Anwendungen und Applikationen für diese entwickeln können. Zeigt ein User Interesse an dem politischen Profil, entsteht ein Match und die Möglichkeit, die potentielle Wählerin oder den potentiellen Wähler anzusprechen. Über die API-Schnittstelle ist es bei Tinder auch möglich, einen <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2015-02/tinder-online-dating-hacks-erfolg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Messenger- bzw. Chatbot</a> zu integrieren, der z.B. die Begrüßungen automatisiert.</p>
<p>Ob man nun das Profil auf die Person personalisiert oder bestimmte parteipolitische Themen in den Vordergrund rückt, wichtig ist immer, die Zielgruppe der App im Fokus zu behalten. Wenn man mit einer kreativen Ansprache einsteigt und Überraschungseffekte nutzt, kann man auch ernstere Themen wie Prostitution oder Geschlechtskrankheiten ansprechen.</p>
<p>Zwar kann man mit einem Profil auf Tinder nur eine begrenzte Reichweite erlangen, die dann stattfindenden Matches eignen sich aber, um die Leute auf persönlicher Ebene anzusprechen, auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen oder ins Wahlkampfteam einzuladen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Tinder eignet sich, um auf unkonventionelle Art und Weise Personen zu erreichen, die vielleicht mit anderen Instrumenten der politischen Kommunikation nicht erreicht werden können. Was ein Profil bei Tinder bis jetzt noch ausmacht, ist der Überraschungseffekt: Die Nutzerinnen und Nutzer werden da angesprochen, wo sie es nicht erwarten. Oft ist es die Neugier, welche die Tinder-User dazu bewegt, einem Politikerprofil ein ,,Herz” zu geben. So können gerade diejenigen, die wenig Interesse an Politik haben, niedrigschwellig mit der Politik Kontakt aufnehmen. Politikerinnen oder Politiker wiederum können mit potentielle Wählerinnen und Wählern ins persönliche Gespräch kommen und so eine intensivere Bindung aufbauen.</p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen, im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> und im dritten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/bar-human-bottles-beverages-463476/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Bar,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshots von Matti Merker, Alexander Freier-Winterwerb, <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Tinder</a>.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Snapchat (3/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 10:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151448" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat-630x276.png" alt="titelbild snapchat" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im dritten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Snapchat verwenden.</p>
<p>3,5 Millionen Snapchat-Nutzende gibt es hierzulande. 71 Prozent der Userinnen und User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt, wobei der Großteil mit 45 Prozent zur Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahre gehört. Zum Vergleich: Facebook-Nutzende sind älter, hier sind nur 16 Prozent der Userinnen und User zwischen 18 und 24 Jahre alt. Das zeigt: Die junge Zielgruppe ist auf Snapchat unterwegs. Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst, mit dem Bilder und Videos in Form von sogenannten Snaps versendet und empfangen werden können und die sich nach einer bestimmten angegebenen Zeit von selbst löschen. Snapchat Stories sind gesammelte Bilder und Videos, sie sind öffentlich und werden nach 24 Stunden gelöscht.<br />
<img decoding="async" class="  wp-image-151471 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-02-02-19-33-27.png" alt="snapchat_europarlament" width="183" height="324" /></p>
<p>Was Snapchat weiterhin ausmacht, sind die spielerischen Elemente und die Schnelligkeit; umfangreiche Bildbearbeitungen sind nicht möglich, alles muss in der App bearbeitet werden. Sogenannte Geofilter (Grafiken, die nur lokal erscheinen), aber auch Sticker, Masken und Text können über das mit Snapchat geschossene Foto oder gedrehte Video gelegt werden.</p>
<p>Snapchat eignet sich, um einen Blick hinter die Kulissen zu bieten, die Atmosphäre von Veranstaltungen einzufangen und eine Beziehung zu den Followerinnen und Follower aufzubauen. Die Schönheit der Bilder oder die perfekt eingesprochenen Videos sind bei Snapchat nicht so ausschlaggebend wie etwa bei Instagram. Das Perfekte wirkt hier fast deplatziert. Dagegen sind Gags, kleine Spielereien wie Filter oder Masken, z.B. in Form von Hasenohren, beliebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Warum snappen Politikerinnen und Politiker?</h3>
<p>,,…<em>es macht Spaß</em>“, erklärt Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete der CDU und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die auch auf anderen Social Media Plattformen sehr aktiv ist. Und auch der Bundestagsabgeordneter der Linken Stefan Liebich erklärt, ,,<em>ich habe Freude daran, neue Apps und Netzwerke auszuprobieren. Große Hoffnungen habe ich damit nicht verbunden. Ich wollte einfach mal schauen, wie es funktioniert.</em>“ Dass er auf Snapchat aktiv sei, sorge für Erstaunen bei jungen Menschen, er werde oft von jungen Menschen im „real life“ angesprochen, die ihm auf Snapchat folgten und ihm mitteilten, dass sie es witzig fänden, dass er dort als Politiker vertreten sei.</p>
<h3>Ohne Strategie und Konzept<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730.png"><img decoding="async" class="  wp-image-151472 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730-630x1121.png" alt="snapchat_stefan_liebig" width="180" height="321" /></a></h3>
<p style="text-align: left">Die App wird von den befragten Politikerinnen und Politiker eher ohne ausgefeiltes Konzept oder Strategie verwendet. <em>,,Wenn ich auf einem spannenden Termin bin und mir denk</em><em>e, das könnte doch witzig oder interessant sein, ohne groß einen Kontext beschreiben zu müssen, dann snappe ich in meine Story. Oder wenn ich einen spontanen Gedanken </em><em>habe, von dem ich noch nicht weiß, ob er die nächsten 24 Stunden überleben sollte“, </em>berichtet Dorothee Bär. Auch Stefan Liebich sucht die Inhalte spontan und intuitiv aus. <em>,,In der Regel fällt mir bei einem guten Fotomotiv ein, dass man daraus auch etwas für Snapchat machen könnte. Das ist mal politisch, mal eher privat und manchmal auch e</em><em>infach nur zum Spaß. Ich mache es so, wie es sich ergibt“.</em></p>
<h3>Snapchat als Storytelling Tool</h3>
<p>Snapchat ist ein gutes Werkzeug, um mit Storytelling Geschichten zu erzählen, Informationen und Unterhaltung zu kombinieren. Die Inhalte sollten nicht erzwungen sondern ehrlich und authentisch wirken und sie <em>,,dürfen auch gerne mal ein bisschen dilettantisch oder peinlich sein: Alberner Hut, Fake-Sonnenbrille, Blitze und Partymusik im Hintergrund – was auf Insta schon nicht mehr geht, geht bei Snapchat besser. Je weniger Politiker-typisch, desto besser. Vielleicht nutzen Snapchat deswegen auch noch </em><em>so wenige meiner Kollegen“,</em> erklärt Dorothee Bär. Einblicke in den Alltag und hinter die Kulissen sowie kurze und einfach erklärte politische Inhalte kommen gut bei der jungen Zielgruppe an, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151476" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680-630x1121.png" alt="snapchat_joahnnes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151475" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151470" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="355" /></a></p>
<p>Als angehender Lehrer ist Johannes Steiniger durch seine Schülerinnen und Schüler auf die App aufmerksam geworden. Er snappt fast täglich, berichtet im Video über Ergebnisse aus der Bürgersprechstunde, postet ein Bild von seiner Zugfahrt nach Berlin oder wie er auf die Fraktionssitzung wartet.</p>
<p>Schülerinnen und Schüler auf die Frage, was ihnen daran gefällt, wenn Abgeordnete snappen:<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151469" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger-630x362.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="601" height="345" /></a></p>
<p>Manche Social Media-Expertinnen und Experten sehen die Zukunft von Snapchat in Gefahr. Mit der Übernahme von Snapchatfeatures haben Instagram und Facebook Nutzerinnen und Nutzer wieder auf ihre Plattformen gelockt, so dass einige den Mehrwert von Snapchat nicht mehr sehen. Andere verweisen jedoch darauf, dass man sich die Synergieeffekte zunutze machen kann, denn die Konzeption für eine Snapchatstory kann auch für Instagram verwendet werden bzw. andersrum.</p>
<p>Nach dem Börsengang von Snap Inc. Anfang Februar 2017 ist davon auszugehen, dass die App durch den Druck der Investoren wieder wachsen und seine verlorenen Nutzerinnen und Nutzer von Instagram zurückholen wird. Außerdem hat das Unternehmen eine Brille mit Kamera herausgebracht: Snap Spectacles. In den USA ist die Brille ein Verkaufsschlager. Snapchat bleibt also weiterhin interessant.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Insgesamt zeigt sich, dass sich Plattformen mit ihren Funktionen immer mehr angleichen. Die Funktionen werden kopiert oder übernommen (z.B: Instagram und WhatsApp kopieren das Stories-Konzept von Snapchat). Die Plattformen werden sich also nicht mehr in ihrer Funktion, sondern eher in der Zusammensetzung der Nutzerschaft unterscheiden.</p>
<p>Auf Snapchat herrscht eine andere Sprache als auf den vergleichsweise seriös verwendeten Sozialen Medien Facebook und Twitter; es geht normalerweise umgangssprachlich bis salopp zu. Politikerinnen und der Politiker sollten überlegen, ob die Verwendung der App zu ihrer Persönlichkeit passt, denn die app-spezifischen Features wie Masken und andere Spielereien gehören zur Verwendung der App dazu, und das ist auch das, was die Userinnen und User sehen wollen. Neue Wege zu gehen, schauen, wie die junge Zielgruppe tickt, sich in ihre Lebenswelt zu begeben, all das können Gründe sein, sich als Politikerin oder Politiker an die App heranzuwagen und mit ihr zu experimentieren. Hierbei müssen nicht immer ausgefeilte Social Media-Konzepte ausgearbeitet werden, Spontaneität und Spaß an der Sache reichen oft schon aus. Allerding ist die Verwendung von Snapchat auch immer ein Balanceakt, denn oft ist es  nur ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Blamage.</p>
<p>Snapchat kann als weiterer Kommunikationskanal genutzt werden, mit dem jungen Menschen aus dem Wahlkreis erreicht werden können. Die große Reichweite wird man aber mit der App nicht erreichen, denn wer bei Snapchat einer Partei oder einer Politikerin oder einem Politiker folgt, hat meist schon eine Wahlentscheidung getroffen.</p>
<p>Johannes Steiniger ist unter &#8220;josteiniger&#8221;, Dorothee Bär unter „dorobaer“, Stefan Liebich unter “berlinliebich“ und das Europäische Parlament unter &#8220;europaparl&#8221; zu finden. Eine Liste von weiteren snappenden Politikerinnen und Politikern sowie Parteien gibt es beim <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2016/02/politik-auf-snapchat.html">Hamburger Wahlbeobachter.</a></p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen und im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Snapchat Screenshots von Johannes Steiniger, Stefan Liebig</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Instagram (2/4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 11:54:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151411" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram-630x276.png" alt="Artikelbild Instagram" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im zweiten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Instagram verwenden.</p>
<p>Die Popularität von Instagram ist ungebrochen. 9 Millionen Nutzerinnen  und Nutzer gibt es in Deutschland und ca. 60 Prozent davon sind zwischen 18 – 34 Jahre alt. Instagram ist ein soziales Netzwerk, mit dem Nutzerinnen und Nutzer Bild- und Videonachrichten erstellen und über das Netz teilen können. Die Fotos werden mit Hashtags verlinkt und sind so in der Bildersuche auffindbar. Die Foto-App hat in Deutschland mehr <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=570" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nutzerinnen und Nutzer als Twitter</a>. Und diese sind dort besonders aktiv, was Kommentare und Likes angeht: Die Interaktionsrate ist höher als auf Facebook und Twitter und das wird auch so bleiben, denn die Foto-Plattform hat im letzten Jahr erfolgreiche Features integriert: das aus Snapchat bekannte Format der Stories sowie die Live Funktion, die an Facebook Live erinnert. Instagram Stories bietet die Möglichkeit, kurze Geschichten zu erstellen, die aus 60-Sekunden Videos und Fotos bestehen. 24 Stunden nach der Veröffentlichung verschwinden die Stories. Die Live-Videos geben die Möglichkeit, bis zu einer Stunde ununterbrochen live auf Instagram zu senden. Während bei Facebook die Videos gespeichert werden, ist das bei Instagram nicht möglich, sie werden danach gelöscht.</p>
<p>Diese neuen Funktionen sind der Versuch, die Foto-Plattform, die für perfekte Bildinszenierungen bekannt ist, zu mehr authentischen Inhalten zu bringen.<br />
Die neuen Instagram Stories sind beliebt: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/659687/umfrage/taeglich-aktive-nutzer-von-instagram-stories-weltweit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit nutzen 150 Millionen Menschen </a>das Feature täglich. Und damit genauso viele, wie es Snapchat Nutzende insgesamt gibt. Die Stories sowie die Live Funktion bringen mehr Persönlichkeit und Authentizität in das Profil. Und es lohnt sich, die neuen Funktionen mal auszuprobieren. Dabei kann man dieselbe Content-Strategie, also die strategische Planung für das Erstellen und Verbreiten von Social Media Inhalten, wie auf der Instagram-Seite verwenden, da der Algorithmus dazu führt, dass nicht alle Followerinnen und Follower dasselbe sehen. Außerdem erscheinen die Stories auf der „Explore“-Seite, so dass hierdurch auf das Profil aufmerksam gemacht werden kann und so neue Followerinnen und  Follower gewonnen werden können.</p>
<h3>Selfies, Turnschuhe und Kaffeklatsch</h3>
<p>Wir haben uns die Instagram Account von Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke angeschaut und die Politiker gefragt, welche Inhalte sie verwenden, welche bei den Followerinnen und Follower gut ankommen und welche  Funktionen sie schon benutzt haben.</p>
<p>Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ist mit seinem <a href="https://www.instagram.com/cl2017" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount Cl2017 </a>seit Mitte Februar 2016 aktiv. Er postet fast täglich einen Moment aus seinem politischen oder privaten Alltag. Die Fotos sind in Hochglanzmanier geschossen und passen von der Bildsprache perfekt zu Instagram. Viele Bilder zeigen ein Blick hinter die Kulissen und aus außergewöhnlicher Perspektive. Wie bei einem Polit-Profi zu erwarten, ist sein Instagramaccount wie seine anderen Social Media Kanäle durchweg gut durchdacht und mit hochwertigen und schön anmutenden Bildern versehen. Christian Lindner berichtet, dass vor allem die Blicke hinter die Kulissen, <i>„ein Selfie in der Maske, ein Detail meiner Turnschuhe oder meine Perspektive von </i><i>der Bühne aus“</i> besonders gut bei den Followerinnen und Follower ankommen. Die neue Live-Funktion bei Instagram benutze er noch nicht. Bis jetzt werden die Inhalte der Live Video-Kampagne #CLimAuto noch über Facebook und Twitter gesendet</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151423" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30-630x523.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="523" /></a></h3>
<h3>Der Schulzug rollt auch auf Instagram</h3>
<p>Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs sieht mehrere Vorteile in der Verwendung von Instagram, ,,<i>man erreicht eine deutlich jüngere Zielgruppe und es zwingt mich, laufend neue Fotos zu produzieren, die ich dann auf Facebook und Twitter zweitverwenden kann.“</i> Er teilt auf seinem <a href="https://instagram.com/johannes.kahrs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Account</a> eine Mischung aus Politik, Privatem und Unterhaltung. Der Inhalt, der zurzeit am besten ankäme, wäre Martin Schulz, berichtet er. Und so sieht man auch einige Fotos oder Memes über den SPD-Kandidaten, die relativ beachtliche Like-Zahlen erzielen. Privates käme aber auch gut an, so Kahrs. Ob er das neue Instagram Live benutzten werde, wisse er noch nicht. Das käme nur in Frage, wenn es mit wenig Aufwand verbunden wäre.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151459" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize-630x553.png" alt="Instagram Johannes Kahrs" width="630" height="553" /></a></p>
<h3>,,Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht”</h3>
<p><strong><strong> </strong></strong>Selfies mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag, Bilder zu queeren Themen, lustige Entdeckungen und Landschaftsfotos prägen den <a href="https://www.instagram.com/arndtklocke/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount von Arndt Klocke</a>, grüner Landtagsabgeordneter in NRW. Erst seit Ende Mai 2015 ist er aktiv und postet seitdem fast täglich und ohne ein spezielles Konzept, berichtet er. Fotografie ist ein Hobby von ihm und das sei auch der Grund, wieso er seinen Account alleine bespielt.</p>
<p>Die neue Storyfunktion von Instagram nutzt er regelmäßig. ,,<i>Ich biete ein paar Einblicke in meine politische Arbeit und auch in mein Privatleben. Dabei soll es interessant sein, Alltägliches und Banalitäten wie zB. Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht zu sehen.” </i>Beliebt seien <i>,,Fotos, die ganz für sich sprechen”. </i>Positive Resonanz bekommt er für Aufnahmen, die eine klare Botschaft kommunizieren: <i>,,gute Stadt-oder Landschaftsaufnahmen, politische Statements oder Fotos mit Promis.”</i></p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151421" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49-630x540.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="540" /></a></h3>
<h3>Community Building und Digital Storytelling mit Instagram</h3>
<p>Ein Blick hinter die Kulissen, Schnappschüsse und Selfies aus dem politischen und privaten Alltag sind Formate, die auf Instagram gut ankommen. Aber Instagram kann mehr, als nur zu visueller Selbstdarstellung genutzt werden. Werden Userinnen und User mit in die Content-Strategie miteinbezogen, kann man aus einem Profil eine Community bilden. So können z.B. mit Expertinnen und Experten aus dem Wahlkreis Interviews geführt oder in Form einer öffentlichen Bürgersprechstunde, einmal wöchentlich Fragen von Followerinnen und Follower beantwortet werden. Für Abwechslung eignen sich auch sogenannte Takeovers, d.h. der Account wird von einem Userin oder User (z.B. durch eine Praktikantin oder einen Praktikanten oder einer lokal bekannte Persönlichkeit) übernommen, die eigenständig z.B. aus dem Wahlkreis oder aus einem bestimmten Themengebiet berichten.</p>
<p>Außerdem eignet sich die App für Visual Storytelling. Dies ist eine Erzählmethode, mit der durch den Einsatz von Fotos, Illustrationen, Videos und Audio emotionale Geschichte erstellt werden können, die die Nutzende in das Geschehen hineinziehen. Die eigentlichen Fakten oder die Person treten dabei in den Hintergrund und werden in die Geschichte mit eingewoben. Eine Möglichkeit, als Politikerin oder Politiker Visual Storytelling einzusetzen, ist zum Beispiel das Einbeziehen der Wähler und Wählerinnen aus dem Wahlkreis. Ihnen ein Gesicht geben und sie ihre persönliche Geschichte erzählen zu lassen &#8211; im Stil von <a href="http://www.humansofnewyork.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humans of New York</a> &#8211; sind zum Beispiel eine gute Variante, die Userinnen und User lokal im Wahlkreis mehr einzubinden und Nähe zu schaffen. Das stärkt das Community-Gefühl und kann für mehr Austausch auf der Plattform sorgen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die hier beschrieben Beispiele sind nur drei von vielen, mittlerweile sind viele <a href="https://pluragraph.de/news/pluragraph-feat-instagram" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen, Ministerien und Ämter</a> auf Instagram aktiv.<br />
Instagram eignet sich für Politikerinnen und Politiker als Ergänzung zu weiteren Social Media-Kanälen, da der Fokus der App auf Fotos liegt und nur wenig Text und keine Links hinzugefügt werden können. Die Conversionrate, also die Anzahl der Besucherinnen und Besucher des Instagramaccounts, welche den politischen Webauftritt besuchen, wird dementsprechend geringer sein als auf anderen Social Media-Kanälen. Um junge Menschen in ihrer Lebenswelt abzuholen, sie auf Politik aufmerksam zu machen und um das eigene Profil zu stärken, lohnt sich ein Account und eine ansprechende Bespielung auf Instagram. Denn Instagram wächst. Das liegt vor allem an der Einführung der Instagram Stories. Das Feature, welche u.a. Snapchat so erfolgreich gemacht hat, zieht Nutzerinnen und Nutzer von Snapchat zu Instagram. Die neue Instagram Live und Instagram Story eignen sich, um auch außerhalb der politischen und parteiinternen Filterblase von Userinnen und User wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp</a> einsetzen und im dritten Teil, wie diese <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> einsetzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/marie-elisabeth-l%C3%BCders-house-1625715/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marie-Elisabeth-Lüders House</a> und <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Instagram Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit WhatsApp (1/4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2017 10:37:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151338" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie-630x276.png" alt="Whatsapp" width="630" height="276" /></a></strong>Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politiker und Politikerinnen WhatsApp verwenden.</p>
<p>Der WhatsApp-Messenger ist die mit 37 Millionen Mitgliedern meist genutzte App in Deutschland. Mit WhatsApp kann man chatten sowie Bild-, Video- und Audiodateien an Freunde und Freundinnen, Familie sowie Kollegen und Kolleginnen versenden. Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen verwenden Messaging-Apps häufiger und ausgiebiger als soziale Netzwerke<i>. </i>Auch der Trend zu Audioinhalten zeigt sich bei der Nutzung von WhatsApp, viele nutzen Sprachnachrichten, um zu kommunizieren.</p>
<h3>Warum eignet sich WhatsApp für den Wahlkampf?<b> </b></h3>
<p>Mit WhatsApp können Wähler und Wählerinnen direkt in ihrer Lebenswelt erreicht werden, Push-Nachricht erscheinen bei vielen direkt auf dem Bildschirm, während in sozialen Netzwerken die Posts im Newsfeed untergehen und man mit vielen anderen um die Aufmerksamkeit buhlt. WhatsApp ist unmittelbarer.</p>
<h3>Liveberichterstattung per WhatsApp<b> </b></h3>
<p>Jens Zimmermann, Bundestagsabgeordneter der SPD, berichtete per WhatsApp von der Bundesversammlung und der Wahl des neuen Bundespräsidenten. Während der Veranstaltung konnte man ihm quasi über die Schulter schauen. In sympathischer Art berichtete er chronologisch mit Text und Bildern über den die Bundesversammlung und den Wahlvorgang.</p>
<p><strong><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151358" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann-630x273.png" alt="Screenshot Jens Zimmermann" width="630" height="273" /></a></strong></strong></p>
<p>Er sieht sein Angebot als Ergänzung<em>: ,,Das Thema &#8220;Second Screen&#8221; ist bereits bei vielen Fernsehsendern ein großes Thema. Für mich war klar, dass dieses Interesse auch bei einer Bundespräsidentenwahl da ist und es Zuschauer gibt, die vor ihrem Fernseher oder vor ihrem Notebook sitzen und mit Smartphone und Tablet einem zweiten Kanal nutzen wollen.“</em></p>
<p>Für ihn war der Liveticker ein voller Erfolg, er hätte jetzt ein Gefühl dafür, wie dieser Kommunikationskanal zu benutzen ist<em>. </em>100 Nutzer und Nutzerinnen haben sich für das Angebot registriert<em>. </em>Und das Angebot wurde positiv aufgenommen: <em>„Aus meinem Wahlkreis habe ich die Rückmeldungen bekommen, dass es toll war, von &#8220;seinem Delegierten&#8221; bei einem besonderen Ereignis mit persönlichen Eindrücken begleitet zu werden.“</em></p>
<p>In seinem <a href="https://www.jens-zimmermann.org/zimmermann-whatsapp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp Newsletter</a> berichtet Zimmermann außerdem über seinen Wahlkreis und die Arbeit in Berlin sowie von seiner Veranstaltungsreihe „kleinster Biergarten der Welt“.</p>
<h3>Bürgersprechstunde auf WhatsApp</h3>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-151331" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-01-30-13-56-49.png" alt="Screenshot Sarah Philipps" width="196" height="350" /></p>
<p>Die SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp <a href="https://philipp-fuer-duisburg.de/whatsapp/">informiert auf WhatsApp</a> über ihre Arbeit im Landtag und in ihrem Wahlkreis, inhaltlich bezieht sie sich auf Themen oder Veranstaltungen, die lokal von besonderer Relevanz sind. „<em>Neben dieser eher einseitigen Kommunikation biete ich zudem WhatsApp-Sprechstunden an. Hier trete ich dann in den direkten Austausch mit meinen Abonnenten. Neben Lob, Kritik und Diskussionen zu verschiedenen Sachfragen nehme ich hier mitunter auch ganz konkrete Arbeitsaufträge aus dem Wahlkreis mit.“</em> Sie bewirbt ihr Angebot in der Lokalpresse oder bei Besuchergruppen, die sie im Landtag empfängt. Die Sprechstunden werden gut angenommen, das sei auch logisch, denn ,,<em>wo sonst gibt es eine so niedrigschwellige Möglichkeit direkt mit „seinem“ Abgeordneten ins Gespräch zu kommen?&#8221;</em>. Allerdings, so schränkt sie ein, wären eher es eher politikaffine Menschen, die sich für den WhatsApp Dienst anmelden, die breite Masse erreiche sie dadurch nicht.</p>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-151330 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lars-Klingbeil-Whatsapp.jpg" alt="Screenshot Lars Klingbeil" width="226" height="300" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter der SPD, nutzte WhatsApp, um eine Sprechstunde durchzuführen. Diese kündigte er vorher in sozialen Netzwerken oder in der Zeitung an <i>„Früher hat man seinem Abgeordneten einen Brief geschrieben und vier Wochen später eine Antwort bekommen. Jetzt geht das schnell und unmittelbar</i>“. Es seien seiner Erfahrungen nach vor allem Bürger und Bürgerinnen die das Angebot annehmen, die er bei den bekannten politischen Veranstaltungen oder Diskussionen nicht wahrnimmt. Ob er darüber hinaus WhatsApp im Wahlkampf einsetzen wird, weiß er noch nicht, aber er kann sich vorstellen, die App als Kommunikationstool zu verwenden, um freiwillige Wahlkampfhelfende dort zu vernetzen.</p>
<h3>WhatsApp als Experimentierfeld</h3>
<p>Für wen die Kommunikationsform per WhatsApp nichts ist, kann es halten wie der Bundespräsident Österreichs Alexander van der Bellen, der WhatsApp auch als <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2017/01/whatsapp-im-wahlkampf-van-der-bellen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenkanal im Wahlkampf</a> nutzte. An seinem Beispiel kann man sehen, dass auch WhatsApp für PolitikerInnnen geeignet sind, die weniger medienaffin sind. Während er die Sprachnachrichten aufnahm, und so eine Nähe zu den Wähler und Wählerinnen herstellte, kümmerte sich sein Team um Text, Bilder und Videos.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>WhatsApp kann als Monolog Media genutzt werden, in Form von Newslettern oder zur Berichterstattung von Veranstaltungen. Bürgersprechstunden können über die App realisiert werden und Bürger oder Bürgerinnen haben die Möglichkeit, mit ihren Anliegen niedrigschwellig an den Politiker oder die Politikerin heranzutreten. WhatsApp kann auch einfach neben Email, Telefon und persönlichem Gespräch als weiteres Kommunikationsmittel angeboten werden. Außerdem ist durch die exklusive und persönliche Ansprache der Messenger auch dazu geeignet, potentielle Wahlkampfmultiplikatoren sowie Helfende zu rekrutieren oder zu vernetzen. Es ist wahrscheinlich, dass ein WhatsApp-Kontakt zum freiwilligen Engagement im Wahlkampf eher bereit ist als ein Facebook-Follower oder Followerin. Denn wer sich entscheidet über WhatsApp Nachrichten zu erhalten, ist schon eher ein politikaffiner Mensch, der auch schon meist auch eine bestimmten Parteipräferenz bzw. eine Wahl getroffen hat.</p>
<p>Im zweiten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">Instagram</a> einsetzen, im dritten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden und im vierten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a> nutzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Whatsapp Jens Zimmermann, Screenshot Whatsapp Sarah Philipp, Screenshot Facebook Lars Klingbeil</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Das Netz braucht einen Heimatverein &#8211; Interview mit Dirk von Gehlen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-netz-braucht-einen-heimatverein-interview-mit-dirk-von-gehlen-151319/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2017 13:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meme]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Brauchtumsverein]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Verein]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende 2016 brachte Dirk von Gehlen die Idee des Digitalen Heimat- und Brauchtumsvereins ins Netz. Für Menschen, die online ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-151346" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/grumpy-digitale-heimat.png" alt="Grumpy Cat braucht keine digitale Heimat" width="640" height="280" />Ende 2016 brachte Dirk von Gehlen die Idee des Digitalen Heimat- und Brauchtumsvereins ins Netz. Für Menschen, die online ein Zuhause suchen und für die Wahrung der digitalen Popkultur. Er wollte das Netz entscheiden lassen, ob die Idee umgesetzt werden sollte.</p>
<p>Wir haben nachgefragt, was aus der Idee geworden ist.</p>
<p><b>Herr von Gehlen, im Oktober 2016 haben Sie die Gründung eines <a href="//www.dirkvongehlen.de/netz/kleiner-drei-internet-e-v-digitale-oktober-notizen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalen Heimat- und Brauchtumsvereins</a> vorgeschlagen. Welche digitale Kultur wollen Sie schützen und bewahren?</b></p>
<p>Ich bin großer Fan der Remix- und Referenzkultur, die sich vor allem im Netz ausdrückt. Mit dem Begriff digitale Kultur will ich aber all jene Praktiken beschreiben, die sich aus dem digitalen Raum speisen. Mir geht es darum, Kulturen und das Internet als Heimat verstehen. Wenn wir uns das &#8220;globale Dorf&#8221; tatsächlich als Raum vorstellen, dann kann man sich hier erstens auch heimisch fühlen (in der Verbindung mit Freunden) und man kann zweitens für diese Heimat auch Brauchtumspflege betreiben. Man kann den digitalen Dialekt pflegen (Emojis etc.) und sich dafür einsetzen, dass die Gepflogenheiten des Digitalen ebenso angesehen und gefördert werden wie die analoge Volkskultur.</p>
<p><b>Sie bezeichnen das Internet als ein völkerverbindendes Netzwerk, in dem die digitale (Volks-)kultur bewahrt werden soll. Auch die Begriffe Brauchtum und Heimatverein wecken eher Assoziationen mit Tradition und Nation und wirken reaktionär. Könnten  die Verwendung der Begriffe nicht viele InteressentInnen abschrecken?</b></p>
<p>Mir geht es genau darum, diese Begriffe umzudeuten. Wir erleben &#8211; trotz der Möglichkeit der weltweiten Vernetzung &#8211; gerade einen politischen Rechtsruck der Rückbesinnung aufs Nationale. Ich beobachte das mit Sorge. Der digitale Heimatverein will diese Begriffe neu aufladen und die Idee der grenzüberschreitenden Verbindung jenseits von Sprach- und Religionsgrenzen unterstützen.</p>
<p><b>Sie fordern, dass Meme, Mashups und Remixe als popkulturelles digitales Phänomen Bestandteil von Schulunterricht werden. Was können SchülerInnen aus diesen Phänomenen lernen?</b></p>
<p>Sie können lernen wie sie entstehen und warum sie sich wie verbreiten. Das sind Grundbedingungen einer digitalen literacy, eines Grundverständnisses für den digitalen Raum. Zudem finde ich, dass Popkultur und im besonderen Maße die digitale Popkultur zwingend auch einen Platz im Schulkanon haben soll.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dvg06.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151326" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dvg06.jpg" alt="dvg06" width="199" height="285" /></a><strong><span style="font-weight: 400"><em>Dirk von Gehlen ist Autor und Journalist. Bei der Süddeutschen Zeitung leitet er die Abteilung Social Media/Innovation, in der er das Longreads-Magazin <a href="http://www.langstrecke.sz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche Zeitung Langstrecke</a> entwickelt hat. Der Diplom-Journalist begleitet den Medienwandel seit Jahren auf seinem Blog <a href="http://www.digitale-notizen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale-notizen.de</a> und unter <a href="http://www.twitter.com/dvg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@dvg</a> auf Twitter. Er zählt zu den Crowdfunding-Pionieren in Deutschland (<a href="http://www.enviv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Eine neue Version ist verfügbar“</a>) und schreibt unter <a href="http://www.phaenomeme.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phaenomeme.de</a> für die Süddeutsche Zeitung über Internet-Meme. Gerade ist sein Buch &#8220;Meta! Das Ende des Durchschnitts&#8221; erschienen.</em></span></strong> </div></div>
<p><b>Es bestehen ja schon viele Vereine und Initiativen, die sich in irgendeiner Weise mit dem Internet auseinandersetzen und in denen man sich engagieren kann (Chaos Computer Club, Initiative D64,  der neu gegründete „Breitbart-Watch“ Schmalbart, Digitale Gesellschaft etc.). Was grenzt den digitalen Brauchtums- und Heimatverein davon ab?</b></p>
<p>Der Brauchtumsverein versteht sich als Ergänzung zu den allesamt sehr unterstützenswerten Organisationen. Er ergänzt diesen politischen Vereinigungen den kulturellen Gedanken und verhält sich wie ein klassischer Brauchtumsverein sich zu Greenpeace verhält &#8211; nur eben im digitalen Raum. Es geht sehr konkret darum, Lobbyarbeit für diejenigen zu machen, die sich im Digitalen heimisch fühlen.</p>
<p><b>Was halten Sie von einer Kooperation mit staatlichen Institutionen wie z.B. mit der Kulturstaatsministerin/ Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien oder mit den Kultusministerien der Länder?</b></p>
<p>Die genannten Institutionen sollen in jedem Fall bewegt werden, digitale Kultur genauso ernst zu nehmen wie etablierte Kulturformen. Das kann über Lobbyarbeit und/oder über Zusammenarbeit passieren.</p>
<p><b>Wie will sich der Heimat- und Brauchtumsverein langfristig finanzieren?</b></p>
<p>Wir sind gerade dabei ein Format zu suchen, das für diesen Brauchtumsverein tauglich ist. Ende 2016 haben sich rund 450 Menschen auf eine Interessenliste eingetragen. In einem kleineren Kreis werden wir im Laufe des Jahres 2017 eine geeignete Organisationsforum finden. Vielleicht finden sich ja Stiftungen oder Spender, die die Idee finanzielle unterstützen wollen&#8230;</p>
<p><b>Soll es räumliche oder online organisierte Treffen geben? Wie will der Verein die Verbindung unter den Mitgliedern herstellen?</b></p>
<p>Auch darüber debattieren wir derzeit. Wer gute Ideen hat, ist herzlich eingeladen, sich zu <a href="//digitale-notizen.us9.list-manage2.com/subscribe?u=8ba8041b3e6a657177b8d06f4&amp;id=4c6958bddf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">melden.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/cat-british-shorthair-grumpy-1378203/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">british shorthair grumpy cat</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Neues Zentrum für Internetforschung wird in Bochum eröffnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2017 11:15:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Center for Advanced Internet Studies]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Insitute]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nimmt das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum seine Arbeit auf. Internationale Forscher und Forscherinnen, Per­sön­lichkeiten aus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CAIS-Logo1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151253" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CAIS-Logo1.jpg" alt="CAIS-Logo" width="567" height="184" /></a></p>
<p>Heute nimmt das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum seine Arbeit auf. Internationale Forscher und Forscherinnen, Per­sön­lichkeiten aus der Praxis und interessierte Bürgerinnen und Bürger können einzeln oder gemeinsam und in interdisziplinären Teams verschiedene Forschungsprojekte im Bereich der Digitalisierung und Internetforschung durchführen.</p>
<p>Wir haben Dr. Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme Instituts, und Prof. Dr. Michael Baurmann, wissenschaftlicher Leiter des CAIS, ein paar Fragen zu der Arbeitsweise, den Kooperationspartnern und den Zielen des Institutes gestellt.</p>
<p>Michael Baurmann (MB) / Frauke Gerlach (FG)</p>
<p><strong>Aus welchen Anlass wurde das Zentrum für Internetforschung gegründet?</strong></p>
<p>MB: Das CAIS wurde gegründet im Zusammenhang der Beteiligung der Universitäten Bochum, Bonn, Düsseldorf und Münster, des Grimme Instituts (Marl) sowie des GESIS Instituts für Sozialwissenschaften an dem Antrag für ein deutsches Internet-Institut, das durch das BMBF mit einem Fördervolumen von 50 Millionen Euro ausgeschrieben wurde. In dem Konzept dieses NRW Konsortiums für ein deutsches Internet-Institut spielt das CAIS eine wichtige Rolle als integriertes Forschungskolleg, an dem sich sowohl externe Wissenschaftler als auch Forschungspartner des Internet-Instituts für Forschungsarbeiten aufhalten können. Das CAIS kann mit seinen attraktiven Programmen für Fellowships, Arbeitsgruppen und Veranstaltungen aber auch als eigenständiges Forschungszentrum existieren. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) hat sich deshalb sehr schnell entschlossen, das CAIS unabhängig von Ausgang des Antrags für ein deutsches Internet-Institut für zunächst drei Jahre mit 3 Millionen Euro mit einer Verlängerungsoption für zwei weitere Jahre zu fördern.</p>
<p><strong>Gibt es bereits konkrete Forschungsthemen und Projekte?</strong></p>
<p>MB: Als Kolleg wird die Forschung am CAIS vor allem durch die Wissenschaftler geprägt, die sich für eine bestimmte Zeit als Fellows und Gäste am CAIS aufhalten. Wir wollen natürlich, dass sie sich dabei mit der Digitalisierung und dem Internet auseinandersetzen. Aber wir wollen ihnen auch einen großen Freiraum lassen und hoffen, dass sie uns mit originellen und innovativen Vorhaben und Projekten überraschen. Der Rahmen der Forschung ist dabei weit gezogen, Internetforschung soll am CAIS in ihrer ganzen Breite erfolgen, das schließt die Folgen der Digitalisierung für Wirtschaft und Arbeit ebenso ein wie die Potentiale des Internets für demokratische Partizipation und politische Kommunikation oder die Herausforderungen für Bildung und Wissen. Dabei geht es nicht nur um Chancen und Möglichkeiten, sondern auch um Risiken und Gefahren. Stichworte sind hier etwa der Missbrauch des Internets durch extremistische und terroristische Gruppen, Hassmails, Indoktrination, rassistische Hetze oder die Verbreitung von Fake-News und Verschwörungstheorien.</p>
<p><strong>Das zentrale Anliegen des CAIS ist der Dialog mit der Öffentlichkeit. Können Sie uns mehr darüber erzählen?</strong></p>
<p>MB: Von unseren Fellows und Gästen erwarten wir vor allem auch ihre Bereitschaft zum aktiven Austausch mit der Bürgerschaft, mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Medien. Und wir wollen nicht nur, dass sie als Experten ihr Wissen und ihre Erkenntnisse weitergeben, wir wollen auch, dass sie die Menschen mit ihren praktischen Erfahrungen ernstnehmen und von ihrem Wissen und ihren Erkenntnissen lernen. Digitalisierung und Internet sind gewissermaßen flüchtige Forschungsgenstände, die sich häufig schneller verändern als es die Methoden und die skrupulöse Sorgfalt der Wissenschaft erlauben. Das heißt aber: Ohne Kontakt zu der Praxis und zu den Menschen, die diesen permanenten Veränderungsprozess in ihrem privaten und beruflichen Alltag antreiben und erfahren, kann wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich einpacken. Für diesen Dialog haben wir unterschiedliche Formate vorgesehen, dabei geht es auch um Experimente mit neuen Wegen und Ideen und ihre Erprobung.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-151251" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FraukeGerlach039_klein.jpg" alt="Frauke Gerlach" width="187" height="265" /></p>
<p><strong>Frauke Gerlach</strong>, Juristin, ist seit Dezember 2014 Geschäftsführerin des Grimme Forschungskollegs . Sie promovierte zu &#8220;[Media Governance] Moderne Staatlichkeit in Zeiten des Internets &#8211; Vom Rundfunkstaatsvertrag zum medienpolitischen Verhandlungssystem&#8221; und war Aufsichtsratsmitglied in mehreren Medientinstituten.</div></div>
<p>FG: Das Grimme-Institut als Gesellschafter des CAIS sieht sich hier in der Rolle eines Impulsgebers. Durch unsere Qualitätspreise, den Fernsehpreis und den Online Award, durch unsere vielfältigen Veranstaltungserfahrungen und durch unsere Kontakte in die Medienbranche möchten wir zu einem Dialog mit der Öffentlichkeit beitragen und Schnittstellen anbieten. Wichtig ist uns dabei in der Tat die Zweiseitigkeit des Dialogs. Es geht nicht um einen einseitigen Transferprozess, sondern um einen wechselseitigen Lern- und Austauschprozess. In der praktischen Umsetzung bedeutet dies aus meiner Sicht auch, dass wir unterschiedliche Orte, etwa Kultur- und Bildungseinrichtungen aufsuchen, und digitale Medien für diesen Dialog aktiv einsetzen, insbesondere die Social Media Kanäle, um Menschen zu erreichen.</p>
<p><strong>Sie sprechen unter anderem auch davon, dass sich Bürger und Bürgerinnen an ihrem Institut einbringen können. Wie kann ich mich als interessierte Bürgerin bei Ihnen einbringen?</strong></p>
<p>MB: Grundsätzlich stehen die Förderprogramme des CAIS nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler offen, sondern auch für Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien oder der Zivilgesellschaft, die über einschlägige praktische Expertise und Erfahrung verfügen. Darüber hinaus werden die schon in anderen Kontexten erprobten Formate der Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit angeboten&#8230; Aber auch hier gilt, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Fellows und Gästen neue Möglichkeiten erproben wollen. Eine Idee ist beispielsweise, dass man im Laufe der Zeit eine „Datenbank“ aufbaut, in der sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit ihrem spezifischen Profil an Know-How und Erfahrungswissen eintragen können und auf die man dann für bestimmte Fragestellungen und Themen gezielt zurückgreifen kann.</p>
<p>FG: Wir werden im CAIS auch darüber nachdenken, Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von „Citizen Science“ in die Forschungsaktivitäten einzubinden. Bei diesem Ansatz geht es darum, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv Aufgaben im Forschungsprozess übernehmen, etwa Daten erheben oder sogar Forschungsfragen formulieren. Aus der Biologie und der Geschichtswissenschaft gibt es schöne Beispiele für diese Offene Wissenschaft. Im CAIS ginge es um Projektthemen der digitalen Gesellschaft und um Datenerhebungen mittels Apps und Internet.<br />
Grundsätzlich will das CAIS auch einen öffentlichen Diskurs befördern, an dem sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen sollten: Denn im Kern geht es um die Frage, wie wir zukünftig in der digitalen Gesellschaft leben wollen.</p>
<p><strong>Sie planen Kooperationen mit Praxispartnern. Steht schon fest wer diese Praxispartner sind und wie ist die Zusammenarbeit geplant?</strong></p>
<p>MB: Praxispartner werden im Aufsichtsrat und Beirat des CAIS prominent vertreten sein, und sie sollen ja vor allem auch an den Programmen des CAIS selber aktiv teilnehmen. Das befindet sich aber alles noch im Aufbau. Wichtig ist dabei, dass wir uns hier wie bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine dynamische Entwicklung wünschen, die das Kontaktnetz in die Praxis kontinuierlich mit neuen Persönlichkeiten und Institutionen erweitert und bereichert.</p>
<p><span style="font-weight: 400;"> <div class="c33l info-box"><div class="subc"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-151248" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto_Baurmann_klein.jpg" alt="Foto_Baurmann_klein" width="187" height="198" /></p>
<p><strong>Michael Baurmann,</strong> wissenschaftlicher Direktor des CAIS<strong>,</strong> ist seit 1997 Professor für Soziologie an der Universität Düsseldorf. Gastaufenthalte hatte er in Mexiko, Australien, USA und Schweden. Seit 2016 ist er Sprecher des Düsseldorfer Instituts für Internet und Demokratie (DIID). </div></div>
<p>FG: Ein Stück weit versteht sich das Grimme-Institut selbst als Praxispartner des CAIS. Wir führen im Hause selbst medienpädagogische Praxisseminare und Fortbildungen für Praktiker der Medienbildung durch und entwickeln Medienbildungskonzepte für die Praxis. Darüber hinaus bieten wir Schnittstellen zu Bildungseinrichtungen und zu Medienschaffenden an. Mit der digitalen Transformation unserer Gesellschaft entstehen neue Herausforderungen für die Bildung und Qualifizierung. Ausgewählte Forschungsergebnisse müssen gemeinsam mit Praktikern und Didaktikern in Schulungsangebote für Pädagogen und Multiplikatoren übersetzt werden. Dazu bringen wir Kontakte zu Schulen und außerschulischen Trägern, zu Volkshochschulen und Medienbildungseinrichtungen ein. Durch Kontakte zu den Kreativen und Produzierenden der Medienbranche eröffnen sich viele Felder der inhaltlichen Zusammenarbeit. Es geht darum, Verbindungen zwischen Forschung und Praxis aufzubauen, und Themen wie etwa der Umgang mit Hatespeech bei Online-Redaktionen von Nachrichtenportalen oder der Einsatz von Big Data im Medienmanagement mit Praxiserfahrungen zu unterfüttern.</p>
<p><strong>In welche Richtung soll sich das Zentrum entwickeln und gibt es eine Agenda für die nächsten fünf oder zehn Jahre?</strong></p>
<p>MB: Es ist eine der Stärken unseres Konzepts, dass es offen ist für eine zügige Anpassung an neue Entwicklungen und Erfahrungen. Das gilt sowohl für Inhalt als auch Struktur unserer Programme. Wir haben eine bereits jetzt breite Forschungsagenda als Orientierungsrahmen für unsere Fellows und Gäste formuliert, diese Agenda kann aber jederzeit revidiert und erweitert werden, eine Notwendigkeit, wenn man es mit einem sich so schnell verändernden Bereich zu tun hat. Was unsere Programmstruktur mit einem Fellow-, Projekt- und Veranstaltungsprogramm angeht, so muss die Erfahrung zeigen, ob wir damit die Bedürfnisse und Präferenzen potentieller Antragstellerinnen und Antragsteller optimal treffen oder ob man Teile dieser Programmlinien umstrukturieren sollte. Auch das ist kurzfristig möglich. Die Agenda für die nächsten Jahre lautet also vor allem: Offen und anpassungsfähig sein für die dynamischen Entwicklungen von Internet und Digitalisierung!</p>
<p><strong>Wie sieht ihr wissenschaftlicher Ansatz aus? Aus welchen Blickwinkeln und anhand welcher Forschungsdisziplinen werden die Phänomene und Problematiken betrachtet?</strong></p>
<p>Das CAIS fördert nicht nur einen Ansatz und nicht nur eine Disziplin: Das würde dem komplexen Gegenstand einer digitalen Gesellschaft in keiner Weise gerecht! Die Limitierung des Blickwinkels einzelner Fächer soll gerade durch die Zusammenarbeit an einem Forschungskolleg überwunden werden. Das CAIS lädt deshalb Vertreterinnen und Vertreter der Sozial- und Kulturwissenschaften, der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, der Psychologie, Pädagogik und Informatik zu vor allem interdisziplinären Vorhaben und Projekten ein.</p>
<p><strong><br />
</strong>Das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) ist <a href="http://www.cais.nrw/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu finden.</p>
<p>Titelbild: by via <a href="www.cais.nrw">CAIS</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>“Die Entwicklung ist viel zu langsam” &#8211; Andreas Hofmann über digitales Lernen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-entwicklung-ist-zu-langsam-interview-digitales-lernen-151196/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 16:10:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[mobile.schule]]></category>
		<category><![CDATA[Tablets]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Digitale Inhalte sinnvoll in Schulen einzubinden ist in Deutschland noch immer schwierig. Der Bedarf jedoch steigt mit der zunehmenden Digitalisierung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/school-1517196_1280-e1485945602712.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151198" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/school-1517196_1280-e1485945602712-630x404.jpg" alt="school-1517196_1280" width="630" height="404" /></a>Digitale Inhalte sinnvoll in Schulen einzubinden ist in Deutschland noch immer schwierig. Der Bedarf jedoch steigt mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft. Um diese Diskrepanz auszugleichen, findet dieses Jahr zum 7. Mal die Tagung mobile.schule in Oldenburg statt. Wir haben mit dem Initiator Andreas Hofmann über die Entstehung der Tagung und die Digitalisierung der Bildung gesprochen.</p>
<p><b>Sie sind einer der Hauptinitiatoren der Tagung mobile.schule. Was war ihre persönliche Motivation, die Tagung zu organisieren und seit wann gibt es die Veranstaltung?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die <a href="http://mobile.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mobile.schule</a> habe ich vor etwa 5 Jahren ins Leben gerufen; damals noch als Fortbildungsveranstaltung an meiner Schule in Niedersachsen im Zuge eines Referenzschulnetzwerkes des Vereins n21. Ich wollte den Schulen in der Region einen Einblick in meine Arbeit bieten und die mir damals zur Verfügung stehenden Möglichkeiten digitalen Arbeitens zeigen. Beim ersten Treffen waren wir 40 Leute und ich war sehr glücklich über die Resonanz. Anfangs führte ich die Fortbildung zweimal pro Jahr durch, später dann einmal pro Jahr und 2014 erstmals in der Uni Oldenburg. Nachdem wir knapp 300 Gäste begrüßen durfte, wurde man auch in anderen Bundesländern auf uns aufmerksam.</span></p>
<p><b>Wer sind die (finanziellen) UnterstützerInnen der Tagung?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Seit diesem Jahr gibt es ein festes Budget vom Land Niedersachsen, das bei fast 70 Referenten allerdings nicht ausreicht. Das Event ist eigentlich kostenlos, der Beitrag von 10 Euro dient lediglich dazu, das Catering zu zahlen und die Professionalität von Jahr zu Jahr zu erhöhen. Das ist mir ganz wichtig, denn ich möchte, dass die Gäste sich wohlfühlen. Die Haupteinnahmen haben wir durch die etwa 50 Aussteller, die einen Beitrag und  Workshops anbieten dürfen, die allerdings von Lehrern oder anderen Referenten gehalten werden müssen. In diesem Jahr sind fantastische Workshops von den Ausstellern im Portfolio. Ich bin gespannt und froh, dass dieses Konzept aufgeht.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Generell ist das Event eine Kooperation von NLQ (Niedersächsischer Bildungsserver), dem OFZ (Oldenburger Fortbildungszentrum) und n21. Bei uns wird das niedersächsische Medienkonzept nicht nur gedacht sondern gelebt. Darauf sind wir sehr stolz.</span></p>
<p><b>Unter welchen Kriterien wurden die Themen der Tagung ausgewählt, wer koordiniert das Programm und wie kommen Sie an die Referenten?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die inhaltliche Gestaltung des Events übernehme weitgehend ich, bekomme aber Hilfe von den anderen Koordinatoren und natürlich dem NLQ. Wir nehmen die Strömungen und Entwicklungen über die Monate auf und sprechen dann unser Netzwerk an. Dadurch kommen all diese Einflüsse automatisch in das Programm. Ein schönes Beispiel ist das Thema &#8220;Coding&#8221;, dass sich dieses Jahr an allen Ecken und Enden zeigt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Mein Netzwerk hat sich in den letzten Jahren durch meine Tätigkeit in Niedersachsen als Berater, aber auch in meiner Nebentätigkeit als Trainer und Berater in anderen Bundesländern sehr erweitert. Mir ist es wichtig, dass ich überall, wo ich war, weiter in Kontakt bleibe. So kommen tolle Kooperationen wie z.B. mit dem Land Baden- Württemberg zustande oder enge Kontakte mit Mecklenburg- Vorpommern. Ein weiterer Motor der Vernetzung sind sicherlich auch unsere Blogs <a href="http://tablets.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tablets.schule</a> </span><span style="font-weight: 400">und <a href="//mobile.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mobile.schule</a></span><span style="font-weight: 400"> sowie Twitter und Facebook. Social Media ist hier ein fantastischer Weg, mobile.schule zu bewerben und die Leute zu erreichen, die wirklich Interesse haben.</span></p>
<p><b>Im Anbetracht der Ergebnisse des letzten Jahres, gibt es Themen die bei den TeilnehmerInnen besonders populär sind?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ja, interessante Frage. Letztes Jahr war Gamification ein populäres Thema, und Hospitationen (Anm. d. Red.: Unterrichtsbesuch eines Fachleiters in der Lehrerausbildung eines Referendars) sind auch immer sehr gut besucht. Auch Mathematik, Inklusion und Differenzierung ist heiß begehrt. Und das Thema Kollaboration in allen Facetten ist auch sehr beliebt gewesen bei der Anwahl.</span></p>
<p><b>Die Tagung findet zum wiederholten Male in Oldenburg statt. Wieso dort, und gibt es ähnliche Veranstaltungen in anderen Bundesländern?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Das Event findet hier statt, weil die Uni uns den Support bietet und die Infrastruktur liefert. Ich arbeite gerne mit dem Team des OFZ zusammen. Deshalb suche ich keine Alternative.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hofmann.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151201 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hofmann.jpg" alt="" width="180" height="180" /></a> <strong><span style="font-weight: 400"><strong>Andreas Hofmann</strong> ist Lehrer an der Waldschule Hatten und Koordinator der Konferenz mobile.schule. Er ist außerdem als medienpädagogischer Berater des Niedersächsischen Bildungsservers NLQ, freier Trainer und Referent und Sprecher tätig. </span></strong> </div></div>
<p><b>Liegt der Fokus der Tagung auf dem Thema digitale Bildung im Bundesland Niedersachsen oder werden auch andere Länder mit einbezogen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wir liegen bei einer Verteilung von Zweidritteln zu Eindritteln. Also 75% Niedersachsen. Ich weiss, dass es kein Event außer den großen Messen gibt, dass dies bislang geschafft hat. Vielleicht geht es den Weitgereisten aber auch um unsere wirklich schönen Netzwerkabende.</span></p>
<p><b>Das Thema Bildung liegt in der Hoheit der Bundesländer. Wünschen Sie sich gerade bei Zukunftsthemen wie der Digitalen Bildung eine stärkere Zentralisierung und wenn ja, warum?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ich wünsche mir keine Zentralisierung, sondern das Ermöglichen länderübergreifender Zusammenarbeit. Kollegen kämpfen mit der bitte um Freistellung, weil mobile.schule in einem anderen Bundesland ist. Man muss für seine Reisekosten diskutieren und kommt tatsächlich in Nöte wegen der auf ein Bundesland ausgerichteten Bürokratie. Das NLQ ist da bereits gedanklich sehr weit und fördert diese Kooperationen, was ich großartig finde. Jedes Bundesland baut das Rad neu, jedes Kultusministerium startet neue Pilotprojekte, ohne vom Nachbarn zu lernen. Alle machen dieselben Fehler, verbrennen dieselbe Zeit. Das ist für mich unerklärlich. Man könnte so viel effektiver sein.</span></p>
<p><b>Gibt es ein bundesweites Netzwerk zum Thema digitale Bildung, in dem sich untereinander ausgetauscht wird?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nein! Das einzige Netzwerk, das ich kenne, nennt sich Twitter. Der Rest sind private Initiativen. Netzwerken ist zeitintensiv, das schreckt viele ab.</span></p>
<p><b>Sind Schulen Vorreiter beim Thema „Digitale Bildungsangebote“, in dem Sinne, dass dort schon vieles umgesetzt wird, wovon die Politik theoretisch spricht?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Vorreiter? Ich muss mich manchmal selbst erden, weil ich diesen Eindruck bekomme. Ich sehe ja auch seit Jahren die Leuchttürme und Piloten. Man sieht immer dieselben engagierten Leute. Aber die Realität sieht doch anders aus. Wie viel Prozent erreiche ich mit mobile.schule? Das will ich gar nicht errechnen, weil es deprimierend wäre. So viele Schulen haben noch nicht einmal ein Konzept zur Umsetzung angedacht. Mir fehlen beweisbare Zahlen aber ich sehe es immer wieder in meiner Tätigkeit als Berater. Wenn Schulen nicht Gas geben bzw. die nachkommende Lehrergeneration endlich mit Hochdruck ausgebildet wird, mache ich mir ernsthafte Sorgen. Die Entwicklung ist viel zu langsam.</span></p>
<p><b>Was halten Sie von den politischen Initiativen zum Thema, wie etwa der Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft des BMBF?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ich begrüße alle Initiativen diesbezüglich sehr, habe nur zunehmend Probleme bei den Worten &#8220;Projekt&#8221; und &#8220;Initiative&#8221;. Ich vermisse die Nachhaltigkeit sehr oft. Bevor irgendein Projekt nachhaltig in die Breite gehen kann, muss ein Umdenken stattfinden. Digitalität als Exot, als etwas, das separiert betrachtet wird, anstatt als ganzheitliche Realität und Lebenswelt, wird nie ankommen. Die unterrichtende Generation muss dieses Umdenken mittragen, die neuen Kolleginnen und Kollegen müssen nicht nur fachlich darauf vorbereitet werden sondern diesen Gedanken zur Selbstverständlichkeit werden lassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: by stux via <a href="https://pixabay.com/de/schule-schulanfang-tafel-smartphone-1517196/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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