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	<title>kwegrich &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>kwegrich &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Electronic Government: Modernisierungsschub durch Informationstechnologien in der öffentlichen Verwaltung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kwegrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit Ende der 90er Jahre ist &#34;Electronic Government&#34; (endlich) auch in Deutschland zu einem zentralen Thema der Debatte um
die dringend notwendige Modernisierung von Staat und Verwaltung geworden. Kann die deutsche Verwaltung, die sich lange Zeit
immun gegen Reformversuche gezeigt hat, mit Hilfe der neuer Informationstechnologien den geforderten Modernisierungssprung
schaffen?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Seit Ende der 90er Jahre ist &quot;Electronic Government&quot; (endlich) auch in Deutschland zu einem zentralen Thema der Debatte um<br />
die dringend notwendige Modernisierung von Staat und Verwaltung geworden. Kann die deutsche Verwaltung, die sich lange Zeit<br />
immun gegen Reformversuche gezeigt hat, mit Hilfe der neuer Informationstechnologien den geforderten Modernisierungssprung<br />
schaffen?</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neudeutsch &quot;Electronic Government&quot; oder altbackener &quot;Teleadministration&quot; sind die Stichworte, die auf den immer zahlreicheren<br />
Kongressen über die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung nicht mehr fehlen dürfen. Die Einführung neuer<br />
Informationstechnologien ist zu einem der zentralen Felder der Reformpolitik geworden. So gehört &quot;Electronic Government&quot;<br />
dieses Jahr zu den sieben Themenfeldern des <a href="http://www.dhv-speyer.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Speyerer Qualitätswettbewerbs</a>,<br />
bei dem erfolgreiche Reformprojekte im deutsch-sprachigen Raum prämiert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie die gesamte &quot;Welle&quot; der Verwaltungsreformen, die sich seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland verbreitete, ging auch<br />
die Öffnung des Staatsapparates für die Möglichkeiten des Internet von der kommunalen Ebene aus und erfasste dann die<br />
Landes- und zuletzt die Bundesebene. Wobei Deutschland trotz jüngster <a href="http://www.staat-modern.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Initiativen der Bundesregierung</a><br />
im internationalen Vergleich noch immer einen deutlichen &quot;Modernisierungsrückstand&quot; aufweist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zunächst beschränkte sich die Nutzung des Internets durch Verwaltungen weitgehend auf die Funktion eines elektronischen<br />
Schaufensters: Grundlegende Informationen über den Verwaltungsaufbau, die verschiedenen Aufgabenbereiche, eventuell noch<br />
Öffnungszeiten und Ansprechpartner für die unterschiedlichen Belange sowie Pressemitteilungen. Dies hat sich in den letzten<br />
zwei Jahren &#8211; zumindest bei den Vorreitern der Entwicklung &#8211; grundlegend geändert. Insbesondere die politische Führung in<br />
Städten und Gemeinden hat erkannt, dass eine zunehmend mit den neuen Medien vertraute Bürgerschaft viel mehr erwartet als<br />
einen elektronischen Schaukasten der Heimatstadt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So finden sich inzwischen<br />
zahlreiche Beispiele dafür, wie das Dienstleistungsangebot der<br />
Verwaltungen mit Hilfe des Netzes entscheidend verbessert werden kann &#8211;<br />
und sich zugleich Potenziale für dringend notwendige Kosteneinsparungen<br />
eröffnen. Zunächst wurden die elektronischen Schaukästen zu echten<br />
Portalen weiterentwickelt. Ein systematischer Zugang zu den<br />
Leistungsangeboten der Verwaltung für Wirtschaft und Bürger wird über<br />
die Portale der Kommunen (und zunehmend auch der Länder) ebenso<br />
ermöglicht wie der direkte Kontakt zu zuständigen Personen per E-Mail.<br />
Schließlich können Dienstleistungsangebote, zumindest in Teilen,<br />
zunehmend auch direkt über das Internet wahrgenommen werden. Dies gilt<br />
für Anträge von Bürgern im Bereich Meldewesen und KFZ-Zulassung, aber<br />
auch für Sozialleistungen oder für Bauanträge, die vollständige<br />
Abwicklung von Bauanträgen über Netz ist das Ziel eines Reformprojekts<br />
schleswig-holsteinischer Kommunen. Defizite sind hingegen immer noch im<br />
Bereich der Informatio-nen zur Wirtschaftsförderung der Kommunen<br />
festzustellen. Hier fehlt es häufig, wie die Studie einer <a href="http://www.kienbaum.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Unternehmensberatung</a> zeigt, an Informationen zu kommunalen Steuern,<br />
Abgaben u.a. Auch ein englisch- oder französischsprachiges Angebot ist bei über der Hälfte der Seiten nicht zu finden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vorreiter unter den Kommunen haben ihr Internetangebot zu einem virtuellen Bürgerladen (z.B. <a href="http://www.beelitz.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Beelitz</a>,<br />
<a href="http://www.passau.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Passau</a>) oder Internet-Rathaus (z.B. <a href="http://www.mannheim.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Mannheim</a>,<br />
<a href="http://www.bremen.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bremen</a>) ausgebaut. Der Bürger als Nachfrager einzelner Leistungen, wie<br />
Kindergartenplatz, Personalausweis, Wirtschaftsförderung etc., braucht sich, wenn er das Internet nutzen will, nicht mehr um<br />
die Zuständigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung kümmern, sondern stellt entsprechende Anträge direkt im Netz oder lädt<br />
sich Formulare aus dem Angebot der virtuellen Bürgerläden herunter. Dabei übernimmt der virtuelle Bürgerladen die<br />
Koordination der zu beteiligenden Stellen &#8211; innerhalb der eigenen Verwaltung oder auch mit Teilen der Landes- oder<br />
Bundesverwaltung. Traditioneller Weise zersplitterte Zuständigkeiten, die zu langen Bearbeitungszeiten führen, weil die<br />
verschiedenen Stellen nacheinander beteiligt werden, sind an einer Stelle gebündelt. Die IT-Infrastruktur ermöglicht dabei<br />
die Parallelbearbeitung von Vorgängen und erschließt so erhebliche Rationalisierungspotenziale.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf Landes- und Bundesebene geht es bei der Nutzung des Internet weniger um direkte Dienstleistungen. Im Vordergrund steht<br />
zunächst das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium &#8211; für die Fördermöglichkeiten nachfragende Wirtschaft oder<br />
die an politischen Programmen interessierte Öffentlichkeit. Dabei kann das Internet einen wesentlichen Beitrag zu mehr<br />
Transparenz des Verwaltungshandelns leisten. So gehören Rechenschaftsberichte einzelner Behörden oder Leistungsvergleiche<br />
zwischen Verwaltungen, die im Internet öffentlich zugänglich sind, beispielsweise in Großbritannien zu einem wichtigen<br />
Instrument, um Leistungsanreize im öffentlichen Sektor zu schaffen. In den Landesregierungen und beim Bund steht die Nutzung<br />
des Internet als offensives Kommunikationsmedium dagegen noch am Anfang. Erste Ansätze zielen insbesondere auf den direkten<br />
Austausch zwischen der Regierung und den Bürgern. In Niedersachsen wird derzeit versucht, einen zunächst &quot;vor Ort&quot; begonnenen<br />
&quot;Diskurs&quot; mit interessierten Bürgern zu neuen Formen bürgerschaftlichen Engagements auf <a href="http://www.niedersachsen.de/scripts/forum.pl" target="_new" rel="noopener noreferrer">digitalem Weg</a><br />
fortzuführen. Ebenfalls in Niedersachsen wurde Anfang des Jahres die digitale Signatur innerhalb der Landesverwaltung<br />
eingeführt &#8211; damit gehört man auf diesem Feld auch international zu den Vorreitern. Auf diesem Wege können Landesregierungen<br />
auch wichtige Anstöße für die Weiterentwicklung des Online-Angebots von Kommunen geben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Dabei können IuK-Techniken und das Internet jedoch nicht als Allheilmittel für eine moderne &#8211; sprich kosteneffiziente und<br />
leistungsfähige &#8211; Verwaltung gelten. Nur wenn es gelingt, das Internet in eine umfassende Reformstrategie einzubinden, in<br />
der hergebrachte Grundsätze der bürokratischen Verwaltungsorganisation hinterfragt werden, kann auch das Potenzial der<br />
Informationstechnik zum Tragen kommen. Eine derartiges Reformkon-zept zur Modernisierung von Staat und Verwaltung, das in<br />
den anglo-amerikanischen und den skandinavischen Staaten sowie den Niederlanden bereits seit den 80er Jahren erfolgreich<br />
praktiziert wird, findet seit Mitte der 90er Jahre auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Die Rede ist vom &quot;New Public<br />
Management&quot;, in der Deutschen Debatte auch als &quot;<a href="http://www.kgst.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Neues Steuerungsmodell</a>&quot;<br />
bekannt. Im Kern zielt das Neue Steuerungsmodell auf die Ablösung des überregulierten bürokratischen Staates durch einen an<br />
Leistungen und Ergebnissen orientierten öffentlichen Sektor, der mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten gesteuert wird.<br />
Managementinstrumente sollen hierarchische Amtsverhältnisse weitgehend ersetzen und dort wo es sinnvoll und möglich ist,<br />
einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Behörden oder zwischen öffentlichen und privaten Dienstleistern etablieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien erscheint vor dem Hintergrund dieser Reformansätze noch einmal<br />
in einem anderen Licht. So erhalten die einzelnen Verwaltungseinheiten (&quot;Fachbereiche&quot;) im &quot;Neuen Steuerungsmodell&quot;<br />
zusätzlichen Spielraum und handeln im Rahmen globaler Vorgaben weitgehend selbst verantwort-lich (ähnlich den Profit<br />
Centern in Unternehmen). Damit verändert sich auch die Arbeitsweise innerhalb der Verwaltung, die weniger durch eine starre<br />
Hierarchie geprägt sein wird. Klassische Arbeitsteilungen und Grenzziehungen innerhalb der Organisationen verlieren an<br />
Bedeutung und sowohl projektorientierte Zusammenarbeit innerhalb einzelner Verwaltung, wie die Vernetzung zwischen<br />
verschiedenen Verwaltungen werden an Bedeutung gewinnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ohne eine gleichzeitige Strategie der Vernetzung würde diese Dezentralisierungstrategie auf die Ausfransung des öffentlichen<br />
Sektors in zahlreiche ungesteuerte Satelliten hinaus-laufen. Inter- und Intranet kommen hier für ein abgestuftes<br />
Controlling- und Koordniationssystem eine infrastrukturelle Schlüsselrolle zu. IT stellt die Voraussetzung dafür dar, dass<br />
z.B. eine dezentralisierte Stadtverwaltung mit seinen selbständigen Fachbereichen und ausgelagerten Betrieben sich als<br />
Gesamtheit überhaupt noch steuern und in Form ei-nes &quot;Strategischen Managements&quot; längerfristige Perspektiven entwickeln<br />
kann. Deutlich wird zugleich, wie wichtig parallel zur Dezentralisierung und Verselbständigung des öffentlichen Sektors<br />
eine kundenzentrierte Vernetzung einzelner Einheiten nach dem Muster der virtuellen Bürgerläden ist &#8211; ansonsten kann von<br />
Dienstleistungsorientierung nicht gesprochen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Realisierung derartiger Modernisierungsvorstellungen trifft jedoch in der deutschen Verwaltung auf eine sich hartnäckig<br />
gegen Reformversuche erwehrende Verwaltungskul-tur, die weniger &#8211; wie in Großbritannien oder Skandinavien &#8211; offen für eine<br />
an Leistungen orientierte Steuerung ist und eine Abkehr von rechtlich-bürokratischen Routinen nur lang-sam vollzieht. Ein<br />
öffentlicher Leistungsvergleich (&quot;Benchmarking&quot;) erscheint immer noch als ungerechtfertigte Bloßstellung der hinteren<br />
Ränge &#8211; und nicht als angemessene Auszeichnung von &quot;best practise&quot; und legitime Informationsquelle für die Öffentlichkeit<br />
und die Politik über den Umgang mit öffentlichen Mitteln durch die Verwaltung. Dem Internet kommt hier bei der Vernetzung<br />
einzelner Initiativen und Reformversuchen in Deutschland eine Schlüsselrolle zu, um die Verwaltungsreformprojekte voran zu<br />
bringen. An den in der öffentlichen Verwaltung ausgeprägten Reformwiderständen kann aber das Internet selbst wenig ändern,<br />
vielmehr muss es selbst um seine Akzeptanz erst kämpfen.<br />
</span></p>
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