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	<title>Die Emanzipation des Netzes &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Die Emanzipation des Netzes &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Besinnung auf alte Werte: Web 2.0 ist Trendthema</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Ein neues Leitbild beflügelt die Phantasie von Programmierern, Journalisten und Wissenschaftlern. Web 2.0. Spätestens seit Internet-Vordenker Tim O'Reilly im September den vielzitierten Artikel «What Is Web 2.0» veröffentlichte, bildet das Internet wieder Nährboden für Enthusiasmus und Utopien. Verlagschef O'Reilly zählte in einer Art Best-Practices-Liste eine Menge von erfolgreichen Websites, Tools und Technologien auf, die weite Verbreitung gefunden haben und das Web revolutionieren sollen.
</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Ein neues Leitbild beflügelt die Phantasie von Programmierern, Journalisten und Wissenschaftlern. Web 2.0. Spätestens seit Internet-Vordenker Tim O&#8217;Reilly im September den vielzitierten Artikel «What Is Web 2.0» veröffentlichte, bildet das Internet wieder Nährboden für Enthusiasmus und Utopien. Verlagschef O&#8217;Reilly zählte in einer Art Best-Practices-Liste eine Menge von erfolgreichen Websites, Tools und Technologien auf, die weite Verbreitung gefunden haben und das Web revolutionieren sollen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Mit Web 2.0 hat O&#8217;Reilly eine einprägsame Parole für die Entwicklung des Internet ausgegeben. Die Versionsnummer 2.0 ist etwas missverständlich, denn sie suggeriert die Neuauflage einer Vorgängerversion. Doch das Web ist ein Kontinuum, und das macht eine Definition kompliziert.
</p>
<p>
Bei dem Konzept Web 2.0 geht es aber nicht nur um Technologie, sondern auch um ein soziales Phänomen. Die erwachsenden sozialen Kommunikations- und Interaktionsstrukturen scheinen bessere Voraussetzungen für politische Beteiligung zu bieten denn je. Besonders die altbekannte Utopie der Cyberdemokratie bekommt im Zuge der Debatte um das Web 2.0 neuen Aufwind.
</p>
<p>
Was ist nun neu daran? Manche Kritiker sind der Meinung, was Web 2.0 kennzeichnet, sollte das Web im Grunde schon immer sein. Aber nur langsam werden Potentiale ausgeschöpft, die dem Internet schon Mitte der Neunziger Jahre vorausgesagt wurden. Aus der viel beschworenen Revolution der Massenkommunikation ist eine Evolution geworden, die langsamer vonstatten geht als vermutet.
</p>
<p>
<b>Die Web 2.0 &#8211; Bewohner und ihr Handwerkszeug</b>
</p>
<p>
Im Web 2.0 sind statische Sites, die die User als passive Konsumenten ansprechen (Web 1.0, wenn man so will), out. In der Neuauflage wird das Web zu einem Ort breiter User-Beteiligung. Gemäß dem Gedanken «we are the web» tauscht eine große Schar von Aktiven ihre Inhalte unter Umgehung von etablierten Gatekeepern miteinander aus: Meinungen, Texte und Software werden selbstorganisiert und kollaborativ entwickelt und selbstbestimmt zusammengestellt.
</p>
<p>
Zum Handwerkszeug der Web 2.0-Bewohner gehören neben den bekannten Weblogs und Wikis z.B. Tags und Ontologien für gemeinsame Begriffssysteme, Location Based Services für die geographische Verortung von Informationen, öffentliche Bookmarks, Friend-of-a-Friend-Netzwerke und offene Schnittstellen für den automatisierten Austausch von Inhalten zwischen Blogs und Websites. Trotz des rapiden Fortschritts gilt mehr denn je die Devise «Keep it simple». Die Software ist so einfach zu bedienen, dass aus immer mehr Konsumenten Produzenten werden.
</p>
<p>
Die Zahl derer, die das Internet auf diese Weise mit Inhalten versorgen steigt rapide. Charakteristisch für 2.0 ist, dass der einzelne Output im kollektiven Produkt aufgeht. Aus der losen Sammlung von Websites wird eine riesige Computerplattform, auf der ein immer stärker verwobenes virtuelles soziales Netzwerk wächst. Selbstorganisation, Wissensaustausch und Kollaboration machen aus dem Web 2.0 einen Ort kollektivierter Individualität. In der Version 2.0 wird das Netz zum großen Teil isomorph mit den kommunikativen Interaktionsmustern seiner Bewohner. Lebenswelten werden zunehmend vom Web durchdrungen oder in den Cyberspace verlegt. Das Schlagwort für diese permanente Verwobenheit heißt «continuous computing».
</p>
<p>
Aus dem komplexen Geflecht des Web 2.0 sollen nun transformatorische Kräfte emergieren. Die technopolitische Vision setzt auf kommunikative Macht, die sich auf eine bottom-up-getriebene, deliberative demokratische Kultur stützt. Für Optimisten ist das Web 2.0 mehr als die Summe seiner Inhalte.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heute schon gediggt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Digg.com]]></category>
		<category><![CDATA[Social Bookmark]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Zuge der Entwicklung des Internets unter dem Schlagwort Web 2.0 sprießen immer mehr stark partizipative, web-basierte Services aus dem digitalen Boden. Robert Thurnher hat sich eines der noch nicht so bekannten Angebote, 
                            Digg.com für politik-digital.de angesehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Im Zuge der Entwicklung des Internets unter dem Schlagwort Web 2.0 sprießen immer mehr stark partizipative, web-basierte Services aus dem digitalen Boden. Robert Thurnher hat sich eines der noch nicht so bekannten Angebote,<br />
                            <a href="http://www.digg.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digg.com</a> für politik-digital.de angesehen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <br />Der Name der Webanwendung Digg.com ist eine Anspielung auf „to dig“ (engl. für „graben“) und Programm. Die Funktion der Site ist simpel und schnell erklärt: Digg.com ist ein News-Portal. Es unterscheidet sich vor allem in der Art, wie die Berichte für die Website ausgewählt werden, denn bei Digg werden die Beiträge nicht etwa automatisiert oder von einer Redaktion ausgewählt, sondern durch seine Nutzer. Inhaltlich beschränkt sich Digg.com auf News aus dem Bereich Netztechnologie und veröffentlicht hauptsächlich englischsprachig.</p>
<p>                            <strong>Wie Digg.com funktioniert</p>
<p></strong>Jeder bei Digg.com registrierte Nutzer kann anderen Nutzern Artikel empfehlen, die er auf einer beliebigen (News-) Site findet. Dazu trägt der Finder die URL des jeweiligen News-„Fundstücks“ auf Digg.com ein und schreibt noch ein paar beschreibende Zeilen dazu. Dieser Beitrag wird dann auf Digg.com veröffentlicht und steht zur „Bewertung“ durch andere Nutzer bereit. Diese Bewertung geschieht durch die Vergabe sogenannter „Diggs“, den Bewertungspunkten der empfohlenen Artikel. Jeder Nutzer kann einem Beitrag jeweils einen solchen Digg verleihen. Sobald eine bestimmte Anzahl Diggs für den jeweiligen Artikel erreicht wird, erscheint der Beitrag offiziell auf der Startseite/Homepage von Digg.com. Außerdem können die Beiträge kommentiert und mittels personalisierbarer Feeds abonniert werden. Posts, die das Prinzip von Digg missbrauchen, können gemeldet werden.</p>
<p>                            <strong>Der „Digg-Effekt“</p>
<p></strong>Was eine auf die Startseite gediggte Story für Auswirkungen haben kann, lässt sich u.a. an<br />
                            <a href="http://ifakedit.com/log/2005/11/09/what-its-like-to-be-dugg-a-detailed-graphical-report-of-what-happens-to-a-site-on-digg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesem Beispiel</a> ersehen . Es handelte sich hierbei um einen „Amateur“-Artikel bzgl. „small budget photography“, dessen Popularität nach seinem Erscheinen auf Digg.com explosionsartig zunahm.</p>
<p>                            <strong>Vom Consumer zum Prosumer</p>
<p></strong>Der Erfolg des Wandels im Agenda-Setting von Digg.com, weg von der zentralen Instanz einer Redaktion hin zum Gatekeeping durch die Nutzer, steht und fällt somit mit den Nutzern. Hier lässt sich eine Parallele zur Wikipedia ziehen, denn auch hier wird der Inhalt von den Nutzern kreiert und trotz einiger Probleme mit dieser Form des Publizierens scheint sich das Konzept zu bewähren. Hinweise hierzu liefert z.B. eine Untersuchung des<br />
                            <a href="http://www.nature.com/news/2005/051212/full/438900a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Journals Nature</a>.</p>
<p>                            <strong>Digg.com &#8211; eine Erfolgsstory?</p>
<p></strong>Seit seinem Start von etwa einem Jahr ist Digg eingeschlagen wie eine Bombe. Das behaupten jedenfalls das Web 2.0 Blog<br />
                            <a href="http://www.techcrunch.com/2005/11/09/digg-is-almost-as-big-as-slashdot/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„TechCrunch“</a> oder das Magazin<br />
                            <a href="http://www.wired.com/news/technology/0,1282,69568,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wired“</a>. Hier wird Digg.com prognostiziert, seinem größten „Konkurrenten“<br />
                            <a href="http://www.slashdot.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a> früher oder später den Rang abzulaufen. Slashdot ist der bisherige Standard im Bereich „Tech-News“. Allerdings mitunter weniger stark partizipativ angelegt als Digg.</p>
<p>                            <strong>Die Zukunft?</p>
<p></strong>Es gibt bereits einige Nachahmer und Erweiterungen sowie Web-2.0-typische Mashups . Letztere verknüpfen kurz und einfach gesagt wiederum einzelne partizipative Webangebote miteinander. Ein solcher Mashup ist<br />
                            <a href="http://www.diggdot.us/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diggdot.us</a>: Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine fusionierte Darstellung von Beiträgen auf Digg.com, Slashdot, sowie populären Bookmarks auf<br />
                            <a href="http://del.icio.us/">del.icio.us</a>. Ein Beispiel für eine Site, die Digg-Beiträge und Slashdot-Beiträgen chronologisch sortiert und bewertend gegenüberstellt, ist<br />
                            <a href="http://www.diggvsdot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diggvsdot.com</a>.</p>
<p>Des Weiteren lässt sich<br />
                            <a href="http://www.memeorandum.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">memeorandum.com</a> nennen. Es ist eine Art News-Portal, das die neuesten und populärsten News, gemessen an der stärksten Verlinkung in der Blogosphäre, aus ca. 1000 ausgewählten Weblogs darstellt. Inhaltlich gibt es hier neben der (scheinbar zumindest bislang obligatorischen)<br />
                            <a href="http://tech.memeorandum.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tech-News-Rubrik</a> eben auch bereits eine für Politik. Im Bereich der News-Publikationen ist also noch Einiges zu erwarten.</p>
<p>                            <strong>Nur ein Anfang?</p>
<p></strong>Diese Art von Grassroot-Formaten wird derzeit immer populärer und es gilt abzuwarten, wie und wohin sich diese partizipativen Angebote weiterentwickeln werden. Ob sie, wie von Einigen propagiert, den klassischen Gatekeeper-Journalismus verdrängen, ist aber eher fraglich. Eine Verdrängung ist allerdings auch eigentlich gar nicht wirklich der Sinn und Zweck dieser Angebote. Es geht den Initiatoren vielmehr darum, den Angebotsmarkt um Alternativen zu bereichern. Angesichts einer offensichtlich immer stärker werdenden Medienkonzentration wird es mehr und mehr notwendig, adäquate Mittel und Wege für die Wahrung einer publizistischen Vielfalt zu finden und der Informationsflut Herr zu werden.<br />
                            </p>
<p>
                              
                            </p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internet führt zur Politisierung &#8211; teilweise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Begriff „Web 2.0“ wird aktuell diskutiert, ob und wie sich die Nutzungsstrukturen des Internets verändert haben, weiter verändern und was das unter anderem für die politischen Aktivitäten der Bürger bedeutet. Ebnet das Internet den Weg zu einer intensiveren Kommunikation der Bürger über Politik? Führt das Netz dazu, dass mehr Bürger an politischen Prozessen teilnehmen? Diese Fragen umreißen einige zentrale Erwartungen, die an das „Internet der zweiten Generation“ gestellt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Unter dem Begriff „Web 2.0“ wird aktuell diskutiert, ob und wie sich die Nutzungsstrukturen des Internets verändert haben, weiter verändern und was das unter anderem für die politischen Aktivitäten der Bürger bedeutet. Ebnet das Internet den Weg zu einer intensiveren Kommunikation der Bürger über Politik? Führt das Netz dazu, dass mehr Bürger an politischen Prozessen teilnehmen? Diese Fragen umreißen einige zentrale Erwartungen, die an das „Internet der zweiten Generation“ gestellt werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Die Veränderungen der politischen Kommunikation der Bürger können dabei ganz verschiedene Bereiche berühren, so z.B. die Häufigkeit und Intensität, wie die Menschen sich politisch informieren, miteinander über Politik reden oder auch, ob sie sich politisch artikulieren, also z.B. zu Demonstrationen gehen. Wenn sich diese Änderungen auf den Einfluss des Internets zurückführen ließen, dann könnte man von einer medieninduzierten Intensivierung der individuellen politischen Kommunikation sprechen. In einer aktuellen Studie an der Technischen Universität Ilmenau wird geprüft, ob diese Vermutung einer politischen Medienwirkung zutreffend ist.</p>
<p><strong>Veränderungen der politischen Kommunikation der Bürger?</strong></p>
<p>Die Untersuchung ist als Panelstudie angelegt. Das bedeutet, eine für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 16 Jahren repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung von 1.400 Bundesbürgern wird seit 2002 Jahr für Jahr immer wieder telefonisch danach gefragt wurde, wie sie politisch kommunizieren, also wie sie sich politisch informieren, wie sie sich mit anderen über politische Themen unterhalten und wie sie ihre politische Meinung öffentlich zeigen, um politische Entscheidungen zu beeinflussen. Verändern die Bürger ihre politische Kommunikation, wenn sich ihr mediales Repertoire verändert, wenn sie sich einen Internetanschluss zulegen, wenn sie surfen, mailen, chatten können?</p>
<p><strong>Das Internet involviert die Bürger in das politische Geschehen</strong></p>
<p>Die Antwort lautet: ja, in einem begrenzten Ausmaß. Es konnte ein kleiner, aber dauerhafter signifikanter „Mobilisierungseffekt“ des Internets auf die individuelle politische Kommunikation gefunden werden, auch wenn alle anderen Faktoren berücksichtigt wurden, die für Unterschiede und Veränderungen eventuell verantwortlich sein könnten: Bildung, Einkommen, politisches Interesse usw. So nutzen Onliner z.B. die elektronischen Informationsangebote der politischen Organisationen stärker, als sie vorher die traditionellen Informationsangebote genutzt haben. Traditionelle Formen der Kommunikation werden dadurch nicht ersetzt. Die Bürger unterhalten sich am Arbeitsplatz nicht weniger über Politik als früher. Vielmehr treten die entsprechenden Formen im Internet ergänzend hinzu.</p>
<p><strong>Neue Formen der Kommunikation wenig gefragt</strong></p>
<p>Wenn man sich anschaut, ob und in welchem Ausmaß dabei neue Kommunikationsformen des Netzes, wie etwas Weblogs, genutzt werden, dann ergibt sich ein ernüchterndes Bild: Die wenigsten – nämlich ganze 68 von 783 befragten Internetnutzern – führten im Jahr 2005 nach eigener Aussage ein Weblog. Noch weniger Bürger, nämlich nur 10 Befragte nutzen ihre eigene Homepage, um ihre Meinung zu politischen Angelegenheiten zu äußern. Ganz offensichtlich vertrauen die Internetnutzer in politischer Hinsicht den traditionellen Formen der Kommunikation – so, wie sie sich im „Herkömmlichen“ bewährt hat. Es kann also auf Grundlage der Ergebnisse der Studie nicht behauptet werden, dass die Bürger mit Hilfe des Internets nun massenhaft in die Rolle von politischen Kommunikatoren schlüpfen. In dieser Rolle sehen sich die wenigsten.</p>
<p><strong>Onliner nutzen unterschiedlich das Internet für politische Zwecke</strong></p>
<p>Die mediale Erweiterung durch das Internet verändert also die politische Kommunikation. Anders herum formuliert: Nachweisbar ist ein (kleiner Teil) der politischen Veränderungen auf der Ebene der Bürger auf eine Erweiterung des medialen Repertoires zurückzuführen. Dabei lässt sich eine Varianz in der Veränderung finden – nicht alle Onliner nutzen gleichermaßen alle neuen Möglichkeiten. Wie lassen sich diese Unterschiede in der Aneignung erklären? Ein Ansatz ist, diese Varianz aus den unterschiedlichen Kosten-Nutzen-Kalkülen der Individuen zu erklären. Das Internet senkt die „Kosten“ für bestimmte politische Aktivitäten – nicht nur die monetären. Und das Internet steigert den Nutzen bei bestimmten politischen Aktivitäten – zumindest in der Vorstellung der Nutzer.</p>
<p><strong>Das Internet als Wegbereiter für mehr politische Kommunikation?</strong></p>
<p>Insgesamt kann festgehalten werden: Das Internet sorgt, wenn auch nur in begrenztem Rahmen, für eine Intensivierung der individuellen politischen Kommunikation. Wenn sich Bürger einen Internetzugang zulegen, dann verstärkt sich ihre politische Onlinekommunikation und ihre politische Offline-Kommunikation nimmt zumindest nicht ab. Sicherlich sind es nur ganz wenige, die sich aus politischen Motiven einen Internetzugang zulegen. Aber politische Wirkungen hat der Internetzugang dennoch. Die Bürger nutzen das Netz auch dafür, sich mehr als bisher politisch zu informieren. Damit nehmen die Bürger stärker an der politischen Gestaltung dieses Landes teil. Das Internet ist ein wichtiger Nährboden, in dem intensivierte Teilhabe gedeiht. Entwicklungen im Sinne eines „Web 2.0“, also neue Strukturen und neue Angebote, können dafür einen Wachstumsschub bewirken.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Web 2.0 und politische Kommunikation</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-emanzipation-des-netzes/netzkulturweb20cokpueweb20undpolitkommunikation051222-shtml-3101/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Bottom-up]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet der Wandel des Mediums von Information zu Kollaboration nun für politische Kommunikation? Ist das Web 2.0 also eine Werkzeugkiste für politisch aktive Heimwerker? Ist gar jeder bloggende Bürger nun schon politisch aktiv?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Was bedeutet der Wandel des Mediums von Information zu Kollaboration nun für politische Kommunikation? Ist das Web 2.0 also eine Werkzeugkiste für politisch aktive Heimwerker? Ist gar jeder bloggende Bürger nun schon politisch aktiv?</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Politische Partizipation und Aktivismus 2.0 ?</strong>
                            </p>
<p>Technisch versierte politische Aktivisten machen immer wieder vor, wie sich das Internet nutzen lässt, um kommunikative Kräfte zu bündeln und dadurch gezielt Einfluss zu nehmen. Ein Beispiel ist die kürzlich erfolgreich durchgeführte, europaweite Kampagne gegen<br />
                            <a href="http://www.nosoftwarepatents.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Softwarepatente</a>.</p>
<p>Jenseits von Staat, Markt und dem Internet gibt es bereits eine viel breitere Bewegung politisch Aktiver, die in unterschiedlichsten<br />
                            <a href="http://www.buergergesellschaft.de/handlungsfelder/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Handlungsfeldern</a> versuchen, Einfluss zu nehmen. Für die politische Kommunikation dieser zivilgesellschaftlichen Akteure birgt das Web 2.0 das größte Potenzial. Denn die Masse der politisch Engagierten, deren Engagement meist im lokalen Kontext stattfindet, weiß das Web für ihre gezielte politische Kommunikation noch nicht zu nutzen. Die technischen Möglichkeiten zur übergreifenden Vernetzung und Kollaboration sind den Aktiven fremd oder erscheinen ihnen nicht zweckdienlich.</p>
<p>Dabei ist Partizipation eher auf der Mikroebene möglich. Und genau hier liegen seit jeher ungenutzte Chancen im Internet. Zum einen können gerade kleine Grassroots-Initiativen ihren Wirkungsgrad durch die virtuelle Vernetzung mit anderen Akteuren und durch die Einordnung ihrer Themen in einen größeren kommunikativen Kontext erhöhen. Zum anderen kann der Staat davon profitieren, wenn er die Bürgerinnen und Bürger zur konstruktiven Deliberation öffentlicher Angelegenheiten ermutigt (Stichwort<br />
                            <a href="http://www.giub.uni-bonn.de/grabher/downloads/izr_9_10_05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">«Urban Governance»</a>).</p>
<p>Auf der Makroebene kann die politische Meinungsbildung an Bandbreite und Qualität gewinnen. Schon jetzt lassen sich für viele Themen neben den etablierten Instanzen neuralgische Agenda-Setter ausmachen, die die Chance nutzen, den Tendenzen zur Konzentration, Privatisierung und Kommerzialisierung der klassischen Meinungsführer entgegenzutreten.</p>
<p>Aber nicht nur für die Bürger, auch für Politiker bieten sich neue Möglichkeiten. Weblogs zum Beispiel ermöglichen eine ungefilterte Kommunikation mit den Bürgern. Sie können die Transparenz von Entscheidungen erhöhen und erlauben eine direkte, öffentliche Rückkoppelung.</p>
<p>Zuletzt ist auch der Staat auf dem Weg zu einer politischen Kommunikation 2.0 gefordert. Politik und Verwaltung müssten ihre Strukturen und Entscheidungsprozesse stark anpassen beziehungsweise öffnen, damit die Ergebnisse breiter argumentativer Beteiligung überhaupt berücksichtigt werden können.</p>
<p>
                              <strong>Neue Bottom-up – Beteiligungskultur oder bloß der nächste Techno- Hype der Web-Avantgarde?</strong>
                            </p>
<p>Bei allen Überlegungen politischer Kommunikation steht aber die Frage nach ihrem Erfolg oder Effekt im Vordergrund. Dieser jedoch ist für die Akteure momentan nicht ohne weiteres absehbar oder planbar. Denn mehr Beteiligung und stärkere Vernetzung erhöhen die Komplexität der öffentlichen Kommunikation. Unübersichtlichkeit kann die positiven Effekte zunichte machen. Es geht um die Fragen der Sichtbarkeit und der Evaluation von relevanten Beiträgen.</p>
<p>Wie sich in Zukunft diese Komplexität auf ein für den Einzelnen handhabbares Maß reduzieren lässt, welche Themen sich überhaupt auf die politische Agenda «pushen» lassen und welche Stimmen ungehört bleiben müssen, lässt sich nur schwer beantworten. Erst mit Möglichkeiten der Aggregierung und Analyse von ähnlichen Meinungen und Forderungen wird die kommunikative Macht greifbar.</p>
<p>Möglicherweise spielen hier von Politik und Verwaltung initiierte Beteiligungsverfahren (E-Partizipation) eine wichtige Rolle, da diese zeitlich befristeten, thematisch fokussierten Verfahren versuchen durch eine hohe Strukturierung der Kommunikation, die Komplexität der Beteiligung handhabbar zu machen. Ein Paradoxon zur durch Web 2.0 charakterisierten Bottom-up-Beteiligungsdynamik?</p>
<p>Die eigentliche Herausforderung des Web 2.0 liegt also nicht auf der technischen Ebene. Zwar müssen vorhandene Werkzeuge weiter entwickelt werden, vor allem aber müssen sie mit den Praktiken politischen Engagements vereint werden. Hierbei ist die Qualifizierung der politisch Aktiven im Umgang mit den neuen Technologien absolut entscheidend. Nur so kann sich eine breite bottom-up-Beteiligungskultur über ein wie auch immer genanntes Netz entfalten. Wenn dies nicht erreicht wird, bleibt Web 2.0 ein Konzept, dass zwar einen Hype ausgelöst hat, aber das altbekannte Problem des Digital Divide weiter verschärft.</p>
<p>Auch im Web 2.0 besteht die Aussicht auf eine radikale Demokratisierung der politischen Kommunikation nicht. Zum einen beherrschen viele nicht-politische Themen das Internet. Zum anderen bleibt das entscheidende Moment der Politik die Entscheidung. Und die wird in einer parlamentarischen Demokratie an anderer Stelle gefällt. Auch nach mehr als einem Jahrzehnt politischer Online-Kommunikation sind die Resultate diffus. Aber Grund zu Optimismus gibt es. Die Aussicht besteht, dass der Prozess des politischen Agenda-Settings zunehmend von unten angeschoben werden kann und dass das Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten, durch das Web 2.0 einen angemessenen Kommunikationskanal bekommt.</p></p>
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