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	<title>G8-Protest jenseits des Zauns &#8211; politik-digital</title>
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	<title>G8-Protest jenseits des Zauns &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Mobilisierung durch Multimedia</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 13:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
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		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aktivisten setzen im Vorfeld des G8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm auf Webvideos und gemeinsame Webseiten. Zum Demonstrieren trifft sich die Linke vor dem Zaun,
zur Vorbereitung im Internet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aktivisten setzen im Vorfeld des G8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm auf Webvideos und gemeinsame Webseiten. Zum Demonstrieren trifft sich die Linke vor dem Zaun,<br />
zur Vorbereitung im Internet.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Trend im Online-Aktivismus geht zum Video: Globalisierungs-kritiker<br />
entdecken das Medium Film, um gegen den G8 Gipfel 2007 zu mobilisieren.<br />
Mit der Digitalkamera wollen die Gipfelgegner auch die Ereignisse<br />
im mecklenburgischen Seebad Heiligendamm festhalten, wenn hier vom<br />
6. bis zum 8. Juni die Vertreter der mächtigsten Wirtschaftsnationen<br />
tagen. Bei der Protest-Planung im Internet ist die deutsche Linke<br />
neuerdings weniger zersplittert als in den Jahren zuvor. Zusammenschlüsse<br />
unterschiedlichster linker Gruppen bündeln mit ihren Websites<br />
die Aktionen.
</p>
<p class="fett">
<b>Kleinvieh macht auch Videos</b>
</p>
<p>
Auf verschiedenen Online-Portalen veröffentlichen die Aktivisten<br />
ihre Filme. „G8 – was geht mich das an?“ fragt<br />
das „Netzwerk der Videoaktivisten“ Passanten auf der<br />
Straße, im Clip „Kleinvieh“ geht es einer Ruine<br />
nahe Heilgendamm an den Kragen, mit Farbe und Pinsel. Die Filme<br />
dazu gibt es auf der eigens zum G8-Gipfel eingerichteten Website<br />
<a href="http://www.g8-tv.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">G8-TV.org</a>. Die<br />
Mitglieder des Netzwerks berichten über Veranstaltungen im<br />
Vorfeld der Konferenz, von Demonstrationen wie in Berlin Kreuzberg<br />
nach den polizeilichen Durchsuchungen linker Einrichtungen. Vom<br />
2. bis 8. Juni soll täglich eine halbstündige Nachrichtensendung<br />
das Geschehen in Heiligendamm zusammenfassen. Gedreht wird auf deutsch<br />
und auf englisch, mit Untertiteln in Englisch, Französisch,<br />
Spanisch und Russisch.
</p>
<p>
Anfänger holen sich Tipps und Tricks zum Erstellen eines Protestfilms<br />
auf dem „<a href="http://www.nadir.org/nadir/initiativ/videoactivism/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webportal<br />
Videoaktivismus</a>“ von Nadir, einer Vereinigung antifaschistischer<br />
und anarchistischer Gruppen. Hier erfahren angehende Protest-Filmer<br />
zudem, wie sie ihre Clips nach dem Dreh erfolgreich im Internet<br />
verbreiten. Auch die bekannte Videoplattform YouTube haben die Gipfelgegner<br />
für sich entdeckt. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac<br />
hat <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rsKryWZ69bM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
zwei Clips online.
</p>
<p class="fett">
<b>Massenblockaden online verabreden</b>
</p>
<p>
Statt auf vereinzelte Aktionen und verstreute Websites setzen die<br />
Protestler auf Massenbewegung und übergreifende Online-Auftritte.<br />
Beim Zusammenschluss „<a href="http://www.block-g8.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Block<br />
G8</a>“ etwa machen Umweltschützer, Kirchenverbände,<br />
Antifaschisten und radikale Linke mit, insgesamt 124 Bewegungen<br />
unterstützen die Kampagne. Ziel von „Block G8“<br />
ist ein „neues, gemeinsames Konzept“ für eine alte<br />
Protestform &#8211; die Blockade der Zufahrtswege nach Heiligendamm. Zur<br />
Blockade vor dem Zaun ruft „Block G8“ online auf: Die<br />
Nutzer können auf der Internetpräsenz einen Appell unterschreiben<br />
und so ihre Unterstützung ausdrücken.
</p>
<p>
Wer nach Heiligendamm will oder zu einer Großdemonstration<br />
am 7. Juni in Rostock, kann über <a href="http://www.heiligendamm2007.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heiligendamm2007.de</a><br />
Bustickets buchen. Hinter der Demo steht ein ähnlich breites<br />
Bündnis wie hinter Block G8.
</p>
<p>
Ein Zusammenschluss aus 40 Nichtregierungsorganisationen (NGOs)<br />
macht ebenfalls im Netz gegen G8 mobil. Die <a href="http://www.g8-germany.info/deutsch/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NGO<br />
G8 Plattform</a> versteht sich als Planungsbasis für alle Veranstaltungen<br />
zum Gipfel und bietet den Nutzern ausführliche Terminübersichten<br />
und Linklisten.
</p>
<p class="fett">
<b>Feedback Fehlanzeige</b>
</p>
<p>
Die Vorbereitung auf die Proteste geschieht im Netz &#8211; die Möglichkeiten<br />
des Mitmach-Internets Web 2.0 und die Online-Einbindung der Nutzer<br />
reizen die Web-Auftritte der Globalisierungsgegner aber nicht aus.<br />
Sich online zu beteiligen, ist für die alternative Berichterstattung<br />
möglich: Die Videoportale geben jedem die Möglichkeit,<br />
sich als „Graswurzeljournalist“ zu betätigen, als<br />
subjektiver Bürgerreporter direkt aus dem Geschehen. Dagegen<br />
gehen die Rückkanäle der Websites, die Aktionen vorbereiten,<br />
selten über Online-Unterschriftenlisten und Mailinglisten hinaus.<br />
Kai Schulze, verantwortlich für die Attac Kampagnenseite „Keine<br />
Macht für G8“, führt dies auf fehlendes Personal<br />
zurück: „Die Technik ist zwar vorhanden, aber es ist<br />
noch keiner da, der sich dahinter klemmt.“</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Glossar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 13:17:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[(Glossar) Was bedeutet eigentlich Globalisierung, was will das Netzwerk Attac und wie funktioniert eine Denial-of-Service-Attacke? Wichtige Begriffe aus dem Dossier zum G8-Gipfel in Heiligendamm
werden in diesem Glossar erklärt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Glossar) Was bedeutet eigentlich Globalisierung, was will das Netzwerk Attac und wie funktioniert eine Denial-of-Service-Attacke? Wichtige Begriffe aus dem Dossier zum G8-Gipfel in Heiligendamm<br />
werden in diesem Glossar erklärt.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Attac</b><br />
Attac steht für Association pour une Taxation des Transactions<br />
financières pour l&#8217;Aide aux Citoyens, auf Deutsch: Vereinigung<br />
für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der<br />
Bürger (Quelle: Wikipedia) und ist ein internationales Netzwerk<br />
globalisierungskritischer Aktivisten. Attac vereint nach eigenen<br />
Angaben über 90.000 Mitglieder in 50 Ländern. 1998 in<br />
Frankreich gegründet, lagen die Schwerpunkte von Attac zu Beginn<br />
auf einer demokratischen Kontrolle der internationalen Finanzmärkte.<br />
Mittlerweile stellen die Aktivisten die „Problematik neoliberaler<br />
Globalisierung“ in den Mittelpunkt.
</p>
<p>
<b>Denial of Service Attacks</b><br />
Bei diesem Angriff auf einen Internetserver wird versucht, diesen<br />
mit unzähligen und wiederholten Anfragen in die Knie zu zwingen.<br />
Denial of service steht dabei für außer Betrieb setzen.<br />
Meist wird ein Server dadurch langsamer, im Extremfall ganz außer<br />
Gefecht gesetzt.
</p>
<p><b>Globalisierung</b><br />
Der Begriff beschreibt zunächst einmal das weltweite Zusammenwachsen<br />
in allen Bereichen wie zum Beispiel Wirtschaft, Politik, Kultur oder<br />
Medien. Häufig wird mit Globalisierung aber auch das zunehmende<br />
Wohlstandsgefälle zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden<br />
und die weltweite Liberalisierung und Deregulierung der Waren- und<br />
Kapitalströme gemeint.</p>
<p>
<b><span class="fett">Gruppe der Acht / G8</span></b><br />
Seit 1975 treffen sich Vertreter der sieben weltgrößten<br />
Wirtschaftsmächte einmal im Jahr, um weltwirtschaftliche Fragen<br />
zu beraten. Zu den Teilnehmern gehörten zunächst Frankreich,<br />
Großbritannien, Italien, Japan, Deutschland und die USA, ein<br />
Jahr später kam Kanada dazu. Nach dem Ende des Kalten Krieges<br />
1990 rückte auch Russland in den Kreis der fortan als Gruppe<br />
der Acht (G8) bekannten Nationen vor. Ursprünglich war die<br />
Gruppe der Acht als Forum geplant, um über Finanz- und Währungsfragen<br />
zu diskutieren. Das Themenspektrum hat sich heute erheblich ausgeweitet;<br />
im Mittelpunkt stehen außenpolitischen Fragen. Die Gruppe<br />
der Acht ist keine Organisation, sondern ein informeller Zusammenschluss<br />
von Staats- und Regierungschefs. Über ein Gremium ist auch<br />
die Europäische Kommission vertreten.
</p>
<p>
<b>Indymedia</b><br />
1999 wurde das Internetportal in Seattle gegründet, während<br />
den Demonstrationen gegen das Treffen der Welthandelsorganisation<br />
(WTO). Ziel war es, Nachrichten in den herkömmlichen Medien<br />
Berichte direkt von den „Betroffenen“, live aus dem<br />
Geschehen, gegenüber zu stellen. Ursprünglich sollte es<br />
nur temporär während der WTO-Tagung existieren. Doch durch<br />
den Erfolg des Projektes bei den Nutzern wurde aus Indymedia ein<br />
permanentes und schnell wachsendes Netzwerk, das heute 160 lokale<br />
Ableger hat. <br />
Revolutionäre Erfindung auf der Website von Indymedia ist der<br />
Newswire, auf deutsch etwa Nachrichtendraht, mit dem jeder Nutzer<br />
eigene Meldungen veröffentlichen kann. Die deutsche Indymedia<br />
besteht seit 2001 und wurde anlässlich der Anti-Castor-Proteste<br />
in Gorleben gegründet. </p>
<p><b>Mailingliste</b><br />
Wer sich mit seiner E-Mail-Adresse auf einer Mailingliste einträgt,<br />
bekommt mit vielen weiteren regelmäßig Post des Maillisteninhabers<br />
– in manchen Fällen kann auch jedes Mailinglistenmitglied<br />
an alle weiteren Nutzer schreiben.</p>
<p><b>Proteste gegen G8</b><br />
Seit Mitte der 1980er Jahre kam es im Zuge der Gipfeltreffen zu<br />
Protestbewegungen und Gegenveranstaltungen, erstmals 1984 in London,<br />
erste Straßenaktionen fanden 1985 in Bonn statt. Da die Gruppe<br />
der Acht eben keine Organisation ist, bemängeln Kritiker, dass<br />
die Beschlüsse der G8 keine ausreichende Legitimation besäßen.<br />
Kritikpunkt ist weiterhin, dass die G8-Staaten lediglich ihren eigenen<br />
wirtschaftlichen Interessen folgten und so eine Globalisierung vorantrieben,<br />
die soziale Ungleichheiten verstärke.<br />
Großes Medieninteresse erregte die Proteste gegen den G8-Gipfel<br />
in Genua 2001. Polizisten erschossen den italienischen Demonstranten<br />
Carlo Giulani während einer Straßenschlacht, als er einen<br />
Polizeiwagen attackierte.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die steile Karriere des Gipfelbegriffs</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-steile-karriere-des-gipfelbegriffs-3267/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jkroh]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 13:15:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel im russischen Samara, die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel oder die Vertreter der G8-Staaten in Heiligendamm: Gipfeltreffen sind Bestandteil des politischen Tagesgeschäfts. Welche Bedeutung diese Gipfel für politische Entscheidungen haben, beleuchtet Jens Kroh.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel im russischen Samara, die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel oder die Vertreter der G8-Staaten in Heiligendamm: Gipfeltreffen sind Bestandteil des politischen Tagesgeschäfts. Welche Bedeutung diese Gipfel für politische Entscheidungen haben, beleuchtet Jens Kroh.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Was einst als außergewöhnlicher Höhepunkt der internationalen<br />
Beziehungen galt, ist längst Routine. Je häufiger sich<br />
die Mächtigen Europas und der Welt im medialen Blitzlichtgewitter<br />
begegnen, desto geringer scheint der Wert des Anlasses. Doch trotz,<br />
oder gerade wegen, ihrer regelrechten Inflation erfüllen Gipfeltreffen<br />
wichtige Funktionen im politischen Prozess. Unter anderem tragen<br />
die regelmäßigen Gipfel dazu bei, eine spezifische Form<br />
der dauerhaften Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Staatschefs<br />
zu etablieren und die Gefahr der Eskalation zwischenstaatlicher<br />
Krisen zu verringern.
</p>
<p>
<b>Von den „Großen Drei“ zum „Erdgipfel“<br />
</b>
</p>
<p>
Am 14. Februar 1950 brachte Winston Churchill den heute so geläufigen<br />
Begriff „Gipfel“ („summit“) erstmals in<br />
die öffentliche Diskussion ein. Damit verband er ein politisches<br />
Ereignis von herausragender Bedeutung: In Anlehnung an die Verhandlungen<br />
der „Großen Drei“ (Churchill, Stalin, Roosevelt<br />
bzw. Truman) in Teheran, Jalta und Potsdam ging es ihm darum, die<br />
nukleare Rüstungsspirale durch ein persönliches Treffen<br />
der Konfliktbeteiligten auf höchster Ebene zu unterbrechen.<br />
Obwohl sich seine Idee zunächst nicht verwirklichen ließ,<br />
griffen die Vetreter der Supermächte USA und UdSSR Churchills<br />
Begriff auf, als sie Ende der 1950er Jahre zu unregelmäßigen<br />
Gesprächen zusammenkamen. In dieser Lesart fand das erste Gipfeltreffen<br />
im September 1959 zwischen Dwight Eisenhower und Nikita Chruschtschow<br />
in Camp David statt.
</p>
<p>
Von da an durchlief das Format „Gipfel“ eine steile<br />
Karriere. Seit Mitte der 1970er Jahre bezeichnet der Begriff nicht<br />
mehr nur Zusammenkünfte zu Sicherheitsfragen, sondern auch<br />
Wirtschaftsfragen gewidmeten Treffen. Trotz des Verlusts seiner<br />
Exklusivität bleibt der Begriff dabei für persönliche<br />
Aufeinandertreffen von Staats- und Regierungschefs reserviert. Dies<br />
trifft ebenso auf die ersten Gipfel der G6 bzw. G7 zu wie auf die<br />
anfangs noch unregelmäßigen Treffen des Europäischen<br />
Rats der jungen EG in den frühen 1970er Jahren. Zu einer weiteren<br />
Dehnung des Begriffs tragen die UN-Weltkonferenzen der 1990er Jahre<br />
bei. Wie die prominenten Beispiele „Erdgipfel“ in Rio<br />
und „Sozialgipfel“ in Kopenhagen zeigen, stieg nicht<br />
nur die Teilnehmerzahl: Neue Akteure beteiligten sich, etwa Wissenschaftler<br />
und Nichtregierungsorganisationen, mit der Thematisierung ökologischer<br />
und sozialer Fragen erweiterte sich auch das Spektrum der verhandelten<br />
Politikbereiche.
</p>
<p>
<b>Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel</b>
</p>
<p>
Seither ist ein kaum mehr überschaubares Handlungsfeld entstanden,<br />
in dem Spitzenpolitiker unterschiedlicher Nationalität einander<br />
in wechselnden Konstellationen permanent begegnen. Allein die 27<br />
Staats- und Regierungschefs der EU finden sich mindestens viermal<br />
im Jahr zusammen. Dazu kommen der jährliche G8-Gipfel, Initiativen<br />
wie das „Nahost-Quartett“ und diverse Staatsbesuche.<br />
Dabei bildet sich ein spezifisches Kommunikationsnetz und Entscheidungssystem<br />
aus.
</p>
<p>
Das Prinzip dieser „Gipfelpolitik“ tritt dann deutlich<br />
zutage, wenn etwa Außenminister Steinmeier Mitte Mai kurzfristig<br />
nach Moskau reist, um ein Scheitern des EU-Russland-Gipfels in Samara<br />
und damit auch des G-8-Gipfels in Heiligendamm zu verhindern. Folglich<br />
sind Gipfel alles andere als für sich allein stehende Ereignisse.<br />
Ihre dichte Staffelung spricht vielmehr dafür, sie als Ausprägung<br />
einer eigenständigen, dauerhaften Struktur zu verstehen. Die<br />
Hauptakteure sind neben den Staats- und Regierungschefs auch deren<br />
Mitarbeiter („Sherpas“), die sich in noch rascherer<br />
Folge treffen, um die Inhalte der bevorstehenden Gipfel-Events abzustimmen.<br />
In diesem Zuge bildet sich auch ein bürokratischer Apparat<br />
, der die Bedeutung von Parlamenten und zwischenstaatlichen Organisationen,<br />
etwa Parteien und Verbände, relativiert.
</p>
<p>
Die turnusgemäße Abfolge der Treffen lässt weder<br />
Funkstille noch dauerhaften Stillstand zu. Dies ist ein wesentlicher<br />
Unterschied zu den Hochzeiten des Kalten Kriegs: Seinerzeit setzten<br />
die Gipfeltreffen, die keineswegs immer von Erfolg gekrönt<br />
waren, teilweise über mehrere Jahre hinweg aus. Angesichts<br />
der mit jedem Gipfel aufs Neue verbundenen zivilgesellschaftlichen<br />
und medialen Erwartungen versuchen die Regierenden in jedem Falle,<br />
einen Minimalkonsens auszuhandeln – stünde doch das öffentliche<br />
Eingeständnis des Scheiterns nicht zuletzt im direkten Gegensatz<br />
zu den innenpolitischen Zielen der Beteiligten . Mit dem Abschluss<br />
jeden Treffens steht bereits der nächste Gipfel vor der Tür;<br />
dieses Bewusstsein ist ein wichtiges Motiv, fortlaufend unterschiedliche<br />
nationale und internationale Positionen in fast allen Politikfeldern<br />
abzustimmen. Diese Garantie zur Zusammenarbeit ist gerade vor dem<br />
Hintergrund der wachsenden Spannungen zwischen Russland und seinen<br />
Partnern in der G8 von großem Wert.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linkliste &#034;G8 &#8211; Protest jenseits des Zauns&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/linkliste-g8-protest-jenseits-des-zauns-3274/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 13:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gipfelgegner rufen online zu Demonstrationen auf und drehen Protestvideos, Bundes- und Landesregierung informieren, bieten aber kaum Möglichkeit zum Dialog. Wer welche Inhalte zum G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bereitstellt, steht in der Linkliste.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gipfelgegner rufen online zu Demonstrationen auf und drehen Protestvideos, Bundes- und Landesregierung informieren, bieten aber kaum Möglichkeit zum Dialog. Wer welche Inhalte zum G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bereitstellt, steht in der Linkliste.<!--break--></p>
<p class="normal">
&nbsp;
</p>
<p class="normal">
<a href="http://www.g-8.de/Webs/G8/DE/Homepage/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>G8<br />
Gipfel 2007 in Heiligendamm</b></a> <br />
Offizielle Homepage der Bundesregierung zum G8-Gipfel. Hier finden<br />
sich das aktuelle Programm, Hintergründe über die Gruppe<br />
der Acht und Informationen über frühere G8-Treffen.
</p>
<p>
<a href="http://www.polizei.mvnet.de/index.php?option=content&amp;task=view&amp;id=2956&amp;Itemid=260" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Polizei<br />
Mecklenburg Vorpommern</b></a> <br />
Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern informiert über ihre Vorbereitungen<br />
für das Gipfeltreffen. Fragen über Verkehrsumleitungen,<br />
Sorgen der Geschäftsleute, Übersichten über Demonstrationen<br />
– all das bietet der Internetauftritt. Per Kontaktformular<br />
können die Nutzer zudem Fragen stellen, Beschwerden einreichen<br />
oder die Polizisten loben.
</p>
<p class="normal">
<a href="http://www.mecklenburg-vorpommern.eu/cms2/Landesportal_prod/Landesportal/content/de/_aktuell/G8_in_Heiligendamm/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Landesportal<br />
Mecklenburg-Vorpommern</b></a> <br />
Das Portal der Landesregierung zum G8-Gipfel stellt Informationen<br />
geordnet nach Zielgruppen bereit: Für Anwohner, Unternehmer,<br />
Journalisten und auch für Gipfelkritiker.
</p>
<p class="normal">
<a href="http://www.junior8.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Junior-8-Gipfel</b></a>/<br />
<br />
. „Du bist der Gipfel“ &#8211; unter diesem Motto organisieren<br />
UNICEF und die Morgan Stanley International Stiftung vom 3. bis<br />
9. Juni das Treffen von 74 Jugendlichen aus den G8 Staaten und mehreren<br />
Entwicklungsländern. Die Jugendlichen diskutieren die Themen,<br />
die auch auf dem Gipfel-Programm stehen, und reden mit Vertretern<br />
der G8 Staaten über ihre Anliegen.
</p>
<p>
<a href="http://www.g8-deutschland-hotel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Tourismuszentrum<br />
Mecklenburgische Ostseeküste</b></a> <br />
Das Tourismuszentrum Mecklenburgische Ostseeküste hat ein Weblog<br />
eingerichtet, über das die Nutzer online Hotelzimmer, Zugtickets<br />
und Karten für das kulturelle Rahmenprogramm buchen können.
</p>
<p>
<a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/GlobaleHerausforderungen/G8/G8-Gruppe-Ziele.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Auswärtiges<br />
Amt</b></a> <br />
Das Auswärtige Amt informiert über die Ziele des G8-Gipfels.
</p>
<p>
<a href="http://www.g7.utoronto.ca/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Universität<br />
Toronto</b></a> <br />
Hintergründe, aktuelle Neuigkeiten und Termine zum G8 Gipfel<br />
findet man auf dieser Website der Universität von Toronto.
</p>
<p>
<a href="http://g8-blog.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>G8-Blog:<br />
Der Weg nach Heiligendamm</b></a> <br />
Kritische Berichte und Gastkommentare veröffentlicht der Informationsbrief<br />
Weltwirtschaft und Entwicklung auf seinem Weblog, den er in Kooperation<br />
mit der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung betreibt.
</p>
<p>
<a href="https://www.attac.de/heiligendamm07/pages/alternativen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>„Keine<br />
Macht für G8“</b></a> <br />
Keine Macht für G8 ist die Kampagnenwebsite des globalisierungskritischen<br />
Netzwerks Attac. Die Nutzer erhalten Tipps zur kreativen Protestgestaltung,<br />
aktuelle Meldungen und eine Übersicht über die Veranstaltungen<br />
im Vorfeld des Gipfels. Zusätzlich können sie einen Protestaufruf<br />
online unterzeichnen.
</p>
<p>
<a href="http://www.attac.de/blog/wp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Attac<br />
G8-Blog</b></a><br />
Mit Unterstützung von indymedia-Redaktueren bloggen Attac-Aktivisten<br />
vom Gipfelgeschehen.
</p>
<p>
<a href="http://www.block-g8.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Block<br />
G8</b></a> <br />
Unter dem Motto „bewegen.blockieren.bleiben“ haben sich<br />
linke Aktivisten aus den unterschiedlichsten Hintergründen<br />
zusammengeschlossen, um zum Start des Gipfels die Zufahrtswege nach<br />
Heiligendamm zu blockieren. Ihre Unterstützung können<br />
die Nutzer der Website deutlich machen, indem sie online den Blockade-Aufruf<br />
unterschreiben.
</p>
<p>
<a href="http://dissentnetzwerk.org/node/49" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Dissent!</b></a><br />
<br />
Dissent! mobilisiert international gegen den G8 Gipfel. Die Internetseite<br />
gibt einen Überblick über alle Demonstrationsaufrufe linker<br />
Gruppen und weitere Veranstaltungen im Umfeld des Gipfels. In einen<br />
Wiki können die Nutzer eigene Meldungen und Termine eintragen.
</p>
<p>
<a href="http://www.g8-alternative-summit.org/de/pages/links.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>G8<br />
Alternativgipfel in Rostock</b></a> <br />
Über 40 nationale und internationale linke Bewegungen organisieren<br />
einen Alternativgipfel, der vom 5. bis zum 7. Juni in Rostock stattfinden<br />
wird. Auf der Internetseite gibt es neben Programm, Pressemeldungen<br />
und Anfahrtsbeschreibungen einen weiteren Aufruf, den die Nutzer<br />
online unterzeichnen können.
</p>
<p>
<a href="http://www.g8-germany.info/deutsch/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>G8<br />
NGO-Plattform</b></a><br />
Die im Januar 2006 gegründete G8 NGO-Plattform besteht aus<br />
40 Nichtregierungsorganisationen. Auf ihrer Internetseite stellt<br />
sie Terminübersichten über Demonstrationen und Alternativgipfel<br />
bereit sowie eine ausführliche Linkliste. Die Mitglieder der<br />
verschiedenen Arbeitsgruppen diskutieren über einen lebhaften<br />
E-Mailverteiler.
</p>
<p>
<a href="http://www.g8-tv.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>G8-TV.org</b></a><br />
<br />
Zum G8-Gipfel 2007 hat sich ein Netzwerk von Videoaktivisten zusammengeschlossen,<br />
um über die Aktionen während des Gipfeltreffens zu berichten.<br />
Die Website steht auf Deutsch und Englisch zur Verfügung, täglich<br />
gibt es ein neues Video.
</p>
<p>
<a href="http://www.heiligendamm2007.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Großdemo<br />
in Rostock</b></a><br />
Am 2. Juni findet in Rostock eine Großdemonstration statt.<br />
Über die Website werden Busse aus ganz Deutschland, aus Österreich<br />
und aus der Schweiz organisiert, Materialien angeboten &#8211; und auch<br />
hier gibt es einen Demo-Aufruf, unter den die Nutzer ihre Signatur<br />
setzen können.
</p>
<p>
<a href="http://de.indymedia.org/2007/05/176032.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">I<b>ndymedia</b></a><br />
<br />
Auch 2007 berichtet die linke, unabhängige Medienplattform<br />
Indymedia wieder live vom Gipfel. Ein Medienzentrum vor Ort in Heiligendamm<br />
ist in Planung.
</p>
<p>
<a href="http://spreeblick.com/g8/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Spree8</b></a><br />
Die Macher des Weblogs Spreeblick lassen Beobachter des Gipfeltreffens<br />
live vom Geschehen bloggen. Per SMS können die Nutzer ihre<br />
Eindrücke schildern. Anrufen ist ebenfalls möglich, die<br />
Wortbeiträge erscheinen als MP3 auf der Website.
</p>
<p>
<a href="http://gipfelblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Gipfelblog.de</b></a><br />
Vier Journalisten berichten vom Gipfel. Phillipp Dudek, Chef vom<br />
Dienst bei der taz Hamburg, Sebastian Gerhard (blog2.de), Marco<br />
Maas (The Maastrix) und Fiete Stegers (netzjournalismus.de) sind<br />
im Pressebereich hinter dem Zaun. Sie schreiben, fotografieren und<br />
filmen, was vor Ort geschieht.
</p>
<p>
<a href="http://www.politikundprotest.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>&quot;Und<br />
jetzt? Politik, Protest, Propaganda&quot;</b></a><br />
Unter diesem Titel ist Band 2500 der suhrkamp edition erschienen,<br />
in dem sich auch Globalisierungsgegner zu alten und neuen Protestformen<br />
äußern. Auf der Website zum Buch können Nutzer Textauszüge<br />
lesen und Nachrichten und Stellungnahmen zu den G8-Protesten kommentieren.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Informieren ohne Diskutieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 13:17:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Tonnenweise Informationen und einige Skurrilitäten gibt es auf den offiziellen Seiten von Bundes- und Landesregierung und der Polizei zum G8-Gipfel in Heiligendamm. Den Online-Dialog mit den Bürgern klammern sie aber aus - die Bundesregierung antwortete auf eine Testanfrage erst nach fünf Tagen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tonnenweise Informationen und einige Skurrilitäten gibt es auf den offiziellen Seiten von Bundes- und Landesregierung und der Polizei zum G8-Gipfel in Heiligendamm. Den Online-Dialog mit den Bürgern klammern sie aber aus &#8211; die Bundesregierung antwortete auf eine Testanfrage erst nach fünf Tagen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Während Globalisierungskritiker und Gipfelgegner über<br />
Videoportale, Online-Aufrufe und Mailinglisten ihre Anhänger<br />
zum Mitmachen bewegen, präsentieren sich die offiziellen Seiten<br />
zum G8-Gipfel ziemlich statisch. Den Kontakt zum Bürger vermeiden<br />
Bundes- und Landesregierung auf auf ihren Websites zum Treffen der<br />
mächtigsten Industrienationen im mecklenburgischen Ostseebad<br />
Heiligendamm vom 6. bis 8. Juni.
</p>
<p>
<b>Antwort auf Testanfrage blieb aus</p>
<p></b>Die Bundesregierung stellt auf ihrer <a href="http://www.g-8.de/Webs/G8/DE/Homepage/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Präsenz</a><br />
zum Gipfeltreffen die Information in den Vordergrund: Es gibt einen<br />
Überblick über das Gipfel-Programm und Infos zum Gastgeberland<br />
Deutschland, aktuelle Meldungen und Termine. Unter dem Menüpunkt<br />
„Zivilgesellschaft“ betont die Bundesregierung zwar<br />
die Wichtigkeit eines Dialoges mit den Bürgern &#8211; auf der Internetseite<br />
selbst steht jedoch als einziger Rückkanal ein Kontaktformular<br />
zur Verfügung. Auf eine Test-Anfrage zum geplanten Demonstrationsverbot<br />
und zu den Themen des diesjährigen Gipfels gab es die Antwort<br />
nach fünf Tagen. Das Bundespresseamt schickte Auszüge<br />
aus Pressemitteilungen von Kanzlerin Angela Merkel und weiterführende<br />
Links.
</p>
<p>
Das <a href="http://www.mecklenburg-vorpommern.eu/cms2/Landesportal_prod/Landesportal/content/de/_aktuell/G8_in_Heiligendamm/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Portal</a><br />
des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern nutzt den G8-Gipfel, um<br />
eine Image-Kampagne für das Bundesland zu starten. Eine Broschüre<br />
wirbt mit dem Slogan „the place to be“ um Investoren<br />
für Mecklenburg-Vorpommern. Den Prospekt gibt es auf der Internetseite<br />
zum Herunterladen, ein direkter Rückkanal für Bürger<br />
fehlt. Dafür veröffentlicht das Landesportal aber auch<br />
Infos für Globalisierungs-Kritiker, inklusive Links zu den<br />
Alternativ-Seiten von <a href="https://www.attac.de/heiligendamm07/pages/alternativen.php%5D%20und%20dem%20Rostocker%20G8-B%FCndnis%20%5Bhttp://www.heiligendamm2007.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Attac</a><br />
den Organisatoren einer Großdemonstration in der Hansestadt.
</p>
<p>
<b>Die Polizei im Dialog und Tourismuszentrum im Blog</b></p>
<p>Dialogfreudiger als Bundes-und Landesregierung ist die <a href="http://www.polizei.mvnet.de/index.php?option=content&amp;task=view&amp;id=2956&amp;Itemid=260" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polizei<br />
Mecklenburg-Vorpommern</a>. Unter dem Menüpunkt „G8 Gipfel<br />
2007“ stellt sie auf ihrer Internetpräsenz nicht nur<br />
Informationen und Flugblätter für Anwohner und ansässige<br />
Geschäftsleute <a href="/metablocker/archives/1295-Polizei-in-Heiligendamm-optimistisch,-Haendler-sollten-dennoch-alles-verrammeln.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bereit</a><br />
&#8211; die Nutzer können zudem über verschiedene Kontaktformulare<br />
Beschwerden loswerden, Fragen stellen und die Polizisten auch mal<br />
loben. Eine Test-Anfrage, ob bereits genehmigte Demonstrationen<br />
aus Sicherheitsgründen noch abgesagt werden können, wurde<br />
binnen eines Tages beantwortet, war persönlich formuliert –<br />
fiel aber ziemlich kurz aus. Das Bürgerinfo-Büro verwies<br />
darin auf zwei Websites: die der Polizeidirektion selbst und „<a href="http://www.heiligendamm2007.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heiligendamm2007.de</a>“,<br />
den Online-Auftritt zur Großdemonstration.
</p>
<p>
Das <a href="http://www.g8-deutschland-hotel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tourismuszentrum<br />
Mecklenburgische Ostseeküste</a>, ein Zusammenschluss von Hoteliers<br />
und Ferienvermietern, will die Gipfelgegner mit einem Weblog Badeurlaub<br />
im Bundesland zu begeistern. Kommentieren lassen sich die Beiträge<br />
nicht, dafür erfahren die Leser alles über das Rahmenprogramm<br />
zum G8-Gipfel, etwa über ein Konzert von U2-Frontman Bono und<br />
Herbert Grönemeier. Zusammen mit anderen bekannten internationalen<br />
und deutschen Künstlern – zum Beispiel die Fantastischen<br />
Vier und Silbermond – werden sie am 7. Juni in Rostock auf<br />
der Bühne stehen. Tickets und Hotelzimmer kann man gleich online<br />
buchen – und wer nach dem Gipfel länger bleiben möchte,<br />
sichert sich über das Blog eine Ferienwohnung.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>G8-Gegner wollen Medientechnik auffahren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/g8-gegner-wollen-medientechnik-auffahren-3273/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[skrekow]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 13:17:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum G8-Gipfel 2007 im Juni in Heiligendamm soll es eine bisher nicht dagewesene Menge von alternativer Medienvernetzung geben. Neben den Medienaktivisten, die seit Jahren solche Ereignisse
begleiten, klinkt sich diesmal auch die Blogosphäre ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum G8-Gipfel 2007 im Juni in Heiligendamm soll es eine bisher nicht dagewesene Menge von alternativer Medienvernetzung geben. Neben den Medienaktivisten, die seit Jahren solche Ereignisse<br />
begleiten, klinkt sich diesmal auch die Blogosphäre ein.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Unabhängige, meist unkommerzielle Veröffentlichungen<br />
– dafür engagieren sich Medienaktivisten. Vor dem Internetzeitalter<br />
waren dies die Macher freier Radios, Piratenradios und unabhängiger<br />
Zeitungen. Heute hat sich der Medienaktivismus ins Internet verlagert<br />
– eingeschlossen in diesen Begriff sind alle, die „Nachrichten<br />
von unten“ machen.
</p>
<p>
Ein Beispiel dafür ist das weltweite Netzwerk <a href="http://de.indymedia.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indymedia<br />
</a>. Bei den Protesten gegen die Welthandelsorganisation 1999 in<br />
Seattle gegründet, veröffentlicht Indymedia Berichte,<br />
die direkt aus dem Geschehen und der Szene kommen – und verschiedene<br />
subjektive Sichtweisen enthalten. Auf der Webseite hat jeder Nutzer<br />
die Möglichkeit, im so genannten „Open Posting“<br />
selbst Texte und Bilder hochzuladen. Ziel der Medienaktivisten ist<br />
es, der Protestbewegung eine Stimme zu geben.
</p>
<p class="fett">
<b>Netzwerke netzwerken bereits</b>
</p>
<p>
Zum G8-Gipfel vom 6. bis zum 8. Juni 2007 in Heiligendamm hat sich<br />
Indymedia mit anderen Netzwerken <a href="http://de.indymedia.org/g8heiligendamm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zusammengeschlossen</a>.<br />
Mit dabei sind auch <a href="http://www.videoactivism.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoaktivisten</a><br />
wie die Macher von <a href="http://www.g8radio.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">G8-TV.org</a>.<br />
Auch die Demonstranten sollen die Medienzentren nutzen können.
</p>
<p>
Blogger haben sich ebenfalls zusammengeschlossen, um ein Medienzentrum<br />
vor Ort aufzubauen und die Ereignisse zu dokumentieren.
</p>
<p class="fett">
<b>Blogosphäre rührt sich nach Razzien</b>
</p>
<p>
Die Medienberichte über die geplanten Proteste haben dafür<br />
gesorgt, dass in die linke Netzwelt noch einmal Bewegung kam. Besonders<br />
nach den Razzien gegen gipfelkritische Aktivisten Mitte Mai gab<br />
es in vielen links-politischen Weblogs wütende Reaktionen.<br />
Von der „Einschränkung bürgerlicher Freiheiten“<br />
[ politblog.net] ist die Rede, außerdem von einer auch durch<br />
herkömmliche Medien“ künstlich geschürten Terrorhysterie“<br />
[www.ostblog.de]. Auch unpolitische Blogger wollen nach Heiligendamm,<br />
um das Geschehen genau zu beobachten.
</p>
<p>
Viele Medienaktivisten und Blogger befürchten, dass Behörden<br />
versuchen könnten, die unabhängige Berichterstattung einzuschränken<br />
oder zu verhindern. Entsprechend arbeiten sie an Vorkehrungen, etwa<br />
für den Fall, dass das Netz ausgestellt wird.
</p>
<p>
Wie schlagkräftig eine Vernetzung innerhalb der Bloggosphäre<br />
sein kann, konnte man vergangenes Jahr in Oaxaca, Mexico sehen,<br />
wo besonders durch die Bloggerszene die Ereignisse international<br />
bekannt gemacht wurde: Nach dem Niederschlagen eines Lehrerstreiks<br />
war es dort zu Aufständen mit Toten und Verletzten gekommen.<br />
Durch die Bloggerszene konnte die gesamte (Netz)welt am Geschehen<br />
teilhaben, es gab minütliche Updates über die Aufständischen.
</p>
<p><b><span class="fett">Sebastian Krekow studiert in Potsdam und war<br />
bei Indymedia aktiv.</span></b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aktivisten planen online und handeln offline</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aktivisten-planen-online-und-handeln-offline-3266/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 12:17:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm gehen mit der Zeit, doch einige Vorlieben ändern sich nie: Warum Aktivisten auch 2007 noch die E-Mailliste lieben, welche virtuellen Protestformen endgültig aus der Mode sind und wie man online demonstrieren geht, schreibt Simone Gerdesmeier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm gehen mit der Zeit, doch einige Vorlieben ändern sich nie: Warum Aktivisten auch 2007 noch die E-Mailliste lieben, welche virtuellen Protestformen endgültig aus der Mode sind und wie man online demonstrieren geht, schreibt Simone Gerdesmeier.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Demonstrationen in mehr als 30 Städten, verteilt über<br />
die ganze Welt, parallel zum Treffen der mächtigsten Wirtschaftsnationen<br />
im Juni 1999. Eine Großdemonstration in Seattle und solidarische<br />
Bewegungen an 50 weiteren Ortens während einer Konferenz der<br />
Welthandelsorganisation (WTO) im November desselben Jahres. 200.000<br />
bis 300.000 Demonstranten – die Zahlen variieren je nach Quelle<br />
– auf den Straßen von Genua beim G7-Treffen 2001. Wenn<br />
die Vertreter der mächtigsten Industrienationen zusammenkommen<br />
sind auch Kapitalismus- und Globalisierungskritiker nicht weit –<br />
weltweit vernetzt und fähig, spontan zu reagieren.
</p>
<p class="fett">
<b>Das ideale Medium zur Mobilisierung</b>
</p>
<p>
„Ohne das Internet wäre der Protest gegen den G8-Gipfel<br />
in dieser Form nicht möglich“, meint Nico Wehnemann,<br />
Webmaster im Berliner Büro des globalisierungskritischen Netzwerks<br />
Attac: Via E-Mail-Listen und Bulletin Boards, virtuellen schwarzen<br />
Brettern, konnten Aktivisten bereits Ende der 1990er Informationen<br />
schnell verbreiten und spontane Aktionen grenzübergreifend<br />
planen. Zu den internationalen Protesten gegen den G7-Gipfel in<br />
Köln 1999 riefen die Kritiker mittels E-Mails und eigens eingerichteten<br />
Webseiten auf.
</p>
<p>
An der Bedeutung des Internets für Antrieb und Organisation<br />
der Aktivisten hat sich bis heute nichts geändert: Auf der<br />
schier unübersehbaren Anzahl von Webseiten zum G8-Gipfel in<br />
Heiligendamm finden sich neben aktuellen Nachrichten auch Terminübersichten,<br />
Poster und Flyer zum Download und Links zu vielen weiteren Internetseiten.
</p>
<p>
Das zentrale Organ zur Vernetzung ist nach wie vor die Mailingliste,<br />
über die Interessierte per E-Mail untereinander Nachrichten<br />
austauschen: „Der Vorteil ist, dass ich mit einem E-Mail-Programm<br />
auch offline arbeiten kann &#8211; für ein Forum etwa muss ich online<br />
gehen,“ erklärt Nico Wehnemann die anhaltende Beliebtheit<br />
der Diskussionslisten. „Außerdem ist die Kommunikation<br />
über E-Mail-Listen viel schneller, da zum Beispiel keine Grafiken<br />
laden müssen. Die Liste kann ich auch im Zug vom Handy aus<br />
einsehen.“
</p>
<p class="fett">
<b>Wie die virtuelle Protestkultur sich weiterentwickelt</b>
</p>
<p>
Die virtuelle Protestkultur von heute hat sich mit dem Netz weiterentwickelt:<br />
Der Aktivist von heute protestiert digital, etwa auf einer Online-Demonstration.<br />
Da trifft man sich nicht vor Ort, sondern stellt zum Ausdruck seines<br />
Unmuts ein Foto von sich ins Netz, versehen mit einem kurzen Zitat,<br />
um die eigene Position zu verdeutlichen.
</p>
<p>
Praktisch an diesen virtuellen Aktionen ist – außer<br />
dass man zum Protestieren das Haus nicht mehr verlassen muss &#8211; dass<br />
sie sich mit Aktionen im Offline-Leben verbinden lassen: Nach einer<br />
Online-Demonstration gegen Softwarepatente im Sommer 2005 druckte<br />
Attac alle eingesendeten Fotos als Slogan auf ein Banner und entrollte<br />
dieses vor dem Europäischen Parlament. Auch die gute alte Unterschriftenliste<br />
hat nicht ausgedient &#8211; statt per Hand setzt man seine Signatur nun<br />
aber mit der Tastatur unter das Dokument und kann die Liste mit<br />
einem Klick gleich Freunden und Bekannten empfehlen.
</p>
<p class="fett">
<b>Virtuelle Sitzblockaden sind aus der Mode gekommen</b>
</p>
<p>
Weniger beliebt scheinen heute Denial of Service Attacks (DOS).<br />
Bei diesen Angriffen auf die Internetseiten großer Organisationen<br />
rufen die Aktivisten eine Website immer und immer wieder auf; der<br />
so entstehende hohe Traffic verlangsamt den Server oder bringt ihn<br />
sogar ganz zum Absturz. Im Herbst 1999, zum Treffen der WTO in Seattle,<br />
verlegte eine Gruppe namens „Electrohippies“ auf diese<br />
Weise ihre Sitzblockade von der Straße ins Netz. Sie blockierten<br />
die Website der WTO, eine eigens für die Konferenz eingerichtete<br />
Internetseite und den Server für die Live-Audio- und Videoübertragung<br />
von der Konferenz. Ein Abstürzen des Servers gelang ihnen nicht,<br />
sie schafften es aber, die Ladezeiten der Seiten zu verlangsamen.
</p>
<p>
2007 sind Angriffe auf die Internetseiten von Polizei und Politik<br />
einzelnen Hackern vorbehalten: Mitte Mai hackten sich Unbekannte<br />
unter dem Decknamen „Generalbundesdatenantifaschist Hagbart<br />
Celine“ in ein privat geführtes Polizeiforum, stahlen<br />
dort die Datenbank und löschten sie anschließend. Später<br />
tauchten Einträge aus diesem Forum auf anderen Websites auf.
</p>
<p>Für Organisationen wie Attac kommen derartige Aktionen nicht<br />
in Frage, wie Kai Schulze, verantwortlich für die Attac-Kampagnen-Website<br />
„Keine Macht für G8“, meint: „Attac würde<br />
sich an solchen Protestformen nicht beteiligen, weil wir dann Schwierigkeiten<br />
bekämen, uns mit der Polizei zu unterhalten.“ Blockaden<br />
soll es erst im echten Leben geben.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>„Politisierung neuer Nutzer durch Youtube“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/g8-protest-jenseits-des-zauns/politisierung-neuer-nutzer-durch-youtube-3272/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/g8-protest-jenseits-des-zauns/politisierung-neuer-nutzer-durch-youtube-3272/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 10:49:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Nico Wehnemann]]></category>
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					<description><![CDATA[Nico Wehnemann ist Webmaster bei Attac. Für das globalisierungskritische Netzwerk entwickelt er Online-Protest-formen: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Protest-formaten“, sagt er im Interview – für Ideen wie ein antikapitalis-tisches Second Life fehle aber das Personal.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nico Wehnemann ist Webmaster bei Attac. Für das globalisierungskritische Netzwerk entwickelt er Online-Protest-formen: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Protest-formaten“, sagt er im Interview – für Ideen wie ein antikapitalis-tisches Second Life fehle aber das Personal.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b><span class="fett">Sucht man über Google nach „G8-Gipfel“,<br />
stößt man bereits auf Platz drei des Rankings auf die<br />
Attac-Kampagnenwebsite „Keine Macht für G8“. Welche<br />
weiteren Online-Angebote und Protestformen nutzt Attac momentan,<br />
um gegen den G8-Gipfel zu mobilisieren?</span></b><br />
Zum einen haben wir eine Online-Petition, eine Unterschriftenliste,<br />
die nur digital vorliegt. Die Petition kann online auch an Freunde<br />
und Bekannte weitergeleitet werden. <br />
Zum anderen führen wir Online-Demonstrationen durch: Verschiedene<br />
Leute können über in Web-Interface ein Foto von sich auf<br />
eine Website hochladen. Aus diesen Fotos wird dann ein Mosaik generiert.<br />
Dass bedeutet, ein großes, neues Bild erscheint, das aus den<br />
vielen kleinen Bildern besteht. Eingesetzt haben wir diese Protestform<br />
für eine <a href="http://www.stoppt-softwarepatente.de/stopptswp/home.%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagne</a><br />
gegen Softwarepatente. Damals haben wir das Bild auch auf ein Banner<br />
gedruckt, das vor dem Europäischen Parlament entrollt wurde.
</p>
<p>
<b><span class="fett">So eine Online-Demonstration ist auch vor dem<br />
G8-Gipfel geplant? </span></b><br />
Nicht genauso, aber wir bereiten ein ähnliches Projekt vor,<br />
zwei Wochen vor dem Gipfel soll es online gehen: Attac hat ein Gemälde<br />
von einem Künstler gestiftet bekommen. Das wird hochgeladen<br />
und in verschiedene Segmente geteilt. Die Nutzer können diese<br />
Segmente freischalten: Immer wenn ein Nutzer anklickt: „Ich<br />
bin dagegen“, wird ein Teil des Bildes aufgedeckt. <br />
Weiterhin nutzen wir unseren <a href="http://www.attac.de/nahost/mailomat/mailer.index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mailomaten</a>:<br />
Hier haben die Nutzer die Möglichkeit, einen offenen Brief,<br />
den sie auch noch bearbeiten können, an Politiker zu schicken<br />
– also nach dem Prinzip der Massen-Emails. Allerdings gehen<br />
die Mails nur an Politiker aus dem Wahlkreis des Nutzers. So werden<br />
nicht alle Politiker mit Massenmails genervt, sondern ganz gezielt<br />
die, die ich auch gewählt habe. Zum G8-Gipfel wird es einen<br />
Mailomaten geben, mit dem die Nutzer gegen die Agrarsubventionen<br />
der EU protestieren können.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Wie steht Attac zum Mitmach-Internet Web 2.0?<br />
Nutzen Sie für die Mobilisierung auch interaktive Tools?</span></b><br />
Wir haben einen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qiFxN3maNdw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mobilisierungsfilm</a><br />
auf YouTube geschaltet. Der wurde schon etwa 36.000 mal angesehen<br />
und ist der meist gesehene Film in der Kategorie „News&amp;Politik“.<br />
Zusätzlich haben wir Mailinglisten und Weblogs.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Gibt es ein zentrales Weblog von attac oder<br />
werden die Blogs von den Mitgliedern geführt?</span></b><br />
Das machen die Mitglieder. Während des Gipfels werden wie zusammen<br />
mit einigen Redakteuren von Indymedia eine Blog-Plattform einrichten<br />
und live vom Gipfelgeschehen bloggen. Das Blog wird über <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.attac.de</a><br />
zu erreichen sein und dort an prominenter Stelle platziert. Auch<br />
das Rahmenporgramm wird über einen Livestream ins Internet<br />
übertragen.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Abgesehen von Videos und Weblogs – welche<br />
anderen, interaktiven Möglichkeiten setzt Attac ein?</span><br />
</b><br />
Wir sind zur Zeit ziemlich unterbesetzt. Es gibt viele Ideen für<br />
den Einsatz von Web 2.0, aber noch keine Arbeitskräfte. Viele<br />
Projekte befinden sich in der Entwicklungsphase, es gibt jedoch<br />
noch nichts Konkretes. Aber wir sind natürlich immer auf der<br />
Suche nach neuen Protestformaten.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Auch wenn Sie noch nichts Konkretes haben &#8211;<br />
welche neuen Formate erscheinen Ihnen denn besonders vielversprechend?</span></b><br />
Vielversprechend sind Tracking-Dienste wie zum Beispiel <a href="http://www.plazes.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plazes</a>.<br />
Über diese Dienste kann man seinen derzeitigen Standort online<br />
anzeigen lassen, sieht also immer, wo sich jemand befindet. Der<br />
Dienst bietet auch eine Anbindung ans Handy. Das sieht für<br />
uns sehr spannend aus. <br />
Wir haben auch vor, mehr mit Videos zu arbeiten. Zum G8-Gipfel haben<br />
wir zwei Videos veröffentlicht. YouTube war eine Mobilisierungsplattform,<br />
die wir so vorher noch nicht genutzt haben.<br />
Eine weitere Idee von uns: Wir überlegen, ein paralleles Second<br />
Life zu gründen, das nicht so kapitalistisch und kommerziell<br />
ausgerichtet ist wie diese virtuelle Online-Realität, sondern<br />
zeigt, wie wir uns eine gerechte Welt vorstellen, ohne dabei die<br />
erste Welt bloß nachzuahmen.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Das hört sich erst recht nach sehr viel<br />
Arbeit an.</span></b><br />
Das wird es auch sein, aber ich bin zuversichtlich, dass wir da<br />
was hinbekommen. Im Vorfeld des G8-Gipfels fand ein Vortreffen statt,<br />
an dem auch mehrere Programmierer teilgenommen haben. Die Vereine<br />
„<a href="http://www.kompass-verein.de/verein.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kompass<br />
eggs</a>“ und der attac trägerverein e.V. haben sich<br />
angeboten, etwas zu entwickeln. Wenn man sich vernünftig engagiert,<br />
wird man das schaffen können. Eventuell kann man das Projekt<br />
auch unter GNU-Lizenz stellen [die GNU-Lizenz für freie Dokumentation<br />
ist eine Lizenzform, welche die Verbreitung und Veränderung<br />
von Inhalten durch den Nutzer erlaubt, Anm. d. Red.]. So könnten<br />
die Nutzer das Programm selbst weiterentwickeln. <br />
Außerdem planen wir, unsere Internetpräsenz zu überarbeiten<br />
und auf das Content-Management-System Typo3 zu übertragen [Typo3<br />
ist eine frei verfügbare Software für die Erstellung von<br />
Internetseiten, Anm. d. Red.]. Das bietet viele Vorteile, unter<br />
anderem für ein einheitliches Layout.
</p>
<p>
<span class="fett"><b>Bieten Sie dem Nutzer dann auch mehr Rückkanäle<br />
an? Die gibt es auf der aktuellen Website ja kaum.</b> </span><br />
Rückkanäle für Nutzer sollen angeboten werden. Wir<br />
möchten eine große Diskussionsplattform schaffen. E-Maillisten<br />
sind halt gut für Leute, die sich damit auskennen; in Zukunft<br />
wollen wir transparenter und öffentlicher werden. Über<br />
die Internetseite soll es dann auch möglich sein, andere Attac-Mitglieder<br />
zu finden und Kontakt mit ihnen aufzunehmen und so eine große<br />
Community zu gründen. Wir planen, bis Anfang nächsten<br />
Jahres mit den Arbeiten fertig zu sein.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Wie sind Ihre Erfahrungen: Lassen sich über<br />
die neuen interaktiven Möglichkeiten tatsächlich mehr<br />
Menschen mobilisieren?</span></b><br />
Ja. Gerade YouTube hat uns eine vollkommen neue Gruppe von Nutzern<br />
geöffnet. Viele klicken einfach nur mal bei YouTube rein, um<br />
zu sehen, was es Lustiges gibt. Dann stolpern sie über unser<br />
Video, werden dadurch vielleicht politisiert &#8211; oder zumindest mal<br />
eingeladen, auf unsere Website zu schauen.</p>
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		<title>Attac und Co. verschlafen das Web 2.0</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/attac-und-co-verschlafen-das-web-20-3269/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
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		<category><![CDATA[Attac]]></category>
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					<description><![CDATA[(Kommentar) Soziale Bewegungen sind - was das Netz angeht - inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Kommentar) Soziale Bewegungen sind &#8211; was das Netz angeht &#8211; inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Denn soziale Bewegungen sind Aufmerksamkeitsbetriebe. Parteien erreichen<br />
ihre Ziele mit Macht, Unternehmen mit Geld. Soziale Bewegungen haben<br />
beides nicht und können ihre Ziele nur mittelbar erreichen: Über<br />
das Beeinflussen der öffentlichen Meinung.
</p>
<p>
Dafür müssen sie Beachtung erringen. Und das wiederum<br />
tun sie, indem sie sich so überraschend und innovativ verhalten,<br />
dass sie erstens Anhänger gewinnen und zweitens in den Fokus<br />
der Medien geraten.
</p>
<p class="fett">
<b>Zu wenig Aufmerksamkeit, nicht zu wenig Inhalte</b>
</p>
<p>
Inhalte? Ja, Inhalte sind wichtig, niemand begibt sich gern auf<br />
einen Weg, von dem er nicht weiß wohin er führt. Vernetzung?<br />
Auch gut, jeder weiß gern, mit wem er es zu tun hat. Dennoch<br />
muss das Ziel irgendwie erreicht werden. Und selbst mit dem besten<br />
Programm kann eine Bewegung die öffentliche Meinung nicht beeinflussen,<br />
wenn ihr keine Beachtung geschenkt wird. Die Friedensbewegung leidet<br />
nicht an zu wenig Vernetzung oder an zu wenig Programmatik. Sie<br />
leidet an zu wenig öffentlicher Aufmerksamkeit.
</p>
<p>
Um sich diese zu erhalten, muss eine Bewegung sich stets verändern,<br />
neue Formen ausprobieren, beweglich bleiben. Sie muss glaubhaft<br />
die Geschichte erzählen, dass auf ihrer Seite die guten, coolen,<br />
witzigen und interessanten Typen sind und auf der anderen Seite<br />
die Bösen. Wie schon bei David gegen Goliath. Und wenn eine<br />
Bewegung dies gut macht, bekommt sie beides: Anhänger und die<br />
Medien.
</p>
<p class="fett">
<b>Internet auf dem Trip ins Politische</b>
</p>
<p>
Bei den Protesten gegen ein Treffen der Welthandelsorganisation<br />
WTO in Seattle 1999 haben Globalisierungsgegner ihre Geschichte<br />
unter anderem mit ihren Mirror-Sites erzählt. Auf einmal fanden<br />
sich auf scheinbar offiziellen Seiten der WTO Informationen über<br />
deren schändliche Finanzpolitik. Die Welt lachte über<br />
die WTO und den Coup der Globalisierungsgegner.
</p>
<p>
Und was würde heute gestaunt, wenn Attac beispielsweise seine<br />
eigene Version der dreidimensionalen Simulation Second Life herausbrächte?<br />
Neue Medien sind mit <a href="http://www.darfurisdying.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Browsergames</a><br />
über ein Dorf im Darfur-Konflikt und einem Spiel über<br />
die Palästina-Frage gerade auf einem Trip ins Seriöse<br />
und Politische. Was für eine Geschichte könnten die Globalisierungskritiker<br />
erzählen, wenn sie hier Trendsetter wären. Selbst für<br />
die Regionalzeitungen, die gerade Second Life als etwas Neues entdecken,<br />
wäre da noch etwas dabei. Ach ja, und für die Vernetzer<br />
und Inhalte-Orientierten gäbe es auch etwas: Man kann sich<br />
da nämlich treffen und sich unterhalten.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Daniel Schulz schreibt für die taz unter<br />
anderem über soziale Bewegungen.</span></b></p>
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