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	<title>Hat&#8217;s geklickt? &#8211; politik-digital</title>
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		<title>E-Learning: Euphorie oder Ernüchterung?</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Dec 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort "learning-on-demand": Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort &#8220;learning-on-demand&#8221;: Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?<!--break-->
                    </p>
<p>Nachdem e-Learning als die bedeutende Entwicklungsstufe im e-Business angekündigt wurde (&#8220;Edu-Commerce&#8221;), bleibt zu fragen, was nach der allgemeinen Ernüchterung um die New Economy davon übrig geblieben ist und wohin die Reise im Bildungsmarkt geht. Als einen Ort für Antworten bietet sich die siebte &#8220;Online Educa&#8221; in Berlin an (28.-30. November). Die von der Europäischen Kommission unterstützte Konferenz erwartet 1200 Fachleute aus Wirtschaft, Industrie und Politik, die in zahlreichen Workshops, Diskussionsforen und Vorträgen über den neusten Stand des technisch gestützten Lernens diskutieren werden. Die internationale Konferenz wird zudem von einer Fachmesse begleitet, auf der Fachanbieter ihre neusten Produkte präsentieren.</p>
<p>In den letzten Jahren bestimmten Themen wie die Entstehung eines globalen Bildungsmarktes, Virtualisierung von Bildung via Internet, Konzentrationsprozesse und strategische Partnerschaften der Bildungsanbieter die Diskussionen der Veranstaltungsteilnehmer. Es bleibt die Frage, was von den optimistischen Marktprognosen für e-Learning übrig geblieben ist. Denn Pleiten von Bildungsanbietern haben die e-Learning-Gemeinde gehörig aufhorchen lassen. Welche technischen Standards werden sich durchsetzen, welche Geschäftsmodelle sind rentabel und wer wird im Rennen um die Kunden der Zukunft vorne dabei sein &#8211; all das wird auf dem Branchentreffen die Gemüter erhitzen.</p>
<p>Das bisher gültige Postulat vom &#8220;Lernen auf Vorrat&#8221; wird durch das neue Postulat vom &#8220;lebenslangen Lernen&#8221; abgelöst. Durch Stichworte wie &#8220;Globalisierung&#8221;, &#8220;Internetrevolution&#8221;, und &#8220;New Economy&#8221; ausgelöst, stehen wir am Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, die auch als Wissens- bzw. Informationsgesellschaft bezeichnet wird. Wissen wird zum wichtigsten Rohstoff und zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.</p>
<p>Mit diesen Schlagwörtern soll der rasante Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und die rasche Entwicklung von Kommunikationstechnologien und Medien begrifflich gefasst werden. Bildungsexperten haben festgestellt, dass in den letzten dreißig Jahren mehr Informationen entstanden sind als in den letzten fünftausend Jahren zusammen. Sie schätzen, dass sich die Wissensbestände alle fünf Jahre verdoppeln werden. Hinzu kommt die wesentlich geringere Haltbarkeit von Wissen, die durch den Einzug der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in Beruf und Alltag immer mehr Menschen weltweit betrifft. Die Verkürzung von Produkt- und Produktionszyklen kennt jeder, der sich vor vier Jahren etwa einen PC oder ein Mobiltelefon gekauft hat: Die Geräte sind langsam, groß und inkompatibel &#8211; halt schrecklich veraltet. Und wer arbeitet noch mit Floppy-Disks ?</p>
<p>Bezogen auf die Wirtschaft bewirkt das einen hohen Anpassungsdruck an neue Geschäftsabläufe, der sie zwingt, sich zu verändern und neue Geschäftsideen zu entwickeln. Wollen Unternehmen im internationalen Vergleich nicht Marktanteile verlieren, müssen sie sich den neuen Bedingungen anpassen. Ein anderer entscheidender Faktor ist die Internationalisierung der Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklungen der Unternehmenskultur. Es entstehen vielfältige, neue Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter und deren Wissensverarbeitung.<br />
                    <br />Wie schult man beispielsweise 90.000 Mitarbeiter, die sich weltweit auf verschiedene Standorte verteilen? Da wundert es nicht, dass e-Learning als das Allheilmittel Linderung schaffen soll. So schätzte beispielsweise Dr. Joachim Schaper, SAP AG, in seiner Keynote auf dem Kongress &#8220;Innovations for an e-Society. Challenges for Technology Assessment&#8221; in Berlin, 17. &#8211; 19. Oktober 2001, dass 80 Prozent aller Angestellten in den nächsten zehn Jahren eine Weiterbildung benötigen.</p>
<p>Betriebliche Weiterbildung ist daher eine der wichtigsten Aktivitäten im Rahmen der Umsetzung von &#8220;lebenslangem Lernen&#8221; &#8211; und für viele Erwachsene oft die einzige Gelegenheit, die eigene Qualifikation aufzufrischen. Dieser Ansicht ist auch die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland: 85 Prozent sind sich der Bedeutung betrieblicher Weiterbildung als Beitrag zum lebenslangen Lernen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst. Gleichzeitig erkennen die in den Unternehmen für die Weiterbildung Verantwortlichen jedoch auch die Belastungen, die sich aus dem Konzept des &#8220;lebenslangen Lernens&#8221; für ihre Mitarbeiter/innen ergeben:<br />
                    <br />85 Prozent betonen die immer häufigere Mehrfachbelastung durch Arbeit, Familie und Lernen, 81 Prozent sehen den ständigen Druck auf die Belegschaft, Neues zu lernen, 56 Prozent stellen eine zunehmende Unsicherheit des Einzelnen im Hinblick auf die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten fest und 54 Prozent gehen von wachsenden privaten und finanziellen Belastungen aus, wenn das &#8220;lebenslange Lernen&#8221; aktiv betrieben wird. Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Zusammenhang mit der zweiten europaweiten Betriebsbefragung zur Weiterbildung (CVTS-II) durchgeführt hat. Im Rahmen der von der Europäischen Kommission finanzierten CVTS-II-Befragung wurden 10.000 Unternehmen in Deutschland (europaweit etwa 90.000 in 25 Ländern) zu ihren Weiterbildungsaktivitäten befragt.</p>
<p>Die Debatten über die Zukunft des Lernens müssen sich mit der Problematik eines weiterhin bestehenden Fachkräftemangels in Deutschland auseinandersetzen, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen behindert. Andererseits alarmieren Arbeitslosigkeit und neue Pleiterekorde die Öffentlichkeit, und machen eindrücklich den Handlungsbedarf von Politik, Verwaltung und Wirtschaft klar.</p>
<p>Die &#8220;Chancen neuer Bildungsstrategien für das Beschäftigungspotential in Deutschland&#8221; untersuchte jüngst das gleichnamige Hintergrundpapier von politik-digital, dass im Auftrag der Initiative D21 erstellt wurde. Durch e-Learning könnte lebenslanges Lernen finanziert und die Voraussetzungen für mehr Beschäftigung geschaffen werden. Mehr Beschäftigung sei langfristig nur zu erreichen, wenn die Leistungsfähigkeit der Bildungsinstitutionen verbessert und e-Learning konsequent in allen Bildungsbereichen eingesetzt würde. Eine Strategie besteht in einer verstärkten Vernetzung und Nutzung von Synergien. Denn die Versuche, die Anforderungen der neuen Wissensgesellschaft zu erfüllen, verlaufen innerhalb und zwischen staatlichen Bildungsträgern, Wirtschaft und Politik noch weitgehend unkoordiniert.<br />
                    <br />Mit e-Learning &#8220;kann eine Effizienzrevolution in der Qualifizierung erreicht werden&#8221;. Durch e-Learning könnten z. B. die öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung von derzeit 17 Milliarden Mark um bis zu 5 Milliarden Mark gesenkt werden, so Erwin Staudt von IBM Deutschland auf der D21 Pressekonferenz am 08.10.2001 in Nürnberg.</p>
<p>Ferner können mit Hilfe von e-Learning im Bereich der Aus- und Weiterbildung in Unternehmen enorme Einsparungen erzielt werden. Bei einer Fortbildung können Firmen nach Einschätzung der Unternehmensberatung Mummert + Partner bis zu 30 Prozent ihrer Kosten einsparen. Bei jährlich geschätzten Ausgaben der Wirtschaft von 60 Millionen Mark für Aus- und Weiterbildung wären das etwa 18 Milliarden Mark allein in Deutschland. Die Schulungs- und Logistikkosten sind dabei niedriger als beim Lernen im Klassenzimmer. Fehlende Reisezeiten und weniger Fehlstunden am Arbeitsplatz machen selbstgesteuertes Lernen zur Aus- und Weiterbildung mittels Internet/Intranet attraktiv. Aber die Firmen zögern noch: Der Markt für virtuelle Lernangebote und Lernportale wird der Studie zufolge erst ab 2004 boomen.</p>
<p>
                      <strong>Bildung wird als Markt der Zukunft mit globaler Reichweite gesehen.</strong>
                    </p>
<p>Der deutsche e-Learning Markt wird nach einer Prognose der International Data Corporation (IDC) ein rasantes Wachstum erleben. Laut IDC wird der deutsche e-Learning Markt von 20 Millionen US-Dollar im Jahr 1999 auf 575 Millionen US-Dollar in 2004 anwachsen. Für ganz Europa wird das Marktvolumen auf 3,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 beziffert. Im gleichen Jahr soll der weltweite e-Learning Markt gar auf 23 Milliarden US-Dollar angewachsen sein. Dominiert wird der Markt auch weiterhin von nordamerikanischen Firmen, die nach Aussagen von IDC zweidrittel des weltweiten Marktes bestimmen werden. In Europa dominieren skandinavische und britische Anbieter. Voraussetzung für das Eintreffen der Prognosen sei eine weiter stark wachsende Zahl von Internetnutzern, schnellere und billigere Internetverbindungen und die Verbesserung der angebotenen e-Learning Produkte.</p>
<p>Entgegen den optimistischen Prognosen zahlreicher Marktaguren sieht die Realität anders aus. Das ist sicherlich nicht e-Learning spezifisch, sondern eher typisch für den Hype um alle e-Anything bzw. e-Was-auch-immer-Entwicklungen wie e-Business, e-Government oder e-Society. e-Learning deckt auch heute nur einen Randbereich der Qualifizierungsmaßnahmen in deutschen Großunternehmen ab. Denn nur wenige Unternehmen verfügen bereits heute über eine Lernkultur oder wenden Erkenntnisse des Wissensmangements systematisch an, in der digitale Bildungs- und Wissensaktivitäten eine zentrale Rolle spielen.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis kommt die am gestrigen Mittwoch, den 28. November 2001 vorgestellte Studie &#8220;e-Learning zwischen Euphorie und Ernüchterung&#8221; der Unternehmensberatung KPMG. Erst wenige Beschäftigte deutscher Großunternehmen nutzen die Möglichkeiten des computergestützten Lernens am Arbeitsplatz, um sich weiterzubilden. Außerdem werden e-Learning-Projekte vergleichsweise selten effizient in die konventionelle Bildungsarbeit eingebunden. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Studie im Auftrag von KPMG Consulting, bei der bundesweit 604 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten befragt wurden. Lediglich knapp jedes zweite der befragten Großunternehmen (46 Prozent) bietet durch e-Learning gestützte Bildungsmaßnahmen an. Erreicht werden damit nur 18,4 Prozent aller Mitarbeiter, von denen wiederum weniger als die Hälfte (46,5 Prozent) schließlich Gebrauch von diesen Angeboten macht.</p>
<p>Die gesamte Qualifizierung der Mitarbeiter ist also weiterhin konventionell geprägt: Seminarangebote im Klassenzimmer, Informationsveranstaltungen und Handbücher/Dokumentationen dominieren, neben der individuellen Weiterbildung, die Bildungsarbeit. Nach den vorliegenden Zahlen der KPMG-Studie investieren die Unternehmen 1.500 bis 3.000 DM pro Jahr je Mitarbeiter in die berufliche Weiterbildung. Diese besuchen im Durchschnitt alle zwei Jahre eine vier- bis fünftägige Fortbildungsveranstaltung. Die Inhalte liegen überwiegend in der IT-Qualifizierung, gefolgt von Fremdsprachen, kaufmännischen Fachthemen und Produktschulungen.<br />
                    <br />Die Kosten für e-Learning-Projekte umfassen derzeit 10 bis 12,5 Prozent des gesamten Bildungsbudgets. Die Personalverantwortlichen erwarten in den kommenden drei Jahren lediglich eine Steigerung auf maximal 25 Prozent, wobei noch offen ist, wie sich die angespannte wirtschaftliche Lage auf die Größe des gesamten Bildungsetats auswirkt. Ob diese Investitionen ausreichen, um die optimistischen Prognosen des rasanten Wachstums des e-Learning Marktes zu erfüllen, muss stark bezweifelt werden.<br />
                    <br />Den größten Anteil an e-Learning-Unternehmen weist der Dienstleistungsbereich auf. Spitzenreiter ist hier das Kredit- und Versicherungsgewerbe, bei dem bereits mehr als zwei Drittel der Großunternehmen (68 Prozent) zu den Anwendern zählen. In der Branchengruppe &#8220;Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung&#8221; liegt der Anteil deutlich darunter (38 Prozent).</p>
<p>Wird in naher Zukunft der Computer das Klassenzimmer ersetzen und der Lernende allein auf dem Datenhighway zurückgelassen? Mit Sicherheit nicht. Experten sind sich einig, dass durch die Kombination von Präsenz- und virtuellen Lernphasen die Qualität ebenso wie die Effizienz einer Aus- und Weiterbildungsmaßnahme erheblich gesteigert wird. Der Fachbegriff dafür lautet &#8220;blended learning&#8221; oder &#8220;hybrid learning&#8221;. Der Bedarf an Bildung ist groß, die Rahmenbedingungen, sowie die Veränderung der Lernkultur stecken aber noch in den Kinderschuhen.</p>
<p>Auffällig ist die geringe Bedeutung politischer Fragen im Bereich e-Learning. Dabei geht es um nichts geringeres als die Zukunft des Wirtschaftstandortes Deutschland und die Modernisierung des Bildungswesen und seiner Institutionen. Dass der Zugang zu Wissen von entscheidender Bedeutung ist, steht beim Wandel der Gesellschaft von der Industrie zur Wissensgesellschaft außer Zweifel. Aber die entscheidende Frage dreht sich auch hier um die Machtbeziehungen: Wer entscheidet über Art und Weise des Zuganges zu Wissen, die Eigentumsrechte an Wissen, die Verteilung der zentralen Ressource für Wohlstand? Stichwort digitale Spaltung, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Eben eine politische Frage!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die virtuelle Universität schlechthin wird es nicht geben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit 
                      Professor Dr. Heinz Mandl, Inhaber des 
                      Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der 
                      Ludwig-Maximilians-Universität München. Als einer der führenden deutschen Wissenschaftler forscht Prof. Mandl u.a. in den Bereichen e-Learning, Wissensmanagement und problemoriertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit<br />
                      <a href="http://home.emp.paed.uni-muenchen.de/%7Emandl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Heinz Mandl</a>, Inhaber des<br />
                      <a href="http://infix.emp.paed.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie</a> an der<br />
                      <a href="http://www.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ludwig-Maximilians-Universität München</a>. Als einer der führenden deutschen Wissenschaftler forscht Prof. Mandl u.a. in den Bereichen e-Learning, Wissensmanagement und problemoriertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Seit wann befassen Sie sich mit e-Learning und was hat Sie dazu bewegt, in diesem Bereich zu forschen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Wir haben schon vor 15 Jahren damit begonnen, mit Computern interaktive Videoprogramme zu erstellen. Eigentlicher Hintergrund ist aber, dass uns das Lernen interessiert und wir im e-Learning eine große Chance sehen, die Diskussion über eine neue Lernkultur voranzubringen.<br />
                    <br />Für uns sind interaktive Medien ein trojanisches Pferd und wir halten sie für einen guten Anlass, das Lernen und die Lernkultur zu überdenken. Das e-Learning stellt ja besondere Herausforderungen an den Lernenden; es ist zum Beispiel sehr viel mehr eigenverantwortliches und kooperatives Lernen möglich. Diese Aspekte, die für uns ganz zentral sind, werden in der bisherigen Lernkultur allerdings eher ignoriert. Die heutigen Lernstrukturen zielen sehr stark auf die Vermittlung von Wissen ab und vernachlässigen dabei bestimmte Kompetenzen, die man im späteren Leben für die Wissensgesellschaft braucht: nämlich die Kompetenz, sich selber Wissen anzueignen, anstatt immer vom Lehrer bei der Hand genommen zu werden, außerdem die Fähigkeit kooperativ zu lernen und zu arbeiten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Inwieweit wird das, was man in der Forschung entwickelt, in der Praxis tatsächlich implementiert?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Natürlich bringen wir Ideen aus der Forschung in die Praxis ein. Aber die Weiterbildung zum Beispiel wartet gar nicht auf die Forschung, sondern dort wird einfach ausprobiert. Wir lernen also auch von der Praxis und versuchen dann, bestimmte Aspekte genauer zu untersuchen. Beispiel: Ein Schwerpunkt in unserer Forschung, übrigens auch ein DFG-Schwerpunktprogramm, ist netzbasierte Wissenskommunikation in Gruppen. Wir veranstalten dazu virtuelle Seminare und beobachten, wo Probleme auftreten, etwa in der Kooperation zwischen den Studierenden. In einem Grundlagenprojekt, wo man mehr unter kontrollierten Bedingungen arbeitet, werden zum Beispiel Kooperationsskripts entwickelt und erprobt, die die Zusammenarbeit unterstützen. Die neuen Erkenntnisse fließen dann wieder in die Anwendung, also in die virtuellen Seminare ein.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Arbeiten Sie in den virtuellen Seminaren mit der Metaphorik traditioneller Seminare, gibt es eine Tafel, das Melden eines Studenten, den eingeschlafenen Kommilitonen usw. im übertragenen Sinne? Wie kann man sich so ein virtuelles Seminar vorstellen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Das virtuelle Seminar beginnt mit einem Tagesworkshop, an dem die Teilnehmer real zusammenkommen, eine Einführung erhalten und Gruppen bilden. Von da ab läuft alles über die virtuelle Lernplattform, von der sie Aufgaben entnehmen, zu denen sie in Kooperation und mit Hilfe von Literatur Lösungen finden müssen. In diesem Prozess werden sie von einem Teletutor unterstützt. Sicher gibt es im virtuellen Seminar auch den eingeschlafenen Studenten, sogenannte Trittbrettfahrer. Wir überlassen es aber den einzelnen Gruppen, Regeln zur Zusammenarbeit aufzustellen. Sie können dann selbst entscheiden, ob ein Trittbrettfahrer rausfliegt oder ob er mitgezogen wird.<br />
                    <br />Im Gegensatz zu herkömmlichen Veranstaltungen erfordert das virtuelle Seminar allerdings einen höheren Arbeitsaufwand. Mit 5-6 Stunden pro Woche Arbeit muss man rechnen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Vorteile hat e-Learning gegenüber dem traditionellen Präsenzlernen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Vorteile liegen in der Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Man kann beim e-Learning auch um Mitternacht noch ein Thema oder eine Aufgabe bearbeiten. Und ob man nun von Nürnberg, München oder Berlin aus mit anderen zusammen arbeitet, spielt auch keine Rolle.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie argumentieren Sie bei dem Vorwurf, beim e-Learning käme die soziale Komponente zu kurz, die Studierenden würden vor ihrem Computer vereinsamen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Es stimmt natürlich, dass die soziale Komponente nicht so direkt ist. Beim E-mail-Kontakt sieht man sich ja nicht und kann keine Mimik und Gestik austauschen.<br />
                    <br />Das impliziert natürlich Einschränkungen. Wenn es aber um Sachverhalte geht und nicht um zwischenmenschliche Beziehungen, macht es unseren Untersuchungen zufolge keinen Unterschied, ob der Gegenüber präsent ist oder nicht. Wir haben auch herausgefunden, dass der Wissenstransfer bei einer Videokonferenz nicht geringer ist als in einer Face-to-Face-Situation. Auch die Qualität bei der Problemlösung variiert nicht.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche neuen Rollen und Herausforderungen birgt e-Learning für die Lehrenden?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Der Kern des virtuellen Seminars ist der Ansatz des problemorientierten Lernens. Diesem neuen Ansatz liegt eine konstruktivistische Auffassung vom Lernen zu Grunde, die sehr stark von Eigenaktivität, Selbststeuerung und Kooperation ausgeht. Es ist natürlich für die Lehrenden nicht einfach, Lernumgebungen mit solchen Ansprüchen zu gestalten.<br />
                    <br />Technische Schwierigkeiten stellen dabei eher ein geringes Problem dar. Das Hauptproblem ist, dass bis jetzt nicht viele Lehrende in der Lage sind, problemorientierte Lernumgebungen zu gestalten, wo die Studierenden sich aktiv, selbstgesteuert und kooperativ einbringen können. Lehrende müssen Abstand nehmen vom bloßen Präsentieren von Informationen, denn insbesondere bei der Arbeit mit neuen Medien wäre es ja doch sehr langweilig, immer nur Vorlesungen auf dem Bildschirm abzuspielen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Inwiefern müssen sich die Lernenden umstellen?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Lernenden müssen vor allem Selbststeuerungs- und Kooperationsfähigkeit besitzen, da bei unserem Lern-Lehransatz die Eigeninitiative und Gruppenarbeit im Vordergrund stehen. Vor allem letzteres ist eine Herausforderung, weil Kooperation im Schul- und Universitätssystem bisher wenig Berücksichtigung findet. Auch Medienkompetenz ist eine wichtige Qualifikation: Der Lernende muss in der Lage sein, Informationen kritisch zu beurteilen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wird e-Learning in einigen Bereichen, zum Beispiel in der Weiterbildung, bevorzugt eingesetzt?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Ja, gerade in der Weiterbildung stößt e-Learning auf großes Interesse. Ein Beispiel ist der Knowledge Master, ein virtuelles Weiterbildungsangebot, das von uns zusammen mit Siemens entwickelt wurde. Da können Leute aus der ganzen Bundesrepublik teilnehmen, ohne für längere Zeit aus dem Arbeitsprozess herausgerissen zu werden. Innerhalb der halbjährigen Weiterbildungsveranstaltung gibt es insgesamt nur fünf Präsenztage, die andere Zeit arbeiten die Teilnehmer in Gruppen virtuell im Internet. Natürlich ist diese Form der Weiterbildung für Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer nicht einfach über einen längeren Zeitraum entbehren können, kostensparender.<br />
                    <br />E-Learning wird für die Weiterbildung eine höhere Bedeutung haben als für die Ausbildung. An Universitäten und Schulen werden wir wohl eine Mischform erleben, wo ein Teil des Unterrichts virtuell stattfindet, der andere aber weiterhin in Form von Präsenzveranstaltungen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Tut die Regierung Ihrer Ansicht nach genug, den Einsatz neuer Medien an öffentlichen Bildungsinstitutionen zu fördern?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die finanzielle Unterstützung des e-Learning ist, was die Schulen und Hochschulen betrifft, sehr groß. Der Bund hat den Universitäten in der letzten Zeit 200 Millionen DM zur Verfügung gestellt, um virtuelle Studiengänge zu entwickeln. In der Regel sind es Gemeinschaftsprojekte, an denen verschiedene Universitäten kooperativ arbeiten. So wird die Nachhaltigkeit der Projekte gesichert, was ja auch im Sinne des Geldgebers ist.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie reformbereit zeigt man sich an Universitäten und Schulen, neue Medien in den Unterricht zu integrieren, in finanzieller und didaktischer Hinsicht?</p>
<p>
                    <strong>Prof. Dr. Heinz Mandl:</strong> Die Diskussion wird ja so geführt, als würde es nur noch e-Learning geben. Man muss aber verstehen, dass es die virtuelle Universität schlechthin kaum geben wird. Man braucht immer noch reale Interaktion und ein wirkliches Zusammentreffen der Lernenden. Alles rein virtuell zu machen, ist im Rahmen eines universitären Erststudiums kaum möglich und wenig erstrebenswert.<br />
                    <br />Da Schulen und Universitäten jetzt finanziell unterstützt werden, können sie technisch aufrüsten und neue Curricula entwickeln. Eine besondere Herausforderung besteht noch auf Seiten der Didaktik: Wie gestaltet man motivierende Lernumgebungen, die selbstgesteuertes und kooperatives Lernen unterstützen? Wie können hierbei Präsenz- und virtuelle Lernumgebungen miteinander verbunden werden? Die Vorstellung von der Omnipotenz des e-Learning wird durch einen solchen Ansatz relativiert. So bleibt Raum für verschiedene Formen des Lehrens und Lernens.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!<br />
                    </p>
<p>Das Interview mit Professor Dr. Heinz Mandl führte Ines Robbers.</p>
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		<title>Neue Medien in der Grundschule</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Grundschule]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Ministerialrat Mag. Dr. Anton Reiter ist Abteilungsleiter beim österreichischen 
                  Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMUK). Er leitete das dreijährige 
                  Evaluationsprojekt "Neue Medien in der Grundschule" und hat die Ergebnisse der Studie in einem gleichnamigen 
                  Buch veröffentlicht. Dr. Reiter bewertet den didaktischen Stellenwert des neuen Mediums im Grundschulunterricht.
                  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ministerialrat Mag. Dr. Anton Reiter ist Abteilungsleiter beim österreichischen<br />
                  <a href="http://www.bmbwk.gv.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesministerium</a> für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMUK). Er leitete das dreijährige<br />
                  <a href="http://www.bmuk.gv.at/pschulen/wettproj/medienvs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Evaluationsprojekt</a> &#8220;Neue Medien in der Grundschule&#8221; und hat die Ergebnisse der Studie in einem gleichnamigen<br />
                  <a href="http://www.bmuk.gv.at/pnews/001025_1.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> veröffentlicht. Dr. Reiter bewertet den didaktischen Stellenwert des neuen Mediums im Grundschulunterricht.<br />
                  <br /><!--break--><br />
                  <br />Ziel des Projektes war, herauszufinden, welche Einsatzmöglichkeiten es für sogenannte Info- und Edutainment-Produkte auf CD-ROM und für das Internet im Unterricht der Volksschule gibt und welche didaktisch-pädagogischen Erkenntnisse daraus gewonnen werden können. Aufgezeigt werden sollte auch, wie sich der Einsatz der verfügbaren neuen Medien auf Arbeits-, Lern- und Organisationsformen des Grundschulunterrichts auswirkt.</p>
<p>Projektbedingt wurde den sechs Volksschulstandorten vom BMUK Hardware und Software bereitgestellt. Es wurden Internetzugänge geschaffen, laufend Anwenderschulungen für die Lehrer/innen abgehalten und einschlägige PR-Maßnahmen gesetzt, wie z.B. die Erstellung schuleigener Homepages. Einigen Lehrer/innen wurde die Teilnahme an internationalen Fachkongressen (wie bspw. am<br />
                  <a href="http://www.ifip.or.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFIP</a>-Weltcomputer-Kongress in Wien/Budapest 1998 und in Peking 2000) ermöglicht.</p>
<table width="550" border="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="340">
<p>Der Schwerpunkt des Computereinsatzes lag im Sachunterricht, in dem unterstützend altersadäquate, interaktive CD-ROMs sowie lexikalische Werke und verstärkt auch das Internet Verwendung fanden, um den Schülerinnen und Schülern Informationen zu globalen Sachthemen zugänglich zu machen.<br />
                          <br />Auch im Deutsch-, Mathematik- und im verpflichtenden Englischunterricht wurde der Computer ergänzend zum herkömmlichen Unterricht verwendet.<br />
                          <br />An den Projektschulstandorten erfolgte der Computereinsatz in unterschiedlichen Lernumgebungen: als Computerecke im Klassenzimmer, klassenübergreifend in eigenen Computerräumen und zur differenzierten Förderung der Schüler/innen in speziellen Integrationsklassen.</p>
<p>Anwendersoftware beinhaltete unter anderem Office 97 (primär Word und PowerPoint), das Bildbearbeitungsprogrammen MS Paint, Paint Shop pro 5.0 und PhotoImpact, außerdem das Autorenwerkzeug Mediator 5.0 pro zur Erstellung multimedialer Präsentationen mit Hypermedia-Design. Daneben fanden vor allem Info- und Edutainment-CD-ROMs (deren Zahl inzwischen nahezu unüberschaubar geworden ist) Verwendung. An einigen Standorten wurden mit Frontpage 98 eigene (einfache) Websites gestaltet.</p>
</td>
<td width="10"> </td>
<td valign="center" width="200">
                        <img decoding="async" height="137" alt="Computerunterstützter Unterricht erfolgt häufig optional in einer zusätzlichen Medienecke, die auch für das soziale Lernen förderlich ist, wie hier im Bild in der Volksschule Währinger Straße 43 in Wien 9- im Bild VL Peter Sykora mit seiner Klasse " src="imgs/Sykoras-Klasse.jpg" width="200" /></p>
<p>&#8220;Durch die rasante Entwicklung der Informationstechnologien werden heute bereits Kinder im Grundschulalter mit Computern und neuen Medien konfrontiert. Da es der generelle Auftrag jeder schulischen Bildung ist, auf eine bestmögliche Lebensbewältigung vorzubereiten, müssen Veränderungen in der Lebenswelt, in den Lehrplänen und im Unterricht angemessen aufgegriffen werden. Zusätzlich zeigen die neuen Medien einige Vorzüge, die seit eh und je Grundforderungen der Lernpsychologie und der Unterrichtswissenschaften erfüllen: Optimale Aufarbeitung der Inhalte, altersadäquate Portionierung der Lernschritte, rasches Feedback und der menschlichen Wahrnehmung entgegenkommende Darbietungsweise&#8221;<br />
                        <a href="#lit">1</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table width="550" border="0">
<tbody>
<tr>
<td width="128">
<p>
                            <img decoding="async" height="150" alt="Im Bild Kinder der ÜVS im Electonic Learning Center (ELC) der Pädagogischen Akademie der Erzdiözese Wien 21: der Computer ist dort alltägliches Arbeitsmittel" src="imgs/Electronic_Learning_Center1.jpg" width="128" />
                          </p>
</td>
<td width="10"> </td>
<td valign="top" width="398">Die Schüler/innen erlernten die Bedienung von Tastatur und Maus teils spielerisch, teils nach eingehendem motorischen Training. Sie schrieben und formatierten Texte am Computer, arbeiteten mit Grafikprogrammen bzw. bearbeiteten selbst gezeichnete Grafiken oder Cliparts. Parallel zu den Schulbüchern wurden multimediale, interaktive Lern-CDs für Deutsch, Mathematik und Englisch verwendet. Lexika, Funktionstrainigsprogramme sowie herkömmliche Anwendersoftware wie Word, Write oder PowerPoint standen zur weiteren Auswahl. Speziell zum Schreiben für Kinder entwickelte Programme wie das &#8220;Junior Schreibstudio&#8221; oder der &#8220;Creative Writer&#8221; kamen ebenfalls zum Einsatz.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Kinder verfassten Geschichten am Computer. Sie waren von den Gestaltungsmöglichkeiten für Texte und Grafiken begeistert. Stolz waren sie auf Zeichnungen oder Texte, die sie ausgedruckt hatten und zu Hause vorzeigen konnten. Das Arbeiten mit interaktiven Multimedia-Programmen bewährte sich besonders in den ersten Klassen auch in der Lautschulung. Das Üben der Lernwörter sowie das Schreiben der Schulübung am PC wirkte auf die Kinder motivierend.</p>
<p>Auch lernschwache Kinder profitierten davon, denn sie kamen so ohne Leistungsdruck zu Erfolgserlebnissen. Fehler können am Computer leicht korrigiert werden. Im Stationenbetrieb und beim offenen Lernen arbeiteten Kinder mit unterschiedlichen Computerkenntnissen zusammen. Bei der Arbeit am Computer unterstützten sich die Kinder gegenseitig. Das spielerische Lernen wurde gefördert. Die verfügbaren Lernspiele regten die Kreativität an.<br />
                  <br />Die Schüler/innen waren bald mit dem Internet vertraut und konnten mit Suchmaschinen umgehen. Laufende Projektarbeiten wurden so mit Texten und Bildern aus dem WWW gestaltet. Besonderer Spaß bereitete ihnen die eigene Recherche im Internet. Die Kinder schrieben und beantworteten E-Mails, interessante Mailausdrucke wurden öffentlich zugänglich gemacht.<br />
                  <br />Nach dem Ende des Evaluationsprojektes im Juni 2000 war für die Schüler/innen der sechs Projektschulen der Computer inzwischen sozusagen nichts Besonderes mehr. Er gehört dort inzwischen längst zum Schulalltag und fungiert als Arbeits- und Lerngerät. In den Pausen dürfen die Kinder fallweise auch selbständig an den PCs arbeiten.</p>
<p>Die Eltern begrüßen es durchweg, dass ihre Kinder am Computer lernen. Der Erwerb der grundlegenden Kulturtechniken Rechnen, Schreiben und Lesen bleibt allerdings stets im Vordergrund, die Verwendung des Computers im Unterricht wird als mediale Ergänzung angesehen.<br />
                  <br />Die neuen Medien bereichern insgesamt die Unterrichtsdidaktik und -methodik in der Grundschule. Sie unterstützen fächerübergreifendes Lernen und können durch Formen des (konstruktiven) Selbstlernens und kooperativen Arbeitens die Lerneffektivität steigern. Speziell das dreijährige Evaluationsprojekt &#8220;Neue Medien in der Grundschule&#8221; zeigte neue, zukunftsorientierte Lehr- und Lernwege auf. Im Rahmen der Volksschullehrer/innen-Ausbildung wird in Zukunft auf die Vermittlung einer umfassenden Computer-Didaktik resp. -Pädagogik noch mehr Wert zu legen sein (siehe Reiter/Grimus/Scheidl 2000).<br />
                  <br />Aufbauend auf den Ergebnissen des Evaluationsprojektes &#8220;Neue Medien in der Grundschule&#8221; wurde anschließend im Oktober 2000 an der Übungsvolksschule der<br />
                  <a href="http://schulen.eduhi.at/pa-ed-wien/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pädagogischen Akademie der Erzdiözese Wien 21</a> mit der Errichtung eines virtuelles Lehr- und Lernzentrums aus Budgetmitteln des bm:bwk eine Projektfortsetzung in Angriff genommen. Besonderes Augenmerk wird auf die innovative Erprobung und Auswertung künftiger Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation (Teleteaching und Telelearning) und des Wissensaustausches über die Grenzen des Klassenraumes hinweg gelegt werden (siehe Seper 2001).<br />
                  </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Sparen oder Bilden mit e-Learning?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/hats-geklickt/elearningsparen-shtml-2972/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hat's geklickt?]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Seminar]]></category>
		<category><![CDATA[Virtuelle Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
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					<description><![CDATA[Gabi Reinmann-Rothmeier ist Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg. Ihre Foschungstätigkeit umschließt die Bereiche Wissensmanagement, Gestaltung problemorientierter Lernumgebungen, Lernen mit neuen Medien und Evaluation multimedialer Lernumgebungen. Aus eigener Erfahrung bei der Durchführung 
                      virtueller Seminare weiß sie um die Vor- und Nachteile von e-Learning.
                      ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gabi Reinmann-Rothmeier ist Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg. Ihre Foschungstätigkeit umschließt die Bereiche Wissensmanagement, Gestaltung problemorientierter Lernumgebungen, Lernen mit neuen Medien und Evaluation multimedialer Lernumgebungen. Aus eigener Erfahrung bei der Durchführung<br />
                      <a href="http://wissman.emp.paed.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">virtueller Seminare</a> weiß sie um die Vor- und Nachteile von e-Learning.<br />
                      <br /><!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>Die Angst vor dem e-Learning.</strong><br />
                    <br />Als ich im Oktober diesen Jahres in Augsburg die Professur für Medienpädagogik übernommen habe, war da eine diffuse Angst unter den Studierenden, denn meine Herkunft ist eine lehr-lerntheoretische und mediendidaktische, und meine Aktivitäten im Bereich des e-Learning waren und sind in Augsburg offenbar bekannt: &#8220;Werden wir bald in virtuelle Räume abgeschoben?&#8221;, &#8220;Machen wir noch Präsenzseminare?&#8221;, &#8220;Sind Sie denn auch da &#8211; hier in Augsburg?&#8221;. &#8220;Da sein&#8221;, ansprechbar sein, sich kümmern, Interesse an dem haben, was gelernt wird &#8211; das sind berechtigte Anliegen eines jeden Studierenden, und wenn sich gerade in Massenfächern oder in schlecht ausgestatteten oder ineffizient organisierten Fächern Ängste vor der Anonymität und Einsamkeit im Netz breit machen, dann ist das verständlich. Potenziert werden diese Sorgen durch immer wieder medienwirksame Aussagen selbst ernannter Experten, die auf dem wirtschaftlichen und politischen Sektor von Kostensenkung und optimaler Ressourcennutzung (mit Ressourcen sind dann vor allem wir Hochschullehrer/innen gemeint) sprechen, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, was es bedeutet, eine virtuelle Vorlesung zu konzipieren, eine virtuelle Lernumgebung zu gestalten oder ein virtuelles Seminar durchzuführen.</p>
<table width="550" border="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="319">
<p>
                            <strong>Was Lehrende beim e-Learning lernen.</strong><br />
                            <br />Um es vorweg zu nehmen: Ich konnte die Augsburger beruhigen. Ich bin da, ich bin ansprechbar, ich mache Präsenzseminare und habe Interesse daran, dass die Studierenden etwas lernen &#8211; und wie ich Letzteres möglichst gut umsetzen kann, das habe ich vor allem bei der Konzeption und Durchführung meiner virtuellen Seminare (zum Wissensmanagement) gelernt. Sie merken schon: Ich drehe an dieser Stelle einmal den Spieß um und frage: Was lernen die Lehrenden beim e-Learning? Sie lernen vor allem ein Höchstmaß an Transparenz und eine konsequente Planung und Gestaltung der Lehre. Denn eine virtuelle Veranstaltung zwingt Sie dazu, ein vollständiges didaktisches Gesamtkonzept zu entwerfen, jede Instruktion, jede inhaltliche Sequenzierung und jede Unterstützung selbstgesteuerter oder kooperativer Wissensaneignung zu Ende zu denken und die Anforderungen an die Studierenden explizit zu machen &#8211; und zwar prägnant und verständlich. Natürlich muss man hier zwischen verschiedenen Formen von e-Learning unterscheiden. Ein ganz wesentliches Unterscheidungskriterium ist die Interaktivität: Je interaktiver Sie den Lehr-Lernprozess zwischen Lernenden und Lehrenden einerseits sowie zwischen den Lernenden andererseits gestalten, umso mehr Zeit und Kreativität ist für das didaktische Design wie auch für die Durchführung zu veranschlagen. Und siehe da: Viele originelle Ideen, die man anlässlich des e-Learning im Idealfall produziert, lassen sich sehr wohl auch in der Präsenzlehre nutzen: e-Learning kann so auch die Vermittlungs- und Medienkompetenz des Lehrenden und damit die Qualität der Präsenzlehre erhöhen.</p>
<p>
                            <strong>Qualitätssteigerung am Beispiel Interaktivität.</strong><br />
                            <br />Lassen Sie mich das an einem Beispiel erläutern: Gruppenarbeit in der traditionellen Hochschullehre ist in manchen Fächern eine lang bewährte Methode, in anderen Fächern avanciert sie erst allmählich zu einer wichtigen methodischen Variante. Allerdings sind Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung von Gruppenarbeitsphasen nur in seltenen Fällen professionell gestaltet; wichtige Detailaspekte der kooperativen Aufgabenbearbeitung überlässt man schon mal dem Zufall oder dem Improvisationstalent der Studierenden.In der Face-to-Face-Lehre lassen sich solche Mängel weitgehend kompensieren &#8211; nachlässige Konzeptionen fallen in der Regel nicht weiter auf. Im virtuellen Raum aber ist das anders: Unklare Instruktionen haben eine Flut empörter e-Mails zur Folge; defizitäre Anleitung zur Zusammenarbeit verführt die einen zum Trittbrettfahren und resultiert bei anderen in Frustration durch Überlastung; unüberlegte Kombinationen von Aufgaben und Inhalten werden nicht nur bemerkt, sondern auch moniert &#8211; zu Recht.<br />
                            <br />Fazit: Virtuelle Seminare mit Gruppenarbeit und entsprechend hoher Interaktivität zwingen zur Disziplin auf der Lehrerseite &#8211; und gleichzeitig auch auf der Lernerseite: Online-Foren für kooperative Aufgabenbearbeitungen machen Aktivitäten der Studierenden transparent, Faulenzer können sich nicht verstecken, gute Leistungen sind für alle sichtbar, kooperatives Verhalten und Teamgeist werden beobachtbar und kommentierbar. Lernerfolge (oder deren Ausbleiben) kann der Lehrende kontinuierlich und nicht erst in der Abschlussklausur oder Hausarbeit erkennen.</p>
<p>
                            <strong>Der gläserne Student?</strong><br />
                            <br />Nun kann es sein, dass Sie die letzten Aussagen eher negativ bewerten und sich besorgt fragen: Gipfelt das e-Learning im gläsernen Studenten &#8211; allseits überwach- und kritisierbar? Man sollte meinen, dass diese Angst auch unter Studierenden grassiert &#8211; aber dem ist offenbar nicht so, jedenfalls nicht bei denjenigen, die virtuelle Seminare besuchen. Meiner Erfahrung nach schätzen es die Seminarteilnehmer/innen, wenn der Lehrende ihren Lernprozess in dieser Form begleitet: In Evaluationsstudien sprechen Studierende nach dem Seminar von &#8220;sanfter Kontrolle&#8221; und &#8220;heilsamem Druck zur Kontinuität beim Lernen&#8221;, sie loben die Notwendigkeit der kooperativen Zusammenarbeit und die aktive Erarbeitung neuer Inhalte; und sie äußern sich vor allem über eines positiv: Über das Gefühl, dass jemand &#8220;da&#8221; ist, dass sich jemand für Ihre Antworten interessiert und diese sogar regelmäßig in ausführlichen Feedbacks kommentiert. Womit wir den Kreis geschlossen haben: Es ist die personale Betreuung, das Interesse an ihrer Person und ihren Lernprozessen, die Hilfe beim Selbst- und Weltverstehen, was Studierende brauchen und wollen &#8211; ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach Bildung, das man auch in virtuellen Seminaren erfüllen kann, vorausgesetzt man nimmt sich die Zeit und Ressourcen dazu. Womit wir auch hier wieder beim Anfang und der weit verbreiteten frohen, aber falschen Botschaft wären, e-Learning mache die Lehre generell billiger und effizienter im Sinne eines besseren Kosten-Nutzen-Verhältnisses.</p>
</td>
<td valign="center" width="221">
<table cellspacing="0" cellpadding="10" width="200" align="right" border="1">
<tbody>
<tr>
<td>
<p>
                                    <br />
                                    <strong>Beispiel Virtuelles Seminar:</strong><br />
                                    <br />
                                    <a href="http://wissman.emp.paed.uni-muenchen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://wissman.emp.paed.uni-muenchen.de/</a></p>
<p>Nachdem sich die vier-köpfige Gruppe auf einen Gruppennamen geeinigt hat, geht es an die erste Aufgabe: Es gilt einen Fall zu bearbeiten &#8211; eine kurze Geschichte, die die Bedeutung der Wissenstransparenz im Unternehmen veranschaulicht.</p>
<p>Erste Unruhe in der Gruppe macht sich bemerkbar: Was genau ist eigentlich verlangt? Jeder sieht in der Aufgabeninstruktion andere Nuancen! Wer macht was bis wann? Jeder hat andere Ausreden, warum er nicht sofort etwas ausarbeiten kann!</p>
<p>Nur gut, dass es in der Lernumgebung Tipps zur Aufgabenbearbeitung gibt. In der Instruktion erfährt man, dass die Gruppe bei jedem Fall einen Moderator bestimmen soll, der für die Koordination zuständig ist.</p>
<p>Lessons learned für die Gruppe nach den ersten zwei Wochen: Vieles ist viel umständlicher in einem virtuellen Forum als im realen Seminarraum &#8211; vor allem, wenn die Gruppe heterogen ist und Studierende unterschiedlicher Fächer umfasst: Da treffen mitunter Welten aufeinander, stellen die Teilnehmer fest.</p>
<p>Die Zeit naht für die Abgabe der ersten Fall- und Aufgabenbearbeitung. Die Seminarleiterin macht bereits dezente Andeutungen in Richtung ineffiziente Zusammenarbeit. Einige Teilnehmer bekommen schon ein komisches Gefühl, weil ihnen da jemand ständig auf die Finger schaut; andererseits: Es kümmert sich wenigstens jemand darum, dass es voran geht!</p>
<p>Das Feedback, das die Gruppe dann auf ihre Falllösung bekommt, ist informativ und kritisch, und insgesamt positiv formuliert. Jeder kann auch die Rückmeldungen an die anderen Gruppen lesen &#8211; Verstecken gibt es nicht. Auch Zeit zum Ausruhen gibt es kaum; schon naht die nächste Herausforderung: Die virtuelle Lernumgebung ist für die zweite Aufgabe gut bestückt mit kommentierter Literatur und zahlreichen Links&#8230; eine Fülle von Information und das auch noch bei eher offenen Aufgaben und im virtuellen Austausch&#8230; Manche Gruppenmitglieder beginnen zu stöhnen, fast alle aber halten durch. Allmählich dämmert es den Teilnehmern, dass sie hier ein Übungsfeld für das haben, was sie auch lernen wollen: Nämlich wie man eigenes Wissen, das Wissen anderer und verfügbare Informationen auswählen und darstellen kann, wie man Wissen an andere weitergeben und teilen kann, wie man daraus neues Wissen generieren und für realitätsnahe Aufgaben anwenden kann.</p>
<p>
                                      <strong>Das Seminar macht mit Hilfe seiner Virtualität den Inhalt zur Methode und umgekehrt.</strong>
                                    </p>
<p>Fragen, das merken die Teilnehmer schon bald, sind im virtuellen Seminar erwünscht und werden auch beantwortet &#8211; nämlich in der Fragenbörse. Am Ende des Seminars ist fast jeder zufrieden: Der Aufwand war groß und verglichen mit manchem &#8220;Paukseminar&#8221; ist der erworbene Inhalt nicht gigantisch &#8211; aber man hat das Seminarthema verstanden, man hat mit dem Thema gearbeitet, die eigene Gruppe wurde kontinuierlich bewertet und: Man fühlt sich gerüstet für die erste virtuelle Teamarbeit an seinem künftigen Arbeitsplatz &#8211; und die kommt ganz gewiss.</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <strong>Nachhaltigkeit versus kurzfristige Einsparung.</strong><br />
                    <br />Aber sind nicht auch eine größere Nachhaltigkeit des Lernens, mehr Zufriedenheit und Motivation bei den Studierenden sowie positive Effekte auf die Qualität der Präsenzlehre Gründe genug, die für das e-Learning und reale (nicht nur beschworene) Investitionen in dessen Förderung sprechen? Können und dürfen kurzfristige Einsparungen in einer Zeit als alleiniges Argument gelten, in der angesichts demografischer und technologischer Entwicklungen eine neue Form der &#8220;Bildungskatastrophe&#8221; absehbar ist? Eine intelligente Kombination von virtuellen Lehr-Lerneinheiten mit Präsenzveranstaltungen lassen aus meiner Sicht Synergiepotentiale erwarten, die neue Erkenntnisse aus der Lehr-Lernforschung umsetzbar machen: Nachhaltiges Lernen durch Problem- und Fallorientierung, durch Eigenverantwortung und Kooperation verknüpft mit adaptiver Anleitung und intensiver Betreuung und echtem Interesse am Lernenden und seinen Erfolgen. Vor allem Letzteres dürfte das Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, neben notwendigem Fachwissen auch fachübergreifende Kompetenzen im Umgang mit Wissen, Medien und anderen Menschen zu entwickeln &#8211; also genau das, was Politiker und Wirtschaftsvertreter aller Orten fordern.<br />
                    </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weg von der politischen Belehrung &#8211; Hinein in die Mühen der Ebene</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/hats-geklickt/elearningbelehrung-shtml-3108/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/hats-geklickt/elearningbelehrung-shtml-3108/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pchroust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hat's geklickt?]]></category>
		<category><![CDATA[Politischen Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Peter Chroust ist Politikwissenschaftler, Pädagoge am Hessischen Landesinstitut für Pädagogik und Lehrbeauftragter an der Universität Kassel. Er stellt sieben Thesen für eine notwendige Neuorientierung der Politischen Bildung auf.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Peter Chroust ist Politikwissenschaftler, Pädagoge am Hessischen Landesinstitut für Pädagogik und Lehrbeauftragter an der Universität Kassel. Er stellt sieben Thesen für eine notwendige Neuorientierung der Politischen Bildung auf.<!--break-->
                    </p>
<p>Dramatisch sinkende Wahlbeteiligung unter Jugendlichen in der Bundesrepublik, aber Rekordzahlen bei der Love-Parade, Rückzug auf Familie und Karriere, rechter Main-stream schon unter ostdeutschen Kindern, Marginalisierung der Sozialkunde in den Schulen &#8211; schlechte Zeiten für Politische Bildung? Ganz im Gegenteil: die Notwendigkeit und die Chancen Politischer Bildung könnten kaum höher sein.<br />
                    <br />Gerade die Massenproteste in Seattle, Prag und Genua, aber auch die Blockaden gegen die Castor-Transporte zeigen: Junge Menschen in der Bundesrepublik wie in anderen Ländern ziehen sich keineswegs gänzlich auf Genuss und Geld zurück. Wenn auch z.B. die Proteste gegen &#8220;die&#8221; Globalisierung oder den Flughafenausbau vor der eigenen Haustür zuweilen mehr emotional als rational geprägt sind, wird dennoch deutlich: Sie legen den Finger auf schwelende gesellschaftliche Konfliktlinien, benennen und besetzen Themen, suchen nach alternativen Lösungs- und Partizipationsmodellen. Wenn dies alles ohne erkennbaren Anteil Politischer Bildung geschieht, wirft dies ein Licht auf das Fach in Schule und Jugendarbeit. Offenbar laufen Konzepte und Praxis der Politischen Bildung und die Politisierungsprozesse junger Menschen immer mehr aneinander vorbei.<br />
                    <br />Einige Thesen sollen skizzieren, in welche Richtung sich die Politische Bildung der Bundesrepublik in den nächsten Jahren innerhalb und außerhalb der Schule orientieren muss, will sie nicht vollends in Abseits geraten.<br />
                    <br />Auch wenn kaum alle Schritte auf einmal begonnen werden können &#8211; entscheidend ist der erste.</p>
<p>
                      <strong>1. Politische Bildung muss sich in die &#8220;Niederungen&#8221; der alltäglichen politischen Sozialisation begeben</strong>
                    </p>
<p>Sehr viel effektiver als wohlmeinende pädagogische Bemühungen oder rein kognitive Lernangebote der Politischen Bildung scheinen politische Sozialisationsinstanzen zu sein, die gewöhnlich kaum mit politischem Lernen in Verbindung gebracht werden: Fernsehserien, Musikvideos, Werbung und die Neuen Medien bieten neben der Unterhaltung stets auch Lebensorientierung und zugleich als permanente &#8220;contrebande&#8221; politische Weltbilder. &#8220;Big Brother&#8221;, &#8220;Marienhof&#8221; oder Video- und Computerspiele prägen nicht nur das geschlechtsspezifische Rollenverständnis und Rollenverhalten, sondern auch die Sicht auf die Gesellschaft vermutlich nachhaltiger als Rollenspiele und Morgenkreis (was nichts gegen diese Formen pädagogischer Arbeit sagt).<br />
                    <br />Wenn Menschen aus der Gemeinschaft von Container-Shows per &#8220;Volksabstimmung&#8221; mit Handy oder Fax ausgeschlossen werden (&#8220;Wer nervt, fliegt raus!&#8221;, so der Originaltitel einer aktuellen Fernsehserie), wenn ein Lied wie &#8220;Du musst ein Schwein sein&#8221; über Wochen die Charts anführt, wenn eine bundesdeutsche Großbank eine Werbekampagne mit dem Slogan &#8220;Oben ist nur Platz für wenige&#8221; präsentiert, wenn auf Netzwerkparties hunderter zumeist männlicher Jugendlicher das alleinige Ziel ist, &#8220;Gegner&#8221; (nicht Mitspieler) auf dem Monitor zu &#8220;eliminieren&#8221;, sind die politischen Dimensionen kaum mehr zu übersehen. Für die Politische Bildung heißt dies zunächst, diese außerschulischen Sozialisations- und Politisierungsinstanzen überhaupt als solche zu erkennen und ernst zu nehmen. Erst aus dieser Anerkennung der Realitäten heraus können adäquate Konzepte und Modelle entwickelt werden.</p>
<p>
                      <strong>2. Politische Bildung muss die &#8220;real existierenden&#8221; Jugendlichen erreichen</strong>
                    </p>
<p>Die Politische Bildung erreicht kaum mehr ihre Adressaten. Aus der Schulforschung ist bekannt, dass der durchschnittliche Unterricht, unabhängig vom jeweiligen Fach, bestenfalls ein Viertel der Schüler/-innen erreicht. Bei einer Politikdidaktik, die unausgesprochen vom Leitbild eines deutschsprachigen, aus der Mittelschicht stammenden, zumeist männlichen, am Lesen und Diskutieren auch längerer, komplexer Texte interessierten Jugendlichen ausgeht, dürfte der Anteil noch erheblich geringer sein. In den Klassenzimmern prallen zunehmend unterschiedliche politische Lern- und Leitkulturen aufeinander. Jugendliche, die vielfach mehr Stunden in virtuellen Medienwelten verbringen als im realen Schulunterricht, in deren Familien kostenlos verteilte Anzeigenblätter das einzige Printmedium darstellen, treffen auf Lernarrangements, die das Arbeiten mit Texten und den rationalen Diskurs in den Mittelpunkt stellen.<br />
                    <br />Noch immer zu wenig beachtetet ist auch die Notwendigkeit der Politischen Bildung, geschlechtsspezifische Konzepte und Angebote zu entwickeln. Aus der Political-Action-Forschung ist längst bekannt, dass Frauen keineswegs generell weniger interessiert am politischen Prozess sind als Männer, sondern vielmehr unkonventionelle Artikulations- und Partizipationsformen bevorzugen. Hier bieten gerade die Neuen Medien hierzulande noch völlig ungenutzte Chancen (als Stichworte: Community Networks, Cyber-politics, &#8220;Cyber-Weiber&#8221;). Die Konsequenzen für die Politische Bildung stehen noch aus.</p>
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                      <strong>3. Politische Bildung muss sich internationalisieren</strong>
                    </p>
<p>Die Politische Bildung muss sich in ihrer Konzeption wie in der alltäglichen Arbeit von der unausgesprochenen Germano- bzw. Eurozentrierung lösen. Hierzu gehört z.B. die Entwicklung multiperspektivisch-multikultureller Unterrichtskonzepte und -materialien im Sinne der &#8220;Einen Welt&#8221; in dauerhafter Kooperation mit ausländischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen (einschließlich der Fortbildung). Zugespitzt ist zu fragen: Wie sollen z.B. afghanische Flüchtlingskinder den deutschen Holocaust intellektuell und emotional &#8220;bewältigen&#8221;? Es drängt sich die Analogie zur französischen Kolonialmacht auf, deren Lehrbücher schwarzafrikanischen Schülern verkündeten: &#8220;Unsere Vorfahren sind die Gallier&#8221;.<br />
                    <br />Und schließlich: Die anstehende Osterweiterung der Europäischen Union darf nicht zu einer definitiven mentalen Schließung gegenüber dem Nicht-EU-Ausland führen! Die Folgen wären für die bundesdeutsche Gesellschaft wie für die Menschen jenseits der EU-Außengrenzen fatal.</p>
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                      <strong>4. Politische Bildung muss die Neuen Medien integrieren</strong>
                    </p>
<p>Neue Medien, vor allem das Internet, beeinflussen schon heute den Alltag der meisten Jugendlichen. Umso mehr gilt dies für die künftige Arbeitswelt. Deshalb muss die Politische Bildung die Neuen Medien integrieren &#8211; als Medium wie als Gegenstand. Dabei geht es nicht nur darum, den technischen Umgang möglichst frühzeitig zu lernen, dies geschieht ohnehin außerhalb der Schule, in selbstorganisiert-chaotischen Lernprozessen. Wesentlicher ist, den kritischen und souveränen Umgang mit den Neuen Medien zu vermitteln. Die Neuen Medien bieten die Chance einer stärkeren Individualisierung von Lernprozessen (Stichwort: Konstruktivismus, hier in seiner &#8216;gemäßigten&#8217; Variante). Dass daraus keine isolierten Lernprozesse werden, ist wiederum Aufgabe der Schule, hier der Politischen Bildung. Die individuellen Lernwege müssen durch Pädagog/-innen wieder in die Lerngruppe rückgebunden werden. So verstanden, erhöht der Einsatz Neuer Medien den Stellenwert sozialen Lernens, anstatt ihn zu vermindern.</p>
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                      <strong>5. Politische Bildung muss sich in kurzen Zyklen organisieren</strong>
                    </p>
<p>Politische Bildung &#8211; und die Praxis an den Schulen &#8211; tendiert dazu, bestimmte Themen in Konjunkturen zu bearbeiten. Wenn Themen wie der Holocaust über mehre Jahre intensiv thematisiert wurden, folgt ein Rückzug, weil dieser Gegenstand &#8220;abgearbeitet&#8221; sei. Dabei projizieren die in der Bildungsarbeit Tätigen offenbar allzu leicht ihre eigene Lernbiografie auf das Curriculum. Doch spätestens nach fünf Jahren kommt wiederum eine neue Generation von Schüler/-innen in die Klassenzimmer, die weder über den Holocaust noch über andere zentrale Themen im wahrsten Sinne &#8220;unterrichtet&#8221; ist, für die selbst schon der Prozess der deutschen Einheit ferne Geschichte wie das Mittelalter ist. Dieser eigentümlich unhistorischen Wahrnehmung gerade unter Pädagog/-innen der Politischen Bildung könnte durch eine Konzeption der kurzen Zyklen begegnet werden, d.h. die zentralen &#8211; und oft auch neu hinzu kommenden &#8211; Themen müssen in einem relativ kurzen zeitlichen Turnus mit gleich bleibender Intensität immer wieder von neuem er- und bearbeitet werden. Dass Lehrpläne und Schulcurricula genau dies vorsehen, sagt noch nichts über die gängige Praxis aus.</p>
<p>
                      <strong>6. Politische Bildung muss positive Identifikationsangebote vermitteln</strong>
                    </p>
<p>Das Erfolgsgeheimnis von Soap-operas, Musikvideos und Werbung unter Jugendlichen scheint in der permanenten Präsentation positiv definierter und akzeptierter Identifikationsangebote (Personen, Gruppen, Szenarien) zu liegen, die für Jugendliche existentielle Fragen thematisieren: Selbstorientierung, Gruppenbindung, Partnerschaft, Sexualität, allgemein Lebensstile und Lebensentwürfe.<br />
                    <br />Eine Politische Bildung, die z.B. eine Identifikation mit den verfolgten Juden im deutschen Faschismus oder mit den ausgebeuteten Kindern in Indien verlangt, gerät deshalb rasch an ihre Grenzen. Dass die lange Zeit gegenüber Schüler/-innen geübte emotionale Überwältigung wegen ihrer Suggestivpädagogik für sich abzulehnen ist, sei hier nur erwähnt. Das angerissene Dilemma könnte der Grund dafür sein, warum Schülerinnen z.B. auf das Thema Judenverfolgung im deutschen Faschismus stärker emotional reagieren als ihre männlichen Mitschüler, die sich hierbei oft hinter einer &#8220;coolen&#8221; Fassade verbergen. Schülerinnen liegt offenbar auf Grund ihrer gesellschaftlichen Erfahrung die Rolle der Opfer und Verlierer näher, während sich männliche Schüler eher mit erfolgreichen Menschen identifizieren. Bekanntlich befanden sich aber die &#8220;erfolgreichen&#8221; Menschen im Nationalsozialismus in der überwältigenden Mehrheit. &#8220;Erfolgreiche&#8221; Menschen waren in dieser Konstellation vor allem die Täter und Mitläufer. Für die Politische Bildung kann daraus selbstverständlich nicht abgeleitet werden, männlichen Jugendlichen eine Identifikation mit den NS-Tätern gleichsam unter &#8220;klinisch kontrollierten&#8221; Bedingungen zu ermöglichen, wohl aber eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Anteilen, die sich auch in der Persönlichkeitsstruktur von NS-Tätern wiederfinden; im übrigen würde der heimliche Lehrplan des Themas &#8220;Judenverfolgung&#8221; gerade unter diesen Aspekten eigene Untersuchungen verdienen.<br />
                    <br />Die Konsequenz für Politische Bildung wäre vielmehr z.B. beim Thema des &#8220;Dritten Reiches&#8221;, einerseits reale Beispiele gelungenen widerständigen Verhaltens kennen zu lernen und andererseits unterschiedliche Verhaltensweisen in konkreten Entscheidungssituationen &#8220;durchzuspielen&#8221;, um die Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der Menschen als Mitläufer, Täter oder Opfer selbst erfahren zu können. Die direkte Begegnung mit Zeitzeugen z.B. des Widerstandes ist aus naheliegenden Gründen nur noch wenige Jahre möglich.<br />
                    <br />Eine Politische Bildung, die positive Identifikationsangebote vermittelt und generell Empathieerfahrungen ermöglicht, wird auch einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten.</p>
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                      <strong>7. Politische Bildung muss ein Lernen autonomer Subjekte fördern</strong>
                    </p>
<p>Politische Bildung darf keine Veranstaltung (mehr) mit dem Anspruch der &#8220;moralischen Veredelung&#8221; durch Belehrung sein. Sie muss sich von der Selbstwahrnehmung verabschieden, stellvertretend für die jungen Menschen bereits das &#8220;Richtige&#8221; ermittelt zu haben und ermitteln zu können. Sie muss sich auch von der Selbstbeauftragung verabschieden, dieses jeweils &#8220;Richtige&#8221; in inszenierten und präzise kalkulierbaren Lernprozessen weiterzugeben. In der so gekennzeichneten Spannung finden sich auch die hier vorgetragenen Überlegungen.<br />
                    <br />Eine Politische Bildung, die z.B. aktuelle und mit Sicherheit immer wieder auftretende Korruptionsskandale als einen &#8220;moralischen Bankrott&#8221; der politischen Klasse insgesamt deklariert, präformiert damit nicht nur die Themen der rechtspopulistischen und Neonazi-Propaganda, sondern leistet zugleich der politischen Apathie Vorschub. Das Ziel Politischer Bildung bleibt aber nach wie vor die aktive und reflektierte Partizipation von Citoyens und Citoyennes am politischen Prozess.</p></p>
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